Speiseröhrenkrebs

Steckbrief: Speiseröhrenkrebs

  • Name(n): Speiseröhrenkrebs; Ösophaguskarzinom
  • Art der Krankheit: Neoplasie
  • Verbreitung: 6 von 100.000 Männern
  • Erste Erwähnung der Krankheit: ungefähr vor 2000 Jahren in China; erste Behandlung 1849
  • Behandelbar: Ja; Aber abhängig von Tumorgröße und -ausbreitung
  • Art des Auslösers: Tabakkonsum; übermäßiger Alkoholkonsum vor allem von hochprozentigem Alkohol; häufiger Genuss von heißen Speisen und Getränken; andere Erkrankungen der Speiseröhre wie beispielsweise Achalasie; Vitamin– und Eisenmangel; Barett-Ösophagus; Verletzungen der Speiseröhre durch Säuren und Laugen; bösartige Tumore im gesamten HNO-Trakt
  • Wieviele Erkrankte: ca. 11.000 Fälle pro Jahr
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Onkologe
  • ICD-10 Code(s): C15.0; C15.1; C15.2; C15.3; C15.4; C15.5; C15.8; C15.9

Das Ösophaguskarzinom – Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs bzw. ein Ösophaguskarzinom ist eine häufig verbreitete Krebserkrankung. Betroffene leiden unter bösartigen Wucherungen bzw. Tumore im Bereich der Speiseröhre, wobei die Tumore sich in der gesamten Speiseröhre ausbreiten können. In Deutschland erkranken jährlich 11.000 Menschen an dieser Krebsart. Am häufigsten allerdings sind Männer ab 66 Jahren sowie ältere Menschen von der Krankheit betroffenen. Das Ösophaguskarzinom gilt ALS neunthäufigste Krebserkrankung. Wird sie rechtzeitig erkannt, kann die Krankheit therapiert werden, wobei der Therapieerfolg vom Alter des Patienten sowie der Größe und Verbreitung der Tumore in der Speiseröhre abhängig ist. Begünstigt wird die Ausbreitung von Speiseröhrenkrebs durch falsche Ess- und Lebensgewohnheiten wie dem übermäßigen Konsum von Tabak und Alkohol, vormerklich hochprozentigen Alkoholika, sowie heißen und fettigen Speisen und Getränken.

Definition Speiseröhrenkrebs

Das Ösophaguskarzinom bzw. der Speiseröhrenkrebs gilt als eher selten auftretende Krebserkrankung. Der Großteil der Betroffenen ist über 60 Jahre ALT, wobei deutlich mehr Männer als Frauen an dieser Krebsform erkranken. Des Öfteren tritt der Speiseröhrenkrebs bei Männern bereits ab einem Alter von 66 Jahren auf. Generell leiden Männer dreimal häufiger an der Krebserkrankung als Frauen.

Bei dem Speiseröhrenkrebs treten Wucherungen bzw. Tumore entlang der gesamten Speiseröhre auf. Patienten, welche an der Krebsart erkrankt sind, leiden unter einer Verengung des Speiseröhrentrakts. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit kann sich hierbei die Nahrungsaufnahme als wesentliches Problem herausstellen. Der Großteil der bösartigen Tumore entsteht hierbei durch die Schleimhaut, welche die Speiseröhre auskleidet.

Der Speiseröhrenkrebs wird in den meisten Fällen erst spät erkannt, da sich die Speiseröhre als muskulärer Schlauch selbst bei vorhandener Erkrankung noch deutlich dehnt. Erst wenn eine zunehmende Einengung mitsamt typischer Symptome auftreten, bemerken viele Betroffene die Krankheit. Allerdings ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnosestellung in vielen Fällen bereits deutlich fortgeschritten, sodass nur eine geringe Heilungschance besteht. Auch die Lebenserwartung der Patienten verringert sich deutlich durch eine verspätete Diagnosestellung.


Was ist der Speiseröhrenkrebs?

Der Speiseröhrenkrebs bzw. das Ösophaguskarzinom ist eine seltene Erkrankung der Speiseröhren, von welcher meistens Personen ab einem Alter von 60 Jahren betroffen sind. Patienten, welche unter dem Speiseröhrenkrebs leiden, besitzen sowohl nur geringe Heilungschancen wie eine niedrige Lebenserwartung, da sich diese Krebsform häufig erst im späteren Stadium bemerkbar macht. Beim Speiseröhrenkrebs treten in der Speiseröhre vermehrt bösartige Tumore auf, welche sich an der Schleimhaut der Speiseröhre bilden. Die Tumore können sich am Anfang, der Mitte, am Ende oder der gesamten Speiseröhre ablagern.

Generell lässt sich der Speiseröhrenkrebs in zwei Arten einteilen. Das Plattenepithelkarzinom ist die häufigere Form des Speiseröhrenkrebses. Bei dieser Art wuchern die Deckzellen der Speiseröhrenschleimhaut. Ist hingegen eine Wucherung der Drüsenzellen vorhanden, gilt dies als Adenokarzinom. Generell kann der Speiseröhrenkrebs in der gesamten Speiseröhre auftreten, da er aus Wucherungen der Schleimhaut- bzw. Epithelzellen entsteht.

Die Plattenepithelkarzinome entwickeln sich zunächst in der oberen Speiseröhrenschleimhautschicht. Weniger der Hälfte aller Ösophaguskarzinome sind allerdings Plattenepithelkarzinome. Dennoch können sich die Plattenepithelkarzinome nicht nur in der Speiseröhre, sondern auch im Halsbereich befinden. Der Großteil der Plattenepithelkarzinome liegt hierbei im oberen bzw. mittleren Speiseröhrendrittel. Das Adenokarzinom hingegen tritt meist im unteren Speiseröhrendrittel sowie am Übergang zum Magen auf. Häufig werden Adenokarzinome, welche am Mageneingang liegen, ebenfalls als Ösophaguskarzinome bezeichnet sowie klassifiziert, obwohl es sich um Kardiakarzinome handelt.

Der Speiseröhrenkrebs gilt als Krebsart, welche selten auftritt und vor allem Personen im höheren Alter betrifft. Dennoch sind die genauen Ursachen, welche zur Entstehung von Speiseröhrenkrebs führen, bis heute nicht eindeutig geklärt. Allerdings erhöhen bestimmte Faktoren wie eine falsche Ernährung oder Vorerkrankungen der Speiseröhre das Risiko einer Erkrankung deutlich.

Da typische Symptome für das Ösophaguskarzinom erst im späteren Krankheitsstadium auftreten, kann eine entsprechende Diagnose mitsamt Behandlung in vielen Fällen nur verspätet erfolgen. Typische Symptome sind hierbei Schluckbeschwerden, Probleme bei der Nahrungsaufnahme, anhaltendes Sodbrennen sowie starke Gewichtsabnahme. Wird der Speiseröhrenkrebs früh erkannt, besitzt die Krankheit gute Heilungschancen. Die Therapie wird hierbei immer an die Lage sowie das Stadium des Tumors, an den Allgemeinzustand des Patienten sowie vom Tumortyp bestimmt.

