Molybdän

Was ist Molybdän?

molybdän bohnen hülsenfrüchteDas Übergangsmetall mit der Ordnungszahl 42 gehört zur chemischen Gruppe der Chromstoffe. In seiner reinen Form ist es plastisch leicht verformbar, jedoch bei der kleinsten Verunreinigung mit nur einem ppm Sauerstoff oder Stickstoff nur noch sehr spröde. Als essentielles Spurenelement benötigt der menschliche Körper es zum Überleben, es muss aber von außen zugeführt werden. Molybdän ist silbrig/weiß glänzend, in vielen Nahrungsmitteln enthalten und wurde 1778 vom Schweden Carl W. Scheele entdeckt.

Der Abbau erfolgt nur zu ca. 30%, der Rest fällt bei der Kupferherstellung in Form von Nebenprodukten an. Es besitzt einen sehr hohen Schmelzpunkt und wird von reduzierenden Säuren, wie etwa Flusssäure, nicht angegriffen. Einen Verwendungsschwerpunkt erkennt man daher bei der Herstellung von säurebeständigem Edelstahl und Nickelwerkstoffen. Weitere Einsatzzwecke sind das Imprägnieren von Stoffen, da diese mit Molybdän als schwer entflammbar gelten.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Welche Bedeutung hat Molybdän und wozu brauch der Körper es?

Molybdän übernimmt im menschlichen Körper zahlreiche wichtige Funktionen. Dazu gehört als Cofaktor von verschiedenen Enzymen die Beteiligung am Stoffwechsel von Harnsäure und schwefelhaltigen Aminosäuren. Der Harnsäurespiegel wird durch das Enzym Xanthinoxidase gesteuert, welches ebenfalls mit diesem Spurenelement gebildet wird.

Für die Aussage über die Gesundheit eines Menschen ist der Harnsäurespiegel ein wichtiger Indikator. Weiterhin ist das Spurenelement an der Speicherung von Fluoriden und der Energiegewinnung beteiligt. Wegen dem engen Bezug zu Fluoriden, wird dem Molybdän auch nachgesagt, es kann helfen Karies vorzubeugen.


Vorkommen & Lebensmittel

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & Nahrungsgüter

60% des benötigten Molybdäns im menschlichen Körper finden sich im Skelett. Der Rest verteilt sich auf Leber, Niere, Lunge und die Haut. Eiweißbestandteile werden mit dem Spurenelement zu Harnsäure abgebaut. Ebenso wird Alkohol in der Leber abgebaut und das Wachstum von Bakterien gehemmt. Für Pflanzen ist das Spurenelement unerlässlich, ein Boden kann ohne es unfruchtbar werden.

Die größten Vorkommen finden sich in den USA, Chile, China, Kanada und Peru. Es wurde lange mit Bleiglanz oder Graphit verwechselt und fand auf Grund seiner schwierigen Bearbeitung lange Zeit keine weitere Beachtung. Erst durch die beiden Weltkriege und dem hohen Bedarf an Metall und Stahl, wurden die nützlichen Eigenschaften von Molybdän für Stahllegierungen erkannt.

getrocknetes obst kreta diät

Molybdän ist z. B. in getrockneten Früchten enthalten

In der Natur findet man Molybdän als Sulfid und als Blei. Der Boden benötigt das Spurenelement sonst wird er unfruchtbar. Aus diesem Grund ist es in vielen Düngemitteln enthalten.

Wir finden Molybdän vor allem in:

Bei den Lebensmitteln schwankt der Gehalt an Molybdän sehr, da er abhängig von der Qualität der Böden ist. In der Regel kann am jedoch über die Nahrung seinen Tagesbedarf vollkommen abdecken. Auch im Trinkwasser und in der Atemluft ist das Spurenelement von Natur aus enthalten, so dass eine Mangelerscheinung äußerst selten vorkommt und meist an andere Erkrankungen oder besondere Gegebenheiten gekoppelt ist.


