ätherische Öle

Immer mehr Menschen vertrauen bei der Behandlung von einfachen Symptomen wie Erkältungserscheinungen auf natürliche Mittel. Hierzu zählen zum Beispiel ätherische Öle.
Sie sind außerdem sehr beliebt, weil sie pflegend wirken und zur Entspannung im hektischen Alltag beitragen.

Was sind ätherische Öle?

Aus den Bereichen Kosmetik, Medizin und Wellness sind ätherische Öle nicht mehr wegzudenken. Bei ätherischen Ölen handelt es sich um Stoffgemische von Pflanzen, die diese in Drüsenhaaren- oder schuppen sowie in Ölzellen einlagern und bei Bedarf absondern. Sie finden sich zum Beispiel in Blüten, Früchten, Wurzeln oder in Rinde. Ätherische Öle werden auch oft als ,,Seele der Pflanze‘ bezeichnet.

Doch nicht jede Pflanze produziert ätherische Öle. Insgesamt existieren 2.300 Ätherisch-Öl-Planzen. Die Öle beinhalten je nach Pflanzenart bis zu 300 verschiedene Wirkstoffe. Dementsprechend besitzt jedes ätherische Öl auch einen anderen Duft und eine andere Wirkung. Zu den bekanntesten Pflanzen gehören Eukalyptus, Kamille, Pfefferminz und Fenchel.

In der Natur übernehmen ätherische Öle wichtige Funktionen. So sichern sie das Überleben von Pflanzen, indem sie unter anderem Schädlinge fern halten. Außerdem sind sie ein Lockmittel für Insekten, die zur Fortpflanzung und Verbreitung der Pflanze beitragen.

Für die Gewinnung von ätherischen Ölen werden einzelne Pflanzenbestandteile wie Blüten ausgepresst. Eine andere Methode ist die Destillation mit Wasser oder das Herauslösen der Öle mit anderen Substanzen.

Eigenschaften und Qualität von ätherischen Ölen

Trotz ihres Namens sind ätherische Öle tatsächlich nicht stark ölig. Es handelt sich eher um klare oder farbige Flüssigkeiten, sie sich schlecht in Wasser auflösen. Sie sind vor allem an ihrem intensiven und charakteristischen Duft zu erkennen.

Ihre Haltbarkeit hängt von der Art ihrer Lagerung ab. So reagieren beispielsweise Licht und Sauerstoff mit den Inhaltsstoffen eines Öls und beeinflussen so die Dauer seiner Verwendung. Ebenso entscheidend ist das Behältnis, in dem ätherische Öle aufbewahrt werden. Auch hier sind chemische Reaktionen mit dem Material möglich.

In der Kosmetik oder Naturheilkunde unterscheiden Experten qualitativ zwischen künstlichen bzw. chemischen, natur-identischen, natürlichen und naturbelassenen Ölen.

Zu künstlichen Ölen gehören unter anderen Duftöle. Diese werden synthetisch hergestellt. Bei natur-identischen Ölen ist es ähnlich. Diese orientieren sich jedoch an den sogenannten natürlichen, bei denen der Anteil natürlicher Inhaltsstoffe verhältnismäßig groß ist. Zusatzstoffe kommen nur in geringen Mengen vor. Naturbelassene Öle enthalten ausschließlich Pflanzenstoffe und gelten deshalb als naturrein.


Wirkung und Anwendungsgebiete ätherischer Öle

Die Wirkung von ätherischen Ölen ist sehr vielfältig. Sie dienen als Pflege– und Heilmittel in verschiedenen Bereichen – so zum Beispiel in der Medizin und Naturheilkunde sowie in der Kosmetik und im Wellness-Bereich. Als unterstützende Mittel in der Psychotherapie oder bei spirituellen Methoden zur Bewusstseinserweiterung sind ätherische Öle ebenfalls beliebt.

Es gibt verschiedene Wege, über die der Körper ätherische Öle aufnimmt. Zum Beispiel lassen sie sich als Cremes, Massage-Öls oder Emulsionen auf die Haut auftragen. Hier wirken sie durchblutungsfördernd, wärmend und antibakteriell.

Als Duftöl, Badezusatz oder als Mittel zum Inhalieren gelangen sie über das Einatmen in die Lunge und von dort aus in den menschlichen Blutkreislauf. Sie wirken beruhigend und entspannend wie etwa bei Kopfschmerzen. Zudem haben sie einen schleimlösenden Effekt, zum Beispiel in einer Gurgellösung bei Erkältungskrankheiten wie Husten oder Schnupfen.

