Mundgeruch

Steckbrief: Mundgeruch

  • Name(n): Mundgeruch; Halitosis; Kakostomie; Foetor ex
  • Art der Krankheit: Oftmals nur Krankheitssymptom
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Bereits in der griechische Mythologie und der Antike
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Verschiedene
  • Wieviele Erkrankte: Circa 25 % der Menschen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Zahnarzt; Gastroenterologe
  • ICD-10 Code(s): r19.6

Mundgeruch – Vermeidbare Peinlichkeit
Mundgeruch
Wer kennt ihn nicht, den üblen Geruch aus dem Mund am Morgen, nach einer durchzechten Nacht oder einer ausgiebigen Knoblauchorgie? Aber einige Menschen leiden auch darüber hinaus an einem schlechten Atem. Dann sprechen Ärzte oftmals von einer Halitosis oder einem sogenannten Foetor ex.

Nicht selten wird die Krankheit von Betroffenen erst sehr spät bemerkt. Der Grund hierfür ist vor allem, dass Mundgeruch nach wie vor ein Tabuthema ist, über das nicht gern gesprochen wird. Nur selten wird man auf einen unangenehmen Geruch direkt angesprochen. Darüber hinaus glauben nicht wenige Menschen, ein schlechter Atem stehe in Verbindung mit einer mangelnden Hygiene. Dabei ist diese nicht ausschließlich ausschlaggebend für Mundgeruch. Auch verschiedene Krankheiten können hierfür entscheidend sein. Neben Zahnproblemen sind unter anderem Schäden an der Schleimhaut, Erkrankungen des MagenDarm-Traktes oder bakterielle Infektionen für eine Halitosis verantwortlich.

Wird Mundgeruch festgestellt, dann sollte zuerst einmal ein Zahnarzt aufgesucht werden. Dieser kann leicht feststellen, ob das Problem von den Zähnen oder der Mundhöhle ausgeht, was in beinahe 90 % der Fälle zutrifft. Hernach kann durch eine Behandlung oftmals eine enorme Besserung erzielt werden. Ist keine Erkrankung ausschlaggebend, dann führt der Zahnarzt auch eine Aufklärung über die richtige Mundhygiene durch. Hierbei werden noch einmal das Zähneputzen und die korrekte Reinigung der Zunge erläutert.

Es lohnt sich also, bei Mundgeruch einen Arzt zu kontaktieren und nicht aus Scham sich vor einem solchen zu drücken. In den meisten Fällen ist eine schnelle Heilung möglich und eventuell zugrundeliegende Krankheiten können erkannt und behandelt werden, bevor sich gravierendere gesundheitliche Probleme ergeben.

Definition Mundgeruch?

Schlechter Atem, auch Halitosis genannt, ist ein Symptom, bei dem ein merklich unangenehmer Geruch auf dem Atem vorhanden ist. Es kann zu Angst bei den Betroffenen kommen, da ein schlechter Geruch oftmals mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht wird und zu sozialer Ausgrenzung führen kann. Mundgeruch ist darüber hinaus auch mit Depressionen und Symptomen einer Zwangsstörung assoziiert.

Bedenken wegen schlechten Atems können in echte und nicht echte Fälle unterteilt werden. Von denen, die echten Mundgeruch haben, sind etwa 85 % auf Probleme mit der Mundhöhle zurückzuführen. Es wird angenommen, dass die verbleibenden Fälle auf Störungen in Nase, Nebenhöhlen, Rachen, Lunge, Speiseröhre oder Magen zurückgehen. Nur in seltenen Fällen kann Mundgeruch auch aufgrund einer zugrunde liegenden Erkrankung wie Leberversagen oder Ketoazidose entstehen. “Unechte” Fälle treten auf, wenn jemand spürt, dass er schlechten Atem hat, aber jemand anders kann ihn nicht wahrnehmen. Wie häufig dies auftritt, kann statistisch nicht belegt werden, da es keine einheitliche Definition dafür gibt, wann Mundgeruch beginnt. Immerhin hat jeder Mensch zu bestimmten Tageszeiten und während verschiedener Lebensphasen Mundgeruch. Eine psychische Störung, bei der Mundgeruch im Zentrum steht, wird bei etwa 5 % der Fälle angenommen. Es können allerdings auch deutlich mehr Personen vor einer unbegründeten Angst vor Mundgeruch betroffen sein.

Die Behandlung einer Halitosis hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Erste Bemühungen können Zungenreinigung, eine verbesserte Mundhygiene und das Verwenden von Zahnseide sein. Die Behandlung von Grunderkrankungen wie Zahnfleischerkrankungen, Karies oder gastroösophagealen Reflux-Krankheit kann ebenfalls helfen. Eine psychotherapeutische Beratung kann nützlich sein bei den Menschen, die fälschlicherweise glauben, dass sie schlechten Atem haben.


Was ist Mundgeruch?

Als Mundgeruch wird im Allgemeinen ein unangenehmer Geruch bezeichnet, welcher der Atemluft eines Menschen beigemischt ist. Theoretisch leidet jeder Mensch zu bestimmten Tageszeiten, nach dem Konsum bestimmter Speisen oder mit zunehmendem Alter unter diesem Problem. In der Regel ist Mundgeruch jedoch nicht krankhaft. Erst dann, wenn der Geruch sehr stark ist und das Leben eines Menschen tatsächlich negativ beeinflusst oder bestimmte Krankheiten ausschlaggebend für den Geruch sind, ist Mundgeruch tatsächlich behandlungsbedürftig. Ärzte sprechen dann von einem sogenannten Foetor ex oder einer Halitosis.

Ursachen für Mundgeruch können sehr vielfältig sein. Neben krankhaften Veränderungen im Mundraum, die auf eine mangelnde Hygiene, Zahnprobleme oder Infektionen und Pilzbefall zurückzuführen sind, können auch psychische Faktoren einen Einfluss haben. Stress und Ängste sorgen nicht selten für einen üblen Geruch. Einige Menschen leiden aber auch unter einem eingebildeten Mundgeruch, was übertriebene Hygienemaßnahmen und Panikattacken zur Folge haben kann. In Allgemeinen wird Mundgeruch außerdem mit Magen-Darm-Leiden assoziiert. Diese sind jedoch vergleichsweise selten Ursache für eine Halitosis.

Es gibt reichlich Behandlungsmöglichkeiten und Produkte, mit denen gegen Mundgeruch vorgegangen werden kann. Hierzu gehören auch Naturprodukte oder Hausmittel. Viele Menschen neigen jedoch dazu, mit Mundwasser oder Kaugummis den schlechten Geruch einfach zu überdecken. Ärzte raten hierfür ab und empfehlen, bei wahrnehmbaren Mundgeruch zuerst einen Arzt aufzusuchen, um mögliche krankhafte Ursachen auszuschließen. Zudem können hier die spezifischen Auslöser des Mundgeruchs ermittelt werden, was hernach eine erfolgreiche Therapie ermöglicht. Nicht selten sind schlicht Fehler bei der Mundhygiene ausschlaggebend, die leicht, bei entsprechendem Bewusstsein hierfür, vermieden werden können.

Zusammenfassung
Mundgeruch (oder Foetor ex ore) entsteht meist durch mangelnde Mundhygiene. Auch Erkrankungen, wie Zahnbettkrankheiten (Parodontitis, Parodontose) oder eitrige Mandelentzündungen können zu Mundgeruch führen. Bei einigen Stoffwechselkrankheiten kann ein jeweils typischer Mundgeruch auffallen, z.B. Acetongeruch bei Diabetes mellitus, Uringeruch (Foetor urämicus) bei terminaler Niereninsuffizienz oder Lebergeruch (Foetor hepaticus) bei schwerer Leberkrankheit.

Langes Nüchternbleiben oder Fasten kann sich durch unangenehmen Mundgeruch bemerkbar machen. Wenn auch bei geschlossenem Mund, also bei Ausatmung durch die Nase, ein unangenehmer Geruch auftritt, spricht man von einer Halitosis.

Welche Ursachen gibt es?

