Kreuzbein

Das Kreuzbein ist kein echtes Bein

Rückenleiden sind oftmals mit der Lendenwirbelsäule und dabei vorrangig mit dem Kreuzbein verbunden. Diese im unteren Rücken gelegene Zone wird durch eine dauerhafte Belastung sehr strapaziert. Daraus resultiert eine Beschleunigung der natürlichen Abnutzungsprozesse, die immer wieder jugendlichen und erwachsenen Menschen Beschwerden bereiten. Im Unterschied zur Brustwirbelsäule ist die Kreuzbeingegend daher wesentlich häufiger erkrankt. Wie eine adäquate Therapie aussehen kann und viele weiterreichende Informationen gibt es im nachfolgenden Text.

In der Rubrik Anatomie & Organe gibt es eine Fülle an Informationen, die sowohl für kranke als auch für gesunde Leser eine immense Bereicherung sind. Vor allen Dingen dann, wenn es darum geht, das Ärztelatein zu verstehen, können an dieser Stelle hilfreiche aufklärende Daten unter anderem zum Thema Kreuzbein abgerufen werden.

Was ist das Kreuzbein?

Steht man vor einem menschlichen Knochensystem oder Skelett, das in der Anatomie als übliches Anschauungsmittel verwendet wird, kann man das Kreuzbein ganz deutlich zwischen den beiden Hälften des Beckens erkennen. Dazu muss man einfach durch das Becken hindurchsehen. Von der hinteren Ansicht erscheint das Kreuzbein als eine bizarre Verlängerung der Wirbelsäule. In der Medizin ist der Terminus Kreuzbeinwirbel daher sehr gebräuchlich.

Anderweitig benutzte Begriffe für das Kreuzbein sind Sakrum oder Os sacrum. Das eher unauffällige Os sacrum wird als das Fundament für den am Rücken befindlichen Teil des Beckens angesehen. Das Kreuzbein ist unmittelbar mit dem Darmbein-Gelenk verbunden. Diese tragfähige morphologische Einheit (Morphologie beschreibt die Gestalt eines Organs) ist das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk beziehungsweise das Iliosakralgelenk. Diese knöcherne Komponente ist ein relativ starres, unbewegliches Konstrukt. Die Beweglichkeit umfasst lediglich eine minimale Neigung nach vorn und nach rückwärts. Die natürliche Grenze für diese reduzierte Flexibilität stellt der enge Gelenkspalt im Kreuzbein-Darmbein-Gelenk dar. Eine kurze, nach schwanzwärts beziehungsweise kausal geneigte Verlängerungerung des Os sacrum ist das knochige Steißbein (Os coccygis).

Nicht nur der Mensch, sondern alle an Land lebenden Wirbeltiere verfügen über das Kreuzbein. Das zeigt sich daran, dass bei verschiedenen Landsägetieren das Kreuzbein zwischen drei und fünf Wirbel verfügt. Beim genauen Betrachten lassen sich die einstigen Abschnitte zwischen den Wirbeln durch sogenannte verbliebene Verwachsungslinien (Lineae transversae) noch nachvollziehen.

Allerdings hat sich dieser Knochenanteil im Laufe der Evolution zurückentwickelt. Es ist nur noch ein knöchernes Rudiment oder ein vorhanden, der durch eine Synostose (Verschmelzung) von mehreren Wirbelsäulenknochen entstanden ist. Diese Wirbel sind bis zur Pubertät noch knorpelig. Sie verhärten sich zunehmend und gehen ab dem 25. Lebensjahr ganz ineinander über.

Anatomisch betrachtet, umgibt das Kreuzbein den hinteren Part des Wirbelkanals. Der Beckengürtel ist eine übergeordnete Struktur, an dem das Hüftbein und das Kreuzbein beteiligt sind.

