Synthese

Unzählige Vorgänge, die im menschlichen Organismus vor sich Gehen, sind lebensnotwendig. Verbunden sind diese Prozesse mit komplizierten biochemischen, physikalischen und chemischen Abläufen. Dabei entstehen neue Stoffe und überflüssige oder giftige Substanzen werden abgebaut. Auf diese Weise bleibt der sogenannte Stoffwechsel immer im Gleichgewicht.

Ist dieses gestört, kann es passieren, dass sich Krankheiten manifestieren oder dass zumindest das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit mehr oder weniger stark beeinträchtigt ist. Reibungslos ablaufende Körperprozesse sind daher eine entscheidende Basis für eine gute gesundheitliche Verfassung.

 

Was ist eine Synthese?

 

Der Begriff Synthese spielt vor allen Dingen in der Biologie und in der Chemie eine zentrale Rolle. Daraus ergibt sich ebenso eine enormes Gewicht dieser Formulierung für die unterschiedlichsten medizinischen Fachbereiche. Fast alle medizinischen Zusammenhänge stehen in einem engen Verhältnis zu der Synthese.

Im  Allgemeinen wird unter Synthese ein Prozess verstanden, bei dem sich aus einem, zwei oder mehr Stoffen neue Stoffe bilden. Die Synthese ist demnach eine Stoffgewinnung durch die Vereinigung, die Verschmelzung, die Verkettung oder die Verknüpfung von bereits vorhandenen Elementen. Durch das Zusammensetzungen, das Umwandeln oder das Zusammenfassen von Elementen wird außerdem Energie freigesetzt oder es wird Energie verbraucht. Eine Synthese, eine Stoffneubildung oder eine Stoffentstehung kann zudem mit einer Abnahme oder mit einer Zunahme weiterer Substanzen verbunden sein.

Im Speziellen wird in der Medizin eine Synthese so erklärt, dass sich aus einzelnen körpereigenen und körperfremden Bestandteilen ein neues Ganzes mit einer besseren Qualität erzeugen lässt. Die Synthese stellt somit das Gegenteil der Analyse, einem Zerfall oder einer Aufspaltung dar.

Die an die Synthese gebundenen Ereignisse Laufen auf der molekularen oder der atomaren Ebene ab. Diese Abläufe sind daher für den Menschen nicht sichtbar, wohl jedoch spürbar. Schon kleinste Veränderungen syntheseabhängiger Entwicklungen können unter Umständen massive Störungen der Körperfunktionen hervorrufen. Dieser Effekt wird dadurch begünstigt, dass zahlreiche Synthesen in Wechselwirkung miteinander stehen und aufeinander aufbauen. Die Ausmaße geringster Abweichungen können ohne weiteres groß sein.

In der Praxis werden neben den natürlichen Synthesen die künstlich herbeigeführten Synthesen betrachtet. In der Medizin sind mit Synthesen hauptsächlich biochemische Reaktionen innerhalb des Körpers gemeint.

Darüber hinaus gibt es beispielsweise in der Gentechnik oder in der Pharmakologie gleichfalls Synthesen, die außerhalb des menschlichen Körpers durchgeführt werden. Diese Synthesen werden in vitro, im Reagenzglas ausgeführt. Betrachtet werden zudem Synthesen, die in vivo, also im lebenden Organismus vorkommen. Synthesen sind ein Teil des Stoffwechsels.

 

Typische Synthesen im menschlichen Organismus sind beispielsweise:

 

  • Proteinsynthese (Eiweißsysnthese durch Verkettung von Aminosäuren)
  • Kohlenhydratsynthese (Zuckersynthese)
  • Fettsäuresynthese (Lipidsynthese)
  • Hormonsynthese (Bildung biochemischer Botenstoffe)
  • ATP-Synthese (Energiegewinnung)
  • dna-Synthese (Synthese der Erbinformation)
  • Hämoglobinsynthese (Bildung von Hämoglobin)
  • Osteosynthese (Knochenbildung)
  • Harnstoffsynthese
  • Vitaminsynthese
  • Harnsäuresynthese
  • Cholesterinsynthese  (Körper bildet eigenes Cholesterin)
  • Gallensynthese (Bildung von Gallensaft aus Cholesterin durch Cholesterinsynthese)
  • Enzymsynthese (Entstehung von Biokatalysatoren)
  • Fibrinogensynthese (Herstellung eines Gerinnungsfaktors)
  • Peptidsynthese (Verknüpfung von Bausteinen der Aminosäuren)
  • Synthese von Neutransmittern (Botenstoffe)
  • Nukleinsäuresynthese (Erbinformation)