Mundgeruch kann durchaus sehr vielfältige Ursachen haben. Grundsätzlich gilt, dass jeder Mensch Mundgeruch entwickeln kann. Das passiert unter anderem über Nacht und wenn Zähne und Mundhöhle über einen längeren Zeitraum hinweg nicht gereinigt werden. Eiweiße, die sich durch Essensrückstände zwischen den Zähnen oder durch Zungenbelag bilden, werden dann durch die Mundflora, also bestimmte Bakterien, aufggespalten. Hierdurch entstehen wiederum sogenannte Sulfide (Schwefelverbindungen), die sich mit der Atemluft mischen und einen unangenehmen Geruch verbreiten. Anhand des spezifischen Geruchs, kann ein Arzt bereits erkennen, welche Sulfide für den Mundgeruch verantwortlich sind: Methylmercaptan riecht beispielsweise nach vergorenem, ranzigen Kohl. Hingegen äußert sich Amin durch einen unangenehm fischigen Geruch.

Besonders häufig entsteht Mundgeruch infolge von Zungenbelag. Je dichter sich dieser in den Rillen der Zunge einlagert, desto höher ist die auch die Dichte an Bakterien, die wiederum Sulfide bilden. Eine mangelhafte Zungenhygiene gehört also zu den häufigen Ursachen für Mundgeruch.

Verantwortlich für eine Halitosis kann aber auch eine Zahnprothese sein. Hier setzen sich Bakterien in den sauerstoffarmen Zwischenräumen zwischen Zahnfleisch und Prothese fest. Dies wird deutlich verschlimmert, wenn die Zahnprothese nicht gereinigt und gepflegt wird. Generell verstärkt eine mangelhafte Zahnreinigung den schlechten Atem. Wird auf regelmäßiges Zähneputzen verzichtet, dann stellen sich überdies Karies, Paradontitis oder offene Zahnhälse ein, was ebenfalls zu einer Halitosis beitragen kann.

Generell zeigt sich infolge von Krankheiten nicht selten ein schlechter Geruch der Atemluft. Alle Arten der Mundschleimhautentzündung gehen daher auch mit Mundgeruch einher. Das gilt in gleichem Maße auch für Abszesse, die in der Mundhöhle entstehen. Gerade bei Zahnwachstum entstehen diese leicht. Mitunter kommt es dann sogar zu den sogenannten Zahnfleischtaschen. Hierunter sind kleine Zwischenräume zwischen den Zahnhälsen und dem Zahnfleisch zu verstehen, in denen sich leicht Bakterien bilden können. Nicht selten äußern sich solche Taschen durch einen stark fauligen Geruch.

In 90% aller Fälle liegt die Ursache von Mundgeruch im Mund- und Rachenraum. Bei unzureichender Zahnpflege und fortgeschrittener Karies können in der Mundhöhle vorkommende Bakterien Speisereste und abgeschilferte Zellen der Mundschleimhaut unter Bildung von Zahnbelägen zersetzen. Die dabei entstehenden Fäulnisstoffe (Sulfidverbindungen) sind für den unangenehmen Mundgeruch verantwortlich. Auch durch Medikamente wie bestimmte Psychopharmaka kann Mundgeruch entstehen.

Jede Art von Infektion, sei es eine Pilzinfektion oder eine bakterielle Entzündung, kann also zu einer Halitosis führen. Es gibt allerdings noch weitere Faktoren, die die Entstehung von Mundgeruch fördern. Dazu gehört unter anderem ein mangelnder Speichelfluss, wie er beispielsweise durch einen trockenen Mund, nächtliches Schnarchen oder zu wenig Flüssigkeitszufuhr entsteht. Aber auch psychische Faktoren, wie beispielsweise Stress oder Depressionen können sich in einer Halitosis manifestieren. Es gibt folglich Ursachen für Mundgeruch, die sich nicht direkt auf die Mundhöhle beziehen. Beispielsweise tragen auch starke Hormonschwankungen, etwa in den Wechseljahren, zu seiner Entstehung bei. In seltenen Fällen sind sogar Magen-Darm-Erkrankungen ursächlich.

Letztlich entscheidet auch die Ernährung darüber, ob Mundgeruch entsteht. Selbstverständlich führt der Konsum von Knoblauch, anderen starken Gewürzen, Alkohol, Kaffee und Zigaretten zu einem unangenehmen Geruch. Bekannt ist aber auch, dass das Einhalten einer starken Diät oder eine Fastenkur, Mundgeruch zur Folge haben. Sogar die Einnahme bestimmter Medikamente kann ihn auslösen. Durch Antibiotika etwa verändert sich die Mundflora so stark, dass hierdurch ein unangenehmer Geruch entsteht.

Insgesamt gesehen, entsteht Mundgeruch zum überwiegenden Teil aufgrund von Problemen in der Mundhöhle. Ärzte sprechen hier in etwa von 90 %. Am seltensten sind Krankheiten im Magen oder Darm für eine Halitosis verantwortlich. Häufiger hingegen zeigt sie sich infolge von hormonellen Schwankungen oder Stress.


Symptome & Anzeichen

Die Symptome bei Mundgeruch liegen natürlich auf der Hand: Die Atemluft, welche aus Mund und Nase ausströmt hat einen, für andere Menschen deutlich unangenehm wahrnehmbaren, Eigengeruch. Dieser Geruch kann entweder nur dann bemerkt werden, wenn Betroffene dicht an ihr Gegenüber herantreten oder, bei starkem Geruch, sogar dann, wenn eine Person weit entfernt steht und den Mund geschlossen hält.

Bei normalem, alltagstypischen Mundgeruch, wie er beispielsweise am Morgen nach dem Aufwachen auftritt, ist der üble Geruch in einer Distanz von ungefähr 10 Zentimetern wahrnehmbar. Durch den geschlossenen Mund und die, durch die Nase austretende, Atemluft sowie aus größerer Entfernung, sollte er nicht zu riechen sein. Hingegen äußert sich krankhafter Mundgeruch deutlich gravierender. In schweren Fällen kann der Geruch aus einem Meter bei geschlossenem Mund wahrnehmbar sein.

Die Bandbreite der möglichen Gerüche bei einer Halitosis ist vergleichsweise breit. Bei den meisten Patienten zeigt sich ein leicht fauliger Geruch, der an abgestandenes Sauerkraut erinnert. Möglich sind aber auch Gerüche, die mit ranziger Butter oder Schwefel vergleichbar sind. Nicht selten treten infolge spezifischer Zersetzungsprozesse auch Fäkalgerüche auf. Das individuelle Aroma spielt bei der Diagnostik eine entscheidende Rolle, da ein erfahrener Zahnarzt anhand dieser bereits Rückschlüsse hinsichtlich der zugrundeliegenden Ursache ziehen kann.

Neben dem zu erwartenden Symptom des schlechten Geruchs aus dem Mund können noch weitere Begleiterscheinungen bei Halitosis bemerkt werden. Auch diese sind eng an die Ursache des Mundgeruchs geknüpft. In den meisten Fällen tritt zum Beispiel ein starker Zungenbelag auf. Dieser ist oftmals weiß bis gelblich oder bräunlich und bedeckt den Großteil der Zunge. Zum Teil ist aber auch nur der hintere, in den Rachen ragende Teil der Zunge betroffen. Dieser Bereich kann in der Regel nur schlecht mit einem Zungenschaber oder einer Zahnbürste gereinigt werden. Bei mangelnder Hygiene sind neben der Zunge auch die Zähne von Belegen betroffen. In gravierenden Fällen liegen dann auch die Zahnhälse frei und das Zahnfleisch zeigt sich deutlich zurückgezogen. Dunkle Ränder an den Zähnen sind hier oft zu finden. Bei Infektionen treten zudem kleine Wunden im Mund- und Rachenraum auf. Hier entstehen manchmal sichtbare Bläschen, Belege und Rötungen. Magen-Darm-Beschwerden, die eher selten Ursache von Mundgeruch sind, können mit Aufstoßen, Darmgeräuschen und Schmerzen einhergehen. Allerdings ist auch hier Mundgeruch ein Begleitsymptom und nicht selbst Auslöser der Erkrankung.

