Lungenemphysem

LungenemphysemJeder hat das Wort „Lungenemphysem“ schon einmal gehört, aber niemand weiß so genau, was es eigentlich ist.

Das mag zum Teil daran liegen, dass Lungenemphyseme weniger als eine primär eigenständige Krankheit auftreten, sondern vielmehr das Endstadium einer ganzen Reihe von Lungenkrankheiten markieren. Nichtsdestotrotz ist das genaue Entstehen von Lungenemphysemen immer noch nicht zufriedenstellend geklärt worden. Manche Fragen bleiben noch offen.

Was man jedoch weiß ist, dass bei dieser Erkrankung die Lungenbläschen (auch Alveolen genannt) über ihre Kapazität hinaus „überbläht“ werden. Dies führt neben der klaren Überbeanspruchung derselben auch zu deren totalem Ausfall mit voranschreitender Zeit und schließlich zu einem Kollabieren der Lunge, das wiederum mit dem Tod des Betroffenen endet.

Was genau ist ein Lungenemphysem?

Wie bereits einleitend erwähnt, handelt es sich bei einem Lungenemphysem um eine Folgeerkrankung, die durch eine ganze Reihe anderer Lungenleiden ausgelöst werden kann. Aufgrund der vielen möglichen Vorgänger ist auch die jeweilige Ausprägung dieser Krankheit stark variabel.

Die Häufigsten Ausprägungen sind folgende:

Emphysem durch Überblähung:

  • Kann zur Folge haben, dass gewisse Teile der Lunge abgeschnitten werden und keine Leistung mehr vollbringen können.

Altersbedingtes Emphysem:

  • Wie bereits im Namen steckt, kann dieses Emphysem schlichte Abnutzung der Lunge im laufe eines langen Lebens entstehen. Je älter man wird, desto mehr erhöht sich die Chance daran zu erkranken. Bei vorbelasteten Individuen ist die Chance ungleich höher.

Erblich bedingtes Emphysem:

  • Obgleich Emphyseme nicht direkt als solche von Generation zu Generation vererbt werden können, ist es dennoch möglich, dass die Veranlagungen ein solches zu entwickeln erblich weitergegeben werden. So kann es z.B. bei der Weitervererbung bestimmter Ennzym-Mängel dazu kommen, dass die Lunge sich bei diversen Krankheiten nicht selbst heilen kann und somit übermäßig schweren Schaden davonträgt, der wiederum ein Emphysem bedingen könnte.

Krankheitsbedingtes Emphysem:

  • Manche chronischen Krankheiten der Lunge können ebenso Emphyseme bedingen. Die Möglichkeiten hierbei sind allerdings zu zahlreich, um si kurz auflisten zu können.

Angeborenes Emphysem:

  • In sehr seltenen Fällen können Kinder bereits mit einem Emphysem oder den Voraussetzungen für ein Emphysem geboren werden. Diesen Babys ist meist nicht mehr zu helfen und ihre Lebenserwartung ist daher sehr gering. Wodurch dieser Geburtsdefekt jedoch verursacht wird ist noch unbekannt, man forscht aber daran.

Alles in allem lässt sich also bemerken, dass Lungenemphyseme, einige Ausnahmen ausgenommen, eine zumeist durch äußere Faktoren bestimmte Krankheit darstellen und daher oftmals mit einer besseren und gesünderen Lebensführung hätten vermieden werden können.

Wodurch werden Lungenemphyseme verursacht?

Der Hauptgrund für das Ausbilden eines Emphysems in der Lunge ist eine über einen längeren Zeitraum hinweg andauernde Ausgesetztheit von Stoffen, die die Lunge irritieren. Diese können sowohl privat, beruflich als auch auf Umweltfaktoren zurückzuführen sein. Auch Zusammensetzungen dieser Umstände sind möglich und führen somit zu extra großen Überbelastungen des Atemapparates.

Besonders häufige Ursachen und Gründe sind:

  • Aktives Tabakrauchen
  • Rauchen von Marihuana
  • Rauchen anderer Rauchwaren
  • Verdreckte Luft durch Ruß u.ä.
  • Smog
  • Feinstaub
  • Industriedämpfe
  • Steinstaub
  • Holzstaub
  • Genetische Faktoren

Aktives Rauchen jedweder dafür gedachter Substanzen ist der primäre Grund für das Ausbilden eines Lungenemphysems. Dazu gehören nicht nur Zigaretten, sondern auch Pfeifen, Zigarren, Zigarillos, Wasserpfeifen, Dampfzigaretten (sog. Vapes), Kräuterzigaretten oder durch Verbrennung inhalierte Rauschmittel, wie Cannabis. Weit über 80% aller Fälle weltweit betreffen ehemalige Raucher oder immer noch rauchende Personen. Passives Rauchen dagegen kann man nachgewiesenermaßen nicht für eine etwaige Steigerung der Chancen ein Emphysem zu entwickeln verantwortlich machen. Das liegt daran, dass die Schadstoffe aus bereits inhaliertem Rauch weitestgehend in der Lunge des Rauchers verblieben sind und somit keine Gefahr für Dritte mehr darstellen.

