Colitis Ulcerosa

Definition Colitis Ulcerosa

Colitis ulcerosaColitis Ulcerosa ist eine entzündliche Erkrankung des Darms. Sie verläuft in Schüben und gehört zu den chronischen Darmerkrankung, wie auch Morbus Crohn. Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn haben einige gemeinsame Symptome, wie Bauchkrämpfe, Durchfall und blutigen Stuhl.

Allerdings breitet sich Colitis Ulcerosa vom Mastdarm über den gesamten Dickdarm aus, während Morbus Crohn häufig im Dünndarm vorkommt und sich nicht kontinuierlich ausbreitet, sondern verschiedene Abschnitte des Darms befällt.

Steckbrief: Colitis ulcerosa

  • Name(n): Colitis ulcerosa; Ulcerative colitis
  • Art der Krankheit: Chronische Entzündung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Unbekannt
  • Behandelbar: Nur symptomal
  • Art des Auslösers: Unbekannt
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 0;0025% der Beltbev.
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Urologe
  • Proktologe

Was ist Colitis ulcerosa?

Bei der Colitis Ulcerosa handelt es sich um eine dauerhafte, sprich chronische Entzündung im Darm oder im Bereich des Darmes, die sich überdies durch chronische Reizungen desselben und der Ausbildung von Geschwüren manifestiert.

Zumeist ist die innere Schicht des Dickdarmes und / oder des Rektums betroffen. Hierdurch entstehen dem Betroffenen nicht nur die oben genannten Symptome, sondern es kann darüber hinaus auch zu weiteren negativen Begleiterscheinungen kommen. Die in aller Regel äußert unangenehm und schmerzhaft sind.

Die genauen Ursachen für dieses Leiden sind der Wissenschaft, trotz intensiver Forschung, (noch) nicht bekannt. Gleichwohl die erste Erwähnung der vorliegenden Krankheit bereits aus den 1850er Jahren stammt, waren noch keine Gründe zu ermitteln. Es ließ sich lediglich beobachten, dass die Colitis ulcerosa primär in der westlichen Hemisphäre auftritt. Dies gilt als Anhaltspunkt für weitere Forschungen.

Des Weiteren handelt es sich hierbei nicht um eine spontan auftretende Erkrankung, sondern um ein sich langsam entwickelndes Leiden, das sich meist um das zwanzigste Lebensjahr herum etabliert. Nichtsdestotrotz sorgt es gerade in den frühen Phasen meist nur für geringfügige Probleme und äußert sich erst später im Leben in seinem vollen Umfang. Aus medizinischer Sicht gilt das sechste Lebensjahrzehnt häufig als das gravierendste für die Colitis ulcerosa. Zumindest sind die meisten Betroffenen, die ärztliche Behandlung suchen, in diesem Alter.

Die Behandlung der Krankheit ist schwierig, da die Auslöser, wie bereits erwähnt, lediglich mutzumaßen sind. Das hinderte Mediziner jedoch nicht daran, recht probate Medikamente zu entwickeln, die immerhin die Symptome zu lindern imstande sind. Darüber hinaus nimmt man bisweilen auch chirurgische Eingriffe vor, insofern diese vielversprechend scheinen.

Welche Ursachen führen zu Colitis ulcerosa?

Die genauen Ursache von Colitis Ulcerosa sind, wie eingänglich bereits erwähnt, noch nicht erforscht. Man geht einerseits von potentiellen genetischen Ursachen aus, d.h. dass die Krankheit eventuell erblicher Natur sein könnte. Andererseits vermutet man, dass Bestandteile der Nahrung oder ein geschwächtes Immunsystem die Entzündungen verursachen. Psychischer Stress oder Überlastung können einen Schub bedingen, sind aber wohl nicht krankheitsauslösend.

Gleichwohl die genauen Ursachen, trotz der langen Bekanntheit der Colitis ulcerosa, noch nicht endgültig zu ermitteln waren, gelang es der medizinischen Forschung, immerhin einige potentielle Gründe für das Entstehen dieser Erkrankung zu definieren und darüber hinaus gefährdete Risikogruppen als solche darzustellen.