Der Atem riecht unangenehm, faulig oder charakteristisch für eine Stoffwechselkrankheit. Bei Mundgeruch durch mangelnde Mundhygiene haben die Betroffenen eine belegte Zunge, Zahnbeläge, Zahnstein, Karies, Zahnfleischentzündung, schmerzendes Zahnfleisch, gerötetes Zahnfleisch oder ein unsaniertes Gebiss. Die Betroffenen nehmen den eigenen Mundgeruch meist nicht wahr.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine erste Diagnose wird in aller Regel durch einen sachkundigen Zahnarzt gestellt. Hierfür wird zunächst eine gründliche Anamnese erstellt. Der Arzt wird dabei den Patienten in Hinblick auf seine Mundhygiene sowie seine Ernährung und bestimmte Gewohnheiten befragen. Von Interesse ist dabei, ob und wie häufig der Patient die Zähne und die Zunge reinigt und welche Hilfsmittel hierfür verwendet werden. Es spielt dabei durchaus eine Rolle, zu welcher Tageszeit und auf welche Art Zähne geputzt werden. Wird dies beispielsweise nur am Abend vorgenommen oder nach jeder Mahlzeit? Dauert das Putzen für gewöhnlich weniger als eine Minute? Werden nur die leicht erreichbaren Zähne gereinigt? All diese Fragen können bei einer Anamnese gestellt werden. Es lohnt sich darüber hinaus die eigene Zahnbürste sowie Zahnseide oder Zungenschaber zum Arzttermin mitzubringen. Manchmal sind ungeeignete Geräte dafür verantwortlich, dass der Mundraum schlecht gepflegt ist und Mundgeruch entsteht.

Nach der Befragung wird der Arzt eine Untersuchung durchführen. Hierfür muss der Patient den Arzt anhauchen. Um den Schweregrad einer Halitosis zu bestimmen, geschieht dies in vier verschiedenen Stufen. Zunächst wird aus einer Distanz von etwa zehn Zentimetern gerochen. Zeigt sich hier ein Geruch, wird die Entfernung nachfolgend auf 30 Zentimeter beziehungsweise einen Meter vergrößert. Kann der Arzt den Geruch noch aus einem Meter wahrnehmen, wird er den Patienten bitten, den Mund zu schließen. Ist Mundgeruch selbst dann noch wahrnehmbar, handelt es sich um die gravierendste Form von Mundgeruch, um eine Halitosis des Schweregrades fünf.

Damit diese Untersuchungsmethode aussagekräftig ist, muss der Patient entsprechend vorbereitet sein. Das bedeutet, dass er zuvor keine Speisen mit Knoblauch oder Zwiebel gegessen, keinen Kaffee getrunken und nicht geraucht hat. Außerdem sollte vor dem Arzttermin eine Reinigung der Mundhöhle stattgefunden haben. Auf Mundspülungen oder Zahnpflegekaugummis sollte hingegen verzichtet werden. Diese können das Ergebnis der Untersuchung ebenfalls verzerren.

Kann schließlich ein Mundgeruch beim Patienten festgestellt werden, wird der Zahnarzt weitere Untersuchungen vornehmen. In aller Regel wird dabei die Mundhöhle gründlich durchleuchtet. Zahnhälse, Zahnfüllungen sowie der Zustand des Zahnfleisches werden auf eventuelle Krankheiten hin überprüft. Darüber hinaus stehen einer gut eingerichteten Zahnarztpraxis einige Apparaturen zur Verfügung, die zusätzlich Aufschluss über eine mögliche Ursache des Mundgeruchs geben können. Beispielsweise verfügen manche Ärzte über einen Sulfidmonitor oder sogar eine elektronische Nase, die Aufschluss über die Gaskonzentration der Atemluft gibt. Diese Werkzeuge sind jedoch nicht immer notwendig. Ein erfahrener Arzt kann anhand eines spezifischen Geruchs oftmals bereits anhand seiner Erfahrung darüber urteilen, welche Ursachen für die Halitosis infrage kommen.

Die Diagnose Mundgeruch oder Halitosis ist leicht durch das Hauptsymptom zu stellen. Der Arzt beobachtet außer dem schlechten Atem z.B. Zahnbeläge. Mit speziellen Geräten, den Sulfid-Monitoren, kann man den Gehalt an Sulfidverbindungen in der Atemluft messen. Schwere Erkrankungen wie Stoffwechselkrankheiten sind durch Anamnese, körperliche Untersuchung und Bluttests auszuschließen.

Sollte das Problem nicht im Bereich der Zahnmedizin liegen, also beispielsweise psychosomatisch sein oder sich auf Probleme im Verdauungstrakt zurückführen lassen, wird der Zahnarzt eine Überweisung an einen anderen Facharzt ausstellen. Ansonsten übernimmt er die Behandlung in der Regel selbst. Einige Praxen sind darüber hinaus auf Mundgeruch spezialisiert und bieten verschiedene Therapiemöglichkeiten an, die auch die Behandlung von Mundgeruch aufgrund von psychischen Problemen und Stress abdecken.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Genaue statistische Angaben über die Häufigkeit und Verbreitung von Mundgeruch lassen sich aktuell nicht machen. Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen ist Mundgeruch in den meisten modernen Gesellschaften ein Tabuthema über das nicht gesprochen wird. Auch werden Menschen, die hierunter leiden womöglich nur selten auf ihr Problem angesprochen, sodass sie erst spät bemerken, dass sie Mundgeruch haben. Aus diesem Grund wird nicht immer ein Arzt aufgesucht, der Fälle von Mundgeruch dokumentieren und gegen diesen vorgehen kann. Zum anderen gibt es bislang keine eindeutige Definition von Mundgeruch. Jeder Mensch hat verschiedene Bakterien in der Mundflora. Diese sorgen durch Aufspaltungsprozesse für das Entstehen typischer Geruchsnoten. Jeder Mensch bringt folglich einen bestimmten, mehr oder weniger penetranten, Eigengeruch mit, der unabhängig von Problemen oder der Mundhygiene besteht. Darüber hinaus variiert der Geruch über den Tag verteilt und richtet sich auch danach, wann die letzte Zahnreinigung stattgefunden hat, wie anfällig die Zunge für Belag ist und was gegessen wurde. Ab wann ein Mundgeruch als krankhaft eingestuft wird, variiert folglich. Aus diesem Grund liegen Schätzungen zur Häufigkeit einer Halitosis sehr weit auseinander. Einige Ärzte schätzen, dass lediglich 5 % der weltweiten Bevölkerung unter Mundgeruch leiden. Andere Ärzte hingegen halten es für wahrscheinlich, dass mehr als die Hälfte der Menschen mit diesem Problem zu kämpfen hat. Allerdings kann insgesamt bestätigt werden, dass die unbegründete Sorge, unter Mundgeruch zu leiden, der dritthäufigste Grund für einen Arztbesuch bezüglich dieses Themas ist.

Ist eine Halitosis tatsächlich bestätigt, liegen die Ursachen in weit mehr als 80 % im Bereich der Mundhöhle. Circa 5 % lassen sich auf psychische Ursachen, wie Stress oder Depressionen, zurückführen. Vergleichbar viele Fälle gehen auf Probleme im Hals-Nasen-Ohren-Bereich zurück. Hingegen liegen die Ursachen in weniger als einem Prozent der Fälle bei Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt.

Insgesamt gesehen wird geschätzt, dass männliche Personen deutlich häufiger betroffen sind, als weibliche. Grund hierfür können spezifische Hormonschwankungen sein. Darüber hinaus sind ältere Menschen, bei denen vermehrt Krankheiten im Mund- und Rachenraum auftreten deutlich öfter aufgrund einer Halitosis in Behandlung.


