Vaskulitis

Die Vaskulitis ist keine Krankheit im klassischen Sinne, sondern vielmehr eine Sammelbegriff für mehrere Krankheiten mit ähnlichen oder teilweise gleichen Symptomen.

Zumeist äußert sie sich in starken Ausschlägen und Rötungen. Die rührt daher, dass bei den meisten Unterformen dieser Krankheit, die Blutgefäße zuschwellen und somit weder genügend Blut noch genügend Sauerstoff durch den Körper transportieren können.

Auslöser und Ursachen können vielerlei Gestalt annehmen oder noch gänzlich unbekannt sein. Noch wird eifrig an der Entdeckung einiger potentieller Ursachen für diese Krankheit gesucht. Nichtsdestotrotz können Ärzte mithilfe der modernen Schulmedizin diesem leiden relativ effektiv entgegenwirken.

Was genau versteht man unter einer Vaskulitis?

Die Vaskulitis bezeichnet eine Entzündung der Blutgefäße, die sich darüber hinaus auch noch in der Veränderung der Gefäße selbst zeigt. Dies kann unter anderem beinhalten, dass die wände der Venen und Arterien dicker oder schwächer werden, aber auch Verengungen und die Bildung von Narben sind im Rahmen des Möglichen.

Nichtsdestotrotz ist die Vaskulitis ALS eine singuläre Erkrankung anzusehen. Vielmehr dient diese Bezeichnung als Sammel- oder Überbegriff für eine große Auswahl etwaiger spezifischer Krankheiten. Des Weiteren ist auch die Ausbreitung im Körper eher unvorhersehbar. Bisweilen sind lediglich einzelne Körperstellen oder Organe betroffene, wie beispielsweise die Haut. Hin und wieder jedoch können auch multiple Organschäden und dergleichen vorliegen.

Zusätzlich gilt es außerdem, dass man zwischen einer chronischen oder einer akuten Vaskulitis zu unterscheiden hat. Erstere ist eine entweder dauerhaft oder in regelmäßigen Abständen auftretende Ausprägung dieses Leidens, während letztere lediglich einmalig vorkommt. Man sollte sie darum aber nicht unterschätzen. Schließlich können beide Formen nicht nur unangenehm, sondern auch sehr schädigend und Gefährlich für die Betroffenen sein.

Theoretisch ist niemand vor einer Vaskulitis sicher und jeder stellt sich als potentieller Betroffener dar. Dennoch ist klar anzumerken, dass gewisse Personengruppen häufiger als andere an einer der Unterformen einer Vaskulitis erkranken. Darüber hinaus ist es ebenso möglich, dass selbst schwer anmutende Fälle keinerlei Behandlung bedürfen. Sie heilen sich von selbst. Das sollte man aber nicht grundsätzlich für jedwede Form und Ausprägung dieser Erkrankung annehmen. Bisweilen ist die Verschreibung recht starker Medikamente notwendig, um die Entzündungen im Zaum zu halten und / oder um das Entstehen neuer Entzündungen und Entzündungsherde aufzuhalten.

Aber auch diese teils starken Medikamente sind trotz ihrer Nebenwirkungen ein Segen. Denn vor nicht allzu vielen Jahrzehnten endete eine Vaskulitis beinahe immer im Tod des Patienten. Man konnte der Krankheit schlicht nicht mit medizinischen Mitteln beikommen.

Welche Ursachen liegen einer Vaskulitis zugrunde?

Die Ursache dieser Krankheit sind bis heute mehr oder weniger völlig unbekannt. Dies liegt nicht etwa an einem mangelnden Interesse Seitens der Forschung oder gar an deren Unfähigkeit, sondern schlicht an den technischen Restriktionen der Jetztzeit. Diese machen es für Forscher sehr schwer bis unmöglich, diese Krankheit genau unter die Lupe zu nehmen.

Dennoch können einige Ursachen im Vergleich zu anderen als wahrscheinlicher angesehen werden. Dazu gehört zu aller erst einmal der genetische Aufbau des Individuums sowie dessen Erbmaterial und weiterdings dessen Qualität. Scheint der Aufbau mangelhaft zu sein oder das Erbmaterial ist auf welche Art auch immer vorbelastet, so wird es für den Einzelnen wahrscheinlicher, dass er eine Form der Vaskulitis ausbildet. Was aber nun genau das Erbgut gut oder schlecht macht steht noch zur Debatte.

