Hokkaido Kürbis

Im Herbst ist Kürbiszeit. Typisch für das beliebte Gemüse, das botanisch eigentlich eine Beere ist und damit zum Obst gehört, sind die oft sehr großen, fleischigen Früchte. Seit einigen Jahren werden aber die deutlich kleineren Hokkaido-Kürbisse, die ursprünglich aus Japan stammen, immer beliebter. Aufgrund der Vielseitigkeit und des hervorragenden Geschmacks des Hokkaido ist sein Siegeszug in deutschen Küchen wohl nicht mehr aufzhalten.

Das sollten Sie über Hokkaido Kürbisse wissen

Der Hokkaidokürbis hat die westliche Küche von Japan aus erobert. Dort waren Kürbisse aber ursprünglich gar nicht heimisch. Portugiesische Seefahrer, die im 16. Jahrhundert die Route nach Japan entdeckten, importierten das europäische Gemüse in das Inselreich. Hier erregte es bald das Interesse der japanischen Gartenkünstler. Zunächst wurde der Kürbis in Nagasaki populär und verbreitet sich von dort aus im ganzen Land. Im späten 19. Jahrhundert wurden dann neue Kürbissorten aus den USA eingeführt, darunter auch der „Hubbard“. Diese Sorte wurden mit den europäischen Früchten gekreuzt und kontinuierlich verbessert. Den ersten echten Hokkaidokürbis, wie wir ihn heute kennen, brachte ein japanischer Züchter im Jahr 1933 in der Hafenstadt Kanazawa auf den Markt.

Mittlerweile werden Hokkaidokürbisse allerdings nicht mehr aus Japan importiert, sondern hier in Europa angebaut. Die Frucht erreicht in der Regel ein Gewicht von 0,5 bis 1,5 Kilo und zeichnet sich durch eine kräftige, Orange-rote Farbe aus. Der kleine Kürbis ist aber nicht nur besonders dekorativ, er zeichnet sich gegenüber den einheimischen Sorten noch mit einem weiteren großen Vorteil aus: Er kann mitsamt der Schale verzehrt werden.

Bedeutung für die Gesundheit
Der Hokkaidokürbis schmeckt nicht nur besonders lecker, wie alle Kürbissorten ist er auch sehr gesund. Besonders Diabetiker profitieren von dem Gemüse. Eine chinesische Studie konnte belegen, dass Kürbisse helfen, geschädigte Bauchspeicheldrüsenzellen zu erneuern. Eine japanische Studie bestätigte die Vermutung, dass Kürbiskonzentrat für eine verbesserte Glukosetolerenaz und Insulinresistenz sorgt.

Die Schale des Hokkaido-Kürbis beinhaltet außerdem große Mengen Beta-Carotin. Dieser Stoff ist ein besonders effektives Antioxidant, das freie Radikale unschädlich macht, unsere Hautzellen vor Lichtschäden schützt und sogar vorbeugend gegen viele Krebsarten wirkt. Beta-Carotin kann in unserem Körpern außerdem zu Vitamin A umgewandelt werden. Deshalb profitieren auch Ihre Augen von einem Kürbisgericht. Der regelmäßige Konsum soll gemäß eines Fachartikels der Colorado State University, USA, sogar altersbedingte Netzhautschädigungen aufhalten können.

In der Naturheilkunde gelten Kürbiskerne als Geheimwaffe bei allen Formen von Blasen– und Prostataleiden. Der regelmäßige Verzehr von Kürbiskernen soll eine Reizblase kurieren, bei akuten Harnwegsinfektionen helfen und die Blase widerstandsfähiger gegen schädliche Keime machen. Bei einer vergrößerten Prostata hat sich der Einsatz von Kürbiskernöl bewährt. Das hierin enthaltene Beta-Sitosterol hemmt ein körpereigenes Enzym, das Testosteron in schädliches Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Der Hokkaido ist der nahrhafteste unter den Kürbissen und enthält mit etwa 300 Kilojoule bzw. 70 Kilokalorien pro 100 Gramm mehr als doppelt soviel Energie wie andere Sorten. Mit knapp zwei Gramm ist aber auch der Proteingehalt fast doppelt so groß. Der Kohlenhydrat-Anteil liegt bei etwa 14 Gramm, der Fettgehalt bei ca. einen halben Gramm.

300 kJ / 70 kcal
14 Gramm Kohlenhydrate
2 Gramm Eiweiß
0,5 Gramm Fett

Der Hokkaido-Kürbis ist darüber hinaus mit etwa 30 mg reich an Vitamin C und enthält, wie schon erwähnt, besonders viel Beta-Carotin (4 mg). Hundert Gramm Des Kürbis decken bereits gut ein Drittel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Darüber hinaus enthält das Gemüse Vitamin B1, b2 und b6 sowie Vitamin E, Folsäure, Magnesium, Eisen und Phosphor.

