Extension

Die Extension bezeichnet die Streckung von Muskeln und damit einen grundsätzlichen Bewegungsablauf. Die Streckung ist dabei der Gegenpart zu Flexion, welche eine Beugung beschreibt.
Die Extension von Gelenken durch entsprechende Muskelpartien ist notwendig, um Bewegungsabläufe zu initiieren und durchzuführen. Dabei ist eine Extension an allen relevanten Bewegungen des Menschen beteiligt. Eine Einschränkung der Extensionsfähigkeit führt entsprechend zu Problemen bei eigentlich natürlichen Bewegungen.

Was ist die Extension?

Die Extension bezeichnet die Streckung, die an der Wirbelsäule und in den meisten Gelenken der Extremitäten erfolgt. Sie stellt dabei eine Bewegung dar, die sich damit beschreiben lässt, dass der Winkel an einem Gelenk sich durch Auseinanderbewegung der entsprechenden Knochen vergrößert.
Die Extension ist also vor allem eine Beschreibung einer mechanischen Bewegung und stellt somit keine spezielle Fähigkeit dar. Dass diese mechanische Bewegung allerdings Grundlage der meisten Bewegungsabläufe ist, macht sie für die medizinische Nomenklatura relevant und hat ihr Beachtung im Kontext von Krankheiten eingebracht.

Die Extension ist dabei zum Beispiel ganz unterbewusst an Folgendem beteiligt:

Eine Extension findet dabei durch Muskeln und Bänder statt, die als Protagonisten und Antagonisten im Zusammenspiel mit diesen Muskeln und Bändern stehen, die eine Flexion verursachen. Es handelt sich also bei der Streckung und Beugung von Gelenken um gegenläufige Bewegungen. Beide Bewegungen gleichzeitig können daher nicht erfolgen.

Bei beinahe allen Gelenken ist die Fähigkeit zur Extension geringer ausgebildet als diese zur Flexion. Ein Strecken der Ellenbogen– und Kniegelenke über die Ruhestellung – mit einem ungefähren 180°-Winkel – hinaus, ist für die meisten Menschen nicht möglich.
Die einzige Ausnahme stellen die Zehengrundgelenke dar, welche die ersten Glieder der Zehen mit dem jeweiligen Mittelfußknochen verbinden.
Beim Laufen und vor allem beim Sprinten ist dies notwendig, um die entsprechend benötigte Fußstellung zu ermöglichen. Auch das Gehen auf Zehenspitzen beansprucht eine starke Extension der Zehengrundgelenke.

Definition von Extension
Die Extension ist im medizinischen Kontext derart definiert, dass sie die Bewegung aus der Embryonalstellung heraus meint.
Die Embryonalstellung bezeichnet eine Körperhaltung, bei der die Extremitäten angewinkelt sind. Auch sind die Hände – durch Flexion der Fingergelenke – geschlossen und die Zehen gekrümmt. Die Wirbelsäule beschreibt einen Buckel.
Insgesamt kann sich ein Mensch aus dieser Haltung heraus nur noch körperlich entfalten, indem die Extremitätengelenke und die einzelnen Wirbel gestreckt werden. Die Extension ist gewissermaßen also auch als Übergang von der nicht aufrechten in eine aufrechte Haltung definiert.

Funktionen & Aufgaben der Extension
Da die Extension an einer großen Reihe von Bewegungsabläufen beteiligt ist, kann man sie in nahezu jeder wichtigen Bewegung, die wir im Alltag und auch beim Sport durchführen, ausmachen. Hier sollen ein paar genannt werden, die die Relevanz einer funktionierenden Extension von Gelenken verdeutlichen.