Darüber hinaus liegt diesem Leiden sehr wahrscheinlich eine Form von autoimmunaler Störung zugrunde. Nämliche verursacht, dass der Organismus Antikörper ausbildet und mit diesen die Blutbahnen des Betroffenen attackiert, da er sie fälschlicherweise als Fremdkörper ansieht. Wieso genau das so ist, weiß allerdings niemand. Autoimmunkrankheiten und deren genaue Auslöser geben der Fachwelt schon seit Jahrzehnten Grund zum Rätseln. Nicht zu letzt deswegen fällt es Forschern und praktischen Medizinern recht schwer, sie dahingehend für den Patienten zufriedenstellend zu äußern.

Auch scheint eine Vaskulitis als Begleiterkrankung aufzutreten. Primärerkrankungen, durch die sie ausgelöst werden kann, sind beispielsweise:

Welche Symptome können auftreten?

Die Anzeichen für eine Vaskulitis sind in aller Regel auf der Haut sichtbar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie sich vermehrt durch Starke Rötungen und Ausschläge äußert. Nichtsdestotrotz sollte man bedenken, dass, insofern innere Organe betroffen sind, man die vorliegende Erkrankung äußerlich natürlich eher nicht wahrzunehmen imstande sein wird.

Alles in allem sollte man sich jedoch vor Augen führen, dass die Symptome keiner stringenten Linie folgen und darüber hinaus eine sehr große, beinahe unübersichtliche Varianz aufweisen. Das einzige, was diese Symptome verbindet, die ist ihnen zugrundeliegende mangelnde Blutversorgung aufgrund der blockierten Gefäße. Aber auch das ist nur eine potentielle Gemeinsamkeit und muss im Zweifel nichts bedeuten.

Es gibt dennoch eine Reihe von Symptomen, die tendenziell einer der Ausprägungen der Vaskulitis zuzuschreiben sind. Diese beinhalten unter anderem:

  • Fieber (teilweise sehr hoch)
  • Leichte bis heftige Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und Erschöpfung des Geistes und des Körpers
  • Unfreiwilliger Gewichtsverlust trotz Beibehaltens der normalen Essgewohnheiten
  • Allgemeine Schmerzen an Stellen des Körpers, an denen man sonst niemals Schmerzen hatte
  • Nächtliches Schwitzen (teilweise so stark, dass die Matratze für die Wiederbenutzung getrocknet werden muss
  • Ausschläge aller Arten an allen möglichen Stellen des Körpers
  • Nervenleiden (zeigt sich besonders durch Taubheit in den Extremitäten
  • Schwäche der Glieder
  • Verschwinden des Pulsschlages (starker Indikator für zu schwache Durchblutung

Wie aus den o.g. Symptomen zweifelsfrei ersichtlich wird, handelt es sich bei der Vaskulitis um eine schwer durch ihre Symptome zu definierende Krankheit. Das ist, wie bereits erwähnt, damit zu begründen, dass es sich nicht um eine konsistente Einzelkrankheit handelt, sondern um einen Überbegriff für verscheidene Leiden mit ähnlichen Ausprägungen und Anzeichen.

Deshalb muss nicht jeder Kopfschmerz gleichsam ein Indikator für eine Vaskulitis sein. Dennoch ist ein Arztbesuch im Zweifel immer empfehlenswert.

Wie diagnostiziert man eine Vaskulitis?

Es wird aufgrund des schwer zu fassenden und Diffusen Krankheitsbildes niemanden überraschen, dass die vorliegende Krankheit nur sehr schwer zu diagnostizieren ist. Und selbst wenn man sie als Vaskulitis ansprechen kann, so ist noch lange nicht gesichert, um welche Form derselben genau es sich handelt.

Nichtsdestotrotz bedienen sich Mediziner zwecks Stellen einer Diagnose den gängigen Methoden. Zuvörderst wird der behandelnde Arzt einen Blick auf die Krankenakte des Patienten werfen, um sich einen groben Überblick verschaffen zu können. Dieser nutzt ihm bereits dazu, um gewisse Risiken als solche anzusehen imstande zu sein. Dahingehend erleichtert sich die Ursachenforschung immens.

Des Weiteren finden folgende Tests anwendung:

Bluttest
Hierfür werden dem potentiell Betroffenen Blutproben entnommen, die wiederum im Labor untersucht werden. Hierbei testet man speziell auf Zeichen einer Entzündung und bestimmte Proteine. Des Weiteren führt der Laborant eine Zählung der roten Blutkörperchen durch, um zu determinieren, ob davon genügend vorhanden sind. Hat man zu wenige gilt dies als etwaiges Zeichen einer Erkrankung. Ebenso hält man nach bestimmten Antikörpern Ausschau, die für eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems Sprechen könnten.

