Enzephalitis

Steckbrief: Enzephalitis

  • Namen: Enzephalitis; Entzündung des Gehirns
  • Art der Krankheit: Neurologische Erkrankung
  • Verbreitung: Infektiös; über Viren; selten durch Bakterien
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1916; durch Sir John Burton
  • Behandelbar: Stationär im Krankenhaus; Antibiotika oder Aciclovir
  • Art des Auslösers: Bakterielle oder Virusinfektion
  • Wieviele Erkrankte: 5 pro 100.000 Einwohner im Jahr (Westeuropa)
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologe
  • ICD-10 Code(s): G04

Entzündung des Gehirns

Eine Enzephalitis ist eine schwere Erkrankung des Gehirns und deshalb von Vielen gefürchtet. Im Krankheitsverlauf können Komplikationen auftreten. Ohne die richtige Behandlung, kann eine Entzündung des Gehirns zum Tode führen.

Die Wortendung ,,-itis“ des Begriffs Enzephalitis verrät, dass es sich um eine Entzündung in einem bestimmten Areal des Körpers handelt.

Eine Entzündung ist eine Reaktion des Körpers auf Angreifer wie Viren oder Bakterien. Im Verlauf einer Entzündungsreaktion aktiviert der menschliche Organismus wichtige Immunzellen, um sich zu schützen.

Oft sind vor allem Eltern besorgt, da die Erreger einer Enzephalitis häufig Babys und Kinder befallen. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift und kann sich nicht so leicht gegen Viren oder Bakterien zur Wehr setzen.

Definition einer Enzephalitis?

Unter einer Enzephalitis verstehen Mediziner eine Entzündung der Hirnsubstanz. Meist sind Viren oder Bakterien die Ursache.

Doch der genaue Grund, was genau zur Erkrankung geführt hat, lässt sich bei vielen Menschen gar nicht feststellen.

Manchmal ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren, die eine Enzephalitis bedingen. In jedem Fall ist sie eine ernst zu nehmende Krankheit.

Was ist eine Enzephalitis?

Krankheiten Enzephalitis

3D-Darstellung einer durch Viren ausgelösten Enzephalitis Shutterstock/ Kateryna Kon

Eine Enzephalitis ist eine schwere Erkrankung des Gehirns, bei der es zur Entzündung der Hirnsubstanz kommt. Meist sind Enzephalitiden viral oder bakteriell bedingt.

Mediziner unterscheiden bei einer Enzephalitis zwischen mehreren Formen. Dabei ist entscheidend, welches Areal vom Gehirn betroffen ist.

Die Panenzephalitis ist eine Entzündung des gesamten Gehirns. Wenn es zu einer Entzündung der weißen Hirnsubstanz kommt, sprechen Ärzte von einer Leukenzephalitis.

Als weiße Substanz bezeichnen sie Anteile des Zentralen Nervensystems. Die weiße Substanz bilden Nervenfasern und Leitungsbahnen.

Multiple Sklerose ist beispielsweise eine Krankheit, die infolge einer Leukenzephalitis. Die Polioenzephalitis umfasst den Bereich der grauen Hirnsubstanz. Als graue Substanz bezeichnen Mediziner vor allem Nervenzellkörper. Eine Politenzephalitis tritt häufig als Folgeerkrankung einer Infektion mit Polio-Viren auf. Polio heißt umgangssprachlich auch Kinderlähmung.

Infiziert sich der Körper eines Menschen mit den für eine Enzephalitis typischen Viren, Bakterien oder auch Pilzen, gelangen diese über das Zentrale Nervensystem und den Blutkreislauf bis zum Hirn. Das menschliche Immunsystem zeigt eine Entzündungsreaktion, die mit verschiedenen Symptomen wie Kopfschmerzen, hohem Fieber und anderen einhergeht.

Bleibt eine Enzephalitis unbehandelt, beschädigen die Erreger wichtige Nervenzellen und führen damit zu schweren körperlichen und psychischen Folgen. Auch Hirnblutungen sind möglich, die oft tödlich enden.

Ohne Therapie kommt es zu Komplikationen und die Entzündung breitet sich weiter aus. Erreichen die Erreger nicht nur die Hirnsubstanz, sondern auch die Hirnhäute, sprechen Mediziner von einer Meningoenzephalitis.

Meist sind Baby, Kinder und junge Erwachsene von einer Entzündung des Gehirns betroffen.


Welche Ursachen gibt es?

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Enzephalitis. Dazu gehören Viren, Bakterien und Pilze.

Doch auch im Rahmen einer Auto-Immunerkrankung erleiden Personen eine Entzündung des Gehirns. Hier liegt eine Fehlfunktion des Immunsystems vor. Der Körper kämpft quasi gegen sich selbst. Dies äußert sich zum Beispiel durch eine Entzündung in einer bestimmten Region des Organismus.

