Nervenschmerzen

Neuropathie – wenn Nerven überreagieren

Nervenschmerzen

Nervenschmerz, auch Neuralgie oder neuropathischer Schmerz genannt, entsteht durch die Schädigung der oder eines peripheren Nervens. Er zählt zu der unangenehmsten Form des Schmerzes den ein Mensch in seinem Leben erfahren kann.

Nervenschmerz oder gewöhnlicher Schmerz was ist der Unterschied?

Unter dem gewöhnlichen, nozizeptiven Schmerz versteht man eine gesunde, physiologische Reaktion des Körpers auf einen Schmerzreiz. Er ist lebensnotwendig, um den Körper vor größeren Schäden zu bewahren. Die Nervenbahnen, die den Schmerzreiz weiterleiten, sind intakt und der Schmerz lässt nach sobald der Reiz beseitigt wurde.

Eine Neuralgie hingegen entsteht, wenn sensorische Nervenbahnen beschädigt wurden. Der Schmerz dient hier nicht dem Schutz des Körpers, sondern ist das Symptom einer physiologischen Fehlfunktion und entsteht gänzlich ohne äußeren Einfluss. Diese Fehlfunktion äußert sich nicht immer durch Schmerz, auch ein ansonsten unerklärliches Taubheitsgefühl in den Extremitäten kann das Anzeichen einer Beschädigung der Nervenbahnen sein.

Bei nozizeptivem Schmerz wird das beschädigte Gewebe in der Regel vermehrt durchblutet um eine Heilung in Gang zu setzten. Häufig ist gerade dieser erhöhte Blutfluss Ursache des Schmerzes, da die ausgetretene Flüssigkeit Druck auf die umliegenden Nervenenden ausübt.
Im Gegensatz dazu verursacht eine Durchblutungsstörung und somit Unterversorgung der peripheren Körperteile das Entstehen einer Neuralgie.


Ursachen der Nervenschmerzen

  • Nervenschaden durch Stoffwechselgifte
  • mechanische Beschädigung der Nerve
  • Infektionen

Nervenschmerzen durch Grunderkrankungen

Nervenschmerzen entstehen wenn reizleitende Nervenbahnen beschädigt wurden. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Am häufigsten schädigen Stoffwechselstörungen, wie ein schlecht behandelter Diabetes mellitus und Fettsucht die Nerven oder deren ummantelnde Myelinschicht. Da diese Erkrankung den gesamten Körper beeinflusst, sind hier sehr oft mehrere Nervenbahnen betroffen. In diesem Fall spricht man von einer Polyneuropathie.

Bei Diabetes mellitus sind Nervenbahnen und Gefäße chronische einem erhöhten Blutzuckerspiegel ausgesetzt. So lebensnotwendig Glukose als Energielieferant ist, so gefährlich ist eine dauerhafte Überversorgung dieses reaktiven Moleküls und seiner Abbauprodukte. Durch die Schädigung der Nerven verlieren Diabetiker das Feingefühl vor allem in den Füßen und nehmen Verletzungen erst sehr spät war.

Die Niere und die Leber sind die wichtigsten Entgiftungssysteme des Körpers. Verlieren diese Ihre Funktion reichern sich Gifte im Gewebe an. Dies können die Nerven direkt schädigen oder führen über eine Störung im Versorgungssystem zum Nährstoffmangel der Zellen und so zu deren Funktionsverlust.

Neben Diabetes ist übermäßiger Konsum von Alkohol eine der Hauptursachen neuropathischer Probleme. Dabei wirkt Alkohol auf mehreren Wegen nervenschädigend. Zum einen ist Alkohol und sein Abbauprodukt das Acetaldehyd direkt nervenschädigend zum anderen führt chronischer Alkoholmissbrauch zur der Entwicklung einer Leberzierrose und folgenden Vergiftungserscheinungen. Darüber hinaus begünstigt Alkohol eine Unterversorgung mit den notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen.

In der Gruppe der B Vitamine finden sich die typischen Nervenvitamine. Vor allem Thiamin, das Vitamin B1 und das Vitamin B12. Unter normalen Bedingungen nimmt der Mensch mit der Nahrung ausreichend Vitamine zu sich, Stress, Krankheit, Sport und Schwangerschaft erhöhen jedoch den Bedarf. Auch bei dem Genuss von Kaffee und Alkohol sollte auf eine vermehrte Zufuhr geachtet werden, denn diese Lebensmittel verbrauchen nicht nur Vitamine, sie vermindern auch die Fähigkeit des Organismus diese aus der Nahrung aufzunehmen.

