Morbus Menière

Ohrverletzungen Morbus Menière Obschon der Morbus Menière schon lange bekannt und medizinisch erfasst ist, sind viele Fakten über diese Erkrankung noch recht nebulös.

Was man weiß ist, dass es sich um eine Erkrankung des Innenohres handelt, die sich in Schwindel, temporärer Taubheit oder Tinnitus äußern kann. Darüber hinaus ist es ebenso möglich, dass diese drei Symptome simultan zueinander auftreten.

Ebenso existieren eine ganze Reihe etwaiger Behandlungsmethoden gegen dieses Leiden, von denen jedoch keine völlig sicher vor Kritik aus der Fachwelt ist. Das liegt nicht zuletzt daran, dass aufgrund fehlenden Detailwissens keine allzu gezielte Ursachenbekämpfung möglich ist.

Was genau ist der Morbus Menière?

Wie bereits einleitend erwähnt, ist diese Frage mithilfe des aktuellen medizinischen Stand des Wissens nichts zu beantworten. Dies liegt nicht etwa an fehlenden Bemühungen, sondern an der speziellen Komposition nötiger umweltlicher und genetischer Einflüsse, derer es bedarf, um eine solche Krankheit auszulösen.

Zumeist tritt dieses Leiden, das auch schlicht Menière Krankheit genannt wird, in späteren Phasen des Lebens auf – ab etwa dem 40. Lebensjahr steigen die Chancen daran zu erkranken stark an. Nichtsdestotrotz sind bisweilen auch junge Menschen von dieser Krankheit betroffen, insbesondere solche, die erblich vorbelastet sind.

Der Verlauf der Krankheit ist oftmals gradual und beginnt mit leichten Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verschlimmern und schließlich wieder abklingen. Allerdings hinterlassen sie bei den Betroffenen in den meisten unangenehme dauerhafte Nebeneffekte, wie permanente Taubheit und permanenten Schwindel. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass die Krankheit selbst über den Kurs vieler Jahre immer wieder sporadisch auftreten kann, bis sie schließlich verschwindet. Alles in allem ist der Morbus Menière also nicht als eine kurze Krankheit anzusehen, sondern eher als ein chronisches Leiden.

Darüber hinaus sind aus dieser Krankheit resultierende Schwindelanfälle meist sehr stark und können jederzeit auftreten. Das bedeutet für die Betroffenen, dass Tätigkeiten, die größere Mengen an Konzentration erfordern und nicht spontan zu unterbrechen sind, wie beispielsweise Autofahren, zu einer gefährlichen Herausforderung für Patienten mit Morbus Menière werden können.

Dennoch ist der prozentuale Anteile Betroffener in der Regel recht gering. So entwickeln z.B. nur etwa 0,001% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens diese Krankheit. Trotzdem sollte man die potentielle Gefahr, die von der Menière-Krankheit ausgeht nicht unterschätzen und bereits bei einem Eigenverdacht einen Arzt aufsuchen.

Welche Ursachen liegen Morbus Menière zugrunde?

Wie bereits mehrfach angedeutet, sind die Ursachen dieser Krankheit de facto unbekannt. Zwar gibt es eine Vielzahl recht plausibler Theorien und Ansätze, aber bislang war man außer Stande sie mit mit letzter Gewissheit bestätigen zu können.

Eine zur Zeit vielversprechend wirkende Theorie geht davon aus, dass die vorliegende Krankheit durch einen Überschuss an Flüssigkeit im Innenohr des Betroffenen ausgelöst wird. Man gewann diese Erkenntnis dadurch, dass bei Obduktionen von Patienten oftmals eine gehäufte Menge besagter Flüssigkeitne im Innenohr nachzuweisen waren. Dennoch ist auch diese Theorie nur ein Ansatz, den es entweder zu bestätigten oder zu negieren gilt.

Weitere gängige Theorien gehen davon aus, dass diese Krankheit durch das Zusammenwirken vieler verschiedener Faktoren entsteht. Dabei können nämliche sowohl äußerlicher als auch innerlicher Natur sein, d.h. dass auch das Erbgut entsprechend vorbelastet sein kann. Äußere Faktoren, die man oftmals als mögliche Auslöse anführt sind:

  • Unzureichende Abführung von Flüssigkeiten aus dem Ohr (möglicherweise aufgrund einer Fehlbildung oder einer Blockierung)
  • Abnormale Reaktionen des Immunsystems
  • Allergien
  • Virale Infekte
  • Schädeltraumata oder Ohrverletzungen
  • Migräne

Ob sich nun aber auch der tatsächlich verantwortliche Auslöser unter den o.g. Möglichen Ursachen befindet ist diskutabel. Vieles deutet darauf hin, dass es wohl eine Kombination verschiedener Auslöser sein muss, die zum Ausbruch der Krankheit führt.