Ein Phänomen, das bei einigen Menschen zu beobachten ist, ist die fehlende Verwachsung des ersten oberen Kreuzbeinwirbels mit den nachfolgenden Wirbeln. Diese Erscheinung wird als Lumbalisation bezeichnet. Bei diesen Personen entsteht der Eindruck, dass nicht nur fünf, sondern sogar sechs komplette Lendenwirbel vorhanden sind. Aus dieser Anomalie geht eine bessere Beweglichkeit des Beckens hervor. Ein Nachteil ist die reduzierte Stabilität und Belastungsfähigkeit der Wirbelsäule.

Im Unterschied dazu kann der fünfte Lendenwirbel fest mit dem Kreuzbein verankert sein. Diese anatomische Variante ist unter Medizinern als Sakralisation bekannt.

Funktionen und Aufgaben des Kreuzbeins

Das Kreuzbein stellt einen Teil des Beckens und der Wirbelsäule dar. Eine zentrale Aufgabe des Kreuzbeins ist die Schaffung einer gewissen Beweglichkeit. Diese Fähigkeit beinhaltet zwei Prozesse, die in der Medizin als Nutation und Gegen- oder Kontranutation definiert werden. Derartige Bewegungsabläufe werden als Beugung und Streckung beziehungsweise als Flexion und Extension wahrgenommen.

Die Nutation ist eine Verlagerung des Kreuzbeinbasis nach unten und vorn, was eine Beugung bedingt. Die Kreuzbeinspitze zeigt in einem geringen Winkel nach oben und zum Rücken hin. Infolgedessen wird ein Aufrichten des Kreuzbeins ausgelöst. Es tritt eine Verengung des Zugangs zum kleinen Becken ein, sodass ein Beugungseffekt entsteht. Der Beckenausgang wird demgegenüber weit gestellt. Durch diesen Prozess kommt es weiterhin zu einer Distanzierung der Sitzbeinhöckercker (Tuber ischiadicum) voneinander und zu einer Annäherung der beiden Darmbeinschaufeln (Ala ossis ilii).

Die Gegennutation ist eine Bewegungsabfolge des Iliosakralgelenks, die entgegen der Nutation gerichtet ist. Die Kontranutation oder Antinutation bedingt eine Streckung.

Alle Bewegungsvorgänge des Kreuzbeins beinhalten eine Verschiebung der Spitze des Kreuzbeins. Die Nutation des Kreuzbeins sowie des Iliosakralgelenks ist gemeinsam mit der Drehung (Rotation) des Darmbeins die physiologische Grundlage für das Gehen und den Geburtsvorgang. Die Nutation ruft hierbei eine enorme Dehnung der Schambeinfuge hervor. Der Eingang des Beckens weitet sich unter dieser Voraussetzung. Ohne große Schwierigkeiten kann der Kopf des Kindes nach einer hormonell erzielten Bändererweichung unter der Geburt hindurch treten.

Die Aufgabenbereiche des Kreuzbeins umfassen im einzelnen:

  • Aufdehnung des Beckenrings für den Geburtsvorgang
  • aufrechte Haltung des Menschen
  • Realisierung der Beweglichkeit
  • Stabilisierung des Skeletts beim Gehen
  • Unterstützung der sitzenden und stehenden Haltung
  • Federwirkung zur Relativierung des Körpergewichts beim Laufen
  • Versorgung des Beckens und der Beine mit Nerven und Blutgefäßen

Würde die beim Laufen entstehenden Einwirkungen des Körpergewichts auf andere Organe nicht ausgeglichen, könnte das zu Beschädigungen an anderen Körpersystemen führen. Die gesamten Bewegungsprozesse des Kreuzbeins beeinflussen auch das Verhalten des Rumpfes während des Laufens oder Joggens. Daraus würden sich zudem diverse Fehl- oder Überbelastungen ergeben, die mannigfaltige Erkrankungen verursachen. Ohne das Kreuzbein wäre das Skelett äußerst instabil, was ein in sich Zusammensacken des Körpers nach sich ziehen würde. Die Funktionsweise oder die Physiologie des Kreuzbeins wird durch straffe, partiell elastische Sehnen, Muskeln und Bänder unterstützt. Drei bis vier Wirbel des Kreuzbeins sind allerdings ohne Funktion.

