Indikationsimpfungen für besonders gefährdete Personen

Im Unterschied zu den standardmäßigen Schutzimpfungen sind Indikationsimpfungen für besonders gefährdete Personen und Berufsgruppen gedacht. Einige der Indikationsimpfungen gehören zum Impfkatalog für die frühe Immunisierung von Kindern.

Dazu gehören zum Beispiel Impfungen gegen:

 

 

Diese Impfungen gehören jedoch auch zum Impfkatalog der STIKO (Ständigen Impfkommission), da sie jeweils für Risikogruppen von Erwachsenen angebracht sind, die als Kinder nicht geimpft wurden. Nachgeholt werden können diese Infektionskrankheiten auch die Impfungen, wenn der Impfstatus unklar ist oder die Impfungen zur Zeit der Kindheit der Personen noch keine übliche Schutzimpfung waren.

 

Bei anderen Indikationsimpfungen handelt es sich um solche, die teilweise zum Katalog der Reiseimpfungen zählen. Für bestimmte Berufsgruppen werden auch Impfungen empfohlen, die weniger üblich sind. Ebenso gibt es Impfungen, die regional vermehrt wichtig sind. Zu diesen Impfungen zählen beispielsweise:

 

  • Gelbfieber – für Reisende in Gebiete mit Erkrankungsrisiko, Mitarbeiter in entsprechenden Labors, medizinisches und anderes Personal in gefährdeten Gebieten.
  • Cholera – für Reisende in Risikogebiete.
  • Hepatitis A – bei Reisen in Risikogebiete, für medizinisches und medizintechnisches, pflegerisches Personal mit Kontakt zu Erkrankten und dem Erreger.
  • Influenza (Virusgrippe) – Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes, ms (Multiple Sklerose), hiv-Infektion, chronischem Asthma sowie ältere Menschen und Personen, die in Berufen mit viel Publikumsverkehr tätig sind.
  • Thyphus – meldepflichtig. Impfung für Reisende in gefährdete Gebiete von Südostasien, Afrika, Südamerika. Die Krankheit verläuft häufig schwer mit tödlichem Ausgang.
  • Meningokokken – Personen ohne Impfschutz aus der Kindheit mit geschädigtem Immunsystem.
  • Tollwut – meldepflichtig. Die schwere Infektionskrankheit, die durch Bisswunden oder Speichelkontakt von befallenen Tieren übertragen wird, endet fast immer tödlich. Der Krankheitsverlauf ist schwer und qualvoll. Die Impfung ist wichtig für Personen mit Kontakt zu Wildtieren, insbesondere in sogenannten Tollwutgebieten.
  • Varizellen, Varizella Zosta (Windpocken) – für ungeimpfte Frauen mit Kinderwunsch, Personen, die Kontakt zu ungeimpften Kindern, Neugeborenen und Säuglingen im Vorimpfalter haben. Die Infektion kann bei Schwangeren zu schweren Missbildungen des Kindes oder zur Fehlgeburt führen.

Viele Indikationsimpfungen sind sehr wichtig

 

Viele der Indikationsimpfungen sind auch für nicht geimpfte Personen wichtig, die beispielsweise in der Familie oder im engeren Umkreis Kontakt zu Säuglingen vor den Schutzimpfungen haben. Viele Erwachsene haben seit Jahrzehnten nicht mehr ihr Impfbuch angesehen oder finden es nicht wieder.

Dann sollten die Indikationsimpfungen, die heute zum Katalog der Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche gehören, nachgeholt werden. Die markantesten Impflücken bestehen eben bei Erwachsenen, die ihren Impfstatus nicht kennen und Impfungen bisher nicht ausreichend beachtet werden, aber auch durch Personen, die die Infektionsgefahr bei nicht vorgenommener Auffrischung einer Impfung unterschätzen.

In solchen Fällen sollte mit dem Arzt Rücksprache geführt und die fehlenden Impfungen aufgefrischt oder nachgeholt werden. Etliche Impfungen wurden erst während der letzten Jahrzehnte Standardimpfungen für Kinder. Somit verfügen hier sehr viele Erwachsene über keinen Impfschutz, können somit gerade noch ungeimpfte Kinder gefährden oder Menschen, die aus besonderen Gründen nicht geimpft werden können. So können beispielsweise Erkrankungen wie der Keuchhusten, die Windpocken oder Röteln zur Gefährdung von nicht geimpften Kindern und Schwangeren führen. Für kleine Säuglinge können solche Infektionen tödlich verlaufen.

 

Weiterhin werden zahlreiche Indikationsimpfungen gerade für chronisch kranke Kinder oder Kinder mit Entwicklungsstörungen, Tumorerkrankungen, Störungen vom Immun- und Nervensystem dringend empfohlen. Nicht alle Indikationsimpfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Übernommen werden allerdings all jene Indikationsimpfungen, die inzwischen zur standardmäßigen Schutzimpfung für Kinder gehören. Nicht übernommen werden die Kosten für Indikationsimpfungen aus dem Katalog der Reiseimpfungen. Hier müssen die Impfwilligen die Kosten selbst tragen. Wie wichtig das ist, stehen allerdings bei Infektionskrankheiten zu Gelbfieber, Typhus, Cholera und weiteren außer Frage.

Häufige Impfreaktionen

 

Bei allen Arten von Impfungen kann es nach der Verabreichung des Impfstoffs zu Impfreaktionen kommen. Der Kontakt mit den toten Erregern oder abgeschwächten Erregern setzt im Körper Abwehrreaktionen in Gang. Sinn der Impfung ist, dass sich Antikörper bilden, die sich bei späteren Kontakten mit dem Erreger an ihn Erinnern und ihn sofort unschädlich machen. Impfreaktionen klingen meist kurzzeitig wieder ab und hinterlassen keine Folgeschäden. Bei den Impfreaktionen handelt es sich nicht um Krankheiten.

 

Impfreaktionen, die häufig auftreten können, sind Schwellungen und Rötungen rund um den Einstich. Diese Reaktion tritt in der Regel innerhalb von längstens 48 Stunden auf. Häufig kommt es zu leichtem Mattigkeitsgefühl, Müdigkeit, leichter Übelkeit oder Gliederschmerzen und Kopfschmerzen sowie zu kurzzeitigem Fieber unter 40 Grad.

Von einer Impfkrankheit wird gesprochen, wenn beispielsweise nach der Masern-/Mumps-Impfung der eigentlichen Erkrankung ähnliche Symptome auftreten. Dazu kann es bis zu vier Wochen nach der Impfung kommen. Auch diese Impfreaktion geht in kurzer Zeit folgenlos vorüber.

 

In einer geringen Anzahl von Fällen treten bei Indikationsimpfungen, wie auch bei Schutzimpfungen, stärkere Nebenwirkungen in unterschiedlichen Zeiträumen seit der Impfung auf. Im Verdachtsfall sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Insgesamt ist allerdings die Anzahl von Fällen mit schweren Nebenwirkungen nicht vergleichbar mit den Schäden, Folgeschäden und Todesfällen, die durch die Infektionskrankheit selbst ausgelöst werden, geschweige denn denen bei einer Epidemie.

 

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