Welche Ursachen gibt es?

Der Speiseröhrenkrebs besitzt zahlreiche Ursachen, wobei diese bis heute nicht vollständig geklärt wurden. Allerdings können einige Faktoren deutlich mit der Entstehung des Ösophaguskarzinoms in Verbindung gebracht werden. Bezüglich Ursachen werden hierbei jene für ein Plattenepithelkarzinom und ein Adenokarzinom unterschieden, da sich diese geringfügig unterschieden können.

Das Plattenepithelkarzinom entsteht häufig im oberen bzw. mittleren Teil der Speiseröhre. Vor allem der Konsum von Tabak sowie der übermäßige Konsum von Alkohol, vormerklich hochprozentigen Alkoholika, begünstigt die Bildung der Tumoren. Rund drei Viertel aller verzeichneten Plattenepithelkarzinome beruht auf den Konsum von Tabak und Alkohol. Vor allem der gleichzeitige Genuss beider Mittel besitzt einen erhöhten Risikofaktor. Auch zu scharfe, heiße und fettige Speisen wie Getränken können ein Karzinom verursachen, da sie die Speiseröhrenschleimhaut angreifen.

Bezüglich Essen sind ebenfalls bestimmte Zusatzstoffe in der Lage, die Tumorbildung zu beeinflussen. Vor allem Nitrosamine, welche unter anderem in hoher Konzentration in gepökeltem Fleisch vorkommen, oder Aflatoxin von bestimmten Pilzen steigern das Risiko einer Speiseröhrenkrebserkrankung. Inhaltsstoffe wie Betelnuss besitzen ebenfalls negative Auswirkungen auf die Schleimhaut der Speiseröhre.

In manchen Fällen verursachen Verätzungen, welche durch den Kontakt mit Säuren oder Laugen geschehen, eine Schädigung der Schleimhaut der Speiseröhre. Auch eine Bestrahlung wirkt sich negativ auf die Schleimhaut aus, sodass bei Verätzungen oder Bestrahlung Jahre später ein Speiseröhrenkrebs auftreten kann. Zudem können bestimmte angeborene Feilbildungen der Speiseröhre diese Krebsart hervorrufen.

Das Adenokarzinom ist zugleich die seltenere, wie zugleich inzwischen häufiger auftretende Form des Speiseröhrenkrebses. Das Karzinom bildet sich im Unteren Speiseröhrenteil und wird hauptsächlich durch den Rückfluss von Magensäure verursacht. Mediziner sprechen in diesem Fall von der Refluxkrankheit. Nicht jeder Patient bemerkt den Reflux, obwohl in vielen Fällen ein Sodbrennen auftritt. Die Refluxkrankheit besitzt ähnliche Ursachen wie das Plattenepithelkarzinom.

Vorzugsmäßig wird das Adenokarzinom durch eine Fehlernährung, bestehend aus wenig Obst und Gemüse, aber gleichzeitig sehr viel Fett, begünstigt. Vor allem übergewichtige Menschen besitzen ein erhöhtes Risiko, an dieser Krebsform zu erkranken. Ebenfalls ist Rauchen ein großer Risikofaktor bei der Refluxkrankheit. Selten hingegen begünstigen Medikamente die Bildung des Karzinoms. Die Medikamente senken hierbei den Druck des Schließmuskels, welcher sich zwischen Magen und Speiseröhre befindet, sodass leichter Magensäure austreten kann. Bei Bulimie-Patienten kann diese Krebsform durch häufiges Erbrechen und den Kontakt mit der Magensäure entstehen. Das häufige Erbrechen der Nahrung sowie Magensäure verursacht eine chronische Reizung der Speiseröhrenschleimhaut, woraus letztendlich Speiseröhrenkrebs resultieren kann.

Die Refluxerkrankung ist allerdings nicht immer ein Verursacher des Adenokarzinoms, wobei durch die ständige Reizung seitens der Magensäure eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut entstehen kann. Hält diese Entzündung an, wandeln sich die empfindlichen Schleimhautzellen in deutlich robustere Magenschleimhautzellen um. In der Fachsprache wird diese Erkrankung als Barrett-Erkrankung bzw. -Schleimhaut bezeichnet. Nicht jede Barrett-Schleimhaut entwickelt sich zu Speiseröhrenkrebs weiter, obwohl die veränderte Schleimhaut als mögliche Vorstufe zum Speiseröhrenkrebs gilt. Patienten, welche unter der Barrett-Erkrankung leiden, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen, um mögliche Tumore schnell entdecken und behandeln zu können.


Symptome & Anzeichen

Der Speiseröhrenkrebs besitzt meist uncharakteristische Symptome, welche häufig erst im späten Stadium der Krankheit auftreten können. Da es sich bei der Speiseröhre um ein dehnbares Organ handelt, kann sich die Speiseröhre durch das Wachstum der Tumore lange Zeit unbemerkt vergrößern. Erst ab einem bestimmten Krankheitsstadium treten Symptome und Beschwerden auf, welche dem Speiseröhrenkrebs zugeordnet werden.

Das erste typische Symptom für einen Speiseröhrenkrebs sind Schluckstörungen sowie Schmerzen, welche beim Schlucken auftreten. Auch das Gefühl, dass der Hals seltsam angeschwollen ist bzw. dass ein „Kloß im Hals“ vorhanden ist, verspüren viele Betroffene. Dennoch treten selbst diese Symptome erst ein, wenn der Speiseröhrenkrebs bereits in einem erweiterten Stadium ist und die Heilungschancen dadurch minimiert werden.

Da die Schluckbeschwerden und das Gefühl eines Kloßes im Hals unspezifisch sind, werden sie häufig als harmlose Erkrankung abgetan. Treten diese Symptome allerdings dauerhaft auf, sollte der Arzt dringend aufgesucht werden. Insbesondere, wenn neben den Schluckbeschwerden noch ein Druckgefühl bzw. Schmerzen hinter der Brust spürbar werden. Diese Schmerzen können Patienten aber als Rückenschmerzen wahrnehmen, sodass sie ebenfalls häufig nicht vom Arzt untersucht werden.