Urinprobe
Die abgegebene Urinprobe wird ebenso im Labor untersucht. Dabei liegt der Fokus hier abermals auf bestimmten Proteinen und ggf. roten Blutzellen, falls diese mit dem Urin ausgeschieden wurden. Beide Faktoren sprechen für eine Krankheit.

Biopsie
Auch Biopsien können probate diagnostische Mittel im Falle einer vermuteten Vaskulitis sein. Hierfür wird eine kleine Gewebeprobe von der betroffenen Stelle entnommen und untersucht. Die sich hieraus ergebenden Erkenntnisse können oftmals entscheidend für die Richtigkeit einer Diagnose sein.

Scanning
Auch das anfertigen von Röntgenbildern oder Aufnahmen im Kernspintomographen können Klarheit darüber schaffen, ob innerhalb der Blutgefäße ein entzündlicher Prozess vorliegt. Diese erscheinen dann auf den gemachten Bildern verengt. Auch dies gilt als wichtiger Indikator für eine Vaskulitis.

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Wie bereits erwähnt, werden Behandlungen meist rein medikamentös durchgeführt. Dabei liegt das Augenmerk des behandelnden Arztes weniger auf der Ausmerzung der Ursachen, insofern diese überhaupt bekannt sind, als vielmehr auf der Linderung der Symptome.

Es geht bei einer Therapie also zunächst hauptsächlich darum, dass beispielsweise die entzündlichen Prozesse gestoppt werden. Konnte man die erfolgreich bewerkstelligen, versucht der Mediziner darüber hinaus weiteren Entzündungen entgegenzuwirken. Auch dies geschieht abermals mithilfe von Medikamenten.

Die Dauer einer Behandlung ist nicht allgemein anzugeben. Dafür sind die Fälle zu unterschiedlich. Besonders Patienten mit chronischer Vaskulitis müssen wohl Zeit ihres Lebens Medikamente dagegen einnehmen. Des Weiteren ist auch nicht zu sagen, welche Medikamente zur Behandlung herangezogen werden. Das kommt ganz auf die vorliegende Art der Vaskulitis an und erfordert darüber hinaus eine fachkundliche Meinung, die nur ein involvierter Arzt geben kann.

Nichtsdestoweniger kann man davon ausgehen, dass gerade zu Beginn der Behandlung oftmals stark cortisonhaltige Salben und Cremes verschrieben werden, um die gröbsten Hautleiden einzudämmen. Bei rein organischen Symptomen jedoch bedient man sich gleich zu Beginn an Pillen und Tabletten.

Operative Eingriffe kommen so gut wie nie vor. Dennoch können manche sehr spezielle Ausprägungen dieses Leidens eine chirurgische Maßnahme nötig machen. Besonders dann, wenn lebenswichtige Blutgefäße derart verschlossen sind, dass die Versorgung lebenswichtiger Organe durch sie nicht mehr gewährleistet werden kann. Alles in allem stellt dies aber eine sehr große Ausnahme dar und kommt höchstens bei einem von hunderttausend Fällen vor.

Gibt es alternative Heilungsmethoden

Nicht in der ersten Phase der Behandlung, die darauf abzielt, die Symptome zu lindern und zu beseitigen. Sind die Entzündungen einer akuten Vaskulitis zurückgedrängt und behandelt man nur noch vorbeugend gegen Neuausbrüche, so können alternative Heilungsmethoden zur Unterstützung in Anspruch genommen werden.

Besonders Aromatherapien mit ätherischen Duftölen und Massagen können sehr hilfreich sein. Dennoch sollte man diese Maßnahmen zuvor auf jedne Fall mit dem behandelnden Arzt absprechen. Denn manche Formen der Vaskulitis bedürfen besonderer Vorsicht und sind deshalb denkbar ungeeignet, um sie alternativ behandeln zu lassen.

Grundsätzlich aber steht einer alternativen Behandlung nichts weiter im Wege, insofern der zuständige Schulmediziner grünes Licht dafür gibt.

Gibt es Hausmittel?

Nicht wirklich. Man weiß jedoch, dass Finnen bei manchen Formen der Vaskulitis saunieren mit besonderen Aufgüssen empfehlen. Die Wirkung dieses Vorgehens ist nicht bewiesen und kann bei starken äußeren Entzündungen auch gefährlich für den Patienten werden.

Deshalb sollte man vorher Rücksprache mit dem Arzt des Vertrauens halten.

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