Toxoplasmose

Steckbrief: Toxoplasmose

  • Name: Toxoplasmose
  • Art der Krankheit: zoonotische Infektionskrankheit
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1965 von William McPhee Hutchison
  • Behandelbar: medikamentös
  • Art des Auslösers: Toxoplasma gondii (Parasit)
  • Wieviele Erkrankte: circa 50 % der Bevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Gynäkologe; Ophthalmologe
  • ICD-10 Codes: B58 (abhängig vom Auftrittsort B58.0+; B58.1+; B58.2+; B58.3+; B58.8; B58.9; K77.0; H32.0; G05.2; J17.3)

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Toxoplasmose

Toxoplasmose

Die meisten Menschen kennen die Krankheit Toxoplasmose gar nicht. Viele Frauen hören während einer Schwangerschaft das erste Mal davon, denn in aller Regel werden sie dann von einem Arzt gebeten, sich auf Toxoplasmose testen zu lassen. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Infektion, die durch den Befall mit sogenannten Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Dieser Parasit gehört zu den weltweit häufigsten.

Daher ist ein Kontakt mit ihm sehr wahrscheinlich. Es besteht aber kein Grund zur Sorge: Die meisten Menschen entwickeln ungeachtet des Befalls keine Symptome einer Erkrankung. Lediglich für immunsuppressive Personen und Säuglinge besteht die Gefahr, dass Toxoplasmose schwere Komplikationen nach sich zieht. Nur in diesen Fällen wird eine Behandlung nötig. Dennoch sollte eine Ansteckung nach Möglichkeit vermieden werden. Mit einfachen Hygienemaßnahmen ist dies leicht möglich.

Definition Toxoplasmose

In erster Linie ist Toxoplamose eine Infektionskrankheit, die durch einen speziellen Gewebeparasiten, den sogenannten Toxoplasma gondii, hervorgerufen wird. Es handelt sich dabei um einen obligaten intrazellulären Endoparasiten: Er ist also auf einen Wirt angewiesen und lebt im Inneren der Zellen, wo er sich auf zwei verschiedene Weisen vermehren kann. Die sexuelle Fortpflanzung spielt sich vorderhand in den Enterozyten von Feloidea (Katzenartige) ab. Von der Darmschleimhaut aus durchwandern die Nachkommen des Erregers den gesamten Organismus des Wirts und infizieren dabei eine Reihe von Organen.

Sie werden jedoch auch mit den Exkrementen ausgeschieden, die wiederum einige Zeit hoch infektiös bleiben. Bei Kontakt mit den frischen Faeces (Ausscheidungsprodukte) einer Katze können dann auch alle anderen Säugetiere mit Toxoplasma gondii infiziert werden. Sie dienen hernach als Zwischenwirte, in welchen sich der Parasit nicht sexuelle, ergo durch Teilung, weiter vermehrt. Aus diesem Grund ist eine dauerhafte Infektion mit diesem Erreger gegeben. Da eine Übertragung des Parasiten von Tieren auf den Menschen möglich ist, gehört Toxoplasmose zu den zoonotischen Infektionen.


Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Amphixenosen (spezielle Form der Zoonose): Der Erreger kann demnach vom Tier auf den Menschen übertragen werden, welcher wiederum weiter Tiere anstecken kann. Die Aufnahme des Parasiten Toxoplasma gondii erfolgt dabei stets oral. Im Gegensatz zu vielen anderen Zoonosen wie beispielsweise Leishmaniose oder Malaria ist eine Ansteckung mit dem Erreger jedoch recht ungefährlich. Schätzungsweise 50% der Deutschen hatten bereits eine Toxoplasmose und mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Betroffenen zudem an. Ein erwachsener und gesunder Mensch bemerkt aller Wahrscheinlichkeit nicht einmal, dass er sich infiziert hat. Aus diesem Grund gehört diese Krankheit im Allgemeinen zu den wenig thematisierten Infektionen. Relevanz zeichnet sich lediglich im Bezug auf Menschen ab, die schwanger sind oder ein geschwächtes beziehungsweise noch nicht entwickeltes Immunsystem haben. Bei ihnen kann der Toxoplasmoseerreger verschiedene Organe befallen und sich dort als schwere Erkrankung manifestieren.

Die am häufigsten betroffenen Organe sind folgende:

Wer einmal an Toxoplasmose erkrankt ist, entwickelt eine Immunität gegen eine weitere Erkrankung, und das lebenslang, auch wenn der Erreger per se im Körper verbleibt. Nur bei einem geschwächten Immunsystem kann die Krankheit schließlich erneut auftreten oder plötzlich zu Symptomen führen.

