Aphten

Am Beispiel von Aphten zeigt sich, dass auch vermeidlich kleine Gesundheitsbeschwerden ein hohes Ausmaß von Schmerzen zur Folge haben.

Worum es sich bei Aphten genau handelt, wie sie entstehen und welche Maßnahmen zur Linderung beitragen, erfährt man im folgenden Artikel.

Was sind Aphten?

ApthenUnter den kleinen Entzündungen im Mundraum, den sogenannten Aphten, hat gewiss jeder schon einmal gelitten.

Häufig betroffene Stellen sind hier Zunge, der innere Wangenbereich, der Mundboden sowie das Zahnfleisch. Weiterhin bilden sich Aphten auch am Kehlkopf, dem hinteren Rachen oder an den Mandeln. Die Krankheit tritt alters- und geschlechtsunabhängig auf, wobei Frauen dennoch häufiger betroffen sind.

Meistens handelt es sich um „gewöhnliche“ Aphten, die den Leidtragenden nur über einen kurzen Zeitraum plagen. Wird die Krankheit jedoch chronisch und kehrt immer wieder, spricht der Mediziner von einer „rezidivierenden“ Aphtose. In seltenen Fällen kommen die Entzündungen auch im Intimbereich vor. Eine Ansteckungsgefahr besteht jedoch nicht. Trotzdem ist Obacht geboten, da es sich bei Aphten um eine Systemkrankheit handelt. Das bedeutet, dass bei weiteren Beschwerden an anderen Körperteilen wahrscheinlich eine schwerwiegendere Krankheit zu Grunde liegt.

Ursachen

Was genau zur Aphtenbildung führt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Ein möglicher Auslöser sind Bakterien und Viren, die die Mundschleimhäute schädigen. Es könnte aber auch eine Unverträglichkeit bestimmter Lebensmittel beziehungsweiser enthaltener Zusatz- oder Konservierungsstoffe vorliegen. Diese finden sich ebenso in Zahnpasta wieder. Andererseits kann ein schwaches Immunsystem zum Beispiel aufgrund eines Eisen-, oder Vitaminmangels Schuld an den entzündeten Stellen sein.

Ferner sind Aphten auf Autoimmunkrankheiten wie Zöliakie, eine HIV-Infektion oder Morbus Behcet zurückzuführen. Letztere betrifft vor allem Männer mit südländischer Herkunft. Auch die Psyche spielt eine erhebliche Rolle für die Entstehung. Dauerhafter Stress begünstigt das Auftreten der Beschwerde. Nicht zuletzt erhöht die Genetik und ein schwankender Hormonhaushalt das Risiko, zu erkranken. Wahrscheinlich ist jedoch das Zusammenspiel der genannten Faktoren entscheidend für die Bildung von Aphten.

Symptome und Anzeichen

 

Äußerliche Merkmale

Bei einer Aphte handelt es sich um eine kleine Blase im Mundraum. Gewöhnlich umfasst sie eine Größe von 2-5 mm, kann aber auch einen Durchmesser von 3-10 mm annehmen. Zumeist ist diese mit einem milchig, weiß-gelben Film überzogen. Zudem ist die entzündete Stelle stark gerötet.

Empfinden

Fährt der Betroffene mit der Zunge über die Aphte, fühlt er eine kraterähnliche Wulst. Der Belag lässt sich nicht von der Aphte streichen. Berührungen verursachen strake Schmerzen, die sich bisweilen auch als Jucken oder Brennen bemerkbar machen. Insbesondere auf der Zunge ist eine Aphte sehr schmerzhaft.

Hier zieht sie manchmal sogar die Geschmacksknospen in Mitleidenschaft, sodass der Geschmackssinn nur noch eingeschränkt funktioniert. Überhaupt kann das Essen mit einer Aphte kaum genossen werden. Scharf gewürzte und säurehaltige Lebensmittel sollten in dieser Zeit völlig gemieden werden. Ebenso empfinden Erkrankte das Schlucken und Sprechen als sehr unangenehm.

Diagnose und Krankheitsverlauf

In der Regel ist eine Aphte eine harmlose Entzündung. Die Bildung erfolgt plötzlich und ohne Anzeichen innerhalb kürzester Zeit. Schon bevor die Bläschen in Erscheinung treten, verspürt der Betroffene oft Schmerzen. Häufig platzen die Entzündungen auch auf, es tritt aber kein Sekret aus. Allerdings gibt es Unterschiede in der Intensität der Aphten, die an der Größe gemessen werden.

