Nebenschilddrüse

Vier kleine, aber wichtige Körnchen sind die Nebenschilddrüse.

Die Nebenschilddrüse auch Epithelkörperchen genannt, hat ihren Namen bekommen, weil sie sich in unmittelbarer Nähe der Schilddrüse befindet. Eigentlich ist es kein einzelnes Organ, die Nebenschilddrüse besteht aus zwei Paaren.

Die Nebenschilddrüse des Mannes wiegt 30 Milligramm und die Nebenschilddrüse der Frau wiegt 35 Milligramm. Funktionell hat die Nebenschilddrüse mit der Schilddrüse nichts zu tun, jede arbeitet für sich und völlig unabhängig. Die Nebenschilddrüse ist nicht sichtbar und nicht tastbar. Die winzige Nebenschilddrüse hat einige wichtige Funktion, mehr dazu im folgenden Text.

Was ist die Nebenschilddrüse?

Die Glandulae parathyroideae, wie die Nebenschilddrüse im Lateinischen heißt, ist eine endokrine Drüse. Endrokrin bedeutet nach innen abgebend und zeigt an, dass dass die Nebenschilddrüse ihre produzierten Hormone direkt ins Blut gibt ohne einen Ausführungsgang zur Abgabe zu nutzen.

Die Bezeichnung Drüse weist darauf hin, dass es die hauptsächliche Aufgabe der Nebenschilddrüse ist, einen oder mehrere Stoffe abzugeben. Auch Vögel haben eine Nebenschilddrüse, Hühner haben sogar eine Nebenschilddrüse, die aus drei Paaren besteht.

Alle Säugetiere haben eine Nebenschilddrüse, manchmal ist die Lage nur anders, so liegt sie beim Pferd erst am Brusteingang und beim Paarhufer an der Aufzweigung der Halsschlagader, also etwas von der Schilddrüse entfernt. Die vier Teilstücke der Nebenschilddrüse werden aufgrund Ihrer Größe auch Epithelkörperchen genannt.

Die kleine Nebenschilddrüse produziert wichtige Hormone für den menschlichen Körper und kann leider wie alle anderen Organe auch Krank werden. Die Nebenschilddrüse wiegt weniger als ein Gramm und ist dementsprechend klein, aber sie ist sehr wichtig, damit der menschliche Körper richtig arbeiten kann und der Mensch gesund bleibt.

Funktion und Aufgaben

Die Nebenschilddrüse erfüllt wichtige Aufgaben im Organismus des menschlichen Körpers. Die Hauptfunktion der Nebenschilddrüse liegt in der Produktion des Parathormons. Das Parathormon reguliert den Calcium– und Phosphathaushalt des menschlichen Körpers.

Im ersten Schritt nimmt das Parathormon die Vitamin D3-Bildung in der Niere in Angriff. Im nächsten Schritt wird die Calicumaufnahme aus dem Darm gesteigert. Die Folge davon ist, dass der Körper mehr Parathormon als Calicum ausscheidet. Fällt also Ihr Calciumspiegel ab, scheiden Ihre Nebenschilddrüsen mehr Parathormon aus. Erhöht sich der Calciumspiegel in Ihrem Blut wieder, werden sofort weniger Hormone erzeugt.

Ein ganz einfaches System mit dem die Nebenschilddrüse es schafft, den Wert des Calciums im Blut in einem Bereich konstant zu halten. Ein negativer Effekt von dem Hormon ist, dass es die Knochensubstanz schädigen kann, da es zur Freisetzung von Phosphat und Calcium führt. Dabei wird auch Calcium aus den Knochen geholt, was für den Knochen nicht gut ist.

Das Calcium im Blut sollte bei 2,2 bis 2,6 mol/l liegen. Das diese beiden Stoffe stimmen ist auch wichtig für die Nervenimpulsleitungen, den Zellstoffwechsel, die Muskelkontraktion und die Blutgerinnung. Stimmt der Calciumgehalt im Blut nicht, kann es schnell zu Erkrankungen führen. Trotz der geringen Größe ist die Nebenschilddrüse ein wichtiges Organ, eine Erkrankung der Nebenschilddrüse bringt meist weitere Problem mit sich, dazu später mehr in diesem Text.