Anatomie und Aufbau des Kreuzbeins

Obwohl das Kreuzbein mit verschiedenen anderen anatomischen Elementen eine Einheit bildet, zeigen deutlich die einzelnen Wirbel einschließlich der für die Wirbelknochen typischen Dornfortsätze einen ganz spezifischen Aufbau. Daher kann gesagt werden, dass die Morphologie des Kreuzbeins dem Aufbau der Wirbelsäule stark ähnelt.

Die obenauf befindlichen Dornfortsätze gleichen einem Kamm, der entlang einer gedachten Mittellinie (Medianebenesuperior (nach oben) und inferior (nach unten) hin ausgeprägt ist. Einzelne Fortsätze des Gelenks bilden miteinander einen seitlich der zentralen Linie verlaufenden Kamm.

Der Kontakt des Kreuzbeins zum letzten Lendenwirbel wird durch ein winzige Gelenkfläche erzielt. Diese ist an beiden Seiten (lateral) der Fortsätze im oberen Bereich des Kreuzbeins angelegt. Neben den in Längsrichtung (kaudal) zum Schwanz hin vorkommenden Fortsätzen sind am Kreuzbein sogenannte Querfortsätze zu tasten. Sie sind zu einer seitlich gelegenen Platte zusammengefasst, deren vorderes Areal eine größere Abmessung als die hintere Fläche hat. Daraus resultiert die annähernd dreieckige, einem Keil ähnelnde Beschaffenheit des Kreuzbeins.

Eine weitere anatomische Besonderheit des Kreuzbeins ist die Facies auricularis. Das ist eine fast oval geformte Knochenplatte. Diese Formierung hat seitlich einen nach unten verlaufenden Knochenkamm. Über diese Platte aus Knochensubstanz wird ein gelenkiger Übergang zum Darmbein geschaffen.

Zum Komplex des Kreuzbeins gehören noch weitere Segmente. Diese sind wichtig, um die Funktion (Physiologie) des Kreuzbeins zu gewährleisten. Bedeutsam sind hierbei rückseitig integrierte, kreisrunde Aussparungen. Diese Löcher schaffen genügend Raum für den Durchtritt der hinteren (dorsal) Rückenmarksnerven beziehungsweise der Spinalnerven.

Des Weiteren verfügt das Kreuzbein über großzügige Öffnungen beziehungsweise Foramina, die den Austritt der vorderen (ventral) gelegenen Rückenmarksnervenäste (Spinalnervenäste) ermöglichen. Das Kreuzbein sowie das Becken und die unteren Extremitäten sind von einem Geflecht (Plexus) von Nerven durchzogen. Dieses Netzwerk umfasst die aus dem Rückenmark austretenden Nerven sowie Anteile von Nerven, die die Region um die Lendenwirbel durchdringen.

Das Kreuzbein und das Steißbein werden als sogenannte Sakralwirbelsäule, einem unteren Segment der Wirbelsäule zusammengefasst. Es ist zwischen dem Steißbein und den Lendenwirbeln eingeschlossen. Der spitz zulaufende Kreuzbeinanteil ist die Kreuzbeinspitze oder Apex ossis sacri.

Im Kreuzbein sind Bandscheiben zwischengeschaltet, die mechanische Einflüsse aufnehmen und ableiten können. Die Eröffnung des Wirbelkanals ist ungefähr beim 3. oder 4. Kreuzbeinwirbel zu suchen. An dieser Stelle (Hiatus sacralis) treten die sakral verlaufenden Spinalnerven auf.

Das Promontorium ist der ventral gelegene, hervorspringende letzte Part des Kreuzbeins. Der Querschnitt des Kreuzbeins verjüngt sich ausgehend vom Schädel (kranial) nach schwanzwärts (kaudal). Deshalb läuft das Kreuzbein zum Ende hin etwas spitz zu.

Welche Wirbel sind kennzeichnend für das Kreuzbein?