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielzahl an Synthesen, die im Körper permanent oder zeitlich begrenzt ablaufen. Inbegriffen sind unterschiedliche Stoffwechselwege und Stoffwechselschritte.

Die Synthesen können durch aufbauende oder anabole (Anabolismus) oder durch abbauende oder katabole (Katabolismus) Reaktionen realisiert werden. Umbauende Reaktionen (Metabolismus = Stoffwechsel) bewirken eine Umwandlung von einem Stoff in einen anderen (beispielsweise beim Aufbau von Geweben).

 

  • Anabolismus: es entstehen komplex aufgebaute Stoffwechselstrukturen nach endergonischen Prozessen
  • Katabolismus: es entstehen kleine, einfach ausgebaute Stoffwechselprodukte nach exergonischen Prozessen
  • Metabolismus: es entstehen Substanzen, die eine andere Beschaffenheit aufweisen, als die vorherigen Stoffe

Bei katabolischen Synthesen treten meist Zwischenprodukte auf, die wiederum für andere Stoffwechselvorgänge benötigt werden.

 

  • endergonisch oder endogen: unter Zufuhr und unter Verbrauch von Energie
  • exergonisch oder exogen: unter Abgabe und unter Freisetzung von Energie

Was ist eine Biosynthese?

 

In der Medizin hat die Biosynthese sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie einen hohen Stellenwert. Die Bezeichnung Biosynthese fasst alle biochemischen Abfolgen zusammen, die organische Substanzen beispielsweise unter Mitwirkung von Mikroorganismen oder Enzymen erzeugen können. Dabei kommt es zu einem Umbau und einem Aufbau von Stoffen, die dem Körper eigen sind. Dazu gehören unter anderem die Eiweiße und die Fette sowie die Kohlenhydrate.

Biochemische und chemische Synthesen sind das Fundament für die Atmung, das Wachstum, die Fortpflanzung, die Ernährung sowie für das Denken und weitere physiologische (funktionale) Bedürfnisse. Verschiedene Organe und Organsysteme des Menschen sind zuständig für die Synthese. Schon anhand ihres Aufbaus lässt sich erkennen, dass die Synthese in diesen Bereichen stattfindet. Beispiele dafür sind die Leber als wichtigstes Stoffwechselorgan, das Knochenmark, die Bauchspeicheldrüse und das Gehirn.

Der Stoffwechsel, der neben der Analyse auch die Synthese beinhaltet, ist zunächst auf die untersten Bausteine des menschlichen Organismus, die Zellen, beschränkt. In den Körperzellen haben sich im Laufe der Evolution beeindruckende Einrichtungen (Mitochondrien, Zellkerne) entwickelt, die für eine Synthese wie geschaffen sind.

In diesem Zusammenhang können die Synthesen dem Zell- und dem ergänzenden Körperstoffwechsel zugeordnet werden. Zwischen beide System bestehen untrennbare Verbindungen. Wird diese Einheit gestört, kann es zu einer Unterversorgung von Gewebe kommen, die einen Gewebe- und einen Zellschaden sowie einen Zelltod nach sich ziehen kann.

– Es gibt fast kein Organ, dass nicht in irgendeiner Form am Stoffwechsel beteiligt ist, obgleich einige Konstrukte auch in einem höheren Ausmaß daran beteiligt sind. Eine Synthese ist nur dann möglich, wenn Nahrung von außen zugeführt wird. Dazu müssen die Sinnesorgane die Nahrung erkennen.

– Verschiedene motorische (Motorik steht für die Bewegung) Einheiten des Körpers (Hände, Finger) bereiten die Nahrung zu. Der Mund und das weitere Verdauungssystem verarbeiten die Nahrung.

