Hämorrhoiden

Definition Hämorrhoiden (Hämorriden)

HämorrhoidenHämorrhoiden, gelegentlich auch als „Goldadern“ bezeichnet oder auch Hämorriden im Sprachgebrauch, sind geschwollen Venen im Bereich des Anus und des Enddarms. Vergleichbar in ihrer Beschaffenheit sind sie etwa mit den häufig an den Beinen auftretenden Krampfadern.

Die Gründe zur Entstehung dieses Leidens können zahlreich sein, verbleiben aber dennoch zumeist unbekannt. Sowohl eine Überbelastung des Anus durch falsches Defäkieren ist möglich, ebenso wie ein erhöhter Druck auf die Venen während der Schwangerschaft.

Darüber hinaus treten Hämorrhoiden nicht nur äußerlich auf, sondern können sich auch im Inneren des Enddarms entwickeln. In diesem Falle spricht man von internalen Hämorrhoiden. Zudem ist diese Erkrankung vergleichsweise häufig, etwa drei Viertel der Weltbevölkerung kämpfen zumindest einmal, häufig jedoch öfter, mit Hämorrhoiden. Dabei kann sich das vorliegende Leiden völlig symptomfrei präsentieren oder sich durch Jucken, Ungemach und Bluten manifestieren.

Steckbrief: Hämorrhoiden

  • Name(n): Hämorrhoiden; Goldadern; Hämorriden
  • Art der Krankheit: Gefäßerkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 17. Jahrhundert vor Christus
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Diverse Gründe
  • Wieviele Erkrankte: 3 von 4 Personen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Proktologe

Was sind Hämorrhoiden?

Zwischen dem Enddarm und dem Schließmuskel des Afters befindet sich ein Gefäßpolster, der sogenannte Plexus hämorrhoidalis. Dieses arbeitet eng mit dem Sphinkter (Schließmuskel) zusammen, beide sorgen für den Feinverschluss des Darmausganges. Die Bestandteile des Gefäßpolsters stellen ein Geflecht aus Arterien und Venen dar. Wird von Hämorrhoiden gesprochen, sind damit Schwellungen in Knoten- oder Krampfaderform an demselben gemeint.

Umso mehr sich diese verstärken, desto weiter findet ein Herausdrücken der krankhaften Wucherungen aus dem Anus-Bereich heraus statt. In zahlreichen Fällen entzündet sich dabei auch das umliegende Gewebe durch die Erweiterung der Blutgefäße des Gesäßpolsters. Obwohl heutzutage weitaus offener über Krankheiten gesprochen wird als noch vor einigen Jahren, gelten Hämorrhoiden noch immer als ein Tabuthema.

Dies gilt prinzipiell für alle Erkrankungen, welche zum einen die Analregion, zum anderen den Darm betreffen. Aufgrund der Tatsache, dass allein bei Männern über 30 Jahre ca. 70 Prozent von diesem Problem betroffen sind, wäre ein verstärkter Austausch über diese Krankheit mit Sicherheit sehr hilfreich. Da viele Menschen bei einem Auftreten von Hämorrhoiden auch nicht zum Arzt gehen, gibt es nur Schätzungen, wie viele Menschen unter diesen leiden. Man nimmt einen Prozentsatz von etwa 50 Prozent bei Erwachsenen ab dem 30. Lebensjahr an. Frauen sind weniger oft betroffen als Männer.

Wer Beschwerden im Enddarm-Bereich hat, sollte jedoch nicht lange mit dem Aufsuchen eines Arztes zögern, denn es sind nicht immer die vergleichsweise harmlosen Hämorrhoiden, welche diese verursachen. Weitaus ernstere Krankheiten, wie beispielsweise Darmkrebs, könnten dafür verantwortlich sein, deren Heilungschancen durch ein frühzeitiges Erkennen in jedem Fall erhöht werden. Viele Menschen gehen wegen eines Verdachts auf Hämorrhoiden zum Arzt, in diesem Fall zu einem Gastroenterologen. Dieser stellt jedoch oftmals andere Krankheiten fest, so zum Beispiel ein Ekzem, Herpes, eine Neurodermitis oder Pilzinfektion.

Eine Untersuchung beginnt in der Regel durch eine Befragung über die aufgetretenen Symptome, den Stuhlgang, Ernährungsgewohnheiten sowie sportlichen Aktivitäten. Hernach erfolgt ein Abtasten (Rektal-Palpation) des Analbereiches. Besitzen die Hämorrhoiden eine starke Ausprägung, sind sie ebenfalls von außen sichtbar. Verstärkt sich die Vermutung, dass krankhafte Wucherungen für die Beschwerden verantwortlich sind, wird meist eine Enddarmspiegelung oder Koloskopie (Spiegelung des gesamten Dickdarms vorgenommen. So gelangt der Arzt zu einer sicheren Diagnose und kann mögliche sonstige Erkrankungen ausschließen.


Welche Ursachen führen zu Hämorrhoiden?

