Codein

Codein ist ein Wirkstoff, der dazu in der Lage ist, einen Hustenreiz zu stillen oder auch Schmerzen zu lindern. Daher wird er vor allem dann eingesetzt, wenn Beschwerden dieser Art bekämpft werden sollen. Der Wirkstoff Codein gehört zu der Gruppe der so genannten Opioide.

CodeinWas ist Codein?

Bei Codein handelt es sich um eine chemische Verbindung, welche in der Natur vorkommt. Der Wirkstoff gehört zu der Gruppe der so genannten Opiate.

In der Medizin ist der Stoff vor allem deswegen sehr beliebt, weil er dazu in der Lage ist, Schmerzen zu lindern und Husten zu stellen. Aus diesem Grund wird Codein auch als Arzneistoff eingesetzt und ist in verschiedenen Medikamenten enthalten.

Oft kommt es vor, dass der Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen mit dem bekannten Wirkstoff Paracetamol kombiniert wird.

Aufgrund seiner Wirkung wird Codein häufig missbräuchlich eingesetzt, das bedeutet, dass der Stoff nicht in Form von Medikamenten für die Bekämpfung von Beschwerden eingesetzt wird, sondern als ein dämpfendes und auch euphorisierendes Rauschmittel.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Codein wird als Arzneistoff in einigen Medikamenten genutzt, um verschiedene Beschwerden zu bekämpfen. Zu folgenden Zwecken wird der Wirkstoff in der Medizin eingesetzt.


Allgemeines

Allgemeines
NameCodein
Andere Namen
  •   (5R,6S,9R,13S,14R)-3-Methoxy-17-methyl-4,5-epoxymorphin-7-en-6-ol (IUPAC)
  • Codeinum siccum (Latein)
  • 3-Methylmorphin
SummenformelC18H21NO3
WirkstoffklasseOpiat, Antitussivum, Analgetikum

Wirkungsweise

So wirkt Codein

Husten ist generell eine gesunde Reaktion von unserem Körper, die dazu dient, schädliche Stoffe von unserem Körper abzuwehren.

Durch das Husten werden nämlich Fremdkörper aus unseren Atemwegen befördert und Bakterien und Viren oder unter Umständen auch Raucherpartikel mit Schleim abgehustet.

Der Impuls zum Husten wird von dem Hustenzentrum in unserem Stammhirn geliefert, nachdem diesem Zentrum über die Nervenbahnen im Körper Reizung auf der Schleimhaut gemeldet worden sind.

Ist die Schleimhaut allerdings zu sehr gereizt oder sogar entzündet kann es sein, dass ein Hustenreiz auch dann steht, wenn in unserer Atemwege überhaupt kein Sekret vorhanden ist. Bei dieser Art des Hustens spricht man von einem „trockenen Reizhusten“.

Dieser Husten hat keinen physiologisch Nutzen, er schützt unseren Körper also nicht vor Erregern, ist sehr lästig und kann unter Umständen zudem auch starke Schmerzen verursachen.

Durch den Wirkstoff wird dieser Reflex, der das Husten auslöst, gedämpft. Dies geschieht, indem in unserem Stammhirn das Hustenzentrum gehemmt wird.

Für diese Wirkung von Codein ist hauptsächlich das so genannte Morphium verantwortlich. Dieses Morphium entsteht dann in geringen Mengen, wenn das Codein in der Leber umgebaut wird.

Das Morphium ist auch dann richtig, wenn es um den schmerzlindernden, also den analgetischen Effekt, geht. Das Morphium dockt nämlich an den Rezeptoren von den Opiaten an und hemmt so die Entstehung von Schmerzen in unserem Körper.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Codein

In den meisten Fällen wird das Codein in Form von Tropfen oder auch in Hustensaft verschrieben und daher oral, also über den Mund, eingenommen. Der Wirkstoffe wird dann relativ schnell aus dem Dünndarm resorbiert und gelangt von dort aus in das Blut.

Wird das Morphium über den Mund und auf nüchternen Magen eingenommen wird der maximale Wirkstoffspiegel im Körper schon nach ungefähr einer Stunde erreicht.

