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Schlafmittel

by Danaae
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Hypnotika (Schlafmittel)

Ob Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, Statistiken zufolge leiden etwa 30 % der Deutschen an Schlafstörungen. Viele erhoffen sich, mithilfe von Schlafmitteln endlich zur Ruhe zu kommen. Doch während einige Hypnotika keine ausreichende Wirkung zeigen, können wieder andere ernste Risiken haben.

Erfahren Sie nachfolgend, welche Schlafmittel tatsächlich helfen, wann welches eingesetzt wird, was bei Ein- und was bei Durchschlafstörungen hilft, welche Nebenwirkungen möglich sind und worauf Sie achten sollten.

Was sind Hypnotika?

Schlafmittel (Hypnotika) – Bei Schlafstörungen und Schlaflosigkeit

Hypnotika (Singular: Hypnotikum) ist der Fachbegriff für Schlafmittel, also Wirkstoffe, welche den Schlaf fördern. Es gibt pflanzliche und synthetisch hergestellte sowie rezeptfreie und rezeptpflichtige Schlaftabletten. Die pflanzlichen Mittel wie Tees gelten oftmals als wenig geeignet, während rezeptpflichtige Arzneien schwere Nebenwirkungen bergen und unter anderem abhängig machen können.

Allerdings kann auch Schlaflosigkeit ernste Risiken haben – mal ganz abgesehen von den quälenden Folgen der Müdigkeit. Wer unter Schlafproblemen leidet, sollte daher unbedingt den Arzt aufsuchen und zunächst die Ursache für die schlaflosen Nächte ausfindig zu machen.

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Leiden Sie an Schlafstörungen, lassen sich die Ursachen ggf. in einem Schlaflabor ermitteln

Ihr Arzt wird eine ausführliche Anamnese (Arztgespräch) sowie verschiedene Test durchführen und Sie gegebenenfalls auch an ein Schlaflabor weiterleiten, um die Ursache für Ihre Schlafprobleme zu ermitteln und die optimale Behandlungsmöglichkeit zu finden.

Schlafmittel können in gewissen Situationen zwar durchaus sinnvoll sein, etwa wenn die Schlafstörungen aufgrund von Notsituationen wie Trauerfällen bestehen und den Alltag stark einschränken oder gar die Gesundheit negativ beeinflussen. Aufgrund der vielen Risiken wie etwa einer Suchtgefahr gelten bei langanhaltenden Schlafproblemen jedoch Entspannungstechniken und kognitive Verhaltenstherapien als Mittel der Wahl.

Als gut wirksam mit vergleichsweise wenigen Risiken gelten rezeptfreie Präparate mit Baldrianextrakt. Bei den ebenfalls ohne Rezept erhältlichen Antihistaminika tritt nach einer gewissen Zeit ein Gewöhnungseffekt auf; die Wirkung lässt also nach.

Die am häufigsten verschriebenen rezeptpflichtigen Medikamente sind Benzodiazepine und Z-Substanzen. Sie können abhängig machen und werden nur als Kurzzeitbehandlung eingesetzt.

Da Schlaftabletten die kognitive Leistungsfähigkeit einschränken sowie zu Benommenheit und Konzentrationsproblemen führen können, sollten sie nur vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Nehmen Sie die Medikamente also keinesfalls ein, wenn Sie mitten in der Nacht aufwachen und nicht mehr einschlafen können, da die Wirkung anderenfalls noch bis in den nächsten Tag hinein anhalten kann.


Schlafmittel – Arten

Was gibt es für Schlafmittel?

Es gibt verschiedene Arten von Schlafmitteln; einige helfen beim Einschlafen, andere beim Durchschlafen und wieder andere bei beiden. Die Mittel können z. B. ausschließlich pflanzliche Stoffe enthalten oder synthetisch hergestellt sein.

Zu Beginn der Therapie gelten meist Baldrianpräparate als Mittel der Wahl. Ihre Wirkung ist nämlich (bei einer ausreichend hohen Dosierung) gut belegt und sie haben nahezu keine Nebenwirkungen.