Komplikationen bei der Krankheit

Mundgeruch selbst kann im Grunde genommen nicht zu schwerwiegenderen körperlichen Erkrankungen führen. Er ist, im Falle, dass überhaupt eine Erkrankung vorliegt, selbst ein Symptom. Allerdings kann Mundgeruch für den Betroffenen durchaus problematisch werden. Nach wie vor gehört der unangenehme Geruch aus dem Mund zu den Tabuthemen, die gesellschaftlich kaum diskutiert werden und denen man im Allgemeinen mit Abscheu oder Ekel begegnet. Unabhängig von der tatsächlich zugrundeliegenden Ursache, wird eine Halitosis in der Regel auf eine schlechte oder unzureichende Hygiene zurückgeführt, ohne dass mit dem Betroffenen hierüber gesprochen wird. Unter Umständen kann es dadurch zur sozialen Ausgrenzung des Betroffenen kommen. Dieser ahnt vielleicht gar nicht, wo das Problem liegt, da er selbst nicht auf den Mundgeruch angesprochen wird und diesen zum Teil selbst nicht wahrnimmt. Somit hat Mundgeruch durchaus gravierende psychische und soziale Folgen.

Zahnärzte und Hausärzte weisen darauf hin, dass Probleme mit Mundgeruch durchaus zu Depressionen und Angstzuständen führen können. Mitunter kommt es vor, dass selbst nach einer erfolgreichen Behandlung, Patienten dauerhaft in Angst vor einem schlechten Geruch leben und übermäßige Hygiene betreiben. Darüber hinaus nutzen sie viele angebotene Zahnpflegeprodukte, die keinen wirksamen Effekt haben, sondern lediglich einer Verbesserung des Geruchs dienen. Hierzu zählen auch Zahnpflegekaugummis. Ein übermäßigen Verzehr können diese jedoch stark abführend wirken. Außerdem enthalten sie verschiedene Stoffe, beispielsweise Aspartam, die gesundheitlich womöglich nicht unbedenklich sind. Schließlich kommt es auch vor, dass sich Betroffene von anderen Menschen fernhalten, da sie Angst vor den Reaktionen ihrer Mitmenschen haben. In solchen Fällen empfiehlt es sich, neben der medizinischen Ursachenbekämpfung von Mundgeruch, zusätzlich eine Psychotherapie zu besuchen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die meisten Menschen schämen sich, wenn sie feststellen, dass sie Mundgeruch haben. Außerdem wird der Geruch oftmals erst spät selbst bemerkt. Gerade leichtere Formen der Halitosis sind unter Umständen kaum für Betroffene bemerkbar. Aus dem Umfeld hört man hierzu nur selten Kommentare, da Mundgeruch nach wie vor ein Tabuthema ist, über das nicht öffentlich gesprochen wird. Aus diesem Grund versuchen viele Menschen, das Problem selbstständig in den Griff zu bekommen. Beispielsweise verwenden sie Zahnpflegekaugummis oder Mundspülungen. Hierdurch können die Ursachen für Mundgeruch jedoch nicht behandelt werden. Es ist durchaus möglich, mit Hausmitteln und einer regelmäßigen Reinigung der Mundhöhle, einer Halitosis vorzubeugen, Infektionen, Pilzbefall oder Zahnerkrankungen können auf diese Weise jedoch nicht geheilt werden. Hier sollte auf jeden Fall ein Zahnarzt zurate gezogen werden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt vornehmen zu lassen. Hierdurch kann der Arzt einen Mundgeruch bereits feststellen, bevor er gravierend wird. Darüber hinaus lohnt es sich, einen Arzttermin zu vereinbaren, wenn man selbst eine Halitosis wahrnimmt, oder von anderen Personen mehrmals hierauf angesprochen wird.

Insgesamt lohnt es sich, bei Problemen einen Arzt frühzeitig aufzusuchen. Selbst, wenn eine Krankheit mit Hausmitteln und Naturprodukten behandelbar ist, kann eine Diagnose verhindern, dass ursächliche Krankheiten nicht entdeckt werden und sich im Körper ausbreiten oder chronisch werden. Hier lohnt es also, auf Nummer sicher zu gehen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung einer Halitosis richtet sich in erster Linie nach den zugrundeliegenden Ursachen. In den meisten Fällen betrifft dies Krankheiten der Mundhöhle sowie die Mundhygiene.

Ist eine nicht ausreichende Mundhygiene ausschlaggebend für Mundgeruch, dann reicht es aus, eine entsprechende Aufklärung vom Arzt hierfür zu erhalten und die gelernten Regeln konsequent umzusetzen. Beispielsweise kann das richtige Putzen der Zähne, die Reinigung mit Zahnseide oder einem Zungenschaber gelernt werden. Manchmal hilft es auch, ein Zahnputzbuch zu führen. Gerade dann, wenn ein Patient dazu neigt, das Zähneputzen zu vergessen, hilft ein kleiner Kalender, in dem täglich abgehakt wird, wenn die Mundhygiene stattgefunden hat. Das hilft, einen Überblick hierüber zu behalten.

Lässt sich das Problem auf gewisse Lebensgewohnheiten reduzieren, die dafür sorgen, dass nicht genügend Speichel fließt und hernach unangenehme Gerüche entstehen, dann hilft lediglich, diese Gewohnheiten umzustellen. Beispielsweise sollte täglich mehr Wasser getrunken werden. Aber auch der Verzicht auf bestimmte Speisen, auf Tabak oder Alkohol und Kaffee kann helfen.

Gibt es für eine Halitosis andere Ursachen als hygienische Mängel und eine spezifische Ernährung, muss eine umfassendere Behandlung erfolgen. Beispielsweise kann der Zahnarzt eine Zahnreinigung vornehmen und diverse Zahnerkrankungen behandeln. Eine verunreinigte Prothese wird in der Regel von Zahntechnikern erneuert. Darüber hinaus können Behandlungen gegen Karies oder Parodontose durchgeführt werden. Unter Umständen liegt aber auch ein Pilzbefall, beispielsweise Soor, vor. Dann hilft eine Behandlung mit einem Antimykotikum.

Es gibt darüber hinaus viele Produkte, die dabei helfen sollen, Mundgeruch in den Griff zu bekommen. Hier muss stets unterschieden werden, ob das Produkt sich gegen spezifische Ursachen von Mundgeruch richtet oder den üblen Geruch nur kurzfristig überdecken soll. Von letzteren raten die meisten Ärzte ab, da sie keinen effektiven Nutzen haben. Andere Produkte enthalten hingegen antibakterielle Wirkstoffe, die durchaus dabei helfen können die anaeroben Mikroorganismen zu vermindern, die zur Bildung einer Halitosis führen. Aber auch Zinkpastillen und zinkhaltige Mundwasser sind geeignet. Sie binden jene schwefelhaltigen Partikel, die einen unangenehmen Geruch entstehen lassen und sorgen zudem für eine Reinigung des Mundraums.

Insgesamt gesehen, reicht es in der Regel aus, eine zugrundeliegende Krankheit behandeln zu lassen und auf eine entsprechende Mundhygiene zu achten. Alle weiteren, oft in der Werbung angepriesenen Maßnahmen, sind vergleichsweise unnötig. Lohnenswerter ist hingegen ein regelmäßiger Zahnarztbesuch.

Fazit
Zur Behandlung von Mundgeruch sollte man die Ursachen beseitigen. Bei Vorliegen einer Grunderkrankung ist diese zu therapieren. Gegen Mundgeruch infolge unzureichender Zahnpflege sollte eine Professionelle Zahnreinigung sowie die Sanierung von Kariesherden durch den Zahnarzt erfolgen. In vielen Zahnarztpraxen werden Patientenschulungen in richtigem Zähneputzen angeboten. Für die tägliche Mundpflege gibt es zahlreiche Mittel gegen Mundgeruch. Dazu gehören Zahnpasten mit verschiedenen Aromastoffen wie Minze und Mundwässer mit antibakteriellen Wirkstoffen für die Mundspülung. Zahnpasta mit Salzzusatz (Sole) kann das Zahnfleisch kräftigen und gegen Zahnfleischentzündung und Parodontose wirken. Zur Entfernung von Nahrungsresten zwischen den Zähnen kann man Zahnseide oder eine Munddusche verwenden.

