Typhus

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Typhus

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Was ist Typhus ?

Typhus

Typhus ist ALS eine sehr schwere Durchfallerkrankung zu bezeichnen, die auf Salmonellen beruht. Grundsätzlich lässt sich Bauchtyphus (Typhus abdominalis) und die typhusähnliche Krankheit (Paratyphus) unterscheiden.

Der Verlauf beider Krankheiten ist recht ähnlich. Die Bezeichnung Typhus entstammt dem Griechischen und lässt sich mit „Nebel“ oder „Schwindel“ übersetzen. Dies umschreibt die möglicherweise eintretenden Bewusstseinsstörungen. Die Krankheit Typhus ist hauptsächlich in Entwicklungsländern anzutreffen.

In Deutschland und in anderen Industrieländern kommen Typhus und Paratyphus extrem selten vor. Bei den auftretenden Einzelfällen handelt es sich üblicherweise um Personen, die sich während einer Reise in Risikogebiete angesteckt haben. Hierzulande zählt Typhus zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Nach Auskunft des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es im Jahr 2012 deutschlandweit 58 Fälle von Typhus und 43 Fälle von Paratyphus. Weltweit erkranken Jahr für Jahr schätzungsweise 22 Millionen Menschen an Bauchtyphus und etwa 5,5 Millionen an Paratyphus. Das den Paratyphus auslösende Bakterium Salmonella paratyphi ist in drei Serogruppen – A, B und C – einzuteilen.

Weltweit ist Salmonella paratyphi B vertreten, Salmonella paratyphi A kommt hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gegenden und Salmonella paratyphi C vornehmlich in Afrika, Asien und Südamerika vor. Von beiden Formen sind vornehmlich Fünf- bis Zwölfjährige betroffen. Stark gefährdet, sich mit Typhus zu infizieren, sind Personen, deren Immunsystem nicht richtig funktioniert sowie Neugeborene und Menschen mit einer verringerten Magensäureproduktion. Jeder, der mit Typhus infiziert ist, scheidet die Krankheitserreger (Salmonella typhi oder Salmonella paratyphi) über seinen Stuhl aus. Es gibt Dauerausscheider des Erregers: Zwar werden dann die Salmonellen mehrere Jahre lang ausgeschieden, aber der/die Betroffene selbst ist nicht Krank. Eine Infektion mit den Bakterien setzt voraus, dass diese in den Verdauungstrakt gelangen können. Entsprechende Rahmenbedingungen sind gegeben, wenn die hygienischen Verhältnisse schlecht sind, da Wasser und Essen dann besonders häufig verunreinigt sind. Personen, die in Typhus-gefährdete Gebiete reisen möchten, sollten sich gegen Typhus impfen lassen und auf gute Hygiene achten.

Symptome von Typhus

Die Inkubationszeit beträgt im Fall von Typhus eine bis drei Wochen. Handelt es sich um den Erreger Salmonella typhi, ist der Verlauf der Krankheit durch vier Stadien gekennzeichnet, die ineinander übergehen und jeweils bis zu drei Wochen andauern können. Das erste Stadium, das Stadium prodromale, ist gekennzeichnet durch eher unspezifische Beschwerden wie leicht erhöhte Körpertemperatur und Kopf– sowie Gliederschmerzen. Das zweite Stadium, das Stadium incrementi, beginnt mit schnell ansteigendem Fieber (binnen 1-2 Tagen über 40 Grad Celsius). Die Kopf- und Gliederschmerzen verstärken sich.

Als weitere Beschwerden sind Bauchschmerzen und leichte Bewusstseinsstörungen festzustellen. Im dritten Stadium, dem Stadium acmes, bleibt das Fieber unveränderlich hoch auf etwa 40 Grad Celsius. Patienten, die das dritte Stadium durchleben, machen einen ausgetrockneten, heißen Eindruck und sind teilnahmslos. Die typische Typhuszunge zeigt sich: Die Zunge weist einen gräulichen Belag auf. Nicht selten kommt es überdies zu Verstopfung, zu einer Schwellung der Milz und zu einem fleckenförmigen, rötlichen Hautausschlag (Roseolen an Oberkörper und Bauch). Das letzte Stadium, das Stadium decrementi, ist gekennzeichnet durch anhaltende Durchfälle und zurückgehendes Fieber. Der Gewichts- und der Flüssigkeitsverlust haben nunmehr ihren Höhepunkt erreicht.

Die drückenden Schmerzen im Magen und im Darm nehmen nach wie vor zu. Es kann unter anderem zu Darmblutungen, zu Blutgerinnseln und zu KnochenmarksEntzündungen kommen. Jeder an Typhus Erkrankte, der das vierte Stadium übersteht, genest allmählich wieder. Allerdings besteht noch etwa einen Monat lang das Risiko eines Rückfalls. Personen, die sich mit dem Erreger Salmonella paratyphi infizieren, haben einen ähnlichen Verlauf wie nach einer Infektion mit Salmonella typhi zu erwarten. Jedoch verläuft Paratyphus üblicherweise milder und die Dauer ist kürzer als bei Vorliegen eines Typhus abdominalis. Vor allem ist mit gastroenteritischen Verlaufsformen zu rechnen, die durch Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen gekennzeichnet sind. Das gleichzeitig auftretende Fieber liegt bei bis zu 39 Grad Celsius. Zwar bringen überstandene Typhuserkrankungen eine etwa einjährige Immunität mit sich, aber eine sehr hohe Belastungsdosis kann diese Immunität durchbrechen.