  • Produktion von Parathormons
  • Regulierung des Calcium- und Phosphathaushaltes
  • Beeinflussung der Nervenimpulsleitungen, des Zellstoffwechsels, der Muskelkontraktionen und der Blutgerinnung

Anatomie und Aufbau

Vier einzelne Drüsen, welche Epithelkörperchen genannt werden sind die Nebenschilddrüse. Da bei anderen Säugetieren die Nebenschilddrüse nicht so nah an der Schilddrüse liegt, wird die Nebenschilddrüse in der Anatomie Epithelkörperchen genannt.

Die Nebenschilddrüse finden Sie direkt hinter der Schilddrüse. Die Schilddrüse findet sich im Bereich des Halses. In der Regel finden Sie jeweils zwei Epithelkörperchen auf der linken und auf der rechten Seite. Je Seite werden die Epithelkörperchen in obere und untere Körperchen aufgeteilt.

Der Großteil der Menschen hat vier Nebenschilddrüsen. Etwa zehn Prozent der Menschen kann mehr Epithelkörperchen aufweisen. Andersherum gibt es ebenfalls ein paar Menschen, die weniger als vier Epithelkörperchen Ihr eigen nennen.

Die Nebenschilddrüse bringt kein Gramm Gewicht auf die Waage. Ihr Gewicht kann von 30 bis 70 Milligramm betragen, bei Frauen 35 Milligramm, bei Männern 30 Milligramm. Dementsprechend klein ist die Nebenschilddrüse, ihre Masse liegen bei 5 x 3 x 1 Millimeter. Die Nebenschilddrüsen werden immer als Paar gesehen.

Die Epithelkörperchen werden unterteilt in ein inneres und ein äußeres Epithelkörperchen. Das äußere Epithelkörperchen wird auch oberes Epithelkörperchen genannt. Es entsteht aus der vierten Schlundtasche der Kiemenbogen. Das innere Epithelkörperchen wird auch unteres Epithelkörperchen genannt. Es entstand aus der dritten Schlundtasche der Kiemenbogen.

Eine feine Bindegewebskapsel umgibt die Epithelkörperchen. Feine Septen Gehen von der Kapsel aus. Die Anordnung der Epithelzellen wird strangartig genannt. Die Nebenschilddrüse besteht aus Hauptzellen und oxyphile Zellen. Die Hauptzellen produzieren das Parathormon, welches die Osteoklasten indirekt aktiviert und die Konzentration des Calciums im Blut. Der Gegenspieler das Parathormon ist das Calsitioonin. Die Funktion der oxyphilen Zellen ist derzeit noch unbekannt.

Vereinfacht gesagt, ist es die Aufgabe der Nebenschilddrüse den Calciumwert im Blut stabil zu halten. Die Versorgung der Epithelkörperchen erfolgt über eine eigene Arterie. In der Regel ist es die Arteria parathyroidea, welche von der Arterie der Schilddrüse kommt, der Arteria thyroidea inferior. Da die Nebenschilddrüse eine eigene Blutversorgung hat, kann sie das von ihr produzierte Hormon ohne Umwege direkt ins Blut einspeisen.

Wie kann die Nebenschilddrüse untersucht werden?

Wie bereits im vorherigen Text erklärt besteht die Nebenschilddrüse aus vier sehr kleinen Teilen. Daher ist es verständlich, dass die Nebenschilddrüse von außen nicht sichtbar ist.

Auch eine Tastuntersuchung ist bei der Nebenschilddrüse nicht möglich. Sie ist so klein und sitzt hinter der Schilddrüse, dass sie nicht tastbar ist. Also muss zu einem bildgebenden Verfahren gegriffen werden. Hier gibt es den Ultraschall, wo die inneren Organe des Menschen mit Hilfe von Schallwellen dargestellt werden. Auch das sogenannte MRT, die Magnetresonanztomographie wäre eine Untersuchungsmöglichkeit.

Beim MRT werden Aufnahmen vom Körper gemacht, welche als Schnittbilder erstellt werden, womit krankhafte Veränderungen dem Arzt sofort ins Auge fallen. Dies können Sie sich so vorstellen, als würde das MRT ein 3D-Bild von dem Körper des Patienten machen. Dann wird diese 3D-Form in dünne Scheiben geschnitten. So kann nichts übersehen werden. Nur das die Erstellung der Form und das in Scheiben schneiden passiert nicht an einem Objekt, sondern im Computer.