Zwischendurch kann man gegen Mundgeruch Mundsprays, Lutschbonbons mit Eukalyptus oder Zahnpflege-Kaugummi verwenden. Regelmäßige Mahlzeiten verhindern Mundgeruch auf leeren Magen; Reduzierung von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln verringert die Bildung von bakteriellen Zahnbelägen. Eine belegte Zunge kann durch spezielle Zungenspatel von Belägen befreit werden. Ein bewährtes Hausmittel gegen Mundgeruch ist das Kauen frischer Petersilie oder von Wacholderbeeren.

Gurgeln mit Holunderblütentee, mit Obstessig-Wasser-Mischung, Zitronenwasser oder mit einigen Tropfen Teebaumöl oder Myrrhe-Öl in Wasser wirken ebenfalls gegen Mundgeruch. Eine Ölziehkur, bei der man täglich morgens Zähne und Mundhöhle mit einem Esslöffel Sesam- oder Olivenöl spült, beseitigt die Fäulnisstoffe zwischen den Zähnen und entgiftet den Körper. Bei einer essentiellen Halitosis, bei der übelriechende Fettsäuren mit der Atemluft ausgeschieden werden, kann eine Darmsanierung mit Lactobacillus-Keimen sinnvoll sein.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die wichtigste Maßnahme zur Prävention von Mundgeruch ist die regelmäßige Reinigung der Zähne und des Mundraums. Hierfür gilt es einiges zu beachten. Beispielsweise reicht es nicht aus, die Zähne nur einmal am Tag zu putzen. Prinzipiell sollte nach jeder Nahrungsaufnahme geputzt werden. Ist dies nicht möglich, dann hilft es zwei bis drei Mal am Tag, beispielsweise morgens, mittags und abends eine ausführliche Reinigung vorzunehmen. Hierbei kommt es vor allem darauf an, gründlich zu sein. Jeder Bereich der Zähne sollte mit einer Zahnbürste bearbeitet werden. Ob hierfür eine elektrische oder eine manuelle Bürste zum Einsatz kommt, sei jedem selbst überlassen. Wichtig ist allerdings, dass weder zu viel noch zu wenig Druck erfolgt. Nach dem Putzen kann die zudem die Zunge mit einem Schaber oder einem Zungengel gereinigt werden. Zusätzlich sollten zudem noch die Zahnzwischenräume von eventuellen Speiseresten befreit werden. Dazu eignet sich beispielsweise der Einsatz von Zahnseide oder von speziellen kleinen Bürsten, die allein zu diesem Zweck hergestellt wurden und in verschiedenen Größen auf dem Markt erhältlich sind. Im Anschluss an die Reinigung muss der Mund gut ausgespült und von Zahnpastaresten befreit werden. Hier kann durchaus auch medizinisches Mundwasser zum Einsatz kommen.

Neben der ordentlichen Mundhygiene ist auch der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt angeraten. Hier können Krankheiten behandelt werden, die eventuell eine Halitosis zur Folge haben können. Beispielsweise entdeckt der Arzt Karies oder Parodontose bereits im Frühstadium und kann eine entsprechende Therapie frühzeitig einleiten. Außerdem kann eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen oder eine Prothese wieder hergerichtet werden.

Abgesehen hiervon, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die dabei helfen, keinen Mundgeruch aufkommen zu lassen. Das betrifft in erster Linie die Ernährung: stark riechende Gewürze oder Speisen, die im Aufspaltungsprozess schwefelig riechen, etwa Knoblauch und Zwiebel, sollten vom Speiseplan gestrichen werden, wenn Mundgeruch verhindert werden soll. Außerdem kann übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und der Genuss von Kaffee Mundgeruch bewirken. Dieser entsteht dann vor allem infolge der Mundtrockenheit. Aus diesem Grund kann auch der ausreichende Konsum von Wasser als vorbeugende Maßnahme angesehen werden.

Mit Zahnpflegekaugummis und normalem, also nicht medizinischem, Mundwasser kann hingegen nicht vorgebeugt werden. Hier kann im Gegenteil, zum Beispiel durch Zuckerzusätze oder durch Alkohol, erst ein unangenehmer Geruch hervorgerufen werden. Darüber hinaus wird der Geruch im Mund durch diese Mittel nur kurzfristig kaschiert. Zur Vorbeugung sind sie daher nicht geeignet.


Prognose zur Heilung

Eine Halitosis stellt im Grunde genommen kein ernsthaftes medizinisches Problem dar. In den meisten Fällen ist sie durch Zahnprobleme oder Erkrankungen der Mundschleimhaut ausgelöst. Diese können in der Regel mit einfachen Mitteln behandelt werden. Oft reichen für die meisten Krankheiten nur wenige Sitzungen beim Zahnarzt aus. Tritt das Problem infolge einer falschen Ernährung oder durch den Genuss geruchsfördernder Stoffe auf, kann der Verzicht hierauf beziehungsweise eine Umstellung der Lebensmittel bereits Erfolge erzielen. Aus diesem Grund sind etwa 90 % der Fälle von Halitosis heilbar, insofern ein Zahnarzt zurate gezogen wird.

Nur sehr wenig Krankheiten sind derart drastisch, dass es einer längeren Behandlung bedarf. Beispielsweise kann ein Pilzbefall bei Menschen mit Immunschwäche chronisch werden, was auch zu anhaltenden Mundgeruch führen kann. Hier kann lediglich mit speziellen Mundwasseranwendungen eine Verbesserung erzielt werden. Solange jedoch die Ursprungserkrankung weiter besteht, bleibt auch die Halitosis. Darüber hinaus kann sich auch eine Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen als langwierig gestalten. In den meisten Fällen sind solche gravierenden medizinischen Probleme jedoch nicht die Ursache für eine Halitosis.

Insgesamt gesehen kann also leicht und in der Mehrheit der Fälle eine “Heilung” gegen Mundgeruch erreicht werden. Schwieriger gestaltet sich jedoch die Behandlung einer Pseudohalitosis oder Halitophobie, also der Angst davor, unter Mundgeruch zu leiden. Diese psychischen Probleme müssen oft in einer langwierigen Therapie behandelt werden, da sie zur Abkapslung der Betroffenen von ihrer Umwelt und zu Panikattacken oder Depressionen führen können. Aus diesem Grund sollte vorsorglich bei den ersten Anzeichen von selbst wahrgenommenem Mundgeruch ein Arzt aufgesucht werden. Kann dieser die Diagnose nicht bestätigen und der Zwangsgedanke an Mundgeruch ist noch nicht zu sehr ausgeprägt, entsteht unter Umständen keine tief sitzende Halitophobie.


Die Geschichte des Mundgeruchs

Die früheste bekannte Erwähnung von Mundgeruch kommt im alten Ägypten vor, wo bereits detaillierte Rezepte für Zahnpasta entwickelt wurden, noch bevor die ersten Pyramiden entstanden.
Festgehalten wurden diese beispielsweise im sogenannten Papyrus Ebers, der circa 1580 v. Chr. Entstanden sein soll und zu den wichtigsten Aufzeichnungen in der frühen Geschichte der Medizin gehört. Auf ihn nehmen viele spätere Ärzte Bezug. So ist beispielsweise auch vom griechischen Arzt Hippokrates bekannt, dass er sich der Bekämpfung von Mundgeruch widmete. Zumeist basierten Heilungsansätze auf der Herstellung von Pasten und Mundwasser. Verwendet wurde hierfür unter anderem Myrrhe, die auch heute noch als wirksames Naturheilmittel gilt, Honig, Zimt oder andere Gewürze. Aber auch Rotwein und alkoholhaltige Getränke wurde ausprobiert. Heute ist bekannt, dass sich Mundgeruch zunehmend verschlimmert, wenn Alkohol eingesetzt wird, da dieser zur Mundtrockenheit beiträgt und die Bakterienaktivität erhöht. Damals jedoch wurde Alkohol gegen Mundgeruch durchaus empfohlen. Hippokrates verabreichte zudem, vor allem weiblichen Patienten, Marmorpulver.

