Anaphylaktischer Schock

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Eine Vielzahl Menschen, laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung allein in Deutschland rund 13 Millionen, leiden an einer Allergie. Zwar gibt es keine genauen Angaben über eine Zunahme dieser Krankheit in den vergangenen Jahrzehnten, unzweifelhaft ist sie jedoch vorhanden. So berichten sowohl Allergologen als auch Kinderärzte über einen erheblichen Anstieg von Allergiepatienten. Gleichfalls liegen Untersuchungen in Bezug auf eine Unverträglichkeit gegenüber Erdnüssen vor, welche heute doppelt so viele Menschen aufweisen als vor fünf bis zehn Jahren.

Der sogenannte Heuschnupfen ist die wohl bekannteste Erkrankung, welche durch eine Allergie – nämlich gegen Pollen – ausgelöst wird. Aber auch eine Intoleranz gegen verschiedenste Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Tierhaare u.v.m. stellen heutzutage keine Seltenheit mehr dar. Immer mehr Patienten gibt es ebenfalls im Asthma-Bereich, bei einem Teil davon ist eine allergische Reaktion dafür verantwortlich. Ganz gleich, um welche Art von Allergie es sich handelt, in der Regel werden diese von häufigem Niesen, laufender Nase und tränenden Augen begleitet.

Mit einer Allergie kann und muss man leben, wobei es zahlreiche Medikamente gibt, welche den betroffenen Menschen ihre Krankheit leichter erträglich machen. Gefährlich und leider niemals vorauszusehen ist ein anaphylaktischer Schock, welcher ohne sofortige erste Hilfe tödlich enden kann. Zunächst passiert das Gleiche wie bei einer allergischen Reaktion. Dabei kann das körpereigene Immunsystem nicht unterscheiden, welche Stoffe unproblematisch und welche schädlich sind. So entsteht eine Abwehrreaktion auf bestimmte Substanzen, allgemein als Allergie bekannt. Der Unterschied zum anaphylaktischen Schock besteht in der Freisetzung einer großen Menge des Botenstoffes Histamin. Durch diesen können die Blutgefäße schlagartig erweitert werden, der Blutdruck sinkt drastisch ab, zudem gelangt aus den Gefäßen Flüssigkeit ins Gewebe. Im schlimmsten Fall schließt sich ein vitales Organversagen an. Als besonders gefährdet, einen anaphylaktischen Schock zu erleiden, sind Nahrungsmittelallergiker, welche sowohl erblich vorbelastet als auch Asthmatiker sind. Diese Menschen sollten ausnahmslos immer ein Notfallset mit sich führen, das eine umgehende erste Hilfe ermöglicht.

Symptome

Ein anaphylaktischer Schock kann sich durch eine Vielzahl verschiedener Symptome bemerkbar machen, je nach Schweregrad fallen diese unterschiedlich aus.

Zu den häufigsten gehören:

Von Fachleuten erfolgte eine Einteilung des anaphylaktischen Schocks in vier verschiedene Schweregrade. Zu den leichteren Symptomen werden beispielsweise Kopfschmerzen oder Hautveränderungen gezählt. Den höchsten Schweregrad bildet das vitale Organversagen. Allergiker sollten wissen, dass die einzelnen Stufen nicht ausnahmslos in der Reihenfolge von weniger deutlichen bis hin zu starken in Erscheinung treten. Taucht also bereits eines der zahlreichen Symptome auf, darf man dieses keinesfalls außer Acht lassen. Am gefährlichsten ist, wenn sehr schnell nach einem Allergenkontakt Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks festzustellen sind.

Die große Bandbreite der unterschiedlichsten Symptome macht es sehr schwer, einen derartigen Schock festzustellen. Es empfiehlt sich jedoch für gefährdete Menschen, auch auf kleinste Körperreaktionen zu achten. In dem nachfolgenden Überblick sind die Symptome noch einmal in die betreffenden Schweregrade eingeteilt:

 

  1. Grad Eins

Flush, Juckreiz, Nesselsucht (generalisierte Hautsymptome), eventuell begleitet durch Angstzustände, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl (allgemeine Symptome)

  1. Grad Zwei

hinzukommender Blutdruckabfall sowie Herzrasen, häufig in Verbindung mit leichter Atemnot, Erbrechen und Übelkeit