In Richtung des Rückens oder dorsal gerichtet, sind mehrere Wirbel zu erkennen:

  • Crista sacralis mediana – besitzt Dornfortsätze mit einer tastbaren Kammstruktur, ist ein recht auffällig erscheinender Knochenkamm in der Medianebene.
  • Crista sacralis intermedia – ehemalige Gelenkfortsätze
  • Crista sacrais lateralis – sind auf beiden Seite der Crista sacralis mediana angelegte Querfortsätzer

Die Sakralwirbel sind einige von mehr als 200 Knochen, aus denen das Skelett eines erwachsenen Menschen zusammengefügt ist. Sie haben wie fast alle anderen Knochen eine Schutz- und eine Stützfunktion inne. Die Sakralwirbel können außerdem die Speicherung von Mineralstoffen übernehmen und die Muskelkontraktion beeinflussen.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen am Kreuzbein

 

Das Kreuzbein ist ein sehr sensibles Knochenkonstrukt, das unter Umständen extremen Belastungen widerstehen kann.

Die unterschiedlichsten inneren Einflüsse und mannigfaltige äußere Faktoren können eine Vielzahl an Beschwerden und Symptomen (Krankheitszeichen) auslösen.

Da das Kreuzbein zum Kreuzbein-Darmbein-Gelenk (Iliosakralgelenk), abgekürzt auch ISG, gehört, bewirken spezielle Veränderungen ebenso eine Schädigung dieses gesamten knöchernen Gebildes sowie der gesamten Wirbelsäule. Darüber hinaus sind auffällige Anomalien und pathologische (krankhaft) Störungen der Weichteile des Kreuzbeins wie Muskeln, Bänder, Nerven und Sehnen typisch.

Bei Kreuzbeinerkrankungen sind daher häufig durch Folgeerkrankungen und in andere Körperteile ausstrahlende Begleiterscheinungen charakterisiert. Unangenehme Erscheinungen am Kreuzbein, die durchaus das Wohlbefinden und die Beweglichkeit massiv beeinträchtigen können, sind im Volksmund als Hexenschuss, Ischias oder Rheuma bekannt. Teilweise sind es eher lapidare Gründe wie eine schlechte Sitzhaltung oder eine Überbeanspruchung der unteren Wirbelsäulenareale, die als Auslöser in Betracht kommen.

Befinden sich Menschen über einen langen Zeitraum hinweg in einer monoton sitzenden Stellung, dann zieht dieser Vorgang eine Versteifung und Verkürzung der Beugemuskulatur nach sich. Durch die anhaltende Anspannung der in der Hüfte verwachsenen Muskulatur manifestiert sich eine zunehmende Belastung des Ledenwirbelbereichs und des Kreuzbeins. Spontane Bück- oder Beugebewegungen aus dem Kreuz heraus, die mit einer abrupten Drehung oder einer spontanen Verbiegung des Rückens durchgeführt werden, begünstigen ebenfalls Kreuzbeinschmerzen und Nervenblockaden.

Bei Schmerzen am Kreuzbein geben die betroffenen Patientinnen und Patientin bei einer Untersuchung und einer Anamnese (Krankheitsgeschichte) immer differenzierende Schmerzstärken an. Die Art des Schmerzen ist fast immer ähnlich. Je nachdem, ob die Schmerzen auf einen abgegrenzten Bereich des Rückens beschränkt sind, oder ob es sich um Schmerzen mit ausstrahlendem Charakter handelt, ist dieser Aspekt hilfreich bei der Erhebung des Befundes (Diagnosestellung).

Die Schmerzen können dabei in die Beine, in das Gesäß, in die Schultern und in den Nacken reichen. Üblich sind zudem einseitige, nicht selten extrem starke Schmerzen, die in der Leistengegend wahrgenommen werden. Andere körperliche Schmerzsymptome an bestimmten inneren Organen können sich wiederum bis in die Nähe des Kreuzbeins ausbreiten. Kausale Zusammenhänge bestehen des Öfteren mit überregionalen Krankheitsbildern.

Woraus resultieren Erkrankungen des Kreuzbeins?

 

Dysfunktionen und pathologische Auffälligkeiten hängen nicht immer direkt mit dem Kreuzbein zusammen. Sie stammen mitunter von anderen Organen und Organsystemen.

