Grippeimpfung für chronisch Kranke

Die Grippeimpfung – wichtig für chronisch Kranke

 

  1. Mit einer Grippe kann man sich recht schnell infizieren

 

In jedem Winter hat sie Saison, die „echte“ Grippe (Influenza). Obgleich viele Menschen Erkältungen, die mit Fieber einhergehen, diese als Grippe bezeichnen, handelt es sich zumeist nur um grippale Infekte und eben nicht um Influenza. Letztere ist als ernsthafte und zum Teil kompliziert verlaufende Erkrankung der Atemwege zu bezeichnen. Insbesondere dann, wenn es bereits zu einer Grippewelle gekommen ist, wächst vor allem für chronisch Kranke die Gefahr, sich ebenfalls zu infizieren.

 

In Deutschland sind es Grippeviren der Gattung A oder B, die die Entstehung einer Grippe bewirken können. Vorzugsweise werden virushaltige Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum beim Sprechen, Husten oder Niesen weitergegeben. Die infektiösen Sekrettröpfchen können sich dann auf der Schleimhaut des chronisch Kranken festsetzen und das Immunsystem angreifen. Schnell ist es aber auch zu einer Ansteckung durch das Berühren kontaminierter Gegenstände (zum Beispiel Türklinken oder Treppengeländer) gekommen.

 

Gerade im Winter haben Grippeviren es leicht sich auszubreiten. Zum einen wird die Aerosolbildung durch trockene Heizungsluft gefördert, zum anderen sind Grippeviren ohnehin relativ resistent. Für chronisch Kranke ist es im Allgemeinen noch eher als für andere Personengruppen eine Selbstverständlichkeit, ein gutes Maß an Hygiene einzuhalten. Hierzu zählt allen Maßnahmen voran das regelmäßige, sorgfältige Händewaschen.

Tatsächlich aber reicht es aus, dies lediglich einmal zu Vergessen und sich unbewusst Nase oder Augen zu reiben, um möglicherweise mit der Grippe konfrontiert zu sein. Dieser Umstand und die wahrscheinlich für chronisch Kranke mit einer Grippe einhergehenden Komplikationen sprechen dafür, regelmäßig an der Grippeimpfung teilzunehmen.

 

  1. Die üblichen Symptome einer Grippe und mögliche Komplikationen

 

Die Influenza zählt zu den Erkrankungen, die sich sehr schnell bemerkbar machen. Die Inkubationszeit liegt zwischen einigen Stunden und drei Tagen. Dementsprechend frühzeitig sind dann auch die ersten Beschwerden festzustellen. Die Grippe beginnt zumeist mit Schüttelfrost und einem erheblichen Krankheitsgefühl.

Alsbald wandelt sich der Schüttelfrost in hohes Fieber (etwa ab 39 Grad Celsius). An weiteren Symptomen ist nun noch ein starker trockener Husten, Kopf– und Gliederschmerzen sowie häufig auch Schnupfen und Halsweh festzustellen. Ansonsten gesunde Personen haben die Grippe unter Einhalten einer mehrtägigen Bettruhe zumeist nach etwa einer Woche überstanden.

 

Die Großzahl der chronischen Erkrankungen betrifft die Bereiche Atmungsorgane, das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Chronische Erkrankungen wie Asthma, Bronchitis und copd erfordern, dass in besonderem Maß auf Lunge und Atemwege geachtet wird. Auf jeden Fall sollte versucht werden, diesen ohnehin schon angegriffenen Bereich vor zusätzlichen Krankheitserregern zu schützen.

Bei einer Person, die unter einer chronischen Erkrankung der Lunge und/oder der Atemwege leidet, kann eine Grippe zum Beispiel lebensbedrohliche Atemnot oder eine Lungenentzündung begünstigen. Teilweise ist sogar noch nach überstandener Grippe mit einer Verschlimmerung der Grunderkrankung zu rechnen.

 

Störungen des Stoffwechsels wie etwa Diabetes mellitus bedingen einen herabgesetzten Immunstatus. Das heißt, dass das Infektionsrisiko für diese Personen größer ist als für gesunde Menschen. Sofern eine Stoffwechselerkrankung vorliegt, ist leider auch mit einem komplizierten Verlauf der Influenza zu rechnen. Gleiches gilt für alle, die an einer chronischen Herzerkrankung leiden.

