Anaphylaktischer Schock

Steckbrief: anaphylaktischer Schock

  • Name(n): anaphylaktischer Schock; anaphylaktische Reaktion Anaphylaxie
  • Art der Krankheit: extreme allergische Reaktion des Immunsystems
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1902 durch Paul Portier und Charles Richet
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Allergie
  • Wieviele Erkrankte: regional stark verschieden
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Notarzt; Allergologe
  • HausarztICD-10 Code(s): t78.2

Anaphylaktischer Schock

Allergien sind eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Klassische Allergien sind Heuschnupfen, Exzeme, Asthma und Lebensmittelallergien. Allergische Symptome reichen von schwachen bis zu ernsthaften, lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen, darunter zählt auch der anaphylaktische Schock.

Der anaphylaktische Schock ist verallgemeinert gesprochen eine allergische Reaktion, bei der vier Körpersysteme betroffen sind. Zu den betroffenen Körpersystemen gehören die Haut, die Atemwege, der MagenDarm-Trakt sowie das Herz-Kreislaufsystem. Ein schwerer anaphylaktsicher Schock tritt normalerweise innerhalb von 20 Minuten bis zu zwei Stunden nach der Exposition mit dem Auslöser und kann sehr schnell lebensgefährlich werden.

Sollten sie von einem anaphylaktischen Schock betroffen sein, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Nach einer rechtszeitigen Behandlung sind die Prognose vergleichsweise gut. Die meisten Menschen, die unter einem anaphylaktischen Schock litten, haben nach einer erfolgreichen Behandlung keine bleibenden Schäden. Hierfür ist jedoch rasches Handel gefragt nachdem sie erste Symptome an sich erkennen. Auch wenn die ersten Symptome harmlos sein mögen, ist der Gang zum Arzt dringend anzuraten, da sich die Symptome bei einem anaphylaktischen Schock rasch verschlechtern können und schnell lebensbedrohlich werden.

Schätzungsweise haben 1-1,5 % der weltweiten Bevölkerung bereits einen anaphylaktischer Schock erlitten. Es ist jedoch schwierig genauere Zahlen zu nennen, da es keine weltweit einheitliche Definition gibt. Daher fällt die statistisch genaue Erfassung sehr schwer und man kann sich nur auf ungenaue Schätzwerte berufen.

Definition anaphylaktischer Schock?

Als anaphylaktischen Schock wird eine akute systemische Reaktion verstanden, die Symptome einer allergischen Sofortreaktion aufweist und potentiell den ganzen Organismus erfassen kann. In der Allergologie, das Teilgebiet der Medizin, welches sich mit Allergien befasst, zähl der anaphylaktische Schock die extremste Form einer anaphylaktischen Reaktion dar und kann potenziell lebensbedrohlich sein.

In der Medizin wird ein Schock allgemeinhin als ein akutes Kreislaufversagen bezeichnet. Kennzeichnend ist hierbei, dass sich die Blutzufuhr in den einzelnen lebenswichtigen Organen extrem verringert und es zu einer Mangelversorgung mit Sauerstoff kommt. Dies führt erst zu einer Kreislaufschwäche bei der es zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommt, der von einem Schwindel begleitet ist und dem Betroffenen wird schwarz vor Augen. Im weiteren Verlauf kann es zum völligen Stillstand des Herz-Kreislauf-Systems kommen bei der die Pumpfunktion des Herzens versagt. Infolgedessen kommt die Blutzirkulation zum Erliegen. Es handelt sich hierbei um einen ernsthaften Notfall, der nur kurzzeitig umkehrbar ist. Es sollte schnellstmöglich reagiert werden und eine Reanimation stattfinden, ansonsten droht dem Betroffenen unausweichlich der Tod.

Zum besseren Verständnis des anaphylaktischen Schocks wird an dieser Stelle näher darauf eingegangen wie sich dieser von einer herkömmlichen Nahrungsmittelunverträglichkeit beziehungsweise Lebensmittelintoleranz unterscheidet. Ein anaphylaktischer Schock ist der Extremfall einer allergischen Reaktion, der durch bestimmte Lebensmittel verursacht werden kann, und wird durch eine Überreaktion des Immunsystems auf ein bestimmtes Allergen ausgelöst. Das Allergen selbst ist nicht dabei nicht zwangsweise gefährlich, allerdings reagiert das Immunsystem bei einigen Menschen, die hierfür sensibel sind, auf diese so genannten Allergene mit körperlichen Symptomen. Bei einer Lebensmittelunverträglichkeit hingegen handelt sich nicht um eine Hypersensitivität des Körpers, die dazu führt, dass bestimmte Lebensmittel schlecht verdaut werden können. Der Grund hierfür sind meist fehlende Enzyme oder chemische Substanzen im Körper. Es stellt somit keine allergische Reaktion im klassischen Sinne dar, da bei einer Lebensmittelintoleranz das Immunsystem nicht getriggert wird.


Was ist ein anaphylaktischer Schock?

Ein anaphylaktischer Schock oder auch als Anaphylaxie bezeichnet ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion und kann lebensbedrohlich sein. Eine Anaphylaxie bedingt ein unmittelbare Behandlung und sofortigen (notfall-) ärztliche Hilfe.

Allergische Reaktionen beginnen im Immunsystem. Wenn ein Stoff wie beispielsweise Staub, Milben, Blütenpollen und Sporen auf eine allergische Person treffen, kann eine Überreaktion des Immunsystems ausgelöst werden. Bei dieser Überreaktion werden Antikörper produziert, die die Allergene (Stoffe, die eine Allergie hervorrufen kann) angreifen. Zu den Allergen gehören unter anderem die oben genannten Stoffe, die vom Immunsystem im Falle einer Allergie als fremd erkannt und angegriffen werden. Die Reaktionen des Körpers auf Allergien reichen von vergleichsweise milden Symptomen wie Juckreiz, tränenden Augen, Atembeschwerden bis hin dem sogenannten anaphylaktischen Schock.

Generell besteht die Aufgabe des Immunsystems darin, sich gegen körperfremde Mikroorganismen, wie Bakterien, Viren sowie Pilze vom Körper zu schützen und ansteckende Mikroorganismen zu zerstören, die in den Körper eingedrungen sind. Im Falle eines anaphylaktischen Schocks reagiert das Immunsystem auf mit einer krankhafte Art und Weise mit einer allergischen Reaktion auf an sich harmlose Substanzen. Es handelt sich also bei einem anaphylaktischen Schock um eine anormale Immunreaktion des Körpers, die sich als Allergie manifestiert.

Der anaphylaktsiche Schock ist behandelbar, allerdings sollte sehr schnell reagiert werden. Notärzte können dann rechtzeitig mit einer Adrenalin-Injektion eingreifen und/oder eine Reanimation starten im Falle des bereits eingetretenen Kreislaufkollapses. Betroffenen kann so das Leben gerettet werden.

Eine Vielzahl Menschen, laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung allein in Deutschland rund 13 Millionen, leiden an einer Allergie. Zwar gibt es keine genauen Angaben über eine Zunahme dieser Krankheit in den vergangenen Jahrzehnten, unzweifelhaft ist sie jedoch vorhanden. So berichten sowohl Allergologen als auch Kinderärzte über einen erheblichen Anstieg von Allergiepatienten. Gleichfalls liegen Untersuchungen in Bezug auf eine Unverträglichkeit gegenüber Erdnüssen vor, welche heute doppelt so viele Menschen aufweisen als vor fünf bis zehn Jahren. Der sogenannte Heuschnupfen ist die wohl bekannteste Erkrankung, welche durch eine Allergie – nämlich gegen Pollen – ausgelöst wird. Aber auch eine Intoleranz gegen verschiedenste Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Tierhaare u.v.m. stellen heutzutage keine Seltenheit mehr dar. Immer mehr Patienten gibt es ebenfalls im Asthma-Bereich, bei einem Teil davon ist eine allergische Reaktion dafür verantwortlich. Ganz gleich, um welche Art von Allergie es sich handelt, in der Regel werden diese von häufigem Niesen, laufender Nase und tränenden Augen begleitet.

