ADHS

In großer Anzahl werden Kinder und Jugendliche mit dem Wort ADHS konfrontiert. Die Abkürzung ADHS bedeutet: Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom.

Bei ADHS handelt es sich in der Regel um eine neurobiologische Erkrankung. Bei dieser Erkrankung werden die Informationen, die zwischen den Nervenzellen hin und her gesendet werden, falsch oder verändert zum Gehirn gesendet.

ADHS - Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätsstörung

ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätsstörung
Shutterstock / gwolters

ADHS ist keine Modeerscheinung. Schon seit vielen Jahrzehnten wird ADHS diagnostiziert. In den letzten Jahrzehnten haben die Krankheitsfälle allerdings stark zugenommen. Die erste Diagnose ist schon im Kindertagen möglich. Meist werden die ersten Anzeichen in den letzten Kindergartenjahren oder in den ersten Schuljahren ersichtlich. Die Kinder müssen still Sitzen und sich konzentrieren – genau diese Fähigkeiten können bei Kindern mit ADHS gemindert sein. Sie können nicht über einen längeren Zeitraum hinweg ruhig sitzen bleiben, lassen sich schnell durch Kleinigkeiten ablenken und haben immense probleme damit, sich zu konzentrieren.


Was ist ADHS – (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom)?

Bei ADHS handelt es sich um eine psychische Störung, die sich durch eine Fehlentwicklung im neurologischen Bereich ergibt. Interessanterweise ist die vorliegende Erkrankung damit im selben Atemzug wie beispielsweise die Schizophrenie zu nennen. Denn diese ist ebenfalls der Unterkategorie neuroligischer Fehlentwicklungen oder Störungen zuzuordnen. Im weitesten Sinne könnte man bei beiden von einer sog. „Impulskontrollstörung“ reden. Nämliche äußern sich in aller Regel darin, dass der Betroffene außer Stande ist zu kontrollieren, was er tut oder unterlässt. Das bedeutet nichts anderes, ALS eine allgemeine Unfähigkeit das Verhalten situationsbezogen zu ändern. Sollte dies doch einmal gelingen, hält dieser Zustand jedoch meistens nicht sonderlich lange vor.

Die vorliegende Störung äußert sich in aller Regel bereits in frühester Kindheit. Bereits im Kindergarten lassen sich entsprechende Anzeichen an Betroffenen feststellen. Nichtsdestoweniger manifestiert sich die das tatsächliche Ausmaß des Leidens meist erst in der Schulzeit. Das liegt daran, dass während dieser, anders als im Kindergarten, von den Schülern gefordert wird, dass sie still sitzen, sich stumm beschäftigen und sich vollends auf eine gestellte Aufgabe konzentrieren können. Spätestens hier fallen diesbezügliche Mängel auf.

ADHS-Patienten werden oftmals von ihrer Umwelt als sehr negativ wahrgenommen. Sie verursachen durch ihre bloße Anwesenheit sehr viel Unruhe und sind deshalb bei vielen Veranstalungen nicht gerne gesehen. Besonders Eltern betroffener Kinder schämen sich meist ihrer auffälligen Kinder und versuchen deshalb, sie mittels Medikamenten zu beruhigen. Das ist zwar möglich, aber nicht immer zu empfehlen. Manche Kinder sind schlicht lebhaft und haben einen sehr aktiven Charakter. Aber auch diese werden der Einfachheit halber meist in die Ecke ADHS gestellt und mit Beruhigungsmitteln versorgt, um sie besser integrierbar zu machen.

Man sollte also immer im Hinterkopf behalten, dass Kinder nunmal Kinder sind und nicht automatisch an ADHS leiden, nur wenn es beim Spielen mal etwas wilder und lauter zugeht.

Grundsätzlich wird ADHS in drei Symptome unterteilt, Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit.

Anhand der drei Symptome sind die Anzeichen eher spezieller

Hyperaktivität:

  • Exzessives Reden und Klettern
  • Starker Drang nach dauerhafter Bewegung
  • Leises Spielen oder Arbeiten sind nicht möglich
  • Zappeln
  • Wirkt wie unter Strom
  • findet keine Ruhe

Impulsivität:

  • Kann sich nicht zurückhalten
  • Warten ist kaum möglich
  • Unterbricht und stört andere Kinder

Unaufmerksamkeit:

  • Kann nicht aufmerksam bei der Sache bleiben
  • Lässt sich leicht ablenken
  • Hört nicht zu
  • Kann keine Dinge zu Ende bringen
  • Verliert und verlegt viele Dinge
  • Verwehrt Aufgaben

Bei Erwachsenen sehen die Anzeichen anders aus.