In der Leber wird das Codein dann zu Zwischenprodukten abgebaut, hierbei entsteht unter anderem auch das Morphium. Nach diesem Umbau werden die restlichen Bestandteile, die sich von dem Wirkstoff noch im Körper befinden, über die Niere zusammen mit dem Harn ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Codein eingesetzt?

Das hauptsächliche Anwendungsgebiet von dem Wirkstoff Codein ist die Behandlung von trockenem Husten. Dieser Husten ist oft sehr lästig und kann unter Umständen auch starke Schmerzen im Rachen verursachen.

Der Wirkstoff wird bei der Behandlung von dem Husten in Form von Tropfen oder auch als Bestandteil von Hustensaft verschrieben.

Manchmal kann es sein, dass der Wirkstoff auch bei starken Schmerzen als Schmerzmittel verschrieben wird. Die Behandlung von den Schmerzen findet dann statt, indem das Codein mit dem Wirkstoff Paracetamol kombiniert wird.


Richtige Anwendung

So wird Codein angewendet

Die Dosis von dem Codein, welche Ihnen von Ihrem Arzt verschrieben wird um den lästigen und schmerzhaften Reizhusten zu behandeln hängt immer davon ab, wie Ihre jeweilige Hustenfrequenz aussieht und auch davon, wie stark der Husten bei Ihnen ist.

Jugendliche mit einem Alter von mindestens zwölf Jahren und Erwachsener dürfen am Tag maximal 200 mg von dem Wirkstoff zu sich nehmen. Voraussetzung für diese maximale Dosis pro Tag ist, dass bei den Patienten keine schweren Erkrankungen der Atemwege vorliegen dürfen.

Unter normalen Umständen wird die tägliche Dosis dann auf vier Einzeldosen am Tag aufgeteilt. Um zu verhindern, dass der Schlaf durch den Hustenreiz stark gestört wird sollte die letzte Dosis am Tag kurz vor dem Schlafen eingenommen werden.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Codein?

Codein wird vor allem in Form von Tropfen oder in Hustensaft, manchmal aber auch in Form von Tabletten angewendet. In der nun folgenden Liste geben wir Ihnen eine Auswahl von Mitteln, die den Wirkstoff Codein enthalten.

  • BRONCHICUM mono Codein Tropfen
  • CODEIN-1A Pharma 16 mg/ml Tropfen zum Einnehmen
  • CODEINTROPFEN-CT 1 mg/Tropfen
  • CODEINUM PHOSPHORICUM (Berlin Chemie Tabletten; Compren 30 mg Tabletten; forte Compren 50 mg Tabl.)
  • CODICAPS mono Weichkapseln
  • CODICOMPREN 50 mg retard Tabletten
  • TRYASOL Codein forte Tropfen zum Einnehmen
  • TRYASOL Codein mite Lösung zum Einnehmen
  • TUSSORET Kombipckg. Tag / Nacht Kapseln

Handelsnamen

Monopräparate

Monopräparate mit Codein sind nur sehr selten zu finden, der Wirkstoff wird meist in Kombinationspräparaten zusammen mit anderen Wirkstoffen verwendet.

Kombinationspräparat

Als Kombinationspräparat wird zum Beispiel Paracetamol und Codein gemeinsam in einem Mittel dazu verwendet, Schmerzen zu stillen.

In Form von Hustensaft hilft das Codein gemeinsam mit anderen Wirkstoffen dabei, den Hustenreiz zu bekämpfen.


Indikationen

Der Wirkstoff Codein wird vollem dann angewendet, wenn ein ständige Hustenreiz besteht und bereits für eine längere Zeit anhält. Wenn Schmerzen auftreten wird manchmal auch zu Codein gegriffen, dann im Normalfall in Kombination mit Paracetamol, dies wird allerdings weniger oft gemacht.


Gegenanzeigen

Wann darf Codein nicht verwendet werden?

Ein Patient, der in der Vergangenheit schon einmal allergisch auf den Wirkstoff Codein reagiert hat, darf diesen nicht einnehmen.

Auch bei den Patienten, bei welchen akute Probleme mit den Atemwegen bestehen oder bei denen die Funktion der Lunge eingeschränkt ist oder die Leistung der Atmung unzureichend ist, also wenn eine Ateminsuffizienz besteht, sollte darauf verzichtet werden, eine Beschwerde mit Codein zu behandeln.

Das gilt auch dann, wenn eine Atemdepression vorliegt oder bereits einmal ein Asthmaanfall stattgefunden hat.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Frauen dürfen während der Schwangerschaft den Wirkstoff nicht einnehmen, da es sein kann, dass dieser die Plazenta passiert und so auf den Fetus übertragen wird.

In verschiedenen Studien, bei welchen die Auswirkung von Codein auf werdende Mutter untersucht wurde, wurde festgestellt, dass beim Embryo durch den Wirkstoff bereits in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft Fehlbildung in den Atemwegen verursacht werden können.

Außerdem kann es sein, dass bei dem Kind Atemdepression ausgelöst werden, wenn Codein kurz vor der Geburt angewendet wird.

Auch während der Stillzeit darf das Codein von Frauen nicht angewendet werden.

Der Wirkstoff und die Zwischenprodukte von diesem Wirkstoff, also zum Beispiel das Morphium, das entsteht, können sich unter Umständen in die Muttermilch gelangen und dadurch auf das Kind übertragen werden.

Geschieht dies kann es sein, dass bei dem Kind lebensgefährliche Opioidvergiftungen auftreten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Noch bis 2015 durfte Codein auch bei Kindern verwendet werden, um bei diesem zum Beispiel Reizhusten zu behandeln. Allerdings ist das nicht mehr erlaubt, seit 2015 dürfen Kinder, die unter zwölf Jahre alt sind, das Mittel nicht mehr einnehmen.

Grund für diese Änderung bei der Abgabeverordnung der Wirkstoffes war, dass bei Kindern mit einem Alter von unter zwölf Jahren ein erhöhtes Risiko dafür bestand, Probleme mit der Atmung zu entwickeln, wenn Codein angenommen wird.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Codein?

Sehr häufig treten bei der Anwendung von Codein Nebenwirkungen auf, die den MagenDarm-Trakt betreffen. Diese Nebenwirkungen äußern sich durch Erbrechen, durch Übelkeit oder auch durch Verstopfungen. Besonders zu Beginn der Anwendung von dem Wirkstoff treten Verstopfungen auf.

Häufige Nebenwirkungen des Wirkstoffs sind eine leichte Schläfrigkeit oder Kopfschmerzen, zu Kurzatmigkeit, Trockenheit des Mundes oder auch zu Störungen des Schlafs kommt es gelegentlich. Selten treten allergische Reaktionen bei der Anwendung von Codein auf.

Außerdem sollte von Ihnen immer darauf geachtet werden, dass Sie die Dosis an Codein, die Ihnen von einem Arzt verschrieben wurde, auch einhalten. Ansonsten kann es nämlich zu einer Überdosis kommen.

Symptome für eine Überdosis sind unter anderem Schläfrigkeit oder Erbrechen, im schlimmsten Falle kann es allerdings sogar zu lebensbedrohlichen Auswirkungen kommen.

Es kann durch eine zu hohe Dosis des Wirkstoffes zum Beispiel zu einem Atemstillstand kommen, da Ihre Atemwege verstopfen.

Außerdem sollten Sie beachten, dass der Wirkstoff die Verkehrstüchtigkeit herabsenken kann. Codein ist ein dämpfender Wirkstoff, das bedeutet, dass nach der Einnahme möglicherweise das Reaktionsvermögen bei Ihnen vermindert wird.

Aus diesem Grund sollten Sie, während sie das Codein einnehmen, nicht am Straßenverkehr teilnehmen und auch keine Maschinen bedienen.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Codein?

