Aloe Vera

Die älteste Heilpflanze der Welt

 

Heilpflanzen Aloe Vera

Geschnittene Aloe Vera Blätter und das gewonnen Gel der Pflanze
Shutterstock/Trum Ronnarong

Die Aloe Vera  wird bereits seit über 5000 Jahren ALS Heilpflanze genutzt. Mittlerweile sind zahlreiche ihrer positiven Eigenschaften auch wissenschaftlich nachgewiesen worden.

Die möglichen Anwendungsgebiete sind äußerst vielfältig und reichen von der Behandlung von Hautirritationen, über Abnehmkuren, bis hin zur Stärkung der Immunabwehr.

Da die Aloe nicht sehr Anspruchsvoll in der Pflege ist, besitzen sehr viele Menschen eine Zimmerpflanze, von der sie das Gel ganz einfach gewinnen können.

Es gibt jedoch auch zahlreiche fertige Produkte wie Säfte, Tees und Cremes, welche schnell und einfach genutzt werden können.

In folgendem Ratgeber informieren wir Sie ausführlich über das Gewächs. Hier erfahren Sie unter anderem die nachgewiesenen Heilwirkungen der Pflanze, wie sie angewandt wird und was zu beachten ist, wenn sie als Zimmerpflanze gehalten wird.

Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes zur Aloe Vera

Die Aloe Vera ist eine von den 500 bisher bekannten Aloe-Arten. Einige andere Arten der Aloe weisen ebenfalls Heilwirkungen vor, wieder andere besitzen keine für den Menschen positiven Eigenschaften. Die Aloe Vera ist jedoch die Wirkungsvollste ihrer Art. Sie gilt als eine der ältesten Heilpflanzen weltweit und gehört mittlerweile außerdem zu der am meisten bekannten.

Obwohl die Aloe Vera Kaktusähnliche Merkmale aufweist, zählt sie zu den Zwiebelgewächsen. Aus diesem Grund wird das Heilkraut auch als Wüstenlilie bezeichnet. Im Gegensatz zu anderen Zwiebeln kann die Aloe aber mehrere Monate lang ohne Wasser auskommen. Das verdankt sie ihrer Beschaffenheit, denn ihre Blätter können sehr viel Wasser speichern.

Die Aloe lagert den Wasservorrat in Form des bekannten Gels ab. Dieses hilft der Pflanze einerseits in Dürreperioden zu überleben, andererseits nutzt die Pflanze es auch zur Selbstheilung. Mithilfe dieser gelartigen Struktur ist es der Aloe nämlich möglich, Wunden wie Einschnitte schrumpfen zu lassen, und sie somit zu verschließen.

Ursprung und Kultivierung

Es wird angenommen, dass die Aloe ursprünglich von der Arabischen Insel stammt und später in allen tropischen und subtropischen Regionen auf der Welt kultiviert wurde.  Mittlerweile wurde sie aber in zahlreichen Ländern eingebürgert. So findet sich das Gewächs zum Beispiel im Mittelmeerraum, auf den kanarischen und westindischen Inseln, in Indien und in Mexiko.

Obwohl die Aloe Vera ein warmes Klima mag, kann sie auch in nördlichen Ländern problemlos als Zimmerpflanze gehalten werden. Im Sommer kann sie sogar draußen gehalten werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie weiter unten im Text. Es heißt, dass Christopher Columbus stets eine Aloe mit an Bord seines Schiffes nahm und Mahatma Gandi bei seinen Fastenkuren immer Aloe Vera Saft trank.

Die erste, uns bekannte, wissenschaftliche Beschreibung wurde von Carl von Linné im Jahr 1753 vorgenommen. Linné bezeichnete das Gewächs als Aloe perfoliata var. Vera. Im Jahr 1768 erhob Laurens Burman die Varietät. Im selben wurde der Name Aloe barbadensis von Phillip Miller vorgeschlagen, der auf die Namensgebung von Caspar Bauhin verwies. Dieser hatte die Aloe schon im Jahr 1620 Aloe vulgaris genannt.

Steckbrief der Heilpflanze

 

Deutscher Pflanzenname:

 

Echte Aloe
Lateinischer Pflanzenname: Aloe Vera, Aloe barbadensis Mill

 

Synonyme des Heilkrauts: Wüstenlilie, Liliengewächs

 

Ordnung: Asparagales (Spargelartige)

 

Familie: Xanthorrhoeaceae (Grasbaumgewächse)

 

Gattung: Aloen

 

Art: Echte Aloe

 

Wissenschaftlicher Name: Aloe vera

 

 

Verwendung, Nutzen und Wirkung von Aloe Vera

 

Die Aloe Vera kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden. Sie wird hauptsächlich für Irritationen und entzündliche Erkrankungen der Haut, Sonnenbrand und generell Verbrennungen, Verstopfungen und in der Kosmetikindustrie eingesetzt.

Das Trinken des Safts soll außerdem die Immunabwehr stärken und somit insgesamt zur Gesundheit beitragen. Generell wird der Aloe Vera eine Heilung zahlreicher Erkrankungen zugesprochen, allerdings sind viele davon nicht wissenschaftlich erwiesen. Die innerliche Einnahme ist mit Sicherheit dennoch sehr gut für den Menschen, da die Pflanze zahlreiche wichtige Inhaltsstoffe besitzt.

Wissenschaftlichen Studien zufolge sollen gewissen Inhaltsstoffe der Aloe außerdem die Zellteilung anregen und somit zu einer deutlichen Beschleunigung der Regenerierung des Gewebes führen. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb das Gel bei Verletzungen und Irritationen der Haut hilft.

Des Weiteren besitzt die Aloe antibakteriell wirkende und entzündungshemmende Eigenschaften. Daher gilt sie schon lange als Pflanze für die Erste-Hilfe und gehört mittlerweile zum Standard in zahlreichen Haushalten.