Sie haben eine Innere Unruhe, können sich nicht entspannen und machen viele sinnlose Bewegungen. Zudem sind sie den ganzen Tag aktiv und kommen nicht zur Ruhe. Im Bereich der Impulsivität sind Erwachsene mit ADHS viel leichter reizbar. Schon Kleinigkeiten können sie auf die Palme bringen. Entscheidungen werden getroffen, ohne an die Folgen zu denken. Bei der Aufmerksamkeit beginnt es genau wie bei einem Kind. Die Aufmerksamkeit kann nicht aufrecht gehalten werden, die Konzentration lässt wesentlich schneller nach als bei einem „normalen“ Menschen.

Mittlerweile ist ADHS eine anerkannte Störung,

ADHS Schaubild

Dopamin spielt als Botenstoff im präfrontalen Cortex eine Rolle bei der Steuerung von Aufmerksamkeit und Konzentration

die mit einer passenden Behandlung gelindert werden kann. Eine komplette Heilung von ADHS ist bislang nicht möglich. Aber mit einer medikamentösen Therapie und einigen Hilfsmitteln kann jeder ADHS-Betroffene ein beinahe normales Leben führen.

Ein bekanntes Medikament für Kinder und Jugendliche ist Medikinet Retard 10mg. Das Medikament Medikinet Retard 10mg verbessert mit seinen Wirkstoffen, die Aktivität im Gehirn, die nicht ausreichend aktiv sind. Dadurch können die Aufmerksamkeit und die Konzentration wesentlich erhöht werden. Gleichzeitig sorgt Medikinet Retard 10mg dafür, dass das impulsive Verhalten gemindert wird, das gerade bei ADHS Kindern sehr häufig zum Vorschein kommt. Allerdings wird Medikinet Retard 10mg in der Regel nicht allein verabreicht, sondern ist ein Teil des Behandlungsprogramms bei ADHS. Zusätzlich können psychologische, pädagogische und soziale Maßnahmen helfen, die ADHS-Störung in den Griff zu bekommen. Medikinet Retard 10mg ist nur für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen verwendet werden und nur unter Aufsicht eines Spezialisten.


Welche Ursachen liegen ADHS zugrunde?

Die exakten Ursachen für die Ausbildung von ADHS im Betroffenen sind noch unbekannt. Dennoch lässt sich bereits mit relativer Sicherheit mutmaßen, dass es sich bei den Gründen um eine Kombination aus genetischen Faktoren und Einflüssen aus der Umwelt des Patienten handelt. Unter letzteren Punkt fallen auch gesellschaftliche Erwartungen und Normen, die an ein Kind gestellt werden. Sind diese durch selbiges nicht zu erfüllen, wird es oftmals in die Ecke ADHS gestellt. Das ist eine gefährliche Entwicklung innerhalb der modernen Gesellschaft und hat nachgewiesenermaßen schon zu vielen Fehldiagnosen geführt.

Genetik

Die bereits erwähnten genetischen Faktoren werden zumeist von einem Elternteil an das betroffene Kind weitervererbt. Dabei muss der Vererbende jedoch selbst nicht von der vorliegenden Störung betroffen sein. Ein Zusammenhang mit mangelhaftem Genmaterial wird zusätzlich dadurch bestätigt, dass die Chance darauf, dass weitere Kinder desselben Elternpaares ebenfalls ADHS haben, bei einem betroffenen Kind um bis zu 75% ansteigt. Darüber hinaus finden sich auch unter dem Nachwuchs von Brüdern und Schwestern der Eltern oftmals Kinder, die an der vorliegenden Krankheit leiden. Ein intrafamiliäres Risiko besteht darum bei vorbelasteten Individuen immer.

