Hib Impfung für Kinder

Hib – Hohe bakterielle Infektionsgefahr für das Kleinkind

Die Kurzfassung Hib steht für eine  Haemophilus influenzae b-Infektion. Der ursprüngliche Erreger dieser wirklich schweren bakteriellen Infektion ist die Haemophilus influenzae, auch bekannt als das Pfeiffer-Influenzbakterium. Die Bezeichnung Typ B steht für das gramnegative Bakterium, benannt nach dem dänischen Bakteriologen Gram. Der Erreger ist auf den Menschen beschränkt; er kommt also weder unter Tieren noch von Mensch zu Tier oder umgekehrt vor.

Infektion mit Inkubationszeit von einer knappen Woche

Hib ist besonders bei Säuglingen sowie bei Kleinkindern bis etwa zum fünften Lebensjahr ein geradezu gefährliches Krankheitsbild. Verbreitung beziehungsweise Ansteckung geschehen als sogenannte Tröpfcheninfektion. Diese Form der Ansteckung erfolgt durch das Verbreiten des Krankheitserregers in der Luft. Ohne die notwendige Hib-Impfung besteht die latente Gefahr schwerer Erkrankungen wie Kehldeckel- oder Hirnhautentzündung.

Zu den gängigen Übertragungswegen von Hib gehört das Husten und Niesen. Die Bakterien werden buchstäblich in die Luft geprustet und von dort aus werden sie von dem nicht geimpften Kind zunächst unbemerkt aufgenommen. Bei einer Inkubationszeit von mehreren Tagen bis hin zu einer Woche ist es zu spät, wenn der Erzieher bemerkt, dass mit dem Kleinkind gesundheitlich, wie es genannt wird, etwas nicht stimmt.

Die Infektion geschieht durch das Ansiedeln des Bakteriums in den Schleimhäuten vom Nasen-Rachenraum. Ob und wie stark die Hib-Infektion ausfällt, ist einerseits von der körperlichen sowie gesundheitlichen Gesamtverfassung des Kindes, andererseits aber auch von der übertragenen Bakterienmenge abhängig. Regelrecht bedrohlich wird die Situation, wenn der Organismus des Kleinen bereits durch eine anderweitige Infektion angegriffen, in dem Sinne geschwächt ist.

Hib-Krankheitsbild mit hohem Ansteckungspotential

Die Erzieher sind gut beraten, den näheren Krankheitsverlauf anhand des genau definierten Krankheitsbildes aufmerksam zu verfolgen und frühzeitig den Kinderarzt aufzusuchen. Zum typischen Hib-Krankheitsbild gehört die von Fieber, also von erhöhter Temperatur begleitete Infektion des gesamten Nasenrachenraumes. In der Folge kann die Hib-Infektion zur Entzündung des Mittelohres, der Bronchien sowie der Nasennebenhöhlen führen.

Jedes Symptom für sich ist für den kleinen Körper eine gesundheitlich sowie mental starke Belastung. Zu den weitergehenden Folgeerkrankungen gehören Lungenentzündung sowie Meningitis als eine eiterige Hirnhautentzündung. Dazu muss es nicht kommen; ausgeschlossen sind derartige Krankheitsbilder jedoch nicht.

Die Kehlkopfdeckelentzündung wird häufig von einer Erstickungsgefahr begleitet, der Epiglottitis. Der Erzieher befindet sich in der schwierigen Situation, dass sich der kleine Patient altersbedingt in doppelter Hinsicht nicht Artikulieren kann. Säuglinge und Babys weinen pausenlos; aber auch Mädchen und Jungen im Kindergarten- oder Vorschulalter können mangels Erfahrung nur vage beschreiben, was ihnen wie und wo welche Schmerzen verursacht.

Die Erzieher sind auf ihr eigenes Know-how angewiesen; sie sollten auf jeden Fall schon in einem frühen Stadium den Kinderarzt konsultieren. An dauerhaft bleibende Folgeschäden, zu denen eine körperliche und/oder geistige Behinderung gehören kann, mag in dieser Situation wirklich niemand denken. Entscheidend ist, dass sich der Erzieher schon in einem sehr frühen Stadium der Hib-Erkrankung medizinisch beraten und helfen lässt.