Auch im alten China war Mundgeruch bereits bekannt. So durften sich beispielsweise dem chinesischen Kaiser keine Menschen nähern, die nicht zuvor einer speziellen Behandlung mit Nelken unterzogen wurden, welche dem Mundgeruch entgegenwirken oder vorbeugen sollte. Im Talmud ist Mundgeruch sogar ein Grund, Verlobungen wieder zu lösen oder gar eine Ehe aufzuheben.

Eine wichtige Rolle spielt Mundgeruch auch im Islam. Generell gilt hier die Zahnpflege als religiöser Akt. Aus diesem Grund verwenden Muslime noch heute traditionell die Zweige einer bestimmten Pflanze (Zanhbürstenbaum genannt) zur Zahnreinigung. Es handelt sich dabei um ein Siwak oder Miswak genanntes, dünnes Holzstäbchen, dessen ausgefranste Fasern einer Bürste ähneln. Ärzte haben inzwischen die Inhaltsstoffe dieser Holzart untersucht und haben herausgefunden, dass durchaus Fluoride und Silicium enthalten sind. Die Stöckchen eignen sich also durchaus zum Zähneputzen. Geeignet sind aber auch andere Pflanzen, wie beispielsweise die Zweige des Neembaums, die in Indien zur Zahnpflege eingesetzt werden. Sowohl in Indien als auch in der arabischen Welt hatte jedoch nicht die Bekämpfung von Mundgeruch Vorrang, sondern die regelmäßige Zahnpflege insgesamt. In Europa gestaltete sich die Lage anders. Während der Renaissance galt Mundgeruch als üble Krankheit, die schlimme Folgen, beispielsweise Lungenschäden, zur Folge haben könnte. Dieser Gedanke hielt sich vergleichsweise lange und führte dazu, dass immer neue Methoden gefunden wurden, die Mundgeruch entgegenwirken sollten.

Im Gegensatz zu heute, galt erst ein sehr starker, penetranter Geruch aus dem Mund als Mundgeruch. Zudem war das Thema kaum mit gesellschaftlicher Ächtung belegt. Erst später entwickelte er sich zu einem Tabuthema, über das nur selten gesprochen wird. Besonderen Einfluss hatte hierbei die Werbeindustrie. So entwickelten einige Firmen Mundwasser und andere Produkte zur Bekämpfung von Halitosis, die jedoch nur vergleichsweise wenig Absatz fanden. Sie beauftragten geschickte Werbefirmen damit, die Produkte an für jene Menschen attraktiv zu machen, die unter dem Problem Mundgeruch gar nicht litten. In den 50er Jahren kamen so die ersten Werbekampagnen auf den Markt, die Mundgeruch als allgegenwärtiges Problem beschrieben, von dem man selbst nichts bemerkt. Jede Form der persönlichen Ablehnung und Einsamkeit wurde auf dieses Problem geschoben. Schreckensszenarien von Partnerverlust und Kündigung wurden gezeichnet. Kaugummis, Mundwasser und Pastillen wurden als Allheilmittel dargestellt und fanden dadurch großen Anklang bei den Menschen. Bis heute stellen sie einen großen Markt in der Lebensmittel– und Kosmetikindustrie dar.

Wer hingegen nichts gegen den, zum Teil normalen Geruch der Mundflora tut, gilt weithin als unhygienisch. In der heutigen Zeit ist Mundgeruch eines der größten sozialen Tabus. Die allgemeine Bevölkerung legt großen Wert auf seine Vermeidung und geben eine Menge Geld für scheinbare Pflegeprodukte aus. Viele der angebotenen Mittel sind jedoch nach wie vor nur von kurzweiligen Erfolg und maskieren einen schlechten Atem lediglich, ohne gegen mögliche Ursachen vorzugehen. Ärzte raten deswegen von den meisten Produkten ab und empfehlen lediglich regelmäßiges Zähneputzen, die Zungenreinigung sowie die Verwendung von Zahnseide, zum Reinigen der Zahnzwischenräume.

Inwieweit auch normaler, alltäglicher Mundgeruch eine tatsächliche Bedeutung für das Sozialleben hat, wird aktuell noch untersucht und ist Gegenstand der Psychologie und der Medizin. Einige Autoren haben beispielsweise herausgefunden, dass es womöglich eine evolutionäre Grundlage dafür gibt, sich über schlechten Atem Gedanken zu machen. Eine instinktive Abneigung gegen unangenehme Gerüche ist dem Menschen angeboren. Sie dient eigentlich dazu, verdorbene Nahrungsquellen und andere potentiell infektiöse oder schädliche Substanzen zu entdeckt. Diese Abneigung kann sich schließlich auch auf Menschen ausweiten, wenn an diesem unangenehme Gerüche wahrgenommen werden. Es wird angenommen, dass Körpergerüche im Allgemeinen eine wichtige Rolle bei der Paarung von Menschen spielen. Dabei spielt jedoch nicht nur Ekel eine Rolle. Ein unangenehmer Geruch kann auch eine Krankheit signalisieren beziehungsweise wird gänzlich unterbewusst mit einer solchen assoziiert. Möglicherweise werden aus diesem Grund Menschen mit Mundgeruch von potentiellen Partnern abgelehnt. Vollkommen abgeschlossen sind die Untersuchungen hierzu allerdings noch nicht.

Es zeigt sich also, dass Mundgeruch wohl schon zu Urzeiten eine Rolle im Leben der Menschen gespielt hat. Allerdings wurde er lange Zeit lediglich als unangenehm oder als Krankheit aufgefasst. Je nachdem wie stark er ausgeprägt war, wurde auch eine Behandlung angestrebt. Es galt ihn auch frühzeitig zu vermeiden. Ein soziales Stigma, wie man es heutzutage, wahrscheinlich vom Werbedruck herrührend, vorfindet, gab es vor dem 20. Jahrhundert allerdings noch nicht. Auch Pseudohalitosis oder Halitophobie sind vergleichsweise neue Erkrankungen, die vormals keine Rolle gespielt haben, insofern es sie überhaupt gegeben hat. Verschiedene Stellen, beispielsweise in Mundpflegesprechstunden von Zahnärzten, versuchen daher gegen diese Stigmatisierung vorzugehen und über die Ursachen sowie den Beginn einer echten Halitosis aufzuklären.


Alternative Behandlungsmethoden

Alternative Behandlungsmöglichkeiten eignen sich durchaus für eine Therapie gegen Mundgeruch. Gerade dann, wenn es darum geht, unangenehmen Gerüchen vorzubeugen, können verschiedene natürliche Präparate sinnvoll sein. Hier eignet sich auch ein Blick auf andere Kulturen. Der Einsatz eines Siwak hat sich beispielsweise als erfolgsversprechend herausgestellt. Es handelt sich dabei um einen Zweig des sogenannten Zahnbürstenbaums. Dieser enthält neben Fluorid und Silicium verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die antibakteriell wirken und zur Reinigung des Mundraums beitragen. Die regelmäßige Verwendung eines solchen Stäbchens hat eine Gesunderhaltung von Zähnen, Zahnfleisch und Zunge zur Folge und beugt daher auch Mundgeruch vor.

Sind Speisen die Ursache für einen penetranten Mundgeruch, dann helfen einige Tricks und Kniffe. Beispielsweise gehört Knoblauch zu den besonders gesunden Lebensmitteln, die viele positive Effekte mit sich bringen. Den unangenehm schwefligen Geruch, der nach dem Konsum entsteht, möchte hingegen niemand. Hier hilft es, unter anderem ein las Milch zu trinken, Petersilie zu essen, gemahlenen Apfel zu konsumieren oder Zitronenwasser zu trinken. Der Knoblauchgeruch soll hierdurch neutralisiert werden.