Zu den bekanntesten Viren als Erreger einer Enzephalitis gehören die Masern-, Mumps-, Röteln-, Polio-, Herpes- oder Tollwut-Viren.

Bakterielle Auslöser sind zum Beispiel die Erreger von Typhus, Syphilis oder Borreliose. Pilze gelten ebenfalls als Grund für die Entstehung einer Entzündung des Gehirns.

Einige Viren tragen Menschen für lange Zeit in sich, ohne, dass es zum Ausbruch einer Krankheit kommt. Bei Immungeschwächten Menschen jedoch, die zum Beispiel eine schwere Vor-Erkrankung hatten, können die Erreger bis ins Gehirn gelangen und dessen Substanz befallen.

Die meisten Viren und Bakterien übertragen sich von Mensch zu Mensch. Doch auch Parasiten rufen eine Enzephalitis hervor. Zum Beispiel die der Toxoplasmose. Sie überträgt sich durch den Kontakt mit Exkrementen von Katzen oder anderen Tieren.

Tiere, die den Tollwut-Virus in sich tragen, übertragen diesen durch Bisse oder Kratzen auf Menschen. Dieser kann ebenfalls zu einer Enzephalitis führen.

Welche Art von Therapie Ärzte gegen eine Enzephalitis anwenden, hängt davon ab, was genau sie hervorgerufen hat.

Zusammenfassung der häufigsten Ursachen:

  • Viren
  • Bakterien
  • Pilze
  • Parasiten
  • Auto-Immunerkrankungen
  • Protozoen
  • Immunschwäche
  • Vorerkrankungen
  • Zecken

Symptome & Anzeichen einer Enzephalitis

Viele Erkrankte erkennen oft zuerst nicht, dass sie an einer Enzephalitis leiden. Häufig treten leichte Erkältungs- oder Grippeerscheinungen auf, die die Betroffenen zunächst nicht ernst nehmen. Dazu zählen zum Beispiel Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Erbrechen. Diese verstärken sich im Krankheitsverlauf.

Außerdem klagen Patienten meist darüber, dass ihre Konzentration und Leistungsfähigkeit abnimmt. Zudem beobachte sie und nahestehende Personen Veränderungen im Wesen und Verhalten.

Andere Erkrankte hatten in der Vergangenheit eine Vor-Erkrankung, zum Beispiel eine überstandene Röteln-Infektion. Sie glauben, diese überwunden zu haben, da die Symptome abklingen. Aber sie vermuten nicht, dass sich das Virus weiter ausgebreitet hat und für eine sich entwickelnden Enzephalitis verantwortlich ist.

Erfolgt bei einer Entzündung des Gehirns keine Behandlung, sind schwere Symptome wahrscheinlich. Dazu zählen unter anderen auch neurologische Ausfälle.

Betroffenen fällt das Sprechen und Gehen zunehmend schwer. Außerdem sind Krampfanfälle epileptischer Art möglich. Hinzu kommen Taubheitsgefühle und Lähmungen einzelner Extremitäten.

Eine Entzündungsreaktion des Körper ist neben Fieber und Schmerzen auch die Bildung von Eiter. Dieser sammelt sich bei Nicht-Behandlung in Bereichen des Gehirns an.

Typisch für eine Meningoenzephalitis sind Nacken- bzw. Rückensteifigkeit in Verbindung mit Schmerzen.

Zusammenfassung der Symptome:

  • Erkältungs- und Grippesymptome
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Nacken- und Rückensteifigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Krämpfe

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die genaue Ursache einer Enzephalitis zu erforschen, reicht eine diagnostishce Methode oft nicht aus. Meist wenden Ärzte mehrere Diagnose-Verfahren an. Zunächst betrachten sie die Symptome des Patienten, die auf den ersten Blick erkennbar sind.

Krankheiten Enzephalitis

Aufgrund der vielfältigen Symptome und Ursachen, ist für die Diagnose der Enzephalitis auch ein ausführliches Gespräch wichtig
Shutterstock/ alexandre17

Parallel dazu führen sie eine intensives Gespräch mit der betroffenen Person. Dadurch erhält er wichtige Informationen über eventuelle Vorerkrankungen.

Zudem schaut er sich an, gegen welche Krankheiten der Patient geimpft ist. Denn viele Virus-Erkrankungen, vor allem typische Kinderkrankheiten, sind ein möglicher Auslöser für eine Enzephalitis.

Zur weiteren Untersuchung entnimmt der Arzt dem Erkrankten Blut, um dort eventuelle Erreger nachweisen zu können.
Handelt es sich beim Betroffenen noch um leichte Symptome, kann deren Behandlung zu Hause erfolgen.

Treten allerdings schwere körperliche Erscheinungen wie Bewusstseinstrübungen, hohes Fieber und epileptische Anfälle auf, weisen Ärzte ihre Patienten ins Krankenhaus ein.

Dort ist eine tägliche Überwachung durch medizinisches Personal täglich sicher gestellt.
Im Krankenhaus können Mediziner außerdem auf eine größere Auswahl an Diagnoseverfahren zurückgreifen.