Die Krankheit tritt entweder in Form von sogenannten Minor-Aphten auf, welche in der Regel einen Durchmesser von 2-5 mm aufweisen. Sie verheilen meist nach drei Tagen ohne medizinischen Behandlungsbedarf. Plagender sind dagegen Major-Aphten, die deutlich größer sind und teilweise erst nach Monaten verschwinden. Nicht selten hinterlassen sie Narben im Mundraum. Außerdem gibt es noch eine dritte Erscheinungsart, die herpetiformen Aphten. Hierbei bilden sich gleich mehrere Bläschen in geballter Form. Letztere verwechselt der Laie häufig mit einer Herpesinfektion, da sie ihr äußerlich sehr ähnelt.

Grundsätzlich gilt daher, dass vor allem beim ersten Vorkommen einer vermeidlichen Aphte ärztlicher Rat eingeholt werden sollte. Dieser kann mit einer genauen Diagnose unter anderem schwerwiegendere Ursachen ausschließen.

Behandlung und Therapie

 

Medizinisch

Bei Verdacht auf einen Mineralstoffmangel als Ursache führt der Arzt eine Blutuntersuchung durch. Da jedoch harmlose Infektionen wahrscheinlicher sind, bieten Apotheken viele bewährte Arzneimittel an. Diese werden in Form von Gurgellösungen, Salben oder Sprays verabreicht. Allerdings hemmen die Mittel lediglich die Beschwerden, tragen jedoch nicht zum schnelleren Abklingen der Entzündung bei. Zum Beispiel wirken Polidocanol, Benzydamin und Lidocain schmerzbetäubend.

Zum Auftragen empfiehlt sich der Salbenbestandteil Triamcinoloacetonoid. Forscher schreiben Mitteln wie ätzendem Rhabhaberwurzelextrakt, Silbernitrat oder Myhrretinktur ebenfalls eine lindernde Wirkung zu. Angeblich bauen sie totes Gewebe ab. Bei rezidivierendem Auftreten verschreiben Ärzte Colchicin oder Pentoxifyllin in Langzeittherapie. Umstritten ist die Methode, Aphten mithilfe eines Softlasers zu behandeln.

Selbsthilfe

Obwohl der Reiz groß ist, die Aphte immer wieder mit der Zunge abzutasten oder sogar daran zu nagen, sollte man ihm nicht nachgehen. Berührungen erhöhen die Schmerzintensität und stören den Heilungsprozess. Auf keinen Fall darf das Bläschen aufgestochen werden. Stattdessen kann man sich mit zahlreichen Hausmitteln behelfen.

Folgende Produkte verschaffen Linderung, wenn man sie mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle aufträgt:

  • Teebaumöl
  • Salbei- oder Kamillentee
  • Grüner Tee
  • Aloe Vera
  • Backpulver
  • eine zermahlene Vitamin C Tablette
  • Rettichsaft
  • Honig

Befindet sich die Aphte im Rachen und deshalb schwierig zu erreichen, ist es ratsam, Papaya oder Wassermelone zu kauen. Das Obst enthält Enzyme, die der Entzündung entgegenwirken.
Außerdem dienen auch Homöopathische Mittel der Behandlung.

Bewährt hat sich die Gabe folgender Globuli:

  • Acidum hydrofluoricum
  • Acidum sulfuricum
  • Ammonium chloratum
  • Antimonium crudum
  • Borax
  • Carbo animalis
  • Carbo vegetabilis
  • Mercurius corrosivus

Vorbeugen

Um das Risiko einer Aphtenbildung gering zu halten, sollte stets auf eine ausreichende Mundhygiene geachtet werden. Regelmäßige Zahnarztbesuche sind dafür Pflicht. Er kann überdies bei der Beratung für die richtige Zahnpasta beziehungsweise Zahnbürste behilflich sein. Der Inhaltsstoff Natriumlaurylsulfat sollte grundsätzlich vermieden werden. Stattdessen empfiehlt sich eine Sole-Zahncreme, die unter anderem die Speichelbildung anregt und somit zur Selbstreinigung des Mundes beiträgt. Eine Zahnbürste sollte nicht zu harte Borsten besitzen, um das Zahnfleisch zu schonen.

Wer ganz sicher gehen möchte, reinigt seine Zahnbürste nach jedem Putzen mit hochprozentigem Alkohol aus der Apotheke. Des Weiteren sollte man auf Lebensmittel verzichten, nach deren Verzehr sich die Aphtenbildung merklich steigert. Vor allem säurehaltige Limonaden aber auch Schokolade stehen im Verdacht die Bläschen hervorzurufen. Ebenfalls wirkt eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung vorbeugend. In Lebenssituationen, in denen man Stress ausgesetzt ist, ist es wichtig, sich seiner Gesundheit zu Liebe hin und wieder eine Auszeit zu genehmigen und auf ausreichenden Schlaf zu achten.

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