Welche Ursachen gibt es?

Der Auslöser von Toxoplasmose ist klar ersichtlich: Ursache der Erkrankung ist stets ein Befall mit dem einzelligen parasitären Organismus Toxoplasma gondii. Primär muss der Erreger hierfür oral aufgenommen werde. Das ist in erster Linie dann möglich, wenn unzureichend erhitztes Fleisch von Kuh, Schwein, Schaf oder Pferd verzehrt wird. Diese Tiere sind potentielle Zwischenwirte des Parasiten, der sich in Zysten des Gewebes versteckt halten kann. Der Toxoplasmoseparasit ist jedoch auch auf Gemüse und Obst anzutreffen. Immerhin ist es nicht undenkbar, dass sie in der Natur mit Katzenkot in Kontakt gekommen sind.

Besondere Vorsicht ist diesbezüglich auch im Hinblick auf selbst angebaute Pflanzen aus dem eigenen Garten sowie frisch gesammelte Pilze und Kräuter angeraten. Der Parasit sucht sich jedoch auch unabhängig von der Nahrung einen Weg in die Körper der Zwischenwirte. Beispielsweise kann er sich an den Fingern befinden, die der unwissende Betroffene in den Mund stecken und sich dergestalt infizieren kann. Das Berühren von Katzenkot und allen mit den Ausscheidungen in Kontakt gekommenen Gegenständen und Lebewesen gilt folglich als Gefahrenquelle.


Symptome & Anzeichen

Menschen mit einem gesunden Immunsystem und einer guten Konstitution haben in so gut wie jedem Fall keine oder nur sehr geringe Beschwerden, wenn sie sich mit den Toxoplasmoseparasiten infiziert haben.

In seltenen Fällen treten Symptome ähnlich einer Grippe auf. Es können unter anderem Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen und Müdigkeit vorkommen. Manchmal schwellen zudem die Lymphknoten am Hals oder im Nackenbereich an. Es handelt sich dann um die sogenannte Lymphknotentoxoplasmose. Noch seltener kommt es in der Regel zum Befall anderer Organe. Ist dies jedoch erfolgt, treten sodann Entzündungen oder andere problematische Gewebeveränderungen ein. Auf diese Weise wird zum Beispiel die Netzhaut des Auges angegriffen
Es kommt möglicherweise auch zu einer parasitär indizierten Herzbeutel- oder Lungenentzündung.

Ebenso gehört Hepatitis, eine Entzündung der Leber, zu den Folgeerscheinungen der schweren Toxoplasmose. Diese Symptome sind allerdings äußerst selten. Bei gesunden Menschen verläuft eine Toxoplasmose in den meisten Fällen beschwerdefrei, und selbst wenn sie chronisch wird, bemerken viele keinerlei Anzeichen für eine Erkrankung. Dann setzen sich die Parasiten als sogenannte Bradyzoiten in den Muskeln oder im Gehirn fest und verbleiben dort, ohne Schäden anzurichten. Eine Therapie ist in diesem Zusammenhang nicht nötig.

Anders verhält es sich, wenn Menschen mit einer Immunschwäche oder Schwangere an Toxoplasmose erkranken. HIV-Infizierte, Krebspatienten mit einem beeinträchtigten Immunsystem oder Menschen, denen ein Organ transplantiert wurde, zeigen oft schwere Symptome nach einer Ansteckung mit Toxoplasma gondii. Zu nennen sind hier unter anderem diverse Hirnschädigungen aufgrund von Abszessen im Gehirn, welches beinahe immer befallen wird. Die zerebrale Toxoplasmose ist folglich im Bezug auf die Risikogruppe wahrscheinlich.