Mediziner nutzen bei einer Enzephalitis zusätzlich zur Blutuntersuchung häufig eine so genannte Lumbalpunktion. Hierbei entnehmen sie mit einer Hohlnadel eine Liquor-Probe (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) aus dem Rückenmark. Im Labor ist es möglich, den potentiellen Erreger für eine Entzündung des Gehirns herauszufinden. Die Art des Verursachers entscheidet darüber, welche Medikamente der Patient erhält.

Zusätzlich messen Mediziner bei einem EEG die elektrischen Ströme des Gehirns. Diese geben Aufschluss darüber, ob bestimmte Bereiche des Gehirns langsamer oder gar nicht mehr funktionieren. Ein EEG ist meist dann von Nöten, wenn bereits schwere Komplikationen wie neurologische Ausfälle auftreten.

Durch eine Kernspintomographie erhalten Ärzte außerdem einen detaillierten Einblick vom Gehirn des Erkrankten. Bei einer Kernspintomographie machen machen sie quasi einen Querschnitt vom Gehirn. Dabei kommen keine Röntgenstrahlen zum Einsatz, sondern Magnetfelder und Radiowellen.

Zusammenfassung der Diagnoseverfahren

  • Anamnese mit Beobachtung von Symptomen
  • Informationen über die Krankengeschichte
  • Anamnese-Gespräch
  • Blutuntersuchung
  • Lumbalpunktion
  • EEG
  • Kernspintomographie

Häufigkeit & Diagnosedaten

Eine von hunderttausend Personen erleidet jährlich eine Enzephalitis. Bei den Betroffenen handelt es sich meist um Mädchen oder junge Frauen. Sie erkranken meist sehr oft an der so genannten NMDA-Enzephalitits. Oft erkennen Ärzte diese Form erst spät oder gar nicht.
Es gibt Fälle, bei denen die Betroffenen überleben, manchmal mit neurologischen Folgeschäden. Andere versterben.

Die ersten Symptome einer NMDA-Enzephalitis sind meist psychischer Natur. Frauen bekommen Halluzinationen oder Angstzustände. Ärzte verkennen diese häufig und behandeln mit unwirksamen Medikamenten, bis schließlich weitere körperliche Erscheinungen auftreten.

Bei richtiger Diagnose helfen Antibiotika und Kortison. Manche Frauen sind nach einigen Wochen sogar wieder arbeitsfähig. Zwar haben Betroffene monatelange mit Gedächtnisproblemen und Sprachstörungen zu kämpfen, doch erholen sich innerhalb von zwei Jahren wieder vollständig. Zwölf Prozent der Geheilten müssen mit einer Wiederkehr der Enzephalitis rechnen.

Typische Kinderkrankheiten gelten als eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung einer Entzündung des Gehirns.

Masern ist eine davon. Bei schwerem Krankheitsverlauf gelangen die Masern-Viren ins Gehirn und verursachen dort eine Enzephalitis. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 1:1000. Die ersten Anzeichen treten am dritten bis zehnten Tag nach aufkommendem Ausschlag auf.

Etwa zwanzig Prozent der Enzephalitiden, die durch Masern-Viren entstehen, verlaufen tödlich.

Bei der Kinderkrankheit Mumps liegt die Sterblichkeits-Rate bei ein bis zwei Prozent. Fünfzig Prozent der Kinder, die infolge von Mumps eine Enzephalitis bekommen, haben Dauerschäden. Diese sind meist neurologischer Natur. Unter anderem leiden sie unter Sprachstörungen und einer eingeschränkten Intelligenz.

Röteln und Windpocken sind eher selten die Ursache für eine Enzephalitis.

Viele Menschen infizieren sich mit dem Herpes-Virus. Dieser kann zur Entstehung einer Enzephalitis führen. 70 von 100 Fällen, bei denen eine Enzephalitis infolge einer Herpes-Infektion ausbricht und keine Behandlung erfolgt, sterben die Betroffenen. Mehr als 95 Prozent aller Enzephalitiden haben den Herpes-Virus als Ursache.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder eine Entzündung des Gehirns erleiden, ist wesentlich höher als bei Erwachsenen. Hauptsächlich erkranken junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 30.

Eine Meningoenzephalitis bekommen die meisten Menschen im Frühsommer über Bisse infizierter Zecken. Diese übertragen gefährliche Viren oft unbemerkt.


Komplikationen bei einer Enzephalitis

Bei zu später oder keiner Behandlung von Enzephalitiden sind schwere Komplikationen die Folge. Dazu gehören zum Beispiel Symptome, die das Zentrale Nervensystem betreffen. Die Erkrankten leiden unter Krampfanfällen, die sich manchmal über mehrere Minuten hinziehen.

