Magenschleimhautentzündung


Was ist eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis)?

Magenschleimhautentzündung (Gastritis)Die Magenwand ist mit einer Schutzschicht, der sogenannten Magenschleimhaut bezogen.

Aus unterschiedlichen Zellen bestehend, produzieren diese den Magensaft, der aus Verdauungsenzymen, Schleim und der Magensäure besteht. Wird die Schutzschicht nun durch diverse Faktoren geschädigt oder zu viel Magensäure produziert, wird die Schleimhaut angegriffen und es entsteht eine Gastritis, die sogenannte Magenschleimhautentzündung. Mit den Krankheitsbildern der akuten und chronischen Gastritis gehört dieses Erkrankung mitunter zu den häufigsten Diagnosen und wird deshalb auch in der Rubrik Volkskrankheit geführt.

Mit der Reizung und Entzündung der Magenschleimhaut stellen sich neben den schmerzhaften Symptomen auch hin und wieder Komplikationen ein, welche beim Patienten starke Beschwerden und auch Folgeschäden hervorrufen können.


Ursachen einer Magenschleimhautentzündung

Eine akute Gastritis entsteht meist durch äußere Einflüsse. Gerade Patienten, welche beruflich stark unter Druck und Stress stehen, können über kurz oder lang eine Magenschleimhautentzündung entwickeln.

Aber auch

  • übermäßiger Alkoholgenuss
  • häufige Medikamenteneinnahme
  • Lebensmittelvergiftungen

 

können eine Gastritis auslösen.

Aber auch psychischer Stress beziehungsweise emotionale Belastungen führen hin und wieder zu einer organischen Körperreaktion, das kann im vorliegenden Fall auch eine Magenschleimhautentzündung betreffen.

Sollte eine Magenschleimhautentzündung durch Bakterien, wie Staphylokokken ausgelöst wurden sein, muss hierbei bedacht werden, dass diese Gastritis ansteckend ist. Ursachen einer chronischen Gastritis sind sehr vielfältig. Leiden Betroffene an einer Autoimmunerkrankung, bei denen sich die eigene Abwehr eigentlich gegen die Erkrankung richtet, kommt es hier dazu, dass auch die Magenschleimhaut angegriffen wird, was dann zu einer dauernden Entzündung der Magenschleimhaut führen kann.

Mit bis zu 85 Prozent des Auftretens des Helicobacter pylori, reiht sich diese Art der chronischen Gastritis ganz weit vorn in der Ursachenliste ein. Dieses Bakterium verursacht eine der zweithäufigsten Infektionskrankheit, mit der über 30 Millionen Deutsche leben. Es verhält sich vorerst jahrelang unauffällig, um dann Erkrankungen, wie die Gastritis zu verursachen.

10 Prozent der chronischen Magenschleimhautentzündungen werden aber auch durch bestimmte Substanzen ausgelöst, welche den Magen reizen. Dies können unter anderem Medikamente gegen Rheuma, aber auch bestimmte Schmerzmittel sein.


Symptome und Anzeichen einer Magenschleimhautentzündung

Egal, ob es sich um eine akute oder chronische Gastritis handelt, sind Symptome der Magenschleimhautentzündung ein aufbauender schleichender Prozess.

Einhergehend mit

geht die Magenschleimhautentzündung mit Übelkeit, Erbrechen und Aufstoßen einher.

Da auch viele andere Erkrankungen diese Symptomatik hervorrufen, sollte bei einem Arzt eine genaue Diagnose erstellt werden. Aufgrund der anatomischen Lage des Magens sind Schmerzen im Oberbauch, ausstrahlend bis unter das Brustbein typisch.

Je nach subjektivem Beschwerdelevel können von Patienten auch Atemprobleme und Kreislaufbeschwerden angegeben werden. Neben dem Ausschluss eines symptomatisch naheliegenden Herzinfarktes, erfolgt hier die Diagnosestellung mit einem medizinischen Ausschlussverfahren in der Diagnostik. Nachdrücklich ist auch nicht jeder Patient gleich zu betrachten und Symptome wirken auf jeden Menschen anders.

