Hypotonie


Hypotonie niedriger BlutdruckSchwindel und Kopfschmerzen müssen nicht immer auf das Wetter zurückzuführen sein, denn im Vordergrund steht als Ursache herbei der Kreislauf.

In diesem Falle handelt es sich um einen zu niedrigen Blutdruck, der nicht immer als negativ gesehen werden muss.

Auch wenn sich dies als Krankheit bezeichnet, kann ein niedriger Blutdruck auch ein ganz normaler Zustand sein.


Definition und allgemeine Informationen zur Hypotonie (Niedriger Blutdruck)

Hypotonie findet sich in der Häufigkeit der Fachliteratur als arterieller Hypotonie wieder. Hierbei definiert Hypotonie einen zu niedrigen Blutdruck, der Zusatz arteriell wird lediglich vorangestellt, da der Blutdruck in der Regel über die Messung an der Arterie ermittelt wird. Hypotonie stammt in seiner Zusammensetzung als Begriff sowohl aus dem Griechischen als auch aus dem Lateinischen. Einmal aus dem griechischen „hypo“ für unter und dem griechischen „teinein“ für spannen oder aber dem lateinischen Wort „tonus“ für Druck.

Der Blutdruck ist im Allgemeinen ein ausschlaggebender Messwert für die Beurteilung der Funktion des Blutkreislaufes. Hierbei werden als Messwert zwei Werte miteinander kombiniert. Diese beiden Werte entstehen daraus, dass der Zyklus des Herzens, als Pumporgan genauer definiert werden muss. Bei der Anspannungsphase, in der das Herz sich zusammenzieht, Blut ansaugt und in den Kreislauf ausstößt, entsteht der erste Wert. Der systolische Wert. Dieser ist in der Regel ausschlaggebend für die Beurteilung des Kreislaufes. Der zweite Wert, die Diastole, bezeichnet lediglich die Entspannungsphase des Herzens und somit den Grunddruck, der peripher in den Gefäße besteht und damit den Kreislauf aufrechterhält.

Von einer Hypotonie wird dann gesprochen, wenn der Blutdruck unterhalb von 100/60 liegt, bei Männern bereits ab unter 110/60.


Ursachen von Hypotonie

Wie bei jeder anderen Erkrankung auch, liegen der Hypotonie diverse Ursachen und vor allem auch Formen zu Grunde, die die Erkrankung genauer spezifizieren.

  • Genetische Veranlagung: In diesem Falle ist die Hypotonie als angeboren und somit primär zu bezeichnen.
  • Grunderkrankungen: Diese sekundären Ursachen haben als Symptom die Hypotonie, die durch Flüssigkeitsverluste (Blutungen, Durchfall), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinsuffizienz) oder aber anderen organischen Fehlfunktionen (Schilddrüsenunterfunktion) auslösend sind
  • Temporäre Ursachen: Hier zu zählen diverse körperliche Ausnahmesituationen, wie Stress, hormonelle Veränderungen oder auch Schwangerschaften, in den meisten Fällen der Überbelastung wird der Schwindel oder die Ohnmacht ausgelöst, weil der Kreislauf nicht genügend Kraft hat das Blut zum Herzen zurück zu transportieren und das Blut somit in den Gliedmaßen oder im Kopf versackt

Hypotonie wird generell in verschiedenen Formen unterschieden, die sich in den unterschiedlichen Ursachen begründen:

  • Verminderter Gefäßwiderstand ausgelöst durch Schock oder allergische Reaktionen (Anaphylaxie)
  • Vermindertes Blutvolumen ausgelöst durch Blutungen oder auch andere Flüssigkeitsverluste, wie Durchfall
  • Verminderte Pumpkraft des Herzens in Folge einer Erkrankung des Herz-Kreislaufapparates (Herzinsuffizienz)
  • Verminderter Rückstrom zum Herzen durch Krampfadern oder auch PAVK ( peripher arterielle Verschlusskrankheit)

