Zwetschgen

Zwetschgen helfen bei Magenproblemen, Verdauungsproblemen, schützen vor Bluthochdruck und haben noch viele weitere gesunde Eigenschaften. Die Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume, die in Europa, Westasien und in Afrika als Obstbaum angebaut wird. Weltweit gibt es über 2000 Pflaumensorten. Die gängigsten Sorten sind nicht nur die Zwetschge, sondern auch die normale Pflaume, die Mirabellen und die Renekloden. Die Obstsorte Zwetschge gehört außerdem zu der Sorte des Steinobstes.

Sie wird nicht nur zum direkten Verzehr genutzt, sondern auch, um Zwetschgenmus, Kuchen, Eis, Trockenobst oder Obstbrand herzustellen. Die Zwetschgen werden frisch vor Allem im Spätsommer verkauft. Sie haben eine tiefblaue Farbe und eine längliche Form, die zu den Enden hin spitz verläuft. Das Gute an Ihnen ist, dass sie nicht nur gut schmecken, sondern auch sehr gut für unsere Gesundheit sind, da sie zum Beispiel unsere Verdauung fördern. Zu viele Zwetschgen können aufgrund dieser Eigenschaft sogar abführend wirken.

Das sollten Sie über Zwetschgen wissen

Zwetschgen sind den Pflaumen sehr ähnlich, sodass sie auch fast die selben Inhaltsstoffe und somit eine sehr ähnliche Bedeutung für unsere Gesundheit haben. Der Unterschied von den beiden Obstsorten ist, dass Pflaumen eher rundlich und oval sind. Zwetschgen haben im Gegensatz dazu eher eine länglichere Form und sind kleiner als Pflaumen. Zwetschgen haben ein etwas festeres Fruchtfleisch und anders als Pflaumen haben sie keine Fruchtnaht. Außerdem ist das Fruchtfleisch von Zwetschgen leichter von Kern zu lösen als dies bei Pflaumen der Fall ist. Das Fruchtfleisch ist süßer als das von Pflaumen. In Mitteleuropa wachsen über hundert verschiedene Zwetschgenarten. Die Obstart ist vor Allem in Bayern, Böhmen und Österreich beliebt.

Die Pflanze der Pflaume und der Zwetschge kommt aus Vorderasien. Etwa 150 vor Christus wurde sie in den Mittelmeerraum gebracht und inzwischen sehr oft gekreuzt und veredelt, sodass heutzutage über 100 verschiedene Arten in Mitteleuropa wachsen, wo gemäßigtes Klima herrscht. Zwischen Juli und September werden die meisten der Früchte geerntet.

Bedeutung für die Gesundheit

Die Früchte enthalten Eiweiß, Kohlenkydrate, Fett, Stärke, Fruchtzucker, Mineralstoffe und Fruchtsäuren. Diese Inhaltsstoffe sind wichtig für unsere Gesundheit. Die bedeutsamste Wirkung, die den Zwetschgen zugeschrieben wird, ist die Förderung der Verdauung. Auch können Zwetschgen, Pflaumen und Trockenpflaumen bei chronischer Verstopfung, Divertikeln und Hämorrhoiden helfen. Aber nicht nur die Zwetschge selbst ist gut für unsere Gesundheit, sondern auch das Laub und Harz der Pflanze eignet sich als Arzneimittel.

Wenn man an einer Verstopfung leidet, können Zwetschgen schnell helfen. Dafür werden etwa fünf bis zehn der Früchte in Wasser eingeweicht und anschließend verzehrt. Zwetschgen können auch gegen Sodbrennen helfen. Dafür sollten sie vorher gedünstet werden, weil die Fruchtsäure einen empfindlichen Magen stark reizen kann.

Die Blätter des Zwetschgenbaumes sind auch sehr gut, wenn es um Halsschmerzen geht. Dafür wird mit ihnen ein Sud gekocht und dieser gegurgelt. Auch bei Zahnfleischentzündungen kann dieser Sud helfen, indem er gegurgelt wird. Bei entzündlichen Hautkrankheiten kann er als Umschlag genutzt werden.

