Koronare Herzkrankheit

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Koronare Herzkrankheit

Symptome

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Behandlung

Koronare Herzkrankheit – wenn die Herzkranzgefäße zu eng werden

Koronare HerzkrankheitDas Herz ist der Motor im Körper eines Menschen. Dementsprechend schwer sind die Folgen, wenn Störungen und Erkrankungen des Herzens auftreten.

Bei einer koronaren Herzkrankheit kommt es zu Verengungen und Verschlüssen der Herzkranzgefäße. Diese Gefäße sind sozusagen die Lieferanten des Herzens, denn sie versorgen das Herz mit Blut und Nährstoffen, die es unbedingt braucht, um einwandfrei zu arbeiten.

Kommt es zu Engpässen und Verstopfungen der Herzkranzgefäße, auch Koronararterien genannt, wird das Herz nicht mehr richtig versorgt. Vor allem bei körperlichen Anstrengungen kommt es zu Schmerzen und einem Gefühl der Enge in der Brust, da zusätzlich Sauerstoff ins Herz gepumpt werden muss, was aber durch die verengten Arterien nicht möglich ist. Treten diese Beschwerden nur kurz auf, sind sie meist Anzeichen für eine Angina Pectoris. Dauern sie länger an, könnte es sich um einen Herzinfarkt handeln.

Eine koronare Herzkrankheit, kurz KHK, zieht oft Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche, Störungen des Herzrhythmus und sogar den plötzlichen Herztod nach sich. Nach wie vor gehören Herz-Kreislauferkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Bei Beschwerden und Anzeichen einer koronaren Herzkrankheit sollte man deshalb immer einen Arzt aufsuchen, um Folgeerkrankungen und schwerere Schädigungen des Herzens erkennen und entsprechend behandeln zu können.

 

Druckschmerz und enge Brust – die Symptome einer koronaren Herzerkrankung.

Typisch für eine koronare Herzerkrankung ist ein Engegefühl in der Brust. Schmerzen hinter dem Brustbein und das Gefühl, ein starker Druck laste auf der Brust, kommen ebenfalls häufig vor. In manchen Fällen, vor allem bei einer leichten KHK, treten keine Beschwerden auf. Man spricht dann von einer asymptotischen KHK. Hier leiden Betroffene unter den gleichen Symptomen, die aber in einer anderen Form auftreten.

Bei einer asymptotischen KHK sind die Schmerzen zunächst nur leicht, steigern sich dann und sind nach ca. 10 bis 15 Minuten auf dem Höhepunkt, bevor sie wieder nachlassen.  Eine andere Form ist die sogenannte stabile KHK. In diesem Fall treten die typischen Angina Pectoris-Symptome Enge und Schmerzen in der Brust immer dann auf, wenn man sich anstrengt und das Herz mehr leisten muss als im Ruhezustand.

Der Schmerz wird oft als brennend bezeichnet. Oft strahlen die Schmerzen aus und treten auch im Nacken, Unterkiefer und im linken Arm oder im Oberbauch auf. Weitere Anzeichen sind Schweißausbrüche, ein plötzliches Angstgefühl und Atemnot. Verschwinden die Schmerzen und Symptome, sobald die Beanspruchung des Körpers nachlässt und man sich ausruht, nach wenigen Minuten, handelt es sich um einen Anfall von Angina Pectoris. Bei einem Herzinfarkt treten die Symptome plötzlich und ohne vorherige Anstrengung auf und halten länger an.

Man unterscheidet vier Schweregrade bei einer Angina Pectoris. Klasse I bedeutet, die Symptome treten im Alltag nicht auf, sondern nur bei länger anhaltender und schwererer Belastung und Anstrengung. Klasse II Patienten bekommen die Symptome bei Anstrengungen wie schnellerem, längeren Laufen oder längerem Treppensteigen u.a. Belastungen. Klasse III umfasst Patienten, die schon bei leichten Anstrengungen wie einem kurzen Spaziergang in mäßigem Tempo, beim Bücken oder beim Anziehen Symptome merken, und Angina Pectoris Klasse IV Patienten haben die Symptome auch im Ruhezustand oder bei geringsten Anstrengungen.

Eine koronare Herzerkrankung zeichnet sich also durch die drei Hauptsymptome Enge und Druckgefühl in der Brust, stechende Schmerzen am und hinter dem Brustbein und Schmerzen durch Belastungen, oft auch durch seelische und emotionale Probleme, aus.

Vorerkrankungen und andere Risikofaktoren – die Ursachen einer KHK

Vor allem Menschen, die bereits unter bestimmten Erkrankungen leiden, erkranken an koronaren Herzkrankheiten. Bei den meisten Patienten liegt eine Arteriosklerose vor, Arterienverkalkung. Diese führt zu Ablagerungen in den Gefäßen, wodurch auch die Herzkranzgefäße verengt werden können. Das wiederum kann zu einer koronaren Herzkrankheit führen.