Dabei kann das Gehirn stark anschwellen. Der Hirndruck wächst und Nervenzellen sterben ab. Betroffene schweben in diesen Fällen in akuter Lebensgefahr. Einige entwickeln auch eine dauerhafte Epilepsie, die sie mit Neuroleptika behandeln müssen.

Eine weitere Komplikation ist die signifikante Veränderung des Wesens. Zum Beispiel verhalten sich Erkrankte zunehmend aggressiver, ziehen sich zurück oder reagieren sehr empfindlich.

Auf Verwandte und Freunde wirken Erkrankte gereizt. Sie wissen die Verhaltensveränderungen oft nicht einzuordnen und erkennen die betroffenen Personen nicht wieder.

Manche Patienten entwicklen manische Angstzustände und bekommen Panikattacken. oder erkranken sogar an Schizophrenie. Außerdem sind schwere neurologische Folgeschäden möglich, wie etwa eine geistige Behinderung oder die Entwicklung autistischer Verhaltensweisen.

Bei besonders schweren und unbehandelten Enzephalitiden bildet der Körper Eiter im Nervengewebe des Gehirns, im Rückenmark und in Hirnarterien aus. Dies ist eine typische Entzündungsreaktion des menschlichen Organismus.

Andere Langzeitfolgen sind Einschränkungen beim Gehen und Sprechen, die aufgrund neurologischer Schäden oft unvermeidbar sind.

Zusammenfassung der Komplikationen bei einer Enzephalitis

  • Epileptische Anfälle
  • Anschwellen des Gehirn
  • Steigender Hirndruck
  • Vernarbung oder Absterben von Nervengewebe
  • Wesensveränderungen
  • Aggressives Verhalten
  • Leichte Reizbarkeit
  • Depressive Zustände
  • Angstzustände
  • Panikattacken
  • Schizophrenie
  • Geistige Behinderung
  • Autismus
  • Störungen des Bewegungsapparates
  • Beeinträchtigungen der Sprache

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Leiden Personen unter langanhaltenden Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinstrübungen und verändert sich ihr Verhalten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Enzephalitis recht hoch. Betroffene sollten umgehend zum Arzt gehen – am besten zu einem Neurologen. Eine Frühdiagnostik ist wichtig. Je schneller eine Behandlung erfolgt, desto größer sind die Heilungschancen.

Verlieren Erkrankte das Bewusstsein und fangen an, zu krampfen, ist der Notarzt zu rufen.

Bei schweren Symptomen empfiehlt sich die Einweisung ins Krankenhaus – in die neurologische Abteilung.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die Art der Behandlung bei einer Enzephalitis hängt von ihrer Ursache ab. Handelt es sich um eine Infektionen mit bakteriellen Erregern, helfen spezielle Antibiotika. Diese sprechen das Zentrale Nervensystem an.

Krankheiten Enzephalitis

Bei einer durch Viren ausgelösten Enzephalitis verschreiben Ärzte meistens Aciclovir
Shuttertsock/ Igor Petrushenko

Im Falle einer viralen Enzephalitis verschreiben Ärzte Virostatika, meist das Arzneimittel Aciclovir. Ein Medikament, das allein für die Bekämpfung einer Enzephalitis bestimmt ist, gibt es nicht.

Wenn die genaue Ursache für eine Enzephalitis noch nicht geklärt ist, nehmen Patienten oft Antibiotika und ein Mittel gegen Viren gleichzeitig ein – solange, bis es ihnen besser geht und eine Lumbalpunktion Aufschluss über den Erreger gibt.

Danach nehmen Erkrankte nur noch ein Medikament ein. Das andere setzen sie ab, allerdings unter strenger ärztlicher Kontrolle. Zusätzlich konzentrieren sich Mediziner auf die Symptome ihrer Patienten. So geben sie vor allem Arznei zur Senkung von hohem Fieber, Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen und Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen.

Außerdem verordnen sie Neuroleptika, die die Entstehung von epileptischen Anfällen unterdrücken.
Bei manchen Erkrankungen verabreichen Ärzte auch Cortison – zum Beispiel bei der NMDA-Enzephalitis.

Für die Behandlung von Panikattacken, Angstzuständen oder Schizophrenie nehmen Patienten Sedativa ein. Diese lindern die innere Unruhe und unterstützen das psychische Gleichgewicht.

Bei einem hohen Flüssigkeitsverlust legen Ärzte im Krankenhaus ihre Patienten an einen Tropf, um ihn mit ausreichend Flüssigkeit, Elektrolyten und Medikamenten intravenös zu versorgen.

Generell gilt: Je eher Erkrankte zum Arzt gehen, desto wahrscheinlicher ist ihre Heilung. Außerdem vermeiden sie Langzeitschäden.

Zusammenfassung der Behandlungsmethoden

  • Antibiotika
  • Virostatika
  • Aciclovier
  • Neuroleptika
  • Fiebersenkende Mittel
  • Schmerzmittel
  • Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen
  • Cortison
  • Sedativa

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es gibt Impfungen gegen bestimmte Viren, die eine Enzephalitis verursachen. So können sich Personen bei ihrem Hausarzt gegen typische Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Kinderlähmung und Röteln impfen lassen.

