Toxoplasmen

Toxoplasmose Toxoplasmen

Toxoplasmen können zur Toxoplasmose führen

Toxoplasmen sind bogenförmige Protozoone. Sie sind Erreger der Toxoplasmose. Ihren Namen haben sie ihrer sichelartigen Form zu verdanken („toxo“, griech.: Bogen). Sie sind der Überträger der Toxoplasmose.

Diese Erkrankung stellt lediglich für immungeschwächte Menschen und Schwangere ein Risiko dar. Toxoplasmen werden in erster Linie durch Katzenkot oder rohes Fleisch übertragen.

Warum und wann es zur Toxoplasmose kommt, wie die Protozoone sich verbreiten, wo sie vorkommen und alle weiteren, wichtigen Informationen, finden Sie nachfolgend.

Was sind Toxoplasmen?

Der einzige bekannte Vertreter der Toxoplasmen ist das Toxoplasma gondii. Hierbei handelt es sich um den Erreger der Toxoplasmose. Toxoplasmen kommen auf der ganzen Welt vor und sind meistens harmlos. Es handelt sich um einen interzellulären Parasiten. Das bedeutet, dass dieser innerhalb einer Zelle lebt und sich vermehrt.

Er gelangt über die Darmwand in die Blut– und Lymphbahnen des Menschen. Kommt ein Mensch in Kontakt mit Katzenkot und berührt anschließend seinen Mund, so kann der Parasit, der resistent gegen die Magensäure ist, den menschlichen Körper befallen. Er kann nahezu jedes Säugetier und einige Vögel befallen. Die Katze stellt insofern eine besondere Position dar, als dass sie als Endwirt vom Parasiten bevorzugt wird. Eine Erkrankung löst dieser aber in erster Linie beim Menschen aus.

Auch durch den Verzehr von rohem Fleisch kann der Mensch sich infizieren. Vor allem in der Schwangerschaft sollte man deshalb Fleisch immer besonders gut durchbraten, da Toxoplasmen ein besonderes Risiko für das ungeborene Kind sind.


Das Vorkommen

Der Mensch wird im Regelfall nur als Zwischenwirt genutzt. Sie sind weltweit verbreitet und etwa 50% aller Erwachsenen in Deutschland weisen Antikörper gegen Toxoplasma gondii auf. Das bedeutet, dass im Laufe des Lebens zuvor eine Infektion mit dem Parasiten den Körper befallen hat. Die meisten können diesen aber gut abwehren, sodass es nur in seltenen Fällen zu Symptomen kommt.

Toxoplasmen gelangen oral in den menschlichen Körper. Sie überstehen die Magenpassage und durchdringen die Darmwand im Verdauungstrakt. Dann befallen sie bevorzugt Muskelgewebe und das zentrale Nervensystem.

Sobald sich das Immunsystem der befallenen Zelle (Wirtszelle) wehrt, bildet das Schutzsystem des Toxoplasma gondii Zysten. Eine Zyste enthält tausende von einzelnen Parasiten und bleibt ein Leben lang im Körper, bevorzugt in der Netzhaut (Retina), im Skelett oder im Herzmuskel. Sie richten jedoch keinen Schaden an.


Die Verbreitung

Weltweit sind etwa ein Drittel aller Menschen in ihrem Leben schon mit Toxoplasmen in Kontakt gekommen. Der Parasit wird nur oral übertragen. Der Kot einer Katze vermischt sich mit dem Erdboden, welchen andere Tiere mit ihrer Nahrung zu sich nehmen.

Der Mensch schlachtet das Tier und nimmt so die Toxoplasmen ebenfalls zu sich. Da diese jedoch beim Garen abgetötet werden, erreichen nur wenige Toxoplasmen einen Menschen lebend. Lediglich in einer Katze oder einer mit ihr verwandten Art sind Toxoplasmen in der Lage sich geschlechtlich zu vermehren, wodurch Oozysten entstehen. Diese werde mit dem Kot ausgeschieden. Dann dauert es zwei bis vier Tage bis die Parasiten infektiös auf den Menschen wirken können.


Die Eigenschaften

Es handelt sich um ein bogenförmiges Protozoon. „Toxo“ ist griechisch und bedeutet Bogen. Toxoplasma kann also mit bogenförmiger Kreatur übersetzt werden. Sie sind etwa 2-5 Mikrometer lang und verwandt mit den Plasmodien, welche für die Infektion mit Malaria verantwortlich sind.


Die Vermehrung

Im Menschen ist lediglich eine ungeschlechtliche Vermehrung möglich. Dadurch entstehen Tachyzoiten. Bei der geschlechtlichen Vermehrung in der Katze kommt es zu Ooszyten, welche bis zu 11 Mikrometern groß sind.


Krankheiten & Beschwerden

Treten Symptome bei einer Infizierung mit dem Toxoplasma auf, so spricht man von einer Toxoplasmose. Bleiben diese aus, nennt man es eine Toxoplasma Infektion. Meistens treten lediglich Grippeähnliche Symptome wie Fieber, Erschöpfung oder Gliederschmerzen auf. Ansonsten verläuft eine Infektion recht unauffällig. Es kann aber auch zu gravierenderen Infekten kommen, wie z.B.


Schwangerschaft

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

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Eine Erstinfektion bei Schwangeren kann beim Kind zu ernsten Problemen führen

Eine Infektion durch Toxoplasma gondii ist nur gefährlich, wenn es sich um eine Erstinfektion handelt. Beim Kind kann es zu Missbildungen, Augenschäden oder anderen Erkrankungen im Kindesalter führen. Daher sollten Schwangere unbedingt auf rohes oder ungenügend gebratenes Fleisch verzichten. Man kann sich bereits vor der Schwangerschaft durch einen Bluttest auf Toxoplasmen untersuchen lassen und so feststellen, ob eine Infektion bereits stattgefunden hat.

Sollte es während einer Schwangerschaft zur Infektion kommen, kann ein Arzt eine Toxoplasmose jedoch gut behandeln, sodass das Kind am Ende keinen Schaden davon trägt. Ein Besuch beim Arzt ist jedoch unabdingbar, da eine medikamentöse Behandlung dann erforderlich ist.


Prophylaxe

Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es?

Während der Schwangerschaft sollte man folgende Dinge beachten, um sich und seinem Kind eine Infektion und die damit verbundene Antibiotikatherapie zu ersparen.

  • Bluttest machen (am besten schon vor der Schwangerschaft)
  • Verzicht auf rohes Fleisch
  • tägliche Reinigung des Katzenklos
  • Handschuhe bei der Gartenarbeit (da Toxoplasmen über den Katzenkot in den Erdboden gelangen)
  • Sandkästen abdecken, um Katzen fernzuhalten

Hält man sich daran, ist eine Infektion unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Daher sollte man unmittelbar nach Auftreten der ersten Anzeichen einer Erkrankung einen Arzt aufsuchen.

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