Erbsen

Erbsen (Pisum sativum) sind Leguminosen, das heißt, sie gehören zur Pflanzenfamilie der Schmetterlingsblütler. Sie reichern den Boden mit Stickstoff an, was sich auf die Bodenfruchtbarkeit positiv auswirkt und von vielen Landwirten und Gärtnern geschätzt wird.

Der Anbau von Erbsen fand bereits vor ungefähr 10.000 Jahren in Kleinasien statt, heute werden Erbsen in fast allen Ländern angebaut. Die Erbse zählt weltweit zu den zehn wichtigsten Gemüsen und wurde im Jahr 2009 in Deutschland zum Gemüse des Jahres gewählt.

Das sollten Sie über Erbsen wissen

Erbsen sind einjährige krautige Pflanzen, deren kletternde Blattranken oberhalb des Bodens stark verzweigt sind und eine Höhe von 0,5 m bis 2 m erreichen. Ihre Hülsenfrüchte sind je nach Wachstumsbedingungen 3 bis 12 cm lang und 1 bis 2,5 cm breit. Die Hülsenfrüchte enthalten 4 bis 10 Samen, die wie die Pflanze ebenfalls, Erbsen genannt werden. Die Samen erreichen eine Größe von 3 bis 9 mm und ihre Farbe ist je nach Sorte gelb, grün oder bräunlich.

Die in Mitteleuropa angebauten Erbsen werden in drei Gruppen unterschieden:

Die Schalerbsen haben einen hohen Stärkeanteil, werden deshalb nicht frisch verzehrt, sondern reifen zu Trockenerbsen heran, die dann für Erbsensuppen oder Erbspüree verwendet werden. Zu den geläufigsten Sorten in Deutschland zählen Allerfrühste Mai, Blauschwokker, Feltham, Frühe Harzerin sowie Kleine Rheinländerin.

Markerbsen haben auf Grund ihres hohen Zuckergehaltes einen angenehm süßen Geschmack und können nach der Ernte als frisches Gemüse zubereitet werden. Markerbsen werden jedoch vor allem für die Konservierung in Gläsern oder als Tiefkühlprodukt auf dem Markt angeboten.
Die gängigsten Sorten sind Exzellenz, Grandera, Markana, Sublima und Wunder von Kelvedon.

Der Zuckererbse, auch als Kaiserschote bekannt, fehlt die Pergamentschicht in der Hülse, weshalb sie besonders zart und schmackhaft sind. Bekannte Sorten, die in Deutschland angebaut werden sind u. a. Ambrosia, Delikata, Halbhoch Normand, Norli sowie Vroege Hendriks.

Zu den wichtigsten Anbaugebieten weltweit zählt China, Indien, Frankreich sowie die USA mit dem Anbau an grünen Erbsen sowie Kanada, Russland, Indien, Frankreich und die USA mit der größten Ertragsmenge für Trockenerbsen.

Bedeutung für die Gesundheit

Wegen ihres hohen Proteingehaltes und der großen Erträge auf kleinstem Raum stellen Erbsen fast weltweit einen wichtigen Bestandteil in der menschlichen Ernährung dar. Besonders für Vegetarier und Veganer liefern sie wertvolle B-Vitamine und Eiweißstoffe.

Frische Erbsen haben einen Nährwertgehalt von bis zu 8 % Eiweiß, 0,5 % Fett sowie 10 bis 14 % Kohlenhydrate. 100 g des Gemüses enthalten 82 kcal (342 KJ). Ebenso besitzen Erbsen einen hohen Anteil an Aminosäuren, B-Vitaminen, Mineralstoffen sowie Spurenelementen und gelten als gut verträglich und gesund.