Äußerliche Faktoren und Umwelteinflüsse

Aber auch äußerliche Faktoren sind keinesfalls zu unterschätzen. Dabei sind mit äußerlichen Faktoren weniger Witterung und Niederschlag gemeint, als vielmehr Vernachlässigung oder schädigendes Verhalten dem Kind gegenüber. Trinkt die Mutter während der Schwangerschaft beispielsweise regelmäßig Alkohol, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind teils schwerwiegende physische und psychische Schäden davonträgt. Davon ist ADHS tatsächliche eines der geringfügigsten Probleme, die das Baby nach der Geburt erwarten. Darüber hinaus fallen auch Rauschmittelkonsum oder Tabakrauchen während der Schwangerschaft in den Bereich etwaiger Ursachen für ADHS.

Darum sollten man sich als werdende Mutter tunlichst darüber Gedanken machen, was man seinem ungeborenen Kind mit einer Drogensucht antun kann. Oftmals sind die hieraus entstehenden Erkrankungen wesentlich schwerwiegender als „nur“ ADHS. Bei Problemen mit Sucht während man ein Kind erwartet, sollte man deshalb immer sofort einen Arzt aufsuchen.

Darüber hinaus entwickeln auch häufig Kinder die vorliegende psychische Störung, die als sog. „Frühchen“ zur Welt kamen. Die Korrelation zwischen Frühgeburt und mangelnder Aufmerksamkeit ist noch nicht nachhaltig geklärt, aber dennoch konnte sie wissenschaftlich beobachtet und erfasst werden.

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist überdies, dass ADHS künstlich auszulösen sei, indem man Kindern zu viel Raffinadezucker und Süßigkeiten zu essen gebe. Zwar verursacht raffinierter Zucker oftmals einen kleinen „Energy Boost“ im Konsumenten, aber die Langzeitfolgen dieses süßen Stoffe sind eher Übergewicht und Zahnprobleme als Hyperaktivität.

Gesellschaftliche Dogmen

Viele führende Psychologen weltweit vermuten, dass die Ursachen einer ADHS-Erkrankung auch oftmals durch gewisse gesellschaftliche Faktoren bestimmt werden. Dazu gehört eine gewisse Erwartungshaltung an das Kind, die es, aufgrund divergenter Charaktereigenschaften, so nicht erfüllen kann. Insbesondere Kinder, die eine eher raue oder wilde Natur haben, empfindet man oftmals als störend.

Dieses Phänomen nimmt immer mehr zu. Dies liege daran, so die Fachmeinung, dass die moderne westliche Gesellschaft mehr Wert auf Effizienz als auf Persönlichkeitsentwicklung lege. Ein Argument, dass nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist. Viele Kinder werden schon früh zu stark in eine Richtung gedrängt, die ihrem Charakter nicht entspricht. Das hinterlässt geistige Narben, die sich unter anderem in einer ADHS manifestieren können. Besonders die Kinder sog. „Helikoptereltern“ leiden zusehends häufiger an dieser psychischen Erkrankung.

Alles in allem ist zu bemerken, dass die genauen Ursachen zwar noch verborgen liegen, aber die Ansätze, diese festzustellen und zu beschreiben, äußerst vielversprechend sind.


Durch welche Symptome und Anzeichen äußert sich ADHS?

Die Symptome, die der Krankheit zugrunde liegen scheinen oftmals für alle Leute klar erkennbar zu sein. Dies liegt daran, dass sie sich nicht stringent äußern und stark in Ausprägung und Intensität von Fall zu Fall variieren.

Nichtsdestoweniger lassen sich einige Anzeichen konkret einer Hyperaktivität und der vorliegenden psychischen Störung zurechnen. Obgleich einige der Einzelsymptome ebenso gut die Ausprägung einer anderen Erkrankung darstellen könnten. Es gilt bei dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom auf die Gesamtkombination der Symptome zu achten und nicht auf einzelne Anzeichen.

