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Einjähriger Beifuß

by Danaae
Artemisinin, Artemisia annua, Einjähriger Beifuß

Kristian Peters — Fabelfroh 11:40, 16 September 2007 (UTC), Artemisia annua detail, CC BY-SA 3.0

Der Einjährige Beifuß (Artemisia annua) enthält den Wirkstoff Artemisinin, welcher als Arzneimittel gegen Malaria genutzt wird. Neuere Studien lassen zudem auf eine Wirkung gegen weitere Leiden wie Krebserkrankungen oder das Coronavirus hoffen.

Die Anwendung von Artemisia annua als Heilpflanze ist vor allem aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt, wo Extrakte und Tinkturen vom einjährigen Beifußkraut auch gegen zahlreiche weitere Erkrankungen eingesetzt werden.

Einjähriger Beifuß (Artemisia annua)

Steckbrief: Systematik von Artemisia annua

  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Unterfamilie: Asteroideae
  • Tribus: Anthemideae
  • Untertribus: Artemisiinae
  • Gattung: Artemisia
  • Art: Einjähriger Beifuß
  • Wissenschaftlicher Name: Artemisia annua L.

Der Einjährige Beifuß

Einjähriger Beifuß (Artemisia annua) als Heilpflanze

Der Einjährige Beifuß ist eine aromatisch duftende Pflanze aus der Familie der Korbblütler, welche unter anderem mit dem Gewöhnlichen Beifuß und dem Wermut verwandt ist. Aus der Heilpflanze wird der Stoff Artemisinin isoliert, welcher bereits seit längerem erfolgreich gegen Malaria eingesetzt wird.

Das Artemisinin wird seit der Corona-Pandemie außerdem auch bezüglich der Wirksamkeit gegen Covid getestet. Seit April 2022 läuft nun auch eine Studie zu einer Heilpflanzen-Mixtur gegen sars-CoV-2, welche u.a. Artemisia annua enthält und bereits als Beigleittherapie bei hiv eingesetzt wird.

Namen, Beschreibung & Verbreitung

 süßer wermut , süße anni , süßer beifuß , einjähriger beifuß , einjähriger wermut , artemisia annua , pflanzen , natur ,Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich bei dem Einjährigen Beifuß um eine einjährige Pflanze, welche also nach der Reife ihrer Samen abstirbt. Hierauf bezieht sich auch das sogenannte Artepitheton „annua“ im botanischen Namen der Pflanze, was lateinisch ist und so viel wie „ein Jahr andauernd“ bedeutet.

Die krautige Pflanze ist in den sommerwarmen Regengebieten von Europa und Asien beheimatet. Sie gilt in Mittel- und Südeuropa als Neophyt, hat sich in diesen Gebieten also erst durch menschliche Einflussnahme etabliert.

Der Einjährige Beifuß ist sowohl in Österreich als auch der Schweiz und der nord-italientischen Provinz Südtirol verbreiter. Während er in Österreich bspw. in Wien und Salzburg zu finden ist, wächst er in Deutschland hauptsächlich entlang der Elbe.

Wie erkenne ich den Einjährigen Beifuß?

Der Einjährige Beifuß erreicht Wuchshöhen von etwa 50 bis 100, manchmal jedoch bis zu 200 Zentimetern. Er wächst stark verzweigt, besitzt aufrechte, unbehaarte, braune Stängel und etwa 3003 bis 5 Zentimeter lange, zarte Blätter.

Die Beifußblätter sind durch tiefe Einschnitte in viele Fiederblätter unterteilt. Sie duften aromatisch und haben eine silbrig-grüne bis hellgrüne Farbe. Die Blütezeit der Pflanze reicht von August bis September. Hierbei bilden sich in lockeren Rispen zahlreiche kleine Blüten von gelblich grüner Farbe.


Verwendung & Nutzen

Für was verwendet man Artemisia?

Der Einjährige Beifuß, nicht zu verwechseln mit dem Gemeinen oder Gewöhnlichen Beifuß, findet hauptsächlich als Heilpflanze Verwendung und ist hierbei vor allem aus der traditionellen chinesischen Medizin (tcm) bekannt.