Neben diesen Methoden existieren noch eine Reihe von Heilpflanzen, verschiedene Hausmittel, Schüssler Salze und homöopathische Globuli oder ätherische Öle, die Mundgeruch vorbeugen oder behandeln sollen. Die meisten dieser Mittel haben eine Jahrhunderte alte Tradition und wurden bereits in der Antike verwendet. Die meisten dieser Mittel können durchaus Erfolge erzielen. Lediglich auf den Einsatz von Alkohol, Kaffee oder Zucker sollte bei der Behandlung verzichtet werden. Diese Mittel können unter Umständen sogar Mundgeruch hervorrufen, anstatt ihn zu verhindern. Auch Minze bringt in den meisten Fällen nur ein kurzfristiges Kaschieren des Problems mit sich. Wer eine längerfristige Wirkung wünscht, sollte auf andere Produkte zurückgreifen.

Welche Hausmittel können helfen?

Viele Hausmittel existieren in Bezug auf die Verhinderung von Mundgeruch. Die meisten führen durchaus zum Erfolg. So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass ein regelmäßiges Gurgeln mit Salbei- oder Kamilletinkturen einen gesundheitsfördernden Effekt auf die Mundschleimhaut hat. Mit Salz sollte hingegen nur gespült werden, wenn kleine Verletzungen am Zahnfleisch vorliegen und diese desinfiziert werden sollen. Bei regelmäßigen Salzanwendungen kann hingegen die Mundschleimhaut austrocknen und Bakterien können sich ansiedeln. Dies führt wiederum verstärkt zu Mundgeruch.

Neben Spülungen eignet sich auch der Einsatz von verschiedenen Obst– und Gemüsesorten. Einige Naturheiler empfehlen beispielsweise eine Zitronenkur. Hier werden täglich zwei Zitronen konsumiert. Dies gilt als Abhärtung der Mundschleimhaut sowie des Zahnfleischs. Ärzte raten von einer solchen Kur zum Teil jedoch ab, da die Säure der Zitrone auch die Mundflora sowie die Speiseröhre und den Magen angreifen kann. Sodbrennen und Verätzungen können die Folge sein. Anwendungen mit Zink werden hingegen überwiegend positiv beurteilt. Dieser Wirkstoff bindet schlechte Gerüche und festigt zudem die Kollagenfasern des Mundes. Als wichtiger Lieferant von Zink gilt beispielsweise Bierhefe. Die regelmäßige Einnahme dieses mineralstoffhaltigen Produkts kann folglich auch einer Halitosis vorbeugen.

Im Grunde genommen kann jedes Hausmittel zur Bekämpfung oder Vermeidung von Mundgeruch individuell ausprobiert werden. Schädlich sind die Anwendnungen nicht. Sie ersetzen aber auch keinen Arztbesuch.

Im Folgenden finden sich zusammengefasst die häufigsten Hausmittel gegen Mundgeruch:

  • Kamillentinktur
  • Gurgeln und Spülen
  • Tees
  • Aufgüsse mit Eibisch oder isländisch Moos
  • Gurgellösungen mit Teebaumöl
  • Zitronenkur
  • Zinkkur

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter werden schon seit vielen hundert Jahren zur Behandlung von Mundgeruch eingesetzt. Am häufigsten findet sich in der Geschichte der Einsatz von Myrrhe. Diese Heilpflanze kann gekaut werden, eine verdünnte Tinktur mit diesem Stoff eignet sich aber auch als Mundwasser. Eine solche Anwendung sollte nach jeder Mahlzeit erfolgen, hält den Mundraum sauber und befreit ihn von übermäßigen Bakterien. Wird die Myrrhe aus Versehen verschluckt, ist dies kein Problem. Die Pflanze ist ungiftig. Allerdings gilt sie aufgrund ihres bitteren Geschmacks weitgehend als ungenießbar.

Neben Myrrhe sind auch Nelke und Kamille gut zur Behandlung diverser Zahnerkrankungen und Zahnfleischprobleme, die Halitosis verursachen, einsetzbar. Besonders Nelke hilft bei wunden Schleimhäuten und leichten Entzündungen. Sie wird als Tinktur oder Öl auf die betroffenen Stellen aufgetupft und muss einige Zeit einwirken. Hier kann auch ein leicht betäubender Effekt wahrgenommen werden.

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Pflanzen und Kräuter, die sich positiv auf die Mundflora auswirken sollen. Diese können durchaus ausprobiert und in Form von Tees, roh oder als Tinktur verwendet werden. Im Folgenden findet sich ein kurzer Überblick über die häufigsten Heilpflanzen, die zur Bekämpfung von Mundgeruch eingesetzt werden:

  • Anis
  • Dill
  • Wermut
  • Myrrhe
  • Kümmel
  • Petersilie
  • Englische Wasserminze
  • Salbei
  • Kamille
  • Nelke

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Ätherische Öle werden heute häufig in der Naturmedizin zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Auch in Bezug auf Halitosis gibt es eine Reihe von Ölen aus denen Tinkturen oder verdünnte Mundwasser hergestellt werden können. Mit diesen soll der Mundraum gespült werden. Einige Öle, beispielsweise Salbeiöl, kann auch direkt auf wunde Stellen im Zahnfleisch aufgetragen werden. Hier sei allerdings größte Vorsicht geboten. Ätherische Öle können zum Teil sehr aggressiv die Schleimhäute angreifen. Dies verträgt nicht jeder Mensch. Es sollte aus diesem Grund zunächst an einer anderen, unempfindlicheren Körperstelle ausprobiert werden, ob heftige Reaktionen der Haut auf ein ätherisches Öl folgen. Ist dies nicht der Fall können folgende Öle zur Behandlung eingesetzt werden:

  • Thymian
  • Ysop
  • Thuja
  • Minze
  • Cajeput
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Citrus
  • Muskatnuss

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Es gibt verschiedene homöopathische Mittel, die bei Mundgeruch von Heilpraktikern empfohlen werden. Diese Mittel sollen überwiegend zur Bekämpfung zugrundeliegender Erkrankungen eingesetzt werden. Artricum nitricum soll beispielsweise gegen kleine blutende Wunden auf der Zunge oder dem Zahnfleisch vorgehen. Kalium bichromicum hingegen soll bei entzündlichen Pusteln im Mundraum wirken.

Insgesamt streitet die Medizin noch darüber, ob homöopathische Mittel tatsächlich eine Wirksamkeit zeigen können. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Mitteln um sehr stark verdünnte pflanzliche Wirkstoffe. Viele Ärzte glauben, dass die Wirkstoffe zu gering sind, um einen Effekt auf den menschlichen Körper zu haben. Andere wiederum sehen hier eine Möglichkeit, pflanzliche Wirkstoffe kontrollgenau zu dosieren. Ob ein Erfolg eintritt, kann im Grunde genommen jeder selbst ausprobieren. Bei Mundgeruch werden beispielsweise folgende Mittel von Heilpraktikern empfohlen:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

An den sogenannten Schüssler Salzen scheiden sich die medizinischen Geister. Viele Heilpraktiker glauben, dass die Mineralstoffe einen positiven Effekt auf den menschlichen Körper haben, da sie Mangelerscheinungen beseitigen können, die zu unterschiedlichen Krankheiten führen können. Viele Ärzte dementieren dies. Sie verweisen auf die Grundlage der Schüssler Salze: Sie wurden einst aus der Annahme heraus entwickelt, dass alle Krankheiten infolge eines Ungleichgewichts im Mineralhaushalt entstehen. Dies ist selbstverständlich längst widerlegt. Nach Meinung vieler Ärzte bewirke die Anwendung mit Schüssler Salzen entweder gar nichts oder sie führe sogar zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes, da im Regelfall die Nahrung für ein Gleichgewicht im Mineralhaushalt sorgt. Die zusätzliche Einnahme bestimmter Stoffe können dieses Gleichgewicht erst stören. Wer dennoch Schüssler Salze ausprobieren möchte, sollte dies erst nach Absprache mit einem Arzt tun. Ob Schüssler Salze eine positive Wirkung in Bezug auf Mundgeruch haben, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Heilpraktiker empfehlen jedoch die Einnahme folgender Mittel:

  • Nr. 2 Calcium phosphoricum: Dieses Mittel kann dabei helfen, die Mundflora zu befeuern und somit für eine bessere Effektivität zu sorgen. Somit werden Speisepartikel schneller verarbeitet und es kommt seltener zu Mundgeruch
  • Nr. 5 Kalium Phosphoricum: Dieser Wirkstoff hilft dabei, den Magen auf Vordermann zu bringen und trägt somit zur Reduzierung von magenbedingtem Mundgeruch bei.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Selbstverständlich hat die Ernährung einen wichtigen Einfluss auf die Mundgesundheit und letztendlich auch auf die Entstehung von Mundgeruch. Wesentlich sind dabei vor allem zwei Dinge: Was wird gegessen und wann wird gegessen.