Zwetschgen haben, wenn man sie roh verzehrt, nicht nur eine positive Wirkung auf die Verdauung, sondern auch andere gute Nebenwirkungen. Aufgrund der Vitamine helfen sie uns, gesund zu bleiben und Abwehrkräfte aufzubauen. Der Mineralstoff Kalium kann den Blutdruck regulieren. Die Farbstoffe, die sich hauptsächlich in der Schale befinden und die Frucht blau-violett erscheinen lassen, sind antioxidativ und schützen vor Krebs und Herzinfarkten. Die B-Vitamine fordern unseren Stoffwechsel und sind wichtig für unser Nervensystem. Gut für das Immunsystem sind Vitamin C und Zink. Das in Zwetschgen enthaltene Kalzium ist gut für unsere Knochen und Vitamin A unterstützt verschiedene Wachstumsprozesse unseres Körpers.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Zwetschgen haben etwa 50 Kalorien pro hundert Gramm. Dies liegt vor Allem am hohen Fruchtzuckergehalt, sodass Zwetschgen sehr gut schnelle Energie liefern. Zwetschgen enthalten Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphat und Kalium, was sehr wichtig für unseren Körper ist. 85 Prozent der Zwetschge ist Wasser, sodass der Kaloriengehalt relativ gering ist. Trotzdem sättigt die Frucht schnell.

Außerdem haben sie einen hohen Ballaststoffgehalt (etwa fünf Gramm pro hundert Gramm Zwetschgen). Ballaststoffe sind sehr gut, da sie sehr gut sättigen und Giftstoffe aus unserem Körper entfernen. Ebenso wirken sich die Ballaststoffe gut auf unsere Gesundheit aus, denn sie sorgen für eine gesunde Darmflora, vermeiden Verstopfungen und können sogar gegen Darmkrebs vorbeugen.

In Zwetschgen befinden sich außerdem viel Apfelsäure, Provitamin A und fast alle B-Vitamine. Die gesunden Farbstoffe, die Anthocyane genannt werden, befinden sich ebenfalls in einer großen Menge in dem Obst.

100 g Zwetschgen enthalten folgende Nährwerte:

  • 45 Kalorien
  • 0,2g Fett
  • 10g Kohlenhydrate
  • 0,6g Eiweiß
  • 1g Ballaststoffe

Im Vergleich zu anderen Obstsorten haben Zwetschgen einen durchschnittlichen Kaloriengehalt. Bananen haben zum Beispiel 89 Kalorien pro 100 Gramm, aber Erdbeeren nur 32 Kalorien pro 100 Gramm. Trotzdem sind Pflaumen aufgrund der Nährwerte und der Inhaltsstoffe sehr gut für eine gesunde Ernährung und liefern schnell Energie.

Unverträglichkeiten und Allergien

Problematisch können Zwetschgen für Menschen werden, die eine Fruktoseintoleranz haben. Fruktose ist Fruchtzucker und von diesem enthalten Zwetschgen eine sehr große Menge. Einige Menschen haben auch eine Unverträglichkeit gegenüber dem Sorbit, welcher der Zuckeraustauschstoff in den Zwetschgen ist. Dieses Sorbet kann bei diesen Menschen Durchfall, Blähungen und Schmerzen auslösen.

Zu viele Zwetschgen können auch bei Menschen, die keine Unverträglichkeiten oder Allergien gegen das Obst haben, Nebenwirkungen erzeugen. Wenn man zu viel dieser Obstsorte isst, kann es zu Blähungen oder auch zu Durchfall kommen. Wenn Sie auf Nummer sicher Gehen möchten, sollten Sie pro Tag nicht mehr als etwa 150 Gramm Zwetschgen essen. Auch Diabetiker sollten darauf achten, nicht zu viele Zwetschgen zu essen, da sie einen hohen Fruchtzuckergehalt haben.

