Osteosynthese

Osteosynthese ALS ein Mittel der Wahl

 

Behandlung Osteosynthese Zerstörungen der Knochen, die durch traumatische Ereignisse entstanden sind, bedürfen einer speziellen therapeutischen Verfahrensweise.

Die Behandlung (Therapie) derartiger Beeinträchtigungen kann mit einem hohen Aufwand verbunden sein.

Unter dieser Voraussetzung ist es jedoch erreichbar, dass zuvor gebrochene Knochen wieder ihre volle Funktionsfähigkeit erlangen.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Osteosynthese. 

 

Was ist eine Osteosynthese?

 

Die Chirurgen verfügen heutzutage über eine Fülle an erstaunlichen Möglichkeiten, um Knochen wieder zusammenzufügen. Eines davon ist die Osteosynthese.

Das Prinzip der Osteosynthese ist durch das Herstellen einer künstlichen Verbindung zwischen zwei oder mehreren getrennten Knochenteilen charakterisiert.

Darüber hinaus können die Operateure dank der Osteosynthese sogar komplette Knochen wieder miteinander verbinden. Der Begriff Osteosynthese beruht auf der griechischen Bezeichnung ostèon für Knochen und synthesis für zusammensetzen, zusammenfügen, verbinden.

 

Ursprung und Entwicklung der Osteosynthese

 

Die Geschichte der Osteosynthese ist eng mit der Entwicklung von Implantaten und operativen Methoden verbunden.

Bis zum Jahr 1851 wurde für die Therapie von Knochenbrüchen lediglich mit sogenannten intramedullären Techniken gearbeitet. Seitdem kamen immer mehr extramedulläre Vorgehensweisen zum Einsatz.

Den Grundstein dazu legte 1851 Langenbeck, der eine Knochenschraubenapparatur erdachte, die eine extramedulläre Befestigung erlaubte. Der Begriff der Osteosynthese wurde erstmals im Jahr 1910 von Lambotte verwendet, der den Knochenschraubenapparat von Langeneck modifizierte und vervollkommnte.

Während des 1. Weltkriegs erfuhr die Osteosynthese einen Aufschwung und viele neue Vorrichtungen entstanden. Noch vor Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Röhrenknochen mit Metallplatten und Metallspitzen versorgt.

1886 entstand die erste Osteosyntheseplatte aus Bronze und Aluminium. In den 1980ern wurden neben Verplattungen auch Verschraubungen und Winkel verwendet. Ab 2000 kamen feine Drähte und Bolzen sowie Knochenzement hinzu.

 

Funktionsweise, Wirkung und Ziele der Osteosynthese

 

Die Zielstellung der Osteosynthese ist es, körperfremdes Material so in die Bruchstellen einzubinden, dass sich eine Stabilisierung des Bruches ergibt.

Dabei sollen anatomisch (Anatomie ist die Lehre vom Bau) zusammengehörige Fragmente von Knochen wieder befestigt werden, sodass die Bruchstelle in Ruhe verheilen kann. Knochenfragmente sind Knochenteile.

Des Weiteren beabsichtigen die Operateure mit einer Osteosynthese das Korrigieren von Fehlstellungen Knochenachsen und der Gelenke durch eine Verlagerung von Knochenstücken. Dieser Vorgang wird medizinisch exakt als Reposition (Zurückbringen in die vorherige Lage) deklariert.

Die Vorteile der Osteosynthese liegen darin, dass sich schon bald ein Bewegungstraining an der Stabilisierungsposition durchführen lässt. Diese Übungen stellen eine Belastung für die Muskulatur, die Sehnen und die Bänder dar, die infolge dessen geschmeidig bleiben und sich nicht verkürzen oder versteifen.

 

Die Osteosynthese ist darüber hinaus auch bei weiteren Erkrankungen eine optimale Behandlungsform.

Daher werden unterschiedliche Arten der Osteosynthese angewandt:

 

  • Osteosynthese mit Draht (Kirschner- oder Spickdraht, Cerclage)
  • Eine Cerclage ist eine Schlinge.
  • Osteosynthese mit Kompressionsschrauben
  • Osteosynthese mit Platten zur Knochenverankerung
  • Osteosynthese mit einem externen Fixateur (nach außen hin sichtbarer Halteapparat)
  • Osteosynthese mit einem Marknagel für das Einbringen in das Knochenmark von Röhrenknochen
  • Osteosynthese als Verbund aus Knochenzement
  • dynamische Schrauben
  • Zuggurtosteosynthese

Wie sich anhand dieser Aufstellung zeigt, werden vielzählige körperfremde Werkstoffe verwendet, um eine Konstruktion zu erschaffen, die ein Zusammenwachsen des Knochens unterstützt. Diese Hilfsmittel oder Implantate (nicht körpereigen), werden in den Körper eingepflanzt) werden aus gut verträglichen Substanzen wie Legierungen (Mischungen) aus Chrom, Cobalt und Molybdän sowie aus Chirurgenstahl oder Titan hergestellt.

