Raps

Seinen Ursprung hat der Raps in Asien und dem Mittelmeerraum. Dort wird er bereits seit 2000 v. Chr. angebaut. Im mitteleuropäischen Raum lässt sich der Ursprung des hiesigen Rapsanbaus bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.

Raps (lat.Brassica napus) gehört heute zu den weltweit am häufigsten angebauten Ölpflanzen.
Das war nicht immer so. Bevor der Raps durch Züchtung verändert wurde, enthielt er Giftstoffe. Diese Veränderung macht es überhaupt erst möglich Raps in der Quantität, Qualität und Häufigkeit zu verwenden wie wir es heute tun.


Wissenswertes zum Raps

Raps und mit Rapsöl gefertigte Produkte sind heutzutage kaum mehr wegzudenken.

In Form von Biodiesel wird er als Treibstoff genutzt, andere Bestandteile dienen der Viehfuttergewinnung und tragen insbesondere durch ihr wertvolles Eiweiß einen wichtigen Teil zur Ernährung von Vieh bei.
Für uns Menschen liegt der größte Nutzen des Raps in dem Aspekt, dass es sich um eine Ölpflanze handelt.

Die besondere Zusammensetzung von Rapsöl lässt das Interesse an dem gelben Öl steigen und damit auch die Anbaufläche. In Deutschland wird Raps bereits auf mehr als 1,5 Millionen Hektar angebaut. Diese Fläche verteilt sich zu großen Teilen auf Bayern, Schleswig-Holstein und die neuen Bundesländer.
In Europa ist Deutschland damit größter Rapsproduzent. Das Fettsäuremuster gilt für den Körper als besonders bekömmlich und gesundheitsfördernd.

Seit längerem sind mit Rapsöl behandelte Produkte im Handel erhältlich. Bei einem Teil der vorfrittierten Produkte wie Pommes oder Kartoffelchips wird ausschließlich beziehungsweise vorwiegend Rapsöl verwendet.

Des Weiteren wird es in folgenden Lebensmitteln verarbeitet

  • Salatcremes
  • Mayonaisse
  • Zusatz von Butter
  • Zusatz von Margarine

Als Margarine- und Butter-Zusatz sorgt es für streichfähigere Butter und wird wegen der, ausschließlich bei mäßigen Konsum, überwiegend positiv auf den Körper wirkenden Inhaltsstoffe auch in Margarinen verwendet.

Heutzutage in Deutschland angebaute Züchtungen

Mit der erfolgreichen Züchtung einer erucasäurefreien Rapssorte (0-Raps) im Jahr 1974 war ein Meilenstein gelegt worden. Etwas mehr als 10 Jahre später, 1985, ereignete sich ein weiterer Zuchterfolg. Seitdem gelang es den Glucosinolatgehalt zu veringern. Raps dieser Züchtungsart nennt man 00-Raps, sowohl 0-Raps als auch 00-Raps werden auf deutschen Ackerflächen angebaut.

Interessanterweise verbessert Raps die Anbaubedingungen für Weizen.
Das geschieht, in dem im vorangegangenen Jahr Raps auf dem Feld angebaut wurde, im nachfolgenden wird Weizen gesät. Studien haben gezeigt, dass der Raps durch seine Eigenart tiefe Wurzeln zu schlagen, auf natürliche Weise den Boden für das folgende Weizen-Anbau-Jahr auflockert und dadurch optimal vorbereitet. Im Vergleich zu Weizen- Weizen Feldern brachten die Raps- Weizen Felder ein Ernteplus von 10% ein.


Bedeutung für die Gesundheit

Durch die Senkung des ldl-Cholesterin-Wertes im Blut, die bei regelmäßigem Rapsgenuss eintritt, verbessern sich die Funktionen von Herz und Kreislauf. Diese Senkung wird durch den beinahe 60%igen Anteil ungesättigter Fettsäuren und einem, verglichen mit anderen Ölpflanzen, erstaunlich geringem Gehalt ungesunder gesättigter Fettsäuren herbeigeführt.

Ein gutes Immunsystem benötigt reichhaltige Nährstoffe. Omega-3-Fettsäuren sind in hoher Konzentration im Rapsöl enthalten und wirken zu dem noch förderlich für die Gehirnfunktion.
Omega-3-Fettsäuren sind hitzeunbeständig. Demnach ist die Verwendung von kaltgepresstem Rapsöl notwendig, insofern von den guten Auswirkungen der Fettsäuren auf das Körpersystem profitiert werden soll.

Omega-3-Fettsäuren, womit tun sie dem Körper gutes?

 

Das in Rapsöl enthaltene Vitamin E beugt Arterienverkalkungen vor. Um den täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken, müssten lediglich 10g kaltgepressten Rapsöls dem Körper zugeführt werden.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Die Inhaltsstoffe und Nährwerte sind von der Verarbeitungsform des verwendeten Öls abhängig.
Unterschieden wird in kaltgepresstes und extrahiertes Rapsöl.

Extrahiertes Rapsöl wird bei hohen Temperaturen hergestellt und ist in seiner Herstellung sehr günstig. Durch die bei der Herstellung eingesetzte Hitze verringert sich der Anteil gesunder Omega-3-Fettsäuren und anderer gesunder hitzeunbeständiger Säuren im Rapsöl maßgeblich.

Im Grunde genommen stellt das, soll das Öl zum Backen, Kochen, Braten oder Dünsten verwendet werden, kein Problem dar, da es im späteren Verlauf der Küchentätigkeiten ohnehin erhitzt wird.
Bei anderen Verwendungen ohne Hitze sollte nach Möglichkeit kaltgepresstes Rapsöl verwendet werden.

Bestandteile eines kaltgepressten Rapsöls

  • Ölsäure als Hauptbestandteil mit mehr als 50%, teilweise bis zu 71%
  • Omega-6-Fettsäure, auch Linolsäure genannt, mit 15 bis 30%
  • Omega-3-Fettsäure, auch als Linolensäure bezeichnet, mit 5 bis 15%

Von den gelisteten Fettsäuren sind 6% gesättigte Fettsäuren, 66% einfach-ungesättigte Fettsäuren und 27% mehrfach-ungesättigte Fettsäuren.
Als kleinerer Bestandteil von Rapsöl gilt das Vitamin E, das in einer Masse von 100g mit ungefähr 30mg vertreten ist. Des Weiteren ist Lutein, ein antioxidativ wirkendes Carotinoid, enthalten.

Trotz der vielen gesunden Aspekte die Rapsöl mit sich bringt, darf nicht Vergessen werden, dass es als Öl über einen hohen Energiewert und eine dementsprechend hohe Anzahl an Kilokalorien auf 100g verfügt. Mit 900kcal stellt es sicher keine leichte Kost dar.


Unverträglichkeiten und Allergien

Wer kennt sie nicht? Die gelben Felder die links und rechts der Landstraßen munter vor sich hin wachsen und in hellstem Gelb blühen?

Sie sind inzwischen fester, stetig wachsender Bestandteil der Agrarkulturen Bayerns, Schleswig-Holsteins und der neuen Bundesländer geworden.

Trotz der schönen Augenblicke, die einigen Personen als positive Erinndrungen im Gedächtnis bleiben werden, ist ein Teil der Bevölkerung durch die nun anbrechende Zeit beeinträchtigt und muss sich mit einem über den Winter kurzfristig in Vergessenheit geratenen Problem auseinandersetzen, die sich langsam in der Bevölkerung weiterverbreitende Allergie gegen Rapspollen.

Bisher ist eine Allergie gegen Rapspollen bei den meisten Leuten kaum ein Thema. Allergien, insbesondere gegen Pollen, entstehen beim häufigeren Inkontakttreten mit den scheinbar für Körper unverträglichen Allergenen, die in Raps enthalten sind.
Da Raps in der Herstellung von immer mehr Produkten Anwendung findet, steigt der Bedarf an Raps unaufhörlich, sodass immer größere Flächen zum Anbau zur Verfügung gestellt werden.