 

Heilwirkung der Pflanze:

Die Aloe Vera kann in zahlreichen Situationen eingesetzt werden und dabei eine Linderung verschaffen. Da sie antibakteriell und entzündungshemmend wirkt, hilft sie zum Beispiel bei der Wundheilung. Diese Eigenschaft ist womöglich auch auf Förderung der Zellteilung zurückzuführen. Viele Menschen setzen Aloe Vera auch als Ergänzungstherapie bei Gelenkschmerzen ein.

 

Heilpflanzen Aloe Vera

Eine Aloe Vera Pflanze
Shutterstpock/ Nenov Brothers Images

Des Weiteren bringt das Gewächs sehr viele Vorteile für die Haut mit sich. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es in vielen Cremes und anderen Kosmetikprodukten verwendet wird. Die Aloe Vera zeigt aber auch bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis eine deutlich heilende Wirkung. Außerdem lindert sie den Juckreiz nach einem Insektenstich.

 

Das Gewächs hilft aber auch bei den unterschiedlichsten Verbrennungen. Es kann beispielsweise bei einem Sonnenbrand aber auch bei eine Brandverletzung durch Radioaktivitäts- oder Röntgenstrahlen und Verätzungen durch Laugen oder Säuren eingesetzt werden.

 

Darüber hinaus bringt das Gewächs den Magen wieder in Schwung, wenn man unter Verstopfungen leidet. Hierbei ist jedoch die Dosierung genau einzuhalten, denn die Aloe wirkt in zu hohen Mengen abführend.

 

Da die Aloe Vera hunderte lebenswichtige Nährstoffe beinhaltet, fördert sie auch generell die Gesundheit. Experten Gehen davon aus, dass die zahlreichen positiven Eigenschafften vor allem auf die perfekt abgestimmte Kombination der Inhaltsstoffe ruhen.

 

Die Inhaltsstoffe der Aloe Vera

 

Der wohl wichtigste Grund für die vielen Heilwirkungen der Aloe Vera sind, wie bereits erwähnt, die hunderten lebenswichtigen Inhaltsstoffe der Pflanze. Im Blattinneren sind bereits 160 wichtige Stoffe nachgewiesen worden, mehrere Experten vermuten aber, dass sie bis zu 400 essenzielle Inhaltsstoffe besitzt.

Die heilende Wirkung ruht laut der Forscher nicht auf einen einzelnen Inhaltsstoff, sondern auf der Kombination der vielen unterschiedlichen Stoffe. Das ist auch das besondere an der Pflanze, sie vereint die kostbaren Stoffe in einer optimalen Abstimmung.

Poly- und Monosaccharide

 

In der Aloe Vera wurden unter anderem, folgende Saccharide gefunden:

  • Acemannan
  • Arabinose
  • Aldopentose,
  • Cellulose
  • Galacturonsäure
  • Galaktose
  • Glukose
  • Glyukoronsäure
  • Hexuronsäure
  • Manose
  • Rhamnose
  • Xylose
  • Zellulose

Diese Stoffe sind mitverantwortlich für die antibakterielle, entzündungshemmende und immunstärkende Wirkung der Heilpflanze. Sie können zahlreiche Substanzen wie Gallensäure oder Cholesterin binden und fördern die Verdauung.

Vor allem die Polysaccharide, also die langkettigen Kohlenhydrate, haben einen sehr positiven Effekt. Sie durchdringen die Darmwand, ohne sich zu spalten, und gelangen ins Blut, wo sie immunstimulierend wirken. Andere Polysaccharide verhindern ein Durchdringen ungewollter Stoffe in die Blutbahn, indem sie sich an der Darmwand festsetzen.

Der wohl wichtigste Stoff dieser Gruppe ist Acemannan, der von erwachsenen Menschen nicht mehr hergestellt werden kann. Diese Substanz verstärkt die Aufnahmefähigkeit des Verdauungstrakts für sämtliche Vitalstoffe, stärkt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmen.

 

Aminosäuren

 

Die Aloe Vera beinhaltet mindestens sieben der für den menschlichen Körper essenziellen Aminosäuren. Essenziell bedeutet, dass der Organismus diese zum Leben benötigt aber auch nicht selber herstellen kann – sie müssen also extern zugeführt werden. Hinzu kommen viele weitere nichtessenzielle Aminosäuren, die den Körper unterstützen.

 

Enzyme

 

Im Aloe Vera Gel sind viele Enzyme zu finden, die bei der Verdauung und der Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen aus der Nahrung helfen. Viele Experten vermuten zudem, dass einige der in der Aloe vorkommenden Enzyme auch freie Radikale (schädliche Molekül-Teile) im Körper zerstören können.

In der Aloe Vera sind unter anderem, folgende Enzyme zu finden:

  • Amylase
  • Phosphatase
  • Bradykinase
  • Catalase
  • Carboxypeptidase
  • Cellulase
  • Peroxidase
  • Lipase

 

Spurenelemente und Mineralstoffe

 

Spurenelemente und Mineralstoffe sind bekanntlich essenziell für die Gesundheit. Sie werden im Organismus für eine Vielzahl an Funktionen benötigt. Ist das Verhältnis der Spurenelemente unausgeglichen kann das zum Beispiel zu einem Herzinfarkt oder Krebs führen.

Aloe Vera beinhaltet unter anderem, folgende Spurenelemente und Mineralstoffe:

Eisen

wird unter anderem für das Immunstem, die Bildung von Blut und eine Stärkung des allgemeinen Befindens benötigt.

Calcium ist bekanntermaßen für Zähne und Knochen unentbehrlich, es ist aber auch für die Gerinnung des Blutes und die Leitung von Reizen in Nerven und Muskeln wichtig.

Mangan wird für Knochen, Sehnen, Bindegewebe, Knorpel und die Blutbildung benötigt. Es unterstützt den Körper außerdem bei diversen Entgiftungsvorgängen.