Tagesbedarf decken

Wer braucht wie viel Molybdän pro Tag?

Tagesbedarf: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene eine angemessene Tagesaufnahme von 50 bis 100 µg Molybdän.

Auch für die menschliche Ernährung ist das Spurenelement essenziell. Die molybdänhaltigen Lebensmittel können sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs sein. So sind in 100 Gramm Hühnerfleisch bereits bis zu 60 Mikrogramm Molybdän enthalten.


Molybdänmangel & Krankheiten

Mangelerscheinungen, Krankheiten & Störungen

Eine Mangelernährung mit Molybdän ist immer mit einer Mangelernährung anderer Spurenelemente oder Mineralstoffe gleichzusetzen, da die Aufnahme dieses Spurenelementes hauptsächlich über die Nahrung stattfindet und diese den normalen Tagesbedarf deines Erwachsenen abdeckt.

Während in vielen Entwicklungsländern auf Grund der schlechten Versorgung mit ausreichend Lebensmitteln ein Molybdänmangel sehr häufig zu findet ist, gibt es das Phänomen aber auch zunehmend in den gut entwickelten Industrieländern, obwohl wir hier genug gesunde Lebensmittel haben.

Hier sind einige der Gründe dafür:

Bei einigen Krankheiten, wie zum Beispiel Morbus Crohn, oder bei seltenen, angeborenen Stoffwechselerkrankungen, wird vom Körper ein Mehrbedarf an Molybdän benötigt. Wird dieser nicht behandelt, dann bildet sich ebenfalls ein Mangel an Molybdän.


Erhöhter Bedarf

darmflora Enterokokkenverdauung magen-darm-trakt bakterien bazillen Clostridien Escherichia coli Milchsäurebakterien Proteus

Bei einer gestörten Darmflora besteht ggf. ein erhöhter Bedarf

Weitere Gründe für einen überdurchschnittlich erhöhten Bedarf sind zum Beispiel:

  • Gicht und Gichtähnliche Symptome
  • Kupfermangel
  • Hohe Harnsäurewerte
  • Belastung des Körpers mit Chemikalien
  • Gestörte Darmflora und einige Darmkrankheiten
  • Sulfit Empfindlichkeit
  • Länger andauernde künstliche Ernährung

Bei Morbus Wilson, einer Erbkrankheit, bei der die Kupferausscheidung erhöht ist, empfiehlt sich die zusätzliche Gabe von diesem Spurenelement über Nahrungsergänzungspräparate. Andere Einnahme von zusätzlichem Molybdän sollte immer nur in Zusammenarbeit mit einem Arzt erfolgen. Eine Einnahme zur generellen Vorbeugung einer Mangelversorgung mit Molybdän ist nicht zu empfehlen.


Symptome beim Mangel

Die typischen Symptome einer Mangelversorgung mit Molybdän sind:

Überdosis & Symptome

Nebenwirkungen bei einer Molybdän Überdosierung

Molybdän und seine Verbindungen haben sich bei Tierversuchen als höchst toxisch gezeigt. Bei Arbeitern, die in Betrieben hohen Konzentrationen von Molybdänverbindungen ausgesetzt waren, zeigten sich chronische Leberfunktionsstörungen, Knieschmerzen, Gelenkmissbildungen, Ödeme und Schmerzen in Händen und Füßen, gichtähnliche Symptome.

Der Überschuss führt zu einer erhöhten Produktion von Harnsäure, der zu einer Gicht führen kann. Nach Beseitigung der Überversorgung verschwinden die Symptome in aller Regel wieder vollständig. Eine Überdosierung ist auch denkbar, wenn nur Pflanzen aus stark belasteten Böden mit hohen Molybdänwerten verzehrt werden. Dies ist aber nur sehr selten der Fall.

Die Überdosierung mit Molybdän führt auch zu einer erhöhten Ausscheidung von Kupfer über die Nieren, wodurch sich auch ein Kupfermangel im Körper einstellen kann.
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