Alternativ können auch Antihistaminika ohne Rezept erworben werden, allerdings sind diese nicht über 2 Wochen lang einzunehmen.

Wer rezeptpflichtige Präparate verschrieben bekommt, erhält in den allermeisten Fällen Benzodiazepine oder Z-Substanzen. Letztere wurden mit der Hoffnung entwickelt, weniger Nebenwirkungen als die Benzodiazepine zu haben; allerdings hat sich dies leider nicht bewahrheitet.

Beide Wirkstoffgruppen sind zwar durchaus wirksam, allerdings haben sie viele Risiken und können unter anderem zu einer Abhängigkeit führen. Sie binden an den sogenannten GABA-Rezeptopren und wirken schlaffördernd bis schlaferzwingend.


Medikamente – Liste

Welche schlaffördernden Medikamente gibt es?

Phytopharmaka – Natürliche Schlafmittel sind:

Folgende natürliche Schlafmittel sind ohne Rezept erhältlich:

Sedariston baldrian wurzel extrakt depressionen

Baldrian hat eine nachweislich schlaffördernde Wirkung

  • Baldrianwurzel-Extrakt
  • Hopfenzapfen-Extrakt
  • Melissenblättern-Extrakt
  • Passionsblumenkraut-Extrakt
  • Johanniskraut
  • Kawa-Kawa

Melatonin ist als diätisches Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel in Europa unter Vorlagen zugelassen. Als rezeptpflichtiges Arzneimittel ist darüber hinaus retardiertes Melatonin ab einem Alter von 55 Jahre erhältlich.

Bis ins 20. Jahrhundert waren darüber hinaus auch Cannabis-Tinkturen als Schlafmittel üblich, heute sind diese in Deutschland verboten. Erlaubt sind Präparate, welche ausschließlich das beruhigende CBD jedoch nicht das halluzinogene THC beinhalten.

Synthetische Schlafmittel sind:

Nachfolgende synthetische Schlafmittel, mit Ausnahme von Antihistaminika, sind rezeptpflichtig:

  • Antihistaminika (Doxylamin, Diphenhydramin)
  • Benzodiazepine (Midazolam, Lormetazepam, Flunitrazepam, Temazepam)
  • Nicht-Benzodiazepin-Agonisten (Z-Substanzen wie Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon)
  • Barbiturate (in Deutschland nicht mehr als Schlafmittel zugelassen)
  • Weitere Mittel
    • Früher wurden auch Mittel wie Chloralhydrat, Ethinamat, Methylpentinol und Methaqualon (Doriden) bei Schlafproblemen eingesetzt. Diese Wirkstoffe kommen jedoch heute aufgrund ihres schlechten Nutzen-Risiko-Profils kaum mehr zum Einsatz.
    • Clomethiazol wird nur noch in seltenen Ausnahmefällen bei älteren Patienten mit schweren Schlafstörungen angewandt.
    • Orexin-Rezeptor-Antagonisten (Suvorexant und Lemborexant) sind eine neue Klasse von Schlafmitteln, welche 2014 in den USA jedoch noch nicht in Europa zugelassen wurden.

Darüber hinaus haben auch folgenden Substanzen eine schlaffördernde Wirkung:

  • Sedierende Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Doxepin, Mirtazapin, Trimipramin und Trazodon)
  • Phenothiazine (z. B. Promethazin)
  • Schmerzmittel (z. B. Opioid-Analgetika aber auch pflanzliche Mittel wie Präparate aus Nachtschattengewächsen oder Opium aus Schlafmohn)
  • Neuroleptika (Antipsychotika) – Während niederpotente Neuroleptika zu einem „Hangover“ führen können, kann es bei hochpotenten Antipsychotika zu Bewegungsstörungen kommen.
  • Ethanol (Alkohol) – Sollte wegen der schweren Nebenwirkungen und hohen Suchtgefahr nicht als Schlafmittel eingesetzt werden und keinesfalls mit anderen Schlafmitteln kombiniert werden.

Das beste Schlafmittel?

Was ist das beste Schlafmittel?