Typische Anzeichen können sein:

  • Unfähigkeit sich länger als einige Minuten auf eine Sache zu konzentrieren
  • Häufiges Ändern des Hauptfokuses
  • Leicht Ablenkbarkeit
  • Unfähigkeit zu ermessen, welche Aufgaben wichtiger sind als andere. Fehlendes Verständnis für Hierachien
  • Zerstreutheit, Vergesslichkeit, Schusseligkeit
  • Leicht zu verwirren oder zu reizen
  • Häufiges Verlorensein in Tagträumereien und Phantasien
  • Schwierigkeiten Autorität anzuerkennen
  • Mangelnde Fähigkeit zur Organisation des Alltags

Die oben genannten Anzeichen sind jedoch eher optional. Zwar weisen die meisten Betroffenen nämliche auf, aber sie können auch abgeschwächt oder verändert auftreten. Dagegen gibt es auch eine Reihe von klaren Symptomen, die jeder Betroffene aufweisen muss, damit er klar, nach klinischen Maßstäben, als Betroffener identifiziert und angesprochen anzusprechen ist:

  • Ununterbrochener Redefluss
  • Berühren aller Gegenstände in Reichweite
  • Unfähigkeit sich still zu beschäftigen
  • Absolute Unfähigkeit zu worauf auch immer zu warten
  • Unterbrechen Aktivitäten anderer Personen durch ihre eigenen
  • Unablässige Bewegung

Aus den o.g. Symptomen wird klar ersichtlich, wieso das Umfeld von Betroffenen diese Krankheit meist als äußerst unangenehm empfindet. Besonders in der Öffentlichkeit werden Kinder, die an diesem Syndrom leiden, häufig zu einer mentalen und sogar körperlichen Belastung für ihre Eltern oder Betreuer.


Wie diagnostiert man ADHS und wie verläuft die Krankheit?

Die Diagnose eines Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndroms ist bisweilen für den behandelnden Arzt und / oder Psychologen sehr schwierig. Die Diagnose scheint zwar klar, muss sie aber nicht sein. Das verwirrende Element dieser Erkrankung besteht darin, dass die Definition dieser Störung dieselbe zwar klar definiert, aber die etwaige Umstände des Kindes dabei nicht berücksichtigt oder vielmehr berücksichtigen kann. Das führt sehr oft zu Fehldiagnosen.

Wie bereits mehrfach angeführt, werden viele angeblich betroffene Kinder fälschlicherweise in die Ecke der Hyperaktivität gestellt, nur weil sie einen natürlich höheren Bewegungsdrang haben. Viele junge Eltern sind heutzutage mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Das liegt nicht nur daran, dass zum Erhalt des Lebensstandards oftmals beide Elternteile arbeiten Gehen müssen, sondern auch daran, dass die Erziehungsmethoden sich stark geändert haben. Strenge und Maßregelungen stehen nicht mehr im Vordergrund. Eltern versuchen oftmals der Freund oder Kumpel ihrer Kinder zu sein. Das ist ein grundlegend falscher Ansatz – so sind sich viele Experten sicher. Durch allzu starkes antiautoritäres Verhalten seitens der Eltern, lernt das Kind schon früh, dass es machen kann, was es will. Dieser Faktor sollte unbedingt in die Diagnose mit einfließen. Nur ist dies kaum zu bewerkstelligen. Kein Elternteil wird gerne zugeben, in der Erziehung des Kindes versagt zu haben.

Ansonsten werden die potentiellen Patienten psychologisch evaluiert. Zeigen sie mehrere der o.g. Symptome , dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie am Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom leiden. Hierzu werden vom Kinderpsychologen zudem meist noch weitere Informationen von beispielsweise Lehrern oder Kindergärtnern eingeholt, um die These zu bestätigen. Ist dies geschehen, gilt die Diagnose als gestellt.

Der Prozess der Diagnosestellung ist also beileibe nicht kompliziert. Aber es sollte dennoch sowohl Psychologen als auch Eltern am Herzen liegen, ein Kind nicht mit einer Krankheit zu diagnostizieren, die es wahrscheinlich gar nicht hat. Darum lieber erst einmal abwarten und ggf. den Erziehungsstil anpassen.

Krankheitsverlauf

Der Verlauf der Krankheit spiegelt sich wohl am besten an den oben genannten Symptomen wider. Diese werden zunächst ausgebildet und verstärken sich im Laufe der Zeit. Bisweilen kann es auch zu Regressionen kommen. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.
Behandelt man eine real existierende ADHS nicht, so kann dies die Lebensumstände des Betroffenen sehr erschweren. Es wird ihm besonders schwer fallen, einen höherwertigen Schulabschluss oder eine anständige Stellung zu finden.


Welche Behandlungs- und Therpaiemethoden stehen zur Verfügung?

Es gibt verschiedene Behandlungsansätze für die vorliegende psychische Störung. Dazu gehören unter anderem medikamentöse, therapeutische und diätetische Therapien.

Die wohl am häufigsten angewandte Form der Therapie ist das Verschreiben von Ritalin. Hierbei handelt es sich um ein starkes Beruhigungsmittel, das den Betroffenen fügsamer macht. Es steigert die Fähigkeiten, die dem Patienten sonst abgehen. Dazu gehören u.a.: Stillsitzen, Konzentration uvm.

Indiskutabel handelt es sich hierbei um eine effektive Form der Behandlung, ob es sich aber auch um eine gute und solide Form handelt, steht auf einem anderen Blatt. Es werden immer mehr Stimmen aus Forschung Praxis laut, die Ritalin oder vergleichbare Medikamente ablehnen. Man hört letzthin öfters, dass solche Medikamente, die Kinder ihrer Persönlichkeit beraubten und sie zu „Zombies“ machten. Da ist sicherlich etwas Wahres dran. Es sind starke Medikamente, die eigentlich nicht von den Kleinsten eingenommen werden sollten. Oftmals ist es aber schlicht bequemer für Eltern und Lehrer sich um ein ruhiges und sediertes Kind zu kümmern, als um einen Wildfang. Das ist bei allem ein eher gesellschaftliches Problem und weniger ein psychologisches Leiden.

Darum tendieren Ärzte und Kinderpsychologen letzthin immer mehr dazu, betroffene Kinder rein psychologisch zu therapieren. Das heißt Familien- und / oder Verhaltenstherapien anzusetzen. Diese sind oftmals überraschen erfolgreich und darüber hinaus erspart man den Kindern die Last der Medikamenteneinnahme. Sicherlich erfordert dieser Therapieansatz etwas mehr Zeit und Mühe, aber auf lange Sicht bietet er ausschließlich Vorteile für Betroffene und Umfeld.

Des Weiteren werden auch spezielle Diäten als Therapieform eingesetzt. Die Fachwelt ist über diese Praxis jedoch gespalten. In den letzten Jahren begonnene Langzeitstudien sollen aufzeigen, ob dieser Ansatz ein probates Mittel ist, um effektiv einer ADHS entgegenwirken zu können.


Gibt es Hausmittel oder alternative Behandlungen gegen ADHS?

Ja, die gibt es und sie sind sogar sehr effektiv. Dabei geht es allerdings nicht um die Gabe von Kräutern oder Aromatherapien, sondern schlicht um eines: Gezielte Erziehung.

Viele Eltern in der westlichen Welt erziehen ihre Kinder zu weich und zu antiautoritär. Darüber ist sich die Fachwelt nahezu einig. Das hat gravierende Langzeit- und Spätfolgen für die Kinder. Eine dieser Folgen kann ADHS sein. Zumindest ein Verhalten, dass wirkt, als sei ADHS, das aber imgrunde nur daraus resultiert, dass das Kind nicht gelernt hat, Autorität anzuerkennen.

Die theoretische Psychologie will mit diesen Thesen sicherlich niemanden dazu aufrufen, seine Kinder bei Fehlverhalten zu verprügeln und martialische Körperstrafen anzuwenden. Es geht darum, dass sich die Eltern wieder auf die klassische Elternrolle zurückbesinnen und nicht versuchen, die Freunde ihrer Kinder zu sein, sondern eben deren Eltern.

Also, lieber mal den einen oder anderen Erziehungsratgeber weglassen und darüber nachdenken, wie die eigenen Eltern oder die Großeltern in gewissen Situationen mit ihrem Nachwuchs umgegangen sind. Das hilft oftmals mehr als Ritalin und ist auf lange Sicht die gesündeste Heilungsmethode.


Kann man gegen ADHS vorbeugen?

Vorbeugung gegen Psychische Erkrankungen ist immer schwer. Ähnlich verhält es sich bei ADHS. Lediglich die bereits o.g. striktere Erziehung des eigenen Nachwuchses kann gegen dieses Leiden ein effektives prophylaktisches Mittel darstellen.

Sollte jedoch eine wahrhafte ADHS vorliegen, die nicht zu großen Teilen lediglich in das Kind hineininterpretiert wurde, dann kann man gegen diese vorbeugend nichts unternehmen.


Häufige Fragen zu ADHS

Ab welchem Alter macht sich ADHS bemerkbar?

– Dies kann sehr früh geschehen. Manchmal bemerkt man eine Veranlagung zu diesem leiden schon bei Kleinkindern. Meist jedoch wird sie erst nach der Einschulung ersichtlich. Dies liegt daran, dass Betroffene dort meist besonders stark negativ auffallen.

Lässt die Krankheit im Erwachsenenalter nach?
– Nein, wahrscheinlich nicht. Es gibt zwar nachgewiesenermaßen Fälle, in denen dies geschehen ist, aber die Wahrscheinlichkeit tendiert eher gegen null.

Mein Umfeld sagt, dass mein Kind ADHS hat – Was soll ich tun?
– Hobbypsychologen gibt es viele und ebenso viele Menschen sind leicht genervt und haben wenig Interesse daran, sich mit wilden Kindern auseinanderzusetzen. Deshalb nehmen sie gleich eine psychische Störung wie ADHS an und setzen die Eltern damit unter Druck. Diesem Druck sollte man jedoch nicht nachgeben. Sicherlich kann man mit einem Kinderpsychologen Rücksprache halten, aber man sollte keine Behandlung mit Ritalin zu erzwingen versuchen, nur weil Herr und Frau X sich gestört fühlen.

Was ist die beste Behandlung?
– Auf lange Sicht ist das ganz klar die Gesprächs- und Verhaltenstherapie. Hier erlernt das Kind ohne medikamentöse „Unterstützung“, wie es seine Konzentration steigern kann. Das sollte im Interesse aller liegen.

Ist ADHS eine Modeerscheinung?
ADHS ist keine Modeerscheinung. Schon seit vielen Jahrzehnten wird ADHS diagnostiziert. In den letzten Jahrzehnten haben die Krankheitsfälle allerdings stark zugenommen. Die erste Diagnose ist schon in Kindertagen möglich. Meist werden die ersten Anzeichen in den letzten Kindergartenjahren oder in den ersten Schuljahren erkannt. Die Kinder müssen still sitzen und sich konzentrieren, genau diese Funktionen können bei Kindern mit ADHS gestört sein. Sie können nicht über einen längeren Zeitraum ruhig sitzen bleiben, lassen sich unheimlich schnell durch Kleinigkeiten ablenken und das Konzentrieren fällt ihnen sehr schwer. Die Anzeichen werden meist von den Betreuern entdeckt, die den Eltern den Rat zur Untersuchung geben. In der Kindheit zeigen sich die Symptome von ADHS in anderen Maßen wie im Erwachsenenalter. Grundsätzlich wird ADHS in drei Symptome unterteilt, Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit. Anhand der drei Symptome sind die Anzeichen eher spezieller.

Wie sieht die Medikamentöse Behandlung bei Kindern aus?
Die Dosierung wird vom Spezialisten auf das Kind genau angepasst.
Bevor die Dosierung eingestellt werden kann, wird der Spezialist einige Untersuchungen durchführen. Erst, wenn der Spezialist sein Ok gibt, dann wird Medikinet Retard 10mg zur Einnahme verschrieben. In der Regel beginnt der Spezialist mit der Einnahme einer geringen Dosis. Die Dosis kann Schritt für Schritt angepasst werden. Der Spezialist kann genau feststellen, welche Stärke an Medikinet Retard 10mg eingenommen werden muss. Bei der Einnahme muss vor allen Dingen darauf geachtet werden, dass die Kapseln in einem StüCK eingenommen werden. Die Kapseln dürfen auf keinen Fall zerteilt und zu verschiedenen Tageszeiten eingenommen werden. Medikinet Retard 10mg sollte grundsätzlich nur am Morgen oder am frühen Vormittag eingenommen werden. Bei einer zu späten Einnahme können Schlafstörungen die Folge sein. Außerdem muss das Kind sich in der Schule und bei den Hausaufgaben konzentrieren. Diese werden meist am Morgen und am frühen Nachmittag durchgeführt. Alle 6 Monate müssen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, die zeigen, ob die Dosis verändert werden muss. Die Kapseln von Medikinet Retard 10mg können entweder mit oder direkt nach dem morgendlichen Frühstück eingenommen werden. Die Kapsel können entweder im Ganzen geschluckt werden oder der Inhalt der Kapsel wird auf einem Esslöffel verabreicht. Allerdings darf der Inhalt der Kapseln nicht zerkaut oder zerkleinert werden.