Bezüglich Schluckbeschwerden treten beim Speiseröhrenkrebs gleichfalls ein Würgen beim Schlucken, ein häufiges kräftiges Aufstoßen sowie ständiges Sodbrennen auf. Treten Krämpfe in der Speiseröhre auf, können diese ebenso ein Hinweis auf Speiseröhrenkrebs sein. Anhand des erschwerten Schluckens neigen viele Betroffene zu einer verminderten Nahrungsaufnahme oder eines Appetitverlusts, welche in einen starken Gewichtsverlust resultieren. Zunächst treten die Schluckbeschwerden bei der Nahrungsaufnahme bei fester Nahrung auf. Im weiteren Stadium können sich die Schmerzen ebenfalls bei flüssigen Speisen bemerkbar machen. Auch Erbrechen und eine starke allgemeine Abgeschlagenheit können durch die verminderte Nahrungsaufnahme herbeigeführt werden.

Zugleich kann der Fall eintreten, dass die Nahrung in die Luftwege gelangt, falls der Speiseröhrenkrebs bereits bis in die Luftröhre vorgedrungen ist. Hierbei entsteht nahezu immer eine Lungenentzündung. Befindet sich der krebsauslösende Tumor im Kehlkopf, tritt zudem Heiserkeit auf. Hat sich der Tumor bereits bis in die Luftwege bzw. den Kehlkopf ausgebreitet, verschlechtern sich die Heilungschancen sowie die Lebenserwartung des Patienten zusehends.

Zusammenfassung der Symptome und Anzeichen für Speiseröhrenkrebs

  • Schluckstörungen
  • Schmerzen beim Schlucken
  • “Kloß im Hals“ bzw. ungutes Gefühl im Hals
  • Druckgefühl bzw. Schmerzen hinter der Brust
  • Rückenschmerzen aufgrund der Brustschmerzen
  • Würgen beim Schlucken
  • häufiges, kräftiges Aufstoßen
  • ständiges Sodbrennen
  • Krämpfe in der Speiseröhre
  • verminderte Nahrungsaufnahme bzw. Appetitverlust
  • starke Gewichtsabnahme
  • Erbrechen
  • starke, allgemeine Abgeschlagenheit
  • Lungenentzündung, wenn Tumor bereits in den Luftwegen
  • Heiserkeit, wenn Tumor im Kehlkopf

Diagnose & Krankheitsverlauf

Besteht der Verdacht auf Speiseröhrenkrebs, kann dieser schon frühzeitig ausgemacht werden, wenn der Patient entweder über zunehmende Schluckbeschwerden klagt oder unter der Refluxkrankheit leidet. Der behandelte Arzt führt hierbei Untersuchungen durch, um die Herkunft der Symptome abzuklären.

Häufig wird zunächst eine Speiseröhrenspiegelung bzw. Ösophagoskopie durchgeführt. Mit Hilfe des endoskopischen Verfahren kann die Schleimhaut der Speiseröhre genau begutachtet werden. Ebenfalls erfolgt die Entnahme kleiner Gewebeproben, die sogenannte Biopsie, im Rahmen der Spiegelung. Die entnommenen Gewebeproben werden anschließend eingehend im Labor unter dem Mikroskop feingeweblich untersucht. Stellt der Arzt entartete Zellen bzw. Tumorzellen fest, wird im nächsten Schritt festgelegt, ob der vorliegende Fall ein Plattenepithelkarzinom oder Adenokarzinom ist.

Ist die Diagnose gestellt, finden Staging-Untersuchungen statt. Diese legen sowohl die Ausbreitung des Tumors sowie die möglicherweise vorhandenen Fernmetastasen fest. Anhand der Endosonografie bzw. endoskopischen Ultraschalluntersuchung der Speiseführe ermittelt der Arzt, wie tief der Tumor letztendlich bereits in die Speiseröhrenwand eingedrungen ist. Dieses Stadium wird als T-Stadium bezeichnet. Hat der Tumor hingegen in die umgebenden Lymphknoten gestreut, befindet sich der Krebs im N-Stadium.

Um die genaue Größe und Lage des Tumors zu ermitteln, wird eine Computertomografie durchgeführt. Das CT bietet zugleich Auskunft über die Ausbreitung des Tumors in seine Umgebung. Ebenfalls zeigt das CT befallene Fernmetastasen oder Lymphknoten auf. Durch die Positronenmissionstomografie bzw. PET können zusätzlich zum CT Organe und entfernte Lymphknoten entdeckt werden, in welche der Tumor bereits gestreut hat. Oft wird eine Kombination aus CT und PET angewandt, da gewisse Streuungen mit anderen Methoden nicht gefunden werden können.

Das Stadium der Tumore im Rahmen des Speiseröhrenkrebses werden anhand des internationalen TNM-System klassifiziert. Befindet sich der bösartige Tumor noch im Stadium IA, handelt es sich um einen T1N0M0-Tumor. Dieser befindet sich in der Schleimhaut unter in der Schicht, welcher sich unter der Schleimhaut befindet. Das Stadium IB mit den T2N0M0-Tumoren zeigt, dass nicht nur die Schleimhaut, sondern auch die Muskelschicht befallen ist.

Liegt das Stadium IIA vor, treten T3-Tumore auf. Diese haben noch keine Fernmetastasen gebildet oder die Lymphknoten befallen. Diese Tumore sind bereits bis zur Speiseröhrenaußenschicht vorgedrungen. Im Stadium IIB liegt bereits ein Lymphknotenbefall vor. Allerdings wurden noch keine Metastasen gebildet.

Das Stadium III wird in die Bereiche IIIA, IIIB sowie IIIC unterteilt Hier treten Tumore bis zur Kategorie T4 auf. T4-Tumore haben die Luftröhre, den Herzbeutel oder das Lungenfell befallen. Hier liegt ein Lymphknotenbefall ohne Metastasen vor. Das letzte Stadium, Stadium IV, zeigt eine metastasierte Erkrankung.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Speiseröhrenkrebs gilt als relativ seltene Krebs- bzw. Tumorerkrankung, obwohl er eine hohe Tötungsrate besitzt. Jährlich werden rund 11.000 Fälle in Deutschland diagnostiziert. Hierbei ist der Anteil an erkrankten Männern dreimal höher als jener von Frauen. Durchschnittlich erkranken jährlich 8.000 Männer, allerdings nur 3.100 Frauen an Speiseröhrenkrebs. Statistisch betrachtet fallen drei Prozent bzw. 1,5 Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen auf den Speiseröhrenkrebs. Im direkten Vergleich hingegen erkranken rund 71.000 Frauen jährlich an Brustkrebs bzw. über 65.000 Menschen in Deutschland an Dickdarmkrebs.

Der Speiseröhrenkrebs gilt als typische Alterserkrankung. Der Großteil der Betroffenen befindet sich im fortgeschrittenen Alter, wobei ein Alter ab 65 Jahren normal für diese Erkrankung ist. Durchschnittlich tritt die Krebsart bei Männern aber etwas früher ein. Während Frauen ab einem Alter von 70 Jahren verstärkt dazu neigen, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, leiden Männer ab 66 Jahren bereits unter dem Ösophaguskarzinom.