Magnesium ist unter anderem am Energiestoffwechsel beteiligt und ein wichtiger Bestandteil vieler Enzyme. Der Stoff verhindert außerdem eine Calcium-Ablagerung in den Blutgefäßen und schützt somit vor Blutgefäß- und Herzerkrankungen.

Selen ist unter anderem wichtig für die Immunabwehr. Es unterstützt die Zellen außerdem dabei, freie Radikale zu zerstören.

Zink hat freien Radikalen gegenüber eine schützende Funktion und stärkt zudem das Immunsystem. Außerdem fördert es die Heilung von Wunden und wirkt entzündungshemmend.

 

Vitamine

 

Im Vergleich zu vielen Gemüse– und Obstsorten sind in der Aloe Vera nur prozentual wenige Vitamine enthalten. Zusammen mit den anderen Inhaltsstoffen der Pflanze bewirken diese jedoch eine Synergie, das heißt, sie fördern sich gegenseitig.

Die Aloe Vera enthält folgende Vitamine:

 

Sekundärpflanzenstoffe

 

Die sekundären Pflanzenstoffe kommen im Allgemeinen in nur sehr geringen Mengen in diversen Pflanzen vor. Viele davon haben sehr positive pharmakologische Eigenschaften. Sie können unter anderem antibakteriell und entzündungshemmend wirken, als Träger für weitere Stoffe fungieren, den Cholesterinspiegel senken oder die Verdauung anregen.

In der Aloe Vera sind unter anderem, folgende Sekundärpflanzstoffe zu finden:

  • Saponine
  • Anthracenderivate
  • Ätherische Öle
  • Lignine
  • Salicylsäure
  • Sterole
  • Tannine

Das Aloe Vera Gel besteht zu ca. 3 % aus Saponinen. Die Substanz hat eine antiseptische und reinigende Wirkung. Sie ist sehr wichtig für die Bekämpfung von Viren, Bakterien, Hefen und Pilzen.

Anthracenderivate sind vor allem in der Schale von den Aloe-Blättern zu finden und wirken abführend. In hohen Dosen ist dieser Stoff giftig, allerdings sind nur sehr geringe Mengen davon in der Aloe zu finden. So besitzen sie eine antivirale, fungizide und antibakterielle Wirkung. Der wichtigste Wirkstoff der Pflanze ist das Anthracenderivat Aloin.

 

Der Wirkstoff Aloin

 

Aloin ist das bräunlich bis gelbliche Blattharz, dass bei der Aloe Vera in der Blattrinde und im Blattgrün vorkommt. Allerdings ist es auch in 20 weiteren Aloe-Arten sowie in der Rhamnus purshiana (amerikanische Faulbaumrinde) zu finden. Je nach Aloe-Art, Saisonbedingungen und Herkunft schwankt der Gehalt der Pflanze zwischen 5 und 40 Prozent.

Das Aloin ist veranwortlich für die abführende Wirkung der Pflanze. Der Stoff wird deshalb auch isoliert für eine medizinische Behandlung bei Verstopfungen eingesetzt.

 

Die Heilwirkungen von Aloe Vera im Überblick:

 

Aloe Vera hilft gegen:

 

  • Hautirritationen
  • Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis)
  • Verstopfungen
  • Diversen Verbrennungen (z. B. Sonnenbrand, Verätzungen und Brandverletzungen)
  • Schmerzen und Entzündungen (z. B. Wunden oder Gelenkschmerzen)

 

Aloe Vera fördert und stärkt:

 

  • Fördert eine deutlich schnellere Geweberegeneration (Zellteilung)
  • Stärkung des Immunsystems

 

 

 

 

Hilft die  Aloe Vera beim Abnehmen?

 

Generell ist es nur über ein Kaloriendefizit möglich, erfolgreich abzunehmen. Die Aloe Vera kann aber trotzdem bei einer Diät hilfreich sein.

Die Heilpflanze weist nämlich eine große Vielfalt an Nährstoffen auf, weshalb sie Mangelerscheinungen – welche bei Diäten sehr oft vorkommen – entgegenwirken kann. Dadurch fördert sie auch das Sättigungsgefühl, denn der Körper reagiert auf fehlende Nährstoffe mit Hunger. Daher kann es bei einer Diät sinnvoll sein, Aloe-Vera-Saft zu trinken.

Das Aloe-Vera-Getränk sollte keine Konservierungsstoffe beinhalten, da diese die bioenergetische Verfügbarkeit enorm reduzieren und die Nährstoffe somit schlechter vom Körper verwertet werden können.

Stattdessen sollten biologische Direktsäfte der Pflanze genutzt werden. Nur so kann eine ideale Wirkung gewehrleistet werden.

Der Aloe Vera werden darüber hinaus noch folgende Eigenschaften zugeschrieben, die bei einer Diät helfen sollen:

  • Entschlackung
  • Verbesserung des Fettstoffwechsels
  • Stimulierung der Darmfunktion

Bis auf die Stimulation des Darms sind diese Eigenschaften jedoch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Die abführende Wirkung der Pflanze sollte außerdem nur bei Verstopfungen genutzt werden.

Anwendung von Aloe Vera

 

 

Die Anwendung von Aloe Vera unterscheidet sich je nach dem, wofür sie eingesetzt werden soll. Dabei wird grundsätzlich zwischen der äußerlichen und der innerlichen Anwendung unterschieden. Bei Hautproblemen oder Wunden wird das Aloe-Gel äußerlich genutzt, bei Verstopfungen oder einem geschwächten Immunsystem hingegen innerlich. Außerdem kann ein frisches Aloe-Blatt oder ein fertiges Produkt verwendet werden.

 

Ein Frisches Aloe-Blatt verwenden

Was ist beim Abtrennen eines Aloe-Vera-Blattes zu beachten?