Zum Schutz vor Influenza-Viren, die eine Enzephalitis auslösen können, gibt es ebenfalls einen Impfstoff.

Menschen, die sich viel in der freien Natur aufhalten, sollten ihren Körper regelmäßig auf Zecken untersuchen, da diese ebenfalls für eine Enzephalitis typische Viren übertragen. Zecken sind besonders im Frühsommer anzutreffen.

Wer einer Infektion mit gefährlichen Tollwut-Viren durch Tierbisse vorbeugen möchte, sollte seinen Arzt hinsichtlich eines Impfschutzes zu Rate ziehen.

Wer Sex hat, sollte sich schützen – das ist klar. Auch in Bezug auf eine mögliche Enzephalitis ist der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten nicht zu vernachlässigen. Bei Syphilis beispielsweise können Betroffene im schlimmsten Fall und ohne Behandlung auch eine Enzephalitis erleiden. Personen, die verschiedene Sexualpartner haben, sollten daher immer zu Kondomen greifen.


Prognose zur Heilung

Enzephalitiden können unterschiedlich verlaufen. Bei manchen Patienten dauert die Erkrankung ungefähr zwei Wochen. Danach fühlen sich die meisten wieder fit. In diesen Fällen handelt es sich um milde Formen ohne Komplikationen.

Andere Patienten sind monatelang nicht arbeitsfähig und haben mit schweren Symptomen zu kämpfen. Sie haben leiden unter starken Schmerzen, hohem Fieber und entwicklen Problem beim Gehen und Sprechen. In Folge einer schweren Enzephalitis klagen Betroffene über Beeinträchtigungen der Sinne. Sie sehen und hören schlechter.

Ob und wie schnell Betroffene genesen, hängt von der Schwere der Enzephalitis ab. Außerdem entscheidet gesamte Gesundheitszustand und die Funktionstüchtigkeit des Immunsystems über seine Heilung.

Wenn Betroffene gar nicht oder zu spät zum Arzt gehen, bringen sie sich damit selbst in Lebensgefahr. Schwere und unbehandelte Enzephalien können zum Tod führen.

Die meisten allerdings, die eine rechtzeitige und richtige Behandlung erfahren haben, überleben. Die Überlebensrate liegt bei etwa achtzig Prozent aller Erkrankten.


Die häufigsten Viren

Bakterien, Pilze und vor allem Viren gelten als gefährliche Erreger, die eine Entzündung des Gehirns auslösen. Einige Viren lassen sich typischen Kinderkrankheiten zuschreiben. Die bekanntestes sind unter anderen Mumps, Masern, Röteln oder Kinderlähmung. Deshalb ist es wichtig, Kinder gegen diese Krankheiten impfen zu lassen, um das Risiko der Entstehung einer Enzephalitis und anderer Langzeitfolgen zu verhindern.

Die Übertragung und Verbreitung der meisten Viren erfolgt von Mensch zu Mensch. Betroffene ziehen sich eine virale Infektion mit den gefährlichen Erregern über die Haut, Sekrete der Schleimhäute oder Tröpfchen der Atemluft zu. Doch auch durch Bisse von Insekten, vor allem durch Zecken, kommt es zur Infektion.

Die häufigsten Viren, die eine Entzündung des Gehirns auslösen:

  • Herpes-Simplex-Viren
  • Varizella-Zoster-Viren
  • Ebstein-Barr-Viren
  • Masern-Viren
  • Mumps-Viren
  • Röteln-Viren
  • Enteroviren
  • Frühsommer-Meningo-Enzephalitis-Viren (durch Zecken)

Alternative Behandlungsmethoden

 

Als ergänzende Maßnahme zur Behandlung einer Enzephalitis empfehlen Experten der Naturheilkunde eine reduzierte Nahrungsaufnahme bis zur vollständigen Genesung. Dies dient der Entlastung des Körpers und mobilisiert dessen Selbstheilungskräfte.

Der menschliche Organismus nimmt durch eine Diät weniger Giftstoffe auf und dann sich dadurch besser regenerieren. Zusätzlich stärkt eine Vitaminkur das Immunsystem.

Naturheilkundler wenden außerdem Akupunkturen an, um betroffene Körperregionen zu stimulieren und Schmerzen zu lindern und Verkrampfungen zu lösen.

Krankheiten Enzephalitis

Auch alternative Heilmethoden wie die Traditionelle Chinesische Medizin bieten Behandlungen für eine Enzephalitis an.
Shutterstock/hjochen

Die Chinesische Medizin bietet ebenfalls Behandlungen, um schwere Symptome einer Enzephalitis abzumildern. Für eine genaue Anamnese bei Kopfschmerzen wenden alternative Mediziner eine so genannte Puls- und Zungendiagnose an.

Im Anschluss daran verschreiben sie meist verschiedene Heilkräuter, Knollen und Wurzeln. Dazu gehört zum Beispiel auch Bambus. Daraus kochen Erkrankte einen Sud und nehmen diesen täglich ein. Dabei passen Heilpraktiker die natürlichen Rezepturen den Bedürfnissen ihrer Patienten ständig an.

Außerdem gibt es in der Chinesischen Medizin die Moxibustion als Mittel gegen Kopfschmerzen. Zudem lösen Tuina-Massagen und sanfte Bewegungsübungen wie Qi Gong.

Für die Unterdrückung von Krampfanfällen hält die Ayurveda-Therapie sanfte Behandlungen bereit – zum Beispiel Öl-Massagen. Weitere Verfahren sind unter anderem Shirohara oder Talam, bei denen ebenfalls Ayurveda-Öl zum Einsatz kommt. Dazu empfehlen Naturheilkundler Nerven-Tonikum-Kräuter, die das Zentrale Nervensystem ansprechen.


Welche Hausmittel können helfen?

 

  • Pflanzliche Hausmittel
  • Melisse
  • Lavendel
  • Salbei
  • Alkohol
  • Honig
  • Teebaumöl
  • Schwarzer Tee
  • Eiswürfel
  • Kalte Wadenwickel bei Fieber
  • Kalte Auflagen
  • Essigstrümpfe

Für die symptomatische Behandlung von Herpes-Viren helfen verschiedene Hausmittel – vor allem gegen die lästigen kleinen Bläschen, die sich bei einer Infektion an Mund und im Intimbereich bilden. Häufig kratzen Betroffene diese auf und bewirken damit eine Verbreitung des Herpes-Virus (Schmierinfektion).

Pflanzliche Hausmittel
Gegen Herpes helfen verschiedene pflanzliche Hausmittel. Dazu zählen zum Beispiel Kräuter wie Melisse, Lavendel und Salbei. Sie werden mit heißem Wasser aufgekocht. Haben die Tees eine angenehme Temperatur erreicht, tupfen Betroffene diese am besten mit einem Wattepad oder Kuhtip vorsichtig auf die betroffenen Stellen.

Alkohol
Medizinischer Alkohol, der in der Apotheke erhältlich ist, desinfiziert die offenen Hautstellen und vermeidet eine Ausbreitung der Virus-Infektion. Überschreitet dessen Verwendung eine Dauer von ein paar Tagen, führt er zu Reizungen der Haut. So klingen die Herpes-Bläschen langsamer ab.

Honig, Teebaumöl, Schwarzer Tee
Auch Honig, Teebaumöl und schwarzer Tee helfen bei der Heilung der kleinen Wunden im Mund- und Intimbereich. Schwarzer Tee enthält Gerbstoffe, die ein desinfizierendes und beruhigendes Mittel auf pflanzlicher Basis darstellen.

Kälte
Kälte unterstützt zusätzlich den Heilungsprozess und wirkt beruhigend. Hierzu eignen sich zum Beispiel kalte Waschlappen oder Eiswürfel, die auf die Bläschen gelegt werden.

Hausmittel lindern lediglich Symptome einer Infektion mit Herpes-Viren und andere Viren, die eine Enzephalitis hervorrufen. Eine Heilung ist nicht möglich. In jedem Fall ist eine schulmedizinische Behandlung unabdingbar.

Gegen hohes Fieber wirken kalte Wadenwickel oder Essigstrümpfe.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Holunder
  • Inwer
  • Tragant
  • Rosenwurz
  • Mutterkorn
  • Magnesium
  • Kamille
  • Gelber Jasmin
  • Wurmkraut
  • Wanzenkraut
  • Johanniskraut
  • Rollkirche
  • Sturmhut
  • Wasserhanf

Generell sind Naturheilkundler oft gegen die sofortige Einnahme von Antibiotika, wenn es um die Behandlung von Krankheiten geht. Bei der schulmedizinischen Therapie einer bakteriell bedingten Enzephalitis allerdings zeigen sich auch Heilpraktiker gegenüber der klassischen Medizin einsichtig.

Doch es existieren viele natürliche Heilkräuter und -pflanzen, die bestimmte Symptome abmildern. Zur Stärkung des Immunsystems eigenen sich beispielsweise Holunder, Ingwer, Tragant und Rosenwurz.

Mutterkorn, Magnesium und Kamille lösen Verspannungen und Krämpfe im Bewegungsapparat.

Gegen starke Kopfschmerzen helfen Gelber Jasmin, Wurmkraut, Wanzenkraut, Johanniskraut sowie Tollkirsche.

Als fiebersenkende Heilpflanzen sind unter Heilpraktikern Sturmhut, Tollkirsche, Wasserhanf und Gelber Jasmin beliebt.