Bei der Anwendung von Codein muss immer beachtet werden, dass der Wirkstoff unter keinen Umständen gemeinsam mit anderen zentral dämpfenden Wirkstoffen eingenommen werden darf, da sich ansonsten die Wirkung von Codein sehr verstärken kann.

Zur den zentral dämpfenden Wirkstoffen gehören unter anderm Antidepressiva, Beruhigungsmittel, Neuroleptika, Schlafmittel und auch Alkohol.

Auch so genannte MAO-Hemmer, zu denen unter anderem die Wirkstoffe Moclobemid, Selegilin oder Rasagilin gehören, und Mittel, die dazu dienen, Schleim zu lösen, sollten nicht gleichzeitig mit Codein eingenommen werden.

Außerdem ist zu beachten, dass die Wirkung von anderen Schmerzmitteln verstärkt wird, wenn gleichzeitig der Wirkstoff Codein eingenommen wird.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Codein zu beachten?

Bei der Anwendung von Codein ist es sehr wichtig, dass die jeweilige Dosis, die Ihnen von Ihrem Arzt verschrieben wurde, auch eingehalten wird. Sollten Sie zu viel Codein einnehmen kann es sein, dass eine Opiatvergiftung entsteht.

Auch bei Menschen, bei welchen der Wirkstoff Codein wegen genetischen Voraussetzungen sehr schnell zu dem Stoff Morphium umgewandelt wird, kann eine solche Vergiftung entstehen.

Symptome für eine Opiatvergiftung sind unter anderem sehr große Euphorie, eine vermehrte Schläfrigkeit, ein starker Abfall vom Blutdruck, Störungen von willkürlichen Bewegungsabläufen, das Nachlassen von dem Atemantrieb oder auch Krämpfe in den Muskeln.

Wird das Codein mit Alkohol gemischt können sich diese Symptome von einer Überdosis noch einmal verstärken.

Sollten bei Ihnen Symptome auftreten, die oben genannt wurden ist es wichtig, sehr schnell einen Arzt aufzusuchen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Codein

Wie die meisten anderen Wirkstoffe auch ist Codein in Deutschland verschreibungspflichtig. Das bedeutet, dass Sie die Medikamente, die den Wirkstoff enthalten, erst dann erwerben können, wenn Ihnen von einem Arzt ein Rezept für ein solches Medikamente ausgestellt wurde.


Geschichte

Seit wann ist Codein bekannt?

Der Wirkstoff Codein hat eine lange Geschichte, schon vor knapp 200 Jahren wurde er entdeckt. Der Chemiker Pierre-Jean Robiquet isolierte das Codein im Jahr 1832 aus Opium.

In Deutschland kam der Wirkstoff erstmals 1887 zum Einsatz, nachdem 1886 die Erlaubnis für die Anwendung von diesem erteilt wurde.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Der Wirkstoff Codein kann abhängig machen. Das bedeutet, dass Sie sich bei einer längeren und auch bei einer hochdosiert Anwendung von Medikamenten, die den Wirkstoff enthalten, an das Codein gewöhnen, was zu einer körperlichen oder auch zu einer psychischen Abhängigkeit führen kann.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass das Codein nicht über einen längeren Zeitraum hinweg dem Körper zugeführt wird. Selbst wenn die Abhängigkeit von dem Wirkstoff überwunden scheint kann es sehr schnell zu einem Rückfall kommen.

Außerdem sollten Sie die Anwendung von dem Wirkstoff stets von einem Arzt überwachen lassen, damit diese kontrollieren kann, ob bei Ihnen die Gefahr besteht, eine Abhängigkeit zu entwickeln.


Quellen

  • Mutschler, E. et al.: Arzneimittelwirkungen, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013
  • American Academy of Pediatrics. Committee on Drugs. Use of codeine- and dextromethorphan-containing cough remedies in children. Pediatrics. 1997, 99(6), 918-20 Pubmed
  • Armstrong S.C., Cozza K.L. Pharmacokinetic drug interactions of morphine, codeine, and their derivatives: theory and clinical reality, part I. Psychosomatics, 2003, 44(2), 167-71 Pubmed
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH)

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