Es besteht die Vermutung, dass eine genetische Veranlagung für die Entstehung von Hämorrhoiden verantwortlich gemacht werden kann. Zahlreiche Menschen leiden an einer Schwäche der Wände von Blutgefäßen. Sie ist angeboren und in vielen Fällen auch bei von Hämorrhoiden Betroffenen feststellbar. Als Bestätigung hierfür könnte man auch die Tatsache ansehen, dass die Erkrankung insbesondere im höheren Alter häufiger auftritt. Dies wird auf das Nachlassen der Elastizität von den Gefäßwänden zurückgeführt. Zu den Risikopatienten zählen zudem Menschen, welche sowohl im Beruf, als auch im privaten Leben häufig sitzen. Eine Entstehung von Hämorriden wird dadurch begünstigt, ebenso wie Darmträgheit, zusätzlich kann es zu Blutstauungen unterhalb der Hüfte kommen. Auch chronische Verstopfungen, die insbesondere die Personen betrifft, welche sich zu ballaststoffarm ernähren, wenig trinken, nicht ausreichend bewegen und eine sitzende Arbeit ausführen, gehören dazu. Aus diesen Gründen wird eine geringere Menge Stuhl produziert, die den Enddarm sowie die Darmwand kaum ausdehnen. Dadurch können sich Probleme bei der Stuhlentleerung ergeben, denn der Drang dazu ist schwach, so dass langes und starkes Pressen erforderlich ist. Dieses wiederum sorgt für eine Druckerhöhung in der Anal- und Darmregion.

Wer nun über einen längeren Zeitraum zu Abführmitteln greift, kann das Risiko der Entstehung von Hämorrhoiden jedoch erhöhen. Diese haben einen negativen Einfluss auf die Darmtätigkeit, der Stuhl wird dünnflüssig, es entsteht eine Hemmung des normalen Dranges zur Stuhlentleerung. Dadurch entsteht eine Hinderung des Trainings vom Verschlusssystem des Afters. Ein weiterer Risikofaktor ist Übergewicht. Es ist in einer Vielzahl an Fällen bei der Entstehung von Hämorrhoiden beteiligt. Das höhere Gewicht kann auf den Enddarm drücken, wodurch die Zirkulation des Blutes eingeschränkt wird, was wiederum zu einer Erweiterung der Gesäßpolster in der Analregion führen kann. Aus den gleichen vorliegenden Gründen tauchen oftmals auch bei einer Schwangerschaft Hämorrhoiden auf. Hinzu kommt, dass die Hormonumstellung das Bindegewebe lockert, um mehr Raum für das ungeborene Kind zu schaffen und für den Geburtsvorgang bereit zu sein. Zu guter Letzt sei noch ein sehr straffer Schließmuskel erwähnt, welcher ebenfalls für die Entstehung von Hämorrhoiden zur Verantwortung gezogen werden kann.

Hierzu eine kurze Übersicht über die potentiellen Ursachen:

  • Überbelastung während des Defäkierens: Eine grundsätzliche falsche Haltung beim Abscheiden von Stuhl oder eine Anwendung zu hohen Drucks kann dafür sorgen, dass der Schließmuskel überbeansprucht wird. Das führt wiederum zu einem Verschleiß, der im infolge dessen eine Entstehung von hämorrhoiden begünstigen kann.
  • Zu lange Verweildauer auf der Toilette: Wer sich beim Defäkieren zu viel Zeit lässt, der läuft erhöhte Gefahr, sich Hämorrhoiden anzueignen. Diese Unsitte ist Studien zufolge immer häufiger zu beobachten. Personen lassen sich beim Gang zur Toilette zu viel Zeit, spielen mit ihren Mobiltelephonen oder lesen Zeitung. Dieses verhalten befördert jedoch lediglich die Entstehung der vorliegenden Krankheit.
  • Chronische Durchfälle oder Verstopfungen: Personen, die an an chronischer Diarrhö oder Obstipation leiden, gehören nicht selten zu der Risikogruppe, die ein gesteigerte Wahrscheinlichkeit aufweist, Hämorrhoiden auszubilden. Dies hängt mit mehreren Faktoren zusammen, ist aber nicht selten ebenfalls auf die bereits erwähnte Überbeanspruchung des Schließmuskels zurückzuführen.
  • Übergewicht (Adipositas): Wer an Übergewicht oder gar starkem Übergewicht leidet, isst häufig mehr als Personen mit Normalgewicht. Dies zieht in aller Regel eine erhöhte Menge abgegebenen Stuhls nach sich. Dieser ist als Mehrbelastung für den Körper anzusehen und steigert somit ebenso das Risiko an dem vorliegenden Leiden zu erkranken, darüber hinaus ist die Ernährung übergewichtiger Personen oftmals sehr ungesund, was wiederum einen negativen Effekt auf die Darmgesundheit ausübt.
  • Schwangerschaft: Während einer Schwangerschaft ist der Körper besonderen Belastungen ausgesetzt. Eine dieser Belastungen ist ein erhöhter Druck auf den Bereich des Enddarms. Hierdurch kommt es nicht selten zu weiterführenden Erkrankungen, wie beispielsweise Hämorrhoiden.
  • Analverkehr: Anal ausgeübter Geschlechtsverkehr ist nicht nur schädlich für die Flexibilität des Schließmuskels und den Enddarm selbst, sondern befördert darüber hinaus das Entstehen von Hämorrhoiden immens. Darum ist diese Praktik nur unter Berücksichtigung besonderer Schutzmaßnahmen vorzunehmen oder besser noch gänzlich zu unterlassen.
  • Ballaststoffarme Ernährung: Durch eine hohe Aufnahme von Ballaststoffen bildet sich im Darm eine breiartige Substanz, die dabei hilft, aufgenommene Nahrung effektiver verdauen zu können. Nimmt man jedoch zu wenige dieser Ballaststoffe auf, kann es geschehen, dass der Verdauungsprozess gestört ist. Hierdurch entstehen vielerlei Darmkrankheiten, eingeschlossen der vorliegenden.

Weiterführende Informationen können sie auf unserer Themen Seite zu Hämorrhoiden:

nachlesen.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (45 Stimmen, Durchschnitt: 4,76 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise