Alendronsäure

Osteoporose ist eine heimtückische und die häufige Alterserkrankung des Knochens bei Mann und Frau. Diese Erkrankung tritt vor allem auf in Zusammenhang mit einem Calciummangel und macht die Knochen anfällig für Brüche. Präparate mit Alendronsäure können erfolgreich bei der Behandlung von Osteoporose eingesetzt werden, sowohl bei Frauen, wie auch bei Männern.

Alendronsäure , OsteoporoseWas ist Alendronsäure?

Alendronsäure gehört chemisch zu der Arzneistoffgruppe der Bisphosphonate. Verwendet wird dieser Wirkstoff für die Therapie von Osteoporose. Verwendung findet dabei nur das Natriumsalz (Natriumalendronat) der Alendronsäure.

Bei Natriumalendronat handelt es sich um ein Bisphonat, das die Osteoklastenaktivität und auch die dadurch verursachte Knochenresorption in der Lage ist zu hemmen. Allerdings ergaben Studien, dass eine direkte Wirkung auf die Knochenbildung seitens der Alendronsäure nicht besteht.

Doch die Qualität der gebildeten Knochen ist unter einer Therapie mit Alendronsäure von normaler Qualität. Der Wirkstoff verfügt über eine mittlere Bioverfügbarkeit. Der Wirkstoff scheint Untersuchungen zufolge weder bei Mensch noch bei Tier metabolisiert zu werden.

Verwendet werden können Präparate, die aus diesem Wirkstoff hergestellt werden von Männern und vor allem von Frauen, die sich in der Menopause befinden bzw. diese bereits hinter sich haben.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Der Wirkstoff bzw. das davon verwendete Natriumsalz dient dazu, um:

  • den Knochenabbau zu hemmen
  • die Knochendichte zu erhöhen
  • das Knochenbruchrisiko zu senken

Allgemeines

Allgemeines
NameAlendronsäure
Andere Namen
  • (4-Amino-1-hydroxybutyliden)diphosphonsäure
  • Alendronat
SummenformelC4H13NO7P2
WirkstoffklasseBisphosphonate

Wirkungsweise

Alendronsäure hat einige Wirkweisen. Diese wirken sich alle auf die Knochen aus.

So wirkt Alendronsäure

Da Knochen im Alter porös werden, können sie leichter brechen. Teils sehr schwere Knochenbrüche sind im Alter von Mann und Frau nichts Ungewöhnliches. Eine Rolle spielt dabei Osteoporose. Diese Erkrankung ist eine Alterserscheinung und kann nicht aufgehalten werden.

Es gibt allerdings einige Wirkstoffe, wie Alendronsäure, die dafür sorgen, dass die Knochen trotzdem nicht so leicht brechen und Osteoporose praktisch aufgehalten bzw. gelindert werden kann. Auslöser für Osteoporose können erhöhte Schilddrüsenhormon- oder Parathormon-Werte sein. Doch auch ein niedriger Östrogenspiegel, wie bei Frauen nach den Wechseljahren kann Osteoporose begünstigen.

Präparate, die Alendronsäure enthalten, wirken vor allem auf die Osteoklasten. Diese sind mit verantwortlich für das Fortschreiten der Osteoporose. Die Osteoklasten haben auf diese Weise eine nur geringe Lebensdauer und können in dieser Zeit nur einen geringen Schaden an den Knochen anrichten. Das heißt, die Alendronsäure bringt damit den Knochenaufbau wieder ins Gleichgewicht bzw. verhindert, dass es leicht zu Knochenbrüchen kommt, da die Knochen weniger porös sind.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Alendronsäure

Die Einnahme der Präparate mit diesem Wirkstoff erfolgt oral. Nach der Einnahme gelangt der Wirkstoff über die Darmwand ins Blut. Die Hälfte des Wirkstoffs gelangt so zu den Knochen, wo der Wirkstoff gebunden wird. Die andere Hälfte des Wirkstoffs wird über die Nieren innerhalb von einem Tag in unveränderter Form ausgeschieden. Der im Knochen gebundene Wirkstoff wird langsam freigesetzt.


Anwendungsgebiete

Es gibt für diesen Wirkstoff nur ein Anwendungsgebiet.

Wann wird Alendronsäure eingesetzt?

Ältere Männer und Frauen, die die Menophase hinter sich haben, bemerken immer deutlicher die Zeichen des Alters. Vor allem bei der Beweglichkeit macht sich das Alter der Menschen sehr stark bemerkbar. Dabei genügt ein falscher Schritt und schon ist ein Sturz die Folge. Und ein solcher Sturz kann einen sehr schlimmen Knochenbruch nach sich ziehen.

Bei älteren Menschen brechen Knochen leichter als bei jüngeren Menschen. Die Ursache dafür liegt darin begründet, dass viele ältere Menschen unter Osteoporose leiden. In diesem Fall werden die Knochen immer poröser und brechen leichter. Grund dafür ist ein Mangel an Calcium, der sich auch nicht über die normale Ernährung oder durch Nahrungsmittelergänzungen vollständig ausgleichen lässt.

Um Osteoporose wirklich zu verhindern, ist es nötig, dass schon längere Zeit im Vorfeld – also schon in jüngeren Jahren – entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Die Verwendung von Präparaten mit dem Wirkstoff Alendronsäure kann letztlich nur verhindern, dass die Knochen leicht brechen. Präparate mit diesem Wirkstoff werden oftmals erst dann eingesetzt, wenn es bereits zu entsprechenden Brüchen gekommen und die Osteoporose durch einen Arzt diagnostiziert wurde.


Richtige Anwendung

Der Wirkstoff Alendronsäure wird in Form von Tabletten auf dem Markt angeboten. Die richtige Anwendung ist hier entscheidend.

So wird Alendronsäure angewendet

Manche Die Tabletten oder die Weichkapseln werden einmal täglich am Morgen eingenommen. Wichtig ist, dass die Einnahme auf nüchternen Magen erfolgt. Auf diese Weise gelangt die Alendronsäure leicht in den Darm. Eine zeitnahe Einnahme von Essen oder von Getränken würde die Aufnahme des Wirkstoffs stark verschlechtern.

Bis die erste Mahlzeit des Tages eingenommen werden kann nach der Einnahme des Wirkstoffs, sollte eine halbe Stunde in der Zukunft liegen. Um Kapsel oder Tablette herunterzuschlucken, sollte auch kein Saft oder Kaffee verwendet werden. Allenfalls Wasser kann dazu verwendet werden, dass die Einnahme von Tablette oder Kapsel erleichtert wird.

Wichtig ist vor dem Beginn der Therapie, dass der Arzt den Calcium-Blutspiegel bestimmt. Dieser muss nötigenfalls ausgeglichen werden. Grund dafür ist, dass die Einnahme von einem Präparat mit Alendronsäure den Calcium-Blutspiegel noch weiter senken kann.

Aus diesem Grund ist als zusätzliche Therapie auch noch die Einnahme von Calciumtabletten und auch von Vitamin D3 Präparaten nötig. Wer weder mit Kapseln noch mit Tabletten klarkommt, kann auch zu Brausetabletten greifen. Es gibt auch Präparate, die nur einmal wöchentlich eingenommen werden müssen. In diesem Fall enthält eine Tablette statt nur 10 mg des Wirkstoffs gleich 70 mg.


Medikamente

Alendronsäure als Wirkstoff ist in Tabletten und in Kapseln enthalten.

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Alendronsäure?

Der Wirkstoff ist in folgenden Medikamenten enthalten:

  • Alendron-HEXAL 10mg Tabletten
  • Alendron-HEXAL 70mg Tabletten
  • Fosamax 10 mg Tabletten
  • Fosamax 70 mg Tabletten
  • Alendronsäure AbZ 70mg Tabletten
  • Binosto 70 mg Brausetabletten

Handelsnamen

Alendronsäure ist unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich

Monopräparate

Zu den Monopräparaten zählen Fosamax (D, CH), aber auch Tevanate (D) sowie zahlreiche Generika, die in Deutschland und in der Schweiz vertrieben werden.

Kombinationspräparate

Als Kombinationspräparate angeboten werden Fosavance (D, CH) und Tevabone (D).


Indikationen

Die Hauptindikation, für die dieser Wirkstoff verwendet wird, ist die Therapie der postmenopausalen Osteoporose. Auf diese Weise wird das Risiko von Wirbel- und Hüftfrakturen vermindert. Zugelassen ist der Wirkstoff auch bei corticoid-induzierter Osteoporose sowie bei Osteoporose bei Männern. In den USA wird der Wirkstoff auch bei Osteodystrophia deformans von Ärzten verordnet.


Gegenanzeigen

Alendronsäure kann einige Gegenanzeigen hervorrufen.

Wann darf Alendronsäure nicht verwendet werden?

Für den Fall, dass bereits ein chronisches Nierenversagen diagnostiziert wurde, darf ein Präparat mit diesem Wirkstoff nicht angewandt werden. Auch bei einer Infektion im Bereich des Verdauungstraktes darf und sollte der Wirkstoff Alendronsäure nicht verwendet werden. Dies gilt auch, wenn eine Erkrankung im oberen Gastrointestinaltrakt vorliegt.

Es ist zudem wichtig, dass der Anwender von einem Präparat mit diesem Wirkstoff für mindestens 30 Minuten aufrecht stehen oder sitzen kann. Ansonsten darf ein Präparat mit diesem Wirkstoff nicht verwendet werden. Im Liegen besteht bei einer Einnahme von einem solchen Präparat die Gefahr, dass es zu einer Speisenröhrenreizung kommt.

Eine strenge Risikoabwägung seitens des Arztes sollte zudem erfolgen, wenn der Patient unter Schluckstörungen leidet oder eine Veränderung der Schleimhaut in der Speiseröhre bereits diagnostiziert wurde. Auch bei Magenblutungen und bei Vitamin D-Mangel sollte auf die Einnahmen von einem Präparat mit diesem Wirkstoff verzichtet werden. Dies gilt auch nach Operationen im Mund– und Rachenbereich.


Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Eine Anwendung von diesem Wirkstoff während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist nicht zulässig.


Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

In Bezug auf die Anwendung von diesem Wirkstoff bei Kindern liegen derzeit nur wenige Erfahrungen vor.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Alendronsäure?

Die Verwendung von Alendronsäure birgt viele Risiken und hat einige Nebenwirkungen. Es gibt häufige, gelegentliche, aber auch seltene Nebenwirkungen.


Häufige Nebenwirkungen

Zu den sogar sehr häufigen Nebenwirkungen bei der Einnahme von diesem Wirkstoff zählt eine Speiseröhrenentzündung oder Sodbrennen. Auftreten kann auch ein Calciummangel im Blut oder ein Phosphatmangel im Blut. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Bauchschmerzen, Schluckstörungen und eine Magenreizung.

Darüber hinaus können auch Brustschmerzen auftreten und ein Völlegefühl sowie Verstopfung. Häufige Nebenwirkungen bei der Einnahme von einem Präparat mit diesem Wirkstoff sind auch Blähungen und Durchfall, Erbrachen und Übelkeit. Darüber hinaus kann es zu einer Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut kommen und auch zu Muskelschmerzen. Auftreten können zudem häufig Kopfschmerzen und Knochenschmerzen sowie Gelenkschmerzen.


Gelegentliche Nebenwirkungen

Alendronsäure kann gelegentlich auch zu Hautausschlag führen und zu einer Schwellung oder Rötung der Haut, zu Juckreiz. Ebenfalls kann gelegentlich eine

Augenhautentzündung oder eine Magenentzündung auftreten. Es können zudem auch eine Zwölffingerdarmentzündung entstehen und sogar Magen– und Zwölffingerdarmgeschwüre. Auftreten können zudem Blutungen des Verdauungstraktes. Gelegentlich kann auch eine Speiseröhrenverengung auftreten und auch ein Rachengeschwür.


Seltene Nebenwirkungen

Zu den seltenen Nebenwirkungen gehören Kieferknochenschwund und Fieber. Selten auftreten kann auch eine Knochennekrose des äußeren Gehörganges.


Nebenwirkungen ohne Nennung der Häufigkeit

Es gibt bei der Einnahme von diesem Wirkstoff auch Nebenwirkungen, bei denen eine Häufigkeit des Auftretens bisher noch nicht bestimmt werden konnte. Hierzu gehört unter anderem die Erhöhung der Leberwerte aber auch eine örtliche Schleimhautreizung in Mundhöhle und im Rachen.

In einigen Fällen vertragen Patienten die Alendronsäure-Tabletten nur sehr schlecht. Zeichen dafür sind Übelkeit und Bauchschmerzen, die als Nebenwirkung auftreten. Es ist dann angeraten mit dem Arzt zu sprechen und von der täglichen 10 mg Dosis auf eine wöchentliche Dosis von 70 mg umzusteigen.


Wechselwirkungen

Alendronsäure ist nicht mit allen anderen Medikamenten verträglich und zeigt entsprechend Wechselwirkungen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Alendronsäure?

Die Regeln der Einnahmen von einem Präparat mit Alendronsäure müssen unbedingt beachtet werden. Dies gilt vor allem für den Zeitpunkt der ersten Nahrungsaufnahm am Morgen. Denn Nahrungsmittel – egal ob in flüssiger oder in fester Form – können die Aufnahme des Wirkstoffs ins Blut hemmen.

Dies gilt auch bei der Aufnahme von Eisen, Magnesium und von Calcium vor der Einnahme des Präparats. Der zeitliche Abstand von 30 Minuten zwischen Einnahme des Präparats mit diesem Wirkstoff und der ersten Mahlzeit am Tag, dem Frühstück, ist daher zwingend erforderlich.

Auch andere Arzneimittel sollten auf keinen Fall gleichzeitig mit einem solchen Präparat eingenommen werden. Denn auch dies kann die Aufnahme des Wirkstoffs und seine Wirksamkeit gegen die Folgen von Osteoporose deutlich vermindern.

Wechselwirkungen mit speziellen Medikamenten, die nach der Einnahme des Präparats eingenommen werden beim Frühstück oder nach dem Frühstück, sind nicht bekannt. Solange diese nicht 30 Minuten nach dem Präparat mit diesem Wirkstoff eingenommen werden, hemmen diese dessen Wirksamkeit nicht.


Wichtige Hinweise

Für die Einnahme von Präparaten mit diesem Wirkstoff sollten einige Hinweise beachtet werden.

Was ist bei der Einnahme von Alendronsäure zu beachten?

Die Verwendung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff kann zu schweren Nebenwirkungen führen. Bei vielen Patienten muss der behandelnde Arzt ein Nutzen-Risiko-Verhältnis abwägen. Dies gilt vor allem bei Patienten mit einem Barrett-Ösophagus.

Da es auch zu einer Kieferosteonekrosen kommen kann, sollten vor allem Krebspatienten, die Präparate mit diesem Wirkstoff einnehmen, auf eine gute Mundhygiene achten. Auch sollte jeder Patient, der mit diesem Wirkstoff über ein Präparat in Kontakt kommt, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahrnehmen.

Für den Fall, dass die Einnahme einer Tablette einmal vergessen wurde, sollte diese am nächsten Tag eingenommen werden. Auf keinen Fall sollte die Einnahme von dieser Tablette irgendwann am Tag nachgeholt werden. Das heißt, es dürfen keine zwei Tabletten an einem Tag eingenommen werden.

Für die Einnahme der Tabletten sollte am Morgen kein Mineralwasser verwendet werden. Die Einnahme sollte, wenn überhaupt nötig, mit Leitungswasser vollzogen werden.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Alendronsäure

Präparate, die diesen Wirkstoff beinhalten, sind verschreibungspflichtig. Dies gilt auch für die Präparate, die zusätzlich Vitamin D3 enthalten.


Geschichte

Seit wann ist Alendronsäure bekannt?

Bisphosphonate, zu deren Familie dieser Wirkstoff gehört, wurden im Jahr 1865 erstmals hergestellt. Angewandt wurden diese damals technisch-industriell, und zwar für die Wasserenthärtung. In den 1960er Jahre wurde die Wirkung dieser Stoffe auf den Knochenstoffwechsel untersucht. In den 1990er Jahren wurde der entsprechende Wirkmechanismus entschlüsselt. Seit 1996 wird Alendronsäure durch die Pharmafirma MSD – Merck Sharp & Dohme, Inc. hergestellt. Seit 2005 gibt es auf diesem Wirkstoff basiert eine Reihe von Generika.


Warnhinweise

Die Einnahme von diesem Wirkstoff bedarf einiger Vorsichtsmaßnahmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Die Verwendung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff bedarf einer regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Kontrolliert werden muss vom Arzt vor allem das Blutbild.

Angewandt werden darf ein solches Präparat nicht, wenn gerade ein frischer Knochenbruch vorliegt und noch behandelt wird. Eingenommen werden sollte das Präparat stets in aufrechter Position, das heißt stehend oder sitzend.


Quellen

  • Weinstein, R. S. et al.: Giant osteoclast formation and long-term oral bisphosphonate therapy, in: N. Engl. J. Med. (2009), Ausgabe 360 (1), Seiten 53–62.
  • Eintrag zu Alendronsäure in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)
  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Datenblatt Alendronate sodium trihydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. März 2011 (PDF).

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