Gibt es Nebenwirkungen bei Medikinet?
Nebenwirkungen sind wie bei allen Medikamenten möglich.
Medikinet Retard 10mg kann in einer Überdosis eingenommen werden. Bei den ersten Anzeichen einer Überdosis muss ein Krankenwagen oder der Arzt informiert werden, der die genaue Menge erfahren muss. Anzeichen für eine Überdosis können Erbrechen, Verwirrtheit, Schwitzen, Halluzinationen, Hitzewallungen, hohes Fieber, Kopfschmerzen, erhöhter Blutdruck oder erweitere Pupillen sein. Bei vielen Patienten können unregelmäßiger Herzschlag und Stimmungsveränderungen zu den Nebenwirkungen zählen, die nichts mit einer Überdosis zu tun haben. In einigen Fällen klagen die Betroffenen auch über Suizidgedanken oder fühlen beziehungsweise sehen Dinge, die nicht real sind.

Allergieanzeichen, wie Ausschlag, Juckreiz oder Schwellungen können ebenfalls zu den Nebenwirkungen von Medikinet Retard 10mg gehören. Hemmungslosigkeit, Überaktivität oder Erregtheit ist bislang eher selten aufgetreten. In ganz seltenen Fällen sind Herzanfälle, Anfälle, Muskelkrämpfe, Lähmungen oder eine verminderte Anzahl an Blutzellen festgestellt worden. Sollten Nebenwirkungen auftreten, die durch Medikinet Retard 10mg ausgelöst werden, muss der Spezialist aufgesucht und die Dosierung gegebenenfalls umgestellt werden.

Was ist der Unterschied zwischen kurze und lange Tageswirkdauer?
Medikamente mit kurzer und langer Tageswirkdauer zur Behandlung von ADHS

Bei der Behandlung von ADHS wird zwischen einer kurzen Tageswirkdauer und einer langen Tageswirkdauer unterschieden. Zu den kurzen Tageswirkdauermedikamenten gehören neben Medikinet Retard 10mg, auch Ritalin, Methylphenidat TAD, Methylphenidat Hexal und Methylphenidat ratiopharm. Zu den Medikamenten mit langer Tageswirkdauer gehören Concerta, Medikinet adult, Medikinet retard, Equasym retard und Ritalin LA.

Wie sieht die Prognose für ADHS-Patienten aus?

Bei falscher Behandlung ist die Prognose oft düster. Fehldiagnostizierte Kinder werden häufig zu sog. „Underachievern“ und erreichen gesteckte Ziele nur sehr selten. Dieser Umstand macht es umso wichtiger, dass man versucht, dem Kind ohne Medikamente zu helfen und selbige nur als ein letztes Ressort ansieht und nicht als Erste Hilfe.


In großer Anzahl werden Kinder und Jugendliche mit dem Wort ADHS konfrontiert. Die Abkürzung ADHS bedeutet: Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. Bei ADHS handelt es sich in der Regel um eine Erkrankung des neurobiologischen Systems. Bei dieser Erkrankung werden die Informationen, die zwischen den Nervenzellen hin und her gesendet werden, falsch oder verändert zum Gehirn gesendet. Die Hauptsymptome, die auf eine ADHS-Erkrankung hindeuten, sind Aufmerksamkeitsstörungen, Impulsivität und Hyperaktivität. Die Ursachen für eine ADHS-Erkrankung liegen nicht nur in der Genetik, sondern auch im sozialen Umfeld. Also kann ADHS nicht nur durch die Vererbung weitergegeben werden. Auch die äußeren Einflüsse spielen eine entscheidende Rolle. Bis vor einigen Jahren wurde ADHS als reine Kinderkrankheit eingestuft, aber die Zeit hat gezeigt, dass auch viele Erwachsene eine ADHS-Störung haben und darunter leiden.
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