Die letzte Möglichkeit in diesem Bereich ist das CT, also die Computertomographie. Das CT fällt in den Bereich der Radiologie. Alle diese Verfahren haben ihre Vorteile und ihre Nachteile, jeder Arzt hat da seine Vorliebe, welche Untersuchungsart er nutzt.

Im Zweifel muss eine Biopsie gemacht werden. Dies bedeutet allerdings, dass eine Probe entnommen werden muss. Heutzutage ist diese Methode so gut, dass die Probe kleiner sein kann als ein Zentimeter, im Falle der Nebenschilddrüse würde es allerdings einer Komplettentfernung gleichkommen, weil das Organ so klein ist.

Ist die Nebenschilddrüse überlebenswichtig?

Die Nebenschilddrüse ist genau wie die Schilddrüse ein überlebenswichtiges Organ. Es ist allerdings möglich, die Hormone, welche von diesen beiden Drüsen produziert werden, in Tablettenform zu verabreichen.

Trotzdem wird versucht, wenn eine Erkrankung vorliegt, einen Teil zu erhalten, damit die Versorgung gewährleistet ist, sollten Sie einmal keinen Zugang zu Medikamenten haben. Wird nur die Schilddrüse entfernt, wird die Nebenschilddrüse an einem anderen Ort untergebracht.

Krankheiten und Störungen

Der Hyperparathyreoidismus
Der Hyperparathyreoidismus wird HPT genannt und meint die Überfunktion der Nebenschilddrüse. Oft wird diese Überfunktion durch Tumore und Hyperplasien verursacht. Hyperplasien bezeichnen eine übermäßige Zellbildung. Bei den Tumoren kann es sich um Adenome handeln, die gutartig sind. Es können auch Adenokarzinome sein, die bösartig sind.

Etwa 50 Prozent der Patienten mit Hyperparathyreoidismus haben keine Beschwerden. Treten Beschwerden auf, sind sie eine Folge des zu hohem Calciumspiegels. Treten Beschwerden auf, äußern die sich in Muskelschwäche, Bluthochdruck, Appetitlosigkeit und in MagenDarm-Beschwerden. Eine Überfunktion kann ebenfalls zu Nierensteinen führen. Nierensteine können Beschwerden im Oberbauch, Rückenschmerzen oder Harnwegsinfekte auslösen.

Wie eine Überfunktion der Nebenschilddrüse behandelt wird, ist abhängig von der Ursache der Überfunktion. Liegt die Überfunktion an einem Tumor, ist oft nur ein Epithelkörperchen betroffen. Dieses Epithelkörperchen wird operativ entfernt. In jedem Fall, soll mit der Therapie erreicht werden, dass der Calciumspiegel im Blut wieder im Normalbereich liegt.

Eine konservative Behandlung kommt dann zum Tragen, wenn eine Operation entweder nicht nötig oder nicht möglich ist. Die konservative Therapie besteht darin, Vitamin D in Tablettenform zuzufügen und viel zu trinken.

Ist die Überfunktion der Nebenschilddrüse die Folge einer anderen Erkrankung ist es wichtig, zuerst diese andere Erkrankung zu behandeln. Zu diesen Erkrankungen gehören die Leberzirrhose, eine chronische Niereninsuffizienz, gestörte Aufnahem des Vitamin Ds in Darm, eine gestörte Vitamin-D Bildung und eine gestörte Calciumaufnahme im Darm.

Jedes Jahr kommen drei neue Erkrankungen im Bereich Überfunktion der Nebenschilddrüse hinzu, gerechnet aus 1.000 Einwohner. Dabei sind zwei Drittel der an einer Nebenschilddrüsenüberfunktion erkrankten Personen weiblich. Es gibt Familien, in denen mehrere Personen von einer Überfunktion betroffen sind. Aus diesem Grund wird eine genetische Veranlagung vermutet.

Der Hypoparathyreoidismus
Der Hypoparathyreodismus bezeichnet die Unterfunktion der Schilddrüse. Diese Erkrankung kommt seltener vor. Diese Unterversorgung kann durch zuviel Vitamin D kommen oder nach einer Schilddrüsenoperation auftreten. Auch eine Autoimmunerkrankung kann eine Schilddrüsenunterfunktion auslösen. Eine Unterfunktion kann dazu führen, dass zu wenig Parathormon zur Verfügung steht. In Folge dessen kann es zu Krämpfen und zu Herzversagen führen.

Wie wird bei der Entfernung der Nebenschilddrüse vorgegangen?