Abhängig von der Schwere, Art und Dauer der Schlafstörungen können unterschiedliche Schlafmittel eingesetzt werden. Natürlich sollte zuvor auch die zugrundeliegende Ursache ermittelt und wenn möglich vor allem diese behandelt werden.

Bei Schlafstörungen gelten nichtmedikamentöse Maßnahmen als Mittel der ersten Wahl. Das Erlernen einer guten Schlafhygiene sowie verhaltenstherapeutische Therapien sind sehr wirksam und haben dabei im Gegensatz zu den Medikamenten keinerlei Nebenwirkungen. Die Wirksamkeit von kognitiven Verhaltenstherapien konnte in Studien nachgewiesen werden.

Die Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) empfiehlt bei Schlafstörungen in jedem Alter kurze und langfristige kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapien.

Schlafmittel sollten nur dann eingesetzt werden, wenn die nichtmedikamentösen Maßnahmen nicht helfen und folgende Kriterien erfüllt sind:

  • bei Schlafstörungen aufgrund von Notsituationen insofern keine Suchtgefahr besteht (Kurzzeittherapie)
  • Bei der relativ seltenen, primären Insomnie (kurzfristige Therapie)
  • Zur Entgiftung nach einem langjährigen Gebrauch von Benzodiazepinen

Das beste Schlafmittel sollte idealerweise:

  • Innerhalb von 30 bis 45 Minuten zu einer Schläfrigkeit führen
  • Keinen Einfluss auf die physiologische Schlafstruktur nehmen (vor allem nicht auf den REM-Schlaf)
  • Kein Missbrauchspotential haben und nicht süchtig machen

Welches wann?

Wann eignet sich welches Schlafmittel?

  • Baldrian bei leichter bis mittelschwerer Insomnie:
    Leiden Sie an leichten oder mittelschweren Schlafstörungen, sollten Sie zu pflanzlichen Präparaten greifen – das Mittel der Wahl ist hierbei hochdosierter Baldrian (Tagesdosis: 600 mg). Baldrianextrakte haben nahezu keine Nebenwirkungen und schränken nach derzeitigem Kenntnisstand auch nicht das Reaktionsvermögen bzw. die Fahrtüchtigkeit am nächsten Tag ein. Es kann jedoch einige Tage dauern, bis die erwünschte Wirkung eintritt. Ein ebenfalls wirksames pflanzliches Schlafmittel ist Hopfen.
  • Antihistaminika bei mittelschwerer bis schwerer Insomnie:
    Bei mittelschweren bis schweren Schlafproblemen sind vor den rezeptpflichtigen Mitteln zunächst Antihistaminika auszuprobieren. Die Medikamente sollte maximal 14 Tage lang eingenommen werden.
  • Benzodiazepine und Z-Drugs bei schwerer Insomnie:
    Wer unter schweren Schlafstörungen leidet, kann Schlaftabletten als Kurzzeittherapie verordnet bekommen – insofern weder nichtmedikamentöse Maßnahmen noch pflanzliche und rezeptfreie Mittel eine ausreichende Wirkung zeigen konnten. Die Behandlungsdauer sollte maximal 4 Wochen betragen und die Dosis so gering wie möglich gewählt werden. Die verschreibungspflichtigen Schlafmittel können zu einer Toleranzentwicklung führen und abhängig machen. Zur Beendigung der Therapie ist ein Ausschleichen nötig, es darf also kein abruptes Absetzen stattfinden. Stattdessen wird die Dosis nach und nach verringert, bis sie bei Null liegt.

Einschlafen & Durchschlafen

Welches Schlafmittel hilft bei bei Durchschlafstörungen und welches bei Einschlafproblemen?

Abhängig davon, ob Sie an Durchschlafproblemen oder Einschlafstörungen leiden, können andere Medikamente helfen:

Schlafmittel Bei EinschlafproblemenBei DurchschlafstörungenMacht abhängig
Doxylamingering
Diphenhydramingering
Doxepin
Flurazepam
Eszopiclon
Temazepam
Triazolam
Zaleplon
Zolpidem
Zopiclon

Rezeptfreie Schlafmittel

Schlafmittel ohne Rezept – Was ist das beste natürliche Schlafmittel?