Symptome & Anzeichen bei Hypotonie

Auch wenn die Ursachen für eine Hypotonie noch so unterschiedlich sein können, ist es dennoch immer die gleiche Symptomabfolge, die in unterschiedlicher Stärke ausgeprägt ist. Generell lässt sich sagen, dass eine angeborene Hypotonie weniger Probleme darstellt als eine sekundär entstandene oder temporär bestehende Hypotonie.
Folgende Symptome sind bei Hypotonie vorzufinden:

  • Schwindel bis hin zur Ohnmacht
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit
  • Möglicherweise auftretende Übelkeit
  • Stark ausgeprägte und pulsierende Kopfschmerzen
  • Ohrensausen
  • Dauerhaft kalte Hände

Diagnose & Krankheitsverlauf bei Hypotonie

Diagnose

In aller erster Linie ist die Blutdruckmessung die beste Möglichkeit eine Hypotonie schnell und zuverlässig zu erkennen. Zumeist wird zu einer Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden gegriffen, die in halbstündlichen oder auch stündlichen Abständen den Blutdruck ermittelt in Form einer mobilen Blutdruckmanschette und dann dies in einem Profil aufzeichnet. Auch der Schellong-Test kann Aufschluss zur Diagnosesicherung bieten. Hierbei wird der Blutdruck gemessen während der Betroffene zehn Minuten liegt. Danach muss der Patient zehn Minuten still aufrecht stehen. Sinkt in dieser Zeit der Blutdruck rapide ab oder kommt es sogar zu Schwindelanfällen oder Ohnmacht, dann ist die Diagnose gesichert.

Zum Ermitteln der Ursache ist allerdings eine Anamnese unumgänglich. Hierbei wird über eine umfangreiche Fragestellung erfasst und dokumentiert, ob Vorerkrankungen des Betroffenen oder auch in seiner Familie bestehen, ob die Symptomatiken schon länger auftreten und zu welchen Zeitpunkten oder Anlässen sie auftreten und ob Erkrankungen gegebenenfalls auch schon mit Medikamenten behandelt werden, die ursächlich für die Hypotonie sein könnten.

Verlauf

Hypotonie wird nicht in jedem Falle als Erkrankung oder Problem angesehen. Besonders bei der primären Hypotonie leben die Betroffenen zumeist vollkommen problemlos damit und hatten auch noch nie Anzeichen oder Probleme damit, die behandelt werden müssten.

Bei der Hypotonie, die sekundär oder temporär besteht, kann es im Verlauf beim Blutdruckabfall immer häufiger zu Schwindel oder Ohnmacht kommen. In dieser Folge ist die Sturzgefahr besonders bei älteren Menschen oder auch bei arbeitenden Menschen, die körperlich sehr stark gefordert sind, stark erhöht.

Stark schwankende Symptomphasen treten besonders dann auf, wenn es sich um eine hormonelle Ursache handelt. Besonders in der Pubertät leiden Jungen wie Mädchen gleichermaßen unter den Kreislaufproblemen. Allerdings ist dies auch in der Schwangerschaft und der Menopause keine Seltenheit.

Während der Schwangerschaft kommt es des Öfteren zum rasanten Absinken des Blutdrucks, da ein weiterer Kreislauf mitversorgt werden muss und der Lerneffekt des Körpers mehr Kraft aufzubringen, nicht immer unmittelbar einsetzt. Zumal die Regulation des Blutdrucks in diesem Falle ausgesprochen diffizil ist, da die Gefäße und der Kreislauf des Ungeborenen noch sehr unerfahren und anfällig gegenüber starkem Druck oder auch Druckerhöhungen ist.

In jedem Falle sollten die Symptome immer beachtet werden und bei einer Verschlimmerung oder auch einer Manifestation ein Arzt aufgesucht werden.


Behandlung & Therapie von Hypotonie

Die Behandlung der Hypotonie erfolgt in den aller meisten Fällen außerhalb der medikamentösen Schiene. Denn schon durch ganz einfach Hausmittel und Gewohnheiten kann eine Hypotonie sehr gut in Griff bekommen werden.
Auch die Verschreibung von Kompressionsstrümpfen kann eine Hilfe sein, denn auf diese Art und Weise kann der periphere Rückfluss unterstützt werden und ein Versacken des Blutes wird vermieden.

