Morbus Raynaud (Raynaud Syndrom)

Morbus Raynaud (Raynaud Syndrom)

Das Raynaud Syndrom ist eine Erkrankung der Blutgefäße. Genauer gesagt bezeichnet es die krampfhafte Verengung derselben. Dadurch kann eine ausreichende Versorgung mit Blut nicht mehr gewährleistet werden.

Dies führt schließlich dazu, dass die Finger, die Zehen und manchmal auch die Ohren und die Nase der Betroffenen unterversorgt werden. Was wiederum bewirkt, dass die betroffenen Stellen weiß und blutleer erscheinen und sich darüber hinaus für den Patienten sehr kalt anfühlen.

Bisweilen trifft diese Krankheit auch Schwangere oder junge Mütter. Bei diesen manifestiert sich das Raynaud Syndrom jedoch häufig in den Brustwarzen.

Was genau ist die das Raynaud Syndrom?

Das Raynaud Syndrom (auch bekannt ALS Raynaud Krankheit, Morbus Raynaud und Raynaud Phänomen), wurde erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts medizinische erforscht und beschrieben. Der federführende Mediziner bei diesem Unterfangen war Maurice Raynaud, nach dem die Krankheit auch schließlich benannt wurde.

Er selbst bezeichnete sie als: „Digitus mortuus“, was so viel wie „abgestorbener Finger“ bedeutet. Diese Bezeichnung ist nicht weiter verwunderlich, wenn man darüber nachdenkt, auf welche Art und Weise die Krankheit sich in der Regel äußert.

Obwohl die vorliegende Erkrankung in Deutschland und Europa keine große Öffentlichkeit genießt und die meisten Personen nicht wissen, worum es sich handelt, wenn sie bloß den Namen hören, ist sie relativ verbreitet. In den USA allerdings ist der Laie meist besser und genauer über dieses Leiden informiert. Nicht zuletzt deswegen findet die meiste medizinische Forschung über das Raynaud Syndrom in Nordamerika statt.

Darüber hinaus gilt es zwei grundsätzliche Ausprägungen der Krankheit zu unterscheiden. Es handelt sich hierbei um das „Primäre Raynaud Syndrom“, das selbstständig im Patienten auftritt und das sog. „Sekundäre Raynaud Syndrom“, dass lediglich eine begleitende Erscheinung einer anderen Krankheit ist. Die Liste etwaiger Krankheiten, die zusätzliche noch den Digitus Mortuus bedingen ist ansehnlich groß. Deshalb findet man unter den Betroffenen hauptsächlich jene, die an der sekundären Variante dieser Krankheit leiden.

Darüber hinaus sollte man sich aber klar machen, dass dieses Syndrom keine wirkliche Gefahr für den Patienten darstellt. Es kann bisweilen sehr unangenehm sein und sich nicht gut anfühlen, aber im Groben ist es nicht weiter bedenklich. Zumeist kann sehr schnell und einfach Abhilfe geleistet werden. Ein Hauptproblem stellt für viele Leute dennoch der negative kosmetische Effekt dar. Denn nicht zu Unrecht gelten blutarme Körperteile nicht als sonderlich ansehnlich.

Welche Ursachen liegen dem Raynaud Syndrom zugrunde?

Es gibt eine ganze Reihe möglicher Ursachen und Gründe, die den Morbus Raynaud verursachen können. Nichtsdestotrotz sollte man bedenken, dass, wie bereits erwähnt, es eine primäre und sekundäre Ausprägung dieser Erkrankung gibt. Mögliche Ursachen unterscheiden sich deshalb jeweilig sehr stark.

Dennoch sollte man ebenso bemerken, dass der genaue Grund für das Zustandekommen des Raynaud Syndroms nicht vollends durchblickt werden kann. Die Forschung ist dahingehend noch nicht abgeschlossen und es wird noch einige Zeit dauern, bis man dem Ursprung dieses Phänomens auf den Leib gerückt ist.

