Mononukleose

Auch bekannt als:

Mononukleose Schnelltest, Paul Bunnell Test
Bezeichnung: Heterophiler Antikörpertiter, Monospot
Ähnliche Tests: cmv, CBC, Strep Throat, EBV Antibodies, TORCH


Auf einen Blick

Warum wird auf Mononukleose untersucht?

Bei Verdacht und zur Bestätigung einer Mononukleose (akute EBV-Infektion).

Bei welchen Erkrankungen sollte auf Mononukleose untersucht werden?
Bei Symptomen einer Mononukleose, wie Fieber, Halsentzündung, geschwollenen Drüsen und Müdigkeit.

Aus welchem Probenmaterial wird der Test auf Mononukleose durchgeführt?
Aus einer Blutprobe aus einer Armvene.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Der Mononukleose-Test deckt heterophile Antikörper auf, die vom Körper als Antwort auf eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) gebildet werden. EBV kommt sehr häufig vor. Gemäß dem National Center for Infectious Diseases (NCID= dem Institut für Infektionskrankheiten, ähnlich dem Robert-Koch-Institut) sind mehr als 95% der über 40-jährigen in den USA mit EBV infiziert. Es wird durch Speichelkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Meist tritt die Erkrankung in der Kindheit in Erscheinung und verursacht nur wenige bis gar keine Symptome; tritt sie erst im jungen Erwachsenenalter auf, verursacht sie in etwa der Hälfte der Fälle eine infektiöse Mononukleose. Obwohl jeder eine Mononukleose haben kann, wird sie in gehäuft im jungen Erwachsenenalter beobachtet und ist unter den jungen Leuten, wie an Schulen, Universitäten oder bei der Bundeswehr, am weitesten verbreitet.

Die Mononukleose ist eine selbstlimitierende Erkrankung. Sie wird durch das Vorliegen atypischer weißer Blutzellen (gewöhnlich als reaktive Lymphozyten bezeichnet), heterophiler Antikörper und EBV-Antikörpern bei infizierten Personen charakterisiert. Patienten mit Mononukleose leiden typischerweise unter Fieber, einem entzündeten Hals, geschwollenen Drüsen und Müdigkeit. Bei vielen liegt auch eine vergrößerte Milz und bei einigen eine vergrößerte Leber vor. Die Symptome treten normalerweise etwa einen Monat nach der Infektion auf und bleiben über einige Wochen bestehen. Die vergesellschaftete Müdigkeit kann über mehrere Monate bestehen bleiben.

Etwa 70-80% der Mononukleosepatienten bilden heterophile Antikörper. Diese Proteine sind nicht EBV-spezifisch; werden sie aber bei jungen Erwachsenen in Verbindung mit Symptomen einer Mononukleose gefunden, stellen sie einen guten Hinweis auf eine EBV-Infektion dar.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Aus einer Blutprobe aus einer Armvene.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Diese Untersuchung wird dazu eingesetzt herauszufinden, ob ein Patient an einer infektiösen Mononukleose leidet oder nicht. Gewöhnlich wird dieser Test zusammen mit einem Differentialblutbild angefordert. Das Blutbild wird zur Bestimmung der Zahl der weißen Blutkörperchen verwendet, um zu untersuchen, ob diese erhöht sind oder eine signifikante Anzahl an reaktiven Lymphozyten (einer bestimmten Art der weißen Blutkörperchen) vorliegt. Ein Strep-Test kann zusammen mit der Untersuchung auf Mononukleose veranlaßt werden, um zu beurteilen, ob ein Patient mit Halsschmerzen anstatt oder zusätzlich zu einer Mononukleose an einer Streptokokken-Infektion leidet.

Fällt der Mononukleose-Test zunächst negativ aus, hegt der behandelnde Arzt aber weiterhin den Verdacht auf eine Mononukleose, kann er nach etwa einer Woche einen Wiederholungstest anfordern, um zu sehen, ob heterophile Antikörper gebildet wurden und/oder EBV-Antikörper vorliegen, und damit eine Mononukleose bestätigen oder ausschließen.

Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Der Mono-Test wird in erster Linie angefordert, wenn ein Jugendlicher Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Drüsenschwellungen und Müdigkeit zeigt, bei denen der behandelnde Arzt eine zugrunde liegende Mononukleose vermutet. Der Test kann nach einem ersten negativen Test wiederholt werden, wenn weiterhin der Verdacht auf eine Mononukleose besteht.

Was bedeutet das Testergebnis?
Liegt bei einem Patienten ein positiver Mono-Test, eine erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen, reaktive Lymphozyten und Symptome einer Mononukleose vor, wird die Diagnose einer infektiösen Mononukleose gestellt. Liegen die typischen Symptome und reaktive Lymphozyten, aber ein negativer Mono-Test vor, kann es entweder noch zu früh sein, um heterophile Antikörper nachweisen zu können, oder der betroffene Patient gehört zu der kleinen Gruppe von Menschen, die keine heterophilen Antikörper bilden. Weitere EBV-Antikörper und/oder wiederholte Mono-Tests können durchgeführt werden, um eine Mononukleose zu bestätigen oder auszuschließen.

Die meisten Säuglinge und kleinen Kinder bilden keine heterophilen Antikörper, deshalb wird bei ihnen auch bei einer EBV-Infektion der Mono-Test negativ ausfallen. Bei dieser Altersgruppe wird der Mono-Test nur selten durchgeführt, da bei ihnen gewöhnlich auch keine Symptome einer infektiösen Mononukleose auftreten.

Patienten mit negativem Testergebnis und wenigen oder keinen reaktiven Lymphozyten können auch mit anderen Mikroorganismen (wie Zytomegalovirus (cmv) oder Toxoplasmose) infiziert sein, die Mononukleose-ähnliche Symptome hervorrufen können. Tritt die Infektion während der Schwangerschaft auf, kann es wichtig sein, die Ursache herauszufinden, da manche der mononukleose-ähnlichen Infektionen (aber nicht die EBV-Infektion) mit Schwangerschaftskomplikationen und Fruchtschäden in Verbindung gebracht werden. Auch ist es wichtig eine Halsentzündung durch Streptokokken zu diagnostizieren, da diese umgehend mit Antibiotika behandelt werden sollte.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Der Mononukleose-Test ist einfach und schnell durchzuführen, ist aber spezifisch für heterophile Antikörper, nicht für EBV. Der Test kann also auch bei Patienten mit Lymphomen, systemischen Lupus erythematodes (Lupus) und einigen Krebsarten des Gastrointestinaltraktes (Magendarmtrakt) falsch positiv ausfallen (obwohl dieser Test weder zur Diagnostik noch zum Screening dieser Patienten eingesetzt wird).

Fällt der Test negativ aus und/oder der behandelnde Arzt möchte mehr Informationen über das Vorliegen und den Status einer EBV-Infektion in Erfahrung bringen, kann er eine oder mehrere Kombinationen von EBV-Antikörpern veranlassen. Diese Untersuchungen zeigen an, ob bei einem Patienten der Verdacht auf eine EBV-Infektion besteht, kürzlich eine Infektion vorlag, in der Vergangenheit eine EBV-Infektion vorlag oder es sich um eine reaktivierte Infektion handelt.

Die heterophilen Antikörper fallen nach der vierten Erkrankungswoche ab, wenn die Mononukleose abklingt. Damit wird der Mononukleose-Test negativ.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Der Test ist als Schnelltest in Ambulanzen gedacht ohne Labor oder für das Notfall-Labor. Bei Versand können die spezifischeren EBV-Antikörper angefordert werden.