Schwangere, die erstmals an Toxoplasmose erkranken, können die Krankheit auf ihr ungeborenes Kind übertragen, was zu Schäden des Organismus nach der Geburt oder zu Fehlgeburten führen kann, vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft. Bei Neugeborenen können durch Toxoplasmose indizierte Entwicklungsverzögerungen oder Krampfanfälle auftreten. Bis zu 25% der infizierten Babys haben mit Epilepsie, geistiger Behinderung, spastischen Anfällen oder Schädigungen von Leber, Herzmuskel, Augen sowieLungen- und Gehirnschädigungen zu kämpfen. War eine Frau bereits vor der Schwangerschaft mit Toxoplasmose infiziert, hat sie Antikörper gebildet und kann so die Krankheit nicht an ihr Kind weitergeben.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Liegt ein Verdacht auf Toxoplasmose vor, muss dies nicht zwangsläufig zu einer weiteren Behandlung oder überhaupt zur Überprüfung der Annahme führen. Nur für die Risikogruppe, Schwangere und immunsupprimierte Personen, wird ein Arzt Tests und gegebenenfalls eine Behandlung anweisen. Bei schwangeren Frauen wird zunächst ein Toxoplasmosescreening vorgenommen. Das ist ein einfacher Bluttest, der ermittelt, ob das Immunsystem im Verlaufe eines bereits erfolgten Befalls Antikörper gegen den Parasiten gebildet hat.

Ist dies der Fall, verhindern die Immunglobuline, dass Toxoplasma gondii über die Plazenta auf den Fötus übertragen werden kann. Wer also schon vor der Schwangerschaft Toxoplasmose hatte, muss nun keine weiteren Maßnahmen ergreifen. Wenn jedoch der Parasit nach Beginn der Schwangerschaft erworben wurde, müssen weitere Untersuchungen erfolgen.

Eine Fruchtwasseranalyse sowie ein Ultraschall können Aufschluss darüber geben, ob es schon zur Schädigung des Embryos durch den Toxoplasmoseerreger gekommen ist. Ist dies noch nicht der Fall, reicht die Behandlung mit Antibiotika. Andernfalls ist eine erweiterte medikamentöse Therapie vonnöten. Ob die Behandlung erfolgreich war, zeigt sich in der Regel jedoch erst einige Jahre nach der Geburt des Kindes.

Bei Menschen, die nur noch schwach durch ihr Immunsystem geschützt sind, kann ein Antikörpertest unter Umständen verfälschte Ergebnisse liefern, da aufgrund der Supprimierung keine Antikörper in ausreichendem Maße gebildet werden. Als Lösung bietet sich dann eine Gewebeuntersuchung an, die den Parasiten direkt ermittelt. Bei positivem Befund reicht schließlich die Antibiotikagabe meist nicht mehr aus und es werden sofort Antiparasitika verabreicht.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Leider geht besonders von Zoonosen eine große Ansteckungsgefahr aus, da außer dem Menschen noch etliche weitere Säugetiere an der Verbreitung der Erreger beteiligt sind. Zoonotische Erkrankungen gehören hernach zu den weltweit häufigsten Krankheiten. Bekannt für eine rasche Ausbreitung und eklatante Seuchengefahr sind beispielsweise Salmonellen, die Malariaparasiten der Gattung Plasmodium oder das Bakterium Yersinia pestis, das die hochansteckende Pest indiziert.

Eine ebenso hohe Wahrscheinlichkeit des Befalls geht nun auch von Toxoplasma gondii aus. Schätzungen zufolge liegt bei etwa der Hälfte der weltweiten Bevölkerung eine Ansteckung mit diesem Erreger vor. Bei älteren Menschen beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Kontakts mit dem Parasiten sogar bei über 70 %. Folglich ist die Durchseuchung der Menschen mit Toxoplasmose gondii bereits weit fortgeschritten. Allerdings wird die Mehrheit der Betroffenen nichts davon spüren. Eine Behandlung ist lediglich bei einem geringen Prozentsatz der Infizierten notwendig.

Erwachsene Menschen, deren Immunsystem stark beeinträchtigt ist, entwickeln aufgrund der hohen Infektionsgefahr häufig eine gefährliche Toxoplasmose. Beispielsweise sind circa 60 % der HIV-Infizierten beziehungsweise AIDS-Kranken betroffen. Hingegen stellt Toxoplasmose in den Industrieländern eine statistisch kaum mehr relevante Gefahr in der Schwangerschaft mehr dar. Der Grund hierfür ist in der guten Vorsorge und dem stets durchgeführten Toxoplasmosescreening zu suchen. Demnach gibt es nur noch vereinzelt Fälle von pränataler Infektion, obgleich viele werdende Mütter zu Beginn der Schwangerschaft einen Befall mit Toxoplasma gondii aufweisen. In Ländern ohne Vorsorge verhält es sich freilich grundlegend anders.

Kurz erwähnt sei an dieser Stelle, dass eine Infektion per se nicht abhängig vom Geschlecht, der Herkunft oder dem Alter einer Person ist. Relevant sind lediglich die spezifischen Lebensumstände. Die hohe Prävalenz bei älteren Menschen lässt sich im Wesentlichen darauf zurückführen, dass ein Kontakt ob der hohen Durchseuchung mit Toxoplasma gondii schlicht wahrscheinlicher ist. Die Tatsache, dass Toxoplasmose in Entwicklungsländern häufiger einen schweren Verlauf nimmt, ist schlicht damit zu erklären, dass in den betroffenen Ländern auch eine hohe Quote HIV-Infizierter zu finden ist. Ungünstig wirken sich genauso die möglicherweise mangelnden Hygienemaßnahmen sowie eine generell instablile körperliche Verfasstheit aus.


Komplikationen bei der Krankheit

Als Komplikation kann bereits das Ausbrechen der Toxoplasmose mit Symptomen gewertet werden. Da sich der Erreger im gesamten Körper ausbreiten kann, ist eine Schädigung mehrerer Organe möglich. Am drastischsten wirkt sich hierbei vermutlich ein Befall der Hirnregion aus, der zur sogenannten zerebralen Toxoplasmose führt. Hierunter ist die Bildung von Zysten und Abszessen im Gehirn zu verstehen, die nachhaltige Schäden des gesamten Organs zur Folge haben. Derzeit untersuchen verschiedene Studien, inwiefern dadurch eine Verhaltensänderung der Patienten bewirkt wird. Bisweilen liegen zu diesem Thema jedoch nur valide Ergebnisse im Bezug auf Labortiere vor. Generell sind aber geistige Behinderungen und organische Funktionsbeeinträchtigungen bei schwerer Toxoplasmose wahrscheinlich.

Traumatische Komplikationen nach einer Toxoplasmoseinfektion können auch bei Schwangeren auftreten. Frauen übertragen unter ungünstigen Umständen die Krankheit auf ihr ungeborenes Kind, was zu Schäden des Organismus nach der Geburt oder zu Fehlgeburten führen kann, vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft. Erfolgte die Ansteckung in den letzten Dritteln der Schwangerschaft, können sehr beeinträchtigende Krankheiten bei einem Neugeborenen relevant werden: Neben Krampfanfällen, Epilepsien, und leichten Entwicklungsverzögerungen gehören auch schwere Herz- und Leberschäden, spastische Anfälle, zerebrale Funktionsstörungen und geistige Behinderungen zum breiten Spektrum der möglichen Folgeerscheinungen einer Infektion. Selbst Jahre nach der Geburt kann die pränatale Toxoplasmoseinfektion noch eine Rolle spielen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nur bei schwerem Verlauf muss Toxoplasmose behandelt werden.
Da die Erkrankung in den meisten Fällen ohne Beschwerden und Symptome verläuft, wird sie oft gar nicht bemerkt und dementsprechend nicht behandelt.

Nur in Fällen mit schwerem Verlauf, wenn also Krankheitssymptome auftreten, sollte man sich ärztlich untersuchen und behandeln lassen. Hingegen werden Schwangere im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung in aller Regel präventiv auch auf Toxoplasmose getestet.

Behandlungsmethoden & Therapie

Liegt ein positiver Test auf Toxoplasma gondii vor, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Immunsupprimierte Patienten und spät von Toxoplasmoseerregern befallene Schwangere bekommen in der Regel Antiparasitika verschrieben. Hierzu gehören unter anderem Medikamente, die Sulfadiazin und Pyrimethamin beinhalten.

Frauen, die in den ersten Schwangerschaftswochen infiziert wurden, werden sehr wahrscheinlich mit einer Makrolidkur behandelt. Unter Makrolid versteht man ein Antibiotikum, das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass es in der Schwangerschaft gut verträglich ist und so gut wie keine Folgeschäden am Embryos herbeiführt.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Da die Ausbreitung des Toxoplasmoseparasiten sehr hoch ist und eine Ansteckung für Schwangere, Kleinkinder und Menschen mit Immunsuppression gefährlich werden kann, sollten alle Menschen eine Toxoplasmoseprävention in Erwägung ziehen. Es handelt sich dabei um wenige Verhaltensregeln, die leicht durchführbar sind und generell zum Hygienestandard gehören sollten.