Sowohl quälende Beschwerden am Kreuzbein als auch massive Beeinträchtigungen des Iliosakralgelenks können durch:

  • Krankheiten wie Morbus Bechterew oder Spondylosis ankylosans
  • hormonelle Dysharmonien während einer Schwangerschaft und in den Wechseljahren (Menopause)
  • Aktivierung von Schmerzrezeptoren (Nozirezeptoren) in den Rückenmarksnerven durch Über- und Fehlbelastungen (Druck und Zug)
  • Knochenbrüche
  • Psychische Erkrankungen
  • Stress
  • Verspannungen der Muskeln
  • Überdehnung nicht gestärkter Bänder (weites Joggen, längeres Laufen)
  • Entzündung des Sakralgelenks (Sakroilitis)
  • Infektionen (Eindringen von unterschiedlichsten Krankheitserregern in den Organismus)
  • bösartiges Geschwulstwachstum oder Karzinome (Krebs oder Tumore in der Wirbelsäule)
  • gutartige Primär- oder Ersttumore
  • Thrombophlebitis (akute Thrombose und Entzündung) der Beckenvenen oder der Venen des Iliosakralgelenks
  • Schädigung von Nerven
  • Rheuma (Spondyloarthropathie, Spondyloarthritis)
  • lumbaler Bandscheibenvorfall beziehungsweise Discusprolaps, Ischialgie, Lumboschialgie)

verursacht werden.

Eine akute Thrombose ist eine innerhalb eines Blutgefäßes stattfindende plötzliche Gerinnselbildung.

Manchmal leiden Patienten unter einer genetischen Disposition beziehungsweise unter einer erblichen Veranlagung für Bänder, die weniger kräftig ausgebildet sind. Bei diesen Menschen ist die Gefährdung einer Erkrankung des Kreuzbeins und der damit verbundenen Gelenke hoch.

Diverse gynäkologische Erkrankungen wie:

  • Endometriose (Schmerzen im Gebärmutterhals)
  • im Becken vorliegende Krampfadern
  • Größenzunahme der Eierstöcke durch Schwellungen
  • retrovertierte Gebärmutter (Zurückfallen des Uterus)

spielen bei der Diagnose von Kreuzbeinbeschwerden gleichfalls eine zentrale Rolle.

Die Differenzialdiagnostik mit aussagefähigen Untersuchungen zur Abgrenzung und Identifizierung von ähnlichen Krankheitsbildern und zur eindeutigen Zuordnung der Symptome zu Erkrankungen von muskulo-skelettalen Kreuzbeinbeschwerden ergibt teilweise erstaunliche Befunde.

Diese können auf weitere Ursachen hinweisen:

  • Längenabweichungen der unteren Extremitäten (Asymmetrie)
  • Psoriasisarthritis beziehungsweise Schuppenflechtenarthritis als Gelenkentzündung durch die Schuppenflechte)
  • Bulging (Vorwölbung der Bandscheibe)
  • Prellung
  • chronische Prostatitis oder die anhaltende, wiederkehrende Entzündung der Vorsteherdrüse
  • Tumore (durch Metastasierung oder Streuung der Tochterzellen von anderen Organtumoren)
  • Pilonidalzyste (mit Eiter gefüllte Ausstlpung am Rand des Steißbeins)
  • Fraktur (Bruch) des Kreuzbeins
Was sind ungünstige Körperhaltungen?

Eine angeborene oder erworbene Körperfehlhaltung kann sich im Laufe der Zeit durch klassische Symptome am Kreuzbein bemerkbar machen.

Ausschlaggebend sind:

  • ein permanent zur Seite geneigter Oberkörper
  • eine unangemessene Torsion des Körpers (Drehung mit Überschreitung des Bewegungsspielraums)
  • lange nach vorn gebeugter Rücken
  • Bewegungen im Liegen sowie Schlafen auf einer harten Unterlage

Nennenswert sind in diesem Kontexte Erscheinungen wie Übergewicht und eine Modifikation der Gehweise.

Wie können Kreuzbeinbeschwerden behandelt (therapiert) werden?