Bei akuten Entzündungen unterstützen sie das Immunsystem des Körpers und wirken der Verbreitung von Pilzen und Bakterien entgegen. Außerdem finden ätherische Öle bei der Behandlung von Wunden Anwendung. Sie lindern Schmerzen und beschleunigen die Wundheilung wie etwa in Form eines Hautumschlagas

Beim Abnehmen lästiger Pfunde stellen ätherische Öle ein unterstützendes Mittel auf natürlicher Basis dar. Sie wirken entschlackend und regen zudem den Stoffwechsel an.

Werden ätherische Öle eingeatmet, gelangen sie auch zum Gehirn und aktivieren das Riechzentrum. So beeinflussen sie die Stimmung eines Menschen. Dies ist ein Grund dafür, warum ätherische Öle auch im Bereich der Psychotherapie angewendet werden. Bei der Behandlung von Depressionen zum Beispiel haben sie eine positive Wirkung auf die mentale Verfassung des Betroffenen. Sein Stimmungsbild verbessert sich.

Ätherische Öle gelten auch als geeignetes Hilfsmittel, wenn es um bewusstseinserweiternde Praktiken geht. So tragen sie unter anderem bei Meditationen zur Entspannung bei. Bei entsprechender Verwendung haben ätherische Öle außerdem eine berauschende Wirkung – je nachdem, um welche Art und Menge es sich bei der Anwendung handelt.

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Obwohl ätherische Öle als pflegend und heilsam gelten, besitzen sie auch einige Nebenwirkungen. Bei Anwendung von außen mittels Cremes oder Massage-Öls kann es zu Reizungen der Haut bis hin zu allergischen Reaktionen kommen. Betroffene entwickeln einen Ausschlag. Außerdem klagen sie über ein brennendes oder juckendes Gefühl.

Bestimmte Wirkstoffe führen nach Einnahme mitunter zu Organschäden wie etwa bei ätherischen Ölen aus aus Anis, Bohnenkraut, Thymian oder Pfeffer. Eine weitere Folge kann die Überempfindlichkeit gegenüber Licht sein. Einige ätherische Öle können zudem den Blutdruck erhöhen und langfristig Probleme im Herz-Kreis-Lauf hervorrufen. Dazu zählt zum Beispiel Rosmarin.

Viele Öle sind für Kinder und Babys nicht geeignet. Hier ist eine starke Verdünnung nötig, um gefährliche Nebenwirkungen zu vermeiden. Schwangere Frauen sollten von einer Anwendung mit ätherischen Ölen absehen, da diese einen vorzeitigen Schwangerschaftsabbruch begünstigen. Solange Babys gestillt werden, sind ätherische Öle nicht empfehlenswert.

Das Auftragen auf die Haut in Form von Cremes oder Emulsionen ist in begrenzten Mengen erlaubt. Eine äußere Anwendung sollte allerdings einige Stunden vorm Stillen zurückliegen. Andernfalls kommt das Baby mit den Ölen in Kontakt.

Epileptiker müssen bei der Verwendung von ätherischen Ölen ebenfalls aufpassen, da diese unter Umständen Krampfanfälle auslösen. Von Zedernholz, Zypresse und Krauseminze sollten sie deshalb eher absehen.

Weitere Nebenwirkungen

Verwendung zu Hause

Ätherische Öle lassen sich auch ohne fachmännische Anleitung zu Hause anwenden. Wer zu den natürlichen Heilmitteln greift, sollte sich aber genau über die Wirkung der einzelnen Öle informieren, um mögliche gesundheitliche Risiken zu umgehen.

Einige Öle eignen sich gut, um in der eigenen Wohnung einen angenehmen Geruch zu erzeugen. Hierzu reicht eine einfach Duftlampe aus einer Schale und einem darunter stehenden Teelicht aus. Das gewünschte Öl verdunstet zusammen mit Wasser und verleiht Räumen einen anregenden Duft.

Für Entspannung und Erholung sorgt ein Vollbad mit ein paar Tropfen Lavendel-Öl. Lavendel ist vielseitig einsetzbar. So ergänzt es zum Beispiel die eigene Hausapotheke. Es wirkt entzündungshemmend, lindert Schmerzen sowie Juckreiz und hilft bei Schlafstörungen. Außerdem gilt Lavendel als natürliches Mittel gegen Kopfläuse. Alternativen sind Citronella und Rosmarin.

Sommerzeit ist Mückenzeit. Viele verwenden gegen die kleinen Plagegeister chemische Mittel. Doch auch hier helfen ätherische Öle, wie zum Beispiel Eukalyptus und Zitronengras.

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