Bedingt durch den hohen Anteil an Ballaststoffen, haben Erbsen einen großen Sättigungswert und regen die Darmtätigkeit an. Ebenso sind Erbsen für Diabetiker geeignet, da der Blutzuckerspiegel beim Verzehr dieser Hülsenfrüchte nur geringfügig erhöht wird. Der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, wie z. B. die Phytosterine, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, da durch die Phytosterine die Aufnahme von Cholesterol im Darm gehemmt wird.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 81 Fettgehalt 0,4 g
Cholesterin 0 mg Natrium 5 mg
Kalium 244 mg Kohlenhydrate 14 g
Eiweiß 5 g Ballaststoffe 5 g

Erbsen enthalten vor allem wertvolle Proteine, aber auch zahlreiche Vitamine.
Der hohe Anteil an Ballaststoffen und Mineralien in der Erbse wirkt sich vor allem für die Verdauung und den Stoffwechsel positiv aus.

Vitamine

Vitamin A (Beta-Carotin): 424 µg
Vitamin B1 (Thiamin): 300 µg
Vitamin B2 (Riboflavin): 160 µg
Vitamin B3 (Niacin): 2380 µg
Vitamin B5 (Pantothensäure): 720 µg
Folsäure: 33 µg
Vitamin C (Ascorbinsäure): 25 mg
Vitamin E 257 µg
Vitamin K: 30 µg

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist an sehr vielen Vorgängen im menschlichen Körper beteiligt; es schützt nachweislich vor Herzschwäche und kann Arthritis vorbeugen. Es fängt freie Radikale im Blut, Gehirn und in den Körperzellen ab und neutralisiert sie. Vitamin C schützt unsere Gefäße und kräftigt das Bindegewebe. Ebenfalls verbessert die Ascorbinsäure die Calcium- sowie Eisenaufnahme und aktiviert Leberenzyme die für den Abbau von Giftstoffen verantwortlich sind. Mit der Beilage von 100 g Erbsen wird bereits ein Viertel des täglichen Bedarfs an Vitamin C gedeckt.

Wie auch viele andere wichtige Vitamine, kann Beta-Carotin vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Es ist ein fettlösliches, pflanzliches Pigment, welches als Vorstufe für das allseits bekannte Vitamin A dient. Beta-Carotin ist vor allem an den Sehvorgängen im menschlichen Körper beteiligt, was bei einem Mangel zu einer Verminderung der Sehkraft führen kann. Das Vitamin sorgt ebenfalls dafür, dass der Geschmacks- Geruchs- und Tastsinn reibungslos funktionieren.

Das in Erbsen enthaltene Vitamin B1 (Thiamin wird benötigt, um Nährstoffe, speziell die Kohlenhydrate aus unserer Nahrung in Energie umzuwandeln und unterstützt die Nervenfunktionen. Bei einem Mangel können Müdigkeit sowie Gedächtnisprobleme auftreten, ebenso lässt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nach.

Mineralstoffe

– Calcium: 24 mg
Chlor: 40 mg
– Kalium: 304 mg
Magnesium: 33 mg
– Natrium: 2 mg
Phosphor: 108 mg
Schwefel: 50 mg

Zusammen mit Phosphor ist Calcium für den menschlichen Körper ein wichtiger Bestandteil für Knochen und Zähne. Calcium ist für die Erregbarkeit der Nervenzellen sowie für die Blutgerinnung von besonderer Wichtigkeit. Eine Unterversorgung mit Calcium hat zur Folge, dass sich der Körper seine Notreserven aus den Knochen holt, was dann zu einem Verlust der Knochensubstanz führt.

Kalium ist ein Mineralstoff, der eine wichtige Rolle für den Elektrolythaushalt der Zellen spielt. Kalium sorgt für den Transport des Insulins in die Zellen, das für die Senkung des Blutzuckerspiegels nötig ist. Ebenfalls sorgt Kalium für die Entstehung von Nervenimpulsen und deren Übertragung an die Muskelfasern und an das Herz.

Das in Erbsen enthaltene Magnesium sorgt für eine vitale Muskelfunktion und einen reibungslosen Ablauf des Energiestoffwechsels. Fehlt dem Körper Magnesium, so nimmt sich der Körper das fehlende Magnesium aus den Knochen und Körperzellen. Ein Defizit an Magnesium äußert sich vor allem an den Symptomen der Muskel- und Wadenkrämpfe.