Heilkräuter und -pflanzen sind ebenso wie Hausmittel keine Lösung für eine Enzephalitis. Eine Heilung durch sie ist nicht möglich. Sie dienen lediglich der Linderung von Symptomen. Die Behandlung mit klassischen Arzneimitteln ist im Falle einer Enzephalitis unabdingbar.

Ätherische Öle

 

  • Basilikum
  • Ingwer
  • Kamille
  • Lavendel
  • Orange
  • Pfefferminz
  • Eukalyptus
  • Rosmarin
  • Angelikawurzel
  • Fenchel
  • Kardamom
  • Schafgarbe

Ätherische Öle bieten eine natürliche Unterstützung bei der Senkung von hohem Fieber. Basilikum, Ingwer, Kamille, Lavendel, aber auch Orange gelten als geeignete Fiebermittel.

Für die sanfte Behandlung von Kopfschmerzen wählen Erkrankte zum Beispiel Öle aus Lavendel, Pfefferminz, Eukalyptus und Rosmarin.
Auch Angelikawurzel, Fenchel, Kardamom und Schafgarbe sind eine pflanzliche Ergänzung zu den Methoden der Schulmedizin.

Die ätherischen Öle wenden Betroffene als Duftöl zu Hause an. Heilpraktiker nutzen sie als natürliche Mittel für die Durchführung krampflösender Massagen. Doch sie eignen sich auch zur täglichen Einnahme, aufgelöst in etwas Wasser.

Homöopathie & Globuli

 

Im Allgemeinen gilt: Wer zu homöopathischen Mitteln greift, sollt niemals eigenständig Medikamente der Schulmedizin absetzen, die der Heilung einer Enzephalitis dienen. Homöopathie ist lediglich eine Ergänzung zu Behandlungsmethoden mit klassischer Arznei.

Globuli zählt zu den wichtigsten Mitteln in der Homöopathie. Das Helleborus Globuli entstammt der Christrose und kommt oft bei der Behandlung von Erkrankungen des Gehirns und Zentralen Nervensystems zum Einsatz. So mildert es neurologische Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel.

Eine Alternative ist das Globuli Apis mellifica. Es wird aus der Honigbiene hergestellt. Heilpraktiker wenden es oft an, wenn nicht nur das Gehirn allein betroffen ist, sondern auch dessen Häute. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer Meningitis.

Das Globuli Bryonia dioica hat die rothaarige Zaunbeere als pflanzlichen Ursprung. Erkrankte nehmen dieses homöopathische Mittel vor allem zur Senkung von hohem Fieber und um stechende Schmerzen zu lindern.

Schüssler-Salze

 

Schüssler-Salze sind Präparate von Mineralsalzen und unterstützen die Therapie einer Enzephalitis. Allerdings gibt es kein spezielles Salz gegen diese schwere Krankheit.
Für die Behandlung einzelner Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Übelkeit in Verbindung Erbrechen eigenen sich mehrere Schüssler-Salze.

Die Anwendung von Schüssler-Salzen richtet sich immer nach dem Schweregrad von Symptomen und orientiert sich an den Bedürfnissen der erkrankten Person. Betroffene nehmen Betroffene die Mineralien in Form von Tabletten ein.

Als fiebersenkendes Mittel empfehlen Naturheilkundler das Schüssler-Salz Nr. 3. Es trägt den Namen Ferrum Phosphoricum.

Gegen chronische Kopfschmerzen und in langen Phasen körperlicher Erschöpfung wie im Falle einer Enzephalitis hilft das Salz Nr. 5, welches auch unter dem Namen Kalium Phosphoricum bekannt ist.

Wer unter Übelkeit und starkem und krampfhaftem Erbrechen leidet, greift am besten zum Schüssler-Salz Nr. 7, dem Magnesium Phosphoricum.

Diät & Ernährung

 

  • Schonkost
  • Viel Flüssigkeit
  • Zwieback
  • Haferschleim
  • Trockenes Weißbrot
  • Salzstangen
  • Grießbrei
  • Lauwarme Cola

Im Verlauf einer Enzephalitis kommt es bei den meisten Erkrankten zu starker Übelkeit in Verbindung mit häufigem Erbrechen und Fieber. Der Körper verliert dabei viel Flüssigkeit. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, den Verlust an Wasser und Elektrolyten durch die Ernährung auszugleichen.

Am besten eignen sich lauwarme Tees und Mineralwasser ohne Kohlensäure. Diese wirken einer Dehydrierung des Körper entgegen, ohne dabei den Magen zu reizen. Auch lauwarme Cola gilt als magenschonendes Getränk bei Erbrechen.

Personen, die an einer Enzephalitis leiden, haben meist wenig Appetit. Ihr Magen verträgt nur wenige Nahrungsmittel. Ärzte empfehlen bei Übelkeit und Erbrechen meist Schonkost.

Hierfür eignen sich zum Beispiel Zwieback oder trockenes Weißbrot. Sie füllen den Magen, belasten ihn aber nicht. Dies gilt auch für Salzstangen.

