Joghurt

Der Joghurt (der auch Jogurt oder in der englischen Schreibweise Yogurt genannt wird)ist eines der bekanntesten und am öftesten konsumierten Milchprodukte überhaupt und wird in allen möglichen Varianten und Geschmacksrichtungen zum Kauf angeboten. Man isst ihn so gut wie überall auf der Welt und er findet sich in zahlreichen Nationalküchen wie der türkischen, der griechischen und der indischen wieder.


Das sollten Sie über Joghurt wissen

Joghurt ist eigentlich nur Milch, die durch Milchsäurebakterien fester gemacht wird und leicht säuerlich schmeckt. Er ist eines der ältesten Milchprodukte der Welt. Reiner Naturjoghurt gilt nicht nur ALS Nahrungsmittel, sondern wird auch in der Medizin und in der Kosmetik benutzt.

So entsteht Joghurt

Der Joghurt wurde vor Jahrtausenden eher zufällig entdeckt, als man feststellte, dass Milch unter bestimmten Bedingungen eindickte und haltbarer wurde. Deshalb war die Milchsäuregärung jahrhundertelang eine verbreitete Art, Lebensmittel haltbarer zu machen. Dies war wichtig, weil Milch üblicherweise leicht verderblich ist und ohne genügend Kühlmöglichkeiten schnell sauer wird. Bei der Herstellung von Joghurt wird sie jedoch absichtlich sauer gemacht, damit sie noch genießbar ist und Bakterien, die sie verderben lassen, abgetötet werden können.

Joghurt entsteht durch einen Vorgang namens Fermentation: Der Milch werden Milchsäurebakterien hinzugefügt und wandeln die Laktose, also den Milchzucker, bei Temperaturen von 40°C bis 50°C zu Milchsäure und anderen Stoffen um Dadurch wird sie nach und nach dicker und bekommt den typischen Joghurtgeschmack.

Heutzutage, mit der Entdeckung der Milchsäurebakterien und der gezielten Kühlmöglichkeiten, braucht man sich nicht wie früher auf den Zufall zu verlassen, sondern kann Joghurt gezielt produzieren, indem man die Milchsäurebakterien selbst hinzugibt. Es werden verschiedene Arten der Bakterien für die Joghurtherstellung verwendet, zum Beispiel, die der Stämme Lactobacillus acidophilus oder Lactobacillus bulgaricus.


Bedeutung für die Gesundheit

Als Nahrungsmittel

Enthält der Joghurt noch lebende Milchsäurekulturen, unterstützt er die Verdauung, indem er beispielsweise die Darmoberfläche widerstandsfähiger macht, bei Verdauungsbeschwerden hilft und Darmkrankheiten und Nahrungsmittelvergiftungen abschwächt. Er erschafft im Darm ein saures Milieu und vertreibt Erreger. Dank seines Kalziumgehalts wirkt er sich außerdem noch positiv auf Knochen und Zähne aus.

Darüber hinaus hat man herausgefunden, dass die Milchsäurebakterien das Immunsystem aktivieren und bestimmte Enzyme hemmen können, die als Hauptauslöser von Krebs angesehen werden. Deshalb kann Joghurt eine Krebstherapie unterstützen.

All das gilt jedoch nur für zuckerfreien Naturjoghurt mit noch lebenden Bakterienkulturen und es muss beachtet werden, dass er diese positiven Eigenschaften nur entfalten kann, wenn er täglich gegessen wird.

Bei der äußeren Anwendung

Was die Gesundheit angeht, ist Joghurt auch für die äußere Anwendung geeignet, beispielsweise als Kühlungsmaßnahme bei Verbrennungen und Sonnenbrand und mit Honig zusammen als Tampon bei Scheidenpilz.