Um frische Blätter der eigenen Aloe-Vera-Zimmerpflanze zu nutzen, sollten einige Dinge beachtet werden. Wichtig ist zunächst das Alter der Pflanze.

Heilpflanzen Aloe Vera

Aloe-Vera Extrakt herstellen
Shutterstock/NADKI

Die Aloe entwickelt nämlich erst ab dem dritten bis vierten Lebensjahr ihre wertvollen Eigenschaften. Ist die Pflanze reif, kann das ganze Jahr über geerntet werden.

Dafür sollten stets die ältesten, also dir äußeren, Blätter vorsichtig mit einem scharfen und sauberen Messer abgetrennt werden.

Der Schnitt sollte so dicht wie möglich am Stamm erfolgen, da die Pflanze ansonsten viel Flüssigkeit verlieren könnte.

Anschließend wird das Blatt abgewaschen und ca. ein bis zwei Stunden lang in aufrechter Position in ein Glas gestellt.

So fließt das bittere und gelbliche Harz Aloin ab. Nun kann so viel Gel wie benötigt wird von der Schale gelöst werden. Für die äußerliche Anwendung kann das Gel auch direkt genutzt werden.

Das Aloe-Blatt richtig aufbewahren

Wenn etwas übrig bleibt, ist das kein Problem: die Pflanze zieht sich an der Schnittstelle zusammen und heilt sich dadurch sozusagen selbst. Allerdings sollte sie dafür mit etwas Küchenkrepp umwickelt werden, damit sie nicht zu viel Flüssigkeit verliert und austrocknet.

Die Schnittstelle sollte aber keineswegs luftdicht abgeschlossen werden, da es ansonsten nicht atmen kann.

Das Blatt sollte trocken und kühl gelagert werden, jedoch weder in der Sonne noch im Kühlschrank. Wird das Blatt richtig aufbewahrt, hält es sich ab dem Zeitpunkt des Abschnitts sechs Wochen lang.

Möchte man das Blatt wieder verwenden, sollte man ein ca. 1 Millimeter breites StüCK abschneiden, da sich an der Schnittstelle womöglich Bakterien angesammelt haben. Das  Blattinnere ist aber steril und kann daher problemlos verwendet werden.

 

Innerliche Anwendung

 

Für die innerliche Anwendung von Aloe Vera werden stets kleine Mengen des Gels getrunken. Hierfür kann entweder ein fertiger Saft gekauft, oder einer selbst hergestellt werden. Die Aloe kann zwar auch roh verzehrt werden, allerdings ist ihr Geschmack etwas bitter und gewöhnungsbedürftig.

 

Heilpflanzen Aloe Vera

Ein Aloe Vera Getränk kann sehr einfach aus einem frischen Blatt hergestellt werden
Shutterstock/showcake

Daher bietet es sich an, das Heilmittel mit Lebensmitteln wie zum Beispiel gesüßtem Joghurt zu vermischen. Wer möchte, kann jedoch auch ein Aloe Blatt nehmen, dieses seitlich aufschneiden und dann das Fruchtfleisch bzw. Gel aus der Schale essen.

 

Wer lieber einen fertigen Aloe-Saft trinken will, sollte auf die weiteren Inhaltsstoffe des Produkts achten.
Einige Hersteller mischen den Saft der Pflanze mit vielen preiswerten Zutaten, um ihre Ausgaben zu minimieren.

Um den Geschmack zu verbessern kann es natürlich sinnvoll sein, noch weitere Zutaten mitbeizumischen, allerdings sollte der Aloe-Gehalt dem Preis des Saftes entsprechen.

 

Aloe Vera wird außerdem in Form von Pulver oder Trockenextrakt angeboten. Das Extrakt ist dabei entweder wässrig-alkoholisch oder nur wässrig. Fertige Aloe-Vera-Säfte können auch weitere Stoffe beinhalten, weshalb die Dosierung hierbei stets nach Packungsbeilage erfolgen sollte.

 

Wie ist der Geschmack von Aloe Vera?

 

Frische Aloe Vera schmeckt sehr bitter und streng. Dies ist aber vor allem auf das enthaltene Aloin zurückzuführen. Lässt man das Blatt vorher „ausbluten“ und nutzt nur das reine Gel, ist der Geschmack erträglicher.

Dennoch ist es ratsam, etwas Saft, Joghurt oder Zucker beizumischen, um den Geschmack zu verbessern. Heiße Getränke sind als Zusatzzutat nicht ratsam, da diese viele Inhaltsstoffe der Heilpflanze zerstören.

 

 

Aloe Saft selber herstellen:

 

Das am weitesten verbreitete Aloe-Vera-Rezept stammt von Franziskaner-Pater Romano Zago. Es ist leicht herzustellen und daher auch äußerst beliebt.

 

Zutaten:

 

  • 1 frisch geerntetes Aloe-Vera-Blatt (etwa 300 Gramm)
  • ½ Kilo Bienenhonig
  • 3 bis 4 EL Zuckerrohrschnaps (für die Konservierung)

 Zubereitung:

Alle drei Zutaten in einen Mixer geben und zerkleinern und anschließend in ein Glas abfüllen. Der Saft hält sich im Kühlschrank mehrere Tage lang. Jeden Tag 2 bis 3 EL vor dem Essen einnehmen.
Anmerkung:

In den meisten Fällen ist dazu zu raten, nur das Gel des Blattes zu verwenden und das Blatt vor der Nutzung „ausbluten“ zu lassen (siehe Kapitel zur Abtrennung des Blattes). Anderenfalls gelangt Aloin in das Getränk, der Stoff der Aloe, der für die abführende Wirkung verantwortlich ist und außerdem sehr bitter schmeckt. Bei gewissen Therapien ist es jedoch sinnvoll auch die Schale der Pflanze zu verarbeiten.