Die Ausbreitung von Speiseröhrenkrebs wird in zahlreichen Fällen durch falsche Lebensgewohnheiten wie den übermäßigen Konsum von Alkoholika und Tabak begünstigt. Dieser Konsum kann sich im Laufe des Lebens anhäufen und somit im Alter für deutlich negative gesundheitliche Auswirkungen sorgen. Dennoch sind auch wesentlich jüngere Menschen nicht vom Speiseröhrenkrebs ausgeschlossen. Ihr Prozentanteil ist im direkten Vergleich allerdings sehr gering.

Der Großteil der Speiseröhrenfälle wird erst im späten bzw. fortgeschrittenen Stadium der Krankheit diagnostiziert. Aufgrund der späten Diagnose besteht wenig Chance auf eine Heilung, sodass sich die Lebenswartungen der Patienten immens verkürzen. Die auftretenden Komplikationen sowie mögliche Streuungen des Tumors verschlechtern die Therapieerfolge ebenso. Jährlich sterben ungefähr 3.000 Männer und 1.000 Frauen an Speiseröhrenkrebs.


Komplikationen bei der Krankheit

Bezüglich Komplikationen beim Speiseröhrenkrebs können sowohl die einzelnen Symptome wie das Stadium der Krankheit Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand des Patienten haben. Vor allem ein fortgeschrittener Fall von Speiseröhrenkrebs verursacht starke Komplikationen, da eine Behandlung nur schwer durchführbar ist.

Zunächst zeigt sich der Speiseröhrenkrebs nicht deutlich. Da sich die Speiseröhre erst verengt, wenn sich die Tumore deutlich ausgebreitet haben, kann der Betroffene im Anfangsstadium der Krankheit noch normal essen und schlucken. Tritt die Verengung der Speiseröhre ein, passieren gleichzeitig Einbußen bei der Schluckfähigkeit sowie der Nahrungsaufnahme. Die verminderte Nahrungsaufnahme resultiert in einem starken Gewichtsverlust und einer Appetitlosigkeit, sodass sich der Allgemeinzustand des Betroffenen stark verschlechtert.

Hat der Krebs in den Kehlkopf gestreut, ist der Betroffene nicht mehr in der Lage, normal zu sprechen. Er leidet unter einer Heiserkeit, wodurch die allgemeine Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt wird. Streut der Krebs hingegen Richtung Reflux, wird die Refluxkrankheit verursacht. Auf den Reflux wird ein dauerhafter Druck ausgeübt, sodass die Magensäure in die Speiseröhre gelangt und dort für Reizungen sorgt. Deutlich bemerkbar wird dies durch Sodbrennen und Schmerzen in der Speiseröhre.

Ebenfalls treten Komplikationen auf, wenn der Tumor weit gestreut hat. Hierbei löst er häufig Brust- bzw. Rückenschmerzen aus. Außerdem kann sich der Tumor sowohl auf wie unter der Schleimhaut bilden, sodass seine genaue Lage nur anhand einer eingehenden Untersuchung ausfindig gemacht werden kann. Die resultierenden Komplikationen lassen sich häufig nicht vermeiden, da der Speiseröhrenkrebs relativ spät erkannt wird. Im frühen Krankheitsstadium hingegen können bei demensprechender Behandlung hingegen vermieden werden, da diese durch die Ausbreitung des Tumors hervorgerufen werden.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Treten typische Symptome des Speiseröhrenkrebses auf, sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. Da sich die Symptome erst im späten Krankheitsstadium zeigen, kann der Besuch beim Arzt allerdings oft die Lebenserwartung nicht verlängern bzw. eine vollkommene Heilung versprechen. Dennoch ist der Besuch beim Arzt von Nöten, um mögliche andere Erkrankungen auszuschließen bzw. festzustellen. Auch Risikogruppen wie Personen ab 65 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen der Speiseröhre oder Konsumenten von großen Mengen Tabak und Alkohol sollten regelmäßig den Arzt aufsuchen, um die Tumore frühzeitig zu erkennen.

Treten erste typische Symptome auf, sollten diese nicht unbeachtet bleiben, sondern mit dem Haus- bzw. HNO-Arzt abgesprochen werden. Handelt es sich um Krebs bzw. eine Tumorbildung, wird die fortfahrende Prozedur mit dem Onkologen abgesprochen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Bei der Behandlung von Speiseröhrenkrebs ist das Stadium der Erkrankung ausschlaggebend. Je nachdem wie weit der Tumor schon gestreut hat, können bestimmte Therapien verwendet werden. Am häufigsten wird der Speiseröhrenkrebs jedoch mit einer Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder durch den Einsatz von Antikörpern behandelt. Wichtig hierbei ist, dass die Therapie stets in zugelassenen Einrichtungen stattfindet, um mögliche Komplikationen oder Folgebeschwerden zu vermeiden.

Wird der Speiseröhrenkrebs in einem sehr frühen Stadium erkannt, sodass er noch als Frühkarzinom gilt, erfolgt die Behandlung standardmäßig als chirurgische Tumorentfernung. Hingegen werden bei einem fortgeschrittenen Stadium verschiedene Therapiemethoden verwendet. Hierbei wird auf die Kombination aus Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie gesetzt. Das multimodale Therapiekonzept kann somit auch aussichtloseren Fällen deutliche Linderungen bzw. Besserungen verschaffen.

Die ausgewählte Therapie hängt wesentlich von der Art des Tumors ab, sodass bei einem Plattenepithelkarzinom eine andere Behandlung gewählt wird als bei einem Adenokarzinom. Ebenfalls bestimmt die Lage des Tumors und der Allgemeinzustand des Patienten, welche Therapieart letztendlich die bestgeeignete ist.

Ist der Tumor auf die Schleimhaut begrenzt und befindet sich die Krankheit noch in einem frühen Stadium, kann anstatt des chirurgischen Eingriffs auch ein endoskopisches Verfahren verwendet werden. Hierbei wird ein röhrenförmiges Instrument in die Speiseröhre eingeführt. Mit Hilfe dieses Instruments wird nun der Tumor entfernt. Die Endoskopische Mukosaresektion bzw. Endoskopische Submukosadissektion steuert bei der Einführung des Instruments direkt den Tumor an, sodass er leicht beseitigt werden kann.

Im fortgeschrittenen Stadium wird auf das multimodale Therapiekonzept gesetzt. Bei einem örtlich fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom wird vor allem die präoperative bzw. neoadjuvante Therapie eingesetzt. Hier wird nicht als erster Schritt eine Operation, sondern eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie verwendet. Anschließend erfolgt die Operation, in welcher der Tumor entfernt wird. Häufig wird ebenfalls ein gesunder, längerer Speiseröhrenabschnitt mitentfernt. Im Zuge der Operation werden ebenfalls die Lymphknoten, welche sich in Tumornähe befinden, mitentfernt. Damit keine Einbußen bei der Nahrungsaufnahme entstehen, muss im Anschluss die Nahrungspassage wiederhergestellt werden. Hierbei wird nahezu immer der Magen schlauchförmig umgewandelt und mit der Speiseröhre verbunden, wobei hier vom Magenhochzug gesprochen wird.