Artemisinin, Artemisia annua, Einjähriger Beifuß

Tu Youyou in den 1950er Jahren

Er enthält den Wirkstoff Artemisinin, welcher erstmals im Jahr 1972 aus der Pflanze isoliert wurde und für dessen Gewinnung Tu Youyou, eine chinesische Pharmakologin, im Jahr 2015 schließlich den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Artemisia annua wurde allerdings schon vorher erfolgreich in der tcm gegen Malaria eingesetzt. Heutzutage stellt das aus dem Beifuß isolierte Artemisinin den Ausgangsstoff für verschiedene Malaria Medikamente dar.

Ein von dem Artemisinin abgeleitete Arzneistoff ist z.B. das Artemether, welches sogar in die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen wurde.

In der chinesischen Medizin wird der Einjährige Beifuß bzw. das aus der Pflanze isolierte Artemisinin auch gegen diverse weitere Erkrankungen eingesetzt. Es gibt z.B. auch Hinweise dafür, dass der Beifuß-Wirkstoff wachstumshemmend auf unterschiedliche Tumorzellen wirkt. Derzeit liegen allerdings keine ausreichenden Nachweise aus Studien vor, welche die potentielle Wirkung vom Beifuß gegen Krebs belegen.

Ebenfalls untersucht wird die Wirkung von Artemisinin gegen COVID. Während der Coronapandemie wurde ein Kräutertrunk mit der Heilpflanze entwickelt, welcher ersten klinischen Studien zufolge tatsächlich gegen das sars-CoV-2-Virus helfen können.


Beifußkraut & Artemisinin

Medikamente mit Artemisia annua

Artemisinin, Artemisia annua, Einjähriger Beifuß, beifußkraut

Kristian Peters — Fabelfroh 11:39, 16 September 2007 (UTC), Artemisia annua, CC BY-SA 3.0

Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel dient das Kraut vom Einjährigen Beifuß, also die oberirdischen Teile der Pflanze:

  • Einjähriges Beifußkraut (Artemisia-annua-Kraut)
    • Beschreibung: die getrockneten oberirdischen Teile von Artemisia annua
    • Synonyme: Herba Artemisiae Annuae

Wie verwendet man getrockneten Beifuß?

Der Einjährige Beifuß kann z.B. als Tee getrunken werden, ist jedoch mitunter auch in Form von Tinkturen und Kapseln erhältlich. Als Arzneimittel anerkannt sind jedoch vor allem Präparate mit dem aus der Pflanze isolierten Stoff Artemisinin bzw. hieraus abgeleiteten Substanzen wie Artemether.

Handelsnamen von Präparaten mit dem Einjährigen Beifußkraut sind z.B.:

  • Artemisia Annua Beifuss Kapseln
  • Einjährige Beifuß (Artemisia Annua) Tinktur
  • Artemisia Annua (einjähriger Beifuss) Extrakt
  • Artemisia Annua einjähriger Beifuß Tee
  • Einjähriger Beifuß Artemisia annua 400 mg Bio-Tabs
  • Einjähriger Beifuß Artemisia annua Bio-Kräuter-Pul
  • Artemisia annua – Einjähriger Beifuß Bio-Kräuter-Tab

Artemisinin Medikamente

Artemisinin wird in Medikamenten meist mit anderen Arzneistoffen kombiniert, da anderenfalls die Gefahr einer Resistenzenbildung besteht.

Arzneimittel mit (Ablegern) des Wirkstoffs Artemisinin sind z.B.:

  • Artemether (mit Lumefantrin)
    • Riamet
    • Coartem
  • Artesunat
    • Coarsucam bzw. ASAQ Winthrop (mit Amodiaquin)
    • Falcitrim (mit Mefloquin)
    • Pyramax (mit Pyronaridin)
  • Artemotil
    • Artecef (in Sesamöl)

Anwendung & Wirkung

Anwendungsgebiete vom Einjährigen Beifuß

Der Einjährige Beifuß findet vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilpflanze gegen diverse Leiden Anwendung. Arzneilich bewiesen ist derzeit allerdings in erster Linie die Wirkung vom Beifuß-Wirkstoff Artemisinin gegen Malaria.

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Malaria wird meist über Stechmücken übertragen

Weitere potentielle Anwendungsgebiete stellen Tumorerkrankungen und Covid-19 dar. Wissenschaftliche Studien zu letztgenannten Anwendungen befinden sich allerdings noch in frühen Phasen, sodass die tatsächlich Wirkung auf den Menschen noch abzuwarten ist.