Weitere Alternativen sind Karbon, Kunststoffe wie Polyetheretherketon und Faserverbundstoffe. Oftmals setzen die Chirurgen bei der Osteosynthese Produkte ein, die vom Körper aufgenommen oder resorbiert werden.

 

Therapeutische Bedeutung der Osteosynthese

 

Die Osteosynthese ist eine künstliche Knochenverbindung, die während einer Operation in den Körper eingebracht wird. Mittlerweile können den Patienten verschiedene Arten der Osteosynthese angeboten werden. Am häufigsten ist die Plattenosteosynthese indiziert (begründet).

Im chirurgischen Alltag sind in diesem Zusammenhang folgende Plattenformen gängig:

 

  • Abstützplatten bei Brüchen der Epiphyse (Knorpelteil an Röhrenknochen) und der Metaphyse (zwischen Epiphyse und Gelenkkopf)
  • Winkelplatten für die Frakturversorgung des Oberschenkels
  • Kompressionsplatten für die Ruhigstellung schräg verlaufender Brüche
  • Neutralisationsplatten für das Aufheben von Dreh- und Biegewirkung von anderen Verplattungen
  • Humerus-Fixateurplatten für Brüche am Oberarm
  • Less invasible stabilisation system Verwendung bei sehr komplexen Brüchen

Der Krankheitsverlauf beim Einsetzen von Implantaten und Fixateuren mittels Osteosynthese kann zum Positiven hin beeinflusst werden, Schon nach ungefähr einem Jahr werden die meisten Hilfsmittel wieder entfernt und die Patienten gewinnen bei richtiger Rehabilitation schon bald wieder ihre Lebensqualität zurüCK. Darüber hinaus können Fehlstellungen durch ein falsches Zusammenwachsen von Knochen ausgeräumt werden.

 

Durchführung und Wirkungsweise der Osteosynthese

 

Zur Osteosynthese wird der Patient in eine Vollnarkose verbracht.

Danach werden alle Weichteile über dem Knochen eröffnet, sodass der Operateur ungehindert Zugriff auf die  Bruchstelle hat. Das Reponieren wird ebenfalls manuell vorgenommen. Bei einer sogenannten Marknagelosteosynthese, die bei Röhrenknochen üblich ist, verschafft sich der Chirurg Zugang zur Markhöhle.

Behandlung Osteosynthese Das geschieht mit einem Draht oder einem chirurgischen Pfriem. Mit diesen Instrumenten wird ein Kanal erzeugt, durch den ein Führungsdraht geschoben wird.

Ein elektrischer Fräser nimmt dabei das weitere Eröffnen der Markhöhle vor. Gleichzeitig übernimmt der Fräser das weitere Einschieben des Drahtes.

Im Endeffekt kommt es zu einer Erweiterung des Knochenmarksraumes, sodass ein Nagel eingesteckt werden kann. Dieser wird als Schiene im Knochen genutzt.

Nach dem Arretieren und dem Positionieren dieses Systems nimmt der Chirurg die Versiegelung des Knochens mit einem sogenannten Verriegelungsnagel vor.

Das Prinzip bei einer Plattenosteosynthese ist wiederum etwas anders. Hierbei legt der Chirurg den gebrochenen Knochen wieder frei und fixiert die Fraktur mit einer Platten und genau auf den Knochen abgestimmten Schrauben. Um eine Schraubenosteosynthese fachmännisch gestalten können, werden differente Schrauben verwendet. Das sind beispielsweise die Spongiosa- oder die Zugschrauben.

Die Spongiosaschrauben werden unmittelbar durch die schwammartige Knochensubstanz, die Spongiosa geführt. Dazu ist es oftmals unumgänglich,dass ein Loch durch den Knochen hindurch gebohrt werden muss.

 

Die Osteosynthese involviert mehrere Behandlungsstufen. Diese sind unumgänglich, um die Heilung eines Bruches zu fördern und den Patienten so bald wie möglich wieder fit für den Alltag zu machen.

Umsetzbar sind diese Vorhaben durch „die drei R“:

 

  • Reposition – Bruch so bald wie möglich in eine anatomiegerechte, natürliche Stellung bringen
  • Retention – „Feststellung“ der durch die Reposition erreichten Positionierung durch spezielle Steif- oder Gipsverbände, einen Gilchrist- oder Desaultverband oder eine Schiene.
  • Rehabilitation – schon kurz nach der Beendigung der Retention in Form einer Frühmobilisierung

Knochenbrüche ziehen zahlreiche Folgeschäden mit sich. Das sind beispielsweise Blutergüsse oder Hämatome, Schmerzen, Störungen der Durchblutung und Schohnstellungen. Das „Einrichten“ des Bruches sollte daher zeitnah passieren, um die Zunahme der Begleiterscheinungen zu reduzieren. Bei bettlägerigen Patienten, die nicht selbst aufstehen können, werden die entsprechenden Körperteile passiv bewegt.