Der Einsatz der Operation hängt stark mit dem Gesundheitszustand des Patienten zusammen. Ist dieser in der Lage, die Operation zu überstehen, wird sie meistens als erstes angewandt. Besteht Gefahr, dass Komplikationen auftreten oder das Leben des Patienten in Gefahr schwebt, wird die Operation durch eine alleinige Strahlenchemotherapie ersetzt. Die Strahlenchemotherapie wird hierbei immer beim örtlich fortgeschrittenen Adenokarzinom verwendet. Handelt es sich um T3-Tumore, erhält die Strahlenchemotherapie eine Ergänzung in Form einer neoadjuvanten Strahlenchemotherapie bzw. Chemotherapie.

Liegen Metastasen vor oder hat der Tumor in die Wege gestreut, liegt meist ein sehr weitgeschrittener Fall von Speiseröhrenkrebs vor. In diesen Stadien ist die Krankheit nicht mehr heilbar. Um allerdings die Schmerzen zu lindern, können palliative Behandlungsmaßnahmen gegriffen werden. Diese Maßnahmen sollen die Beschwerden lindern und zugleich die Lebensqualität des Patienten verbessern.

Örtlich fortgeschrittener Speiseröhrenkrebs mitsamt einer Verengung der Speiseröhre verursacht hingegen eine Dysphagie bzw. starke Probleme beim Schlucken. Die Schmerzen lassen sich anhand verschiedener Maßnahmen deutlich lindern. Eine der häufigsten Methoden besteht dabei aus dem Einsatz eines Stents, eines Draht- bzw. Kunststoffröhrchens, an die verengte Stelle. Da der Stent die Engstelle in der Speiseröhre offen halt, fällt das Schlucken deutlich leichter. Ebenfalls lassen sich Schluckbeschwerden und Schmerzen durch eine endoluminale Brachytherapie von innen bzw. durch eine perkutane Strahlentherapie von außen behandeln.

Bei einem fortgeschrittenen Adenokarzinom kann zugleich eine zielgerichtete Therapie, welche den Einsatz von Antikörpern vorsieht, verwendet werden. Hierbei wird dem Körper das Antikörper Trastuzumab zugeführt, während eine Chemotherapie erfolgt. Allerdings müssen die Tumorzellen auf die Antikörper ansprechen, damit diese Behandlung durchgeführt werden kann. Hand einer Gewebeprobe wird festgestellt, ob die Zellen der Speiseröhre jenen Rezeptor besitzen, an welchen sich die Antikörper anheften und somit den Wachstumsstoffwechsel der Zellen beeinflussen können. Generell ist die Therapie mit dem Antikörper die Lebenszeit verlängern, wobei sie nicht bei einem fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom oder beim Nichtvorhandensein der Rezeptoren im Tumorgewebe erfolgt.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Speiseröhrenkrebs gilt als eine Krankheit, welche nicht vermieden bzw. vorgebeugt werden kann. Somit existieren auch keine vorbeugenden Maßnahmen oder Impfungen, um die Krankheit zu vermeiden. Allerdings kann das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, deutlich gemindert werden, wenn die eigenen Lebensgewohnheiten angepasst werden. Vor allem Personen, welche häufig sehr heiße Speisen und Getränke konsumieren, viel rauchen und viel Alkohol trinken, sollten den Konsum dieser Lebens- und Genussmittel stark einschränken.

Zudem sollte generell die eigene Ernährung angepasst bzw. umgestellt werden. Frisches Obst und Gemüse besitzen einen schützenden Effekt auf den eigenen Körper. Ebenfalls können nichtsteroiddale Antirheumatika (NSAR) sowie Acetylsalicylsäure (ASS) eingenommen. Diese Einnahme muss aber längerfristig geschehen, um die Schutzfunktion der Mittel zu aktivieren. Gleichzeitig sollte die eigene Ernährung fettarmer bzw. ohne zu viel Fett gestaltet werden. Krebserregende Lebensmittel, welche Nitrosamine enthalten, sollen ebenso nicht gegessen werden.

Zählt der Betroffene zu einer Risikogruppe, beispielsweise durch Vorerkrankungen der Speiseröhre oder durch sein Alter, sollte in regelmäßigen Abständen der Arzt aufgesucht werden. Die Untersuchungen können sofort Auffälligkeiten in der Speiseröhre feststellen und dadurch den Speiseröhrenkrebs in einem sehr frühen Stadium ausfindig machen. Gleichfalls sollte jeder Betroffene die Veränderungen seines eigenen Körpers genau beobachten. Treten typische Symptome, welche dem Speiseröhrenkrebs zugeordnet werden können auf, sollten diese nicht ignoriert, sondern von einem Arzt abgeklärt werden.

Personen, welche unter einem häufigen Rückfluss von Gallen- bzw. Magensäure leiden, besitzen ebenfalls einen großen Risikofaktor. Der Reflux macht sich meistens mit einem Sodbrennen bemerkbar. Handelt es sich um chronischen Säurerückfluss in die Speiseröhre, wird die Entstehung des sogenannten Barrett-Ösophagus begünstigt. Da vor allem übergewichtige Menschen häufig an einem Rückfluss von Magensäure bzw. Sodbrennen leiden, gilt auch Adipositas als Risikofaktor.

Personen, welche gleichzeitig rauchen und Alkohol konsumieren, sollten eine Kombination aus beiden Tätigkeiten unterlassen, da hier das Risiko von Speiseröhrenkrebs zusätzlich ansteigt. Bereits eine Menge von über 20 Zigaretten und 80 Gramm Alkohol pro Tag erhöht das Risiko, an dieser Krebsform zu erkranken, deutlich.

Auch andere Tumore, welche sich im Hals- und Mundbereich befinden, verursachen ein hohes Risiko, dass Speiseröhrenkrebs entsteht. Wird eine Strahlentherapie im Brust- und Halsbereich durchgeführt, wie es bei Lungen– oder Brustkrebs der Fall ist, kann dies ebenso die Bildung von Tumoren in der Speiseröhre begünstigen. Zudem können eine Achalasie, ein teilweiser Verschluss des Mageneingangs, oder Verätzungen von Säuren und Laugen in der Speiseröhre das Erkrankungsrisiko deutlich erhöhen.


Prognose zur Heilung

Die Heilungschance von Speiseröhrenkrebs hängt wesentlich damit zusammen, in welchem Stadium die Krankheit festgestellt wurde. Je früher Speiseröhrenkrebs erkannt und behandelnde Maßnahmen eingeleitet wurden, desto höher fällt letztendlich die Chance auf eine komplette Heilung aus. Ebenfalls bietet eine frühe Erkennung deutlich bessere Überlebenschancen. Dennoch besitzt Speiseröhrenkrebs vergleichbar ungünstige Heilungsaussichten, da viele Fälle erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt werden. Generell aber zählen die Heilungsaussichten bei Speiseröhrenkrebs zu den ungünstigen aller Krebserkrankungen. Auch die Tatsache, dass kein einfacher Test für eine Früherkennung existiert, verschlechtert die Heilungschancen deutlich.

Da Speiseröhrenkrebs relativ spät erkannt wird, haben sich bei einem hohen Prozentsatz der Betroffenen Bereits Metastasen gebildet, welche sich in den weiter entfernen Organen oder umgebenden Lymphknoten befinden. Sind Metastasen vorhanden, besteht nur eine geringe Heilungschance, da alle Therapiemethoden nur bedingt anschlagen. Betroffene mit Speiseröhrenkrebs, welcher Metastasen gebildet hat, besitzen dementsprechend nur noch wenige Jahre an Lebenserwartung.

Wird der Krebs jedoch früh erkannt, bestehen gute Heilungschancen. Sogar eine vollständige Entfernung der Tumore ist bei einer Früherkennung möglich, sodass Symptome frühmöglich mit dem Arzt abgeklärt werden sollten. Die Heilung bei früherkanntem Speiseröhrenkrebs benötigt allerdings eine gute Nachsorge, um keine bleibenden Folgen zu verursachen.


Nachsorge einer Speiseröhrenkrebserkrankung

Konnte der Tumor, welcher den Speiseröhrenkrebs ausgelöst hat, entfernt werden, muss eine gute Nachsorge erfolgten. Die Nachsorge trägt Verantwortung, mögliche Begleiterkrankungen sowie die Folgen der Operationen nicht nur festzustellen, sondern ebenfalls zu behandeln und bei Bedarf zu linden. Auch erhält der Patient im Rahmen der Nachsorge Unterstützung bei sozialen, seelischen oder körperlichen Problemen. Gleich soll die Nachsorge verhindern, dass der Krebs wiederauftritt.

Wird bei der Operation, in welcher der Tumor beseitigt wird, auch ein Teil der Speiseröhre entfernt, muss immer eine Nachsorge vorhanden sein, um Probleme bei der Nahrungsaufnahme und Verdauung zu vermeiden. Hierbei geschieht die Nachsorge beim eigenen Hausarzt oder in der behandelnden Klinik. Die Nachsorge wird hierbei immer auf den Patienten individuell abgestimmt, sodass ihre Art und ihr Umfang nie standardmäßig festgelegt werden können. Vor allem die Behandlungsart sowie die Größe des Tumors sind ausschlaggebend für die persönliche Nachsorge.

Das Zentrum der Nachsorgeuntersuchung beim Speiseröhrenkrebs ist stets das Gespräch zwischen Arzt und Patienten. Hierbei werden Fragen zum eigenem Befinden und zur Entwicklung des Körpergewichts gestellt. Ebenfalls erfolgen regelmäßig körperliche Untersuchungen. Gegebenenfalls kann die körperliche Untersuchung durch andere Untersuchungen ergänzt werden. Zu diesen zählen Laboruntersuchungen, eine Endoskopie der Speiseröhre und der Nahtstelle, eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauches sowie Röntgenaufnahme der Lunge. Hierbei legt der Arzt fest, welche Untersuchung notwendig sind.

Die Nachsorge beim Speiseröhrenkrebs verhindert einen Rückfall und zeigt eventuelle Neubildungen von Tumoren auf, sodass hier schnell eingegriffen werden kann. Tritt allerdings erneut ein Tumor auf, besteht in der Regel keine Chance auf Heilung, sondern lediglich die Möglichkeit, die Symptome und Beschwerden zu lindern. Treten nach der Behandlung Beschwerden auf, sollte zugleich immer sofort der Arzt aufgesucht werden. Durch weitere Untersuchungen können die Ursachen für die Beschwerden rasch abgeklärt werden, wodurch der Patient eine bessere Genesungsaussicht erlangt.


Alternative Behandlungsmethoden

 

Bezüglich alternativer Behandlungsmethoden bei Speiseröhrenkrebs können mehrere Fachrichtungen, welche sich zwischen alternativer und Schulmedizin befinden, angewandt werden. Hierzu zählen unter anderem Traditionelle Chinesische Medizin, klassische europäische Naturheilkunde, Krebsdiäten sowie fernöstliche Heilweisen wie beispielsweise Ayurveda. Ebenfalls können Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden, um Nebeneffekte der Krebsbehandlung zu lindern. Allerdings steht die Wirksamkeit bei alternativen Behandlungsmethoden bei einer Krebserkrankung aus.

Alternative Behandlungsmethoden bei Speiseröhrenkrebs zielen nicht darauf ab, die Tumore zu beseitigen oder den Krebs generell zu heilen. Vielmehr sollen die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten die Nebenwirkungen lindern, welche im Rahmen der Krebstherapie auftreten. Ebenfalls sollen die verschiedenen Methoden die Lebensqualität des Patienten verbessern. Allerdings sollte vor der Verwendung einer alternativen Behandlungsmethode der behandelte Arzt konsultiert werden, da dieser mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufzeigen kann.

Bei einer vorhandenen Speiseröhrenerkrankung spielt zugleich die Ernährung eine ausschlaggebende Rolle. Während in manchen Fällen eine Fehlernährung die Krebsform verursacht, besitzt eine anhaltende falsche Ernährung nach bzw. während der Krebstherapie negative Auswirkungen auf den Körper. Wird ein Teil der Speiseröhre während der Therapie entfernt, müssen die Ernährungsgewohnheiten dringend umgestellt werden, da der Körper wesentlich schlechter Fett, Säuren und heiße Getränke wie Speisen verdauen kann. Zudem können Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme auftreten, falls die Fehlernährung beibehalten wird.

Bevor eine alternative Behandlungsmethode angesteuert wird, sollten zudem die anfallenden Kosten abgeklärt werden. Manche Behandlungstherapien werden von Krebszentrum oder von der Krankenkasse bezahlt. Andere wiederum müssen selbst finanziert werden, sodass eine große finanzielle Belastung gegenüber dem Patienten auftritt.

Welche Hausmittel können helfen?

 

  • Äpfel
  • Kartoffel
  • getrocknetes Knoblauchpulver
  • frisches Obst und Gemüse
  • Basenpulver
  • basische Lebensmittel
  • Weißbrot, z.B. Toast und Zwieback
  • Vollkornbrot
  • Bauchwickel mit verschiedenen Kräutern
  • Tee, z.B. Ingwer

Die Behandlung mittels Hausmittel bei Speiseröhrenkrebs soll nicht die Krankheit an sich, sondern die Symptome, welche im Zuge der Behandlung auftreten, beseitigen. Hierbei ist es wichtig, die Art der Symptome bzw. des Tumors zu wissen, da bei einem Plattenepithelkarzinom andere Hausmittel als bei einem Adenokarzinom eingesetzt werden können, um die Beschwerden zu mildern. Ebenfalls dienen die Hausmittel dazu, Sodbrennen, welches im Zuge der Speiseröhrenkrebstherapie auftritt, zu beseitigen.