– Das hepatopankreatitische (Hepar ist die Leber, Pankreas ist die Bauchspeicheldrüse) ist für die weitere Aufbereitung der Substanzen zuständig, sodass die Synthese eingeleitet wird. In dieser Art kann die Kette weiter fortgesetzt werden, bis die Stoffwechselendprodukte, die für eine Synthese überflüssig sind, ausgeschieden werden.

 

Funktion und Aufgabe der Synthese

 

Die Aufgabe der Synthese innerhalb des gesamten Stoffwechsels ist die Energiegewinnung sowie der Aufbau der Zellen, Gewebe und Organe sowie die Aufrechterhaltung der lebenserhaltenden Funktionen.

Die Synthese ist damit die Voraussetzung für die Produktion von lebenswichtiger Energie und Baustoffen. Eine Synthese ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn genügend Ausgangsstoffe vorhanden sind. Im Vordergrund stehen dabei die Nährstoffe, die in der Nahrung enthalten sind. Nachdem diese energiereichen Substanzen in die die Körperzellen transportiert wurden, greifen die Syntheseprozesse und wandeln diese Stoffe in Energie um.

Diese kann gespeichert oder sofort verbraucht werden. Klassische Vertreter sind die Kohlenhydrate, die wie die Fette meist als Reserve in den Speicherdepots abgelegt werden, um zu einem späteren Zeitpunkt in den Energie- oder Baustoffwechsel einzufließen.

Sowohl die Organsysteme als auch die Aktivitäten des Menschen kommen ohne Energie nicht aus. Gäbe es keine Synthese, könnte der Körper nicht existieren. Ist der Energievorrat gering, dann treten vorübergehende geistige und körperliche Defizite auf.

 

Dazu gehören:

 

Sowohl äußere als auch innere Faktoren sorgen dafür, dass eine Synthese ablaufen kann. Von außen nimmt der Mensch Wasser, Nährstoffe, Sauerstoffe und Licht auf. Im inneren befinden sich wiederum die Zellen mit ihren Bausteinen, die speziell auf synthetische Prozesse abgestimmt sind.

Die bedeutsamsten Stoffwechsel- und Synthesevorgänge im menschlichen Organismus sind:

 

  • Baustoffwechsel
  • Energiestoffwechsel
  • Hungerstoffwechsel
  • Biotransformation
  • Aminosäure-Stoffwechsel
  • Glukose-Stoffwechsel

– Der Kohlenhydratstoffwechsel zielt auf die Gewinnung von Energie (Glykolyse oder Glukoneogenese) aus Kohlenhydraten ab. Involviert ist bei der Energiegewinnung eine Synthese, bei der es um die Zusammensetzung von den in den Muskeln und in der Leber gespeicherten Einfachzuckern zu Stärke oder Mehrfachzuckern geht.

– Der Eiweiß-, Protein- oder Aminosäurestoffwechsel kommt ohne Synthese nicht aus, denn aus den Aminosäuren werden Bausteine für die Muskelzellen, Enzymen und Hormonen hergestellt. Für die Proteinsynthese sind die Ribosomen in den Zellen zuständig.

– Innerhalb der Fettstoffwechsels bewirkt die Synthese die Bereitstellung von Fettsäuren. Diese werden in Form von Triacylglyceriden und Lipiden für den Aufbau von Zellmembranen gebraucht. Die Cholesterinsynthese konzentriert sich auf das Zytoplasma beziehungsweise das Zellplasma.

– Bei der Hormonsynthese werden sowohl die Peptid- als auch die Steroidhormone produziert. Das erfolgt bei den Peptidhormonen im endoplasmatischen Retikulum, einem kanalartigen Konstrukt in den Zellen.

– Bei der Biotransformation werden nicht ausscheidbare Substanzen in ausscheidbare umgewandelt werden. Das ist im Rahmen der Synthese unter anderem bei diversen Medikamenten der Fall.

– Die sogenannte ATP-Synthese findet in den Mitochondrien in Einheit mit der Atmung statt. ATP ist Adenosintriphosphat.