Die Nebenschilddrüse besteht aus vier Teilen. Erkrankt die Nebenschilddüse, beispielsweise an einem Tumor, muss die Nebenschilddrüse entfernt werden. Oft gibt es die Möglichkeit, nur den betroffenen Teil der Nebenschilddrüse zu entfernen. Schwieriger wird es, wenn die Schilddrüse entfernt werden muss. In diesem Fall platziert der Arzt die Nebenschilddrüse in leicht erreichbarem Gewebe. So kann die Nebenschilddrüse weiterhin das benötigte Hormon produzieren.

Typische und häufige Erkrankungen

  • Überfunktion der Nebenschilddrüse
  • Unterfunktion der Nebenschilddrüse
  • gutartige oder bösartige Tumore
  • Zellenwucherungen

Fragen und Antworten

Kann man dem Hyperparathyreoidismus verhindern?

Es sind aktuell noch keine Maßnahmen bekannt, wie Sie eine Überfunktion der Nebenschilddrüse verhindern könnten. Sie können durch eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßiger Bewegung dazu beitragen, dass es der Nebenschilddrüse möglichst gut geht. Durch die abwechslungsreiche Ernährung nehmen Sie genug Vitamine mit der Nahrung auf, damit die Nebenschilddrüse gut arbeiten kann, denn dafür benötigt die Nebenschilddrüse das Vitamin D, genauer das Vitamin D3.

Woran erkennen Sie eine Überfunktion der Nebenschilddrüse?

Bei einer beginnenden Überfunktion der Nebenschilddrüse, bemerken Sie noch nicht. Es gibt zu diesem Zeitpunkt noch keine spezifischen Symptome, die auf eine Überfunktion der Nebenschilddrüse hinweisen.

Es gibt allerdings Beschwerden, die auftreten können, aber noch andere Ursachen haben können und dadurch nicht ausschließlich auf eine Nebenschilddrüse mit Überfunktion verweisen.Zu diesen Beschwerden zählen Abgeschlagenheit, Knochenschmerzen, hoher Blutdruck, Müdigkeit, vermehrtes Durstempfinden, Reduzierung des Gewichtes, Häufiges Wasserlassen und Verstopfung.

Wenn die Nebenschilddrüse diese Symptome auslöst liegt es am Kalzium und Phosphor, welches in der falschen Konzentration im Blut sind. Besteht die Überfunktion über einen längeren Zeitraum, so kann die Niere in Mitleidenschaft gezogen werden. Es kann, muss aber nicht, zu Verkalkungen in der Niere führen. Da in der heutigen Zeit regelmäßig Blutkontrollen durchgeführt werden, werden Unstimmigkeiten zügig entdeckt.

Welche Organveränderungen können durch eine Nebenschilddrüsenüberfunktion entstehen?

Die Niere kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Hier können Nierensteine entstehen oder es kann zu Verkalkungen kommen, die sich wie Körnchen über die Niere ziehen. Die Knochen können betroffen sein.

Das überschüssige Hormon verstärkt den Knochenabbau, das liegt daran, dass durch das Hormon mehr Calcium ins Blut kommt. Dieses Calcium wird beispielsweise aus den Knochen geholt, was zum Knochenschwund führt, den Knochen brüchig macht und zu Schmerzen führen kann. Daher kommt es zu Schmerzen an der Wirbelsäule und in den Gliedern. Dazu kann es in seltenen Fällen zu braunen Tumoren kommen und die Gefahr für Knochenbrüche steigert sich.

Jeder zweite Mensch, der unter einer Überfunktion der Nebenschilddrüse leidet, hat Probleme mit dem Magen. Diese Probleme zeigen sich in Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Magengeschwüren. Diese Beschwerden kommen wahrscheinlich von einer erhöhten Säureproduktion, zu welcher es wohl kommt, weil sich im Blut zu viel Calciumkonzentration.

Ein weiterer negativer Effekt der Überfunktion sind Steine in der Gallenblase und in der Bauchspeicheldrüse. Des Weiteren kann es zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen. Da wir uns in Deutschland über eine gute medizinische Versorgung freuen können, wird regelmäßig das Blut kontrolliert.
Durch diesen regelmäßigen Blutuntersuchungen kommt es oft gar nicht erst zu schwerwiegenden Schäden, da Abweichungen im Blut schnell erkannt werden.

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