Kurzum: Man weiß nicht, warum es überhaupt zu einer Ausprägung des primären Typs des vorliegenden Syndroms kommt. Zwar scheint dieses oftmals in Verbindung mit bestimmten Umweltfaktoren aufzutreten, aber alles in allem können diese nicht ausschließlich als Gründe hergenommen werden. Dazu fehlt es schlicht an verlässlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Darüber hinaus aber lassen sich die Ursachen für ein sekundäres Raynaud Syndrom relativ fest umschließen:

  • Karpaltunnelsyndrom:Personen, die an einem Karpaltunnelsyndrom leiden, Laufen auch höhere Gefahr zusätzlich am Raynaud Syndrom zu erkranken. Dies liegt an der krankheitlichen Vorbelastung und der damit einhergehenden Schwächung der Gefäße und Nerven in den Händen des Betroffenen. Diese machen die Hände allgemein anfälliger für gesteigerte Kälteempfindlichkeit, wie bei Morbus Raynaud der Fall.
  • Medikamente:
    Einige Medikamente können ebenfalls die Entstehung der Raynaud Krankheit begünstigen. Insbesondere Beta Blocker haben diese Eigenschaft. Aber auch andere gängige Medikamente, die beispielsweise bei der Behandlung von Migräne, ADHS und hohem Blutdruck zum Einsatz kommen, begünstigen möglicherweise ein Entstehen dieses Leidens.
  • Rauchen:
    Wie jedem Raucher und Nichtraucher klar sein dürfte, ist die Sucht nach Tabakwaren schädlich für beinahe alle Bereiche. Besonders aber für Arterien und Blutgefäße. Da diese ebenso der Hauptgrund für das entstehen des Raynaud Syndroms sind, sind Raucher besonders häufig betroffen. Darüber hinaus neigen sie dazu besonders schlimme Formen dieses Leidens auszubilden.

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome an sich sind eher harmlos und im besten Falle „unangenehm“ zu nennen. Wirklich schmerzhaft äußert sich das Raynaud Syndrom nur selten. Obwohl auch dies in besonders schweren Fällen durchaus der Fall sein kann. Insbesondere wenn es in Verbindung mit anderen Krankheiten zu einer Häufung von Symptomen kommt. Ansonsten haben Betroffene wenig zu befürchten.

Typische Anzeichen können sein:

  • Gestiegertes Kälteempfinden oder erhöhte Anfälligkeit gegenüber Kälte in den Fingern, Zehen, Nase und Ohren
  • Starkes Erblassen der oben genannten Körperteile, bis hin zur völligen Blutleere. Es kann beinahe so wirken, als sei der betreffende Körperteil gezielt abgebunden worden
  • Taubheit derselben Körperteile. Dieses Symptom kann recht störend sein. Dies gilt vermehrt dann, wenn man etwas mit seinen Händen arbeiten möchte. Aber auch laufen kann einem schwerfallen, wenn die Zehen taub sind
  • Gefühle von Unbehagen beim Aufwärmen der betroffenen Stellen. Wärmt man sich die Hände beispielsweise an einem Ofen, kann dies zwar helfen die Kälte auszutreiben, aber als Nebeneffekt kann man ein seltsames und unangenehmes Gefühl verspüren
  • Frieren. Dieses gilt besonders für Schwangere und junge Mütter, die nach der Geburt mehr frieren als zuvor. Sollte sich dieses Kälteempfinden besonders in den Brustwarzen einstellen, liegt in beinahe allen Fällen ein Raynaud Syndrom zugrunde

Wie dem auch sei, lassen sich die Symptome dieser Erkrankung grob auf: Kälte, Taubheit und Blässe reduzieren. Man sieht also, das Betroffene oftmals mit keinen allzu großen Schmerzen zu kämpfen haben. Nichtsdestotrotz sollte man eine etwaige Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen und sich Hilfe von einem Fachmann besorgen.

Wie diagnostiziert man den Morbus Raynaud?

Zuvörderst ist es wichtig anzumerken, dass eine Diagnose zumeist darauf abzielt zu determinieren, ob es sich um den primären oder sekundären Typ des Raynaud Syndroms handelt. Das ist von besonderer Wichtigkeit. Schließlich ist es dem behandelnden Arzt damit nämlich möglich, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und die Behandlung, insofern es sich um die sekundäre Ausprägung handelt, dementsprechend anzupassen.

Darüber hinaus ist es ihm eventuell möglich die Haupterkrankung feststellen zu können, die ggf. zuvor noch unbekannt war.

Ansonsten sind die zur Verfügung stehenden diagnostischen Mittel bei dieser Krankheit vergleichsweise spärlich. Dies liegt zum Teil daran, dass Kälte und Taubheit nur subjektiv empfunden werden, aber nicht zu messen sind. Zumindest nicht mit der aktuellen Technik.

Man bedient sich daher sehr eigener Mittel, um eine Diagnose stellen zu können. Unter anderem ist es möglich den Fingernagel eines potentiell Betroffenen unter dem Mikroskop zu betrachten. Ein geschultes Auge kann aus der Färbung desselben und aus etwaigen Einschlüssen schnell eine passende Diagnose stellen.