Dazu dienen spezielle krankengymnastische Übungen, die jedoch weitgehend vom Therapeuten ausgehen. Im Gegensatz dazu können mobilisierbare Patienten selbst trainieren. So kann einem Rückgang (Atrophie) der Muskelmasse entgegengewirkt werden. Die Muskeln, Bänder und Sehnen werden gekräftigt, Beanspruchung regt zudem die Neubildung von Knochenzellen an. So kann der Bruch relativ zügig wieder zusammenwachsen.

 

Eine Osteosynthese hilft gegen:

 

  • Knochenbrüche an den Gelenken
  • offene Knochenbrüche unter Beteiligung von Muskeln, Sehnen, Bändern und Haut
  • Knochenbrüche, bei denen Blutgefäße und Nerven involviert sind
  • Knochenfrakturen am Bein (Knochenfrakturen sind Knochenbrüche)
  • mehrere Brüche an einem Knochen (Mehrfachfrakturen)
  • Polytrauma (mehrere Verletzungen in verschiedenen Körperbereichen gleichzeitig)
  • Osteoporose oder Knochenschwund
Die Osteosynthese fördert ein rasches Zusammenwachsen der Knochen, eine baldige Zunahme der Belastbarkeit und damit wieder eine normale Beweglichkeit.

 

Die Osteosynthese und die Diagnostik

 

Die Osteosynthese bedarf einer umfangreichen Diagnostik, die sich zunächst auf die Krankengeschichte oder die Anamnese beschränkt.Um jedoch noch weitere wichtige Informationen zu erhalten, die vor allen Dingen für die Planung des operativen Vorgehens bedeutsam sind, muss der behandelnde Notfallmediziner oder der Orthopädische Facharzt mehrere Verfahren in die Diagnostik einbeziehen.

 

Das sind:

 

  • klinische Untersuchungen (tastbare Auffälligkeiten, die typisch für einen Knochenbruch sind sowie die Angaben des Patienten)
  • Röntgen (in zwei Ebenen oder als Spezialprojektionen wie Schicht- oder Schrägbilder)
  • Computertomografie (dreidimensionale Darstellung nicht sichtbarer Brüche)
  • Magnetresonanztomografie (kann auch bei Schwangeren zum Einsatz kommen)
  • Sonografie (Fraktursonografie an ausgewählten Körperstellen wie an Ellenbogen und Handgelenken)
  • Skelettszintigrafie (Bilder radiologisch unzureichend beurteilbarer Wirbelkörper)

Risiken und Nebenwirkungen der Osteosynthese

 

Durch die spezielle Vorgehensweise entstehen Risiken und Komplikationen wie:

 

  • Verklebungen an den Sehnen
  • Versteifungen der Gelenke
  • Veränderungen an den Sehnen, Bändern und Muskeln durch fehlende Bewegung
  • verkümmern der Knorpel
  • Kompartmetsyndrom (Anstieg des Druckes im Gewebe mit Einschränkungen der Durchblutung betroffener Weichteile und Haut) 
  • Ausprägung von Fettgerinnseln
  • Pseudoarthrose (fehlende Bruchheilung unter Entstehung eines sogenannten Falschgelenks)
  • Knochennekrose durch Absterben von Knochengewebe
  • Infektion mit Entzündungen der Knochenhaut
  • Lockerung des Osteosysntheseimplantats
  • Verschiebung der Knochenstücke

Durch die reine Operation sind folgende Probleme bedingt:

 

  • Bildung von Thrombosen (Verstopfung von Blutgefäßen) durch Blutgerinnsel (Zusammenballung von Blutplättchen)
  • Blutungen unter der Operation und post operativ (nach der Operation)
  • hartnäckige Blutergüsse (müssen unter Umständen chirurgisch beseitigt werden)
  • Infektion des Operationsareals mit entzündlichen Erscheinungen
  • Störungen der Wundheilung
  • unschöne Narben
  • Störungen des Herz-Kreislaufsystem oder Anaphylaktischer Schock während der Narkose
  • Überempfindlichkeiten auf Desinfektions- und Narkosemittel
  • Unverträglichkeits- und Abstoßungsreaktion auf Implantate und Nahtmaterialien
  • Trotz der mannigfaltigen Nebenwirkungen bleibt vielen Patienten ein solcher operativer Eingriff nicht erspart. Wichtig ist in diesem Zusammenhang eine umfassende Aufklärung und Beratung mit den behandelnden Ärzten auch in Hinsicht auf die Genesungschancen. Bei großen Ostesyntheseeingriffen kann eine anschließende Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll sein.

Spezialisten für die Osteosynthese

 

Unser Fazit zur Osteosynthese

 

Die Osteosynthese ist eine mittlerweile weit verbreitete, bewährte Behandlung, die ohne weiteres ihre Berechtigung hat. Sie kann bei fast allen Altersgruppen durchgeführt werden, wenn die entsprechenden körperlichen und konstitutionellen Gegebenheiten beachtet werden.

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