Potentielle Ursachen und stärker gefährdete Gruppen

Genetische Faktoren
Ein genetisches Element zur Ätiologie (Krankheitsursprung) der Colitis ulcerosa ist aufgrund der folgenden Beobachten anzunehmen:

  • Agglomeration von Fällen innerhalb geschlossener Familiengemeinschaften
  • Auftreten derselben Krankheit bei 10% aller eineigen Zwillinge und nur bei 3% der zweieigen Zwillinge
  • Gefährdung schwankt stark mit der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volk (Europäer und Nordamerikaner sind wesentlich häufiger betroffen, als beispielsweise Asiaten und Afrikaner

Umweltfaktoren
Viele Hypothesen zur Pathogenese (Krankheitsentstehung) der vorliegenden Krankheit gehen auf die Einflüsse schädlicher Umweltfaktoren zurück. Einige Beispiele dafür sind:

  • Ernährung – Da der Darm immer besonders stark von den Essgewohnheiten der Menschen betroffen ist, vermutet die Fachwelt dahingehend einen Zusammenhang. Da sich Fälle der Colitis ulcerosa besonders in der westlichen Einflusssphäre häufen, geht man weiterdings davon aus, dass typische Merkmale der westlichen Ernährung als ein Hauptfaktor für die Entstehung dieses Leidens anzusehen sind. Hierzu gehören insbesondere die häufige Aufnahme von raffiniertem Zucker, ungesättigten Fettsäuren und Vitamin B6. darüber hinaus gelten auch ein zu hoher Konsum von (rotem) Fleisch und alkoholischen Getränken als potentielle Gefährdungen. Ein besonderes Augenmerk gilt ebenso Sulfiten, die vielen Nahrungsmitteln beigesetzt sind und im Verdacht stehen, für den Menschen schadhaft zu sein.
  • Muttermilch – Da immer mehr Mütter davon absehen, ihre Kinder selbst zu stillen und stattdessen auf Substitute umsteigen, konnte man auch hier potentielle Brücken zur vorliegenden Krankheit schlagen. Die Muttermilch ist essentiell für die Entwicklung des Kindes und ist nur unter extremen Bedingungen zu substituieren.
  • Aknemedikamente – Diese stehen im Verdacht, besonders negative Auswirkungen auf dem Darm haben zu können. Allen voran Isotretinoin. Dieses gilt generell zwar als sehr wirksam, aber ebenso als gleichermaßen gefährlich. Verbindungen zwischen diesem Medikament und der Colitis ulcerosa sind immer wieder zu beobachten

Weitere Theorien
Darüber hinaus gibt es noch einige andere Theorien zum Entstehen dieser Krankheit. Diese sind allerdings, ebenso wie die o.g. Theorien und Hypothesen auch, weder bestätigt noch widerlegt:

  • Autoimmunkrankheiten – Bisweilen waren Wissenschaftler dazu in der Lage, eine Häufung von Fällen der Colitis ulcerosa in Patienten festzustellen, die gleichzeitig an einer Autoimmunkrankheit leiden. Inwieweit diese beiden Faktoren jedoch miteinander korrelieren gilt es noch er erforschen.
  • Rauchen – Dass sich Rauchen allgemein negativ auf den Organismus auswirkt ist allseits bekannt, nichtsdestotrotz sollte man beachten, dass neben der Lunge oft Magen und Darm am stärksten von Nikotin geschädigt sind. Ergo könnte sich theoretisch mit dem Konsum von Rauchwaren auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, deine Colitis ulcerosa auszubilden.

Symptome & Anzeichen

Colitis Ulcerosa weist ähnliche Symptome wie Morbus Crohn auf. Der Patient leidet unter starken Bauchkrämpfen, ähnlich wie bei einem Reizdarm. Neben den starken Schmerzen kommt es zu blutigem Durchfall, der unkontrolliert und häufig abgeht. Auch treten Darmblutungen ohne Stuhlgang auf. Der Betroffene hat Fieber, fühlt sich meist müde und verliert durch die Durchfälle oft an Gewicht.

Darüber hinaus ist es stets wichtig zu unterscheiden, welcher Schweregrad vorliegt. Zwar bleiben die Symptome meist gleich, aber die Intensität ihres Auftretens verstärkt sich dementsprechend.

Im Folgenden eine Übersicht häufiger Symptome:

  • Diarrhö (Durchfall) vermischt mit Blut und / oder Eiter oder weiteren Wundflüssigkeiten, die aus den Geschwüren austreten
  • Schwere Krämpfe in Magen und Darm
  • Ausscheiden von Blut durch den Anus ohne Stuhl abzugeben (Zeichen für evtl. innere Blutungen)
  • Starker und dauerhafter Druck zu defäkieren, wobei man nur geringe Mengen Stuhl ausscheidet
  • Unfähigkeit Stuhl abzugeben
  • Unfreiwilliger Gewichtsverlust
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Fieber (meist in Schüben und im Zusammenhang mit Ausscheidungen von Blut auftretend)
  • Entwicklungsstörungen bei betroffenen Kindern

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die Diagnose Colitis Ulcerosa stellen zu können wird meist eine Darmspiegelung vorgenommen. Dabei sind Gewebeproben zu entnehmen. Durch chemische Untersuchung des Gewebes kann man feststellen, ob eine Entzündung vorliegt oder nur ein Reizdarm und ob es sich darüber hinaus um eine Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn handelt.

