Onkoviren

schwarze-fliegeAls Onkoviren werden Viren bezeichnet, die einen malignen Tumor auslösen können. Es gibt insgesamt verschiedene Arten, welche auch unterschiedliche Beschwerden und Krankheiten auslösen können. Hierzu zählen etwa Hepatitis, Leukämie oder Warzen.

Eine Infektion führt nicht zwingend zu einem Tumor, das Risiko an bestimmten Krebsformen zu erkranken, wird jedoch stark erhöht. Etwa 10 bis 20 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit werden durch Onkoviren ausgelöst.

Wie es dazu kommt, wo das Virus vorkommt, welche Krankheiten und Beschwerden es insgesamt auslösen kann und alle weiteren wichtigen Informationen zum Onkovirus, finden Sie nachfolgend.

Was sind Onkoviren?

Ein Virus besteht aus einem Strang Erbmaterial. Dieser kann aus RNA (Ribonukleinsäure) oder dna (Desoxyribonukleinsäure) bestehen. Onkoviren sind unter beiden Virengruppen, den DNA-Viren und der Gruppe ohne eigene dna, den Retroviren, vertreten.

Viren sind infektiöse Partikel, die sich extrazellulär durch Übertragung verbreiten und sich intrazellulär vermehren. Sie besitzen weder einen eigenen Stoffwechsel noch die Fähigkeit einer selbstständigen Replikation. Daher sind sie auf eine Wirtszelle angewiesen und werden nicht als Lebewesen gewertet. Aufgrund ihrer Fähigkeit zur Evolution und Replikation sind sie einem eigenständigen Leben nahe.

Behandlung Mastektomie Onkoviren

Onkoviren können gesunde Zellen in Krebszellen umwandeln

Eine virale Infektion erzeugt in ihren Wirten unterschiedliche Formen einer Abwehrreaktion. Für eine intrazelluläre Replikation benötigen sie Enzyme und Bausteine aus dem Zellplasma (Cytosol) einer Wirtszelle. Abwehrmechanismen, die als Resistenzfaktoren bezeichnet werden, sind entstanden. Besonders bei Wirbeltieren hat sich dieser Mechanismus weiterentwickelt und besitzt eine Art Gedächtniswirkung.

Bei einer Infektion können Onkoviren gesunde Zellen in Tumorzellen umwandeln. Die Viren beeinflussen ein bereits in der Zelle enthaltenes Onkogen oder schleusen eigene Onkogene in die Zelle. Wachstums- und Differenzierungsprozesse der Wirtszelle werden beeinflusst, was zu einer Transformation führt. Für die meisten malignen Tumorerkrankungen steigt die Inzidenz mit zunehmendem Lebensalter.


Vorkommen & Verbreitung

Die bekanntesten Onkoviren für den Menschen sind die Hepatitis-Viren. Mittels Bluttransfusion kann Hepatitis B und Hepatitis C übertragen werden. Bei Geschlechtsverkehr, direkt bei der Geburt und in manchen Fällen durch kleinste Verletzungen der Haut gelangt der Virus in den Körper.

Bei bestimmten Infektionsverläufen erhöhen die Viren die Wahrscheinlichkeit, an Leberkrebs zu erkranken. Weltweit sind etwa 240 Millionen Menschen mit Hepatitis B Viren infiziert.


Hepatitis B & C

Betroffene Personen bemerken eine chronische Hepatitis nicht. Ein biochemischer Nachweis von Antikörpern und Antigenen mittels Laboranalyse erlaubt eine exakte Diagnose über den aktuellen Infektionsstatus.

Mittels Impfung kann eine Infektion mit dem Hepatitis B Virus verhindert werden, gleichzeitig ist die Impfung eine allgemeine Krebsprophylaxe. Ein jährlicher medizinischer Routine-Check gibt Aufschluss über den aktuellen Gesundheitszustand.

Hepatitis B ist eine meldepflichte Entzündung der Leber. Sie äußert sich durch Schmerzen im Bereich des oberen Bauchraums, Müdigkeit, Übelkeit, Leistungsschwäche und einer Gelbfärbung der Haut. Die Leber reagiert äußerst schmerzhaft auf Druckimpulse. Etwa 90 Prozent der Infizierten überwinden die Krankheit binnen eines Jahres. 10 Prozent der Erkrankungsfälle sind chronisch. Das Risiko, dass die Krankheit chronisch verläuft, ist für junge Patienten deutlich größer.


HPV – DNA-Viren

Humane Papillomviren (hpv) bilden eine Gruppe der DNA-Viren und treten beim Menschen in zwei unterschiedlichen Formen auf: Als harmlose Erkrankung auf der Haut kennt man sie als Warzen. Sexuell übertragene Viren sind für einige Krebserkrankungen verantwortlich. Das meist betroffene Zielorgan der hpv ist der Gebärmutterhals.

Die Übertragung erfolgt über die Schleimhäute der Genitalien oder beim Oralverkehr. Humane Papillomviren zählen zu den häufigsten sexuell übertragenen Erregern weltweit. In seltenen Fällen kann es auch zu Mund– oder Peniskrebs kommen.

Etwa 10 bis 15 Prozent aller Krebserkrankungen lassen sich auf hpv und andere Onkoviren zurückführen. Über Jahre können die Viren unbemerkt in den Zellen bleiben und eine Infektion verläuft oft symptomlos. Die Viren können ein unkontrolliertes Zellwachstum hervorrufen, welches sich in meist gutartigen Wucherungen wie Warzen äußert.


HTLV-1 & Epstein-Barr

Das humane T-lymphotrope Virus 1 (HTLV-1) ist ein Retrovirus und in seltenen Fällen Auslöser für Leukämie. In Japan gab es 1990 mehr als eine Million HTLV-1 Infizierte. Bei circa 1 bis 2 Prozent aller Infizierten besteht das Risiko an Leukämie zu erkranken. Die Infektion erfolgte hauptsächlich perinatal über die Muttermilch. Seit Bekanntwerden dieses Übertragungsweges ist die Zahl deutlich gesunken.

Das Epstein-Barr-Virus verursacht das Pfeiffersche Drüsenfieber. Fast 100 Prozent aller Menschen sind infiziert, die Viren sind in den meisten Fällen jedoch harmlos. Als Wirtzellen dienen die B-Lymphozyten. Diese zählen zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind als einzige Zellen in der Lage, Antikörper zu bilden. Epstein-Barr-Viren können Auslöser für eine seltene aber schwere Form von Lymphdrüsenkrebs sein. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion ohne Komplikationen und nur selten kommt es zu einer Krebserkrankung.

Krankheiten & Beschwerden

Viren sind eine permanente Bedrohung für den Körper. Die unterschiedlichen Entstehungsweisen von Krebserkrankungen sind nur zum Teil bekannt. Die Umweltfaktoren sind stark beeinflussbar und werden leider oft unterschätzt.

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In den meisten Fällen ist eine ungesunde Lebensweise schuld

Epidemiologen aus dem Jahr 1996 schätzen, dass nur 25 Prozent der malignen Tumore endogen bedingt sind, während 75 Prozent exogene Ursachen aufweisen. Falsche Ernährungsgewohnheiten (30 Prozent) und Tabakkonsum (30 Prozent) zählen dabei zu den Hauptursachen.

Der schädliche Effekt des Rauchens wird deutlich, wenn man den rasanten Anstieg der Todesfälle durch maligne Neoplasien betrachtet. Seit 1930 ist ein Anstieg von Todesfällen durch Bronchus- und Lungenkarzinomen bei Männern und mit einer 30-jährigen Verschiebung auch bei Frauen zu beobachten. Europaweit sterben 650.000 Menschen an Krankheiten, die auf Rauchen zurückzuführen sind.

Eine Übertragung von Hepatitis-Viren erfolgt oft beim Geschlechtsverkehr. Durch den intensiven Körperkontakt kann es auch zur Infektion durch andere Viren kommen. Kondome reduzieren das Risiko um ein Vielfaches. Erhöhter Alkoholkonsum schädigt die Leber und führt bei Patienten mit dem Hepatitis-B-Virus rasch zur Leberzerstörung, und im schlimmsten Fall zu Leberkrebs.

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