– Die dna Synthese beschreibt die Produktion (Duplizierung)von doppelten Komplementärsträngen aus einzelnen Basensträngen. Dieser Vorgang wird auch als dna-Replikation bezeichnet. Ohne diese Synthese könnte kein Erbmaterial zur Verfügung gestellt werden. Wichtig ist diesbezüglich die Nukleinsynthese.

Sie beruht auf der Aneinanderkettung von einzelnen Nukleinsäuren. Sie verschlüsseln die Erbinformation und werden in den Zellkernen abgelegt. Treten hierbei Fehler auf, kann das zu einer pathologischen Beeinflussung der Gene führen.

 

Krankheiten und Beschwerden in Verbindung mit der Synthese

 

Störungen der Synthese können vielfältige Anomalien und Veränderungen im gesamten Stoffwechselsystem bedingen.

Die Ursachen liegen in Verschiebungen des Stoffwechselgleichgewichts, bei dem sich ein Mangel- und ein Überangebot an Ausgangsstoffen, Endprodukten, Hormonen und Biokatalysatoren zeigt. Bis zu einem gewissen Grad kann der Körper diese Dysbalance ausgleichen. Ist das nicht mehr möglich, treten sogenannte Stoffwechselkrankheiten auf.

Durch die Behinderung oder die Hemmung der Synthese können sich die unterschiedlichsten Stoffwechselerkrankungen ausprägen. Stoffwechselkrankheiten sind überaus vielschichtig. In zahlreichen Fällen liegen diese Krankheitsbilder bereits bei Neugeborenen vor.

Diagnostiziert (Diagnose ist die Krankheitserkennung) werden oftmals Erbkrankheiten oder Fehlbildungen, die gleichfalls einer gestörten Synthese zuzuschreiben sind. Die vorliegenden pathologischen Auffälligkeiten hängen davon ab, welcher Synthesevorgang betroffen ist und welche Substanzen fehlen oder in einem Überangebot vorhanden sind. Daraus resultieren Organschädigungen, die sich sofort oder erst auf lange Zeit hin äußern.

Die Synthese nimmt somit einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung von Krankheiten und Beschwerden. Da die ablaufenden Reaktionen überaus komplex und kompliziert sind, können bislang noch nicht alle Stoffwechsel- oder metabolischen Erkrankungen in ausreichendem Umfang festgestellt und behandelt (therapiert) werden.

Die wissenschaftliche Forschung hat in diesem Zusammenhang noch einen langen Weg vor sich. Dennoch sind viele Synthesevorgänge schon aufgeklärt worden. Zahlreiche wirksame Therapiemethoden basieren auf diesen Kenntnissen.

Bislang sind folgende Stoffwechselerkrankungen bekannt:

 

  • Basedowsche Krankheit (übermäßige Synthese von Schilddrüsenhormonen)
  • Diabetes mellitus Typ (unzureichende Synthese von Insulin)
  • Gicht oder Hyperurikämie (übermäßige Synthese von Harnsäure)
  • erbliche Hypercholesterinämie (überhöhte Synthese von Cholesterin)
  • Gaucher-Syndrom (falsche Erbinformation durch Erbgutveränderungen oder Mutationen)
  • Hyperlipidämie (Störung der Lipidsynthese)
  • Metabolische Myopathie (Störungen der Kohlenhydrat- und Fettsynthese sowie des Purinstoffwechsels)
  • Phenylketonurie (erblich bedingt, Anreicherung von Phenylalanin im Blut)
  • Siderose (vermehrte Eisensynthese mit Eisenanreicherung)
  • Prader-Willi-Syndrom (durch Gendefekte, Störungen der Nukleinsäuresynthese)
  • Cushing-Syndrom (erhöhte Glukokortikoidsynthese)
  • Hyperaldosteronismus (Zunahme der Aldosteronsynthese)

Was passiert bei der Cholesterinsynthese?

 

Das Wort Cholesterin ist im Zusammenhang mit mannigfaltigen Erkrankungen immer wieder aktuelle. Grundsätzlich zählt das Cholesterin als lebensnotwendige Substanz. Die Zellen der Leber sind durch ihre Anatomie (Anatomie ist die Lehre vom Bau der Organe und der Organsysteme) in der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen. Nur ein geringer Anteil an Cholesterin wird über die Nahrung aufgenommen.