Potentielle Anwendungen von Artemisia annua sind:


Wirkung von Artemisia

Wirkung vom Einjährigen Beifuß – Artemisinin als Malariamittel

Der genaue Wirkmechanismus vom Einjährigen Beifuß ist derzeit noch nicht vollständig geklärt. Für die Wirkung entscheidend scheint jedoch vor allem die eher ungewöhnliche Peroxidstruktur vom in der Pflanze enthaltenen Wirkstoff Artemisinin.

Artemisinin

Strukturformel von Artemisinin

Artemisinin zählt zu den sogenannten Schizontoziden, also zu den Malariamitteln. Liegt eine höhere Konzentration an Eisenionen vor, wird das Peroxid des Artemisinins instabil, sodass es in freie Radikale zerfällt.

Größere Mengen an Eisen sind z.B. in den Roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu finden, jedoch auch in den Malaria-auslösenden einzelligen Parasiten (Plasmodien). Trifft nun die Peroxid-Strunktur des Beifuß-Wirkstoffs auf die Plasmodien, zerfällt sie in für die Krankheitserreger toxische Radikale und tötet diese ab.

Da Abkömmlinge von Artemisinin wie z.B. das Artemether jedoch eine deutlich bessere Bioverfügbarkeit besitzen, werden diese bevorzugt. Die WHO rät außerdem von der Verwendung von Monopräparaten, also Mitteln, welche nur einen Wirkstoff enthalten, ab, um die Gefahr einer Resistenz-Entwicklung zu verringern. Daher werden die Artemisinin Abkömmlinge meistens mit anderen Arzneistoffen kombiniert.


Antioxidativ & Krebshemmend

Wirkung von Artemisia annua gegen Krebs, Viren und Protozoen

Neben seiner Wirksamkeit gegen Malaria zeigte der Einjährige Beifuß in Studien auch weitere positive Wirkungen auf die Gesundheit. Derzeit untersucht werden dabei vor allem die Effekte von Artemisia gegen Krebs, Leishmanien und das Coronavirus.

krebs , neubildung , solid tumor , tumor , brustkrebs , krebs-phänotyp , karzinom , onkologie , malignenIn Untersuchungen im Tiermodell und an Zellkulturen zeigte das Artemisinin eine wachstumshemmende Wirkung auf unterschiedliche Tumorzellen. Allerdings lassen sich die Ergebnisse dieser in-vitro und in-vivo Studien nicht einfach auf den Menschen übertragen. Um die tatsächlich Wirkung vom Einjährigen Beifuß gegen Krebs nachzuweisen, muss Artemisia annua noch in klinischen Studien am Menschen untersucht werden.

Darüber hinaus wurden Extrakte der Pflanze auch auf ihre Wirkung gegen Viren wie etwa das Coronavirus untersucht, wie nachfolgend noch genauer erläutert wird, ebenso wie gegen die Protozoen Leishmanien.

Die Blätter der Pflanze sowie hieraus hergestellte Extrakte gelten ferner auch als gute Quelle für Antioxidantien. Artemisia annua gehört dabei zu den vier Pflanzen mit dem höchsten „ORAC-Wert“. Diese sogenannte „Oxygen Radical Absorbance Capacity“ beschreibt die Fähigkeit von Stoffen, Sauerstoff-Radikale abzufangen.

Der Einjährige Beifuß hat also den Forschungen zufolge eine hohe Kapazität, um schädliche Freie Radikale abzufangen. Sowohl die antioxidative als auch die antivirale Wirkung werden dabei den reichlich in Artemisia enthaltenen, vielfältigen Flavonoiden zugeschrieben.


Beifußextrakt gegen COVID-19

Wirkung vom Einjährigen Beifuß gegen das Coronavirus

Während der Coronapandemie wurden vor allem in Asien und Afrika neben schulmedizinischen Arzneimitteln auch pflanzliche Heilstoffe gegen das Virus getestet.

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Pixabay / iXimus

Als vielversprechend erwies sich dabei vor allem ein Extrakt aus dem Einjährigen Beifuß. Zumindest in Zellstudien konnte bereits nachgewiesen werden, dass das Artemisia annua Extrakt die Vermehrung von sars-CoV-2 hemmen kann.