Das Gehen
Beim Gehen, das wohl eine der wichtigsten Bewegungen darstellt, wird die Extension von Zehengelenken, Kniegelenken und Hüftgelenken beansprucht.
Für das Aufsetzen und das leichte Abrollen des Fußes beim Gehen werden die Gelenke entsprechend gestreckt. Über dem aufgesetzten Fuß erfolgt anschließend die Streckung des Knies und anschließend die Streckung der Hüfte.
Über dieses nun gestreckte Bein wird durch nun durch Aufrechterhaltung der Spannung durch Extension der nächste Schritt getätigt, indem der gesamte Körper über genau dieses Bein derart gehoben wird, dass das zweite Bein mit dem Fuß zuerst aufgesetzt werden kann.
Dabei ist eine volle Streckung aller Komponenten eine wichtige Voraussetzung für stabiles Gehen.

Das Stehen und Springen
Beim Stehen sind nicht nur entsprechend der Notwendigkeit gerader Beine die Streckungen von Hüftgelenken und Kniegelenken beteiligt. Auch die Wirbelsäule, die gerade im Bereich der Brustwirbel eher zur Flexion als zur Extension neigt, wird durch entsprechende Muskelpartien aktiv gestreckt – und damit aufrecht erhalten.
Dabei werden die einzelnen Wirbel durch die Muskelpartien entsprechend bewegt, um das Gesamtbild der aufrechten Wirbelsäule zu erzeugen. Lendenwirbelsäule und Halswirbelsäule neigen hingegen in ihrer Ruhestellung bereits zur Extension.

Beim Springen werden vor allem die sehr starken Muskeln Musculus glutaeus maximus, Musculus quadricepa und Triceps surae beansprucht, die eine intensive Streckung von Hüfte und Rücken befördern. Zum aktiven Abspringen ist diese entsprechende Körperspannung notwendig.
Beim Lastenheben ist ein ähnlicher Prozess im Gange.

Beim Benutzen des Arms und der Hände

Eine Extension der Ellenbogengelenke ist notwendig, um die Arme als Stütze verwenden zu können. Ein angewinkelter Ellenbogen bietet schließlich keine Stabilität.
Sämtliche Greifbewegung der Finger ist ebenfalls auf Extension aller Fingergelenke zurückzuführen. Schließlich müssen Finger erst geöffnet werden, bevor man etwas greifen kann. Entsprechend ist eine Einschränkung dieser Fähigkeit – neben der Einschränkung der eigenen Mobilität – besonders ärgerlich, weil das Greifen elementar im Alltag ist.

Beim Sport
Bei den meisten Sportarten finden vollständige oder akzentuierte Extensionen statt, die entsprechende Bewegungsabläufe hervorrufen, oder einen Kraftaufwand katalysieren.
Beispiele hierfür sind zum Beispiel:

  • Schwimmen – Extension aller Extremitätengelenke bei der Schwimmbewegung
  • Ballett – Einsatz von vollständiger Streckung und Teilstreckung zwecks Ausdruck
  • Volleyball, Tennis, u.ä. – Streckung der oberen Extremitäten zum wuchtigen Schmettern eines Balls

Krankheiten & Beschwerden im Zusammenhang mit der Extension

Extension ist eine Frage von intakten Gelenken und den entsprechenden Muskelpartien. Sind also Gelenkkapsel, Gelenkflüssigkeit, die anliegenden Knochen oder Muskel beschädigt, hat dies Einfluss auf die Fähigkeit zur Extension.
Aber auch Nervenschäden kommen in Frage.
Eine häufige Beeinträchtigung, die an sich keine Krankheit darstellt, ist dabei eine simple Überstreckung. Dies kann viele Ursachen haben und vom Heben zu schwerer Lasten ebenso herrühren, wie von einer Einwirkung von außen her.
Beschädigungen des Gewebes sind dann eventuell behandlungs- oder operationsbedürftig. Handelt es sich lediglich um eine Überstreckung der beteiligten Muskeln ohne entsprechende Schädigung der Gelenke, ist dies meist schlichtweg mit Schmerzen verbunden.
Während dieser Fall in den meisten Fällen aber harmlos ist, gibt es noch eine Reihe anderer Konditionen, die sich langfristig auf die Fähigkeit zur Extension und somit auf den Alltag auswirken.