Es gibt sowohl pflanzliche als auch synthetische Schlafmittel, welche ohne Rezept erworben werden können. Rezeptfreie Schlafmittel sind:

  • Pflanzenextrakte wie z. B. Baldrian, Hopfen,
  • „Gute-Nacht-Tees“ bzw. „Schlaf-Tees“ (z. B. mit Baldrian, Hopfen und/oder Johanniskraut)
  • Nahrungsergänzungsmittel und diätische Lebensmittel (Melatonin)
  • H1-Antihistaminika (z. B Diphenhydramin und Doxylamin)

Studien und Tests zufolge ist eine ausreichende Wirksamkeit von rezeptfreien Schlafmitteln nur bei Baldrian-Präparaten und Antihistaminika belegt. Die meisten weiteren rezeptfreien Schlafmittel konnten keine ausreichende Wirkung zeigen oder gelten als ungeeignet.

Eine gute Wirksamkeit bei gleichzeitig wenigen Risiken ist bei Baldrian-Präparaten gut belegt. Geeignet sind hierbei hoch genug dosierte Baldrianwurzel-Trockenextrakte (400 bis 600 mg). Hopfen wirkt ebenfalls nachweislich schlaffördernd und beruhigend. Es bindet an den Melatonin-Rezeptoren und wirkt somit als eine Art pflanzliches Melatonin.

Hopfen und Baldrian ergänzen sich gut in ihren Wirkungen, weshalb auch Kombinationspräparate aus beiden pflanzlichen Mitteln hilfreich sind.

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Das Ritual des Tee-Trinkens kann einigen beim Einschlafen helfen

Schlaf-Tees gelten als wenig geeignet, da ihre Wirksamkeit bisher nicht in Studien belegt werden konnte. Auch wenn nachweislich schlaffördernde Stoffe wie Baldrian oder Hopfen enthalten sind, sind diese in Tees wahrscheinlich zu gering dosiert. Allerdings kann das Ritual des Teetrinkens durchaus schlaffördernd wirken. Baldrian wirkt in geringen Dosierungen außerdem beruhigend.

Weiterhin sind auch diätische Lebensmittel sowie Nahrungsergänzungsmittel (Tagesdosis bis 1 mg) mit Melatonin ohne Rezept erhältlich. Das Hormon, welches den Tag-Nach-Zyklus reguliert, kann kurzzeitig bei Schlafproblemen eingesetzt werden.

Zu der Wirksamkeit und den möglichen negativen Auswirkungen von Melatonin fehlen jedoch noch Studien. Aus Sicht vieler Mediziner sollte es als Arzneimittel eingestuft werden und unter die Verschreibungspflicht fallen.

Diätische, melatoninhaltige Lebensmittel dürfen nur mit folgenden Aussagen werben:

  • Melatonin trägt zur Linderung des subjektiven Jetlag-Gefühls bei.
  • Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen.

Antihistaminika

Antihistaminika als Schlafmittel

Viele Antihistaminika (Antiallergika) der ersten Generation wirken nicht nur anti-allergisch sondern auch schlaffördernd. Sie haben eine sedierende Wirkung und können daher zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit führen.

Aus diesem Grund werden sie mittlerweile vor allem bei Schlafstörungen und kaum mehr bei Allergien eingesetzt. Hierbei gilt ihre Wirkung als gut belegt; die Risiken sind vergleichsweise gering.

Allerdings sollten Mittel wie Doxylamin und Diphenhydramin höchstens 2 Wochen verwendet werden. Sie machen nur geringfügig abhängig, können jedoch bereits nach einigen Tagen bis Wochen zu einem Gewöhnungseffekt führen; die Wirkung lässt also nach einer Weile nach.

Nebenwirkungen treten vor allem bei hohen Dosierungen auf; hierzu zählen beispielsweise Benommenheit, Schwindel und Verwirrtheit. Bei älteren Patienten sind Antihistaminika weniger gut geeignet.

Antihistaminika sind wirksam, allerdings unterdrücken sie den REM-Schlaf. Aus diesem Grund ist der Schlaf hierbei oftmals wenig erholsam. Bei langwirksamen Mitteln wie Promethazin kann es zu einem „Hang-Over“ kommen, bei kurzwirksamen Stoffen wie Doxylamin und Diphenhydramin ist dies nicht der Fall.


Schlafmittel mit Rezept

Rezeptpflichtige Mittel – Was ist ein starkes Schlafmittel?

Synthetisch hergestellte, starke Schlafmittel sind:

  • Benzodiazepine
    Benzodiazepine können vorübergehend bei schweren Schlafstörungen eingesetzt werden, welche nicht durch andere Behandlungsmöglichkeiten kontrolliert werden konnten. Bevorzugt werden mittellang wirkende Stoffe wie Temazepam oder Lormetazepam. Sie beeinflussen den REM-Schlaf kaum. Hochpotente Benzodiazepin, welche eine kurze Halbwertszeit haben (z. B. Triazolam und Flunitrazepam) sind zu vermeiden, da es zu Auswirkungen wie kognitiven Störungen oder Gedächtnisstörungen kommen kann.
  • Nicht-Benzodiazepin-Agonisten
    Heutzutage kommen die sogenannten Z-Substanzen (auch Z-Drugs), welche zu den Nicht-Benzodiazepin-Agonisten zählen, häufiger zum Einsatz als Benzodiazepine. Auch wenn sich bei der Entwicklung dieser Mittel eine bessere Wirkung mit weniger Nebenwirkungen erhofft wurde, konnte dies allerdings bisher leider nicht bestätigt werden. Auch diese Schlafmittel eignen sich lediglich zur Kurzzeittherapie bei schweren Schlafstörungen, bei denen andere Mittel keine ausreichende Wirkung zeigten.
  • Melatonin
    Als Arzneimittel ist in Europa lediglich retardiertes Melatonin zur Kurzzeittherapie bei Patienten ab 55 Jahren zugelassen (Circadin). Als retardiert werden Medikamente bezeichnet, bei denen der Wirkstoff für eine verlangsamte Freisetzung mit speziellen Techniken vor der Magensäure geschützt wird. Das Schlafmittel enthält 2 mg Melatonin und beeinträchtigt Studien zugfolge weder die Aufmerksamkeit noch das Erinnerungsvermögen. Allerdings kann es zu Nebenwirkungen wie Nervosität und Reizbarkeit führen.
  • Barbiturate
    Barbiturate sind zwar sehr wirksam; sie können jedoch Suizidgedanken hervorrufen und bei einer Überdosierung tödlich sein – vor allem in Kombination mit Alkohol. Darüber hinaus führen sie zu einem „Hangover“ und unterdrücken den REM-Schlaf. Aus genannten Gründen gelten sie bei der Behandlung von Schlafstörungen als veraltet und wurden für diese Indikation in Deutschland, mit einigen äußerst seltenen Ausnahmen, verboten.

Einnahme & Dosierung

Einnahme und Dosierung von Schlafmitteln

Nehmen Sie das Schlafmittel immer genau nach Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers ein. Die Dosis und Einnahmeweise variiert je nach Art des Mittels, je nach Ursache und Art der Schlafstörungen sowie abhängig von individuellen Faktoren wie etwa dem Alter, vorliegenden Begleiterkrankungen oder der Einnahme weiterer Medikamente.

Schlafmittel Baldrian – Einnahme und Dosis

Bei Baldrianwurzel-Trockenextrakten werden folgende Dosierungen und Einnahmeweisen empfohlen:

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3268zauber, Baldrianwurzel getrocknet, CC BY-SA 3.0

  • 400 bis 600 mg Baldrianwurzel-Trockenextrakten
  • 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen
  • Die Wirkung tritt erst nach ein paar Tagen ein
  • Verbessern sich die Beschwerden nicht innerhalb von 2 Wochen oder verschlimmern sich diese gar, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen
  • Anderenfalls sollte die Einnahme 2 bis 4 Wochen erfolgen, um den Behandlungserfolg einschätzen zu können

Einnahme von Antihistaminika bei Schlafstörungen

  • Sie sollten etwa 1 bis 3 Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden, da es entsprechend lange dauert, bis sie wirken
  • Die Einnahmedauer sollte bei Selbstmedikation maximal 2 Wochen betragen, nach kurzer Zeit kommt es zur Toleranzentwicklung.
  • Die empfohlene Dosierung ist einzuhalten, da es sonst zu toxischen Effekten kommen kann.
  • Die Wirkung kann bei einigen Präparaten noch bis zum nächsten Tag andauern; es kann also zu einem „Hang-Over“ kommen. Bevorzugt werden daher Mittel wie Doxylamin und Diphenhydramin da diese nicht zu einem „Hang-Over“ am nächsten Tag führen

Benzodiazepin Schlaftabletten – Was ist zu beachten?

  • Benzodiazepine eignen sich nicht für suchtgefährdete Personen
  • Die Arzneimittel sollten so gering wie möglich dosiert werden
  • Bevorzugt werden Präparate mit einem geringen Rebound-Effekt (also Mittel, welche nach dem Absetzen nicht zu einem vorübergehenden, verstärkten Wiederauftreten der Schlafbeschwerden führen, weil der Körper sich an den Wirkstoff gewöhnt hat)
  • Die Behandlungsdauer sollte maximal 4 Wochen lang betragen, nur in Ausnahmefällen ist eine längere Einnahmedauer möglich
  • Setzen Sie die Benzodiazepine nicht abrupt ab, da es anderenfalls zu Entzugssymptomen wie Angst, Unruhe und Schlafstörungen kommen kann.

Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen haben Schlafmittel?

Da es sehr viele verschiedene Schlafmittel gibt, welche auf völlig unterschiedlichen Wirkstoffen basieren, variieren natürlich auch die möglichen Nebenwirkungen der Mittel stark.

Bei den unerwünschten Wirkungen spielen darüber hinaus auch die Dosierungen, die Dauer der Anwendung und individuelle Faktoren eine wichtige Rolle. Bei einer langen Anwendungsdauer und/oder hohen Dosierungen sind (schwerwiegende) Nebenwirkungen wahrscheinlicher.

Zu den häufigen Nebenwirkungen von Schlafmitteln zählen:

  • Verschlafen
  • Tagesmüdigkeit: Schläfrigkeit, Benommenheit und/oder Verwirrtheit am nächsten Tag
  • Konzentrationsschwierigkeiten und Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten (z. B. auch beim Autofahren oder dem Bedienen anderer Maschinen)
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Verstopfungen
  • Mundtrockenheit
  • Schwindel
  • Unruhe
  • Verhaltensstörungen
  • Psychische Störungen
  • Lernprobleme
Achtung! Da Schlafmittel die Atmung beeinträchtigen können, können Nebenwirkungen in bestimmten Fällen besonders stark ausfallen und gefährlich werden. Betroffen hiervon sind zum Beispiel Personen mit Lungenproblemen wie Schlafapnoe, COPD oder Asthma, ältere Patienten sowie ein Menschen, welche zusätzlich Alkohol konsumieren.

Ausführliche Informationen zu den jeweiligen Nebenwirkungen eines Präparats finden Sie in der Packungsbeilage des Medikaments sowie in unseren entsprechenden Ratgebern zu den einzelnen Wirkstoffen:


Suchtgefahr & Abhängigkeit

Schlafmittel Nebenwirkungen bei langer Anwendungsdauer

Weitere Nebenwirkungen von Schlafmitteln, welche vor allem bei einer langfristigen Anwendung auftreten können, sind:

  • Toleranz-Entwicklung: Es kann sein, dass Sie nach einer gewissen Einnahmezeit eine Toleranz gegenüber des Wirkstoffs entwickeln und eine immer höhere Dosis für den gleichen Effekt benötigen, sodass auch das Risiko für Nebenwirkungen immer weiter steigt.
  • Rebound-Effekt: Ein erneutes und verstärktes Wiederauftreten der Schlafstörungen nach Absetzen des Medikaments. Da der Körper sich an die Wirkung der Stoffe gewöhnt hat, können die Beschwerden nach dem Absetzen der Schlafmittel – vorübergehend – schlimmer werden, als sie vor der medikamentösen Behandlung waren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Schlafstörungen tatsächlich wieder auftreten, der Körper benötigt jedoch Zeit, um sich wieder anzupassen.
  • Abhängigkeit: Vor allem verschreibungspflichtige Mittel wie Benzodiazepine, Z-Drugs und Nicht-Benzodiazepin-Agonisten können abhängig machen. Betroffene können dann ohne die Medikamente gar nicht mehr oder schlechter als zuvor schlafen; das Absetzen der Arzneimittel wird stark erschwert; es drohen Entzugserscheinungen. Über eine Million Deutsche gelten als abhängig.
  • Entzugserscheinungen: Setzen Sie die Schlafmittel abrupt ab, kann es zu Entzugsersymptomen wie Übelkeit, Zittern oder verstärktem Schwitzen kommen.
  • Verschlimmerung der zugrundeliegenden Ursache: Schlafstörungen können ein Symptom einer eigentlich zugrundeliegenden Erkrankung sein, welche durch die Einnahme von Schlafmitteln schwerer erkennbar wird, wodurch sie sich unbemerkt verschlimmern kann.

Weitere, ernste Nebenwirkungen von Schlafmitteln

Einige Schlafmittel wie Nicht-Benzodiazepin-Agonisten und Benzodiazepine können darüber hinaus auch zu folgenden ernsten bis lebensgefährlichen Nebenwirkungen führen:

psychische gesundheit , psychische , gesundheit , kopf , depression , psychologie , therapie , geisteskrankheit , gehirn , psychiatrie , speicher , alzheimer , verlust , trauma , angst , emotionale , geistig , antidepressivum , geist , störung , silhouette , menschen , puzzle , psychotherapie , psychologische, vergessen, demenz PSEN1 Genmutation PS1 PS-1, Korsakow-Syndrom (synonym: Amnestisches Syndrom, Korsakow-Symptomenkreis, Korsakow-Symptomenkomplex oder Morbus Korsakow

Eine mögliche Nebenwirkung sind Gedächtnislücken

  • Parasomnie, also gestörte schlafbezogene Verhaltensweisen wie Schlafwandeln, „Schlaffahren“ oder „Schlaffressen“ und ähnliches
  • Schwere allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock
  • Schwellungen im Gesicht (Angioödem)
  • Gedächtnisstörungen wie Gedächtnislücken
  • Halluzinationen
  • Selbstmordgedanken bzw. Suizid
  • Einer Studie zufolge erhöhtes Krebsrisiko bei regelmäßigem Gebrauch

Wechselwirkungen (Interaktionen)

Wechselwirkungen von Schlafmitteln und anderen Medikamenten

Werden Schlafmittel zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen, kann es zu Wechselwirkungen zwischen den Präparaten kommen. Die möglichen Interaktionen variieren dabei je nach Art des Schlafmittels.

Allgemein kann jedoch gesagt werden, das Schlafmittel wie Benzodiazepine und Z-Substanzen nicht miteinander bzw. mit anderen dämpfenden Mitteln (wie z. B. auch Alkohol) kombiniert werden sollten. Genannte Hypnotika, wirken an den GABA-Rezeptoren und können die Atmung einschränken; bei einer Kombination kann sogar ein Atemstillstand drohen.


Kontraindikation (Gegenanzeigen)

Wann dürfen Schlafmittel nicht eingenommen werden?

Drogensucht

Schlaftabletten eignen sich nicht für sucht-gefährdete Personen

Die möglichen Kontraindikationen (Gegenanzeigen) variieren je nach Art des Schlafmittels. Im Allgemeinen sollten die schlaffördernden Mittel jedoch in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

  • Allergie oder Überempfindlichkeit gegenüber eines Wirkstoffs
  • Personen mit Lungenproblemen wie Asthma oder COPD
  • Suchtgefährdete Personen
  • Einnahme von Medika,enten, welche zu Wechselwirkungen führen

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in folgenden verwandten Ratgebern:

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