Mit einer Allergie kann und muss man leben, wobei es zahlreiche Medikamente gibt, welche den betroffenen Menschen ihre Krankheit leichter erträglich machen. Gefährlich und leider niemals vorauszusehen ist ein Anaphylaktischer Schock, welcher ohne sofortige Erste Hilfe tödlich enden kann. Zunächst passiert das Gleiche wie bei einer allergischen Reaktion. Dabei kann das körpereigene Immunsystem nicht unterscheiden, welche Stoffe unproblematisch und welche schädlich sind. So entsteht eine Abwehrreaktion auf bestimmte Substanzen, allgemein als Allergie bekannt. Der Unterschied zum anaphylaktischen Schock besteht in der Freisetzung einer großen Menge des Botenstoffes Histamin. Durch diesen können die Blutgefäße schlagartig erweitert werden, der Blutdruck sinkt drastisch ab, zudem gelangt aus den Gefäßen Flüssigkeit ins Gewebe. Im schlimmsten Fall schließt sich ein vitales Organversagen an. Als besonders gefährdet, einen anaphylaktischen Schock zu erleiden, sind Nahrungsmittelallergiker, welche sowohl erblich vorbelastet als auch Asthmatiker sind. Diese Menschen sollten ausnahmslos immer ein Notfallset mit sich führen, das eine umgehende Erste Hilfe ermöglicht.

Welche Ursachen gibt es?

Das Immunsystem produziert Antikörper, welche den Körper vor Fremdkörpern schützt. Dies ist gut, wenn es sich dabei um einen schädlichen Fremdkörper handelt, wie zum Beispiel um Bakterien oder Viren. Allerdings reagiert das Immunsystem von manchen Menschen über bei Substanzen, die normalerweise keine allergische Reaktion hervorrufen. Allergische Symptome sind gewöhnlich nicht lebensbedrohlich, aber eine schwerwiegende allergische Reaktion kann zu Anaphylaxie führen. Auch wenn Sie oder ihr Kind nur eine milde anaphylaktische Reaktion in der Vergangenheit hatten, besteht die Gefahr eines ernsteren Anaphylaxie nach einer erneuten Exposition mit der allergieauslösenden Substanz.

Die häufigsten Auslöser für eine Anaphylaxie bei Kindern sind Lebensmittelallergien, beispielsweise hervorgerufen durch Erdnüsse, Schalenfrüchte, Fisch, Meeresfrüchte und Milch. Neben den bereits genannten Auslösern bei Kindern, kommen bei Erwachsenen folgende Substanzen als Auslöser in Frage: bestimmte Medikamente wie Antibiotika, Aspirin oder andere nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel sowie intravenös verabreichtes Kontrastmittel. Zudem können auch Bienen-, Wespen-, Hornissenstiche sowie Stiche der Feuerameise einen Auslöser darstellen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit aufgrund einer Latexunverträglichkeit unter einer plötzlichen Anaphylaxie zu leiden.

Prinzipiell kann jedoch jede Substanz auf die man allergisch ist, eine Anaphylaxie hervorrufen. eines anaphylaktischen Schocks sind Nahrungsmittel, Medikamente und Insektengifte. Letzteres gelangt beispielsweise durch den Stich eines Insekts in den menschlichen Körper, wobei Bienen, Hummeln und Wespen vermehrt für die schwere Form einer Überempfindlichkeitsreaktion verantwortlich sind. Unter den oftmals verursachenden Arzneimitteln für einen anaphylaktischen Schock befinden sich Antibiotika, Penicillin, Rheumamedikamente, Schmerzmittel sowie jodhaltige Röntgenkontrastmittel. Bestimmte Stoffe, welche in Nahrungsmitteln enthalten sind, lösen ebenfalls Schockreaktionen aus.

Vermehrt stecken diese in Erd- und Walnüssen, Fischen, Hühnereiern, Meeresfrüchten, Sellerie und Soja. Auch zahlreiche Kosmetikprodukte können Allergien auslösen, welche wiederum zu einem anaphylaktischen Schock führen können. Insbesondere die Inhaltsstoffe Duft- sowie Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Lanolin und Perubalsam verursachen eine allergische Reaktion bei dem Anwender. Auch nicht selten ist bei Allergiepatienten eine Überempfindlichkeit gegen Naturlatex festzustellen, welches beispielsweise in Luftballons oder Gummihandschuhen vorkommt. Letztendlich spielt es keine große Rolle, gegen was man allergisch ist, denn eine jede Unverträglichkeit kann für einen anaphylaktischen Schock verantwortlich gemacht werden.


Symptome & Anzeichen

Die Symptome einer anaphylaktischen Reaktion werden in der Regel durch die Freisetzung von sogenannten Mediatoren verursacht. Als Mediator versteht man in der Medizin einen Transmitter, der besonders bei einer Allergie und beim Schock freigesetzt oder gebildet wird und die jeweils charakteristischen Symptome hervorruft. Ein zentraler Mediator, der bei einer anaphylaktischen Reaktion freigesetzt wird. ist Histamin. Histamin ist ein Gewebshormon, welches gefäßerweiternd wirkt.

Die Schweregradskala der anaphylaktischen Reaktion unterteilt sich in vier Grade und wird zusätzlich nach den Symptomen beziehungsweise nach den betroffenen Körperregionen unterschieden: Haut– und subjektive Allgemeinsymptome, Abdomen, Respirationstrakt und Herz-Kreislauf.

Grad I der Klassifizierung anaphylaktischer Reaktionen führt typischerweise zu Juckreiz; Hitzewallung mit Hautrötung, Nesselfieber, Hautschwellung als Haut- bzw. subjektives Allgemeinsymptom.

Grad II schließt die eben genannten Symptome der Haut- bzw. subjektiven Allgemeinsymptome ein und führt zusätzlich im Unterleib zu Übelkeit beziehungsweise Brechreiz, Krämpfen und Erbrechen. Im Respirationstrakt treten starke Absonderungen von dünnflüssigem bis schleimigen Nasensekret, Heiserkeit und eine gestörte Atmung mit vermehrter Atemarbeit, Atemnot und Kurzatmigkeit auf. Das Herz-Kreislaufsystem hat bei einer anaphylaktischen Reaktion mit einem beschleunigten Herzschlag zu kämpfen, der Blutdruck fällt und ist zu niedrig und die Herztätigkeit wird unregelmäßig.

Grad III der anaphylaktischen Reaktion beinhaltet die bereits genannten Symptome des Schweregrad I und führt zusätzlich im Abdomen zu Erbrechen und Stuhlentleerung. Kennzeichenend für den dritten Schweregrad im Respirationstrakt ist ein Anschwellung (Flüssigkeitsansammlung) im Bereich des Kehlkopfes, ein Verkrampfen der Muskeln, welche die Atemwege umspannen, eine blaurote Verfärbung der Haut und der Schleimhäute infolge von Sauerstoffmangel im Blut. Das Herz-Kreislauf-System ist im Schockzustand, das heißt ein akutes Kreislaufversagen mit ungenügender Sauerstoffversorgung lebenswichtiger Organe.

Grad IV und somit der schwerwiegendste Grad der anaphylaktischen Reaktion weist neben den Anfangsbeschwerden Beschwerden des ersten Grades: Juckreiz; Hitzewallung mit Hautrötung, Nesselfieber, Hautschwellungen auch die typischen Symptome des III. Grades auf: Erbrechen und Stuhlentleerung. Des weiteren kommt es im Respirationstrakt zum Atemstillstand und das Herz-Kreislauf-System kommt zum Kreislaufstillstand.

Ein anaphylaktischer Schock kann sich durch eine Vielzahl verschiedener Symptome bemerkbar machen, je nach Schweregrad fallen diese unterschiedlich aus.

Zu den häufigsten gehören:

Von Fachleuten erfolgte eine Einteilung des anaphylaktischen Schocks in vier verschiedene Schweregrade. Zu den leichteren Symptomen werden beispielsweise Kopfschmerzen oder Hautveränderungen gezählt. Den höchsten Schweregrad bildet das vitale Organversagen. Allergiker sollten wissen, dass die einzelnen Stufen nicht ausnahmslos in der Reihenfolge von weniger deutlichen bis hin zu starken in Erscheinung treten. Taucht also bereits eines der zahlreichen Symptome auf, darf man dieses keinesfalls außer Acht lassen. Am gefährlichsten ist, wenn sehr schnell nach einem Allergenkontakt Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks festzustellen sind.