In der Kosmetik

Joghurt hat die Eigenschaft, der Haut Feuchtigkeit zu spenden. Als Maske ist er beispielsweise ein beliebtes Hausmittel bei Akne. Im Sommer beruhigt er die Haut nach einem Sonnenbad und auch als Zutat für Naturkosmetik und als Haarkur kann er verwendet werden.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 59 Fettgehalt 0,4 g
Cholesterin 5 mg Natrium 36 mg
Kalium 141 mg Kohlenhydrate 3,6 g
Eiweiß 10 g Ballaststoffe 0 mg

Joghurt enthält allgemein dieselben positiven Inhaltsstoffe wie Frischmilch: eine große Menge Eiweiß, die Vitamine A, B1, B2, B6 und D, Kalzium, Phosphor, Fluor, Jod, Kupfer, Zink und Magnesium. Ein Becher deckt den Tagesbedarf an Kalzium und den B-Vitaminen.

Außerdem enthält er noch das Vitamin B12, was besonders für Vegetarier wichtig ist, weil dieses Vitamin sonst nur in Fleisch zu finden ist und ein Mangel schwere Folgeerkrankungen bescheren kann.

Doch man muss auch bedenken, dass einige Joghurtsorten, vor allem Fruchtjoghurt, oft viel zu viel Zucker und dazu eventuell noch künstliche Süßungsmittel, Verdickungsmittel, Aromen und Konservierungsstoffe beinhalten können.

Unverträglichkeiten & Allergien

Generell ist Joghur leichter verdaulich als andere aus Milch hergestellten Produkte. Doch bei einer Laktoseintoleranz können Verdauungsbeschwerden die Folge sein, da die Laktose im Joghurt während der Fermentation nicht vollständig abgebaut wird.

Laktoseintoleranz

Wenn man an Laktoseintoleranz (auch Milchzuckerunverträglichkeit genannt) leidet, herrscht im Körper ein Mangel oder das vollständige Fehlen des Verdauungsenzyms Laktase, weshalb Milchzucker nicht vollständig verdaut werden kann. Stattdessen wird er im Dickdarm von Darmbakterien zersetzt, was starke Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und andere Symptome auslösen kann.

Doch dies ist kein Grund, auf Joghurt verzichten zu müssen, da es inzwischen in jedem Supermarkt laktosefreien Joghurt zu kaufen gibt.

Aber abgesehen von Laktoseintoleranz sollte man auch bei anderen Unverträglichkeiten vorsichtig sein, denn manche Joghurtsorten können Cerealien oder Nüsse enthalten.


Einkaufs- & Küchentipps

Joghurt gibt es in jedem Supermarkt von unzähligen Herstellern in vielen verschiedenen Arten zu kaufen, ob als reinen Naturjoghurt, Joghurt mit Frucht- und anderen Zusätzen, griechischen Joghurt, der fester ist, oder auch als Trinkjoghurt für unterwegs.

Naturjoghurt ist natürlich am gesündesten, weil er weder Zucker noch andere Zusatzstoffe enthält und für die richtige Süße einfach mit Früchten, Honig oder Marmelade verfeinert werden kann.

Bei Joghurt gibt es vier Fettstufen:

  • aus entrahmter Milch (Magermilchjoghurt) mit höchstens 0,5 % Fett
  • fettarm mit 1,5% bis 1,8% Fett
  • normaler Joghurt (der häufigste Fettstufe) mit mindestens 3,5% Fett
  • Sahnejoghurt mit mindestens 10% Fett

Joghurt gibt es in jeder möglichen Geschmacksrichtung, egal ob mit Fruchtzusätzen, Schokolade, Kaffee, Vanille oder auch mit Müsli und Nüssen. Manche Sorten wie Lebkuchen oder Bratapfel sind nur saisonal erhältlich.

Auch die Verpackung kann unterschiedlich sein. Joghurt kann sowohl in kleinen oder in großen Bechern, aber auch in Gläsern verkauft werden. Die Gläser sind vorteilhafter, weil man eine beliebige Menge essen und sie wieder verschließen kann.

Wenn man einen Fruchtjoghurt kauft, ist es ratsam, sich die Bezeichnung auf der Verpackung durchzulesen. Denn Fruchtjoghurt ist oft nicht gleich Fruchtjoghurt.

  • Joghurt darf sich nur „Fruchtjoghurt“ nennen, wenn er mindestens 6% Früchte enthält
  • Wenn er „Joghurt mit Fruchtzubereitung“ heißt, dann sind es noch mindestens 3,5%
  • Und im „Joghurt mit Fruchtgeschmack“ findet man noch weniger

Auch in den vermeintlichen Fruchtstücken besonders im billigen Joghurt findet sich meistens keine Spur von richtigen Früchten, sondern Geliermittel, Aromen und Säfte.