Grundsätzlich existieren auch Medikamente, die den Blutdruck anheben können. Bei Erkrankungen der Gefäße und schwachem Blutrückfluss können Etilefrin oder Fludokortison in niedrigen Dosen dauerhaft helfen. Allerdings sind diese Medikamente vornehmlich in der Notfallversorgung anzutreffen, wenn die Hypotonie in einem Schock und damit einer Zentralisation des Kreislaufs zu begründen ist, da hier der normale Kreislauf wieder stabilisiert werden kann.

Gerade bei Kopfschmerzen bietet sich die Einnahme eines Antianalgetikums an, allerdings haben diese wieder die Nebenwirkung, dass sie je nach Stärke auch Schwindel und Müdigkeit mit sich bringen können.

Sollten die Symptome aus einer Medikamenteneinnahme resultieren, dann sollte über ein alternatives Medikament nachgedacht werden, sofern die Einnahme dauerhaft notwendig ist.

Hausmittel bei Hypotonie

Wer unter niedrigem Blutdruck leidet oder auch schon seit Jahren damit lebt, sollte sich ein paar Hausmittel und Regeln aneignen, damit keine Probleme entstehen.

  1. Ausreichend Flüssigkeitsaufnahme: Viel trinken ist besonders wichtig, wenn der Betroffene eine sehr hohe körperliche Anstrengung oder Arbeit vollführt, bei großer Hitze und vor allem auch im zunehmendem Alter. Denn so können bestehende Defizite ausgeglichen werden.
  2. Sport und Bewegung: Auch, wenn die Antriebslosigkeit stark ist, Sport und Bewegung können den Kreislauf ankurbeln. Dabei muss es kein heftiges Zirkeltraining sein, aber ein Spaziergang oder auch ein paar Treppen steigen, kann den Kreislauf schnell wieder in Schwung bringen
  3. Bei Schwindel die Beine hochlagern, damit der Rückfluss des Blutes unterstützt werden kann.
  4. Bürstenmassagen, besonders dann, wenn die körperliche Konstitution Bewegung und Sport nicht mehr ausreichend erlaubt. Mit der Bürste immer zum Herzen hin streichen.
  5. Stress sofort reduzieren: Eine aufreibende Situation, die sehr viel Stress und Anspannung zur Folge hat, kann mit tiefen Einatmen oder einem Gang an die frische Luft entschärft werden und Kreislauf normalisiert wieder. Schwindel und Taumel können damit behoben werden.
  6. Wechselduschen als akute Maßnahme, wenn der Schwindel und der Kopfschmerz die Überhand nehmen.
  7. Salzreiche und ausgewogene Ernährung bei bekannter Hypotonie

Fragen und Vorbeugung bei Hypotonie

Wie kann man Hypotonie vorbeugen?

  1. Volumenmangel durch ausreichend Flüssigkeitsaufnahme vorbeugen und jeder Belastungssituation direkt individuell anpassen
  2. Hochgelagert Schlafen
  3. Regelmäßig Sport und Bewegung in den Tagesablauf mit einplanen
  4. Salzreiche und ausgewogene Ernährung
  5. Wechselduschen am Morgen
  6. Langsames, nicht zu hastiges Aufstehen, besonders nach dem Nachtschlaf, aus der liegenden Position


Kann eine Medikamentenumstellung die Hypotonie verstärken?
Dies ist theoretisch möglich. Deswegen sollte die Umstellung nur unter ärztlicher Kontrolle stattfinden, damit eventuelle Nebenwirkungen sofort erkannt und behoben werden können.

Kann man mit Hypotonie Flugreisen machen?
Auch wenn die Druckveränderung sich negativ auf den Kreislauf auswirkt, so kann man mit den richtigen Maßnahmen auch auf langen Strecken fliegen. Ratsam wäre die Verwendung von Kompressionsstrümpfen und ausreichend Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Flug. Trotz beengter Sitzverhältnisse sollte der Körper öfters gestreckt werden und kleine Bewegungen, wie das Heranziehen der Fußspitzen zum Körper (Betätigen der Muskelpumpe) beeinflussen den Blutdruck positiv.

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