Die große Bandbreite der unterschiedlichsten Symptome macht es sehr schwer, einen derartigen Schock festzustellen. Es empfiehlt sich jedoch für gefährdete Menschen, auch auf kleinste Körperreaktionen zu achten. In dem nachfolgenden Überblick sind die Symptome noch einmal in die betreffenden Schweregrade eingeteilt:

 

  1. Grad Eins

Flush, Juckreiz, Nesselsucht (generalisierte Hautsymptome), eventuell begleitet durch Angstzustände, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl (allgemeine Symptome)

  1. Grad Zwei

hinzukommender Blutdruckabfall sowie Herzrasen, häufig in Verbindung mit leichter Atemnot, Erbrechen und Übelkeit

  1. Grad Drei

erheblicher Blutdruckabfall, sehr rasche Herzfrequenz, schwere Atemnot sowie ödematöse Schwellung im Kehlkopfbereich (sehr selten)

  1. Grad Vier

Atem- und Kreislaufstillstand

 

Allergiker, sowie diesen nahestehende Menschen, sollten bestenfalls über die Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks gut Bescheid wissen. Wird eines der Symptome erkannt und kann in Zusammenhang mit dem Kontakt zu einem Allergen gesetzt werden, ist es ratsam, einen Arzt hinzuzuziehen. Dieser kennt sich in der Regel bestens mit den sehr charakteristischen Anzeichen aus und klärt bei einem Verdacht gleichfalls, ob mögliche Allergieauslöser zur Verantwortung zu ziehen sind. Ist dies der Fall, ergibt sich daraus bereits die Diagnose, welche nahezu zweifellos anaphylaktischer Schock lautet.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose fällt nicht immer leicht und kann Schwierigkeiten bereiten, da die klinische Symptomatik, wie oben beschrieben, nicht immer charakteristisch verläuft. Speziell in diesen Situationen ist es wichtig, andere Ursachen von Symptomen einer anaphylaktischen Reaktion abzugrenzen. Beispielsweise können die im Folgenden aufgelisteten Symptome isoliert betrachtet andere Ursachen haben: Nesselfieber, Verengung der Luftwege durch einen Krampf der Bronchialmuskulatur, Schwellung der Schleimhäute, Blockade der Luftwege durch zähen Schleim, Erbrechen, Übelkeit bzw. Brechreiz, Durchfall, Unruhe, Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen oder Herzstillstand.

Als charakteristisch für eine Anaphylaxie werden hingegen die folgenden Kriterien angesehen: das plötzliche Auftreten von Symptomen auf der Haut (zum Beispiel: akutes Nesselfieber, Hautschwellung, Hitzewallung mit Hautrötung, Schleimhautschwellung) in direktem Zusammenhang mit respiratorischen (auf die Atmung bezogene) Symptomen (zum Beispiel: Atemnot, krankhaftes Atmungsgeräusch, Husten, hoch oder niederfrequentes krankhaftes Atemgeräusch) oder plötzlicher Blutdruckabfall beziehungsweise dessen Entfaltung (zum Beispiel: Kollaps, Herzrasen, Inkontinenz).

Desweiteren ist Vorsicht bei der Kombination folgender Symptome geboten: plötzliches Auftreten an zwei oder mehr der Organsysteme Haut (zum Beispiel: akutes Nesselfieber, Hautschwellung (kann am ganzen Körper auftreten), Hitzewallung mit Hautrötung, Schleimhautschwellung), dem MagenDarm-Trakt (Bauchkrämpfe, Erbrechen), dem Atemtrakt (Atemnot, krankhaftes Atmungsgeräusch, Husten, hoch-oder niedrigfrequentes krankhaftes Atemgeräusch) oder dem Kreislaufsystem (zum Beispiel: Blutdruckabfall, Kollaps, Inkontinenz).

Ebenso sollten die dringendst ein Arzt aufgesucht werden, falls der Blutdruck plötzlich abfällt nachdem der betroffene Patient mit einem ihm bekannten Allergen (Stoff, der bei dafür empfindlichen Menschen eine Allergie hervorrufen kann) oder einem anderem Anaphylaxietrigger.

Die Anzeichen und Symptome einer anaphylaktischen Reaktion können nahezu unmittelbar oder innerhalb der ersten 20 Minuten nach der Exposition mit dem betreffenden Allergen auftreten. Charakteristischen für die anaphylaktische Reaktion ist der rapide Ausbruch und die rapide Entwicklung der potenziell lebensbedrohlichen Symptome.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Seit der ersten schriftlichen Erwähnung der Anaphylaxie im Jahr 1902 durch Portier und Richet gibt es nur wenige genaue Studien zu der Häufigkeit von anaphylaktischen Reaktionen. Dies liegt vor allem an der uneinheitlichen Definition. Man kann daher von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Eine der bekannten Einschränkung bei den Daten zur Anaphylaxie ist die nicht vorhandene einheitliche Kodierung der selbigen nach der ICD-10. In der Praxis ist es der Fall, dass es eine Vielzahl von ICD-10-Kodierung gibt, die eine Anaphylaxie beinhalten können. Zusätzlich gibt es keine weltweit einheitlich geregelte Definition der Anaphylaxie.

Studien, die sich retrospektiv mit der Anaphylaxie beschäftigten, kamen zu dem Schluss, dass bis zu 1% der Patienten, die in der Notaufnahme eines Maximalversorgers vorstellig werden, diese wegen einer anaphylaktischen Reaktion aufsuchten. Durch Anaphylaxie sterben schätzungsweise ein bis drei Menschen pro eine Millionen Einwohner.

Aktuelle Studien aus den USA, Großbritannien und Australien untersuchen die Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe von bestimmter Größe während eines bestimmten Zeitraums. Die Ergebnisse dieser Studien implizieren eine Zunahme der Anaphylaxie über den Zeitraum der letzten Jahrzehnte. Leider konnte die Ursache hierfür nicht abschließend geklärt werden.

Daten des Anaphylaxie-Registers aus dem deutschsprachigen Raum sowie Date aus anderen Ländern zeigen, dass Nahrungsmittel die häufigsten Auslöser für eine Anaphylaxie im Kindesalter sind. Bei den Erwachsenen in Deutschland stehen Insektengifte und Medikamente als Auslöser einer Anaphylaxie an oberster Stelle. Bezogen auf die Auslöser bei Erwachsenen bestehen international Unterschiede in der Reihenfolge. Typischerweise sind im Kindesalter Jungen häufiger von einer Anaphylaxie betroffen als Mädchen. Nach der Pubertät gleichen sich die Geschlechterverteilung wieder an und Mädchen sind ähnlich häufig von einer Anaphylaxie betroffen wie Jungen.


Komplikationen bei der Krankheit

Die Komplikationen bei einer anaphylaktischen Reaktion sind sehr verschieden und hängen mit dem Schweregrad der anaphylaktischen Reaktion zusammen. Sie manifestieren sich zumeist an der Haut, den Atemwegen, dem Verdauungsapparat und dem Herz-Kreislauf-System.

Zu Beginn einer Anaphylaxie gibt es eine Reihe von Warnzeichen, die zu beachten sind. Dabei sollten die Komplikationen in den vier Bereichen Haut, Atemwegen, Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System beachtet werden. Im Bereich des Im Bereich der Haut ist auf Hautrötungen, Nesselsucht, Juckreiz sowie Schwellungen zu achten. In Bezug auf die Atemwege können ein Kratzen im Hals, Brennen, Kribbeln oder Juckreiz an der Zunge oder Gaumen, Husten oder das Gefühl einen Kloß im Hals zu haben auftreten. Auf den Amen-Darm-Trakt bezogene Komplikationen sind Bauchkrämpfe und Übelkeit. Am Herz-Kreislauf-System kann sich ein plötzlicher Abfall des Blutdrucks sowie Schwindel und Schwäche bemerkbar machen. Allgemein kann der betroffene Patient an einem diffusen Angst– und Unruhegefühl und Desorientierung leiden.

Im Zeitverlauf entwickeln sich auch deutlichere Komplikationen. Die Atemwege können sich verengen und der Patient leidet an Atemnot. Im schlimmsten Falle führt die anaphylaktische Reaktion zu einem kompletten Atemstillstand. Im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen und/oder zu einem völligen Zusammenbrechen des Kreislaufs, was zur Bewusstlosigkeit des Patienten führt. Treten Bewusstlosigkeit, Kreislaufzusammenbruch und Atemstillstand in Kombination auf, spricht man von einem Schockzustand des Patienten.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wichtig zu wissen ist, dass die Symptome bei einer anaphylaktischen Reaktion sehr schnell nach der Exposition mit dem Allergen auftreten. Daher ist schnelles Handeln dringend geboten.