Welche Symptome können auftreten?

Im Gegensatz zu den Auslösern und Ursachen dieser Erkrankung sind die Symptome vergleichsweise eindeutig.

Sporadisch auftretende Schwindelattacken

Spontan und plötzlich auftretender Schwindel, der ebenso schnell kommt, wie er geht. Es gibt meistens keinerlei Anzeichen, wann er das nächste Mal auftritt, was ihn sehr gefährlich macht. Besonders wenn man sich während eines solchen Schwindelanfalles nicht zu hause oder in einer vertrauten Umgebung befindet, kann es oftmals kritisch sein. Autofahren, Fahrradfahren oder als Fußgänger unterwegs zu sein ist dabei besonders gefährlich.Es fällt Personen, die eine Attacke erleiden, sehr schwer sich auf den Beinen zu halten.

Häufig fallen sie einfach zu Boden und sind nicht mehr in der Lage selbstständig aufzustehen, bis der Anfall vorüber ist. Passiert dies einem Betroffenen, während er aktiv am Straßenverkehr teilnimmt, kann dies gravierende Folgen nach sich ziehen, die nicht nur Leib und Leben des Erkrankten, sondern auch seiner Mitmenschen gefährden.

Ein solcher Anfall dauert in aller Regel zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Bei sehr extremen Fällen sind auch längere Attacken bekannt. Dabei ist 24-stündiger Schwindel zwar selten, aber nicht ausgeschlossen. Des Weiteren können sie nicht nur zu Störungen des Gleichgewichtes und Problemen sich auf den Beinen zu halten führen, sondern auch Übelkeit und Erbrechen zur Folge haben.Manche Betroffene klagen darüber hinaus über eine Art dauerhaften Schwindel, der sie tagtäglich begleitet. Dieser extreme Fall tritt aber zumeist erst sehr spät auf.

Hörverlust

Temporäre oder permanente Taubheit können ebenso ein Symptom des Morbus Menière sein. Besonders in späteren Stadien der Krankheit manifestiert sich der zuvor häufig wechselnde Hörverlust und man ist dauerhaft davon betroffen. Darüber hinaus ist allerdings zu erwähnen, dass ein Hörverlust meist nur auf einem Ohr eintritt und das andere entweder gar nicht oder nur leicht davon betroffen ist.

Tinnitus

Auch ein Tinnitus kann als Symptom dieser Krankheit gelten. Dieser kommt aber auch häufig bei anderen Krankheiten vor und ist deshalb bei einer Diagnose nicht überzubewerten

Druck auf den Ohren

Hierbei ist nicht etwa der Druck gemeint, den man beispielsweise beim Bergsteigen oder im Flugzeug verspürt, sondern vielmehr eine Art Vollheit oder Überfüllung des Ohres. Wird solches wahrgenommen, ist es möglich, dass sich Flüssigkeiten im Ohr abgelagert haben.

Wie diagnostiziert man den Morbus Menière?

Zwecks der Stellung einer Diagnose benötigt der behandelnde Arzt zunächst einige Daten aus der Krankengeschichte des Patienten.

Überdies muss er überprüfen, ob folgende Kriterien eingehalten werden:

  • Mindestens zwei Schwindelattacken, die länger als 20 Minuten, aber nicht länger als 24 Stunden gedauert haben
  • Durch einen Hörtest nachgewiesener Hörverlust
  • Tinnitus
  • Gefühl von Druck oder Überfüllung im Ohr

Sind diese Faktoren nicht erfüllt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um den Morbus Menière handelt zu gering und der Arzt prüft zunächst auf andere Krankheiten.

Sind die Kriterien erfüllt, werden weitere Tests vorgenommen, diese können sein:

Hörtest

Hierbei testet der zuständige Mediziner das Hörvermögen des Patienten. Dazu werden letzterem zumeist Kopfhörer aufgesetzt und darauf Töne abgespielt. Nimmt der Testkandidat den Ton wahr, so hebt er die Hand. Besonders die Tönde tieferer Frequenzen sind für Betroffene der Menière-Krankheit nicht (mehr) wahrzunehmen.

Testen der sog. Unbehaglichkeitsgrenze

Um diesen Test auszuführen, setzt man den Patienten großer Lautstärke aus und er muss signalisieren, sobald ihm der Krach unangenehm wird. Interessanterweise sind Personen mit einem sich anbahnenden Hörverlust besonders empfindlich gegenüber Lärm.