Unverträglichkeiten & Allergien
Eine Allergie auf Kürbisse und andere Kürbisgewächse wird nahezu ausschließlich als Folge einer bereits bestehenden Pollenallergie beobachtet. Es handelt sich also um eine pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie. Sehr häufig ist das „Traubenkraut-Melonen-Bananen-Syndrom“. Wenn eine Allergie auf Traubenkraut (Ambrosia) besteht, reagieren Betroffene häufig auch allergisch auf Melonen, seltener auch auf andere Kürbisgewächse.

Eine Kreuzallergie wird auch zwischen Kürbisgewächsen und Birkenpollen sowie den Pollen von Gräsern, dem Wegerich und dem Olivenbaum vermutet. Latexallergiker reagieren außerdem häufig auf Honigmelonen, seltener auch auf andere Kürbisgewächse. Bei einer Unverträglichkeit können eine Reihe unangenehmer Symptome wie brennen im Mund, Zungenschwellung, Taubheit und Schwellung der Lippen, in seltenen Fällen auch Atemnot oder asthmatische Anfälle, auftreten.

Einkaufs- & Küchentipps
Der Hokkaido hat wie alle Kürbissorten im Herbst Saison und ist mittlerweile in jedem Supermarkt erhältlich. Hokkaidos werden bereits ab einem Gewicht von einem Pfund angeboten und eignen sich deshalb besonders gut für Single-Haushalte. Vor dem Kauf sollten Sie einen Kürbis im wahrsten Sinne des Wortes gründlich abklopfen. Wenn Sie mit dem Finger leicht auf den Fruchtkörper klopfen, sollte ein hohles Geräusch ertönen. Dann hat der Kürbis den perfekten Reifegrad.

Ein ganzer Hokkaido kann aber auch problemlos mehrere Wochen gelagert werden. Das Gemüse bewahren Sie am besten an einem dunklen und kühlen Ort auf. Da der Kürbis kälteempfindlich ist, darf die Lagertemperatur aber nicht weniger als10 Grad betragen. Außerdem sollten nur gesunde Kürbisse, deren Stilansatz noch intakt ist, eingelagert werden. Andernfalls verschimmelt das Gemüse sehr schnell. Angeschnittene Kürbisstücke können mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Zubereitungstipps
Der Geschmack des Hokkaido-Kürbis ist stark nussig und erinnert an das Aroma von Maronen. Mit Maronen wird er auch gerne gemeinsam serviert. Beliebt sind Maronen-Kürbissuppen oder gegrillte Maronen auf Hokkaido-Salat. Sie können den Kürbis aber auch selber grillen oder zu einem vegetarischen Gulasch verarbeiten. Die Kerne werden geröstet über Suppen und Salate gestreut oder einfach so geknabbert.

An Halloween haben Kürbis-Pizza oder Kürbislasagne schon fast Tradition. Sie können den Hokkaido auch aushöhlen und mit geschmorten Pfifferlingen füllen. Besonders dekorativ, und nicht nur bei Kindern beliebt, sind gefüllte Kürbisse mit eingeschnitzten Gesichtern.

Zum Dessert werden süße Kürbiskuchen gereicht, die wie Karottenkuchen zubereitet werden. Pikante Gemüsekuchen schmecken besonders gut, wenn Sie Dinkelmehl verwenden und einen Esslöffel Kürbiskernöl unter den Teig mischen.

Häufige Fragen und Antworten 
Muss ein Hokkaido-Kürbis wirklich nicht geschält werden?
Der Hokkaido ist besonders einfach zu verarbeiten, da die Schale mitverzehrt werden kann. Sie ist wegen des hohen Gehalts an Beta-Carotin sogar besonders gesund. Bei konventionell angebauten Gemüse kann es allerdings zu Pestizidrückständen kommen. Sie sollten deshalb Bioprodukte vorziehen oder den Kürbis zumindest gründlich waschen.

Kann ich einen Hokkaido gemeinsam mit anderen Kürbissorten verarbeiten?
Wenn Sie den roten Hokkaido gemeinsam mit grünen oder gelben Kürbissorten verarbeiten, ergibt das nicht nur optisch einen Augenschmaus. Die verschiedenen Kürbissorten harmonieren auch geschmacklich. Beim Hokkaido sind jedoch die Garzeiten meist etwas kürzer, er sollte deshalb erst ein paar Minuten nach den anderen Sorten in die Pfanne gegeben werden.

Kann ich Hokkaido-Kürbisse auch selber anbauen?
Der Hokkaido wächst grundsätzlich auch in deutschen Gärten. Da er aber kälteempfindlich ist, wird er meist in Gewächshäusern oder in Wintergärten und auf windgeschützten Balkonen und Terrassen angebaut.

Unser Fazit
Der Hokkaido-Kürbis ist ein sehr vielseitig verwendbares Gemüse, das lecker schmeckt und aufgrund seiner relativ hohen Kalorienzahl auch noch richtig satt macht. Gleichzeitig unterstützt der regelmäßige Verzehr die Bauchspeicheldrüse, beugt wegen seiner hohen Konzentration an Antioxidantien der vorzeitigen Hautalterung vor und schützt die Augen. Und neben all diesen Vorzügen ist er noch einfach und praktisch zuzubereiten. Der Hokkaido gehört deshalb im Herbst in jede Küche.

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