Sollten Sie bei einer Person sein, die eine allergische Reaktion und zudem Anzeichen für eine anaphylaktische Reaktion zeigt, müssen sie unverzüglich den Notruf kontaktieren. In der Zwischenzeit können Sie die betroffene Person, ob sie ein Notfallset bei sich trägt. Personen die bereits von anaphylaktischen Reaktionen betroffen waren oder ein besonders hohes Risiko für eine anaphylaktische Reaktionen haben, werden von ihrem behandelten Arzt angehalten ein solches Notfallset bei sich zu haben. Sollte dies der Fall sein, fragen sie gezielt nach dem Adrenalin Autoinjektor. Falls die Person den Autoinjektor anwenden will, fragen Sie, ob sie dabei behilflich sein können. Normalerweise wird dieser wie folgt angewendet: Der Autoinjektor sollte an den Oberschenkel der Person gepresst werden.

Sollten Anzeichen wie Schweißausbruch, Übelkeit und eine bläuliche Verfärbung der Haut oder Lippen aufgetreten sein, könne sie die von den Symptomen betroffene Person in eine kreislaufstabilisierende Schocklage bringen. das heißt sie sollten die Beine anheben. Wenn der Betroffene bewusstlos ist, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Im Falle eines Kreilaufstillstandes muss sofort mit einer Reanimation begonnen werden.

Behandlungsmethoden & Therapie

Im Rahmen der Notfalltherapie der Anaphylaxie ist es besonders wichtig, dass sie schnellstmöglich und symptomgerecht vom Notarzt erfolgt.

Zunächst sollte geprüft werden, ob die weitere Exposition durch das betreffende Allergen gestoppt werden kann. In speziellen Situationen (zum Beispiel bei Infusionen) ist es ohne größeren Zeitaufwand möglich. Es wird nicht empfohlen die betreffende Extremität abzubinden (zum Beispiel bei einem Wespenstich) und/oder das unter der Haut liegende lokale Allergendepot mit Adrenalin umzuspritzen (zum Beispiel bei einer Injektionsstelle durch eine spezifische Immuntherapie). Beides ist von zweifelhaftem therapeutischem Nutzen und birgt das Risiko von wichtigen Maßnahmen abzulenken. Stattdessen ist weitere Hilfe anzufordern, um eine ausreichende medizinische Versorgung zu gewährleisten. In der Regel verfügt jede Arztpraxis über eine Notfallausrüstung zur Behandlung von anaphylaktischen Reaktionen.

Im zweiten Schritt sind eine Anamnese und eine Basisuntersuchung durchzuführen. Diese sollten folgendes beinhalten:

  • die Prüfung von Lebenszeichen (spontane Bewegung und Atmung),
  • die Beurteilung von Puls und Blutdruck (Stärke, Frequenz, Regelmäßigkeit),
  • die Beurteilung der Atmung (Atemnot beim Sprechen, auf das Einatmen oder Ausatmen bezogenes hoch- oder niederfrequentes krankhaftes Atemgeräusch, anderweitig krankhaftes Atemgeräusch; optional: Abhorchen, Anwendung des Verfahrens zur nichtinvasiven Ermittlung der arteriellen Sauerstoffsättigung über die Messung der Lichtabsorption bzw. Lichtremission bei Durchleuchtung der Haut),
  • die Inspektion leicht einsehbarer Hautareale sowie der Schleimhäute,
  • das Erfragen weiterer Beschwerden (z.B. Übelkeit, Brechreiz, Kopfschmerzen, thorakales Druckgefühl, Sehstörung, Juckreiz) sowie
  • das Erfragen bekannter Allergien.

Im Verlauf sollten diese Untersuchungen wiederholt werden.

Nach der Anamnese und der Basisuntersuchung wird der Schweregrad der anaphylaktischen Reaktion beurteilt. Ziel ist es anhand dieser Untersuchung den Grad der Bedrohlichkeit beziehungsweise das führende Symptom der Anaphylaxie zu identifizieren. Das bedrohlichste Symptom der Anaphylaxie sollte priorisiert über eine Therapie angegangen werden. Dabei gibt es sechs Szenarien (wobei Grad VI der schwerwiegendste ist):

  • Anaphylaxie mit Herz-Kreislauf-Versagen (Anaphylaxie Grad IV),
  • Anaphylaxie mit führender Herz-Kreislauf-Reaktion (Anaphylaxie Grad II/III),
  • Anaphylaxie mit führender Beeinträchtigung der oberen Atemwege (Anaphylaxie Grad II/III)
  • Anaphylaxie mit führender Beeinträchtigung der unteren Atemwege (Anaphylaxie Grad II/III),
  • Anaphylaxie mit führender Magen- und Darm-Beteiligung (Anaphylaxie Grad II),
  • Anaphylaxie mit systemisch vermittelter, generalisierter Hautmanifestation und subjektiven Symptomen (Anaphylaxie Grad I).

Nach der genannten Untersuchung wird als Sofortmaßnahme eine symptomorientierte Lagerung des Patienten vorgenommen, das heißt er wird flach gelagert und körperliche anstrengende Tätigkeiten (Laufen, Rennen, Aufrichten) werden vermieden. Die stabile Seitenlage kommt zur Anwendung, falls der Patient nur noch eingeschränkt bei Bewusstsein ist. Dies ist insbesondere wichtig, falls der Patient noch nicht in ärztlicher Behandlung ist. Zur Verbesserung der Blutzirkulation können auch die Beine hoch gelagert werden. Sollte ein Patient mit einer anaphylaktischen Reaktion unter akuter Atemnot leiden, sollte eine (halb-)sitzende Position bevorzugt werden.

Im weiteren Verlauf, hängt die individuelle (not-)ärztliche Behandlung stark von dem Schweregrad der Anaphylaxie ab. Bei Anaphylaxie mit Herz-Kreislauf-Versagen findet neben eine Behandlung mit Reanimation in Form einer Herz-Druck-Massage kombiniert mit einer Beatmung sowie eines automatischer Defibrillator statt. Medikamentös findet an dieser Stelle Adrenalin Anwendung zur Kreislaufstabilisierung. Des Weiteren muss die Versorgung der Atemwege mit genügend Sauerstoff über eine Atemmaske sichergestellt werden. Sollte der Patient nicht mehr ausreichend selbstständig atmen können, kommt eine Hohlsonde aus Kunststoff zum Einsatz, die durch den Mund, die Nase oder durch einen Luftröhrenschnitt in die Luftröhre eingeführt wird, um eine externe Beatmung des Patienten zu gewährleisten. Nach den genannten Behandlungsschritten wird letztlich ein entsprechendes Antiallergikum verabreicht, um die allergische Reaktion zu stoppen. Es wird angestrebt den Patienten nach der Erstversorgung auf eine Intensivstation zu verlegen.

Bei einer Anaphylaxie mit einer führenden Herz-Kreislauf-Reaktion wird als Sofortmaßnahme die intramuskuläre Injektion von Adrenalin angewendet. Insbesondere dann, wenn noch kein intravenöser Zugang gelegt wurde. Zur Beatmung des Patienten kommt eine Sauerstoffmaske zum Einsatz, um den Sauerstoffanteil beim Einatmen zu erhöhen. Im Falle einer Bewusstlosigkeit des Patienten, muss zudem mit dem Erbrechen des Patienten gerechnet werden. Daher wird eine entsprechende Lagerung des Patienten angestrebt. Auch hier kommt die hochdosierte Gabe von Antiallergika zum Einsatz. Bei dauerhaft anhaltenden und bedrohlichen Schockzuständen wird erneut Adrenalin verabreicht. Nach Möglichkeit über einen intravenösen Zugang. Des Weiteren ist eine kontinuierliche Überwachung des Patienten über Blutdruck- und Pulsmonitoring notwendig.