Hier ist als wesentlichste Maßnahme der richtige Umgang mit Fleischprodukten und pflanzlichen Lebensmitteln zu nennen. Bei der Zubereitung, besonders von rohem Fleisch, muss darauf geachtet werden, dass Schneidewerkzeuge und Unterlagen sogleich nach Benutzung gereinigt werden. Dies gilt natürlich ebenso für die Hände. Bevor Obst und Gemüse als Rohkost verspeist werden, brauchen die jeweiligen Früchte eine gründliche Reinigung. Allein die Schale zu entfernen, reicht nicht aus, da mit dem Schäler oder einem Messer durchaus Parasiten auf alle freigelegten Stellen übertragen werden können.

Allen Liebhabern von Steak Tatar. Rohschinken und weiteren Fleischspeisen, bei denen das rohe Fleisch nicht durch Kochen oder Braten verarbeitet wurde, muss an dieser Stelle eine schlechte Nachricht überbracht werden. Erst in Lebensmitteln, die über 50°C erhitzt wurden, kann ein Befall mit Toxoplasma gondii ausgeschlossen werden. Liegt kein Attest über die Gesundheit des geschlachteten Tieres vor, das möglicherweise ein Zwischenwirt des Erregers war, kann das rohe Fleisch im Grunde Infektionsträger sein.

Eine Gefahrenquelle der Ansteckung bilden darüber hinaus Sandkästen, Strände und Gartenerde. Hier könnten Katzen ihre Notdurft verrichtet haben. Daher ist es empfehlenswert, Sandkästen abzudecken und bei der Gartenarbeit Handschuhe zu tragen. Natürlich bleibt hernach die Gefahr, dass sich Kinder auf öffentlichen Spielplätzen oder beim Toben am Strand infizieren. Achten Sie folglich bei kleinen Kindern darauf, dass diese keinen Sand essen oder nach dem Spielen die Finger in den Mund stecken. Eine sofortige Reinigung der Hände mit feuchten Reinigungstüchern kann hilfreich sein. Bei älteren Kindern gereicht es natürlich, sie über die möglichen Gefahren aufzuklären und zur gründlichen Hygiene anzuhalten.

Die genannten Maßnahmen sind, wie bereits erwähnt, allen Menschen zu empfehlen. Ganz besonders gelten sie jedoch für all jene, deren Immunsystem aufgrund einer Krankheit geschwächt ist. Ebenso sollten Schwangere penibel auf die Einhaltung präventiver Verhaltensregeln achten, falls das Toxoplasmosescreening bei ihnen bisher negativ ausgefallen ist.


Prognose zur Heilung

Im Bezug auf Toxoplasmose kann eigentlich nicht von Heilung gesprochen werden, da schließlich in den meisten Fällen gar keine wirkliche Krankheit zum Ausbruch kommt. Wer sich mit den Parasiten ansteckt, bildet einerseits Antikörper gegen den Erreger, die einen erneuten Befall verhindern. Andererseits bleiben jedoch die bereits aufgenommenen Toxoplasma gondii lebenslang im Körper. Sie sind dann aber inaktiv und richten keinen Schaden an, solange das Immunsystem aktiv ist. Eine andere Situation ergibt sich, wenn durch Immunsuppression eine Toxoplasmose tatsächlich schwere Formen annimmt.

In diesen Fällen kann die Erkrankung mit Antiparasitika behandelt werden, die jedoch schwere Nebenwirkungen nach sich ziehen können. Zudem bewirkt der Parasitenbefall Organschädigungen, die irreversibel sein können. Das trifft ganz besonders in Hinblick auf die zerebrale Toxoplasmose zu. Das bedeutet, dass selbst nach erfolgreicher Eindämmung des Parasiten, nicht zu vernachlässigende Beeinträchtigungen durch zerstörtes Gewebe vorliegen können, die ihrerseits eine Therapie nötig machen.


Maßnahmen für Katzenhalter

In Hinblick auf die Prävention von Toxoplasmose lässt sich leider eine eher laxe Einstellung der meisten Menschen bemerken. Zum einen ist die hohe Wahrscheinlichkeit einer Infektion nicht augenscheinlich, zum anderen wird diese Erkrankung als generell ungefährlich eingestuft. Das führt dazu, dass Präventionsmaßnahmen als unnötig empfunden werden. Hierin liegt jedoch eine große Gefahr für all jene Menschen, deren Immunsystem nicht entwickelt genug ist, um eine Infektion abzuwehren. Bekanntermaßen macht die hohe Quote der gesellschaftlichen Durchseuchung eine Ansteckung sehr wahrscheinlich. Darum sollten wir alle bemüht sein, ein weiteres Ausbreiten des Toxoplasmoseerregers zu verhindern. In der Verantwortung stehen hier ganz speziell Katzenhalter, da diese Haustiere die primären Wirte des Parasiten Toxoplasma gondii darstellen und mit ihrem Kot die Umgebung zu infizieren vermögen.

