Kombinationsimpfstoffe für Kinder

Wichtige Informationen bei Impfungen von Kindern

Durch Impfungen sollen Kinder nicht vor gewissen Kinderkrankheiten, sondern auch gegen mögliche im späteren Leben auftretende Krankheiten geschützt werden. Um die Anzahl der Impftermine und der Injektionen für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis zum 12. Lebensjahr und die damit für Kinder verbundene Belastung zu verringern, kommen im Rahmen einer Grundimmunisierung Kombinationsimpfstoffe zum Einsatz. Kombinationsimpfstoffe werden bei unterschiedlichen Kombinationsimpfungen eingesetzt und enthalten daher Toxine bzw. Antigene von mehreren verschiedenen Krankheitserregern. Heute werden Kombinationsimpfungen bei Kindern standardmäßig vorgenommen. Mit Beginn des 2. Lebensjahres sollte die Grundimmunisierung aber auf alle Fälle abgeschlossen sein.

Warum Kinder impfen?

Eine Impfung hat den Zweck, dass durch eine aktive Immunreaktion Antikörper gegen Krankheiten gebildet werden. Eine körperliche Reaktion auf Impfung durch gewisse Krankheitssymptome zeigt, dass sich der Körper gegen Krankheitserreger wehrt und der Impfstoff somit seine Wirkung erzielt hat. Zudem geht die von der Mutter gespendete Leihimmunität („Nestschutz“) zwischen dem 5. und 6. Lebensmonat verloren. Auf alle Fälle können durch Impfungen viele Infektionskrankheiten verhindert werden.

Pro & Contra von Kombinationsimpfstoffen

Ein oft genannter Nachteil bei Kombinationsimpfstoffen ist laut Experten der Umstand, dass bestimmte Impfungen aus der Kombination nicht ausgespart werden können. Dafür gibt es aber unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten bzw. einzelne Impfstoffe, mit denen individuelle Impfungen gegen Infektionskrankheiten möglich sind.

Ständige Impfkommission (STIKO) – empfohlene Kombinationsimpfungen für Kinder von 0-12 Jahre

  1. 6-fach-Kombinationsimpfstoff:

Dieser Kombinationsimpfstoff (DTPa-HepB-IPV) wird gegen Diphtherie, Kinderlähmung, Tetanus, Hepatitis B, Haemophilus influenzae und Keuchhusten eingesetzt. Für diese Impfung sind zwischen dem 2. Lebensmonat bis zum Ende des 1. Lebensjahres insgesamt vier Impftermine notwendig. Für diese Impfung sind auch andere Kombinationen verfügbar, wie z. B. ohne Hepatitis B und/oder Haemophilus influenzae.

  1. 3-fach-Kombinationsimpfstoff:

Der 3-fach-Kombinationsimpfstoff kommt zum Schutz gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) zur Anwendung. Die erweiterte Variante (4-fach-Impfung – MMRV) schützt zusätzlich gegen Windpocken. als Impftermine gelten das Ende des 1. Lebensjahres und das 2. Lebensjahr. Gegen Windpocken, Röteln und Masern können auch Einzelimpfstoffe verwendet werden. Eine Impfung gegen Mumps kann hingegen nur in Kombination verabreicht werden.

  1. Weitere Kombinationsimpfstoffe:
  • 2-fach-Td-Impfstoff gegen Tetanus und Diphtherie
  • 3-fach-Td-IPV-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Poliomyelitis
  • 3-fach-TdPa-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis
  • 4-fach-TdPa-IPV-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis

Um einen sicheren und langen Schutz zu gewährleisten, sollten in den Altersgruppen von fünf und sechs Jahren gewisse Impfungen aufgefrischt werden. Das gilt besonders für die Tetanus-, Diphtherie- und Keuchhustenimpfung. Für diese Impfungen gibt es Einzel- und Kombinationsimpfstoffe.

Häufig verwendete Kombinationsimpfstoffe für Kinder:

  • Pediarix gegen DTaP (Diphtherie, Tetanus, Perussis), IPV (Polio inaktiv) und Hepatitis B
  • Kinrix als Kombination aus DTaP und IPV
  • ProQuad als Kombination von MMR (Masern, Mumps, Röteln) und Varivax (Windpocken)
  • Pentacel als Kombination von DTaP, Hib (Haemophilus Influenzae Typ b)
  • Comvax beinhaltet Hepatitis-B- und Hib-Impfstoffe
  • MenHibrix beinhaltet Impfstoffe gegen Meningokokken Gruppe C & Y und Hib
  • Twinrix mit Impfstoffen gegen Hepatitis A+B
  • TriHIBit enthält Hepatitis-B- und Hib-Impfstoffe

Sind Kombinationsimpfstoffe gefährlich?

Laut Aussagen von Experten Gehen von Kombinationsimpfstoffen keine Gefahren aus. Diese Impfstoffe lösen nicht mehr oder weniger Nebenwirkungen aus, wie Einzelimpfstoffe. Da die verwendeten Kombi-Impfstoffe in der Regel gut verträglich und sehr sicher sind, treten schwere Nebenwirkungen äußerst selten auf.

 

Nebenwirkungen

 

Auch bei Kombinationsimpfungen können gewisse Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen nicht ausgeschlossen werden. Im Allgemeinen sind darunter Reaktionen zu verstehen, die das Maß von normalen Impfreaktionen übersteigen. Wenn nach einer Impfung ungewöhnliche Krankheitssymbole zu beobachten sind, sollte unbedingt ein Kinderarzt aufgesucht werden. Nur so kann abgeklärt werden, ob die Beschwerden durch eine Impfung verursacht wurden. Häufige Reaktionen bei Impfungen sind:

 

 

Impfkrankheiten können 1-3 Wochen nach der Injektion auftreten. Ein Beispiel dafür ist ein nach einer MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) auftretender Hautausschlag.

Zu einer Überreaktion des Immunsystems oder zu einem allergischen Schockzustand kann es bei Säuglingen und Kindern nur sehr selten kommen. Das kindliche Immunsystem kann ohne Probleme auf Zigtausende Antigene reagieren. Zudem werden Kinder durch Kombinationsimpfungen deutlich weniger belastet, als bei einer Vielzahl von einzelnen Impfungen. Gäbe es keine Kombi-Impfstoffe, müssten Kinder über 30 einzelne Impfungen über sich ergehen lassen. Ebenso gering wie Immunsystemschädigungen sind kollapsartige Reaktionen, die aber nicht lebensbedrohend sind.

 

Kombinationsimpfstoffe und Allergien

Allergien werden auch bei Kindern immer häufiger. Es gibt aber keine seriösen Belege, dass eine Milchunverträglichkeit, Hühnereiweiß-Allergie, Hausstauballergie, Heuschnupfen & Co gegen Kombinationsimpfungen Sprechen.

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