 

 

Innerliche Anwendung – Dosierung und Hinweise

 

 

Der Inhaltsstoff der Aloe Aloin wirkt ab etwa 20 bis 30 mg am Tag abführend.

 

Fertige Aloe-Vera-Säfte können weitere Stoffe beinhalten, weshalb die Dosierung hierbei stets nach Packungsbeilage erfolgen sollte.

 

Generell sollte die innerliche Anwendung nicht über zwei Wochen lang erfolgen, da es bei einer Daueranwendung zu einer Verstärkung der Darmträgheit kommt. Eine leichte Verfärbung des Urins während der Einnahme ist normal. Weitere Informationen zu Risiken, Nebenwirkungen und Kontraindikationen finden Sie weiter unten im Text.

 

 

 

 

Äußerliche Anwendung

 

Wer seine Haut mit einem frischen Aloe-Vera-Blatt behandeln möchte, kann ganz einfach das Gel des Blattes auf die gewünschte Stelle auftragen und einziehen lassen.  So groß wie die Auswahl an fertigen Aloe-Vera-Produkten für die äußerliche Anwendung ist, so unterschiedlich sind auch deren Anwendungen. Daher ist bei fertigen Cremes, Zahnpasten oder weiteren Artikeln stets die Packungsbeilage zu beachten.

Aloe Vera Gesichtsmaske selbst herstellen

 

Wer möchte, kann sich schnell und einfach eine eigene Gesichtsmaske mit einem frischen Aloe-Vera-Blatt herstellen.

Zutaten:

  • 1 frisches Aloe-Vera-Blatt
  • 1 Teelöffel Honig
  • 1 Teelöffel Speisequark

Zubereitung:

Das Blatt schälen und anschließend durch ein feines Sieb pressen. Nun das ausgepresste Gel gut mit dem Speisequark und dem Honig vermischen und schon ist die Maske fertig.

Die Maske sollte dick auf die Gesichtshaut aufgetragen werden und 10 Minuten lang einwirken. Abschließend kann sie zunächst mit einem Kosmetiktuch grob entfernt und danach mit etwas lauwarmem Wasser abgespült werden.

 

Äußerliche Anwendung – Dosierung und Hinweise

 

Die äußerliche Anwendung vom Aloe-Gel führt zu keinen Risiken oder Nebenwirkungen. Daher kann es problemlos verwendet werden. Es reicht in der Regel, die betroffene Stelle leicht mit dem Gel einzustreichen.

Bei fertigen Produkten sollten die Packungshinweise eingehalten werden. Hierbei ist auch auf eine möglichst hohe Konzentration von Aloe zu achten. Nur so kann die höchstmögliche Wirkung garantiert werden.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen von Aloe Vera

 

  • Eine zu hohe Dosis der frischen Aloe wirkt abführend und kann zu einer Dehydration führen
  • Eine Daueranwendung verstärkt die Darmträgheit
  • Harmlose Verfärbung des Urins, die auf eine vorrübergehende Veränderung des pH-Werts zurückzuführen ist

Die Aloe Vera bringt sowohl äußerlich als auch innerlich angewandt kaum Risiken und Nebenwirkungen mit sich.

Bei der innerlichen Einnahme besteht das Risiko einer zu hohen Dosierung, welche abführend wirkt und daher starken Durchfall (Diarrhö) und die damit verbundenen Folgerisiken, wie Kaliumverlust oder Probleme mit dem Elektrolyt- und Wasserhaushalt, mit sich bringt.

Bei der äußerlichen Verwendung gibt es keinerlei Nebenwirkungen.

Fertige Aloe-Produkte beinhalten jedoch oft weitere Inhaltsstoffe, die womöglich zu Nebenwirkungen führen können. So reagiert beispielsweise jemand eventuell allergisch auf eine weitere Substanz des Artikels.

Aloe Vera sollte außerdem nicht länger als ein bis zwei Wochen lang eingenommen werden. Die abführende Wirkung reizt die Darmschleimhaut und verstärkt dadurch die Darmträgheit.

 

Kontraindikationen und Wechselwirkungen bei der Einnahme von Aloe Vera

 

  • Überempfindlichkeit gegenüber des Wirkstoffs bzw. Liliaceen
  • Blinddarm­entzündung
  • Darm­verschluss
  • entzündliche Darm­erkrankungen (z. B. Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn)
  • abdominalen Schmerzen
  • starker Dehydration
  • Kinder unter 12 Jahren
  • wahrscheinlich Schwangerschaft und Stillzeit

 

Bisher liegen zwar noch keine Berichte vor, die belegen, dass Aloe Vera eine schädigende oder unerwünschte Wirkung auf ein ungeborenes Kind. Allerdings wird vermutet, dass Aloe genotoxische Eigenschaften vorweist. Daher ist davon abzuraten, während einer Schwangerschaft Aloe innerlich einzunehmen.

 

Es ist auch nicht auszuschließen, dass diese während des Stillens an das Baby übertragen werden, weshalb auch während der Stillzeit darauf verzichtet werden sollte. Auch unter 12-jährige Kinder sollten Aloe Vera lieber nicht innerlich einnehmen.

 

Des Weiteren ist von einer langen Einnahme abzuraten. Diese kann vor allem zu einem Mangel an Kalium führen. Eine gleichzeitige Einnahme von Nebenrindensteroiden, Süßholz­wurzel oder Thiaziddiuretika verstärkt den Kaliumverlust weiter.

 

Außerdem sollten Menschen mit Vorerkrankungen und Allergien bei der innerlichen Verwendung besonders vorsichtig sein. Die abführende Wirkung kann nämlich einerseits Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen, andererseits Elektrolytverluste verursachen.

 

Verwendung von Aloe Vera als Tee, Gewürz, in Kapselform, Tabletten oder als Getränk

 

Bei den vielen positiven Eigenschaften der Aloe Vera, ist es kein Wunder, dass zahlreiche Produkte der Pflanze zu finden sind. Ob als Nahrungsergänzungsmittel, Sonnenschutzmilch, Kosmetikprodukt oder Tee, die Auswahl ist immens.