Eine leichte Gemüsebrühe enthält viel Flüssigkeit und versorgt den Körper mit Vitaminen und Elektrolyten.

Auch leichte Milchprodukte wie Grießbrei oder Haferschleim tun Betroffenen gut. Wer Antibiotika im Falle einer bakteriellen Enzephalitis einnimmt, sollte allerdings vorsichtig sein. Denn Milch beeinträchtigt die Wirkung von Antibiotika und verlängert somit den Krankheitsverlauf.

Alkohol und Zigaretten sind tabu. Ebenso reizen säurehaltige und scharfe Lebensmittel sowie Kaffee den Magen. Hiervon sollten Erkrankte auf jeden Fall absehen.

FAQ – Fragen & Antworten

Ist eine Enzephalitis ansteckend?
Die meisten Enzephalien sind bakteriell oder durch Viren bedingt. Zum Beispiel verursachen Masern-, Mumps- oder Herpes-Viren eine Entzündung des Gehirns.

Diese Erreger verbreiten sich leicht von Mensch zu Mensch. Wer sich mit diesen infiziert und die daraus folgenden Krankheiten wie zum beispielsweise Mumps, Masern oder Röteln nicht behandelt, geht das hohe Risiko einer Enzephalitis als Folgeerkrankung ein.

Was unterscheidet eine Enzephalitis von einer Meningitis?
Bei einer Meningitis ist nicht die Hirnsubstanz (Enzephalitis), sondern deren Haut betroffen. Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Bakterien gelten als Hauptursache. Es gibt aber auch Formen, die durch Viren oder nicht-infektiöse Faktoren bedingt sind.

Die Symptome einer Entzündung der Hirnhäute ähneln denen einer Enzephalitis. Ärzte behandeln eine bakterielle Meningitis mit Antibiotika. Viren wirken sie mit Virostatika entgegen.

Ist eine Lymbalpunktion schmerzhaft?
Bei einer Lumbalpunktion schieben Ärzte am unteren Rücken des Erkrankten eine Hohlnadel durch Haut und Muskeln, bis sie den Rückenmarkskanal erreichen. Daraus entnehmen sie Liquor und weisen anhand dessen den Erreger einer Enzephalitis nach.

Die meisten Ärzte wenden hierbei eine lokale Betäubung an, um dem Patienten keine großn Schmerzen zuzumuten. Trotzdem berichten viele Betroffene von einem Druckgefühl während des Eingriffs und anschließenden Kopf- und Rückenschmerzen, die nach einer gewissen Zeit abklingen.

Ohne Betäubung ist eine Lumbalpunktion schmerzhaft.

Was ist der Herpes-Virus?
,,Herpes-Virus“ ist die allgemeine und umgangssprachliche Bezeichnung für zwei Typen von Herpes-Simplex-Viren, die sich kaum voneinander unterscheiden. Sie sind eine mögliche Ursache für die Entstehung einer Enzephalitis. Doch die Erstinfektion mit Herpes-Viren vom Typ Eins verläuft meist ohne Symptome und Folgeerkrankungen.

Eine Herpes-Virus-Infektion trifft viele Menschen und verläuft meist harmlos. Doch für immungeschwächte Personen und jene, die keine Antikörper im Organismus gegen die Erreger haben, kann sie gefährlich sein. Herpes-Viren verursachen verschiedene Krankheiten. Dazu zählt auch die Enzephalitis.

Ist die Rede vom Herpes-Virus Typ Eins handelt es sich entweder um eine Infektion im Mundbereich oder an den Genitalien. Hier bilden sich meist kleine rote Bläschen. Durch Aufkratzen ist die Verbreitung der Infektion auf andere Körperbereiche oder andere Personen möglich. Außerdem vermehren sich die Viren über die Atemluft – meist sind es Herpe-Virem vom Typ Eins.

Auch über Speichel und andere Körperflüssigkeiten finden die Viren einen neuen Wirt. Wer sexuell aktiv ist, sollte sich mit Kondomen schützen, da sonst auch eine Infektion im Genitalbereich möglich ist und sich dort unangenehme Bläschen bilden.

Um eine Infektion zu vermeiden, hilft regelmäßiges Händewaschen, da Seife und
Desinfektionsmittel Herpes-Viren abtöten. Betroffene sollten die Bläschen möglichst nicht mit den Händen berühren oder gar Aufkratzen.

Verursacht eine Enzephalitis Autismus?
Ohne Behandlung führen Enzephalitiden zu gravierenden Folgeschäden. Dazu zählen auch Wesensveränderungen bei den Betroffenen. Bei schweren Schäden des Gehirns sind auch geistige Behinderungen möglich oder die Entwicklung autistischer Verhaltensweisen.

Das Risiko von Autismus ist bei einer bestimmten Form von Enzephalitis besonders hoch. Die Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis führt vor allem bei älteren Kindern zu autistischen Zügen, wenn diese keine oder eine zu späte Therapie erfolgt.

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