Sobald es für Betroffene unwahrscheinlich wird, dass die Beschwerden sich mit den üblichen Mittel verbessern, sollte auf jeden Fall ein Arzt zur eindeutigen Diagnostik und Therapie aufgesucht werden.

Diagnose und Krankheitsverlauf einer Magenschleimhautentzündung

Mit beginnenden leichten Magenbeschwerden gehen die meisten Betroffenen nicht zum Hausarzt, sondern nutzen Möglichkeiten zur Selbsthilfe, wie

  • viel trinken
  • Ruhe
  • Wärme.

Sind die Symptome jedoch hartnäckiger, akut und langanhaltend, empfiehlt sich der Besuch beim Arzt.

Mit einer gründlichen Anamnese über den Patienten, die medizinische Vorgeschichte aber auch den Lebensumständen erfragt der Arzt die Entstehung der Beschwerden und führt danach eine körperliche Untersuchung, mitunter das Abtasten des Bauches für eine genaue Schmerzlokalisation, durch. Eine genaue Diagnose erhält der Arzt jedoch nur durch eine Endoskopie.

Mittels eines dünnen Schlauches, wird eine winzige Kamera über die Speiseröhre bis in den Magen geschoben. Nun können Schwellungen, Entzündungen, aber auch Veränderungen an der Magenschleimhaut gesichtet werden.

Mit dieser Methode lässt sich schnell und auch zweifelsfrei die Magenschleimhautentzündung diagnostizieren. Nach der medikamentösen Behandlung hat die akute leichte Gastritis eine gute Prognose und klingt auch bei Einhalten von Ruhe und Wärme relativ schnell ab. Ohne weitere Maßnahmen verschwinden nach ein paar Tagen die Beschwerden und durch die verordneten Medikamente auch die Entzündung.

Eine schwere Form der Gastritis und der chronische Verlauf hingegen kann lebensgefährlich sein, da es hier zu Blutungen, der sogenannten hämorragischen Gastritis kommen kann. Mit den unterschiedlichen Ursachen die eine Gastritis auslösen, unterscheidet sich auch die Dauer der Erkrankung.

Die Bandbreite, wie lange eine Gastritis anhält, liegt hier bei ein paar Tagen bei einer leichten akuten Gastritis bis hin zu einigen Wochen beziehungsweise sogar mehrere Wochen bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung.


Behandlung und Therapie einer Magenschleimhautentzündung

Wie bei den meisten Krankheiten, erfolgt auch bei einer Gastritis die Behandlung auf die Ursache gerichtet. So genügt bei einer akuten leichten Gastritis meist Ruhe und Schonkost sowie hin und wieder die Umstellung der einen oder anderen Lebensweise.

Bei der chronischen oder einer schweren Gastritis kommt es überwiegend zum Einsatz von Medikamenten, welche die Magensäure reduzieren und binden und die Entzündung hemmt. Neben einer leichten schonenden Kost, sowie reichlich Flüssigkeit, sollten Patienten vorerst alles meiden, was den Magen reizt beziehungsweise veranlasst, zu viel Magensäure zu bilden.

Das sind zum Beispiel Faktoren, wie

  • Vermeidung von Alkohol
  • Vermeidung von Nikotin
  • Vermeidung von scharfen und fetten Lebensmitteln.

Auch das Vermeiden von Stress und psychischer Unausgeglichenheit sollte als persönliche Maßnahme in Betracht gezogen werden, da ein gesunder Geist Krankheiten besser kompensieren bis vermeiden kann.

Stellen sich bei einer Gastritis Komplikationen ein, werden diese entsprechend behandelt. Eine mögliche Komplikation hier, könnte die Verletzung der Magenschleimhaut sein, wodurch es zu Blutungen kommen könnte.