Ein vorzeitiger Verschleiß des Ilioskralgelenks, das in der Regel ohne Veränderungen am Kreuzbein nicht vonstatten geht, kann durch ein ständiges Heben schwerer Gegenständen bei einer schwachen Gelenkmuskulatur oder durch ein zu hohes Körpergewicht hervorgerufen werden. Durch diese Anstrengung werden die beidseitig angelegten Beckenschaufeln auseinander gedrückt, was eine extreme Belastung darstellt.

Darüber hinaus kommt es zu einer Reibung der Flächen der Beckenschaufel- und Kreuzbeingelenke. Dieser Prozess beschleunigt die Abnutzung der empfindlichen Gelenkflächen zusätzlich. Die Oberflächenstrukturen der Gelenke werden dabei nicht gleichmäßig abgetragen und reduziert. Das ist der Grund, warum sich im Laufe des Lebens eine Beckenarthrose durch einen Beckenschiefstand einstellen kann.

Bewährte Behandlungsmethoden sind in diesen Fällen Wärme- und Stromanwendungen, um die Entspannung und die Durchblutung der Muskulatur anzuregen. Daraus ergibt sich eine bessere Nährstoff- und Sauerstoffversorgung mit gleichzeitiger Muskelkräftigung. Akupunktur, Druckpunktmassage und eine lokale Schmerzbetäubung ergänzen diese Vorgehensweise. Des Weiteren sind ein Reduzierung des Übergewichts, geeignete physiotherapeutische Übungen zur Optimierung der Beweglichkeit und schonende körperliche Aktivitäten sinnvoll.

Als letzter Ausweg kann eine Operation indiziert sein, um die Patienten durch eine bleibende Versteifung des Ilioskralgelenks (Arodese) mittels risikoarmer Diana-Methode zu entlasten.

Typische und häufige Erkrankungen des Kreuzbeins

 

  • Arthrose (altersbedingter Abbau von Knorpelgewebe durch Verschleiß und natürliche Abnutzungsprozesse) des Hüftgelenks
  • Osteoporose (Schwund von Knochensubstanz)
  • Osteomalazie (mit Schmerzen einhergehende Erweichung der Knochen)
  • Ischiassyndrom (ausstrahlende Schmerzen des Ischiasnervs mit Missempfindungen und anderen Symptomen)
  • Erkrankungen der Blutgefäße
  • Zerrung (Distension) der Muskeln und Muskelfaserriss
  • entzündliche Irritationen an den Nervenwurzeln
  • Blockade des Iliosakralgelenks
  • Erkrankungen der Niere
  • Bandscheibenvorfall
  • zu lange Sitzposition
  • Mangel an Bewegung
  • nicht behandelte Fehlstellungen der Füße, der Knie und der Hüfte

Diese Aufstellung verdeutlicht, wie vielschichtig und komplex die Erkrankungen sein können, auf die sich die Fachärzte der unterschiedlichsten medizinischen Disziplinen konzentrieren müssen. Zur Abklärung der Befunde, die teilweise sehr ernste und schwerwiegende Hintergründe haben, sind die Patientinnen und Patienten in zahlreichen Fällen angehalten, sich zu mehreren Fachärzten zu begeben und mannigfaltige diagnostische Verfahren über sich ergehen zu lassen.

Was ist eine Spondylolisthesis?

Bei dieser Erkrankung verschiebt sich der fünfte Lendenwirbel des Kreuzbeins ständig nach vorn.

Bewegende Fragen und hilfreiche Antworten im Zusammenhang mit dem Kreuzbein

 

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall mit dem Kreuzbein?

Unter dem Terminus Ischialgie oder der gleichbedeutenden Bezeichnung Lumboschialgie werden schmerzhafte Auffälligkeiten zusammengefasst, die im Zusammenhang mit der Reizung des Ischias oder des Ischiasnerven einhergehen.

Sie treten meist in Verbindung mit einem Bandscheibenvorfall aus. Dabei kommt es zu einer Quetschung der sensiblen Nervenwurzel des Ischiasnervs durch die knorpelige Bandscheibe.

