Grippeimpfung für Schwangere

Schwangere sollten sich gegen Grippe impfen lassen

 

  1. So kommt es zu einer Infektion mit Grippe

 

Die auch Influenza genannte „echte“ Grippe wird durch Influenzaviren der Gattung A oder B hervorgerufen. Damit die Viren tatsächlich eine Grippe bewirken können, müssen sie sich zuvor auf der Schleimhaut des Mundes, der Augen oder der Atemwege festsetzen können. Dazu kann es bei Schwangeren relativ schnell kommen – und zwar entweder durch eine Tröpfchen- oder durch eine Schmierinfektion.

Werden infektiöse Sekrettröpfchen von einem Grippekranken durch Ausatmen, Niesen, Husten oder Sprechen auf einen Gesunden übertragen, handelt es sich um eine Tröpfcheninfektion. Für eine Schmierinfektion muss zunächst eine Person, die an Grippe erkrankt ist, Viren (etwa nach dem Husten in die Hände) auf einem Gegenstand verteilen. Fasst die Schwangere denselben Gegenstand an, können Viren möglicherweise auch auf Schleimhäute übertragen werden.

 

Fatalerweise können sowohl die kleineren als auch die größeren infektiösen Exspirationströpfchen noch Stunden nach Verlassen des mit Grippe infizierten Körpers infektiös bleiben. Die kleineren Partikel werden auch Aerosole genannt und haben lediglich einen Durchmesser von etwa 0,1 Mikrometer. Sobald sie getrocknet sind, schweben sie in der Luft und können noch Stunden später infektiös sein.

Ähnliches gilt für die etwas größeren Partikel. Sie sinken nach einer Strecke von etwa zwei Metern nach unten, nachdem sie Mund oder Nase der infizierten Person verlassen haben. Dort, wo sie sich absetzen (Möbel, Fußboden oder anderes), können sie von bislang gesunden schwangeren Frauen unbewusst aufgenommen werden.

 

Das Immunsystem einer Schwangeren ist in erster Linie darauf ausgelegt, das Baby zu schützen. Die Abwendung eines Infekts funktioniert dann nicht ohne Weiteres. Da eine Influenza gerade für werdende Mütter erhebliche Risiken birgt, sollten Schwangere eine Grippeimpfung in Erwägung ziehen. Auf jeden Fall ist es außerdem sinnvoll, auf gute Hygiene zu achten. Unerlässlich ist insbesondere das regelmäßige und sorgfältige Händewaschen. Auf das Händeschütteln sollte in Zeiten grassierender Influenza ohnehin lieber verzichtet werden.

 

  1. Typische Grippesymptome und mögliche Komplikationen

 

Im Gegensatz zu grippalen Infekten sind die Beschwerden, die mit einer Influenza einhergehen, als plötzlich einsetzend und gravierend zu bezeichnen. Schüttelfrost (gepaart mit starkem Krankheitsgefühl) ist zumeist das erste Symptom einer Grippe. Alsbald stellen sich hohes Fieber (häufig ab 39 Grad Celsius aufwärts), starker Reizhusten, Kopf– und Gliederschmerzen sowie Schnupfen und Halsschmerzen ein. Wohl dem, der die Grippe nach etwa einer Woche komplett überstanden hat. Da die Influenza sich auf den gesamten Organismus auswirkt, der eigentlich schon genug mit der Schwangerschaft zu tun hat, ist eine mehrtägige Bettruhe erforderlich.

 

Eine Grippe kann den Körper einer Schwangeren also erheblich schwächen. Dieser Umstand macht es Bakterien leicht sich anzusiedeln und Entzündungsgeschehen hervorzurufen. Beispielsweise kann es zu einer Mittelohrentzündung (Otitis), einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kommen. Eine der gefährlichsten Komplikationen ist eine Lungenentzündung (Pneumonie).

 

Falls eine Schwangere an Grippe erkrankt, ist normalerweise keine Beeinträchtigung des Ungeborenen zu erwarten. Allerdings kann es durch Komplikationen wie die oben genannten zu Früh- oder Fehlgeburten kommen. Fest steht, dass werdende Mütter ein höheres Risiko haben, an Influenza zu erkranken. Zudem kommt es bei schwangeren Grippekranken auch relativ häufig zu Komplikationen. Diese können aber, ebenso wie die eigentliche Grippe, nur mit einigen wenigen Mitteln behandelt werden, die in der Schwangerschaft zugelassen sind. Um sowohl Grippe und mögliche Folgeerkrankungen zu verhindern, bietet sich die Grippeimpfung für Schwangere an.