 

In der Regel hat Aloe die beste Wirkung wenn es ganz frisch verwendet wird. Daher kann es sich lohnen, sie als Zimmerpflanze zu halten. Allerdings kann sie frischt nicht ganz so lang aufbewahrt werden.

 

Kosmetikfirmen nutzen einige Tricks, um das Verfallsdatum zu verlängern. Je nach Methode, können dabei aber wichtige Bestandteile der Aloe zerstört werden. Es gibt außerdem zahlreiche unseriöse Hersteller, die ihre Produkte mit diversen weiteren Inhaltstoffen strecken.

 

Nachfolgend finden Sie Informationen zu den diversen Produkten sowie dazu, worauf beim Kauf zu achten ist.

 

Worauf ist beim Kauf von Aloe-Vera-Produkten zu achten?

 

Es gibt leider viele Hersteller, die zwar mit den zahlreichen positiven Eigenschaften der Aloe Vera werben, deren Produkte jedoch nur einen minimalen Anteil der Pflanze besitzen. Daher ist beim Kauf von Aloe-Vera-Produkten immer Vorsicht angebracht.

 

Oft werden der Pflanze in der Werbung auch Heilwirkungen zugesprochen, die wissenschaftlich nicht nachgewiesen sind. Experten halten vor allem Lebensmittel, die verarbeitete Aloe Vera enthalten und mit sehr vielen für die Gesundheit positiven Eigenschaften werben, für reine Geldmacherei. Wird die Aloe Vera bei einem Produkt als Wundermittel angepriesen, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um einen unseriösen Hersteller handelt.

Die Aloe Vera kann weder innerliche Krankheiten heilen noch einen ungesunden Lebensstil wieder gut machen. Sie kann lediglich unterstützend wirken und bei Hautproblemen helfen.

 

Heilpflanzen Aloe Vera

Zahlreiche Kosmetikhersteller nutzen mittlerweile Aloe Vera in ihren Produkten
Shutterstock/ HstrongART

In sehr vielen Fällen kann das Produkt die versprochene Wirkung schon deshalb nicht erfüllen, da sie die Aloe nur stark verarbeitet und in geringen Mengen beinhalten. Während der Verarbeitung gehen jedoch schon zahlreiche Inhaltsstoffe verloren.

Einige Hersteller reichern dann das Produkt mit zusätzlichen Vitalstoffen an, die jedoch nichts mit der Aloe Vera zu tun haben.

Aber auch bei Produkten für die äußerliche Anwendung sollte stets auf den Aloe-Anteil geachtet werden. So ist etwa die Wirkung von einem frischen Blatt viel effektiver, als die eines Produkts, das nur einen minimalen Anteil besitzt.

 

Wer beispielsweise ein Hautproblem bekämpfen möchte, kann dafür auf nur ein einziges Aloe-Vera-Produkt setzen. Es ist also sinnvoller, eine hochwertige Creme zu kaufen anstatt mehrere minderwertige Pflegeprodukte wie Duschgels, Peelings oder Shampoos.

 

Ein weiteres, großes Problem ist, dass das Wasser bei den Produkten nicht angegeben werden muss. Allerdings muss der prozentuale Anteil der Aloe Vera auf der Verpackung vermerkt sein. Es empfiehlt sich, nur Produkte mit einem Aloe-Vera-Anteil von mindestens 99% zu erwerben.

 

Aloe Vera Saft

 

Der Aloe Vera Saft besteht in der Regel aus dem Saft der Pflanze, einem Säuerungsmittel und Konservierungsstoffen. Einige Produkte beinhalten aber auch noch weitere Zutaten, die den Geschmack verbessern sollen.

Der Aloe Vera Saft soll zur Gesundheit beitragen, indem er dem Organismus wichtige Vitalstoffe liefert und den Darm säubert. Durch die abführende Wirkung des Produkts sollen also Gift- und Schadstoffe aus dem Darm geschwemmt werden. Das soll wiederum die Aufnahme wichtiger Nährstoffe verbessern.

Von dem Aloe Vera Saft, der zu über 99% aus dem frischen Saft der Pflanze besteht, sollten dreimal täglich zwei Esslöffel (20 ml) vor dem Essen eingenommen werden.

 

Wo kann ich Aloe Vera kaufen?

 

  • Drogeriemarkt
  • Bioladen
  • Apotheke
  • Supermarkt
  • Onlineshops

 

Aloe Vera Produkte können mittlerweile in den meisten Drogeriemärkten, in Bioläden, Apotheken und sogar in vielen Supermärkten gekauft werden. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Aloe-Produkte online zu erwerben.

 

 

Vorteile von Bio-Produkten

 

 

Es ist bei Aloe-Vera-Produkten generell sinnvoll, auf Bio-Produkte zu setzen. So kann nämlich gewährleistet werden, dass der Artikel keine genetisch hergestellten Inhaltsstoffe besitzt. Bei Bio-Produkten findet auch keine Bestrahlung statt, mit der Hygienemängel vertuscht werden sollen.

 

Es kann ist auch ratsam, Produkte mit dem sogenannten „International Aloe Science Council“ (IASC) Güte-Siegel zu bevorzugen. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss, der 1981 in den USA gegründet wurde, um Aloe-Vera-Produkte zu überprüfen und zu überwachen. Produkte mit dem IASC-Siegel wurden auf Reinheit und Aloe-Gehalt geprüft.