Ursachen für Typhus

Verursacht wird Typhus durch Salmonellen – entweder Salmonella typhi oder Salmonella paratyphi. Die Infektion erfolgt durch kontaminiertes Wasser oder durch verunreinigte Lebensmittel. Unzureichende Hygiene bedingt eine hohe Keimdichte und schafft somit die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weitergabe der Erreger. Als besonders problematisch gelten Schalentiere, die in Gebieten vorkommen, in denen die Gewässer verunreinigt sind.

Eine Infektion mit Typhus ist zudem möglich, wenn Gemüse oder rohe Früchte verzehrt werden, die zuvor mit Exkrementen gedüngt wurden. Sofern Milch oder Milchprodukte zu derartig verunreinigten Pflanzen Kontakt haben, kann dementsprechend auch der Verzehr von Milch/Milchprodukten eine Typhus-Erkrankung zur Folge haben. Durchaus sind Fliegen imstande, so viele Bakterien auf einzelne Lebensmittel zu übertragen, dass sich Menschen durch Essen oder Trinken dieser Lebensmittel infizieren können. Abgesehen vom Verzehr kontaminierter Nahrungsmittel kommt auch eine direkte Übertragung zwischen Menschen in Betracht.

Zwischen zwei und fünf Prozent aller Infizierten scheiden lebenslang die Erreger aus. Bei diesen Daueraussscheidern handelt es sich vornehmlich um Frauen, die älter als 50 Jahre sind. Jeder, der sich vor Typhus-Bakterien schützen möchte, sollte zuvorderst um weitreichende hygienische Maßnahmen bemüht sein. Auf jeden Fall sollte man es in Risikogebieten vermeiden, Wasser aus Leitungen oder aus Brunnen zu trinken. Vorsichtshalber sollte außerdem auf Eiswürfel verzichtet werden, die aus Leitungswasser zubereitet wurden. Auch derjenige, der in Deutschland gern Rohkost genießt, sollte unbedingt davon absehen, dies in Regionen zu tun, in denen Typhus auftritt. Deshalb ist tunlichst auf Blattsalate, rohes Gemüse und ungeschältes Obst sowie frisch gepresste Säfte zu verzichten. Grundsätzlich ist die unter Vielgereisten bestens bekannte Regel einzuhalten, die da lautet: „Boil it, cook it, peel it or forget it“. Entweder müssen die Lebensmittel ausreichend erhitzt oder aber sorgfältig geschält werden, um auf Nummer sicher zu Gehen. Für das Schälen gilt, dass der Betreffende es selbst übernehmen sollte. Lässt sich diese Regel nicht einhalten (beispielsweise, weil es sich um Straßenverkauf handelt) ist von einem Verzehr abzusehen.

Behandlung von Typhus

Ebenso wie viele andere durch Bakterien hervorgerufene Krankheiten ist auch Typhus mit speziellen Antibiotika zu behandeln. Bei der Wahl der Präparate ist zu beachten, dass die Erreger mittlerweile gegen einige Antibiotika Resistenzen gebildet haben. Unter anderem hat sich gezeigt, dass die Wirkstoffe Ciprofloxacin, Ceftriaxon und Cotrimoxazol sich recht gut zur Behandlung von Typhus eignen. Das früher häufig eingesetzte Chloramphenicol ist zwar ebenfalls wirksam, aber die möglichen Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Aus diesem Grund wird Chloramphenicol inzwischen nicht mehr verabreicht.

Die jeweils gewählten Medikamente nimmt der Patient üblicherweise als Tabletten ein. Lediglich in sehr schweren Fällen sind Infusionen angezeigt. Für eine Typhus-Therapie sind etwa zwei Wochen zu veranschlagen, wobei das Fieber nach 4-5 Tagen deutlich zurückgeht. Insbesondere dann, wenn frühzeitig mit der Behandlung begonnen wird, kommt es äußerst selten zu Komplikationen, und die Sterblichkeitsrate unterschreitet ein Prozent. Ciprofloxacin ist der Wirkstoff, der Dauerausscheidern des Typhus-Erregers verordnet wird. Üblicherweise müssen die Patienten Ciprofloxacin vier Wochen lang einnehmen. Teilweise ist auch eine zweiwöchige Behandlung mit Ceftriaxon sehr erfolgreich. Typhus-Patienten, die unter Gallensteinen leiden, muss gegebenenfalls die Gallenblase entfernt werden, um eine mögliche Ansiedlung der Bakterien zu verhindern.

Schwierig ist eine Therapie immer dann, wenn es sich um resistente Keime handelt. In solchen Fällen muss erst die Wirksamkeit anderer Wirkstoffe an isolierten Erregern geprüft werden. Sofern ein sehr schwerer Fall von Typhus vorliegt, wird der behandelnde Arzt ein hoch dosiertes Kortisonpräparat verabreichen. Unbedingt ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten – dies gilt erst recht bei Durchfällen. Allerdings Sprechen sich die meisten Mediziner dafür aus, keine Arzneimittel zu verordnen, die gegen Durchfall wirken. Schließlich würden die Erreger nur noch längere Zeit im Darm verbleiben. Abgesehen vom Ausgleich des Wasserverlustes ist es wichtig, den Elektrolythaushalt wiederherzustellen. Eventuell reicht eine ausgewogene Ernährung nicht aus, und es müssen bestimmte Mineralien zusätzlich zugeführt werden. Wer gar nicht erst eine Typhus-Erkrankung riskieren möchte, kann sich impfen lassen. Der Injektionsimpfstoff bietet einen Impfschutz von bis zu 75 Prozent. Außerdem muss auf bestmögliche Hygiene geachtet werden.

 

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