 

Nach der Resorption des Cholesterins, die erst nach der Aufspaltung der Nahrungsbestandteile im Darm vor sich geht, werden die Leberzellen aktiv. Sie sind für die Synthese des Cholesterins zuständig.

Das Zellplasma stellt dazu eine Essigsäure bereit, die als Acetyl-CoA deklariert wird. Durch Zwischenschritte, in denen die Mevalonsäure oder das Mevalon verbraucht wird, bildet sich Isopentyldiphosphat. Unter Einwirkung von Enzymen liegt das Cholesterin vor. Die Leber gibt das Cholesterin über den Gallensaft ab.

Die Resorption beziehungsweise die Aufnahme von wasserunlöslichen Nahrungskomponenten aus dem Darm wird unter Zuhilfenahme von Gallensäure gewährleistet. Indirekt basiert dieser Prozess somit auch auf Cholesterin.

 

Liegt eine vermehrte Bildung von Cholesterin vor, dann begünstigt das Gallensteinleiden. Insbesondere die Hypercholesterinämie (hyper steht für über und cholesterinämie heißt die Ausscheidung von Cholesterins ins Blut) ist ein klarer Auslöser für diese Erkrankung.

 

Was verbirgt sich hinter der Hämoglobinsynthese?

 

Der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin wird vom Körper durch spezielle biochemische Reaktionen gewonnen. Das sind von Biokatalysatoren oder Enzymen beeinflusste Vorgänge, die sich als Kondensation, Abspaltung, Decarboxylierung und Dehydrierung darstellen lassen. Am anschaulichsten ist die letzte Phase. In dieser wird das Häm aus Eisen-II-Ionen und Protoporphyrin mit einem kugelförmigen Eiweiß Globin kombiniert.

Die Steuerung der Hämoglobinsynthese übernimmt ein spezifisches Enzym. Verändert sich das Häm, tritt eine Zunahme der Synthese ein.

Die Hämoglobinsynthese ist an die Mitochondrien gebunden. Die Mitochondrien gemeinsam mit den flüssigen Fragmenten der Zellen (dem sogenannten Zytosol) sind in den Proerythroblasten und den Erythroblasten (beides sind Vorstufen der Erythrozyten) eingelagert. Die Produktion des Globins, des kugeligen Eiweißkörpers läuft an den Ribosomen der unreifen Erythrozyten ab.

Die Hämoglobinsythese ist an eine ausreichende Bereitstellung von Eisen gebunden. Bei unzureichender Versorgung äußert sich das in einer Einschränkung der Hämoglobinsynthese mit einer Eisenmangelanämie. Bei der Eisenmangelanämie weisen die roten Blutzellen zu wenig roten Farbstoff (Hämoglobin) auf.

 

Fragen und Antworten zur Synthese

 

Was ist eine Insulinsynthese?

 

Wird Nahrung aufgenommen, dann erhält die Bauchspeicheldrüse über verschiedene Rezeptoren im Verdauungstrakt ein Signal zur Herstellung von Insulin.

Insulin ist unverzichtbar für die Spaltung von Kohlenhydraten. Das Hormon Insulin bewirkt, dass die Glukose durch die Zellmembranen aufgenommen wird. Im Blut erhöht sich die Konzentration an Zucker (Hyperglykämie). Das Insulin übernimmt in diesem Zusammenhang die Regulation des Blutzuckergehaltes.

Die Produktion von Insulin ist lebenswichtig, weil es sonst zu Ausfällen der Organe kommt. In der Bauchspeicheldrüse sind die Langerhansschen Inseln die Ausführenden der Insulinsynthese. Diese Prozedur läuft nicht kontinuierlich, sondern in Schüben oder Intervallen ab. Das ist abhängig von der Aufnahme der Nahrung und dem damit einher gehenden Gehalt an Kohlenhydraten im Darm.

Die Steuerung der Insulinsynthese übernimmt das Glukagon. Glukagon wirkt dem Insulin entgegen. Innerhalb der Glukoneogenese trägt das Glukagon zu einer Steigerung des Blutzuckerspiegels bei. Die Insulinsynthese nimmt ab.

Die Anregung der Insulinsynthese basiert wiederum auf Glukose, die über die sogenannten Vesikel des Golgi-Apparates in den Zellen die Betazellen der Langerhansschen Inseln erreicht. In diesen Zellen befindet sich immer Insulin, das im selben Moment freigesetzt wird. Für den Nachschub sorgt die erneut stattfindende Insulinsynthese.

Krankheiten bezüglich der anhaltend ablaufenden Insulinsynthese werden überwiegend durch Insulinome ausgelöst. Das sind Tumore der Langerhansschen Inseln, die zu einem Hyperinsulinismus beitragen. Des Weiteren kann eine anhaltende Insulinsynthese durch eine Erhöhung des Kortisols bedingt sein. Daraus resultiert das Cushing Syndrom oder Morbus Cushing.

 

Was kennzeichnet eine Erkrankung durch eine gestörte Proteinsynthese?

 

Proteine oder Eiweiße entstammen der Protein- oder Eiweißsynthese aus Aminosäuren.

Dieser oftmals auch als Proteinbiosynthese bezeichnete Vorgang läuft in den Ribosomen ab. Die elektronenmikroskopisch kleinen Zellbestandteile verfügen über Informationen, in denen die genaue Abfolge der Aminosäuren gespeichert ist. Auf diese Weise gelingt es dem Organismus, morphologisch differenzierte Eiweiße zu bilden.

Die Proteinsynthese ist abhängig von der dna. Dieser Pool aus Nukleinsäuren trägt die genaue Reihenfolge der Aneinanderreihung der Aminosäuren in sich. Die dna liegt in den Chromosomen vor.

Die Proteinbiosynthese hat die Funktion, die codierte Erbinformation für eine Kette aus Aminosäuren zu übersetzen und umzuwandeln. Die Steuerung der Proteinbiosynthese obliegt dem im Zellkern enthaltenen Genmaterial. Kein Prozess im menschlichen Körper kommt ohne die Proteinbiosynthese aus. Sie bestimmt außerdem die Gestalt und die Einzigartigkeit eines Menschen.

Die Proteinbiosynthese ist im Körper des Menschen ein allumfassendes Ereignis, das extrem empfindlich ist. Die wichtigsten negativen Einflussfaktoren der Proteinbiosynthese sind die fortschreitenden Alterungsprozesse und diverse Krankheiten. Außerdem können auch äußere Einwirkungen zu Störungen der Proteinsynthese beitragen. Ursachen sind unter anderem eine Leberzirrhose (Abbau von Lebergewebe), Leberentzündungen und Infektionen (Eindringen von Krankheitserregern in den Organismus).

Insbesondere die Translokation (Weiterrücken der Transport-Ribonukleinsäuren) ist äußerst störanfällig. Die Folgen können unter Umständen massiv sein, weil sich Genmutationen entwickeln können. Eine Fülle an Krankheiten wird durch eine Veränderung der Proteinbiosynthese hervorgerufen. Dazu gehören die Proteinfaltungserkrankungen durch falsch gefaltete Eiweiße.

 

Zu diesen Anomalien zählen:

 