Da der Reizdarm keine entzündliche Erkrankung ist, ist er durch diese Untersuchung als etwaiger Grund für die vorliegenden Beschwerden auszuschließen. Eine weitere Methode sind die Ultraschalluntersuchung und die Röntgenuntersuchung, bei denen man dem Patienten vorab ein Kontrastmittel verabreicht, um besseren Einblick in dessen Darmaktivitäten erhalten zu können. Außerdem empfiehlt es sich, den Stuhl bakteriologisch untersuchen zu lassen, um eine dahingehende Infektion ausschließen zu können.

Anbei eine Übersicht häufig verwendeter Behandlungsmethoden:

  • Blutprobe – Diese bietet sich im Falle einer Colitis ulcerosa besonders deswegen an, da sie Aufschlüsse über eine etwaige Anämie (Blutarmut) oder entzündliche Prozesse im Körper zulässt.
  • Stuhlprobe – Bei den meisten Krankheiten des Darmes bieten sich Stuhlproben als diagnostisches Mittel besonders an. So auch hier. Eine Häufung weißer Blutkörperchen in einer solchen Probe ist meist ein Indikator für eine Colitis ulcerosa, aber auch Viren, Bakterien und Parasiten sind mithilfe dieses Verfahrens nachzuweisen.
  • Darmspiegelung – Bei dieser Art der Diagnose führt man dem Patienten eine dünne mit einer Kamera versehen Röhre in den Anus ein. Mittels dieser kann der zuständige Mediziner sich ein genaues Bild des Innenlebens des Darmes machen und im Bedarfsfall darüber hinaus Gewebeproben für eine Biopsie entnehmen.
  • Bildgebende Verfahren – Wie bereits erwähnt, können auch sog. bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT, CT usw.) wichtige Schlüsse zur Krankheit zulassen. Hierzu sind die entstandenen Bilder von einem sachkundigen Arzt auszuwerten.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Es existieren zwar Statistiken zur Verbreitung dieses Leidens, dennoch müssen diese stets durch Schätzungen ergänzt werden. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass viele Personen, trotz teils starker Symptome, eine Untersuchung ihres Darmes scheuen oder es nicht für nötig ansehen, diesen überhaupt untersuchen zu lassen, da sie die Beschwerden lediglich als temporäre Reizungen ansehen.

Darüber hinaus gilt abermals zu erwähnen, dass die Colitis ulcerosa primär in der sog. „westlichen Welt“ auftritt. Das umschließt in diesem Falle Europa, Nordamerika und Australien. Dafür macht man in aller Regel die ungesunden Ernährungseigenschaften in diesen Regionen verantwortlich. Viele Menschen greifen dort zu Fertigprodukten oder zu halbfertigen Waren, ohne dabei auf die Inhaltsstoffe zu achten. Dadurch nimmt man viele gefährliche Stoffe auf, darunter vorallem Sulfite, raffinierten Zucker und ungesättigte Fettsäuren, die alle negativ auf den Darm wirken können.

Insgesamt geht man „weltweit“ davon aus, dass ca. 0,0025% der Weltbevölkerung von einer Colitis ulcerosa betroffen sind. Dies sind in etwa 200.000 Betroffene. Diese Zahlen sind aber, nicht zuletzt der oben genannten Gründe wegen, als sehr unsicher anzusehen.

Diagnosedaten

Die aus den oben genannten diagnostischen Verfahren gewonnenen Daten sind für die Behandlung von äußerster Wichtigkeit. Dies liegt daran, da eine Colitis ulcerosa leicht mit dem Morbus Crohn oder dem Reizdarmsyndrom zu verwechseln ist. Um also eine optimale Behandlung gewährleisten zu können, ist eine professionelle Auswertung und Sichtung der diagnostischen Daten essentiell für den Erfolg einer Therapie.

Darüber hinaus kann man aufgrund dieser auch determinieren, ob eine konservative oder progressive Behandlung notwendig ist, sprich ob Medikamente ausreichende Chancen auf Heilung bieten oder doch ein operativer Eingriff zu erfolgen hat.

Komplikationen bei der Krankheit

Etwaige Komplikationen einer Colitis ulcerosa können sein:

  • Starke Blutungen (auch innerlich)
  • Ein Loch in der Darmwand
  • Starke Dehydration
  • Leberschmerzen
  • Schwächung der Knochen (Osteoporse)
  • Entzündungen der Augen, der Haut und Gelenke sowie Bläschenbildung im Mundinnern
  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs
  • Starkes Anschwellen des Darms (Megacolon)
  • Erhöhte Gefahr zur Bildung von Thrombosen und Blutgerinnseln

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der Besuch eines Arztes ist dann ratsam, wenn man eine dauerhafte Änderung des Verhaltens seines Darmes beobachten konnte oder wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome konstant vorhanden sind:

  • Schmerzen im Bereich des Darms oder des Magens
  • Blut im Stuhl
  • Anhaltende Durchfälle, die sich nicht mithilfe der gängigen Methoden kurieren lassen
  • Unfähigkeit den Durchfall zu kontrollieren (teilweise selbst in der Öffentlichkeit nicht einzuhalten)
  • Spontanes Fieber, das länger als zwei Tage anhält

Darüber hinaus sollte man die vorliegende Krankheit, obgleich sie selten lebensbedrohlich wirkt, nicht unterschätzen. Es kann durchaus zu schweren Komplikationen kommen, die nicht nur unangenehm, sondern auch schmerzhaft sind. Selbst der Exitus ist nicht immer als Folge dieses Leidens auszuschließen.

Behandlung & Therapie

Die vollständige Heilung der Colitis ulcerosa ist nach heutigem Stande der Medizin (noch) nicht möglich. Die Behandlung besteht darin, eine Besserung der Beschwerden zu erreichen und Komplikationen zu verhindern. Dazu erhält der Patient Medikamente, die entzündungshemmend wirken.

Der Betroffene sollte eine bestimmte Diät einhalten, die blähende Nahrungsmittel vermeidet und eiweißreich und ballaststoffreich ist. Allerdings ist diese Diät nicht während eines akuten Schubs beizubehalten, da hier die Beruhigung des Darms im Vordergrund steht.

In besonders schweren Fällen kann eine Operation therapeutisch wirksam sein. Hierzu entfernt man dem Betroffenen die irreparabel zerstörten teile des Darms. In besonders schweren Fällen kann dies dazu führen, dass fortan ein künstlicher Darmausgang für das Ausscheiden von Stuhl zu nutzen ist. Das ist meist sehr unangenehm und mit vielen Einschränkungen verbunden. Darum bietet sich eine Früherkennung an.

Darüber hinaus ist die Nachsorge bei einer Colitis ulcerosa ebenso wichtig, wie die Behandlung selbst. Dies liegt daran, dass sich das Risiko an Darmkrebs zu erkranken mit dem Vorhandensein dieser Erkrankung drastisch erhöht.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Aufgrund der Tatsache, dass die genauen Gründe, die dem Entstehen der vorliegenden Krankheit zugrunde liegen noch nicht vollständig geklärt sind, ist es schwierig, allgemeine Maßnahmen zur Prävention vorzulegen. Nichtsdestotrotz ist der Medizin, unter Berücksichtigung der gängigsten Symptome, möglich recht solide Aussagen darüber zu treffen, welche Dinge man nach Möglichkeit unterlassen sollte, um sein Risiko auf eine Erkrankung zu minimieren. Hierbei gilt jedoch stets im Hinterkopfe zu behalten, dass genetisch verursachte Formen dieses Leidens präventiv nicht anzugreifen sind.

Allgemein zu empfehlen sind Diäten, die die Aufnahme von raffiniertem Zucker, rotem Fleisch, ungesättigten Fettsäuren und Sulfiten vermindern oder ganz einstellen. Ebenso wirkt es fördernd, das Rauchen aufzugeben oder erst gar nicht damit anzufangen. Darüber hinaus können auch regelmäßige körperliche Ertüchtigung sowie regelmäßige Arztbesuche und Darmuntersuchungen dabei helfen, dem Entstehen einer Colitis ulcerosa vorzubeugen. Einen vollständigen Schutz bietet jedoch keine dieser Maßnahmen.