Einkaufs- und Küchentipps

Beim Einkauf von Zwetschgen sollte darauf geachtet werden, dass die Zwetschgen nicht überreif sind. Das sieht man daran, dass sie noch prall sind. Allerdings sollten sie auch nicht stellenweise grün sein, denn das ist ein Zeichen dafür, dass sie zu früh geerntet wurden. Dann schmecken die Zwetschgen nicht so gut und sind außerdem nicht gesund für den Körper. Am Besten sind die Zwetschgen, wenn sie eine dunkelblaue Farbe haben. Außerdem sollte der Geruch angenehm sein. Den optimalen Grad der Reifung erkennen Sie daran, dass die Früchte auf leichten Druck ein wenig nachgeben.

Am sogenannten Duftfilm können Sie sehen, ob die Qualität der Zwetschgen gut ist. Der Duftfilm ist eine dünne Wachsschicht, die sich natürlicherweise auf der Oberfläche von Zwetschgen und Pflaumen befindet. Er bildet sich während des Wachstums automatisch und kann daran erkannt werden, dass er leicht weißlich schimmert. Er ist dafür da, die Frucht vor Feuchtigkeitsverlust zu schützen. Außerdem schützt der Film vor schädlichen Mikroorganismen. Deshalb sollte man den Duftfilm erst kurz vor Verzehr durch etwas Wasser abwaschen.

Am Besten lassen sich Zwetschgen im Gemüsefach vom Kühlschrank lagern. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht zusammen mit Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl, Tomaten oder Gurken gelagert werden, da sie sonst leicht den Geschmack des Gemüses annehmen können. Im Kühlschrank halten sich die reifen Früchte einige Tage lang, sogar bis zu sieben Tagen. Ist die Frucht allerdings noch etwas unreif, kann sie bei Raumtemperatur noch etwas nachreifen. Sie können die Früchte aber auch einfrieren. Dabei sollte man sie am Besten vorher halbieren und entsteinen. Frieren Sie das Obst mit Schale ein, können sie einen bitteren Geschmack bekommen. Im Gefrierfach halten sich die Zwetschgen mehrere Monate.

Zubereitungstipps

Vor dem Verzehren der Zwetschgen sollten sie auf jeden Fall erst einmal abgewaschen werden. Durch das Waschen wird die dünne Wachsschicht, die sich auf der Schale befindet, entfernt. Anschließen können die Zwetschgen gut mit einem spitzen und scharfen Messer verarbeitet werden. Die Früchte können nicht nur roh genossen werden, sondern eignen sich auch zum Backen und Kochen. Man kann mit ihnen zum Beispiel einen leckeren Zwetschgenkuchen backen oder Zwetschgenknödel herstellen. Man kann die Früchte auch weiterverarbeiten zu Mus, Marmelade und Kompott. Dann kann man sie auf einem Brot oder Brötchen genießen.

Zwetschgen können nicht nur süß genossen werden, sondern auch zu herzhaften Speisen angerichtet werden. Sie passen zum Beispiel als Sauce gut zu Schweinefleisch, Wild oder Geflügel. Beim Herstellen der Sauce sollte aber darauf geachtet werden, die Pflaumen nicht zu lange zu garen, da sie sonst ihren Geschmack verlieren.

Eine leckere, schnelle und gesunde Variante, Zwetschgen zuzubereiten ist ein Smoothie. Dabei werden Zwetschgen und nach Belieben noch andere Früchte in den Mixer gegeben und püriert. Dazu kommt dann noch Milch und Haferflocken, wodurch der Smoothie lange satt hält. Bei diesem Smoothie kann sehr gut variiert werden, sodass er nicht schnell langweilig wird. Zum Beispiel können noch Nüsse oder Samen hinzugegeben werden oder die Milch kann durch Quark mit Wasser oder Saft ersetzt werden. Nicht nur für zu Hause ist der Smoothie sehr gut geeignet, sondern auch für unterwegs.