Bei Anaphylaxie mit führender Verengung der Atemwege ist eine feststellbare Schwellung im Bereich der oberen Atemwege (im Rachenbereich) charakteristisch. Erkennbar ist dies an einer Schwellung der Zunge und des Gaumenzäpfchens, sowie einer Heiserkeit beziehungsweise einer Stimmstörung und einem hoch- oder niederfrequentem krankhaftem Atemgeräusch beim Einatmen. Diese Symptome können zu einer Blockade des Kehlkopfeingangs führen und somit lebensbedrohlich werden. Als Sofortmaßnahme wird daher eine intramuskuläre Injektion von Adrenalin und die Gabe von Sauerstoff angewendet. Falls der Patient nicht entsprechend auf die Sofortmaßnahme reagiert, ist muss eine operative Durchtrennung des Bandes zwischen Ring- und Schildknorpel am Kehlkopf als Notoperation durchgeführt werden, da Erstickungsgefahr droht.

Bei einer Anaphylaxie mit führender bronchialer Verengung, welches das häufigste Symptom einer Anaphylaxie ist, wird bei bedrohlich eingeschätzten Situationen als Sofortmaßnahme die intramuskuläre Injektion von Adrenalin angewendet. Hierbei wird eine Lokaltherapie der Bronchien durchgeführt, bei der ein Arzneimittel (Bronchidilatator) verabreicht wird, welches zu einer Erweiterung der verengten Bronchien durch die Erschlaffung der bronchialen Muskulatur führt. Sollte eine anhaltend schwere Symptomatik eines Asthmaanfalls über einen Zeitraum 24 Stunden vorliegen, bei welchem zudem eine muskuläre Erschöpfung festgestellt wurde, muss der Patienten beatmet werden.

Bei einer Anaphylaxie mit überwiegend den Unterleib betreffender Symptomatik werden antiallergische Medikamente verabreicht. Sollten die antiallergischen Medikamente keine Wirkung entfalten und die Symptomatik (Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Unterleibsschmerzen) anhaltend sein, werden aus therapeutischer Sicht Arzneimittel gegen den Brechreiz sowie Arzneimittel zur Krampflösung verabreicht.

Bei einer Anaphylaxie mit führender Hautmanifestation (Sichtbarwerden über die Haut) wird ein intravenöser Zugang gelegt über die gegebenenfalls Vollelektrolytlösung oder physiologische Kochsalzlösung verabreicht werden können. Zudem werden antiallergische Medikamente gegeben.

Für alle Arten der Anaphylaxie gilt es nach der anfänglichen Behandlung die weitere Überwachung des Patienten zu gewährleisten bis die Krankheitssymptome der Anaphylaxie nachlassen und klar ist, dass der Rückgang der Krankheitssymptome als gesichert gilt und anhaltend ist. Bei schwereren Reaktionen (die Risikopatienten wissen sollten, um sich oder andere Familienmitglieder so wirkungsvoll wie möglich zu schützen. Insbesondere sollten gefährdete Kinder im Auge behalten werden und wenn diese alt und verständig genug sind, auch selbst umfangreiche Informationen über ihre Allergie sowie die damit einhergehenden Gefahren erhalten. Zu den grundsätzlichen Vorsichtsmaßnahmen gehören beispielsweise

  • ein Notfallset jederzeit mit sich zu führen
  • die ständige Mitnahme eines Anaphylaxie Passes
  • den man sich vom Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. oder einem Arzt ausstellen lassen kann
  • passende Medikamente zur Verfügung zu haben und auf deren Haltbarkeit zu achten
  • Informieren der Menschen
  • mit welchen man häufig Zeit verbringt (z.B. Arbeitskollegen
  • Lehrer des Kindes
  • Freunde usw.).

Bestenfalls kennt man sich mit dem Notfallset bereits aus, Vorübungen für den Fall eines Falles können letztendlich Leben retten. Hat man einmal einen anaphylaktischen Schock erlitten, ist es empfehlenswert, die exakte Ursache dafür herauszufinden. Dadurch lässt sich ein Wiederholungsfall verhindern sowie wenigstens eines der zahlreichen Risiken ausschließen. Eine vorbeugende Therapie gegen Schockreaktionen im Allgemeinen gibt es selbstverständlich nicht. Hier muss man bereits bei den jeweiligen Allergien direkt ansetzen, wofür zahlreiche Therapie Leitlinien von Ärzten und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Präventionsmaßnahmen gegen eine anaphylaktische Reaktion sind in der Regel auslöserspezifisch, das heißt sie sind verschieden je nachdem welcher Auslöser der anaphylaktischen Reaktion zu Grunde liegt. Generell kann man aber sagen, dass das die wichtigste Präventionsmaßnahme die Vermeidung des betreffenden Allergens ist. Da dies nicht immer zuverlässig möglich ist, da bei den betroffenen Patienten zum Teil kleinste Mengen des allergieauslösenden Stoffes für eine Anaphylaxie ausreichen, empfehlen die behandelnden Ärzte den jeweiligen Patienten stets ein Notfallset bei sich tragen. Dies hilft nicht nur den Patienten, sondern auch den Laien, die vor Ort sind und gegebenenfalls Erste Hilfe leisten.

Das Notfallset wird vom behandelnden Arzt für den Patienten zusammengestellt und sollte als Soforthilfe in jedem Fall folgendes enthalten:

  • Adrenalin Autoinjektor zur intramuskulären Anwendung
  • H1-Anthistaminikum: je nach Patientenalter und -präferenz oral als Flüssigkeit oder als (Schmelz-)Tabletten
  • Glukokortikoid: je nach Patientenalter und-präferenz rektal oder oral als Flüssigkeit oder als Tablette

Optional sollte das Notfallset bei einer bekannten chronischen Erkrankung der Atemwege zusätzlich ein β2 –Adrenozeptoragonist (Betablocker), welches unter anderem die Entspannung der Bronchialmuskulatur bewirkt, beinhalten.

Ganz wichtig ist, dass im Notfallset eine schriftliche Anleitung zur Anwendung der einzelnen Bestandteile enthalten ist, sodass Laien, die vor Ort Erste Hilfe leisten, dies nutzen können.

Des Weiteren wird Patienten mit einer Nahrungsmittelallergie als Auslöser für die Reaktion nach entsprechende Identifikation des auslösenden Nahrungsmittels empfohlen, eine allgemein anerkannte Beratung zur Ernährungstherapie zu erhalten. Dabei ist zu beachten, dass es sich um eine allergologisch geschulte Ernährungsfachkraft handeln, die sich durch langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der Allergologie (Teilbereich der Medizin, der sich mit der Untersuchung der verschiedenen Allergien befasst) bestens auskennt. Ziel der Ernährungstherapie ist es, dass Alternativen bei der Auswahl der Speisen aufgezeigt werden sowie eine Beratung zu potentiellen Nährstoffdefiziten, die sich aus der konsequenten Meidung bestimmter Speisen ergeben kann. Darüber hinaus sollten die Patienten über die aktuell geltenden Deklarationsangaben von Lebensmitteln und die sich daraus ergebenden Bedeutung aufgeklärt werden.

Bei solchen Patienten, die an einer Insektengiftallergie leiden, sind Vorsichtsstrategien zu diskutieren, um einen erneuten Stich zu vermeiden.

Bei Patienten mit einer Medikamentenallergie ist zu klären, in wie Fern Risiken durch eine eventuelle Kreuzallergie bestehen. Eine Kreuzallergie liegt dann vor, wenn der betroffene Patient nicht nur auf eine Substanz überempfindlich reagiert, sondern auch auf solche Substanzen, die der allergieauslösenden Substanz biologisch oder chemisch ähnlich sind (verwandte Substanzen).

Ein wichtiger Bestandteil der Prävention besteht auch in der Aufklärungsarbeit über Anaphylaxie durch Schulungen. Die Zielgruppen für gezielte Anaphylaxie-Schulungen sind beispielweise erwachsene Patienten, Eltern von Kindern mit Anaphylaxie-Risiko, Kinder, Erzieher sowie Lehrer. Inhaltlich wird in solchen speziellen Schulungen der Umgang mit Anaphylaxie trainiert.

Des Weiteren kann es hilfreich sein, sich nach erfolgter Diagnostik an Patientenorganisationen zu wenden, um weitere Beratung für den Umgang mit der Erkrankung im Alltag sowie Informationsmaterial zu erhalten.