 

  1. Sich als Schwangere gegen Grippe impfen lassen

 

Für gesunde schwangere Frauen lautet die Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission), die Grippeimpfung nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel (ab der 13. Schwangerschaftswoche) wahrzunehmen – rechtzeitig vor dem Winter. Sofern eine chronische Grunderkrankung (zum Beispiel Diabetes oder Asthma) besteht, ist es sogar ratsam, sich schon im Verlauf der ersten drei Monate der Schwangerschaft impfen zu lassen. Klar sollte sein, dass eine Grippeimpfung vor der Infektion mit einer Grippe, aber nicht vor der Ansteckung mit Erkältungskrankheiten schützen kann.

 

Schwangeren wird, wie allen Erwachsenen, ein Totimpfstoff gespritzt. Sobald die Impfung (vorzugsweise in einen Oberarmmuskel) verabreicht wurde, fängt das körpereigene Immunsystem an, Antikörper zu bilden. Die Zusammensetzung der Impfstoffe muss vor jeder Wintersaison modifiziert werden, da sich die Influenzavirus-Typen immer wieder durch Antigendrift ändern. Hierzulande gibt übrigens das Paul-Ehrlich-Institut die Impfstoffe frei, die gegen Grippe einzusetzen sind.

 

So wie es in anderen Personengruppen, die eine Grippeimpfung erhielten, in wenigen Fällen trotzdem zu einer Infektion kommt, ist dies auch bei geimpften Schwangeren möglich. Immerhin nimmt die Erkrankung dann aber einen wesentlich harmloseren Verlauf als bei nichtgeimpften Personen. Konkret bedeutet dies ein deutlich reduziertes Risiko für die Mutter, mit starken Symptomen oder gar Komplikationen zu tun zu bekommen.

 

  1. Die Grippeimpfung für Schwangere und mögliche Impfreaktionen

 

Gerade für Schwangere gilt, dass vor jeder Impfung die positive Wirkung einer Impfung den möglichen Gefahren gegenübergestellt werden sollte. Im Fall der Grippeimpfung ist eine Schädigung des Ungeborenen durch die eingesetzten Totimpfstoffe auszuschließen. Dies belegen die Ergebnisse mehrerer Studien, die den Einfluss von Grippeimpfungen während der Schwangerschaft auf den Gesundheitszustand der Neugeborenen zum Inhalt haben. Es gibt keine gesundheitlichen Unterschiede zu den Kindern von Frauen, die nicht geimpft sind; außerdem sind weder mehr Frühgeburten noch mehr Kaiserschnitte festzustellen.

 

Zu den möglichen Reaktionen auf die Impfung zählen vor allem ein allgemeines Krankheitsgefühl, leichtes Fieber sowie eine Hautreizung im Bereich der Injektionsstelle. Üblicherweise sind derartige Symptome binnen etwa zwei Tagen wieder gänzlich verschwunden. Ist dies nicht der Fall, sollte die betroffene Schwangere vorsichtshalber den behandelnden Frauenarzt zurate ziehen.

Sofern der Schwangeren eine Allergie gegen Hühnereiweiß oder einen der Impfinhaltsstoffe bekannt ist, sollte sie dies unbedingt dem Arzt mitteilen. Denn bei gravierenden Allergien ist der werdenden Mutter gegebenenfalls von der Impfung abzuraten – zumal wiederum nur eine sehr eingeschränkte Medikamentenwahl hinsichtlich der allergischen Reaktion besteht.

 

Mittlerweile Gehen die meisten Mediziner davon aus, dass Schwangere in doppelter Hinsicht von einer Grippeimpfung profitieren. Einerseits ist die Mutter während der Schwangerschaft gegen eine „echte“ Grippe gefeit, andererseits schützt die Impfung den Säugling nach der Geburt. Schließlich gelangen die Abwehrstoffe über die Plazenta in den Organismus des Kindes, und ein gewisses Maß an Schutz vor Grippe ist die ersten Lebensmonate wirksam.

 

 

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