Häufige Fragen und Antworten

Was genau bringt der blau-violette Farbstoff in der Schale der Zwetschgen?
Die Farbstoffe der Zwetschgen werden Polyphenole genannt. Eine Untergruppe dieser Polyphenole wird Anthocyane genannt. Diese ist für die blau-violette Färbung verantwortlich. Schon längere Zeit wird über diesen Farbstoff geforscht und es wird vermutet, dass dieser Alterungsprozesse in Gefäßen unseres Körpers verlangsamen kann. Außerdem soll er Fettablagerungen verhindern können, wodurch er gegen Übergewicht, Insulinresistenz, Blutdruck und hohen Cholesterinwerten hilft. Deshalb sollte man die Zwetschgen auf jeden Fall mit Schale verzehren, sodass man diese Anthocyane mit zu sich nimmt.

Wie stelle ich Zwetschgenmarmelade her?
Für Zwetschgenmarmelade benötigt man ein beliebiges Gewicht an Zwetschgen und etwa die Hälfte des Gewichtes an Gelierzucker. Zudem kann noch etwas Vanillezucker und Zimt hinzugefügt werden um den Geschmack zu verbessern. Als Erstes müssen die Zwetschgen gut abgewaschen und entsteint werden. Der Gelierzucker wird dann auf das Obst gestreut und einige Zeit so stehen gelassen, damit der Zucker aufweicht. Anschließend werden die Zwetschgen mit einem Pürierstab zerkleinert und der Vanillezucker wird zusammen mit dem Zimt untergemischt. Diese Masse wird dann in einen Topf gegeben und erhitzt. Unter ständigem Rühren wird nun die Marmelade etwa fünf Minuten lang gekocht und anschließend in Gläser abgefüllt.

Wieso geben uns Zwetschen so schnell Energie?
Unser Körper braucht durchgängig Energie, die vor Allem aus Kohlenhydraten gewonnen wird. Von diesen Kohlenhydraten besitzen Zwetschgen eine sehr große Menge. Die Kohlenhydrate der Zwetschge bestehen fast nur aus Fruchtzucker. Zucker ist eine Energiequelle, die unser Körper sehr schnell umsetzen kann. Sehr langsam umzusetzende Energiequellen sind zum Beispiel Vollkornnudeln oder Vollkornreis, was keineswegs bedeuten soll, dass diese Lebensmittel ungesund sind. Es ist wichtig, dass wir nicht nur langsame Kohlenhydrate, sondern auch schnell umzusetzende Kohlenhydrate zu uns nehmen, vor Allem, wenn wir schnell Energie brauchen, wie zum Beispiel morgens. Bei diesen schnell umzusetzenden Kohlenhydraten ist es gut, Fruchtzucker zu sich zu nehmen statt Haushaltszucker, da der Fruchtzucker gesünder ist. Somit sind Zwetschgen oder auch andere Früchte eine optimale Wahl, wenn es um das Frühstück geht.

Unser Fazit

Zusammenfassend hat die Zwetschge sehr viele gesunde Inhaltsstoffe. Zu diesen gehören zahlreiche Vitamine, Zink, Kupfer und Kalzium. Auch die Anthocyane in der Zwetschgenschale sind sehr gesund. Zwetschgen sind sehr sättigend und geben dem Körper schnell Energie, sodass sie für eine gesunde und ausgewogene Ernährung ideal sind. Beim Kauf von Zwetschgen sollte darauf geachtet werden, dass sie den richtigen Reifegrad und eine dünne Wachsschicht auf der Schale haben. Sie können bis zu sieben Tagen im Kühlschrank gelagert werden und sogar mehrere Monate in der Gefriertruhe. Zwetschgen können sehr vielfältig genossen werden: Als Marmelade, als Kuchen oder auch zu herzhaften Gerichten. Wir finden Zwetschgen toll, da sie unsere Verdauung fördert, unseren Blutdruck reguliert, den Stoffwechsel ankurbelt und uns viel Energie gibt. Trotzdem sollten wir nicht zu viele Zwetschgen essen, um keinen Durchfall oder Blähungen zu bekommen.

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