Katzenbesitzer sollten eine Reihe von Verhaltensregeln beachten, um explizit eine Weitergabe der Parasiten zu verhindern. Das ist besonders dann angeraten, wenn die Katze ein Freigänger ist und sie ergo nicht nachvollziehen können, mit wem oder was ihr Haustier in Kontakt getreten ist. In erster Linie handelt es sich bei den empfohlenen präventiven Maßnahmen selbstverständlich um hygienische Richtlinien. In dem Fall, dass sich eine Katze bereits mit Toxoplasmoseerregern infiziert hat, ist gerade der Kot des Tieres hochinfektiös.

Er muss folglich mit entsprechender Sorgfalt beseitigt werden. Es kann beispielsweise sinnvoll sein, beim Reinigen des Katzenklos Handschuhe zu tragen. Kommen beim Säubern eine Schaufel und andere Gerätschaften zum Einsatz, sollten diese anschließend, genauso wie die Katzentoilette selbst, gründlich gereinigt werden. Das Risiko einer Infektion der Katze lässt sich dadurch minimieren, dass kein rohes Fleisch gefüttert wird.

Besonders achtsam sollten Katzenbesitzer auch beim Kuscheln und Schmusen mit ihrem Liebling sein. Bedenken Sie, dass Katzen Fell und Anus gleichermaßen mit der Zunge reinigen. Es ist also sehr wohl möglich, dass sich winzige Kotpartikel im Fell des Tieres befinden. Es empfiehlt sich also nicht, die Katze zu küssen oder sich von ihr ablecken zu lassen. Nach Streicheleinheiten müssen zudem die Hände gewaschen werden.

Sind Kinder im Haushalt, gilt es vor allem, sie über den richtigen hygienischen Umgang mit ihrem Haustier zu informieren und dies gegebenenfalls zu überwachen. Schwangere Katzenbesitzer müssen dafür Sorge tragen, tägliche Reinigungsarbeiten von jemand anderem durchführen zu lassen. Sie sollten insgesamt einen engen Kontakt zur Katze eher vermeiden. Darüber hinaus empfiehlt es sich Personen der Risikogruppe nicht, streunende Katzen zu streicheln.


Alternative Behandlungsmethoden

Abgesehen von hygienischen Maßnahmen gibt es leider keine Möglichkeit der Prävention von Toxoplasmose. Sobald der Parasit oral eingenommen wird, gelangt er in den gesamten Körper und kann unter den genannten Umständen schwere Schädigungen hervorrufen. Vorbeugende alternative Mittel stehen hernach nicht zur Verfügung. Auch im Bezug auf die Behandlung einer bereits manifestierten Toxoplasmose kann die Alternativmedizin keine sinnvollen Methoden anbieten, die konventionelle Behandlungen ersetzen könnten.

In der entsprechenden Literatur finden sich einige Mittel, die unterstützende Wirkung haben sollen. Dabei handelt es sich allerdings um Medikamente, die der Bekämpfung von klassischen Darmparasiten dienen. Toxoplasma gondii ist jedoch ein im Unterschied zu diesen ein intrazellulärer Parasit, auf den solche Therapien keinen Einfluss haben. Zudem lässt er sich nicht nur im Darm, sondern auch in anderen Organen verorten. Hieraus folgt, dass der Alternativmedizin in diesem speziellen Fall wohl kein sonderlicher Nutzen zuzusprechen ist. Der Form halber sollen die gängigsten Mittel hier dennoch aufgeführt werden.

Welche Hausmittel können helfen?

Die oft erwähnten Hausmittel in Bezug auf Toxoplasmose sind folgende:

Es handelt sich bei den genannten Mitteln um vielseitig einsetzbare Produkte. Besonders dem Apfelessig wird eine heilende Wirkung bei verschiedensten Leiden nachgesagt. Im Bezug auf Darmparasiten soll er, genauso wie Zucker oder Kokosöl, den Nährboden entziehen und hernach verhindern, dass parasitäre Lebewesen jene Stoffe bekommen, die sie zum Überleben benötigen. Wie bereits erwähnt wurde, funktioniert dieses Prinzip jedoch nicht bei Toxoplasmoseparasiten.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Papayakerne
  • Wermut
  • Knoblauch
  • Kürbiskerne
  • Schwarzwalnuss
  • Artemisia annua
  • Bunias orientalis

Die genannten Heilbringenden Pflanzen – Heilkräuter wie auch Heilpflanzen, gelten als ausgesprochen verdauungsfördernd und haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Darmflora. Im Zuge einer gesunden Ernährung sind sie deshalb im Grunde zu empfehlen. Eine bestehende Toxoplasmose kann man mit ihnen jedoch nicht behandeln.