Da der gesamte Körper geschwächt ist, kann er sich nur noch unzureichend gegen Krankheitserreger wehren. Können Grippeviren tätig werden, werden möglicherweise schwere Entzündungsgeschehen verursacht – beispielsweise eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis).

 

  1. Die Grippeimpfung – allen chronisch Kranken empfohlen

 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät allen chronisch Kranken dazu, sich regelmäßig vor jeder Wintersaison gegen Grippe impfen zu lassen, um einer Grippeerkrankung und den mit ihr einhergehenden Komplikationen vorzubeugen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Influenza eben nicht um eine harmlose Erkältung, sondern um eine möglicherweise sehr schwer verlaufende Erkrankung.

Ist es erst zu einer Komplikation in Form einer zusätzlichen Erkrankung oder in Form einer Verschlimmerung bereits vorhandener Symptome gekommen, ist die Behandlung oftmals schwierig oder zumindest langwierig. Dies kann chronisch Kranken erspart bleiben, wenn sie Jahr für Jahr an der Grippeimpfung teilnehmen.

 

In Deutschland werden schon seit vielen Jahren Impfstoffe gegen die Influenza hergestellt und geimpft. Zum einen gibt es inaktivierte Impfstoffe (Totimpfstoffe) zum anderen auch einen Lebendimpfstoff. Letzterer kommt für Kinder im Alter zwischen zwei und 17 Jahren zum Einsatz. Während der Lebendimpfstoff in Form eines Nasensprays zu verabreichen ist, werden die Totimpfstoffe in erster Linie intramuskulär gespritzt.

Mittlerweile wird teilweise auch auf Grippeimpfstoffe zurückgegriffen, die intradermal injiziert werden. Grundsätzlich ist es notwendig, die Zusammensetzung der Grippeimpfstoffe von Saison zu Saison dem vorherrschenden Grippevirus anzupassen. Üblicherweise kann man sich ab September oder Oktober eines jeden Jahres dann gegen Grippe impfen lassen.

 

  1. Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Grippeimpfung

 

Jegliche Grippeimpfung schützt relativ sicher vor der jeweils grassierenden Grippe, nicht aber vor einer banalen Erkältung. Niemand, auch kein Zugehöriger der Gruppe der chronisch Kranken, muss befürchten, dass man nach der Grippeimpfung eine Grippe bekommt. Hierzu sind die eingesetzten Totimpfstoffe keinesfalls imstande.

Außerdem gehört die Grippeimpfung inzwischen zu den weitreichend untersuchten und gut verträglichen Impfungen. Gegen eine Impfung sprechen lediglich ein akuter Infekt und eine heftige allergische Reaktion auf einen der Inhaltsstoffe oder auf Hühnereiweiß. Denn nach wie vor werden die für die Schutzimpfung verwendeten Grippeerreger auf Hühnereiweiß gezüchtet.

 

Falls keine Allergien bekannt sind, ist lediglich mit leichten Beschwerden nach der Grippeimpfung zu rechnen. Allen Nebenwirkungen voran ist eine Rötung und/oder Schwellung zu nennen, die im Bereich der Einstichstelle auftreten und auch etwas Schmerzen kann. Ferner können, ebenso wie nach anderen Impfungen auch, erhöhte Körpertemperatur und leichtes Unwohlsein auftreten. Länger als zwei Tage sollten diese und ähnliche Beschwerden nicht anhalten, ansonsten gilt es, vorsichtshalber den behandelnden Arzt aufzusuchen.

 

Bevor man sich als chronisch kranke Person zur Grippeimpfung begibt, ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt angezeigt. Der sollte dem Patienten dessen gesundheitliche Situation darlegen und auf die Eigenschaften der Grippeimpfung zu sprechen kommen. Tatsächlich kann es im Einzelfall sein, dass der Arzt eine (vielleicht auch nur vorübergehende) Empfehlung gegen die Grippeschutzimpfung ausspricht. Im Großen und Ganzen jedoch sind es gerade Risikogruppen wie Ältere und chronisch Kranke, die am stärksten von der Grippeimpfung profitieren.

 

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