Nicht nur Joghurt selbst, sondern auch andere Joghurtprodukte sind im Handel erhältlich. Es gibt zum Beispiel Butter mit Joghurtzusatz, Salatdressings mit Joghurt und auch Joghurteis, den sogenannten Frozen Joghurt.

Unabhängig von der Art muss Joghurt wie die meisten Milchprodukte nach dem Kauf im Kühlschrank aufbewahrt und nach dem Öffnen bald gegessen werden, damit sich kein Schimmel ansiedelt.

Zubereitungstipps

Der im Supermarkt gekaufte Joghurt kann sofort gegessen oder im Fall von Naturjoghurt als Zutat für verschiedene Speisen beim Kochen und Backen benutzt werden. Er kann beispielsweise als Basis für Saucen oder als Ersatz für Milch, Sahne und Butter, etwa in Kartoffelbrei, fungieren.

Beim Backen kann man Joghurt bei der Herstellung eines Rührteigs oder einer Tortencreme verwenden. Aber auch zur Zubereitung von Desserts eignet Joghurt sich wunderbar, indem man ihn zum Beispiel mit Obst, Schokolade, Eis, Honig, Marmelade und vielem Anderen mischt.

Wer die Umwelt schonen und Geld sparen möchte, kann Joghurt auch problemlos selbst herstellen. Dazu braucht man Milch und Naturjoghurt mit 3,5% Fett(für einen Liter Milch 150 g) oder Joghurtkulturen, die man im Versandhandel kaufen kann.

Die Milch erhitzt man auf 90°C und rührt sie bei dieser Temperatur etwa fünf Minuten um. Dann soll sie auf 50°C abkühlen und der Joghurt oder die Kulturen hinzugefügt werden. Als Nächstes füllt man das Ganze in saubere und trockene Gläser und stellt es für 30 Minuten in den Backofen auf 50°C. Wichtig ist, das Produkt danach zum Reifen über Nacht im Ofen zu lassen.

Die abgedeckten Gläser sollte man im Kühlschrank aufbewahren und den Inhalt nach höchstens vier Tagen verbrauchen.


Häufige Fragen und Antworten

Was ist eigentlich probiotischer Joghurt?

Probiotischer Joghurt enthält körpereigene Arten von Milchsäurebakterien, die im menschlichen Darm vorkommen, und soll das Immunsystem unterstützen und bei der Verdauung helfen. Leider gibt es aber keine wirklichen Nachweise, dass sie diese Versprechungen auch halten, außer, dass sie bei Durchfallproblemen helfen können. Aber das tut auch normaler Naturjoghurt.

Ist man mit Laktoseintoleranz wirklich gezwungen, den teuren laktosefreien Joghurt im Supermarkt zu kaufen?
Nein, denn laktosefreier Joghurt kann auch selbst hergestellt werden. Im Teil „Zubereitungstipps“ in diesem Artikel wird beschrieben, wie man selbst Joghurt machen kann und dafür ist es ohne Schwierigkeiten möglich, statt normaler Milch zum Beispiel Sojamilch zu verwenden.

Kann Joghurt bei einer Diät helfen?
Beim fettarmen Naturjoghurt trifft das zu, weil er keinen Zucker und keine anderen Zusätze enthält. Wenn man ihn statt Milch, Mayonnaise und Butter bei der Zubereitung von Speisen und Saucen verwendet, spart man Kalorien und fühlt sich außerdem länger satt.

Unser Fazit

Wie man sehen kann, ist Joghurt ein wirklich vielseitig verwendbares, für die Gesundheit nützliches und deshalb sehr empfehlenswertes Lebensmittel. Vor allem bei Verdauungsproblemen kann er eine große Hilfe sein. Jedoch ist zu beachten, welchen Joghurt man kauft, denn nicht alle besitzen diese wertvollen Eigenschaften. Naturjoghurt ist aber immer die gesündeste Wahl.

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