Besonders gefährdet sind aber nicht nur Raucher, sondern auch Personen, die in der Nähe von Industrieanlagen oder vielbefahrenen Straßen leben, da deren Lungen ständigen Belastungen ausgesetzt sind. Des Weiteren sind auch Bergleute oft dieser Krankheit betroffen, aber ebenso auch Schreiner und Steinmetze, da diese oftmals Stein- bzw. Holzstaub inhalieren. Das lässt sich bisweilen, trotz getroffener Schutzmaßnahmen, nicht vermeiden.

Besonders häufig kommt es zur Bildung eines Lungenemphysems, wenn potentielle Ursachen sich überschneiden. So z.B. sind Raucher, die als Steinmetze tätig sind doppelt belastet und also auch doppelt gefährdet. Es gilt hier für das Indidivuum Risiken gut abzuwägen.

Was sind typische Symptome?

Tatsächlich ist es durchaus im Rahmen des Möglichen, dass man ein Emphysem hat ohne es zu wissen. Dies kann über Jahre hinweg der Fall sein. Denn gerade zu Beginn zeigen Lungenemphyseme nur geringfügige Symptome. Darüber hinaus werden frühe Symptome auf oftmals nicht direkt mit der vorliegenden Krankheit assoziiert, sondern als etwas anderes gedeutet und es erfolgt dahingehend keine genauere Untersuchung. Diese Verfehlung kann sowohl seitens des Arztes als auch des Patienten ausgehen.

Das wichtigste und häufigste Symptom ist: Kurzer Atem bzw. Kurzatmigkeit. Da diese aber vielerlei Gründe haben kann, wird sie oftmals nicht in Verbindung mit einem etwaigen Lungenemphysem gebracht. Des Weiteren reicht es gerade in frühen Stadien aus, atemintensive Tätigkeiten schlicht zu unterlassen, um Atemnot vorzubeugen. So verzichten viele Betroffene auf sportliche Aktivitäten und dergleichen, um nicht außer Atem zu geraten. Dieses Verhalten erschafft oftmals für einige Zeit die Illusion der relativen Gesundheit.

Nichtsdestotrotz sollte man sich nicht auf dieser Illusion ausruhen. Lässt man sein Emphysem zu lange unbehandelt, werden nach und nach immer geringfügigere Anstrengungen dergestalt atemintensiv, dass man zu kaum noch etwas in der Lage ist.

Ist dieses Stadium erreicht, gibt es keine Hilfe mehr. Zudem verändert sich auch das Aussehen der Betroffenen in dieser Phase stark:

  • Schrumpfen des Brustkorbes: Der Umfang nimmt sichtlich ab und der Betroffene wirkt dadurch eingefallen und disproportional
  • Atemnot bei den kleinsten Tätigkeiten: Das Aufstehen von einem Stuhl oder aus dem Bett werden hierdurch zu nicht ohne Hilfe ausführbaren Herausforderungen
  • Luftschnappen: Selbst bei völliger Ruhe, bspw. im Sitzen, müssen Patienten oftmals nach Luft schnappen
  • Zu wenig Sauerstoff: Durch die stark verminderte Aufnahme von Sauerstoff in die Blutbahn, kann es dazu kommen, dass Lippen, Finger und Venen der Betroffenen sich dauerhaft blau färben
  • Konzentrationsschwäche: Ebenfalls eine Nebenwirkung der schlechten Versorgung mit Sauerstoff kann es sein, dass das geistige Fassungsvermögen abnimmt. Teilweise so stark, dass man von Zustanden der Umnachtung sprechen kann

Welche diagnostischen Mittel stehen zur Verfügung?

Zur Diagnose eines Lungenemphysems bedient man sich zumeist eines der drei folgenden Mittel:

Scanning

  • Bei den sog. „Scanning-“Methoden werden Bilder vom Körperinneren mittels Röntgentechnik, MRT usw. erstellt. Anhand der produzierten Bilder ist es dem behandelnden Arzt daraufhin möglich festzustellen, ob der Patient an einem Lungenemphysem leidet oder nicht. Darüber hinaus können mittels dieses diagnostischen Mittels ebenso das Stadium und die Ausdehnung der Krankheit ermittelt werden.

Entnahme von Proben

  • Hierfür werden Blutproben aus einer Arterie entnommen. Dadurch kann der behandelnde Arzt determinieren, inwieweit die Lungen des Patienten noch dazu in der Lage sind Sauerstoff an das Blut abzugeben und gleichzeitig Kohlendioxid aus demselben aufzunehmen. Dies ist vorallem zur Feststellung des Stadiums der Krankheit von Vorteil.