Hausmittel dienen vorwiegend dazu, Sodbrennen zu vermeiden und somit das Risiko einer Entstehung eines Adenokarzinoms deutlich zu senken. Hausmittel gegen Sodbrennen sind unter anderem Äpfel, Kartoffeln und getrocknetes Knoblauchpulver. Diese Nahrungsmittel bzw. Hausmittel können auch nach der Operation eines Adenokarzinoms gegessen werden. Hingegen sollten fettige Speisen, Süßigkeiten und Alkohol vermieden werden. Schwer verdauliche Kost und große Mahlzeiten sollten ebenso ausgelassen werden.

Gleichfalls helfen basische Lebensmittel, eine Übersäuerung des Magens vorzubeugen. Vor allem frisches Obst und Gemüse verschaffen deutliche Linderung. Ist der Magen übersäuert, können auch Basenpulver kurzzeitig eine lindernde Wirkung erzeugen. Weißbrot wie Toast oder Zwieback binden zudem die Säure. Vorbeugend gegenüber Sodbrennen sollte Vollkornbrot gegessen werden. Ofenfrisches Brot, welches noch warm ist, sollte dagegen nicht verzehrt werden.

Hingegen verursacht Sodbrennen kein Plattenepithelkarzinom, sodass hier eine Sodbrennentherapie mittels infrage kommender Hausmittel unwirksam bleibt. Hausmittel gegen die Nebenwirkungen eines Plattenepithelkarzinoms konzentrieren sich darauf, die auftretende Übelkeit zu vermindern. Hilfreich gegen Übelkeit sind insbesondere Bauchwickel mit verschiedenen Kräutern und Teesorten wie Ingwer.

Sämtliche verwendete Hausmittel sorgen jedoch nicht dafür, dass die Krankheit abklingt. Sie dienen lediglich dazu, die auftretenden Nebenbeschwerden zu lindern und dem Patienten eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Zudem sollten die Hausmittel nicht im Übermaß verwendet werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Fenchel
  • Kamille
  • Ulmenrinde
  • Süßholz
  • Aloe Vera
  • Curcuma bzw. Gelbwurz
  • Ingwer
  • Zimt

Werden Heilkräuter und Heilpflanzen in der Speiseröhrentherapie eingesetzt, geschieht dies häufig in Form von Tees und Säften, da diese eine Linderung bei Sodbrennen ermöglichen. Die Teesorten beruhigen nicht nur den Magen, sondern lindern gleichzeitig das Brennen. Besonders häufig wird Fenchel und Kamille verwendet. Diese Kräuter sind entzündungshemmend und verpassen der angegriffenen Speiseröhre eine Art Schutzschild. Zugleich hilft Fenchel bei der Verdauung.

Eher unbekannt ist hingegen die Ulmenrinde. Sie verdickt die Magenschleimhaut, sodass der Magen weniger stark von der Magensäure angegriffen werden kann. Grüner Tee wirkt positiv gegenüber einer Übersäuerung. Süßholztee hingegen wirkt krampflösend, hilft bei Sodbrennen und schützt zudem die Magenschleimhaut. Werden die Heilkräuter in Form von Tee verabreicht, sollte dies immer ungezuckert geschehen, da sich Zucker negativ auf die Verdauung auswirkt.

Bezüglich Heilpflanzen zeigt die Aloe Vera positive Auswirkungen auf Magen und Speiseröhre. Aloe Vera beruhigt die Speiseröhre, wenn Irritationen durch Sodbrennen auftreten sollten. Ebenfalls neutralisiert die Pflanze das Sodbrennen und heilt den Magen-Darm-Trakt. Der Verzehr von Aloe-Vera-Saft sollte in übersehbaren Mengen geschehen, da eine Übermenge Durchfall und Bauchschmerzen verursachen kann.

Gleichfalls eignen sich gewisse Gewürze als Heilpflanzen bei Sodbrennen bzw. Speiseröhrenkrebs. Curcuma bzw. Gelbwurz kann hierbei als lindernder Tee verzerrt werden. Ingwer hingegen beruhigt die Nerven und dämmt im gleichen Zug die Säure im Magen. Ingwer im rohen Zustand oder als Tee ist gleichzeitig eine gute Vorbeugungsmöglichkeit gegenüber Sodbrennen. Verdauungsstörungen, welche bei einer Speiseröhrenerkrankung auftreten können, werden gut mit Zimt gelindert.

Ätherische Öle

 

  • Curcumaöl

Bei Speiseröhrenkrebs werden keine ätherischen Öle verwendet, um die Symptome bezüglich Verdauung, Magen und Speiseröhre zu lindern. Allerdings können ätherische Öle wie etwa ätherisches Curcumaöl eingesetzt werden, um beispielsweise Rückenschmerzen mittels einer Massage zu beseitigen. Die verschiedenen ätherischen Öle sorgen bei einer Massage für zusätzliche Entspannung, sodass der Patient kurzzeitig eine Erleichterung verspürt.

Dagegen sollte der Konsum von ätherischen Ölen, welche aus Pfefferminz gewonnen wurden, sowie der Konsum von Pfefferminz im Allgemeinen unterlassen werden. Die ätherischen Öle, insbesondere jene der Pfefferminze, reizen den Magen zusätzlich, sodass häufiger Sodbrennen und Magenbeschwerden auftreten.

Homöopathie & Globuli

 

  • Bismutum subnitricu
  • Robinia pseudoacacia
  • Nux vomica
  • Potenz D12
  • Arsenicum album

Bei einer Speiseröhrenkrebstherapie können homöopathische Mittel und Globuli verwendet warden, um Symptome wie Sodbrennen zu minimieren. Vor allem die Globuli Nux vomica, Robinia pseudoacacia sowie Bismutum subnitricum wirken sich positiv auf das Befinden des Magens aus. Sämtliche Substanzen werden hierbei stark verdünnt bzw. potenziert als Globuli eingenommen. Als Ergänzung zur Chemotherapie bieten sich die Globuli an, da sie die Übelkeit eindämmen. Soll eine Selbstbehandlung stattfinden, können Patienten Potenz D12 verwenden.

