Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Herkunft und Entwicklung

Behandlung TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine der bekanntesten alternativen Heilmethoden. Entstanden ist die TCM vor mehr ALS 2000 Jahren in Ostasien, hauptsächlich in China, Japan, Korea und Vietnam.

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist heute die Komplementärmedizin mit dem größten Verbreitungsgebiet, besonders die Akupunktur wird häufig angewandt.

Die fünf wichtigsten Methoden in der TCM sind Akupunktur und Moxibustion, Arzneimitteltherapie, Bewegungsübungen(wie Qi Gong), Ernährungsberatung und Massage. Eine wichtige Funktion bei der Behandlung des Patienten hat das sog. Qi.

Damit ist die Kraft oder Lebensenergie des Patienten gemeint. Der Arzt versucht, mit seiner Behandlung das Qi des Patienten wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Was ist Traditionelle Chinesische Medizin?

In der chinesischen Medizin werden verschiedene therapeutische Verfahren benutzt: hierzu gehört die Behandlung mit Arzneimitteln, die Akupunktur und Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten) sowie bestimmte Massagetechniken (Tuina und Shiatsu).

Außerdem gehören dazu Bewegungs- übungen (Qigong oder Taijiquan) und die chinesische Ernährungslehre. Vor allem die Akupunktur hat sich auch in der westlichen Medizin etabliert, und wird von der WHO bei 28 Krankheitsbildern empfohlen.

Ein wichtiger Begriff in der TCM ist das „Qi“. Es bedeutet Energie, Atem, Kraft aber es beschreibt auch die Emotionen, Stimmungen und das Temperament eines Menschen. Bei einer Erkrankung ist nach der TCM das Qi des Patienten nicht mehr im Gleichgewicht. Der Arzt versucht, das Qi im menschlichen Körper wieder in ein Gleichgewicht oder einen ausgeglichenen Zustand zu bringen.

Nach der TCM hat der Mensch im Inneren seines Körpers Funktionskreise (oder sogenannte Elemente), durch die die Energie fließen kann. Diese Kanäle nennt man Meridiane. Die Krankheit entsteht dann durch eine Störung dieses Energieflusses.

Das Qi besteht aus einem Ausgleich von Gegensätzen: im chinesischen werden sie als Ying und Yang bezeichnet. (weitere Gegensätze: männlich und weiblich, stark und schwach, aktiv und passiv, usw.) Wenn Ying und Yang im menschlichen Körper im Gleichgewicht sind, ist auch der Mensch gesund.

Die Dynamik des Qis ist Bestandteil eines Kreislaufs, der so abläuft wie die fünf Jahreszeiten. In der TCM sind es die fünf Wandlungsphasen. Den Jahreszeiten werden dann fünf Elemente zugeordnet: Feuer, Erde, Holz, Metall und Wasser. Im menschlichen Körper gibt es ebenfalls 5 Funktionskreise. Jeder Funktionskreis hat Bezug zu einem Element und zu einer Jahreszeit.

Die Funktionskreise sind Herz, Leber, Milz, Lunge und Nieren. Das menschliche Qi fließt in der rhytmischen Abfolge der 5 Elemente, und wird von der Kraft der Erde, oder der „Mitte“, im Gleichgewicht gehalten. Wenn eines der Elemente von äußeren Einflüssen gestört wird, gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht, und der Mensch erkrankt.

Behandlungen und Therapie

Behandlung TCM

In der TCM wird mit dem Qi des Patienten gearbeitet. Hierzu gibt es die Vorstellung der Meridiane.

Dies sind Kanäle im menschlichen Körper, durch die das Qi (die Energie des Qis) fließt.
Auf den Meridianen liegen insgesamt 365 Therapiepunkte.

Diese Punkte können vom Arzt mit Nadeln gereizt werden. Einige dieser Punkte werden nur für die Behandlung mit Nadeln benutzt (Akupunktur-Punkte), andere nur für die Moxibustation (Behandlung mit Wärme). Sehr viele Punkte können für beide Methoden benutzt werden.

Die fünf wichtigsten Behandlungsmethoden in der TCM sind:

  • Die Akupunktur und Moxibustation: hier werden die Meridiane mit Hilfe von Nadeln oder von Wärme gereizt, weil man davon ausgeht, dass sie einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen des Patienten haben. Man will so erreichen, dass das Qi wieder richtig durch den Körper fließen kann. Hierzu kann man auch die Akupressur verwenden. Klinische Studien weisen eine Wirksamkeit der Akupunktur nach, aber ebenso eine Wirksamkeit der Scheinakupunktur( dabei wird an beliebigen Stellen genadelt). Ein vollständiger wissenschaftlicher Beleg steht daher aus.
  • Arzneimitteltherapie: Hierbei bekommt der Patient Arzneimittel aus 515 Rohdrogen verordnet. In der klassischen TCM bestanden sie zu 5 % aus tierischen Produkten, 5% aus Mineralien und zu 90% aus pflanzlichen Teilen. In der Arzneimitteltherapie wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Geschmacksrichtung gelegt. Jede Geschmacksrichtung hat dann eine eigene Wirkung auf den Körper. Der Patient bekommt die Arznei häufig als Tee oder als Abkochung. Es werden aber auch Pillen oder Fertigmischungen verschrieben.
  • Bewegungen: hier wird mit Qigong oder Taichijuan gearbeitet. Der Körper soll mit langsamen und fließenden Bewegungen aktiviert werden. Bei Qigong handelt es sich um eine Mediations- und Bewegungsform. Hierdurch soll das Qi im Körper harmonisiert werden.
  • Lebensmitteltherapie: in der TCM gibt es auch eine Ernährungslehre für den Patienten. Die Lebensmittel werden zur Begleitung der Therapie und zur Vorbeugung eingesetzt. Mit der richtigen Ernährung lassen sich etwa das Milz-Qi oder das Leber-Qi stärken. Die Nahrung wird dabei nach ihrer thermischen Qualität( wie heiß, kalt, warm, erfrischend, usw.) eingeteilt. Sie wird dann individuell an die Konstitution des Patienten angepasst.
  • Massage: Es gibt Tuina Massage und Shiatsu (in Japan).Die Massage richtet sich an den Meridianen aus.

