Honig

In der Mythologie galt Honig als Speise der Götter und verlieh ihnen die Unsterblichkeit, die schönsten Frauen der Weltgeschichte badeten in Milch-und Honig-Bädern und wurden so noch schöner. Die Steinzeitmenschen sammelten ihn, genossen seine Süße und benutzten ihn zum Bärenfang. Er ist eines der wirksamsten Naturheilmittel der Erde und er schmeckt köstlich. Honig – der goldene Saft, der Wunder schafft.

Was ist Honig und was macht ihn so einzigartig?

Auf den ersten Blick betrachtet ist Honig einfach nur eine Mischung aus Zucker und Wasser. Er enthält zu etwa 40 Prozent Fruchtzucker, ebenso viel Traubenzucker und zu 20 Prozent Wasser. Das allein ist noch nichts besonderes, wären da nicht ein paar prozentual kaum ins Gewicht fallende Zusätze. Das sind zum einen Pollen sowie Farb- und Aromastoffe aus den Blüten, von denen der Nektar stammt und zum anderen Proteine, Enzyme und Aminosäuren aus den Bienen, die den Honig sammeln und umhertragen. Diese letzteren Bestandteile machen das Geheimnis des Honigs und seine so besondere Wirksamkeit aus. Die Honigbienen saugen den Nektar aus Blüten und den Honigtau aus verschiedenen Insektenarten aus, reichern ihn an, dicken ihn ein und tragen ihn in ihren Stock oder ihr Nest. Hier wird er getrocknet, belüftet, mehrmals umgelagert und mit einer Wachsschicht umhüllt. Dann erst ist er fertig und dient der Ernährung des Bienenvolkes und der Brut. Für den Gebrauch der Menschen wird ein Teil des Honigs vom Imker aus den Bienenstöcken entnommen und weiter verarbeitet. Aber auch wilder Honig aus den Nestern der Wildbienen wird „geerntet“. Honig ist ein hochgeschätztes Nahrungsmittel, überall auf der Welt. Allein in Deutschland werden etwa 80.000 Tonnen pro Jahr verbraucht. Der Name Honig stammt ab vom indogermanischen „Honag“ und bedeutet soviel wie „Der Goldfarbene“.

Die Bedeutung des Honigs für die Gesundheit

Dass Honig ein Heilmittel ist, wussten schon die Alten Ägypter und Assyrer und in der traditionellen Chinesischen Medizin galt er auch immer schon als sehr wirksame Medizin. Honig half Wunden heilen und Krämpfe lösen, er brachte geschwächten Kranken Energie und Lebenskraft zurück. Allerdings wusste man in vergangenen Zeiten nicht, worin seine Heilwirkung eigentlich lag und auch heute kennt die Wissenschaft nicht all seine Geheimnisse. Allerdings haben Forscher herausgefunden, dass Honig antiseptisch und entzündungshemmend wirkt. Er kann verschiedene Bakterien abtöten, wie zum Beispiel die wegen ihrer Antibiotika-Resistenzen gefürchteten Staphylokokken und Enterokokken. Außerdem lindert Honig den Schmerz und verringert Schwellungen. Er ist sogar in der Lage, in Wunden vorhandenes totes Gewebe abzubauen und das Wachstum von Fibroblasten anzuregen. Dadurch heilen Wunden schneller und gleichmäßiger, das Narbenbild wird besser und unauffälliger. Aber nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich ist Honig ein gutes Heilmittel. Er hilft bei Verdauungsbeschwerden und innerlicher Unruhe, wirkt schleimlösend und entkrampfend, lindert Husten und Halsschmerzen. Honig regt auch den Stoffwechsel an, stärkt Herz und Kreislauf, fördert den Gallefluss und die Aufnahme von Mineralstoffen und Vitaminen aus der Nahrung. Sogar Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte werden häufig besser, wenn man Honigsalben aufträgt.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Die Liste der Inhaltsstoffe von Honig ist sehr lang, mehr als 250 wurden bisher gefunden. In erster Linie sind es aber nicht die einzelnen Bestandteile, die eine so phänomenale Wirkung haben, sondern vielmehr ihr Zusammenspiel.

Honig enthält unter anderem die Aminosäuren

– Alanin
– Arginin
– Asparaginsäure
– Cystein
– Glutaminsäure
– Clyzin
– Leucyn
– Lysin
– Phenylalanin
– Prolin
– Serin
– Threonin
– Valin,

die Mineralstoffe

– Calzium
– Chlor
– Kalium
Magnesium
Natrium
– Phosphor
– Schwefel

die Spurenelemente:

Kupfer
– Eisen
– Zink
– Fluor

die Vitamine:

– B 2
– B 6
– C

und die Enzyme:

– Saccharase
Glucose-Oxidase
– Phosphatase
Amylase.

Der prozentuale Anteil der Inhaltsstoffe schwankt bei den verschiedenen Honigsorten natürlich etwas. Obwohl er so süß ist, hat Honig nicht all zu viele Kalorien. Pro 100 Gramm sind es etwa 300 kcal.

Unverträglichkeiten und Allergien

Da der Honig je nach Sorte zwischen 25 und 45 Prozent Fruktose-Zucker enthält, sollten ihn Menschen mit einer Fruktose-Intoleranz nicht zu sich nehmen. Bei ihnen wird der Fruchtzucker im Dünndarm nämlich nicht richtig verarbeitet und gelangt so in den Dickdarm, wo er von den Bakterien zersetzt wird und Gase bildet, die zu Blähungen und Bauchschmerzen führen. Auch Babys und Kleinkinder sollten keinen Honig bekommen. Das liegt daran, dass er unter Umständen winzige Mengen von Sporen eines Bakteriums mit Namen Clostridium botulinum enthalten kann. Normalerweise werden die im Magen oder Darm unschädlich gemacht, bei kleinen Kindern ist aber die Darmflora noch nicht so weit entwickelt, dass das immer sicher geschieht und deshalb könnte es zum sogenannten Säuglingsbotulismus, einer gefährlichen Nervenkrankheit kommen. Allergien gegen Honig sind dagegen sehr selten. Und wenn sie auftreten, liegt es in den allermeisten Fällen an den Blütenpollen. Wer also zum Beispiel eine Rapsallergie hat, sollte keinen Rapshonig essen, dürfte aber den Tannenhonig vertragen usw. Auch bei Gräserpollen-Allergikern kann Honig Allergien auslösen. Auf der anderen Seite kommt es aber auch vor, dass Honig mit seiner geringen Pollendichte sogar hilft, Pollen-Allergien zu bessern.

Einkaufs- und Küchentipps

Es gibt sehr unterschiedliche Honigsorten auf dem Markt, die sich im Geschmack, der Konsistenz und Farbe teilweise stark unterscheiden. Hier hat jeder Honig-Liebhaber seine ganz eigenen Lieblingssorten. Neben dem Blütenhonig, der hauptsächlich aus dem Nektar der Obstblüte und Frühjahrs-Blühern stammt und dem Waldhonig, gibt es in Mitteleuropa zum Beispiel noch Rapshonig, Löwenzahnhonig, Akazienhonig, Tannenhonig, Lindenhonig, Kleehonig und Kastanienhonig. Aus exotischen Weltgegenden kommt zum Beispiel der Lavendelhonig, der Eukalyptushonig, der Thymianhonig, der Manukahonig und der Tasmanische Lederholzhonig. Honig aus Deutschland bietet die meiste Gewähr, ein reines Naturprodukt ohne jeden Zusatz zu sein. Wer seinen Honig bei anerkannten Imkern der Region kauft, geht hier auf Nummer Sicher. Bei Honigen aus anderen Ländern hat man manchmal aufgrund lokaler Bedingungen diese Garantie nicht. Honig aus Amerika kann außerdem Spuren von genveränderten Mais, Honig aus Asien, Australien oder Neuseeland winzige Mengen von Toxinen aus dort vorkommenden Giftpflanzen enthalten. Gelagert werden sollte Honig nicht im Kühlschrank, aber trotzdem kühl und dunkel. Bei Frost und bei zu großer Wärme gehen viele wertvolle Inhaltsstoffe kaputt. Ideal sind Lager-Temperaturen zwischen +10 und +18 Grad Celsius. Außerdem sollten die Honiggläser immer gut verschlossen sein, Feuchtigkeit und fremde Gerüche wirken sich ebenfalls negativ auf die Qualität des Produktes aus.

Zubereitungstipps

Die meisten Menschen lieben Honig als Brot-und Brötchenaufstrich. Er kann aber auch sehr gut statt Zucker zum Süßen von Tee, Joghurt, Müslis und Milch verwendet werden. Auch Salatsoßen und Dips erhalten mit Honig eine besonders pikante Note. Mit Honig kann man Kuchen backen, dem Braten eine schöne Kruste verleihen, Sauerkraut und Rotkraut raffiniert würzen und noch vieles andere. Ein guter Honig, ordnungsgemäß gelagert, hält sich mehrere Jahre lang. Wenn er während der Lagerung etwas kristallisiert, dann ist das nicht schlimm und kein Qualitätsverlust. Er lässt sich leicht wieder verflüssigen, wenn er für einige Zeit in ein Wasserbad mit etwa 40 Grad Celsius gestellt wird. Zur Dosierung sollte beachtet werden, dass Honig stärker als raffinierter Zucker süßt und 1 Tl Honig etwa 1,5 TL Zucker entspricht.

Häufige Fragen und Antworten

Können im Honig Bienenstacheln sein?

Nein, im Honig sind keine Stacheln. Er wird aus den Waben geschleudert und ort befinden sich weder Bienen noch Stacheln. Darüber hinaus verlieren die Bienen ihre Stachel nicht einfach so, sondern nur bei einem Angriff.

Gibt es auch Honig, der nicht von Bienen stammt?

Echter Honig stammt ausschließlich von den Bienen. Zwar produzieren auch Hummeln und die hierzulande sehr seltenen Honigwespen eine Art Honig für ihre Brut und lagern ihn in ihrem Bau in kleinen Fässchen. Allerdings ist die Menge viel zu gering, um ihn zu ernten.

Was ist Manukahonig, woher stammt er und ist er besser als andere Honigsorten?

Manukahonig stammt vom Nektar des australischen Teebaumes. Er wächst außer im Südosten Australiens auch in einigen entlegenen bergigen Regionen Neuseelands. Man kann ihn in Bioläden oder übers Internet erwerben und er ist sehr teuer. Die besondere Heilwirkung des Manukahonig bei Wunden soll darauf beruhen, dass er einen hohen Gehalt an Methylglyoxal aufweist, der anderen Honigsorten fehlt und der seinen antibakteriellen Wirkgrad erhöht. Allerdings liegen dafür zur Zeit noch keine wissenschaftlich sicheren Erkenntnisse dazu vor.

Unser Fazit

Seit mindestens 10.000 Jahren genießen die Menschen den Honig, der nicht nur köstlich schmeckt, sondern auch sehr wohltuend ist. Und sie werden ihn auch in weiteren 10.000 Jahren noch schätzen und lieben. Immer noch steckt der goldene Saft voller Geheimnisse und es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass sich in Zukunft noch weitere Anwendungsgebiete für das gesunde reine Naturprodukt erschließen.

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