Es gibt eine Reihe von Lebensmittel, die bestimmte Stoffe enthalten, welche wiederum zu Sulfiden abgebaut werden und dadurch einen starken Geruch entwickeln. Das bekannteste Lebensmittel ist hier natürlich Knoblauch. Aber auch Zwiebeln, diverse Kohlsorten, kräftige Gewürze oder Fleisch können zu Mundgeruch führen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten hiergegen vorzugehen. Zum einen hilft das Zähneputzen nach dem Verzehr dieser Speisen. Hierdurch können die Zähne un der Mundraum von übriggebliebenen Fasern der Lebensmittel befreit werden. Es kommt in der Folge auch zu weniger Abbauprodukten. Darüber hinaus existieren einige Kräuter, die der Geruchsbildung entgegenwirken sollen. Beispielsweise heißt es, dass nach dem Verzehr von Knoblauch Petersilie zerkaut werden soll. Das neutralisiere den Geruch. Da es sich bei den genannten Lebensmitteln im Grunde genommen nicht um gesundheitsbeeinträchtigende Stoffe handelt, Knoblauch ist beispielsweise sehr gesund, wird an dieser Stelle nicht vom Konsum dieser Produkte abgeraten. Zudem entsteht hierdurch lediglich ein kurzfristiger Mundgeruch, der nicht länger als zwei Tage anhält. Wer Knoblauch, Zwiebel und starke Gewürze gern mag, aber nicht durch den Geruch unangenehm auffallen möchte, kann diese Lebensmittel beispielsweise am Wochenende oder im Urlaub konsumieren. Darüber hinaus ist der Geruch für andere nicht wahrzunehmen, wenn sie die gleichen Speisen gegessen haben.

Anders gestaltet sich die Situation bei zuckerhaltigen Lebensmitteln, Alkohol, Kaffee oder Tabak. Diese Stoffe führen dazu, dass die Mundschleimhaut austrocknet. Bakterien können sich dadurch unkontrolliert vermehren und es entsteht ein starker Mundgeruch, der dauerhaft werden kann. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch in Hinblick auf gesundheitliche Aspekte sollte auf diese Stoffe daher überwiegend verzichtet werden. Das bedeutet schließlich auch, dass alkoholhaltiges Mundwasser oder Kaugummis mit Zuckerzusatz nicht zur Behandlung von Mundgeruch geeignet sind. Sie können durch einen starken Eigengeruch zwar kurzfristig eine Halitosis überdecken, in der Folge verschlimmern sie dieses Problem jedoch.

Neben der Art der Lebensmittel hat auch die individuelle Ernährungshygiene einen Einfluss auf die Entstehung unangenehmer Gerüche. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass eine Halitosis entsteht, wenn der Körper nicht regelmäßig mit Nahrung versorgt wird. Strenge Diäten, sehr spätes Essen und Fastenkuren haben daher zumeist Mundgeruch zur Folge. Der Grund hierfür ist, dass Kauen den Speichelfluss anregt. Dieser wiederum fördert einen Bakterienaustausch und bekämpft wirksam alle anaeroben Organismen, die nicht Teil der natürlichen Mundflora sind. Fehlt der regelmäßige Speichelfluss, trägt dies zur Entstehung von Pilzen und Bakterien, und schließlich zu Mundgeruch, bei. Aus diesem Grund empfehlen auch Zahnärzte regelmäßig und ausgeglichen zu essen.


FAQ – Fragen & Antworten

Wie funktioniert ein Zungenschaber?

Ärzte empfehlen, eben den Zähnen auch die Zunge regelmäßig von Belegen zu befreien und ausreichend zu reinigen. Hierfür gibt es verschiedene Methoden, beispielsweise die Verwendung von Zungengels oder speziellen Pasten. Aber auch eine manuelle Reinigung kann sinnvoll sein. Die Zahnbürste eignet sich hierfür jedoch nur bedingt. Aus diesem Grund wurde der sogenannte Zungenschaber erfunden. Es handelt sich dabei um ein Gerät, das in etwa die Form einer Öse hat und leicht über die Zunge gezogen werden soll. Zungenbelag wird hierdurch gleichmäßig abgeschabt. An der Zungenspitze gelingt diese Prozedur den meisten Menschen leicht. Allerdings können Probleme beim Zungenrücken und in der Nähe der Zungenwurzel entstehen, wenn ein starker Würgereflex eintritt. Dem kann mit verschiedenen Methoden entgegengewirkt werden. Sinnvoll ist es beispielsweise, während des Schabens die Zungenspitze mit einem Handtuch festzuhalten und die Zunge leicht nach Außen zu ziehen. Dann kann auch der Zungenrücken mit dem Schaber bearbeitet werden. Es gilt dennoch vorsichtig zu sein, damit die Zungenoberfläche nicht beschädigt wird und keine Blutungen entstehen. Dies kann unter Umständen zu einer Zunahme des Belags führen und wiederum Mundgeruch bewirken.

Wie oft der Zungenschaber eingesetzt wird, kann individuell entschieden werden. Je nachdem, wie anfällig die Zunge für Belege ist, reicht entweder eine wöchentliche Reinigung oder sie muss täglich vorgenommen werden. Wenn Probleme bei der Handhabung des Zungenschabers auftreten, kann außerdem ein Zahnarzt nach der richtigen Verwendung befragt werden.

Was ist eine Pseudohalitosis?

Mundgeruch, seine üblen Folgen und seine Bekämpfung sind vor allem Thema in der Werbung. Hier wird er als soziales Stigma dargestellt, das Liebschaften verhindert und ausgrenzt. Darüber hinaus wird verdeutlicht, dass möglicherweise der Mund unangenehm riecht, ohne dass man dies selbst bemerkt. Viele Menschen sind aus diesem Grund stark verunsichert und glauben, dass die normalen Gerüche, durch die Mundflora entstehen, bereits eine Halitosis sind. Diese Menschen leiden hernach unter einer Pseudohalitosis, die in etwa mit einer Zwangsvorstellung zu vergleichen ist und zur sozialen Abgrenzung dieser Menschen führt.

Zumeist können Betroffene durch medizinische Resultate, die beispielsweise eine technische Nase hervorbringt, davon überzeugt werden, dass sie keinen Mundgeruch haben. Es gibt jedoch auch drastischere Fälle, bei denen weder Untersuchungsergebnisse noch Bestätigungen vom Arzt den Patienten von der Vorstellung abbringen können, er hätte Halitosis. Diese Menschen glauben sogar, den Mundgeruch selbst stark riechen zu können. Die Medizin spricht hier bereits vom Krankheitsbild Halitophobie. Es handelt sich dabei um eine ernstere Störung, die unbedingt von einem Psychologen behandelt werden sollte.

Ist Mundgeruch am Morgen normal?

Egal wie gründlich und regelmäßig die Zähne und der Mund gereinigt werden, die Bakterien der Mundflora bleiben stets aktiv und sind darüber hinaus sehr wichtig für eine gesunde Mundschleimhaut. Ihr Vorhandensein bringt jedoch auch mit sich, dass Aufspaltungsprozesse stattfinden, gegen die der Mensch nichts unternehmen kann. Nachts beispielsweise, wenn bei vielen Menschen durch Schnarchen oder Mundatmung auch der Speichelfluss reduziert ist, sind die Bakterien besonders aktiv. Da ist es nicht ungewöhnlich, mit einem unangenehmen Mundgeruch aufzuwachen. Dies ist jedoch gänzlich normal und lässt sich durch morgendlichen Zähneputzen schnell beheben.

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