Hepatitis B Impfung für Kinder

Hepatitis B – eine nicht zu unterschätzende Virusinfektion

 

Hepatitis B zählt zu den weltweit am meisten vorkommenden Virusinfektionen. Sie wird durch das hochansteckende Hepatitis-B-Virus (HBV) hervorgerufen und betrifft die Leber. Vom Krankheitsbild her kann diese Krankheit akut oder chronisch verlaufen. Heute kann bei ca. 350 Millionen Menschen das Virus nachgewiesen werden. Obwohl der HBV auf der ganzen Welt vorkommt, gelten der Nahe und Mittlere Osten, Südostasien, China, Türkei und große Regionen in Afrika nach wie vor als äußerst gefährliche Infektionsländer. Aufgrund Impfkampagnen ist das Vorkommen von HBV in West- und Nordeuropa, Kanada, USA, Mexiko und im südlichen Teil Südamerikas unter ein Prozent gesunken.

 

Infektion

 

Wie sich Kinder anstecken können

 

Bei Kindern wird das Virus hauptsächlich durch den Kontakt mit Blut, Speichel und Tränenflüssigkeit übertragen. Dabei kann das Virus schon bei kleinsten Verletzungen an Haut und Schleimhäuten in den Körper des Kindes eindringen. Für Eltern ist es wichtig zu wissen, dass das HBV auch durch die Muttermilch an den Säugling weitergegeben werden kann. Eine Infizierung des Kindes hängt aber davon ab, in welcher Konzentration das Virus im Körper der Mutter vorkommt bzw. welche Virusmenge übertragen wurde. Im Zuge der Vorsorgeuntersuchung wird daher jede schwangere Frau auf eine mögliche Infektion mit Hepatitis B untersucht. Bei einer mangelnden Hygiene ist auch bei medizinischen Eingriffen (z. B. Bluttransfusion) eine Virusübertragung möglich. Eine Übertragung über gemeinsam verwendete Bade-/Handtücher oder Zahnbürsten gilt als unwahrscheinlich.

 

Hepatitis B Infizierung bei Ungeborenen

 

Eine Virusübertragung von einer infizierten (chronisch oder akut) werdenden Mutter auf ein ungeborenes Kind tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 5-12% meistens im letzten Drittel der Schwangerschaft ein. Weitaus höher ist das Risiko (70-95%) einer Infizierung während der Geburt. Bei einem Kaiserschnitt ist eine Übertragung aber nahezu ausgeschlossen. Vorbeugend soll sich daher jede schwangere Frau auf Hepatitis B untersuchen lassen. Infizierte Neugeborene gelten vielfach als Träger und Ausscheider des Virus, wobei aber keine klinischen Symptome erkennbar sind. Ein tödlicher Verlauf der Infizierung kommt aber äußerst selten vor.

 

Das Problem liegt bei Kindern eher darin, dass sich aus der Infektion eine chronische Erkrankung entwickeln kann. Im schlimmsten Fall können sich durch eine chronische Leberentzündung schon im Kindesalter Leberzirrhosen bzw. Karzinome in Leber bilden. Eine chronische Hepatitis B ist nach wie vor schwer zu behandeln. Daher ist beim Nachweis von Viren im Blut eine entsprechende Behandlung unerlässlich.

Krankheitsbild

 

Im Gegensatz zu Erwachsenen treten bei den meisten infizierten Kleinkindern bei einer akuten Hepatitis B keine Krankheitssymptome, wie Übelkeit, Appetitlosigkeit, leichtes Fieber, Schmerzen in Muskeln und Gelenken oder Gelbsucht, auf. Sollten Kinder von einer akuten Hepatitis B betroffen sein, beträgt die Inkubationszeit in der Regel 40-200 Tage. Basierend auf medizinische Erfahrungswerte ist durchschnittlich nach 60-90 Tagen mit einem Ausbruch der Krankheit zu rechnen.

 

Weitaus tückischer ist die chronische Hepatitis B. Umso jünger die infizierten Kinder sind, desto größer ist die Gefahr einer chronischen Erkrankung. Bei Neugeborenen liegt die Erkrankungsrate bei rund 90%, bei kleinen Kindern zwischen 40 und 70% und im Vorschulalter sind es 10-40%. Chronisch erkrankte Kinder leben über Jahre hinweg gänzlich ohne Beschwerden, bleiben aber unabhängig von Symptomen so lange ein potentieller Überträger des Virus, bis dieser im Blut nicht mehr nachgewiesen werden kann.

 

Impfung

 

Impfungen gegen Hepatitis B für Säuglinge und Kleinkinder werden von verschiedenen Institutionen (WHO, STIKO) schon seit Jahren empfohlen. Im Säuglingsalter sind folgende Teilimpfungen vorgesehen:

 

  1. ab der 9. Lebenswoche
  2. vollendeter 3. Lebensmonat
  3. vollendeter 4. Lebensmonat
  4. Ende des 1. Lebensjahres

 

Bei der Grundimmunisierung von Säuglingen kommt meistens ein sogenannter Sechsfachimpfstoff zur Anwendung. Diese Impfung wirkt neben Hepatitis B auch gegen Hib, Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten. Nach der 3. Teilimpfung sollte zur Überprüfung des Impferfolges der Wert der Antikörper bestimmt werden. Eine Auffrischung nach erfolgter Grundimmunisierung zwischen dem 7. und 12. Lebensjahr ist nicht zwingend. Dennoch ist bei gefährdeten Personen eine regelmäßige Bestimmung von Antikörpern im Blut sinnvoll.

 

 

Therapie

 

Eine mögliche Behandlung von erkrankten Kindern erfolgt mit Hilfe von Interferon. Diese Arznei wird 1-2 x pro Woche über sechs Monate hinweg im Bauchbereich unter die Haut gespritzt. Die Heilungsquote dieser Therapie liegt bei 25-45%.

 

 

Impfreaktion und Nebenwirkungen

 

Sechsfachimpfung wird von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern allgemein sehr gut vertragen. Daher kommen Nebenwirkungen in der Praxis äußerst selten vor. Gelegentlich kommt es rund um die Stichstelle zu Schwellungen und Rötungen bzw. zu Lymphknotenschwellungen. Weitere typische Impfreaktionen sind MagenDarm-Beschwerden, Fieber ab 39°C, Müdigkeit, Frösteln und Glieder-/Kopfschmerzen. Normalerweise klingen die Symptome nach 1-3 Tagen wieder ab. Im Rahmen der Therapie mit Interferon können zu Beginn der Behandlung Grippeähnliche Nebenwirkungen auftreten.

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