Ätherische Öle

  • Oregano-Öl
  • Lavendelöl

Ätherische Öle sollen zumeist präventiv gegen Parasiten wirken. Lavendel wird beispielsweise häufig als Duftöl gegen Mücken und andere Insekten eingesetzt. Selbstverständlich gelingt es aber keinem Duftöl, Toxoplasma gondii aus seinem Wirt zu vertreiben.

Homöopathie & Globuli

Heilpraktiker empfehlen nur wenige Globuli im Bezug auf eine Toxoplasmosebehandlung. Zu finden sind unter anderem:

Einen interessanten therapeutischen Ansatz stellen auf dem Gebiet der Homöopathie die sogenannten Nosoden dar. Diese werden oftmals im Zusammenhang mit parasitär indizierten Infektionen angewendet. Es handelt sich dabei um kleinste Erregermengen, die nach Einnahme eine Immunreaktion und die Bildung von Antikörpern bewirken sollen. Das Prinzip entspricht dem, einer Impfung. Nosoden können sogar als Vorläufer der klassischen Impfung verstanden werden, mit dem Mediziner bereits seit der Antike experimentierten.

Bekannt ist beispielsweise, dass Nosoden als flächendeckende Maßnahme gegen die Pest eingesetzt wurde. Als modernes homöopathisches Mittel sollten sie eine Konzentration von mindestens C12 aufweisen, um eine Wirkung zu garantieren. Wichtig ist hierbei, dass der Patient über ein halbwegs intaktes Immunsystem verfügt. Eine Anwendung dieses Medikaments sollte folglich unter keinen Umständen ohne vorherige Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen.

Alle weiteren Mittel, die sich in der alternativmedizinischen Fachliteratur finden lassen, dienen letztlich nur der Symptomlinderung. Echinaceaglobuli basieren auf Extrakten des Sonnenhuts und sollen Entzündungen im Atmungstrakt mindern. Inwiefern die Einnahme solcher Präperate bei Toxoplasmose überhaupt sinnvoll ist, muss ein Arzt entscheiden. Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind überdies mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ein weiterer Ansatz der Hömöopathie besteht in der Behandlung von Haustieren. Hierdurch sollen vorsorglich Infektionsquellen ausgemerzt werden. Unter anderem Lac felinum oder Hämatoxylin sollen aus veterinärmedizinischer Sich geeignet sein.

Schüssler-Salze

Die häufig bei Toxoplasmose von Heilpraktikern empfohlenen Schüssler Salze dienen in erster Linie der physischen und psychischen Kräftigung eines Betroffenen. Darüber, in wie weit sie sich tatsächlich positiv auswirken, können jedoch keine verifizierbaren Aussagen gemacht werden, da Studien hierzu noch nicht vorliegen.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Eine spezielle Ernährung bei allgemeinem Vorliegen einer Toxoplasmose gibt es nicht. Selbstverständlich gilt, wie bei den meisten Erkrankungen, dass eine gesunde Ernährung niemals schädlich sein kann. Besondere Maßnahmen und Diäten müssen lediglich dann zum Einsatz kommen, wenn ein bestimmtes Organ durch den Toxoplasmoseerreger bereits geschädigt wurde. Liegt beispielsweise ein starker Befall der Leber vor, sollten fette Speisen und Alkohol gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden.

Die Möglichkeiten einer besonnenen Ernährung liegen überwiegend im Bereich der Prävention und Nahrungshygiene. Nochmals sei hier darauf verwiesen, dass Fleisch beim Verarbeiten stets eine Kerntemperatur von mehr als 50°C erreichen sollte. Rohe Fleisch- und Wurstwaren bergen hingegen das Risiko, mit Toxoplasma gondii belastet zu sein. Das betrifft in den meisten Fällen Erzeugnisse aus Schweinefleisch, aber auch eine Kontamination von Lamm, Rind, Pferd und Geflügel sind möglich. Katzen sollten unter gar keinen Umständen verspeist werden.