Einige Medikamente, wie beispielsweise Protonenpumpenhemmer sorgen ebenfalls für eine verschlechterter Aufnahme des Vitamin b12 aus dem MagenDarm Trakt. Zusätzlich können einige Medikamente die Nervenbahnen auch direkt schädigen. Hierzu zählen vor allem Chemotherapeutika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden.

Nervenschmerzen durch Verletzungen

Eine klassische Beschädigung des Nerven entsteht, wenn eine mechanische Ursache den Nerv verletzt. Neben Unfallverletzungen oder einem chirurgische Eingriff kann auch Druck eine Neuropathie hervorrufen. Ein weit bekanntes Beispiel hierfür ist der Bandscheibenvorfall, bei dem die Bandscheibe übermäßigen Druck auf die Nervenbahnen des Rückenmarks ausübt und heftigen Schmerz in den innervierten Körperteilen verursacht.

Aber auch Tumore oder Flüssigkeitsstau können die Nervenbahnen einengen. Eine weiter Krankheit, die durch einen eingeengten Nerv entsteht, ist das Karpaltunnelsyndrom. Hier ist häufig eine Fehlbelastung als Ursache zu finden. Diese führt zu einer Schwellung im Sehnengleitfach wodurch der Nerv eingeengt und bei dauerhaften Druck, geschädigt wird.

Eine weitere, sehr schmerzhafte Form der Neuropathie sind die Polyneuritiden. Dies sind Entzündungen innerhalb der Nervenbahnen. Infektionen oder Gifte aktivieren das Immunsystem, Makrophagen wandern in die Nerven und setzten dort Zytokine frei, die den Entzündungsprozess in Gang setzten.

Viren und Bakterien als Auslöser

Bakterien Enterobakterien

Vor allem Viren sind Auslöser dieser Infektions bedingten Neuropathie. Herpes simplex, Varizelle-Zoster, Zytomegalie-Virus und das Epstein-Bar Virus sind die häufigsten Verursacher.

Nach der ersten Infektion sind diese Viren ein Leben lang im menschlichen Körper anwesend und vermehren sich wenn das Immunsystem durch Stress oder im Alter geschwächt wird.

Der bekannteste Vertreter ist die Gürtelrose, Verantwortlich für diese Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft, ist das Varizelle-Zoster-Virus. Im Kindesalter führt eine Erstinfektion zu Windpocken. Trotz abklingen der Symptome kann der Virus in den Ganglien der Hirn- und Spinalnerven vorhanden bleiben. Ein erneuter Ausbruch führt zu typischen Hauterscheinungen mit einem brennenden, stechenden Schmerz und Bläschen Bildung in dem gut sichtbaren Dermatom (Nervenareal) in dem der Ausbruch stattfindet.

Weitere virale Infektionen, die Ursache einer Polyneuritide sein können.

  • Enzephalitis epidemica
  • Grippe
  • Hepatitis A- und C-Infektion
  • Masern und Mumps (Paramyxoviren)
  • Zeckenbiss-Meningo-Enzephalo-Myelitis (fsme-Virus)

Diagnose & Verlauf

Die Symptome unterscheiden sich je nach Ursache der Nervenbeschwerden. Bei einer schleichenden Neuropathie, verursacht durch Stoffwechselstörungen, Alkohol oder Zellgiften, können kribbelige Füße, Taubheitsgefühl und Empfindungsstörungen die ersten Anzeichen sein. Manchmal lassen sich die Gliedmaßen nicht mehr richtig Steuern oder kleine Berührungen sorgen für einen stechenden Schmerz.

Werden die Schmerzen durch Druck verursacht, kann der Schmerz sehr schnell auftreten und heftig sein, wie bei einem Bandscheibenvorfall oder sich durch kribbeln und Schmerzen im Ruhezustand deutlich machen. Wie es bei dem Karpaltunnelsyndrom der Fall ist, wo der Nerv über einen längeren Zeitraum eingeengt wurde.

Viral verursachte Nervenschmerzen sorgen für heftigen, brennenden Schmerz in einem lokal begrenzten Areal. Da hier das Immunsystem aktiviert wurde, kommen häufig Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit dazu. Im Fall der Gürtelrose sind deutliche Veränderungen der Haut sichtbar, die dem betroffenen Nerven folgen.

Formen des Nervenschmerzes

  • kribbeln in den Extremitäten
  • plötzlicher, stechender Schmerz
  • brennender Schmerz
  • Schmerzen mit Hautveränderungen.