 

 

Vorkommen und Anbau von Aloe Vera

 

Die Aloe Vera wächst heutzutage in zahlreichen Regionen wild. Dazu gehören:

 

  • Mittelmeer
  • Ost- und Südafrika (vor allem in Uganda)
  • Türkei
  • Israel
  • Auf den Kanarischen Inseln
  • Auf den Karibischen Inseln
  • Kapverden
  • Madeira
  • In den kaukasischen und arabischen Ländern
  • Mittel- und Südamerika
  • In den südlichen USA-Regionen
  • Tahiti
  • Indien
  • Auf den kleinen Antillen
  • Sri Lanka
  • Australien
  • Südchina

 

Die meisten dieser Länder bauen die Aloe auch gezielt für den Export auf Plantagen an. Dabei ist es jedoch wichtig anzumerken, dass die Qualität der Pflanze je nach Sonneneinwirkung und Bodenbeschaffenheit schwankt. Generell kann gesagt werden, dass Aloe Vera lieber aus einer Mischkultur stammen sollte und nicht aus einer Monokultur.

 

Heilpflanzen Aloe Vera

Ein Aloe Vera Feld in Fuerteventura, Kanarische Inseln
Shutterstock/ anyaivanova

Anderenfalls kann es nämlich zu einem Schädlingsbefall kommen, der nur mit künstlichen Düngungsmitteln bekämpft werden kann. Werden chemische Mittel eingesetzt, steigt wiederum das Risiko für Allergien, Leberschädigung und giftigen Ablagerungen unseres Gewebes.

 

Die Aloe Vera ist eine schnellwachsende Pflanze. Mit etwa drei bis fünf Jahren ist sie ausgewachsen. Ab dann enthält sie auch alle wertvollen Stoffe. Die Heilpflanze kann etwa 10 bis 15 Jahre ALT werden. Es kann das ganze Jahr über geerntet werden, allerdings nur bis zu drei Mal im Jahr.

 

Hierbei wird niemals die ganze Pflanze geerntet. Stattdessen werden drei bis maximal sieben der untersten Blätter dicht am Stamm abgetrennt.

Mehr als die Hälfte der Blätter sollten am Stamm bleiben. Pro Kilogramm Aloe-Vera-Gel bzw. pro Liter Aloe-Vera-Saft werden in etwa sieben bis neun Blätter benötigt. Ein ausgereiftes Blatt ist ca. 5 cm dick, 50 cm lang und 0,5 kg schwer. Es sollte außerdem weder durch zu hohe Hitze noch durch Frost beschädigt worden sein.

 

 

Die vegetativen Merkmale der Aloe Vera

 

Die Aloe Vera wächst in sehr dichten Gruppen und besitzt entweder nur kurze oder gar keine Stämme. Die Pflanze ist sprossend, das heißt, nach der Abtrennung lebt jeder Teil der Pflanze eigenständig weiter. Das ist auch eine Möglichkeit der Vermehrung.

 

Die Blätter der Aloe Vera

 

Die Pflanze besitzt ca. 16 Laubblätter, die dich am Stamm wachsen. Die Blätter sind ca. 6 bis 7 cm breit und 40 bis 50 cm lang. Sie haben eine grüngrauliche Farbe, werden manchmal aber auch rötlich.  Die Oberfläche des Blatts ist glatt und an den Seiten mit ca. 2 mm langen Zähnen bestückt.

 

Die Blüten und Blütenstände

Die Aloe Vera blüht im Frühling, sobald sie Geschlechtsreif ist, also ca. ab dem dritten Lebensjahr. Die Blüten wachsen dabei schnell und aufrecht stehend. Die kerzengeraden und hohen Blütenstände können dabei Geld, Orange oder Rot sein.

 

 

Aloe Vera selbst anbauen

 

Wer eine Aloe Vera als Zimmerpflanze hält, kann direkt von ihren positiven Eigenschaften profitieren und sich über die Reinheit des Gels sicher sein. Und das Beste dabei ist: Die Aloe Vera ist äußerst anspruchslos. Allerdings sind trotzdem einige Dinge zu beachten. Für die Aloe Vera sind vor allem folgende Bedingungen wichtig:

  • Warme und stabile Temperaturen
  • Sehr durchlässiger Boden (z. B. eine Mischung aus Erde, Kies und Sand)
  • Sehr seltenes Gießen und niedrige Luftfeuchtigkeit

Standort, Temperatur und Licht

 

Die Aloe Vera bevorzugt ein subtropisches oder tropisches Klima. Daher benötigt sie viel Sonne und Wärme. Allerdings sollte sie nur langsam an die direkte Sonnenstrahlung gewöhnt werden.

Gerade junge Pflanzen vertragen eine direkte Sonneneinstrahlung nur bedingt. Daher sollten sie lieber einen Standort im Halbschatten bekommen. Vor allem die Mittagssonne stellt ein Problem dar, die Morgen- und Abendsonne werden in der Regel gut vertragen.

Die Aloe Vera verträgt keine niedrigen Temperaturen und sollte im Winter unbedingt im Haus gehalten werden. Bei Temperaturen unter +4° Celsius stirbt das Gewächs ab. Jeglicher Forst zerstört außerdem wichtige Inhaltsstoffe der Aloe.  Sie sollte am besten ins warme gebracht werden, sobald die Temperaturen unter 10 ° Celsius sinken.

Im Sommer kann und sollte die Heilpflanze aber möglichst ins Freie gebracht werden. Sie sollte dabei aber einen Platz bekommen, der vor Wind und Regen schützt. Die Aloe wächst meistens etwas schief, weshalb der Topf bei Wind leicht umfallen kann.

Darüber verträgt die Pflanze keine hohe Luftfeuchtigkeit. Aus diesem Grund stellen etwa die Küche oder das Bad keinen guten Standpunkt für die Aloe dar.

 

Das Gefäß und das Substrat

 

Die Aloe Vera benötigt eine recht trockene Erde. Daher ist es auch wichtig, dass das Substrat sehr durchlässig ist und nach Möglichkeit auch kalkhaltig ist. Für die Aloe Vera eignen sich daher diverse Sukkulenten- oder Kakteensubstrate. Es ist aber auch möglich, Erde mit etwas Granitsplit, grobem Sand und Perlite zu vermischen. Da es sich um eine Wüstenpflanze handelt, sollte die Erde außerdem unbedingt nährstoffarm sein.