  • Morbus Alzheimer (Alzheimer Demenz, Alzheimer-Krankheit)
  • Pick-Krankheit (Degenerative Nervenerkrankung des Schläfen- und Stirnlappens, tritt meist vor dem 60. Lebensjahr auf)
  • Silberkornkrankheit (Demenz mit typischen Verhaltensauffälligkeiten, tritt meist ab dem 80. Lebensjahr auf)
  • Morbus Parkinson (Parkinson-Krankheit)
  • Multisystematrophie (fortschreitende degenerative Erkrankung von Nerven an mehreren Organen)
  • Lewy-Körper-Demenz (tritt eigenständig oder im Zusammenhang mit Morbus Parkinson auf, Demenz mit Degeneration von Nervenzellen)
  • Chorea Huntington (unheilbar, im Volksmund als Veitstanz geläufig, genetisch bedingt)
  • Kortikobasale Degeneration (fortschreitende degenerative Erkrankung der Nerven mit parkinsonähnlichen Symptomen)
  • Spinobulbäre Muskelatrophie Typ Kennedy (Erbkrankheit mit spinaler Muskelatrophie beziehung Abbau von Muskulatur)
  • Amyloidose (Anreicherung pathologischer Eiweiße in den Organen)
  • Katarakt (Grauer Star)
  • Amyotrophe Lateralsklerose (unheilbar, betrifft das motorische Nervensystems)
  • Diabetes mellitus
  • Alveolarproteinose (Alveolen der Lunge sind mit pathologischen Ablagerungen gefüllt)
  • Frontotemporallappen-Degeneration (Demenzerkrankung, die mit einem Abbau der Nervenzellen im Frontodentallappen verbunden ist)
  • Sporadische Einschlusskörpermyositis (chronisch verlaufende Muskelentzündung mit Muskelschwäche und Muskelschwund der am Rumpf befindlichen Muskulatur)
  • Sichelzellanämie (krankhafte Veränderung der Hämoglobinbildung, rote Blutkörperchen oder Erythrozyten haben die Form einer Sichel)
  • ​​​​​​​Krebs und Tumoren

Aus dieser Aufstellung lässt sich entnehmen, dass die meisten Krankheiten unaufhaltsam fortschreiten und nur die wenigsten Krankheitsbilder in ausreichendem Umfang gelindert oder geheilt werden können.

 

Die wissenschaftliche Forschung ist noch nicht so weit, dass alle Erkrankungen therapierbar sind. Einige davon sind gerade im Ansatz erforscht. Leider handelt es sich bei den meisten Symptomen um Auswirkungen, die Menschen komplett verändern. Es kommt zu einem radikalen und nicht wieder rückgängigen (irreversibel) Abbau der geistigen (psychischen) und vielfach der körperlichen (physischen) Fähigkeiten.

 

Wo kommt das Adrenalin her?

 

Der Ursprung des Adrenalins oder Epinephrins, eines Hormons, ist das Nebennierenmark.

Das Adrenalin ist ein Katecholamin, das bei körperlicher Anstrengung ausgeschüttet wird. Adrenalin dient der Bewältigung von Belastungen und wird bei psychischer Anspannung direkt in das Blut abgegeben.

Adrenalin mobilisiert Energiereserven und verursacht eine Beschleunigung des Pumpvorganges des Herzens. Es forciert die Blutversorgung der Muskeln und erweitert die Atemwege. Die Pupillen werden durch Adrenalin größer (Mydriasis) und der Verschluss von Wunden wird durch eine Zunahme der Aggregation (Zusammenballung) der Thrombozyten optimiert.

Die Synthese des Adrenalins beruht auf dem Zusammenschluss von Phenylalanin und Tyrosin unter Einfluss von Noradrenalin und Dopamin. Damit nicht zu viel Adrenalin hergestellt wird, tritt eine Hemmung der letzten Synthesestufe ein. So kann einer überschießenden Adrenalinbildung entgegengewirkt werden.

 

Erläuterung von medizinischen Termini

 

– Sklerose ist eine Verhärtung von Gewebe meist durch Kalk- oder Mineraleinlagerungen

– Degeneration ist der Zerfall oder die Rückbildung von Zellen, Geweben oder Organen

– Demenz Auftreten einer geistigen Behinderung durch Schädigungen des Gehirns oder Störungen des Stoffwechsels (Proteinbiosynthese)

– Morbus heißt Krankheit

 

Unser Fazit zur Synthese

 

Die Synthese ist ein signifikanter biochemischer Stoffwechselprozess, der alle Körperfunktionen beeinflusst. Innerhalb der Synthese gewonnene Stoffe übernehmen die vielfältigsten Funktionen. Die enorme Sensibilität dieses Stoffwechselvorgangs macht ihn empfänglich für alle möglichen schädlichen Einflüsse. Ohne das Wissen um die Synthese und die praktische Umsetzung der Erkenntnisse könnten zahlreiche Krankheiten nicht verstanden und behandelt werden.

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