Lungenfunktionstest

  • Dieser test ist vergleichsweise simpel. Man bittet den Patienten in eine Maschine, das sog. Spirometer, zu pusten. Diese misst daraufhin die Stärke des Atems und bestimmt ggf. noch den Sauerstoff- oder den Kohlenstoffdioxidgehalt darin. Dieser Test alleine kann allerdings nicht als Beweis für ein Lungenemphysem herangezogen werden, da auch viele andere Krankheiten ähnliche Symptome verursachen

Alles in allem ist es relativ einfach und unkompliziert ein Lungenemphysem zu diagnostizieren.

Wie behandelt man ein Lungenemphysem?

Es gibt drei Ansätze, mit denen man ein Lungenemphysem therapieren kann:

  1. Medikamente
  2. Langzeittherapie
  3. Chirurgischer Eingriff

Diese sind fallspezifisch anzuwenden und sind darüber hinaus noch in weitere Subkategorien möglicher licher Behandlungsmethoden zu unterteilen:

Medikamentöse Behandlung

  • Bronchospasmolytikum: Dieses Medikament gilt in erster Linie für Asthmatiker und Patienten mit chronischer Bronchitis. Es kann aber auch bei Lungenemphysemen weiterhelfen, indem es Husten vermindert und die Atemwege freier macht.
  • Inhalieren von Steroiden: Hierbei werden Steroide mittels eines Sprühgerätes, ähnlich wie bei Asthma, inhaliert. Zunächst erleichtern sie die Atmung, können aber bei zu langer benutzung die Knochen des Patienten schwächen und eine Diabetes begünstigen.
  • Antibiotika: Diese werden nur eingesetzt, wenn sich aufgrund des Emphysems eine Infektion in der Lunge gebildet hat.

Verschiedene Therapieansätze

  • Lungentraining: Hierbei werden dem Betroffenen effektivere Atemtechniken nähergelegt, die ihm dabei helfen sollen, seine Atemnot zu überkommen. Kann nur in frühen Stadien der Krankheit zum Einsatz kommen.
  • Umstellung der Nahrung: Eine Umstellung der Nahrung kann dahingehend förderlich sein, dass jedwedes Übergewicht zu einer zusätzlichen Lungenbelastung führt. Darum müssen viele Patientne mit einem Emphysem an Gewicht verlieren.
  • Räumlicher Wechsel: Rührt das Emphysem daher, dass das Lebensumfeld in einer für die Lunge belastenden Umwelt liegt, kann ein Umzug aufs Land beispielsweise die Belastungen für die Lunge erheblich senken.

Chirurgische Eingriffe

  • Lungentransplantate: Insofern ein passendes Spenderorgan zur Verfügung steht, kann man eine Lunge auch austauschen. Dies birgt aber potentiell sehr große Risiken.
  • Lungenreduktion: Sind Teile der Lunge zu lange unterversorgt gewesen und daher abgestorben, hilft es oft, wenn man diese abgestorbenen Teile entfernt, um den Körper und die restliche Lunge zu entlasen.

Sind alternative Heilungsmethoden bekannt?

Es gibt in dem Sinne keine alternativen Heilmethoden, aber dafür unterstützend wirkende Alternativen. Dazu gehört zum Beispiel der Aufenthalt in einem Luftkurort, um die Lunge mit besonders frischer Luft zu versorgen. Dies ist besonders Patienten nach einer Operation zu empfehlen.

Darüber hinaus können auch Behandlungen mit reinem Sauerstoff bisweilen Erleichterung für den Patienten darstellen. Diese können selbst unternommen werden. Man sollte es aber dabei nicht übertreiben und auf jeden Fall Rücksprache mit seinem Arzt halten.

Gibt es Hausmittel?

Jedes Hausmittel, das die Lunge stärkt ohne sie zu belasten, ist empfehlenswert. Dazu gehören Inhalationen mit ätherischem Eukalyptusöl oder das Bereiten und Trinken von Tee aus Lungenkraut. Nichtsdestotrotz sollt eman auch hier aufpassen, da diese Mittel ggf. allergische Reaktionen hervorrufen können.

Vorbeugung und Prophylaxe

Wie vor den meisten Krankheiten, kann man sich auch vor einem Lungenemphysem nicht vollständig schützen.

Man kann aber einiges beherzigen, dass dazu beiträgt, das Potentielle Risiko einer Emphysems zu senken:

  • Absoluter Verzicht auf Rauchwaren aller Arten
  • Bei staubintensiver Arbeit (Steine schlagen, Holz sägen usw.) immer auf adäquate Sicherheitsmaßnahmen wie Masken o.ä. achten
  • Versuchen sich viel in der freien Natur aufzuhalten
  • Regelmäßige Atem- und Lungenübungen
  • Regelmäßige Arztbesuche

Wenn man sich an diese Punkte hält, ist man zwar nicht zu 100% geschützt, aber das Risiko ist dennoch drastisch minimiert.

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