Der Toxoplasmoseparasit kann sich ebenso auf Obst und Gemüse befinden, die vor Verzehr stets gereinigt werden sollten. Überdies ist es hilfreich, anschließend die Früchte zusätzlich von ihrer Schale zu befreien. Prinzipiell sind alle Maßnahmen zu empfehlen, die dazu dienen, bei der Nahrungsaufnahme keine Toxoplasmoseerreger aufzunehmen.


FAQ – Fragen & Antworten

Mein Kind hat Sand gegessen: Soll ich es auf Toxoplasmose testen lassen?
Ob der hohen Wahrscheinlichkeit wenigstens ein Mal im Leben mit Toxoplasmose in Kontakt zu kommen, ist eine Infektion im Sandkasten selbstverständlich möglich. In der reinen Ansteckung liegt jedoch zumeist gar kein Problem. Wenn ihr Kind nicht aufgrund einer anderen Erkrankung eine Immunschwäche aufweist und zudem keinerlei Krankheitssymptome auftreten, gibt es zunächst auch keinen Therapiebedarf. Das Wissen um einen Befall mit Toxoplasma gondii wird erst relevant, wenn später möglicherweise eine schwere Krankheit wie HIV oder Krebs vorliegt. In solchen Fällen wird aber selbstverständlich auf Toxoplasmose getestet. Das gilt ebenso für Schwangere, bei denen eine früh erfolgte Ansteckung sogar positiv gewertet werden kann, da bereits Antikörper gebildet wurden, die wiederum eine pränatale Weitergabe des Parasiten verhindern. Es besteht folglich kein Grund dafür, Kinder auf Verdacht eines Parasitenbefalls hin testen zu lassen.

Ich bin schwanger, hatte aber noch nie Toxoplasmose – wie soll ich mich verhalten?
Frauen, die sich bereits vor einer Schwangerschaft mit Toxoplasmoseerregern infiziert haben, brauchen sich keinerlei Sorgen um den Fötus zu machen. Anders gestaltet sich die Situation jedoch, wenn bei das Toxoplasmose-Screening negativ ausgefallen ist. Eine Erstinfektion während der Schwangerschaft bedeutet zwangsläufig, dass der Parasit auch an das ungeborene Kind weitergegeben wird und dann eklatante Schäden anrichtet. Daher gilt bei einem negativen Testergebnis, dass die werdende Mutter alle präventiven Maßnahmen zur Verhütung einer Ansteckung penibel einhalten muss. Der Verzehr rohen Fleisches sowie der Kontakt zu Katzen sollten unbedingt unterbunden werden.

Sind Katzen nach einer Toxoplasmosebehandlung noch Infektionsträger?

Zunächst einmal sind Hauskatzen als primäre Wirte des Toxoplasmoseerregers um ein Vielfaches anfälliger für Toxoplasmose als andere Säugetiere. Ihr Körper bildet den idealen Nährboden des Parasiten, wodurch nicht selten viele Organe von einer Infektion betroffen sind. Eine Behandlung durch den Tierarzt führt dann lediglich zum Absterben der Toxoplasma gondii um Darm. Hernach ist keine sexuelle Vermehrung der Parasiten mehr möglich. In den anderen Organen bleiben sie allerdings erhalten. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass nach einer erfolgreichen Behandlung noch infektiöser Kot ausgeschieden wird. Zudem gilt für Katzen prinzipiell das gleiche wir für den Menschen: Nach einer Erstansteckung bilden das Immunsystem sogleich Immunglobuline (Antikörper), die eine erneute Ansteckung verhindern. Sicherheitshalber sollten dennoch die gängigen Hygienemaßnahmen bei Katzenhaltung beachtet werden.

Stimmt es, dass Toxoplasmose über verunreinigtes Spritzbesteck übertragen wird?
Nein, Toxoplasmose wird lediglich oral übertragen. Allerdings ist diese Krankheit einigen Menschen nur aus Filmen oder Serien bekannt. Erwähnung findet sie unter anderem in Dr. House oder Trainspotting. Charaktere, die hier von Toxoplasmose befallen sind, stehen zumeist im Zusammenhang mit einer Drogensucht, wodurch der Irrglaube entstanden ist, Toxoplasma gondii verbreite sich auch mittels Spritzen. Das ist in aller Regel nicht der Fall. Relevant bei einer Drogensucht sind vielmehr die ungünstigen Lebensumstände, die zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können (zum Beispiel HIV) und das Immunsystem in Mitleidenschaft ziehen. Hierdurch wird schließlich auch die Toxoplasmose gefährlich.

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