Spurenelemente

Eisen: 1,84 mg
Fluor: 27 µg
Jod: 4 µg
Kupfer: 380 µg
Mangan: 660 µg
Zink: 0,75 mg

Das in Erbsen vorkommende Spurenelement Eisen ist in erster Linie für den Sauerstofftransport zuständig. Hierbei ist Eisen u. a. für die Zellatmung, die Zellbildung und für die Muskeln unverzichtbar. Sauerstoff wird mit Hilfe des Eisens an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden, im gesamten Körper verteilt und in den Zellen für die Energiegewinnung genutzt.

Das Spurenelement Zink ist für unseren Körper lebensnotwendig und unentbehrlich, da unser Stoffwechsel ohne Zink nicht funktionieren würde. Besonders in den Haaren und in der Haut, sowie Knochen und Zähnen, in der Leber sowie der Muskulatur ist Zink vorhanden. Unser Körper benötigt Zink für die Zellteilung, es unterstützt die Wundheilung und beeinflusst das Wachstum von Zellen vor allem bei Kindern, Schwangeren und Leistungssportlern. Ebenfalls ist Zink sowohl für den Geruchs- und Geschmackssinn als auch für die Sehkraft verantwortlich.

Jod befindet sich hauptsächlich in der Schilddrüse und ist dort für die Hormone Thyroxin und Triiodthyronin sehr wichtig. Äußerlich erkennt man einen Jodmangel vor allem an einem sich bildenden Kropf am Hals. Bei Kindern führt ein Jodmangel zu einer körperlichen und geistigen Unterentwicklung. Bei Erwachsenen macht sich ein Jodmangel durch Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, starke Kälteempfindlichkeit sowie Verstopfung bemerkbar.

Das in Erbsen enthaltene lebensnotwendige Spurenelement Mangan ist für die Bildung von Knochenstrukturen notwendig, damit ein gesundes Wachstum gewährleistet wird. Mangan ist bei der Bildung von Knorpel- und Bindegewebe, an der Herstellung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse, an der Blutgerinnung beteiligt und schützt die Zellen vor schädigende Einflüsse.

Unverträglichkeiten & Allergien

Wie viele proteinreiche Lebensmittel, können auch Erbsen Allergien auslösen. Meistens tritt die Allergie auf, wenn das Lebensmittel roh verzehrt wird. Beim Erhitzen der Erbsen verliert das Allergen meistens an Wirkung so dass Allergiker trotz ihrer Allergie Erbsen nach dem Garen ohne jegliche Beschwerden vertragen können.

Die Symptome einer Allergie gegen Hülsenfrüchte fallen je nach Empfindlichkeit unterschiedlich aus. Die Allergie kann sich u. a. durch Jucken der Nase, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Magen- und Darmbeschwerden, Hautreizungen und schlimmstenfalls durch einen allergischen Schock bemerkbar machen. Hier sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Pollenallergiker sollten ebenfalls achtsam mit dem Verzehr von Hülsenfrüchten sein, da viele Betroffene zu Kreuzreaktionen mit anderen Stoffen neigen. Die häufigste Ursache ist meist das in Erbsen vorhandene Eiweiß, welches jedoch beim Kochen ab einer bestimmten Temperatur keine allergischen Reaktionen mehr auslöst. Deshalb sollte stets beim Kauf von Lebensmitteln oder bei einem Besuch im Restaurant darauf geachtet werden, ob sich in den angebotenen Produkten allergieauslösende Wirkstoffe befinden.

Hülsenfrüchte sollten grundsätzlich nicht roh verzehrt werden, da in Ihnen Lektine wie z. B. das Protein Phasin enthalten sind. Phasin kann bei den roten Blutkörperchen im menschlichen Körper eine Verklumpung bewirken und den Darmzellen schaden.
Ebenfalls enthalten Hülsenfrüchte im Rohzustand Protease Inhibitoren die als Moleküle die Eiweißverdauung behindern. Auch die in der Hülsenfrucht vorhandene Blausäureglykoside sind besonders gefährlich, da sie in gespaltenem Zustand im Darm giftige Blausäure bilden können.