Prognose zur Heilung

Die Prognose ist nicht schlecht. Zwar ist die Krankheit niemals komplett zu heilen, da, wie bereits mehrfach erwähnt, die Ursachen für das Ausbrechen derselben noch unklar sind, aber dennoch ist es möglich, die Symptome mittels der passenden Medikamente gut im Zaum zu halten. Bisweilen hilft hierbei auch eine Operation, insofern es sich nicht vermeiden lässt.

Die Lebensqualität von betroffenen Individuen kann dennoch merklich eingeschränkt sein, dies ist besonders dann der Fall, wenn eine Behandlung ausbleibt. Darum ist jedem zu raten, dass er frühzeitig einen Arzt aufsucht und nicht aus falscher Scham zuhause bleibt oder etwaige Schmerzen als ledigliche „Magenverstimmung“ abtut. Eine frühe Erkennung der Krankheit kann helfen, das schlimmste zu verhindern und im Zweifelsfalle sogar das Leben des Patienten retten.

Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Besonders probate Hausmittel für dieses Leiden des Darmes gibt es einige. Nichtsdestoweniger sollten nämlich nur unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung zum Einsatz kommen und diese nicht zu ersetzen versuchen. Ein solches Vorgehen ist in aller Regel verantwortungslos und zieht meist böse Folgen nach sich.

Insbesondere zu erwähnen, sind spezielle Diäten, die oftmals merklich dabei helfen können, die Symptome einer Colitis ulcerosa einzuschränken. Aber auch die Vermeidung von Stress durch Entspannung, Kur oder aromatherapeutische Maßnahmen kann wahre Wunder wirken.


Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

Viele Personen, die von Darmleiden betroffen sind, helfen sich mit alternativmedizinischen Heilmitteln weiter. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden und in vielen Fällen sind solche Therapieformen darüber hinaus auch sehr erfolgversprechend. Dennoch sollte man bedenken, dass diese, wie alle anderen Hausmittel auch, niemals ohne eine Absprache mit dem behandelnden Arzt zu benutzen sind.

Besonders die traditionelle chinesische Medizin (TCM) und das aus Indien stammende Ayurveda bieten bei Darmproblemen oftmals große Erleichterung an. Aber auch gewisse Massagetechniken zielen speziell auf die Entlastung des Darmes hin und sind deshalb empfehlenswert. Des Weiteren hilft alles weiter, das potentiell dazu imstande ist, dem Betroffenen dabei zu helfen, Stress abzubauen – sprich Yoga, Meditation und autogenes Training.


Behandlungen

Wie gerade erwähnt, kommen folgende Behandlungen infrage:

  • Gezieltes zuführen von Probiotika
  • Aufnahme von Fischöl in Kapselform
  • Akupunktur
  • Massage
  • Meditation und Yoga
  • Aromatherapie
  • Anwendung von Homöopathie, Kräuterheilkunde oder Schüßlersalzen
  • Körperliche Ertüchtigung
  • Kuraufenthalte
  • Veränderungen in der Ernährung
  • Massagen
  • Rauchentwöhnung

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Berberitze
  • Dill
  • Gelber Enzian
  • Kamille
  • Spitzwegerich
  • Koriander

Sämtliche genannten Heilpflanzen sind entweder in ihrer frischen Form einzunehmen in einem Mörser zu zerstoßen und daraufhin entsprechend z anzuwenden. Auch kann man selbige in Form eines Tees oder Aufgusses einnehmen. Sie wirken allesamt beruhigend auf den Darm ein und geben Impulse zur Selbstheilung.

Entsprechende Kräuter findet man beim Heilpraktiker oder in spezialisierten Geschäften. Auch das Internet bietet ein reichhaltiges Angebot diesbezüglich an, jedoch sollte man auf Rezensionen achten, um etwaigen schwarzen Schafen zu entgehen.


Ätherische Öle

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:

  • Anis
  • Bergamotte
  • Fenchel
  • Kümmel
  • Lavendel
  • Majoran

Ätherische Öle sind zumeist im Rahmen einer sog. Aromatherapie anzuwenden. Das bedeutet, dass sie in eine dafür vorgesehene Duftlampe gibt und sie unter Zugabe von Hitze und Wasser in die Raumluft ausströmen lässt. Eine äußerliche Anwendung ist bisweilen möglich, empfiehlt sich aber im Falle der Colitis ulcerosa nicht.

Es gilt darüber hinaus, dass man im Umgang mit Bergamotte Vorsicht walten lässt. Dieses Öl sollte nicht auf die Haut gelangen. Es wirkt teilweise stark phototoxisch und kann also zu Verbrennungen oder Verätzungen führen.