Schutzimpfung des Kindes gegen Hib – Muss für den Erzieher

Anfang der 1990er Jahre wurde schrittweise und bundesweit eine weitgehende Impfpflicht für Säuglinge sowie Kinder eingeführt. Der Begriff Kind ist in diesem Sinne auf die Vollendung des 12. Lebensjahres begrenzt.

Eine Grundimmunisierung wird durch die folgenden vier Teilimpfungen gewährleistet:

  • Erste Impfung sofort nach Vollendung des zweiten Lebensmonats, also ab der neunten Lebenswoche
  • Erste Folgeimpfung, also zweite Impfdosis, mit vollendetem dritten Lebensmonat
  • Zweite Folgeimpfung ab dem vollendeten vierten Lebensmonat
  • Vierte und letzte Teilimpfung zum Ende des ersten Lebensjahres, und zwar zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat

Die Hib-Impfung des Kleinkindes ist in der heutigen Zeit immer eine Kombiimpfe mit einem Sechsfachimpfstoff. Zusätzlich zu Hib wird das Kind gegen die Erkrankungen Diphterie, Hepatitis B, Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung) sowie Tetanus (Wundstarrkrampf) grundimmunisiert, sprich geimpft. Im Benehmen mit dem Kinderarzt lassen sich diese Impftermine weitgehend mit den turnusmäßigen Früherkennungs-, den U-Untersuchungen kombinieren.

Einziger Grund für das Verschieben des einzelnen Impftermins sollte eine schwere, ohnehin vom Kinderarzt zu behandelnde Erkrankung des Kleinkindes sein. Oder umgekehrt gesagt: Der Erzieher muss diese Impftermine strikt einhalten. Spätere oder weitergehende Hib-Schutzimpfungen sind nur noch in einzelnen Ausnahmefällen angezeigt.

Hib-Schutzimpfung ohne gravierende Nebenwirkungen & Impfreaktionen

Ungeachtet von Reaktionen und Nebenwirkungen ist jede der vier Teilimpfungen eine Belastung für das Baby. Es weiß nicht, was mit ihm geschieht, es kann sich in diesen Wochen und Monaten zu nichts äußern. Der Erzieher sollte, auch zu seiner eigenen Beruhigung, zwischen Impfreaktion und Impfnebenwirkung unterscheiden.

Zu den gängigen Reaktionen auf die Hib-Impfung gehört Rötung oder Schwellung der Einstichstelle mit der Impfnadel, hervorgerufen durch die körpereigene Abwehr des Kleinkindes. Nahegelegene Lymphknoten können anschwellen, was jedoch nicht die Regel ist. Allgemeinsymptome, zu denen sich das Kleine ohnehin nicht äußern kann, sind Müdigkeit, Frösteln, leichte Kopf– oder Gliederschmerzen.

Mit erhöhter Temperatur ab 39 Grad C hingegen sollte der Erzieher durchaus rechnen, ebenso mit MagenDarm-Beschwerden oder mit einer leichten Bronchitis. Eins wie das andere muss natürlich beobachtet, und der Heilerfolg innerhalb von zwei bis drei Tagen aufmerksam verfolgt werden. Danach sollte alles wieder wie vorher sein. Nebenwirkungen der Hib-Impfung treten äußerst selten auf.

Bei Säuglingen und Kindern gehören dazu:

  • Starke, geradezu besorgniserregende Temperaturerhöhung ab 40 Grad C aufwärts
  • Fieberkrampf
  • HHE als ein kurzzeitiger Schock-Zustand mit Muskelerschlaffung

Nach den bisherigen Erfahrungen bleiben auch derartige Nebenwirkungen ohne Folge. In diesen Situationen wird natürlich der Kinderarzt aufgesucht oder der Notarzt gerufen.

Abschließend bleibt noch festzuhalten, dass allergische Reaktionen auf einzelne Bestandteile des Kombiimpfstoffes ausgeschlossen sind, ebenso wie auf die Kombiimpfe selbst.

Der direkte Ansprechpartner, auch für die Hib-Impfung, ist das Robert-Koch-Institut, kurz RKI als eine Bundesbehörde mit Sitz in Berlin. Dem RKI zur Seite steht die STIKO, Ständige Impfkommission als beratendes Gremium rund um das Thema Infektionskrankheiten & Schutzimpfungen. STIKO nebst RKI geben öffentliche Impfempfehlungen heraus, die anschließend von jedem einzelnen Bundesland umgesetzt werden. Die von der STIKO empfohlenen Impfungen werden von allen Krankenkassen bezahlt.

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