Symptome,
die durch den Pollenflug von Rapspollen hervorgerufen werden können:

  • Laufen der Nase
  • Anschwiillen der Nasenschleimhäute
  • Husten, hervorgerufen durch Atemwegsreizungen
  • Irritationen der Haut; Pusteln oder gerötetes Hautbild

Symptome,
die durch allergische Reaktionen bei Lebensmittelunverträglichkeiten auftreten können:

Sollten mehrere dieser Symptome gehäuft auftreten, ist ein Besuch bei einem Arzt dringlich. Je nach Intensität der allergischen Reaktionen lässt sich abschätzen, wie stark allergisch die folgenden Reaktionen des Körpers sein können. Außerdem lässt sich die Notwendigkeit eines Arztbesuches dadurch unter Umständen er -oder ausschließen.

Behandlungsmöglichkeiten: Produkte und Anwendungsverfahren für Pollenallergiker

  • Tabletten, Tropfen (Antiallergika)
  • Atemschutzmasken
  • Inhalation einer Kochsalzlösung
  • Pollenschutzgitter
  • Nasenfilter

Einkaufs- und Küchentipps

Beim Kauf von Rapsöl sollte auf den späteren Verwendungszweck geachtet werden.
Soll es zum Braten, Kochen oder bei anderen Vorgängen verwendet werden, bei denen mit Hitze gearbeitet wird, genügt es auf die extrahierte Verarbeitungsform zurückzugreifen.
Diese enthält weniger Omega-3-Fettsäuren, da diese bereits bei der Extraktion des Rapsöls zerstört worden sind.

Kaltgepresstes Öl zu kaufen und anzuwenden lohnt sich bei Verwendungszwecken, die keine weitere Hitzezufuhr benötigen.

Rapsöl kann, hingegen zu Olivenöl, im Kühlschrank gelagert werden ohne auszuhärten.

Weiterhin kann auf die Farbe des Glases geachtet werden, da kaltgepresstes Rapsöl noch die wertvollen Omega-3-Fettsäuren, sowie Omega-6-Fettsäuren enthält, sollte es durch Aufbewahrung in braunem oder grünem Glas vor unnötiger Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Zubereitungstipps

Kaltgepresstes Rapsöl eignet sich hervorragend für die Verfeinerung von Rohkostsalaten.
Weiterhin lässt es sich, sobald die Herdplatte abgekühlt ist und keine weitere Hitze zugeführt wird, zu bereits angewärmten Gemüse geben ohne das Einbußen bei der Konzentration der enthaltenen gesunden Fettsäuren befürchtet werden müssen.

Bereits der Konsum eines Löffels kaltgepressten Öls genügt täglich bei bewusster und abwechslungsreicher Ernährung um die benötigte Menge essentieller Fettsäuren dem Organismus zuzuführen.

Häufige Fragen und Antworten

Kann meine allergische Reaktion zur Zeit des Raps-Pollenflugs auch andere Ursachen haben?

Allergische Reaktionen können durch verschiedene Allergene ausgelöst werden.

Zur Zeit des Raps-Pollenfluges sind auch andere Pollen in der Luft unterwegs. Klarheit und Gewissheit wird nur ein Test beim Arzt schaffen können.

Gibt es Siegel von bekannten Instituten oder ähnlichem, die auf die Qualität des Produktes vor bzw. während des Kaufs Hinweise geben können?

Ja! Das DLG-Siegel ist auch auf Rapsölen zu finden.

Fazit

Raps hat uns überzeugt! Durch die hohe Konzentration an essentiellen Fettsäuren ist die Verwendung von kaltgepressten Rapsölen ein echter Zugewinn an Vielseitigkeit, geschmacklichem Genuss sowie ein weiterer Schritt zur Verbesserung der persönlichen Lebensqualität.

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