Nux vomica D6 eignet sich für Menschen, welche gestresst und reizbar sind. Wird Kaffee bzw. Alkohol getrunken oder geraucht, können die Globuli den Magen beruhigen. Herrscht ein Sodbrennen mit Magendruck und saurem Aufstoßen vor, bietet sich Robinia pseudoacacia an. Liegen zudem Stirnkopfschmerzen und abgestumpfte Zähne aufgrund der Magensäure vor, ist die Verwendung dieser Globuli empfehlenswert. Bei starken Schmerzen, welcher hinter dem Brustbein auftreten, hilft hingegen Arsenicum album. Die Globuli lindern ebenfalls leichtes Frieren, Erschöpfung und Ängstlichkeit.

Schüssler-Salze

 

  • Schüssler-Salz Nummer 9 – Natrium phophoricum

Die Verwendung von Schüssler-Salzen dämmt vor allem Sodbrennen ein, sodass der Betroffene eine wesentlich bessere Lebensqualität erhält. Obwohl zahlreiche Schüssler-Salze in der Behandlung von körperlichen Beschwerden mitsamt Sodbrennen verwendet werden können, hilft das Schüssler-Salz Nummer 9, Natrium phophoricum, wesentlich.

Das „Salz des Stoffwechsels“ sorgt dafür, dass der Säure-Basen-Haushalt, welcher im Körper des Patienten vorliegt, ausgeglichen wird. Hierbei wird einer Übersäuerung des Körpers entgegengesteuert, sodass Magen wie Speiseröhre geschont werden. Ebenfalls ist das Schüssler-Salz in der Lage, einen übersäuerten Magen zu beruhigen. Natrium phophoricum sollte dreimal Tägilich zu je einer Tablette eingenommen werden.

Diät & Ernährung

 

  • nach Operation Ernährung mit Sonde
  • Be Bedarf Veneninfusion – Flüssigkeit, Nährstoffe, Medikamente, Salze
  • lindernde Lebensmittel – Kartoffeln, Obst, Gemüse, Tee, Brot
  • Keine scharfen, fettigen, würzigen Speisen
  • Kein Alkohol und Tabak

Vor allem die Ernährung spielt beim Speiseröhrenkrebs und der Nachbehandlung eine wichtige Rolle. Da durch den Tumor Schluckbeschwerden und Schmerzen beim Essen auftreten können, vermeiden viele Patienten feste Nahrung und verlieren stark an Gewicht. Erfolg ein chirurgischer Eingriff, bei welchem ein Teil der Speiseröhre entfernt wird, ist das Essen für einige Tage nach der Operation nicht möglich. Hier wird eine Ernährungstherapie veranlasst, wobei dem Patienten Nahrung mittels einer Sonde zugeführt wird.

Erfolgt die Ernährungstherapie, öffnen die Ärzte mit einem winzigen Schnitt die Bauchdecke. Durch diesen Schnitt wird ein dünner Schlauch gelegt, welcher an die oberen Teile des Dünndarms anschließt. In manchen Fällen kann die Sonde auch über die operierte Speiseröhre oder Nase gelegt werden. Zudem werden dem Patienten mittels Veneninfusion Flüssigkeit, Medikamente und Salze verabreicht. Besteht der Bedarf nach Nährstoffen oder anderen Stoffen, erfolgt dies ebenfalls über Infusion.

Nach der Operation bzw. während der Therapie muss zudem eine Ernährungsumstellung erfolgen. Scharfe, heiße und würzige Speisen sowie Alkohol und Tabak sind tabu, da sie den Magen reizen. Auf dem Speiseplan stehen vermehrt frisches Obst und Gemüse, da diese eine basische Wirkung auf den Körper besitzen. Bei Sodbrennen können zudem lindernde Lebensmittel wie Kartoffel, Weiß- sowie Schwarzbrot gegessen werden. Ebenfalls besitzen viele Teesorten, wie etwa Kamillen-, Fenchel- und Ingwertee eine beruhigende und schonende Wirkung auf den Magen.


FAQ – Fragen & Antworten

Ist Speiseröhrenkrebs heilbar?

Generell lässt sich Speiseröhrenkrebs heilen. Die Heilungschancen vermindern sich allerdings zunehmend, wenn die Krankheit erst in einem späten Stadium erkannt wird. Hier können oft nur noch die Symptome, welche die Krankheit mit sich bringt, gelindert und die allgemeine Lebensqualität verbessert werden. Wird Speiseröhrenkrebs hingegen in einem frühen Stadium erkannt und dementsprechende Therapien veranlasst, bestehen gute Heilungschancen.

Welche Therapieform eignet sich für Speiseröhrenkrebs am besten?

Die beste Therapieform bei Speiseröhrenkrebs hängt von der Tumorart ab. Ein Plattenepithelkarzinom lässt sich am besten mit einer Operation entfernen. Bei einem Adenokarzinom hingegen wird häufig eine Mischung aus Operation, Strahlen- und Chemotherapie angewandt, da diese hier am vielversprechendsten ist. Alternative Therapiemethoden hingegen sollten nur im Rahmen der Nachsorge in Betracht gezogen werden.

Wer erkrankt am häufigsten an Speiseröhrenkrebs?

Am häufigsten von Speiseröhrenkrebs betroffen sind Menschen im höheren Alter. Durchschnittlich liegt das Alter der Betroffenen zwischen 65 und 70 Jahren. Hierbei erkranken Männer deutlich häufiger und jünger an Speiseröhrenkrebs als Frauen. Während bei vielen Frauen die Krankheit erst ab 70 Jahren auftreten, leiden Männer ab 65 Jahren vermehrt unter ihr. Generell erkranken ebenfalls dreimal mehr Männer als Frauen als Speiseröhrenkrebs.

Wie tödlich ist Speiseröhrenkrebs?

Speiseröhrenkrebs gilt als eine äußerst tödliche Krebsform, da er in der Regel sehr spät erkannt wird. Durch das fortgeschrittene Stadium der Krankheit scheint eine Heilung nahezu ausgeschlossen, sodass den Betroffenen nur noch wenige Lebensjahre bleiben. In einem frühen Stadium hingegen muss der Speiseröhrenkrebs nicht zwingend tödlich verlaufen, da hier eine bessere Chance auf Heilung besteht.

Wie wichtig ist die richtige Ernährung bei Speiseröhrenkrebs?

Da beim Speiseröhrenkrebs häufig ein Teil der Speiseröhre entfernt wird oder Sodbrennen auftritt, ist die richtige Ernährung ausschlaggebend für das eigene Wohlbefinden. Besonders fettige, scharfe und würzige Speisen wirken sich gleich negativ aus wie der Konsum von Tabak und Alkohol. Aus diesem Grund sollten sie vom Speiseplan verbannt werden. Basische Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse sowie magenberuhigende Lebensmittel wie bestimmte Kräutertees, Brotsorten und Kartoffeln hingegen sollten vor allem bei Sodbrennen bei einer Speiseröhrentherapie gegessen werden, da sie den Magen beruhigen und die Speiseröhre schonen.

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