In weiteren Forschungsarbeiten konnte dabei jedoch vor allem eine entzündungshemmende Wirkung beobachtet werden, nicht aber eine direkte Wirkung gegen die Viren. Da jedoch eine überschießende Immunantwort mit schweren Covid-Verläufen in Verbindung gebracht wird, könnte auch die Dämpfung dieser durchaus hilfreich sein.

Derzeit liegen allerdings noch keine ausreichenden Daten zur Wirkung von Artemisia annua gegen das Coronavirus vor. Seit April 2022 wird aber eine Mixtur aus vier Heilpflanzen, mitunter Artemisia annua, in klinischen Studien untersucht.

Derzeit ist allerdings auch noch unklar, wie gut die Wirkstoffe des Beifuß-Extrakts vom Körper aufgenommen werden. Die Wirkung von Reinstoffen wie dem Artemisinin bzw. dessen Abkömmling Artesunat erscheint hingegen deutlich stärker.


Einnahme & Dosierung

Wie verwendete ich einjährigen Beifuß?

Die Einnahme und Dosierung von Artemisia annua variieren abhängig vom Anwendungsgebiet und dem verwendeten Präparat. Medizinisch anerkannt ist dabei die Anwendung von Artemisinin gegen Malaria, wobei die Behandlung ärztlich verordnet wird.

Der Wirkstoff Artemisinin ist aber auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, welche meist als Kapseln angeboten werden. Darüber hinaus werden in der Pflanzenheilkunde u.a. auch das Beifußkraut sowie hieraus hergestellte Zubereitung wie Extrakte und Tinkturen zu unterschiedlichen medizinischen Zwecken verwendet.


Ist Artemisia annua verboten?

Darreichungen wie z.B. das getrocknete Beifußkraut sowie Kapseln, Tinkturen und Extrakte sind zwar auf dem Markt erhältlich, allerdings dürfen diese laut europäischer Verordnung nicht als Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel angeboten werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Einjährige Beifuß verboten ist. Sowohl der Anbau der Pflanze als auch der Verkauf und besitzt sind durchaus erlaubt. Es ist lediglich verboten, die Beifuß-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel anzubieten, da es hierbei noch an wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit fehlt.

Präparate mit reinem Artemisinin dürfen hingegen als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Diese enthalten meist spezifische Extrakte der Pflanze.


Einnahme von Artemisinin

Der Wirkstoff Artemisinin wird als Nahrungsergänzungsmittel, beispielsweise in Form von Kapseln, angeboten. Der Anwendungszweck ist hierbei nicht verbindlich, allerdings wird der Beifuß-Wirkstoff von Einzelpersonen bspw. zur Stärkung des Immunsystems, gegen chronische Borreliose oder als Hausmittel gegen Corona verwendet.

Dosierung von Artemisinin Kapseln

Grippostad C Pille, Medikament, Tablette, Arznei Laif 900Da Präparate wie Kapseln unterschiedliche Mengen an Artemisinin pro Stück enthalten können, variiert auch die empfohlene Dosierung je nach Hersteller. Kapseln mit dem Wirkstoff vom Einjährigen Beifuß, welche pro Stück jeweils 245 Milligramm Artemisinin enthalten, werden jedoch i.d.R. wie folgt dosiert:

  • Tagesdosis: 1 Kapsel mit je 245 mg Artemisinin
  • Einnahmeweise: mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. ein Glas Wasser) einnehmen

Inhaltsstoffe & Wirkstoffe

Inhaltsstoffe vom Einjährigen Beifuß

Im Einjährigen Beifuß ist ätherisches Öl enthalten, dessen Hauptkomponente das Artemisiaketon darstellt. Weitere im Öl enthaltene Substanzen sind α- und β-Pinen, Camphen, Myrcen und Sabinen.

Darüber hinaus konnten auch die flüchtigen Sesquiterpene β-Caryophyllen, Germacren D, β-Cadinen und Nootkaton im Kraut von Artemisia annua nachgewiesen werden. Ebenfalls in der Pflanze enthalten sind Sesquiterpen-Derivate wie die Arteannuinsäure und das Arteannuin B.

Bedeutsam ist jedoch vor allem das Sesquiterpenlacton Artemisinin, welches ausschließlich in den grünen Pflanzenteilen vorkommt und dessen Konzentration kurz vor der Blütezeit mit bis zu 0,1 % (bezogen auf das Trockengewicht) am höchsten ist.