Eine einfach Diagnose gibt es nicht

Eine eindeutige Diagnose ist relativ schwierig, da die Symptome viele Ursachen haben können. Besonders wichtig ist ein ausführliches Gespräch des Arztes mit dem Patienten, bei dem die Art des Schmerzes, Häufigkeit so wie Lebensumstände, Stress, Medikamenteneinnahme, Grunderkrankungen und Vorbelastungen in der Familie nachgefragt werden sollte. Ein wichtiges Hilfsmittel ist der Schmerzfragebogen den der Patient zu Hause ausfüllen muss.

Des weiteren gibt es verschiedene Testsysteme, die versuchen den Schmerz objektiv zu erfassen. Da das Schmerzempfinden eine sehr subjektive Wahrnehmung ist, wird die Schmerzstärke auf einer Skala bewertet und mit anderen (Schmerz)reizen verglichen.

Neben der Auswertung des Patientengespräches finden auch Bildgebende und Elektrophysiologische Verfahren Anwendung. Mittels CT und MRT können mechanisch bedingte Verletzungen der Nerven sichtbar werden. Auch Tumore oder Wasseransammlungen, die auf eine Entzündung hindeuten, kommen so zum Vorschein. Engpässe hingegen lassen sich besser durch elektrophysiologischen Messverfahren nachweisen. Mit ihnen wird die Leitfähigkeit der Nervenbahnen ermittelt.

Um Grunderkrankungen, die Ursache der Störungen sein können, zu erkennen, sollten immer auch Labordiagnostische Untersuchungen gemacht werden. Zum Beispiel:

Diagnose und dann?

Der Verlauf der Nervenschmerzen hat eine ungünstige Prognose. Unter einer adäquaten Behandlung
ist es zwar möglich die Schmerzen zu reduziere, aber eine vollständige Heilung gibt es nicht. Sind kleine periphere Nerven verletzt, können diese mit einer Geschwindigkeit von 3 – 5 Millimeter pro Tag nachwachsen. Größere Nervenbahnen hingen oder Regionen in Gehirn und Rückenmark sind nicht regenerierbar.

Durch Nahrungsergänzungsmittel wie dem Pyrimidin-Nukleotid Uridinmonophosphat (UMP) kann das Nervenwachstum unterstützt werden. Gezielte Stimulation der Nervenbahnen regen das Wachstum und die Regeneration an. Zu beachten ist allerdings auch, dass neu wachsende Nervenbahnen die alten nicht identisch ersetzten, sonder die vorhandene Lücke neu schließen. Bei sehr kleinen Nerven ist der Unterschied jedoch kaum merkbar.


Diagnosedaten & Häufigkeit

Etwa 17% aller Deutschen leiden unter chronischen Schmerzen.

Nur die Hälfte kann innerhalb der ersten zwei Jahre Schmerzlinderung durch eine adäquate Therapie erreichen und nur jeder zehnte wird überhaupt angemessen behandelt. Diese Menschen leiden nicht nur an den Schmerzen selber, sondern auch durch die zunehmenden Schwierigkeiten am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Diabetes mellitus ist Ursache jeder dritten Neuropathie. Fast die Hälfte aller Diabetiker leiden sogar an einer Polyneuropathie, an Schmerzen die mehrere Nervenbahnen betreffen. Aber auch der Einfluss von Alkohol an dem Auftreten der Erkrankung ist deutlich nachweisbar. Ist die Leber erst einmal dauerhaft geschädigt liegt die Wahrscheinlichkeit Nervenschmerzen zu bekommen oder bereits zu haben bei 90 Prozent. Bei 20 – 40 Prozent der Alkoholabhängigen sind sogar mehrere Nerven beschädigt, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen.


Komplikationen

Schmerzen Gehen meistens mit einer Veränderung der Körperhaltung und -nutzung einher. Dadurch entstehen Muskelverspannungen und im weiteren Verlauf eine ungünstige Abnutzung der Gelenke.
Durch Schmerzmittel aber auch durch den Funktionsverlust der Nerven nimmt der Erkrankte Verletzungen weniger deutlich war oder bemerkt sie gar nicht. Wunden werden so erst spät behandelt und können sich leicht infizieren.

Die psychische Belastung, die mit chronischen Schmerzen einhergeht kann Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit auslösen und den Schlaf erheblich beeinträchtigen. Dies wirkt sich wiederum negativ auf das Gemüt aus. Die Betroffenen fühlen sich schlapp und nehmen dadurch den Schmerz stärker wahr.

Durch die Einnahme von Medikamenten lässt sich dieser Teufelskreis zwar durchbrechen aber auch Medikamente bergen das Risiko von Komplikationen. Die klassischen Analgetika wie Ibuprofen oder ASS schädigen bei langfristigem Gebrauch Nieren und Lebern. Sie verringern die schützende Schicht der Magen– und Darmschleimhaut, erhöhen so das Risiko einer inneren Blutung und sorgen für Magenschmerzen. Auch bei Verletzungen kann die Wundheilung weniger schnell verlaufen als normal.

Andere Schmerzmedikamente bergen dieses Risiko nicht, erhöhen aber die Gefahr Herz-Kreis-Probleme zu entwickeln oder verursachen Verstopfung, Hämorrhoiden, Übelkeit oder Ausschlag.
Eine langfristige Einnahme einiger Schmerzmittel birgt zudem das Potential Medikamenten induzierter Kopfschmerzen auszulösen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Jeder Schmerz, der länger als eine Woche andauert, als quälend empfunden wird oder wiederkehrt sollte von einem Arzt untersucht werden. Schmerz ist in erster Linie ein Warnsignal. Auch wenn die vermeintliche Ursache bekannt ist, ist ein Besuch beim Arzt anzuraten, denn der Fachmann kann schlimmeres ausschließen und Ratschläge zur Schmerzlinderung geben.

Nicht nur Schmerzen sonder auch bei Empfindungsstörungen oder Kribbeln sollte der Termin beim Hausarzt nicht hinausgezögert werden. Je länger gewartet wird, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit eine dauerhafte Schädigung der Nerven zu riskieren.

Wer viel Alkohol genießt, an einer Stoffwechselstörung leidet oder sehr viele Medikamente einnimmt dem ist auch der regelmäßige Kontrollgang beim Hausarzt anzuraten. Bestätigt dieser einen chronischen Schmerz wird er den Patienten an einen Fachmann überweisen.

Wer den Gang zum Arzt scheut kann bei einer Selbsthilfe Gruppe das erste Gespräch suchen. Die Krankenkassen können hier vermitteln.


Behandlung & Therapie

Die Behandlung erfolgt entsprechend der Ursache des Nervenschmerzes. Bei Mangelernährung und Vergiftungen muss eine Anpassung der Ernährung erfolgen. Bei einem Diabetes mellitus wird zuallererst eine Senkung des Blutzuckerspiegel in Angriff genommen. Bei Entzündungen hingegen wird Kortison eingesetzt um weitere Schäden zu minimieren und bei Nervenschäden durch Einengung kann ein chirurgischer Eingriff helfen.

Schmerz ist eine besondere Empfindung, die sowohl den Körper als auch die Psyche betrifft. Da Schmerz in der Regel den Körper vor schädlichen Situationen warnen soll, ist es nicht verwunderlich, dass es das so genannte Schmerzgedächtnis gibt. Reize, die Schmerzen auslösen, werden von Mal zu Mal stärker wahrgenommen. Vorausgesetzt allerdings, das Individuum bewertet den Schmerz als unangenehm und störend. Daher gilt es einerseits den Schmerz zu stoppen, anderseits aber auch die subjektive Wahrnehmung zu behandeln.

Medikamentöse Behandlungen

Die realistischen Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung liegen bei einer Verringerung der Schmerzen um 30 – 50 %. Ziel ist die Verbesserung der Schlafqualität, die Teilnahme am sozialen Leben und die Fähigkeit zu Arbeiten. Wichtig ist es hierbei den Schmerz rund um die Uhr zu behandeln, da nur so einen Aktivierung des Schmerzgedächtnis verhindert werden kann.

Die WHO hat ein Stufenschema erstellt, dass zur Orientierungshilfe bei der medikamentösen Behandlung von Schmerzen dient. Eine medikamentöse Behandlung sollte aber immer auch mit nichtmedikamentösen Maßnahmen kombiniert werden.

Welches Schmerzmittel wirksam ist hängt vor allem von der Ursache und dem Ort der Nervenschmerzen ab. In den meisten Fällen sind klassische Analgetika nicht wirksam oder nicht zu empfehlen, das sie in sehr hoher Konzentration und über einen sehr langen Zeitraum eingenommen werden müssten, wobei das Risiko auf Komplikationen erheblich steigt.

Daher wird ein Großteil der Schmerzpatienten mit Opioiden oder Opioid-ähnlichen Medikamenten behandelt. Beide können eine Abhängigkeit auslösen und verlieren mit der Zeit ihre Wirkung, so dass immer höhere Konzentrationen benötigt werden. Bei der jungen Patienten kann dies problematisch werden.

Der Einsatz von Schmerzmitteln ist jedoch nur ein Baustein der Therapie chronischer Schmerzen. Vielen Patienten helfen Medikamente anderer Substanzgruppen sehr viel besser. Antiepileptiker wie Carbamazepin, Lamotrigin und Gabapentin stabilisieren die Reizleitung in den Nervenbahnen und verringern sehr effektiv Schmerzattacken.

Daneben ist der Nutzen einer Behandlung mit Antidepressiva in niedriger Dosierung belegt. Sie verhindern vor allem eine übermäßige Reaktion auf harmlose Reize. Bei Phantomschmerzen und krampfartigen Schmerzen hilft ein zentrales Muskelrelaxans und Kortikoide werden bei Ödembildung, Entzündungen und gegen Erbrechen vorgeschrieben.

Neben Medikamenten ist der Einsatz von Physiotherapie und Osteopathie bei einem eingeklemmten Nerv und bei haltungsbedingten Schmerzen hilfreich. Auch Akupunktur kann das Leiden der Patienten lindern. Genau wie bei der Anwendung von homöopathischen Arzneimittel ist ihre Wirkung jedoch nicht ausreichend belegt und der Placebo-Effekt spielt eine wichtige Rolle. Allerdings ist die Schmerzwahrnehmung in vielen Fällen ebenfalls durch einen Nocebo-Effekt, also dem negativen Placebo-Effekt, verursacht und daher rational mit einem Placebo behandelbar.


Vorbeugung & Prävention

Vitamine ernährung groß schaubild

Nervenschmerzen lassen sich am besten durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung vorbeugen.

 

Diabetiker oder Patienten, die viel Medikamente einnehmen müssen profitieren in einigen Fällen von einem Supplementieren mit Vitamin B (Vitamin b1 und b12) Präparaten. Der Genuss von Alkohol und Zigaretten sollte eingeschränkt werden und eine positive Lebenshaltung mit wenig Stress vermindert die Stärke der Schmerzwahrnehmung.

  • vermeiden von Alkohol und Zigaretten
  • gesunde Ernährung
  • Vitamin Supplemente bei Risikogruppen
  • Stressbewältigung

Alternative Behandlungen & Heilmittel

Neben den medikamentösen Behandlungsansätzen spielen Alternativen Therapiemöglichkeiten für die Patienten eine wichtige Rolle. Entspannungsübungen helfen bei der Bewältigung von Stress und Stimmungsschwankungen. Bei der Hypnose wird der Patient in Trance versetzt und ein bestehendes Schmerzgedächtnis, beziehungsweise die Verknüpfung von Situationen mit Schmerz kann gelöst werden. In einigen Fällen ist hierdurch sogar eine vorübergehende Schmerzfreiheit möglich.

Biofeedback-Verfahren geben dem Erkrankten Auskunft über sein Anspannungsniveau. Korreliert vermehrte Anspannung in gewissen Körperregionen mit dem Schmerz kann durch gezielte Entspannungsübungen der Schmerz gelindert werden.

Bei Muskelverspannungen durch eine schlechte Körperhaltung helfen Wärmepackungen.


Fragen & Antworten

Sind Nervenschmerzen heilbar?

Nein, in der Regel lässt sich ein geschädigter Nerv nicht wieder regenerieren. Jedoch ist es möglich den Schmerz zu reduzieren.

Meine Eltern leiden an einer Polyneuropathie, werde ich diese auch bekomme?

Leider gibt es auch eine erbliche Komponente bei der Entwicklung dieser Krankheit. Sind Verwandte betroffen ist es wichtig besonders gut auf seine Ernährung zu achten und bei den ersten Symptomen den Arzt aufzusuchen.

Mein Arzt hat mir gegen die Schmerzen Antidepressiva verschrieben und möchte, dass ich zum Psychiater gehe. Denkt er, dass ich mir die Schmerzen einbilde?

Nein, Antidepressiva sind eine ganz gewöhnliche Behandlungsstrategie bei neuropathischen Schmerzen. Genau wie bei einer Depression sind auch hier die Nerven erkrankt, allerdings sind die Symptome andere. Auch der Besuch bei einem Psychiater kann hilfreich sein um die Seele zu entlasten. Denn Schmerzen können durch seelische Probleme verstärkt werden. Manchmal ist den Patienten ein psychischen Leiden gar nicht bewusst.

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