  1. Grad Drei

erheblicher Blutdruckabfall, sehr rasche Herzfrequenz, schwere Atemnot sowie ödematöse Schwellung im Kehlkopfbereich (sehr selten)

  1. Grad Vier

Atem- und Kreislaufstillstand

 

Allergiker, sowie diesen nahestehende Menschen, sollten bestenfalls über die Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks gut Bescheid wissen. Wird eines der Symptome erkannt und kann in Zusammenhang mit dem Kontakt zu einem Allergen gesetzt werden, ist es ratsam, einen Arzt hinzuzuziehen. Dieser kennt sich in der Regel bestens mit den sehr charakteristischen Anzeichen aus und klärt bei einem Verdacht gleichfalls, ob mögliche Allergieauslöser zur Verantwortung zu ziehen sind. Ist dies der Fall, ergibt sich daraus bereits die Diagnose, welche nahezu zweifellos anaphylaktischer Schock lautet.

Ursachen

Die häufigsten Auslöser eines anaphylaktischen Schocks sind Nahrungsmittel, Medikamente und Insektengifte. Letzteres gelangt beispielsweise durch den Stich eines Insekts in den menschlichen Körper, wobei Bienen, Hummeln und Wespen vermehrt für die schwere Form einer Überempfindlichkeitsreaktion verantwortlich sind. Unter den oftmals verursachenden Arzneimitteln für einen anaphylaktischen Schock befinden sich Antibiotika, Penicillin, Rheumamedikamente, Schmerzmittel sowie jodhaltige Röntgenkontrastmittel. Bestimmte Stoffe, welche in Nahrungsmitteln enthalten sind, lösen ebenfalls Schockreaktionen aus. Vermehrt stecken diese in Erd- und Walnüssen, Fischen, Hühnereiern, Meeresfrüchten, Sellerie und Soja. Auch zahlreiche Kosmetikprodukte können Allergien auslösen, welche wiederum zu einem anaphylaktischen Schock führen können. Insbesondere die Inhaltsstoffe Duft- sowie Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Lanolin und Perubalsam verursachen eine allergische Reaktion bei dem Anwender. Auch nicht selten ist bei Allergiepatienten eine Überempfindlichkeit gegen Naturlatex festzustellen, welches beispielsweise in Luftballons oder Gummihandschuhen vorkommt. Letztendlich spielt es keine große Rolle, gegen was man allergisch ist, denn eine jede Unverträglichkeit kann für einen anaphylaktischen Schock verantwortlich gemacht werden.

Therapie

Es gibt einige wichtige Dinge, die Risikopatienten wissen sollten, um sich oder andere Familienmitglieder so wirkungsvoll wie möglich zu schützen. Insbesondere sollten gefährdete Kinder im Auge behalten werden und wenn diese alt und verständig genug sind, auch selbst umfangreiche Informationen über ihre Allergie sowie die damit einhergehenden Gefahren erhalten. Zu den grundsätzlichen Vorsichtsmaßnahmen gehören beispielsweise

  • ein Notfallset jederzeit mit sich zu führen
  • die ständige Mitnahme eines Anaphylaxie Passes
  • den man sich vom Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. oder einem Arzt ausstellen lassen kann
  • passende Medikamente zur Verfügung zu haben und auf deren Haltbarkeit zu achten
  • Informieren der Menschen
  • mit welchen man häufig Zeit verbringt (z.B. Arbeitskollegen
  • Lehrer des Kindes
  • Freunde usw.).

Bestenfalls kennt man sich mit dem Notfallset bereits aus, Vorübungen für den Fall eines Falles können letztendlich Leben retten. Hat man einmal einen anaphylaktischen Schock erlitten, ist es empfehlenswert, die exakte Ursache dafür herauszufinden. Dadurch lässt sich ein Wiederholungsfall verhindern sowie wenigstens eines der zahlreichen Risiken ausschließen. Eine vorbeugende Therapie gegen Schockreaktionen im Allgemeinen gibt es selbstverständlich nicht. Hier muss man bereits bei den jeweiligen Allergien direkt ansetzen, wofür zahlreiche Therapie Leitlinien von Ärzten und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.

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