Homöopathie

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen.


Schüssler-Salze

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen.


Diät & Ernährung

Diäten sind bei Erkrankungen des Darmes besonders wichtig, darum hier einige Beispiele, inwieweit man seine Ernährung umstellen kann, um positive Ergebnisse zu erzielen:

  • Weniger Milchprodukte: Viele Personen mit chronischen Entzündungen im Darmbereich oder konstanten Durchfällen konnten positive Veränderungen beobachten, nachdem sie auf Milchprodukte in ihrer Ernährung verzichtet oder diese zumindest stark eingeschränkt hatten. Dies kann, muss aber nicht, mit einer Laktoseinteleranz zusammenhängen.
  • Fettarme Speisen: Die Aufnahme von Fetten aller Art ist grundsätzlich nicht schädlich, sondern förderlich für die Gesundheit. Dennoch sollte man darauf achten, alles in einem gesunden Maß zu halten. Butter, Margarine, Pflanzenöle und frittierte Speisen sind deshalb nur in Maßen einzusetzen bzw. zu genießen.
  • Vermeidung sog. „Problem Foods“: Zu dieser Gruppe gehören Süßigkeiten, alkoholhaltige Getränke, scharfe oder überwürzte Lebensmittel sowie Salz und Produkte, die Koffein enthalten. Alle Speisen, die diese Wirkstoffe enthalten sind nach Möglichkeit zu vermeiden.
  • Kleinere Portionen: Zur Beruhigung des Darms kann es durchaus förderlich sein, wenn man auf allzu große Portionen verzichtet. Es bietet sich an, die drei Hauptmahlzeiten auf sechs kleinere aufzuteilen. Hierdurch kann der Darm stark entlastet werden.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Es ist wichtig, stets dafür zu sorgen, dass dem Körper genügend Flüssigkeit zur Verfügung steht, damit dieser akkurat arbeiten kann. Dehydration kann den Darm stark belasten und reizen. Zudem ist das durch den etwaigen Durchfall verlorene Wasser an den Körper zurückzuführen, um einer Unterversorgung vorzubeugen.
  • Fachmännische Beratung: Es schadet nie, wenn man einen Diätologen oder Ernährungswissenschaftler aufsucht. Dieser wird einem dabei helfen, einen individuell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittenen Ernährungsplan zu erstellen und in die Tat umzusetzen. Dies kann immens positive Langzeiteffekte nach sich ziehen und ist auf jeden Fall in Erwägung zu ziehen.

Alternative Behandlungen

Alternative Behandlungen, die eine schulmedizinische Behandlung komplett zu ersetzen suchen, sind im besten Falle als suspekt einzustufen. Eine Colitis ulcerosa ist eine potentiell gefährliche Krankheit. Daher sollten alternative Behandlungen, so wie die oben genannten, nur dann erfolgen, wenn sie zuvor von einem Arzt bestätigt wurden

Dennoch können Heilpraktiker unterstützend hinzugezogen werden. Insbesondere dann, wenn die Krankheit bereits besiegt wurde und man nach einer ganzheitlichen Nachsorgemethode sucht.

FAQ – Fragen & Antworten

Lassen sich die chronischen Durchfälle behandeln?
– Ja, durch die gezielte Gabe spezieller Medikamente, kann man die chronischen Durchfälle durchaus im Zaum halten. Dies ist für die meisten Betroffenen besonders wichtig, da sie oftmals selbst in öffentlichen Situationen nicht (mehr) dazu imstande sind, ihren Stuhlgang zu kontrollieren.

Sind Operationen oft notwendig?
– Glücklicherweise nicht. Es kommt vergleichsweise selten zu chirurgischen Eingriffen. Lediglich besonders schwere Fälle bedürfen oftmals dieser drastischen Lösung. Hierbei kommt es darüber hinaus nicht selten dazu, dass der Chirurg einen künstlichen Darmausgang legt.

Wie lange muss ich auf eine gesunde Ernährung achten?
– Für immer. Die Krankheit verschwindet nicht plötzlich, nur weil man sich ein püaar Wochen lang „gesund“ ernährt hat. Um den Darm Zeit seines Lebens gesund zu halten und darüber hinaus die Symptome der vorliegenden Krankheit dauerhaft abzuschwächen, gilt es sich strikt an den erarbeiteten oder empfohlenen Ernährungsplan zu halten und nicht von diesem abzuweichen. Ansonsten gefährdet man den seine eigene Gesundheit und minimiert etwaige Behandlungschancen.

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