Referenzbereich
Negativ.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Der Test muß korrekt gelagert werden (trocken und kühl). Bei Lagerung im Kühlschrank ist vor der Verwendung eine Erwärmung auf Raumtemeperatur abzuwarten. Bei atypischen Verläufen und insbesondere bei Kindern kann der Test falsch negativ ausfallen.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Überprüfung durch Teilnahme an Ringversuchen zur EBV-Serologie.


Häufige Fragen

Wie gefährlich ist eine infektiöse Mononukleose?

Die Symptome dieser Erkrankung bilden sich gewöhnlich ohne Behandlung innerhalb von einem bis vier Monaten zurück. Manchmal kann es zu Vergrößerungen der Milz und Leber kommen, die eine Einschränkung der Belastung des Einzelnen erfordern bis sie wieder ihre normale Größe erreicht haben. Nur in seltenen Fällen kann es zu einer Beteiligung des Herzens oder des zentralen Nervensystems kommen. Die infektiöse Mononukleose kann bei Männern, die eine spezielle XLP-Genmutation aufweisen, zu einem schwerwiegenden Leberversagen führen. In diesen Ausnahmefällen kann die Mononukleose tödlich verlaufen.

Ist die Mononukleose wirklich eine „Kissing disease“- also eine Erkrankung, die durch das Küssen übertragen wird?
Die Verbreitung des EBV erfordert direkten Kontakt mit dem Speichel (aus dem Mund) einer infizierten Person. Ein Kuß ist allerdings nicht Vorraussetzung für eine Infektion. Auch der Speichel an Wasserflaschen, Zahnbürsten, Trinkgläsern etc. oder den Händen kann das Virus übertragen. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome, reicht von 4 bis zu 6 Wochen.

Menschen, die an einer infektiösen Mononukleose erkrankt sind, können die Infektion über einen Zeitraum von Wochen an andere weitergeben. Viele gesunde Personen können Träger dieses Virus sein und es lebenslang immer wieder weiterübertragen (aber es ist nicht praktizierbar sie alle auf das Virus zu testen). Aus diesem Grund ist es nahezu unmöglich, die Verbreitung des Virus zu verhindern.  Patienten mit einem Immundefekt sollten von Erkrankten Persoinen ferngehalten werden.

Verursacht das Ebstein-Barr-Virus das Syndrom der chronischen Müdigkeit
(chronic fatigue syndrom)?

Bei einigen Patienten kann durch eine Infektion mit EBV oder auch cmv ein sog. postvirales Müdigkeitssyndrom auftreten. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass eine EBV-Infektion das Syndrom der chronischen Müdigkeit auslösen kann. Weitere Informationen sind auf der Homepage des ‚Centers for Disease control and Prevention’ erhältlich.

Kann man häufiger als ein Mal an einer Mononukleose erkranken?
Obwohl die Symptome einer infektiösen Mononukleose gewöhnlich nach 1-2 Monaten verschwinden, verbleibt das EBV in inaktiver Form lebenslang in einigen Körperzellen. In periodischen Abständen oder bei Immunsuppression kann sich das Virus reaktivieren und wird gewöhnlich im Speichel der infizierten Person gefunden. Diese Reaktivierung erfolgt normalerweise ohne das Auftreten von Symptomen einer Mononukleose.

Kann EBV andere ernsthafte Erkrankungen hervorrufen?
Das EBV wurde mit bestimmten Formen des Krebses wie dem Burkitt-Lymphom, dem Morbus Hodgkin, dem nasopharyngealem Karzinom und mit aids vergesellschafteten Lymphomen in Verbindung gebracht. Weiterhin wird nach möglichen Verbindungen zu anderen Krebsarten geforscht. Das Auftreten dieser Erkrankungen ist selten. Das Burkitt-Lymphom und das nasopharyngeale Karzinom treten überwiegend außerhalb der USA und der Industrieländer auf.


Weiterführende Links zum Thema

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Tests: Antikörper gegen das Ebstein-Barr-Virus (EBV), Großes Blutbild, Lymphozyten
Krankheitsbilder: Infektionen

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