Auch Zuckerkranke und Menschen mit Bluthochdruck sind einem höheren Risiko einer KHK ausgesetzt. Die Blutfettwerte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Einschätzung des Risikos einer koronaren Herzerkrankung. Erhöhte Blutfettwerte und ein hoher Wert des LDL-Cholesterins erhöhen die Risiken ebenso wie ein niedriger HDL-Cholesterinwert und erhöhte Triglyzeride sowie ein zu hoher Wert von Lipoprotein (a). Es ist also sinnvoll, seine Blutfettwerte beim Arzt überprüfen zu lassen.

Auch Patienten, in deren Familien Verwandte ersten Grades, also Eltern oder Geschwister, unter Herzkrankheiten wie beispielsweise einer koronaren Herzerkrankung oder einem Herzinfarkt leiden und oder wo bei Angehörigen eine Bypass-Operation durchgeführt wurde, haben ein erhöhtes Risiko einer KHK. Hier spielt auch das Alter der Betroffenen eine Rolle: Wenn männliche Angehörige vor dem 55. Lebensjahr bzw. weibliche Angehörige vor dem 65. Lebensjahr erkrankt sind, erhöht das das Risiko ebenfalls.

Neben diesen Vorerkrankungen spielen weitere Faktoren eine Rolle. Das Rauchen wirkt sich auch bei KHK negativ aus und sollte bei Verdacht auf diese Erkrankung umgehend eingestellt werden. Übergewicht, vor allem Bauchfett und mangelnde Bewegung sind ebenfalls ungünstige Faktoren.

Übergewicht und schlechte Ernährung gehen normalerweise Hand in Hand. Eine Ernährung mit viel Fett, viel Fleisch, vor allem rotem Fleisch wie Rind- und Schweinefleisch, regelmäßiger Alkoholkonsum und wenig Obst, Gemüse und Ballaststoffe fördern Übergewicht und KHK.

Männer mit diesen schlechten Voraussetzungen ab einem Alter von 45+ und Frauen ab 55+ sind ebenfalls gefährdet, eine koronare Herzerkrankung zu bekommen. Stress, sowohl psychisch als auch durch Dauerbelastung im Job oder im Alltag, trägt ebenfalls zu einer KHK bei.

Medikamente und eine Umstellung des Lebensstils – die Therapie bei KHK

Üblicherweise stellt ein Arzt bei Patienten mit den typischen Symptomen einer KHK wie Angina Pectoris zunächst einmal fest, ob es sich um eine chronische, stabile oder eine akute Erkrankung handelt. Je nachdem werden dann unterschiedliche Behandlungsmethoden angewendet.

Wichtig ist zunächst einmal, den Lebensstil umzustellen. Raucher sollten unbedingt damit aufhören, Übergewichtige ihr Gewicht reduzieren, und eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ist sowohl für Patienten mit Übergewicht als auch für Menschen, die sich falsch ernähren wichtig. Viel Obst und Gemüse, ballaststoffreiche Nahrungsmittel, wenig Alkohol und wenig fettreiche Mahlzeiten, dazu mehr weißes Fleisch wie Geflügel und Fisch sollte jetzt täglich auf dem Speiseplan stehen. Regelmäßig Sport bzw. Bewegung ist ebenfalls wichtig. Man muss nicht gleich Marathon laufen, aber jeden Tag ein Spaziergang an der frischen Luft, öfter schwimmen gehen oder Walken sind empfehlenswert.

Auch medikamentös werden Patienten eingestellt. Je nach Schwere der Erkrankung und ob Vorerkrankungen vorliegen, die die Einnahme von Medikamenten erfordern, bekommen Patienten beispielsweise Blutverdünner, Betablocker, Cholesterinsenker und ACE-Hemmer. Auch Nitrate und Kalziumantagonisten werden oft verschrieben, vor allem bei Angina Pectoris Patienten.

In schweren Fällen von KHK ist eine Operation notwendig, bei der den Patienten ein Stent implantiert wird, um den Blutfluss in den Arterien zu erleichtern. Auch eine Bypassoperation wird in manchen Fällen durchgeführt.

Das Ziel jeder Behandlung von koronaren Herzerkrankungen ist eine Linderung der Beschwerden und eine Beeinflussung des Krankheitsverlaufes zum Positiven. Wenn Medizin und Patient zusammenarbeiten und Betroffene ihren Lebensstil ändern, sind die Prognosen einer KHK durchaus positiv.

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