Im Unterschied zu einer Ischialgie sind bei einer Lumbago (Bandscheibenvorfall im unteren Wirbelsäulenbereich) die Schmerzen nur auf den unteren Rücken begrenzt. Bei einer Lumboischialgie liegt eine permanente Reizung der Nervenfasern mit einem kompletten Rückenschmerz vor.

Gleitet die Bandscheibe aus den unteren Lendenwirbelknochen heraus, dann entwickelt sich ein Druck auf die Nervenwurzel der aus dem Kreuzbein austretenden Nervenstränge. Die Nervenwurzeln werden eingeengt und es kann sich eine Ischialgie ausprägen.

Was ist eine Blockade des Kreuzbeins?

Durch einen entzündlichen Prozess im Kreuzbein oder durch eine Fehlhaltung kann eine Kreuzbeinblockade bedingt sein. Zurückzuführen ist diese Erkrankung auf eine Abnutzung der Wirbelsäule und auf falsche Bewegungsabläufe. Die Erklärung des bei einer Kreuzbeinblockade vor sich gehenden Ereignisses beinhaltet eine Verspannung der Muskulatur einschließlich einer Einklemmung der Nerven des Ilioskralgelenks unter Mitbeteiligung des Kreuzbeins.

Wie können Kreuzbeinbeschwerden ausreichend behandelt werden?

In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Diagnostik können die Ärzte unterschiedliche Behandlungsmethoden anwenden. Um den Erfolg dieser Therapien zu sichern, empfehlen sie den Patienten, sich ausreichend zu bewegen. Erweitert wird diese Variante durch physiotherapeutische und krankengymnastische Sitzungen. Dabei soll eine zunehmende Entlastung und eine langsame Stärkung des Iliosakralgelenks inklusive der Kreuzbeinstrukturen erzielt werden.

Fruchten diese Maßnahmen nicht, können die akut oder chronisch auftretenden Schmerzen mit örtlich wirkenden Medikamenten (Lokalanästhetika) eingedämmt werden. Die Injektionen werden entweder in direkter Umgebung des Entstehungsortes oder in den Gelenkspalt eingeführt. Daraus resultiert eine Schmerzstilllegung durch eine Unterbrechung der Reizleitung durch die Nerven in den Weichteilen. Alternativ dazu kann das betäubende Medikament in das Ilioskralgelenk eingebracht werden. Das geschieht unter Röntgenkontrolle.

Oral (durch den Mund) einzunehmende Arzneimittel wie Glukokorticoide sind ebenfalls sinnvoll. Diese sind einerseits schmerzlindernd und andererseits entzündungshemmend. Auf diese Art und Weise wirkenden Präparate können bei Bedarf injiziert (gespritzt) werden. Sie setzen die Funktion der Nerven im Gelenkspalt außerer Kraft, sodass die Schmerzempfindung ausgeschaltet ist.

Zugelassene Physiotherapeuten und und speziell geschulte Fachärzte wie Orthopäden können ein Lösung von Blockaden durch das Manipulieren und eine Mobilisation des Iliosakralgelenks herbeiführen. Die Mobilisation beziehungsweise das Bewegen umfasst hauptsächlich ein Dehnen. Die Manipulation beruht auf der Ausübung von Impulsen durch schnelle Krafteinwirkungen.

Ergänzt werden diese Eingriffe durch Wärmebehandlungen zur Entspannung der Muskulatur sowie durch die Gabe von nicht steroidalen Antirheumatika.

Nicht ausgeschlossen werden kann die Notwendigkeit eine Operation des Kreuzbeins, wenn sich das Ilioskralgelenk-Syndrom nicht auf die konservative Art und Weise heilen lässt. Eine chirurgische Maßnahme ist jedoch kontraindiziert (Kontraindikation ist Gegenanzeige), falls eine fortgeschrittene Osteoporose, eine Entzündung des Iliosakralgelenks oder eine rheumatische Krankheit vorliegt. Im Gegensatz zu früheren Verfahren nutzen die Chirurgen heute weitgehend minimal-invasive Techniken. Üblich ist hierbei die Distraktions-Interferenz-Arthrodese.

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