Des Weiteren ist es auch möglich, einen Scan der Blutgefäße durchzuführen. Sind diese verengt, so deutet das auf ein Raynaud Syndrom hin. Theoretisch könnte dies jedoch auch auf eine Vielzahl anderer Krankheiten hindeuten. Darum ist dieses Mittel eher nutzlos.

Darüber hinaus stehen auch einige klinische Tests zur Verfügung, diese sind aber in der Regel eher umstritten und bieten keine eindeutigen Ergebnisse, ähnlich wie bei dem oben genannten Scan der Gefäße.

Eine Blickdiagnose könnte bei dem vorliegenden Leiden von größerem Nutzen sein, da das Erblassen der Finger und Zehen sowie anderer Körperstellen doch recht distinktiv für diese Krankheit ist.

Abschließend bleibt also zu bemerken, dass eine Diagnose des Morbus Raynaud bisweilen etwas kompliziert sein kann. Dennoch ist es in aller Regel möglich, zu einem sicheren Ergebnis zu gelangen. Lediglich die dazu aufzuwendende Zeit ist vergleichsweise etwas länger.

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Es gibt viele potentielle therapeutische Ansätze, um der Raynaud Krankheit Herr zu werden.

Dazu gehören sowohl konservative als auch progressive Heilmethoden.

Medikamente:

Viele der etwaig infrage kommenden Medikamente sind nicht verschreibungspflichtig. Auch das zeigt aber die eigentliche Geringfügigkeit dieser Erkrankung an. Nichtsdestoweniger sollte man auch dieses Leiden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Kalziumhaltige Salben können auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden und verschaffen oftmals gute Abhilfe, indem sie sie Blutgefäße erweitern und somit der Unterkühlung und einem Erblassen entgegenwirken. Darüber hinaus gibt es noch eine größere Anzahl weiterer Medikamente. Die Empfehlung dieser jedoch obliegt im Einzelfall immer dem behandelnden Arzt.

Chirurgischer Eingriff

In ganz besonders schweren Fällen des Digitus Mortuus kann es vorkommen, dass man nicht ohne eine Operation auskommt. Dieser Fall tritt ein, wenn der Krankheit eine Schädigung der Nerven zugrunde liegt. Operationen am menschlichen Nervensystem sind aber immer ein großes Risiko und sollten deshalb im Vorfeld gut abgewogen werden. Bisweilen ist der Kosten-Nutzen-Faktor hier sehr unproportional. Es lohnt sich also sich eine eventuelle zweite Meinung einzuholen.

Tatsächlich lassen sich die potentiellen Heilverfahren mit diesen beiden Beispielen relativ gut zusammenfassen.

Gibt es alternative Heilungsmethoden?

Ja, die gibt es zuhauf. Dazu gehören viele Dinge, wie beispielsweise das Besuchen von Saunas, regelmäßige gezielte Massagen betroffener Stellen, aber auch Aromatherapien können hilfreich sein.

Imgrunde ist alles zu empfehlen, was einem dabei hilft, sich aufzuwärmen. Nichtsdestotrotz sollte man, wie vor jeder alternativen Behandlung, Rücksprache mit seinem Arzt halten, um einem bösen Erwachen zu entgehen. Man weiß schließlich nie. Und gerade beim Raynaud Syndrom empfehlen viele Ärzte selbst alternativen Heilungsmethoden, da diese sich bewährt haben.

Nachfragen beim Arzt kann sich also lohnen.

Gibt es Hausmittel?

Auch die gibt es in dem Falle der vorliegenden Krankheit wie Sand am Meer.

Jedes Hausmittel, das dabei helfen soll, Kälte aus dem Körper zu vertreiben, ist grundsätzlich empfehlenswert. Das beginnt mit warmen Wickeln und geht über das gezielte Einsetzen diverser wärmefördernder Kräuter. Aber auch hier ist es empfehlenswert, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten. Besonders da hier mögliche Allergien ein Problem darstellen könnten.

Vorbeugung und Prophylaxe

Es gibt keine spezifischen Tipps, die speziell dem Schutze vor dem Raynaud Syndrom dienten. Alles was man sagen kann ist, dass man Dinge unterlassen sollte, die den freien Fluss des Blutes im Körper stören. Dazu gehören: Rauchen, fettiges Essen, Bewegungsmangel uvm.

Des Weiteren lässt sich leider nichts empfehlen. Es kann zwar theoretisch jeden betreffen, aber kaum 0,1% der Weltbevölkerung erkranken tatsächlich am Raynaud Syndrom.

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