Prognose zur Heilung

Die Heilungschancen sind umso besser, je schneller dem betroffenen Patienten (notfall-)ärztlich geholfen wird bzw. je schneller Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden. Zudem ist neben der Behandlung auch das Ausmaß der anaphylaktischen Reaktion ausschlaggebend.

Bei einer leichteren anaphylaktische Reaktion bei der überwiegend Symptome wie Juckreiz; Hitzewallung mit Hautrötung, Nesselfieber und/oder Hautschwellung (Grad I) auftreten, kann davon ausgegangen werden, dass die Symptome nach einer erfolgreichen ärztlichen Behandlung binnen einiger Stunden wieder abklingen. Diese Art der anaphylaktischen Reaktion gilt in der Regel als harmlos und sehr gut behandelbar. Dadurch bleiben auch Folgeschäden aus. Die Symptome sollten jedoch nicht verharmlost werden, da sie auch als Beginn für eine heftigere anaphylaktische Reaktion sein können. Es wird daher dringend angeraten sich in ärztliche Behandlung zu begeben und die Symptome nicht zu unterschätzen. Auch wenn sich eine Verschlechterung der bereits beschriebenen Symptome einstellen sollte, sollte sich der Patient selbstverständlich auch in ärztliche Behandlung begeben, da mit einer Verschlechterung seiners gesundheitlichen Zustands zu rechnen ist. Die Symptome verschwinden ohne eine angemessene Behandlung mit entsprechenden Medikamenten nicht von allein und sollten daher von einem Arzt untersucht werden. Durch die zeitnahe Behandlung können Folgeschäden auch hier vermieden werden.

Äußerst kritisch wird es, wenn die anaphylaktische Reaktion nicht behandelt wird. Dies kann zu einem Atemstillstand des Respirationstrakts sowie zu einem Kreislaufstillstand des Herz-Kreislauf-Systems kommen und der Patient stirbt.

Generell sind alle Symptome behandelbar von ärztlicher Seite, allerdings kann medizinisch nicht ausgeschlossen werden, dass der jeweilige Patient erneut eine anaphylaktische Reaktion erleidet. Da dies prinzipiell immer dann möglich ist, wenn der Patient dem entsprechenden Allergen ausgesetzt ist.

Im Jahr 2015 starben laut Statistik 27 Menschen an der Diagnose anaphylaktischer Schock (t78.2). Es ist aufgrund der weiter oben beschriebenen Problematik nicht auszuschließen, dass die Dunkelziffer weit höher ist und daher mehr Menschen an einem anaphylaktischen Schock ums Leben kamen.


Risikofaktoren der schweren Anaphylaxie

Als schwere Anaphylaxie wird Anaphylaxie des III. und IV. Grad bezeichnet. Für diese Grade der Anaphylaxie gibt es zusätzliche Risikofaktoren, die sie kennen sollten. Zu den Risikofaktoren, die unabhängig vom Auslöser bestehen, zählen ein hohes Lebensalter, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestehende und insbesondere schlecht eingestelltes bronchiales Asthma, die Einnahme von bestimmten Medikamenten (insbesondere schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente und Arzneistoffe, wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen, Diclophenac, etc) sowie eine Mastozytose. Unter Mastozytose ist eine seltene Erkrankung, bei der es zu einer umschriebenen Anhäufung von Mastzellen in der Haut und in den inneren Organen kommt. Insbesondere nach einer anaphylaktischen Reaktion ist es wichtig, das Krankheitsbild der Mastozytose auszuschließen. Die wichtigsten Anzeichen sind braun-rötliche Hautflecken sowie dauerhaft erhöhte Tryptase-Werte im Blut. Sie können beispielsweise ihre Tryptase-Werte bei ihrem Hausarzt testen lassen, falls sie den Verdacht auf Mastozytose haben. Bei Mastozytose-Betroffenen müssen vor einem medizinischen Eingriff und vor der Gabe eines Röntgenkontrastmittels spezielle Medikamente erhalten, die allergischen Reaktionen vorbeugen.

Für Patienten, die an einer Insektengiftallergie leiden, werden zudem die Einnahme von β-Adrenozeptorantagonisten (auch als Betablocker bezeichnet, die unter anderem blutdruck- und herzfrequenzsenkend wirken) und ace-Hemmern (blutdrucksenkende und gefäßerweiternde Wirkstoffe) als Risikofaktor klassifiziert. Zu weiteren Risikofaktoren in
Unter Berücksichtigung der auslöserbezogenen Untergruppen der Anaphylaxie gibt es für die Nahrungsmittel-Anaphylaxie Daten, die zeigen, dass das allergische bronchiale Asthma auch hier einen wichtigen Risikofaktor darstellt. Der Auslöser selbst kann ein Risikofaktor sein: So ist beispielsweise bekannt, dass die Erdnuss als hoch potentes Allergen ein Risikofaktor für schwere Reaktionen ist.


Alternative Behandlungsmethoden

Da es sich bei der anaphylaktischen Reaktion um eine extreme allergische Reaktion handelt, die innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich werden kann, sollte schnellstmöglich ein (Not-)Arzt aufgesucht werden.

Die nachstehenden Informationen beziehen sich ausschließlich auf die Therapie von Allergien, die einer anaphylaktischen Reaktion zu Grunde liegen können, nicht auf die Behandlung der anaphylaktische Reaktion selbst.

Man kann versuchen die zu Grunde liegende Allergie mit Hilfe der Naturheilkunde in den Griff zu bekommen. Dabei helfen können verschiedenste Naturheilverfahren. Einige davon sollen an dieser Stelle zwei Therapieformen beispielhaft vorgestellt werden.

Akupunkt-Massage nach Penzel
Bei dieser Therapieform handelt sich dem Grundgedanken nach um einer der chinesischen Akupunktur-Lehre ähnlichen Behandlungsmethode mit Hilfe derer die Energieflüsse im Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Bei der Akupunkt-Massage nach Penzel wird davon ausgegangen, dass bestimmte Meridiane entweder zu wenig Energie oder aber zu viel Energie aufweisen. Charakteristisch ist, dass sie ohne Akupunktur-Nadeln durchgeführt wird. Stattdessen streicht der Therapeut mit sanftem Druck mittels eines metallischen Massagestäbchens entlang der Meridiane, die über zu wenig Energie verfügen. So sollen Blockaden im Energiekreislauf gelöst werden und eine Normalfunktion des Energieflusses wieder hergestellt werden. Bei Bedarf kann der Therapeut spezielle Akupunktur-Punkte direkt über äußeren mechanischen Druck stimulieren. Diese Akupunkturpunkte dienen als „Schalter“, welche „betätigt“ werden können, um den Energiefluss zu regulieren.

Allergostop nach Theurer
Die Allergostop-Therapie nach Theurer stellt eine bestimmte Form der Eigenbluttheraphie dar und wird auch als Gegensensibilisierung bezeichnet. Dabei wird dem Patienten auf dem Höhepunkt der Allergie Blut abgenommen, welches anschließend im Labor chemisch verfremdet wird. Bei dieser chemischen Verfremdung im Labor werden die Antikörper im Blut isoliert und wird in eine Art Impfstoff umgewandelt. Im nächsten Schritt wird dem Allergiker das Blut in einer Behandlungsserie in Form von homöopathisch aufsteigenden Potenzen und minimalen Dosierungen wieder unter die Haut gespritzt. Alternativ kann es auch eingenommen oder inhaliert werden.

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel können keine (not-)ärztliche Behandlung im Falle einer anaphylaktischen Reaktion ersetzen, sie sollten lediglich zur Erstbehandlung von Symptomen bei vergleichsweise leichten allergischen Reaktionen eingesetzt werden.

Es gibt eine Reihe verschiedener Hausmittel, die sich je nach Symptom der allergischen Reaktion unterscheiden.

Hausmittel gegen allergische Reaktionen der Haut
Ein altbekanntes Hausmittel gegen Allergien stellt das warme Backpulverbad dar. Dazu gibt man eine halbe Tasse Backpulver in das warme Badewasser und legt sich eine halbe Stunde hinein. Dieses natürliche Hausmittel soll die Beschwerden bei Hautallergien, Hautausschlag, Juckreiz und Nesselsucht lindern. Ebenso ist es möglich bei Nesselsucht und Hautausschlag ein Tuch in Milch zu tränken und es auf die betroffene Stelle der Haut zu legen.