Erbsen roh essen: Ein Sonderfall
Obwohl Erbsen zu den Hülsenfrüchten gehören, enthalten sie keine Lektine. Deshalb dürfen Erbsen, sowohl unreif geerntete Zuckerschoten als auch frische Erbsen roh verzehrt werden.

Einkaufs- & Küchentipps

Beim Kauf von Erbsen gilt folgendes: Markerbsen sollten knackig grün aussehen und keine braunen Stellen aufweisen. Auch bereits gelblich weiße Flecken deuten auf ungenügende Frische der Ware hin. Die Hülsen werden bei Markerbsen nicht mitgegessen, lediglich die in den Hülsen enthaltenen Erbsen. Dies sollten Sie beim Einkauf von Markerbsen berücksichtigen. Bei einem Einkauf von 1 kg Erbsen erhält man lediglich zirka 300 g an essbarem Gemüse.

Bei den Zuckererbsen (Kaiserschoten)können auch die Hülsen verzehrt werden. Auch hier sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass das Gemüse ein frisches knackiges Grün aufweist. Ebenfalls gilt: Je kleiner die Zuckerschoten, desto zarter sind die Erbsen im Geschmack.

Frische Erbsen lassen sich in ein feuchtes Tuch eingewickelt oder in einem Frischhaltebeutel einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Auch lassen sich Erbsen gut einige Monate im Gefrierfach lagern. Die Erbsen werden hierzu kurz blanchiert, in Eiswasser gegeben und gut abgetrocknet. Anschließend können sie in einem Beutel oder in einer Gefrierbox bis zu 12 Monate ins Eisfach gelegt werden.

Zubereitungstipps

Die Zubereitung von Markerbsen ist etwas zeitaufwendig, denn die kleinen Kügelchen müssen aus den Schoten herausgeholt werden. Danach werden die Erbsen für 10 bis 15 Minuten in etwas Salzwasser gegart. Tipp 1: Bei Zugabe von einer Prise Zucker bleibt das strahlende Grün der Erbsen erhalten und unterstützt die natürliche Süße. Tipp 2: Bei ganz jungem Gemüse können die Schoten im Ganzen in das kochende Wasser gegeben werden, so dass die Erbsen aus ihnen herausplatzen und an der Wasseroberfläche schwimmen. Die Erbsen werden nach dem Garvorgang anschließend abgeschöpft und unter Hinzugabe von etwas Butter sowie Kräutern sofort serviert werden.

Bei tiefgefrorenen Erbsen wird zunächst Salzwasser gekocht und die tiefgefrorenen Erbsen darin rund 8 bis 10 Minuten gekocht. Auch hier sorgt die Prise Zucker ebenfalls für den besonderen Geschmack. Nach dem Kochen können auch hier die Erbsen mit etwas Butter und Kräuter sofort serviert werden.

Häufige Fragen und Antworten

Wann erhält man auf Wochen- oder in Supermärkten frische Erbsen?

Deutsche Erbsen haben in der Zeit zwischen Juni und September Saison.

Können frische Erbsen eingeforen werden?

Frische Erbsen lassen sich sehr gut einfrieren. Vorher sollten Sie jedoch blanchiert werden.

Sie Erbsen auch für Diabetiker geeignet?

Auf Grund des hohen Anteils an Ballaststoffen und des geringen Anstiegs des Blutzuckerspiegels eignet sich Erbsen ebenfalls hervorragend für Diabetiker.

Warum eignen sich Erbsen besonders für Vegetarier bzw. Veganer?

Erbsen enthalten, genauso wie Fleisch, viele wertvolle Eiweißstoffe und B-Vitamine.

Unser Fazit

Erbsen sind sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Sie schmecken nicht nur sehr köstlich, sondern sind vor allem dank ihrer zahlreichen Vitamine und Mineralstoffe sehr gesund. Vor allem Vegetarier und Veganer profitieren beim Verzehr von Erbsen auf Grund des hohen Anteils an Eiweißstoffen und B-Vitaminen. Positiv ist ebenfalls: Erbsen können als einzige Hülsenfrucht ohne Bedenken roh verzehrt werden!

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (30 Stimmen, Durchschnitt: 4,94 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise