Pseudomonas aeruginosa

Behandlung Immunologie Bacillales Pseudomonas Pseudomonas aeruginosa

Die Keime sind oft in Krankenhäusern zu finden und vor allem bei einem geschwächten Immunsystem gefährlich

Bakterien leben auf der ganzen Welt und befallen Körperzellen innerhalb und außerhalb des menschlichen Körpers. Sie können sich aktiv bewegen und ihr Érbgut auf die Wirtszelle übertragen.

Dort wird es entweder in deren DNA übertragen oder die Bakterien beginnen in der fremden Zelle falsches Eiweiß zu bilden. Schließlich setzt der Körper mit einer Gegenreaktion ein, die Krankheit nimmt ihren Verlauf.

Wie der Verlauf bei Pseudomonas aeruginosa ausfällt, welche Krankheiten und Beschwerden das Bakterium verursachen kann und alle weiteren wichtigen Informationen zum Thema, finden Sie nachfolgend.

Was ist Pseudomonas aeruginosa?

Pseudomonas aeruginosa ist ein gramnegatives Bakterium, das sich im Test nicht violett färbt sondern rot. Geißeln oder Fimbrien Sitzen an der Körperoberfläche. Die Bakterien schützen sich mit einer Schleimschicht aus Polysacchariden.

Dieser Schleim bewahrt die Bakterien vor den Fresszellen des Immunsystems und stellt eine Blockade gegen die verwendeten Antibiotika dar. Leeuwenhoek beschrieb 1676 das Bakterium zum ersten Mal und maß es mit seinem selbst konstruierten Mikroskop in der Größenordnung von 0,5 x 5 µm.


Aussehen & Eigenschaften

Pseudomonas aeruginosa ist 2-4 µm groß und besitzt in Gruppen stehende, lophotriche Flagellen an einem Körperende, der Pol genannt wird. Die Flagellen sind gewendelt, in sich verdreht und werden von einem einzigartigen Motor betrieben. Nirgendwo sonst findet man in der Tier- oder Pflanzenwelt eine Art Drehstrommotor, der sich auf Grund einer Protonendifferenz mit einer Frequenz von 30 bis 50 pro Minute dreht. Pseudomonas aeruginosa besitzt eine Außenkapsel aus Exopolysacchariden, die einen passiven Transport aus dem Respirationstrakt erschweren soll.

Die Atmung erfolgt aerob. Die Bakterien nehmen den Sauerstoff auf und vergären den Wirtszucker nicht, sondern wandeln ihn in organische Säuren um.(Nonfermenter)

Bakterien sind Prokaryoten, das heißt, dass ihre DNA nicht in einem eigenen Zellkern sitzt, sondern sich frei im Cytoplasma der Zelle an einem allerdings abgegrenzten Ort, dem Nukleotid, befindet.

Der deutsche Botaniker Walter Migula entdeckte im Jahre 1900 den Erreger Pseudomonas aeruginosa. Die blau-grüne Färbung des Eiters war namensgebend für das Stäbchenbakterium. Erst ein Jahrhundert später gelang mit modernen Methoden die vollständige Sequenzierung des Genoms. In 5500 Genen besitzt es 6,3 Mega-Basenpaare (6,3Mbp).


Vorkommen & Verbreitung

Besonders gerne lebt das Bakterium in Oberflächengewässern und im Leitungswasser sowie in feuchten Böden. Es ist weltweit in der Natur vorhanden und hat den Sprung in die Haushalte und vor allem ins Krankenhaus gemacht, wo es unter die nosokomialen Infektionen fällt.

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Pseudomonas aeruginosa sind für viele Krankenhaus-Infektionen verantwortlich – pixabay/sirigel

Für nahezu 10% aller Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden, zeichnet Pseudomonas aeruginosa verantwortlich. Ihr ist kaum beizukommen, weil sie ß-Laktamase bilden kann, die Penicillin unwirksam machen kann.

Verantwortlich sind unter anderem Plasmide, ringförmige dna-Stränge innerhalb des Cytoplasmas der Bakterienzelle, die unter Weitergabe erworbener neuer Peptidstrukturen ihre Resistenz gegen auswärtige Medikamente und andere für sie giftige Stoffe unter Beweis stellen.

Auf einer Nährstofflösung bildet Pseudomonas eine metallisch-grün glänzende Schichte, die Kahmhaut, die einen süßlichen Geruch nach „Lindenblüten“ verströmt.

Wird das Wachstum des Bakteriums unter teilweisem Entzug von Stickstoff, Eisen oder Phosphat behindert, bilden sich auf Sonnenblumenöl sogenannte Biotenside. Die Bakterien können also unter ungünstigen Bedingungen neue Funktionen erwerben.


Krankenhauskeim & Risiken

Nosokomiale Infektionen sind in jedem Krankenhaus möglich und zu erwarten, weil nährstoffreiche Flüssigkeiten zur Verfügung stehen, Operationen durchgeführt werden und heilende Wunden befallen werden. als besonders hoch ist das Risiko bei großflächigen Verbrennungen zu sehen. Vom Rand her infiltrieren die Bakterien die Wunde.

Schwierig gestaltet sich die Desinfektion in Spitälern, weil Pseudomonas zwei Strategien gegen jegliche Art der Einflussnahme entwickelt.

  • Zum Einen bilden Ansammlungen von Bakterien eine gemeinsame Schutzschicht aus Schleim, durch die die Medikamente nicht dringen können.
  • Zum Anderen werden die Informationen der Plasmiden geändert und an den Wirkstoff des Arzneimittels angeglichen, der dann nicht mehr toxisch auf das Bakterium wirkt.

Gegenstände oder Freizeitbeschäftigungen mit hohem Risikofaktor:

  • Schwimmbad
  • Whirlpool, Haarbälge
  • Waschbecken
  • Dialysegeräte
  • Beatmungsgeräte
  • Babyinkubatoren
  • Kosmetika
  • Drogensucht und Venenspritzen
  • ungenügende Desinfektionslösungen
  • Kontaktlinsen und ihre Flüssigkeit
  • Waschlappen
  • Blumenvasen
  • Duschen
  • Toiletten
  • Spülmaschinen

Neben dem Befall des Menschen entfaltet Pseudomonas seine Wirkung in der Küche. Das Bakterium gilt als Lebensmittelverderber im feuchten Milieu.

Patienten mit Mukoviszidose (Cystischer Fibrose) leiden besonders unter dem Dauerbefall der Pseudomonas, der zu lebensbedrohender Lungenentzündung führt. Inhalationen mit Antibiotika versprechen eine Linderung.

Während für gesunde Menschen das Bakterium nicht gefährlich werden kann, kann es eine vorübergehende Schwächung des Körpers sofort ausnutzen.

Pseudomonas aeruginosa wird mit der Kennung ICD-10B97 für Bakterien als Ursache für Krankheiten geführt.

Es kann in der Folge über das infizierte Blut Gehirnabszesse auslösen und die Nasennebenhöhlen befallen. Bei der Endokarditis werden die inneren Häute des Herzens befallen und geschädigt.
Haftfimbrien halten das Bakterium an Ort und Stelle und die an einem Pol büschelig auftretenden lophotrischen Geißeln bewegen das Bakterium rotierend weiter.


Krankheiten & Beschwerden

Das Risiko eines Befalls in feuchten bis nassen Medien muss als hoch eingeschätzt werden. Nach einem Befall mit Pseudomonas kommt es bei Tieren zu verschiedenen Symptomen. Sie sind deshalb bedeutend, weil ein Übertritt mancher Erreger auf den Menschen möglich oder zu erwarten ist und bei ihm ähnliche Krankheitssymptome zeigen.

Symptome & Beschwerden:

Magenschmerzen Krankheiten Novovirus Symptome Magenkrämpfe, Übelkeit

Die Bakterien können z. B. zu Darm-Entzündungen führen

  • Hautinfektionen, Ausschlag und Bläschenbildung
  • Darmentzündungen
  • Entzündungen des Gehörgangs
  • Eiter- und Abszessbildung
  • Maulschleimhautentzündungen bei Reptilien

Als Folgen einer Infektion sind folgende Komplikationen zu erwarten:

Als Maßnahmen gegen Infektionen sind

  • die Hygiene
  • und ein gesunder Lebensstil

zu nennen. Denn nur ein gesunder Kreislauf und ein gestärkter Körper kann sich den täglichen Anforderungen an die Gesundheit stellen und die Bakterien, im besonderen Fall die Pseudomonas aerubinosa, zurückdrängen.

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