Pfeiffersches Drüsenfieber

Pfeiffersches Drüsenfieber

als Pfeiffersches Drüsenfieber oder infektiöse Mononukleose bezeichnet man eine Virusinfektion, die vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt und das lymphatische Gewebe (Lymphknoten, Rachenmandeln, Milz) befällt.

Rund 95% der Europäer erkranken bis zum Alter von 30 Jahren an der infektiösen Mononukleose. Die Erkrankung verläuft häufig symptomlos.

Bei Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber während einer Schwangerschaft besteht keine Gefahr für Mutter und Kind.

Steckbrief: Pfeiffersches Drüsenfieber

  • Name(n): Pfeiffersches Drüsenfieber; Kusskrankheit; Mononukleose
  • Art der Krankheit: Infektionskrankheit
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Spätes 19. jahrhundert
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Viren
  • Wieviele Erkrankte: 95% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; HNO-Arzt
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – a00-b99 – b25-b34 – B27

Was ist Pfeiffersches Drüsenfieber?

Pfeiffersches-Drüsenfieber

Die infektiöse Mononukleose, auch als Pfeiffersches Drüsenfieber bzw Pfeiffersche Drüsenfieber, Kusskrankheit oder im anglophonen Raum auch schlicht als Mono bekannt, ist eine sehr weit verbreitete viral ausgelöste Erkrankung, die sich primär im Bereich des Halses etabliert. Übertragbar ist diese Krankheit unter anderem durch Speichel. Aus diesem Umstand heraus ergab sich auch die Landläufige Bezeichnung der „Kusskrankheit“. Nichtsdestoweniger gibt es natürlich auch noch andere Wege der Übertragung und Ansteckung. Durch Husten oder Niesen bereits betroffener Personen sind Tröpfcheninfektionen genau so häufig Grund für eine Ansteckung, wie der gerade erwähnte freiwillige Austausch von Speichel und somit Erregern. Zudem ist auch eine Schmierinfektion nicht vollends auszuschließen. Insbesondere kann eine solche dann auftreten, wenn man sich mit einem erkrankten Menschen ein Glas, das Besteck oder andere Utensilien zur Nahrungsaufnahme oder zur Flüssigkeitszufuhr teilt. Gleichwohl ist das Pfeiffersche Drüsenfieber lange nicht so ansteckend, wie andere Infektionskrankheiten, beispielsweise die Grippe und Co.

Interessanterweise spielt das Alter bei der Ansteckung und dem Ausbruch der vorliegenden Krankheit eine nicht zu unterschätzende Rolle. So bricht das Pfeiffersche Drüsenfieber primär in jüngeren Menschen aus. Hierunter zählen sowohl Jugendlich, Kinder, als auch junge Erwachsene bis zu ihren 30. Lebensjahr. Hierbei sind die zu erwartenden Symptome in Kindern häufig so schwach ausgeprägt, dass man die Krankheit nicht einmal erkennt und daher unbehandelt lässt. Hierdurch entsteht dem Betroffenen in aller Regel kein Nachteil.

Nichtsdestotrotz sollte man das Pfeiffersche Drüsenfieber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es mag keine grundsätzlich fatal verlaufende Erkrankung sein, aber dennoch ist es eine ernste Angelegenheit. Darum ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren und sich an dessen Ratschläge zu halten sowie die verschriebenen Medikamente den Empfehlungen entsprechend einzunehmen. Hiermit hilft man nicht nur sich, sondern schützt auch andere vor einer Ansteckung. Daran sollte jedem Kranken gelegen sein.

Die Krankheit hält in aller Regel ca. 10 bis 14 Tage an.

Welche Ursachen führen zu Pfeifferschem Drüsenfieber?

Pfeiffersches Drüsenfieber kann durch das Epstein-Barr-Virus (EBV), ein dna-Virus aus der Familie der HerpesViren, verursacht sein. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt mit erkrankten Personen, besonders der Speichel ist in diesen Fällen, wie bereits erwähnt, sehr ansteckend. Häufig erfolgt die Ansteckung bei Mund-zu-Mund-Kontakt, daher stammt auch der Name „Kusskrankheit“. Noch Wochen nach Verschwinden der Krankheitssymptome kann von dem Infizierten eine Ansteckungsgefahr ausgehen.

Interessanterweise lassen sich keinerlei Fälle von Mononukleose für die Zeit vor den 1880er Jahren nachweisen. Man geht daher in der Forschung und in der Medizingeschichte davon aus, dass es sich bei dem vorliegenden Leiden um eine relativ neue Krankheit handelt. Zunächst schien sie in Russland ausgebrochen zu sein. So berichtete ein russischer Kinderarzt erstmals im Jahre 1885 von dieser damals neuen Erkrankung. Mangels einer bereits existierenden Bezeichnung, nannte er die Mononukleose zunächst „idiopathische Denitis“. Etwa zur selben Zeit bemerkte auch ein deutscher Kinderarzt eine Häufung dieser für ihn unbekannten Krankheit. Bei selbigem handelte es sich um Emil Pfeiffer, auf den bis heute der Name, Pfeiffersches Drüsenfieber, zurückgeht. Die heute im medizinischen Fachjargon übliche Bezeichnung „Mononukleose“ konnte sich erst in den frühen 1920er Jahren etablieren.

Dennoch waren die genauen Ursachen für diese Krankheit lange Zeit eher unklar. Erst im Jahre 1964 gelang es den Medizinern, Michael Anthony Epstein und Yvonne Barr, das nach ihnen benannte Epstein-Barr-Virus als einen häufigen Auslöser zu identifizieren. Tatsächlich lassen sich etwa 90% aller Fälle von Pfeifferschem Drüsenfieber auf dieses Virus zurückführen. Nichtsdestoweniger können dem Leiden natürlich auch noch weitere Gründe zugrunde liegen. Allerdings sind diese Gründe oder Ursachen weitaus seltener anzutreffen.

Kurzübersicht der etwaigen Ursachen

  • Tröpfcheninfektion – D.h. eine Ansteckung mittels der Aufnahme der Erreger, durch das unbedeckte Niesen oder Husten einer anderen Person.
  • Schmierinfektion – Berührt eine infizierte Person Gegenstände, bleiben auf diesen oftmals Rückstände des Erregers zurück, die auf eine gesunde Person übergehen können, wenn diese die besagten Gegenstände ebenso berührt. Dies ist im Falle des Pfeifferschen Drüsenfiebers besonders häufig in Bezug auf Besteck, Geschirr und Trinkgefäße der Fall.
  • Küssen – Der beim Küssen unweigerlich stattfindende Austausch von Speichel führt, insofern einer der beiden Partizipanten bereits infiziert ist, oftmals zu einer Ansteckung des anderen.
  • Urin, Stuhl und Blut – Nicht nur Speichel, sondern auch Urin, Stuhl und Blut können die verantwortlichen Erreger enthalten. Darum sollte man auch den Kontakt mit diesen Substanzen nach Möglichkeit vermeiden.
  • Humanes Cytomegalievirus – Auch dieser Virus kann im Zweifelsfalle die Kusskrankheit auslösen. Tut dies aber wesentlich seltener als das bereits erwähnte Epstein-Barr-Virus.

Thematisch weiterführende Artikel:

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (102 Stimmen, Durchschnitt: 4,41 von 5)
Loading...
Top