Hausmittel gegen Allergien der Atemwege
Eine durch Allergie und Heuschnupfen verursachte verstopfte Nase und gereizte Schleimhaut kann man mit Kräutertees behandeln. Dabei stellt Pfefferminztee ein gutes Hausmittel für die gereizten oberen Atemwege, Schwellungen und Schmerzen im Hals, Husten, Schnupfen etc. dar. Weitere Heilpflanzen die als Tee sind Kamille, Rosmarin, Thymian und Basilikum.
Zudem kann eine heiße Dusche helfen um allergische Reaktionen und Schwellungen in den Atemwegen abzubauen. Vor allem bei Pollenallergie und Stauballergie ist eine Dusche nach Aufenthalt im Freien empfehlenswert um Haare und Haut von Staubpartikeln, Pollen und anderen Reizstoffen zu befreien.
Bei Heuschnupfen, Pollenallergie, Hausstauballergie ist eine Nasendusche bzw. Nasenspülung mit Kochsalzlösung zu empfehlen. Man rührt einen Teelöffel Salz in ein Glas Wasser und löst es darin auf. Falls gewollt, kann zusätzlich etwas Backpulver hinzugeben. Diese Lösung kann nun in einer handelsüblichen Nasendusche zur Nasenspülung verwendet werden. Bei einer akuten Allergie kann diese Behandlungsform stündlich angewendet werden. Ansonsten wird empfohlen dies dreimal am Tag durchzuführen. Dies kann auch vorbeugend angewendet werden beispielsweise in der Pollensaison. Auf diese Art und Wiese können Sie Pollen und andere Allergene sowie Schleim aus den Nasengängen entfernen.

Die folgenden Hausmittel eignen sich im Bezug auf allergische Reaktionen und können als Begleittherapie eingesetzt werden:

  • Backpulverbad
  • Milchwickel
  • Pfefferminztee
  • Kamilllentee
  • Dusche
  • Nasendusche bzw. Nasenspülung mit Kochsalzlösung

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter und Heilpflanzen können keine (not-)ärztliche Behandlung im Falle einer anaphylaktischen Reaktion ersetzen, sie dienen lediglich als natürliche Unterstützung zur Linderung von Symptomen bei vergleichsweise leichten allergischen Reaktionen.

Bestimmten Heilkräutertees wird eine heilende Wirkung zugeschrieben, allerdings sind sie in der Regel nicht für einen dauerhaften Gebrauch geeignet. Sollte bei einem andauernden Gebrauch die Konzentration der Wirkstoffe im Körper zu hoch werden, kann die normalerweise heilende Wirkung in das Gegenteil umschlagen. Außerdem kann sich der menschliche Organismus an diese Wirkstoffe gewöhnen, so dass diese Wirkstoffe im “Ernstfall” nur zu einer verminderten oder eben zu gar keiner nennenswerten Wirkung führen. Um eine zu hohe Konzentration des Wirkstoffes zu vermeiden, ist es alternativ denkbar, dass man verschiedene Heilkräutertees von verschiedenen Pflanzen, die eine ähnliche Wirkweise haben, in abwechselnder Reihenfolge nimmt. Aber Vorsicht: Es gilt auch hier, seien sie vorsichtig bei der Dosierung. Im Allgemeinen sollte der Heilkräutertee nur über die Dauer der der Erkrankung genutzt werden bis sich eine Linderung der Symptome einstellt.

Von Heilpraktikern wird bei der Behandlung gegen allergische Reaktionen vor allen Dingen zu folgenden Heilpflanzen geraten:

  • Baldrian
  • Damiana
  • Brennnessel
  • Pestwurz
  • Lavendel
  • Melisse
  • Pfefferminze
  • Rosmarin
  • Wasserminze
  • Weissdorn

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Ätherische Öle können keine (not-)ärztliche Behandlung im Falle einer anaphylaktischen Reaktion ersetzen, sie dienen lediglich als natürliche Unterstützung zur Linderung von Symptomen bei vergleichsweise leichten allergischen Reaktionen.

Für Allergiker und Personen, die unter Asthma leiden, empfiehlt es sich, vor der Anwendung der Ätherischen Öle zunächst einen Hauttest in der Ellenbogenbeuge durchzuführen. Auch wenn die Ätherischen Öle einen natürlichen Ursprung haben, können sie bei Allergikern und Asthmatikern aufgrund ihrer Sensibilität weitere allergische Reaktionen hervorrufen. Daher sollte darauf geachtet werden, ob nach dem Hautest (ein Tropfen auf die Ellenbogenbeuge) und einer Wartezeit von ein bis zwei Stunden eine mehr oder weniger starke Rötung oder anderweitige Hautreaktion auftreten. Ist dies der Fall, sollte auf die Anwendung des Ätherischen Öls verzichtet werden beziehungsweise auf ein Ersatzöl zurückgegriffen werden.

Die Anwendung von Ätherischen Öle primär auf die sich im Körper befindlichen Entzündungsherde beschränkt. Man geht davon aus, dass viele der wahrgenommenen Allergiesymptome im Grunde genommen die Ergebnisse von Entzündungen sind. Setzt man die Behandlung also bei den Entzündungen an, kann man diese reduzieren.

Folgende Öle können bei der Behandlung gegen allergische Reaktionen unterstützend eingesetzt werden:

  • Lavendel
  • Eukalyptus
  • Estragon
  • Kamille
  • Römische Kamille
  • Pfefferminz
  • Cajeput
  • Angelikawurzel
  • Kiefernnadel
  • Latschenkiefer

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Die Homöopathie als Teil der alternativen Medizin gehört zu den sehr strittigen Bereichen, über deren Wirksamkeit die medizinische Fachwelt heftig diskutiert. Streitpunkt ist dabei die in wissenschaftlichen Studien nicht nachweisbare Wirksamkeit der Globuli. Der Kritikpunkt ist dabei, dass die eingesetzten pflanzlichen Mittel so stark verdünnt werden, dass sie de facto keine heilende Wirkung entfalten können. Bezüglich der Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion, hat sich bisher kein bekanntes Mittel als erfolgreich in einer Behandlung herausgestellt. Es wird daher angeraten bei einer anaphylaktischen Reaktion umgehend einen Notarzt aufzusuchen, da sich die Symptome rasch entfalten und verstärken können.

Sollten Sie dennoch mit dem Gedanken spielen, homöopathische Mittel einzunehmen, bedenken Sie, dies nur bei leichten allergischen Reaktionen zu tun. Die folgenden homöopathischen Mittel sind ein erster Anhaltspunkt:

  • Apis mellifera: Dieses Mittel bedeutet zu Deutsch schlicht „Biene“. Es verbindet somit all das Gute aus Pflanzen, Honig und Bienen selbst. Und dass Honig ein glänzendes Heilmittel ist, sollte allgemein bekannt sein.
  • Antimonium crudum : Dieses Mittel wird insbesondere gegen Leiden der Haut gereicht. Da Allergien auch oftmals die Haur sehr stark belasten und angreifen können, kann es sehr hilfreich dabei sein, diese Symptome zu bekämpfen.
  • Sabadilla : Auch dieses Mittel wird gegen Erkrankungen der Haut eingesatzt, in seiner Rohform auch sehr oft gegen Läuse. Darum heißt es zu deutsch auch „Lausekraut“ oder „Lausesamen“.
  • Acidum formicicum : Hierbei handelt es sich um Ameisensäure. Dieser Wirkstoff findet immer mehr Anwendung, unter anderem in regulären Pharmazeutika. Insbesondere Gicht, Gelenkbeschwerden und Knochenerkrankungen sowie Rheuma werden hiermit behandelt.
  • Urtica urens : Hierbei handelt es sich um das „Gift“ der Brennnessel. Es kann dabei helfen, Auswirkungen des anaphylaktischen Schocks auf die Haut zu reduzieren und hilft darüber hinaus dabei, den allgemeinen Zustand der Gesundheit zu befördern.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die Wirksamkeit von Schüssler Salzen von Fachärzten stark umstritten, da es derzeit noch keine Studien oder wissenschaftliche Arbeiten gibt, die den Nutzen der Salze belegen können. Ebenso wird der positive Einfluss auf die Linderung von allergischen Reaktionen stark angezweifelt. Schüssler Salze sollten daher höchstens bei vergleichsweise leichten allergischen Reaktionen angewendet werden.

Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass eine anaphylaktische Reaktion potenziell lebensgefährlich ist. Unterschätzen Sie das Risiko nicht.

Sollten Sie dennoch Schüssler Salze zur Linderung ihrer Beschwerden nehmen wollen, sollten sie das nur bei leichten allergischen Reaktionen tun. Sollten sie dennoch Schüssler Salze anwenden wollen, sprechen Sie dies vorher mit ihrem behandelten Arzt ab. Folgenden Schüssler Salzen wird eine Wirkung bei leichten allergischen Reaktionen nachgesagt:

  • Nr. 3. Ferrum Phosphoricum : Ferrum, sprich Eisen, ist der sehr gut für die Blutbildung. Zwar geht eine Allergie nicht automatisch mit einer Anämie einher, dennoch sollte man nicht vergessen, dass eine etwaige Blutarmut massiv dazu beitragen kann, den Schock zu verschlimmern.
  • Nr. 5. Kalium Phosphoricum: Dieses Mittel ist am besten dafür geeignet, die Nerven des Leidenden zu beruhigen. Das kann gerade im Falle eines anaphylaktischen Schocks nicht zu unterschätzen sein.
  • Nr. 7. Magnesium Phosphoricum: Dieser Wirkstoff ist ein wahrer Allrounder. Er beruhigt den Körper und den Organismus und stärkt ihn darüber hinaus auch noch. Das hat zur Folge, dass das vorliegende Leiden weniger oft vorkommt und zumeist auch in geringerer Ausprägung.
  • Nr. 27. Kalium bichromicum: Früher wurde dieser Stoff zur Herstellung von Wandfarben verwendet, dann jedoch erkannte man auch die heilenden Eigenschaften desselben. Inbesondere für Lunge und Atemwege.
  • Nr.10, Natrium sulfuricum D 6: Dieses Mittel ist besonders dann geeignet, wenn es immer wieder zu Schockzuständen kommt.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Prinzipiell können alle Lebensmittel eine anaphylaktische Reaktion auslösen. Die häufigsten Lebensmittel, die zu einer anaphylaktischen Reaktion führen sind jedoch die Folgenden: Erdnüsse, Walnüsse, Cashew-Nüsse, Paranüsse, Meeresfrüchte, Fisch, Milch, Eier und/oder Konservierungsstoffe.

Bei Lebensmittelallergien ist generell zu unterscheiden, ob das betreffende Allergen hitzebeständig ist oder nicht. Sollte das Allergen hitzebeständig sein, sollte unbedingt auf das Nahrungsmittel, welches das Allergen beinhaltet, verzichtet werden. Denn auch nur der Genuss kleinster Spuren kann schwere allergische Reaktionen auslösen, die in einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock enden können. Es wird dem Allergiker angeraten eine spezielle Diät einzuhalten bei der auch auf solche Nahrungsmittel verzichtet wird, die möglicherweise nur Spuren des Allergens beinhalten können.
Sollte das Allergen nicht hitzestabil sein, reicht es aus das entsprechende Nahrungsmittel vor dem Verzehr zu kochen. Am besten wenden Sie sich an ihren behandelnden Arzt um herausfinden, ob ihr Allergen hitzestabil ist oder nicht.

Des Weiteren kann ihnen eine individuelle Ernährungsberatung bei einer allergologisch versierten Ernährungsfachkraft helfen, sich trotz einer Lebensmittelallergie ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. Dabei übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen zumindest einen Teil der anfallenden Beratungskosten. Dafür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Zum einen muss der Berater bestimmte Qualifikationen mitbringen und zum anderen muss einen Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit der Ernährungsberatung vorliegen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung sollte entweder durch einen Oecotrophologe oder einen Diätassistent durchgeführt werden. Oecotrophologen sollten darüber hinaus über eine Zusatzqualifikation als Ernährungsberater in Form eines Zertifikats (VDOE-Zertifikat) verfügen. Für Diätassistenten gilt es ein Fortbildungszertifikat (VDD-Zertifikat) zu haben, welches die kontinuierliche Weiter- und Fortbildung im Bereich Diätik und Ernährungswissenschaft bescheinigt. Zusätzlich sollte der Oecotrophologe oder die Diätassistentin über eine sogenannte QUETHEB-Registrierung verfügen.

QUETHEB-registrierte Fachkräfte sind zu einer unabhängigen und produktneutralen Beratung verpflichtet. Somit unterscheiden sie sich von anderen Zertifizierungen. Zudem betrieben sie keinen Handel oder Vertrieb von Diätprodukten und/ oder Nahrungsergänzungsmitteln. Als letzte Qualifikation ist ein zusätzliches Zertifikat des Deutschen Allergie- und Asthmabundes zu führen, welches die Fachkraft als allergologische Ernährungsfachkraft ausweist. Zur Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit der Ernährungsberatung ist noch zu sagen, dass sie sich diese von ihrem behandelten Arzt ausstellen lassen können. Dieser bestätigt ihnen damit, dass eine Nahrungsmittelallergie vorliegt und außerdem gibt er dabei an, um welche es sich handelt.


FAQ – Fragen & Antworten

Kann ein anaphylaktischer Schock zum Tod führen?

Ja, ein anaphylaktischer Schock kann mitunter tödlich enden. Insbesondere dann, wenn die Symptome nicht rechtzeitig von einem professionellen (Notfall-)Arzt behandelt werden. Da es sich bei einem anaphylaktischen Schock um eine Extremreaktion des körpereigenen Immunsystems handelt, dessen Symptome sich rasch entwickeln und verstärken, ist äußerste Vorsicht geboten. Es ist daher ratsam die anfänglichen Symptome wie Hautrötungen, Hautschwellungen, Juckreiz etc. nicht zu unterschätzen. Auch wenn sie sich nicht sicher sind, ob es sich bei ihrer Reaktion um einen anaphylaktischen Schock handelt, sollten sie im Zweifelsfall immer einen Arzt aufsuchen.

Wie lang dauert eine anaphylaktischer Reaktion?

Eine anaphylaktischer Reaktion kann je nach Schwere und Dauer der Exposition mit dem Allergen und in Abhängigkeit einer Behandlung von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen andauern. Die anaphylaktische Reaktion setzt in der Regel sehr schnell nach dem Kontakt mit dem betreffenden Allergen ein. Bereits wenige Sekunden oder Minuten nach der Allergenexposition werden die ersten Symptome im Körper spürbar. Erste Anzeichen auf die sie dringend achten sollten, sind Hautrötungen, Hautschwellungen, Juckreiz etc. Sie mögen auf den ersten Blick harmlos wirken, sind aber auf keinen Fall zu unterschätzen. Insbesondere bei Personen, die Allergien aufweisen, sollte auf diese Symptome geachtet werden.

Kann ein anaphylaktischer Schock auch bei einer Heuschnupfenallergie auftreten?

In der Regel kommt es bei allergischen Reaktionen, die durch Heuschnupfen verursacht werden, zu keinem anaphylaktischen Schock. Allerdings können sich die Symptome des Heuschnupfens (Schnupfen, Niesen und tränende, gerötete Augen, Krankheitsgefühl) verstärken, wenn er unbehandelt bleibt. Hierbei können die anfänglichen Symptome im Bereich der oberen Atemwege (Nase, Mund und Rachen) beginnen weiter nach unten zu wandern bis sie die Bronchien erreichen. Sollte dies der Fall sein, kann sich dort eine chronische, entzündliche Erkrankung der unteren Atemwege (bronchiales Asthma) manifestieren.

Die Symptome bei einem anaphylaktischen Schock treten in den überwiegenden Fällen unmittelbar nach der Allergenexposition auf, das heißt erste Reaktionen treten nach einigen Sekunden bis Minuten auf. Nach 24-48 Stunden sollte keine anaphylaktische Reaktion bzw. Schock mehr zur befürchten sein. Das lässt sich damit erklären, dass bereits nach ca. 6 Stunden die aufgenommenen Nahrungsmittel bzw. Medikamente den Magen verlassen und nach ca. 36 Stunden vollständig durch den Darm befördert wurden und verdaut sind. Wenn es bis dahin zu keiner anaphylaktischen Reaktion gekommen ist, besteht keine weitere Gefahr.

Wer kann an einem anaphylaktischen Schock leiden?
Prinzipiell kann jeder einen anaphylaktischen Schock erleiden.

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