Schließlich konnten auch methoxylierte Flavonoide im Einjährigen Beifuß gefunden werden, etwa Artemetin, Chrysosplenetin und Eupatorin. Den Flavonoiden werden antivirale und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben.

Wirkstoffe von Artemisia annua

Artemisinin, Artemisia annua, Einjähriger Beifuß

  • Ätherisches Öl
    • Artemisiaketon (Hauptkomponente)
    • α-Pinen
    • β-Pinen
    • Camphen
    • Myrcen
    • Sabinen
  • Flüchtige Sesquiterpene
    • β-Caryophyllen
    • Germacren D
    • β-Cadinen
    • Nootkaton
  • Sesquiterpenlactone und Sesquiterpenderivate
    • Artemisinin (bis zu 0,1 %)
    • Arteannuin B
    • Arteannuinsäure
  • Methoxylierte Flavonoide
    • Artemetin
    • Chrysosplenetin
    • Eupatorin

Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von Artemisia annua – Ist der Einjährige Beifuß giftig?

Nebenwirkungen vom Einjährigen Beifußkraut sind derzeit keine bekannt. Die aus der Pflanze isolierte Reinsubstanz Artemisinin ist in den empfohlenen Dosierungen zwar meist gut verträglich, kann aber zu folgenden Nebenwirkungen führen:

Die Nebenwirkungen von Artemisinin ähneln oftmals den Symptomen der Malaria-Erkrankung, also bspw. Schwindel, Appetitmangel, Übelkeit und Erbrechen. Eine Allergie gegen Artemisinin kann zu Symptomen wie Schwellungen, Ausschlag, Schluckbeschwerden oder Atemnot führen.

Kontraindikation – Gegenanzeige gegen den Einjährigen Beifuß

Magenschleimhautentzündung

Artemisia annua ist mitunter bei Gastritis kontraindiziert

Zu den Gegenanzeigen von Artemisia annua gehören in erster Linie eine Beifuß-Allergie, Magenschleimhaut-Entzündungen (Gastritis) und Epilepsie. Da der Einjährige Beifuß zur Familie der Korbblütler gehört, ist auch bei einer entsprechenden Allergie Vorsicht angebracht.

Darüber hinaus wird jedoch auch Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie Kindern und Jugendlichen von der Einnahme abgeraten, da hierbei noch keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Unbedenklichkeit vorliegen.

Artemisia annua Kontraindikation

Ohne vorherigen ärztlichen Rat ebenfalls von der Anwendung abgeraten wird:

Wechselwirkungen mit Artemisia annua

Wird der Einjährige Beifuß zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Bekannt ist derzeit vor allem, dass Artemisia annua Medikamente mit Eisenpräparaten interagieren können.

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihr ärztliches Fachpersonal, wenn Sie das einjährige Beifußkraut arzneilich verwenden möchten, jedoch bereits weitere Arzneimittel einnehmen.


Quellen & Verweise

  • Extrakte des Beifuss sind gegen sars-CoV-2 aktiv. (2020, Juni 24). Fu-berlin.de. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2020/fup_20_107-beifuss-corona/index.html
  • Ferreira, J., & Janick, J. Annual Wormwood (Artemisia annua L.). Purdue.edu. Abgerufen 13. Dezember 2022, von https://hort.purdue.edu/newcrop/CropFactSheets/artemisia.pdf
  • Artemisia annua L. extracts inhibit the in vitro replication of sars-CoV-2 and two of its variants (2021). BioRxiv.Org: The Preprint Server for Biology. https://doi.org/10.1101/2021.01.08.425825
  • WHO’s Solidarity clinical trial enters a new phase with three new candidate drugs. Who.int. Abgerufen 13. Dezember 2022, von https://www.who.int/news/item/11-08-2021-who-s-solidarity-clinical-trial-enters-a-new-phase-with-three-new-candidate-drugs
  • Zwischen Hype und Studien – Traditionelle Medizin und Heilpflanzen gegen Corona. Deutschlandfunk; deutschlandfunk.de. Abgerufen 13. Dezember 2022, von https://www.deutschlandfunk.de/who-studien-zu-traditioneller-medizin-heilpflanzen-und-corona-100.html


Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris), Gewürzbeifuß, Gewöhnlicher Beifuß

Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris)

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