Diese können durch eine Gastroskopie in leichten Fällen minimalinvasiv gestoppt werden. Schwerere Blutungen unterliegen allerdings der Notwendigkeit einer Operation. Alternativ wählen viele Betroffene auch die Heilkunst der Natur und greifen im Falle einer diagnostizierten Magenschleimhautentzündung auf homöopathische Mittel zurück.

Ob Schüssler Salze, Natrium Phosphoricum oder auch Magnesium Phosphoricum. Diese Mittel stabilisieren den Säurehaushalt im Magen und haben eine entspannende und krampflösende Wirkung auf die Verdauungsorgane. Natrium Phosphoricum ist ein Funktionsmittel und an vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Es dient zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts und fördert den Abbau von Fettsäuren bei einem gestörten Fettstoffwechsel. Magnesium Phosphoricum wirkt gegen muskulär und nervlich bedingte Krämpfe.

Auch die sogenannte TCM, traditionelle chinesische Medizin mit Akupunktur kann Beschwerden einer leichten Gastritis lindern.


Fragen und Vorbeugung bei Gastritis

Prophylaktische Maßnahmen, um eine Gastritis vorzubeugen, heißt immer Ursachenforschung. Menschen, die unter ständigem Stress stehen, sich einseitig ernähren oder aber einen hohen Alkohol- und Nikotinkonsum betreiben, können mit der Umstellung der Lebens- und Ernährungsweise maßgeblich eine Gastritis vorbeugen.

Nicht vergessen sollten Betroffene eventuellen psychischen Stress, welcher nicht nur das Leben erschwert, sondern auch eine Gastritis auslösen kann. Diesen gilt es, wie den Alltagsstress zu minimieren bis abzustellen. Auch Medikamente sollten nur eingenommen werden, wenn diese ärztlich verordnet sind oder aber nur über einen kurzen und nicht regelmäßigen Zyklus gehen. Betroffene, welche regelmäßig unter Magenbeschwerden leiden, sollten in Zukunft gänzlich auf scharfe und fettige Kost verzichten.

Fragen:

– Kann jeder eine Magenschleimhautentzündung bekommen?
Niemand ist davor gefeit eine Gastritis im Laufe des Lebens zu bekommen. Eingestuft als eine von vielen Volkskrankheiten und der Vielzahl der Ursachen, welche eine Magenschleimhautentzündung hervorrufen, kann jeder eine Gastritis bekommen. Die Schwere hängt dabei von den Ursachen und dem allgemeinen Gesundheitszustand eines Jeden, aber auch der Schwere der Entzündung ab.
– Sollten Betroffene bei einer möglichen Gastritis immer einen Arzt aufsuchen?
Bei Beschwerden, die auf eine Gastritis hinweisen, sollte jeder Betroffene selbst für sich entscheiden, ob er den Gang zum Arzt antritt oder nicht. Sind eigene Therapiemaßnahmen in Form von Wärme, Ruhe und der Ernährungsumstellung ausreichend und erfolgreich, braucht hier sicher keine ärztliche Therapie eingeleitet zu werden. Entwickelt sich dagegen eine schwere Gastritis mit intensiven Symptomen, ist anzuraten, einen Arzt zur Behandlung aufzusuchen.
– Besteht bei einer akuten Gastritis immer die Gefahr, dass diese einen chronischen Verlauf nimmt?
So unterschiedlich, wie die Symptome und die Ursachen bei einer Gastritis sind, so liegt es auch am Zustand eines jeden Patienten und dem Krankheitsverlauf, ob sich aus der einmaligen akuten Magenschleimhautentzündung im Nachhinein eine chronische Gastritis entwickelt. Meist liegen diese bei bestimmten Vorerkrankungen der Patienten vor.

Bei Diabetes oder auch einer Schilddrüsenerkrankung, kann es sein, dass Patienten im Laufe der Zeit eine chronische Gastritis entwickeln. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, durch Medikamente, die die Magensäure im Gleichgewicht halten und auch eine entsprechende Ernährung die Schübe gering zu halten.

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