Der sogenannte „Drehstuhltest“

Hierzu wird der Patient auf einen computergesteuerten Drehstuhl gesetzt, der durch maßgeschneiderte Bewegungen versucht, eine leichte Schwindelattacke auszulösen. Dieses Vorgehen bringt dem behandelnden Arzt Erkenntnisse darüber, inwieweit der Patient gefährdet ist durch normale Bewegungen in Schwindel zu geraten.

Kernspintomographie

Kernspintomographien können hilfreich dabei sein festzustellen, ob wirklich ein Morbus Menière vorliegt oder eine anderweitige Störung des Innenohres.

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Gleich zu Beginn sei bemerkt, dass es keine Kur für den Morbus Menière gibt. Dies liegt, wie bereits mehrfach erwähnt, daran, dass die Ursachen dieser Erkrankung nicht vollkommen geklärt sind.

Nichtsdestoweniger gibt es Therapieansätze, die darauf abzielen die Symptome zu lindern und auch meist erfolgreich darin sind. Darüber hinaus kann mittels einiger Behandlungsmethoden auch das Fortschreiten der Entwicklung dieser Krankheit vermieden oder komplett aufgehalten werden.

Zu diesen Ansätzen zählen unter anderem:

Verabreichung von Medikamenten:

Zwecks dieser Behandlung werden gezielt Medikamente gegen die einzelnen Symptome verschrieben. Insbesondere bei der Vermeidung der Schwindelattacken ist diese Therapie sehr erfolgreich. Aber auch gegen die aus dem Schwindel resultierende Übelkeit kann medikamentös vorgegangen werden.

Hilfsmittel und Rehabilitation

Weitere mögliche Hilfestellungen bieten Rehabilitationen an, indem sie dem Betroffenen aufzeigen, wie er beispielsweise während einer Schwindelattacke agieren kann, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.Auch das Anpassen eines Hörgerätes kann dahingehend Abhilfe schaffen, dass der Patient seinen Hörverlust ausgleichen kann.Verwendung des Meniett-Therapie kann ebenfalls einen guten Ansatz darstellen, um das Druckgefühl auf den Ohren zu senken. Dazu bedient man sich der sog. Meniett-Apparatur, die dem Betroffenen dabei hilft, einen Druckausgleich auszuführen.

Chirurgische Eingriffe

Insbesondere wenn man Fehlbildungen des Innenohres als Ursache für die Krankheit ansieht, kann es dazu kommen, dass der behandelnde Arzt sich für eine operative Lösung entscheidet. Je nach Fall stehen ihm hierfür viele mögliche Ansätze zur Verfügung. Es sollte jedoch klar sein, dass Operationen an dem immens feinen menschlichen Innenohr immer ein enormes Risiko darstellen. Selbst wenn ein erfahrener Chirurg als Operateur fungiert. Es empfiehlt sich vorher gut Risiken und Nutzen abzuwägen.

Darüber hinaus gibt es noch einige andere Ansätze, die aber nur in extrem speziellen Fällen angewandt werden und daher eher unwichtig sind.

Gibt es alternative Heilungsmethoden?

Es gibt durchaus alternative Heilungsansätze, die nicht zu verachten sind. Dabei ersetzen diese aber auf keinen Fall eine ärztliche Behandlung, sondern sollten diese nur begleitend unterstützen!

Dazu gehören alle Maßnahmen, die das Ohr stärken. Sog. „Ohrenkerzen“ könnten ggf. ein guter Ansatz sein, jedoch sind diese nicht für jeden geeignet und man sollte sich darum vorher informieren.

Gibt es Hausmittel?

Es gibt zwar viele Hausmittel gegen Hörverlust und Schwindel, aber von diesen ist eher abzuraten. Insbesondere dann, wenn sie direkt ins Ohr eingegeben werden müssen.

So gibt man bei Ohrentzündungen bisweilen Franzbranntwein direkt in die Ohrmuschel. Das kann besonders bei einer vorliegenden Menière-Krankheit katastrophale Folgen für die Gesundheit des Betroffenen haben.

Darum lieber Finger weg von allen vermeintlichen Hausmitteln, wenn es um diese Krankheit geht.

Vorbeugung und Prophylaxe

Leider gibt es nicht allzu viele Mittel, die vorbeugend auf einen Morbus Menière einwirken könnten. Dies liegt zum einen daran, dass die Ursachen desselben ungeklärt sind und zum anderen daran, dass viele der theoretisch wahrscheinlichen Gründe eines Ausbrechens nur schwer bis gar nicht vermieden werden können.

Dazu gehören u.a. Infektionen, laute Geräusche uvm.

Des Weiteren bleibt es abzuwarten, ob es nicht doch bald prophylaktische Mittel gegen den Morbus Menière geben wird, wenn die Forschung den Ursachen auf den Grund gekommen ist.

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