In der Vorstellung der traditionellen medizinischen Medizin erkennt man die inneren Symptome, die der Patient hat, dann am äußeren Körper. Daher versucht man in der Diagnose, sich auf das Äußere des Körpers und auf die Körperausscheidungen zu konzentrieren. Zwei wichtige Diagnoseformen in der TCM sind die Puls– und die Zungendiagnose.

Risiken und Gefahren

Wenn man die Medikamente der TCM privat oder auf dem Schwarzmarkt kauft, besteht die Möglichkeit, dass die Arzneien verunreinigt sind, und der Patient eine Vergiftung erleidet. Die Arzneien können mit Pestiziden oder Schwermetallen belastet sein.

Daher sollte man die Medikamente immer kontrolliert in einer Apotheke kaufen, da sie hier von deutschen Arzneimittelbehörden geprüft werden. Es gibt in der Wissenschaft auch den Verdacht, dass die Einnahme von chinesischen Kräutern zu ernsthaften Leberschäden führen kann.

Die Abkochungen der chinesischen Pflanzen haben zum Teil eine sehr starke Wirkung, die zu ernsten Störungen führen kann, wenn der falsche Patient sie zur falschen Zeit einnimmt.

Außerdem ist es ein Problem, dass in der klassischen TCM viele Bestandteile von heute geschützten Tieren verwendet wurden. Teilweise werden die Tiere, z.B. Bären, in Asien auch unter ausbeuterischen Bedingungen zum Nutzen der Medizin gehalten. Deutsche TCM-Verbände Sprechen sich jedoch gegen die Verwendung von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten in der TCM aus.


Traditionell Chinesische Medizin (TCM)

Traditionell Chinesische Medizin (TCM) ist ein medizinisches System, das sich über 3000 Jahre lang entwickelt hat und in der daostischen Philosophie begründet ist.

Die Diagnose wird folgendermaßen durchgeführt: 1. Sehen: z.B. Farbe des Gesichts, Auffälligkeiten der Haut, Körperform und vor allem Farbe und Gestalt der Zunge, sowie Belag der Zunge, 2. Riechen und Hören: Gibt es auffällige Gerüche? Ist die Stimme besonders laut oder leise? Gibt es auffällige Atemgeräusche?, 3. Befragung: Zunächst erfolgt eine ausführliche Befragung über den Zweig, d.h. die aktuellen Beschwerden? Anschließend erfolgt zur Diagnose der Wurzel das sogenannte Lied der 10 Fragen (Temperaturempfinden, Schweiß, Appetit, Durst, Stuhlgang, Urin, Schlaf, Schwindel, Sehprobleme und Hörprobleme, weitere Schmerzen; bei Frauen noch zusätzlich die Frage nach der Menstruation 4. Fühlen/ Tasten: Hier steht die Pulsdiagnose im Vordergrund. Die TCM unterscheidet klassisch 28 verschiedene Pulsqualitäten. Zumindest eine grobe Beurteilung des Pulses nach den 3 Gegensatzpaaren: schnell – langsam, voll – leer, oberflächlich – tief sollte von jedem Behandler vorgenommen werden.

Die Behandlung in der TCM kann durch viele Methoden erfolgen: Akupunktur; Kräuter (chinesische Kräuter oder europäische Kräuter) in Form von Tees, Granulat, Tropfen; Ernährung; Übungen wie z. B. Qi Gong und Massage Tui Na (manuelle Therapie nach den Grundsätzen der chinesischen Medizin). Die Länge, Dauer und Häufigkeit der Behandlung richtet sich nach der Schwere und Aktualität der Beschwerden und dem Alter der Patienten. So können z. B. sehr akute Schmerzen täglich mit Akupunktur behandelt werden. Üblicherweise wird Akupunktur in wöchentlichen Abständen, d. h. einmal die Woche durchgeführt. Kräuter in Form von Tees, Granulat oder Tropfen werden täglich, teilweise mehrmals (von 1 bis 3 Mal) eingenommen. Bei der alleinigen Behandlung mit Kräutern ist eine monatliche Vorstellung beim Heilpraktiker üblich, um die Wirkung zu überprüfen. Nach der Anamnese und Diagnose kann der Heilpraktiker dem Patienten eine ungefähre Behandlungsdauer mitteilen, nach der die Behandlung Wirkung zeigen sollte. Prinzipiell sind Akupunktur und Kräuter eher milde aber nachhaltige Behandlungsmethode, die keine oder wenige Nebenwirkungen zeigen.


Weitere Informationen zur Traditionell Chinesische Medizin (TCM):

bei der bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionell Chinesische Medizin e. V.: https://www.agtcm.de
Freie Enzyklopädie Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Traditionelle_chinesische_Medizin

Fachverbände:
bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionell Chinesische Medizin e. V.: https://www.agtcm.de

Ausbildungszeiten:
(diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Form und Ort der Ausbildung und Vorwissen variieren):
Die Ausbildung in Akupunktur dauert 3 Jahre, in chinesischer Pharmakologie 2 Jahre – weitere Informationen zu Teilausbildungen der TCM unter https://www.agtcm.de/therapeuten/ausbildung/index.htm

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