Arthrose
Arthrose meint Gelenkverschleiß. Dabei sind die Erscheinungen je nach Gelenk unterschiedlich stark. Dort, wo besonders viel Belastung auf den Gelenken liegt, tritt die Arthrose aber am ehesten auf. Der Verlust von Knorpel und Beschädigungen der Gelenke an sich sorgen dafür, dass Bewegungen unter Schmerzen und eingeschränkt durchgeführt werden.
Weil von vielen Betroffenen die Bewegungen dann entsprechend gemieden werden, können sich die eigentlich verwendeten Muskeln zurückbilden. Die Einschränkung der Extension verstärkt sich also.

Neurologische Erkrankungen
Eine Reihe neurologischer Leiden kann die Fähigkeit zur koordinierten Bewegung einschränken. Einhergehend damit sind Stabilitätsprobleme, Koordinationsschwierigkeit und allgemein empfundene Unsicherheit.
Durch Schäden an den Nerven oder Fehlfunktionen im Hirn, werden dabei eigentlich einfache Abläufe fehlerhaft durchgeführt. Durch das fehlerhafte Ausführen der Extension sind die gesamten Bewegungsabläufe gestört.
Auslöser können zum Beispiel sein:

Degeneration von Muskeln

Alle Krankheiten, die den Muskelabbau begünstigen sowie das Alter, machen eine Streckung schwieriger. Da Muskelmasse fehlt und sich somit die aufwendbare Kraft verringert, sind vor allem Bewegungen betroffen, die sich gegen einen Widerstand – zum Beispiel die Schwerkraft – richten.
Neben dem Muskelabbau im Alter, dem entsprechend durch Gymnastik und Sport entgegengewirkt werden kann, sind vor allem degenerative Muskelerkrankungen wie die verschiedenen Formen von Muskeldystrophie problematisch.
Muskelschwund tritt aber auch als Symptom weiterer Krankheiten sowie Untergewicht auf.

Zusammenfassend können dabei folgende Konditionen eine Extension erschweren:

  • Arthrose
  • Neurologische Krankheiten und Schäden einzelner Nerven
  • Muskelabbau
  • Generelle Belastung einzelner Nerven, Sehnen und Muskeln durch Druck oder Verletzung
  • Verspannungen

Fragen & Antworten zur ExtensionWie fördere ich meine Fähigkeit zur Extension am Besten?

Da die Extension Teil aller natürlichen Bewegungen ist, ist diese Frage leicht zu beantworten: mit Sport.
Dabei ist vor allem Sport geeignet, der keine starken Belastungen auf einzelne Gelenke ausübt und den gesamten Körper fordert. Schwimmen, leichtes laufen und ähnliches sind besonders geeignet.
Zur Aufrechterhaltung der Extension in Fingern und Zehen können auch im Alltag bestimmte kleine Übungen durchgeführt werden.

Ist die Extensionsfähigkeit bei den Menschen unterschiedlich?
Ja. Sie unter anderem nämlich von der Länge der beteiligten Sehnen ab. Kürzere Sehnen schränken die Extension ein. Aber auch die Qualität von Gelenken und Muskeln ist individuell sehr unterschiedlich. Aber jeder kann seinen Bewegungsapparat aktiv fit halten.

Kann verloren gegangene Fähigkeit zur Extension wiedererlangt werden?
Wenn sie durch Muskelschwund bedingt ist, dann nur, wenn der Muskelbestand wieder aufgebaut werden kann. Bei irreparabel beschädigten Gelenken und Nerven ist dies aber leider eher unwahrscheinlich. Hier können nur speziell angepasste, schonende Therapien zur Wiedererlangung der verlorenen oder zum Lernen von vergleichbaren Bewegungen helfen.

Unser Fazit zur Extension
Da uns die Streckung im Alltag immer begleitet und für so basale Dinge wie das aufrechte Stehen notwendig ist, tut man gut daran, seinen Muskeln und Gelenken durch Sport und Bewegung generell etwas Gutes zu tun.
Der Verlust der Extensionsfähigkeit ist dabei eine der ärgerlichsten Dinge, die einem widerfahren können, weil er die Lebensqualität stark einschränkt. Eine entsprechende Vorsorge ist deshalb besonders angebracht.

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