Die Aloe Vera wächst meistens etwas schief, weshalb es einseitig zu einem Übergewicht kommt. Daher kann das Gefäß leicht umkippen, wobei die Pflanze wiederum verletzt werden kann. Daher eignet sich für die Aloe Vera ein schweres Gefäß am besten, dass nicht nach unten hin schmaler wird.

 

Pflanzen und Umtopfen

 

Beim Pflanzen der Aloe Vera ist es vor allem die Drainage wichtig. Überschüssiges Wasser sollte stets ablaufen können. Während des Pflanzens sollte darauf geachtet werden, die Blätter nicht zu verletzen. Entstehen offene Wunden, verliert die Aloe nämlich viel wertvolle Flüssigkeit.

Die Aloe Vera wächst relative schnell, deshalb ist ein regelmäßiges Umtöpfen nötig. Wenn kaum noch Erde zu sehen ist, sollte das Gewächs umgetopft werden. Das ist meistens alle zwei bis drei Jahre notwendig.

Das Umtopfen:

  • Erde austrocknen lassen
  • Neues Gefäß mit Erde füllen und mit einer Kerbe versehen
  • Aloe möglichst weit unten greifen (auf keinen Fall an den Blättern!)
  • Nun sehr vorsichtig aus der Erde lösen
  • Die Aloe vorsichtig in das neue Gefäß platzieren und die Wurzel mit Erde bedecken
  • Das Gefäß sollte nun mehrmals auf festen Untergrund geklopft werden, damit das Substrat nachrutschen kann
  • Wenn nötig, kann die Aloe anfangs mit ein paar Stäben gestützt werden
  • Abschließend die Pflanze gut Wässern und dann das überschüssige Wasser entfernen

 

Die Pflege

 

Ein häufiger Grund für einen schlechten Zustand der Aloe Vera ist die gutgemeinte, jedoch kontraproduktive übermäßige Pflege der Pflanze. Das Gewächs benötigt nämlich nur sehr selten Wasser. Es ist besser, die Aloe zu selten als zu oft zu gießen.

Die Aloe Vera sollte nur gegossen werden, wenn die Erde bis zu einem Finger tief getrocknet ist.
  • Vor allem im Winter sollte sie sehr trocken gehalten werden. Die hohe Luftfeuchtigkeit reicht aus, sodass sie nur alle vier bis sechs Wochen gegossen werden muss.
  • Im Sommer kann sie so gegossen werden, dass der Wurzelballen minimal feucht ist.
  • Überschüssiges Wasser muss immer komplett ablaufen können – Staunässe ist stets zu vermeiden
  • Nur die Erde um den Stamm gießen und nicht von oben auf die Blätter. Anderenfalls kann es zu Fäulnis kommen

Im Sommer, während der Wachstumszeit, wird die Pflanze mit einem universellen oder einem speziellen Dünger für Sukkulente gedüngt. Soll die Aloe für medizinische Zwecke genutzt werden, sollte unbedingt nur biologischer Dünger verwendet werden.

 

Das Ernten und Schneiden

 

Die Aloe Vera muss nicht zwingend beschnitten werden, wer sie aber aufgrund ihrer positiven Eigenschaften nutzen möchte, sollte dies fachgerecht tun.

Heilpflanzen Aloe Vera

Die Blätter sollten mit einem schrafen Messer von der Pflanze getrennen werden
Shutterstock/ Bildagentur Zoonar GmbH

Es kann aber auch sinnvoll sein, stark beschädigte oder ausgetrocknete Blätter zu entfernen oder den Wurzelballen zu schneiden, um das Wachstum einzuschränken.

Generell sollte erst geerntet werden, wenn die Pflanze reif ist, also ca. ab dem dritten Lebensjahr. Erst dann besitzt die Aloe nämlich all ihre wertvollen Inhaltsstoffe. Nun kann das ganze Jahr über geerntet werden. Es ist allerdings ratsam, nicht mehr als drei Mal im Jahr zu ernten und immer mehr Blätter an der Pflanze zu lassen, als man entnimmt.

Wer ein Blatt abschneiden möchte, um das Gel zu gewinnen, sollte dafür die untersten Blätter der Pflanze verwenden. Diese sollten sehr vorsichtig mit einem sauberen und scharfen Messer so dicht wie möglich am Stamm abgetrennt werden.

Verletzte, kranke oder welke Blätter können auf dieselbe Art und Weise abgetrennt werden. Wer keine Samen ernten möchte, sollte auch die verblühten Blüten abtrennen. So verhindert man, dass die Aloe all ihre Kraft in die Samen-Ausbildung steckt.

 

Das Vermehren

 

Es ist sehr einfach, die Aloe Vera zu vermehren. Die Pflanze bildet nämlich meistens sehr viele Kindel – Neben der Mutterpflanze wachsen also viele weitere Pflanzen, die einen eigenen Wurzelballen besitzen. Diese können einfach umgetopft werden. Dafür ist es in der Regel besser, zuerst die Mutterpflanze aus dem Topf zu nehmen und anschließend die Tochterpflanzen in neue Gefäße zu platzieren.

Es ist zudem möglich, die Aloe durch Ableger zu vermehren. Dafür wird zunächst ein Seitentrieb der Pflanze ohne die Wurzel abgetrennt. Dieser sollte nun 30 bis 40 Stunden lang trocken gelagert werden, damit die Wunde abtrocknet und sich verschließt. Der Ableger kann nun einfach in geeignetes Substrat gepflanzt werden. Bis sich Wurzeln und die neuen Blätter gebildet haben sollte der Ableger regelmäßig gewässert werden.

 

Häufige Fragen und Antworten zu Aloe Vera

 

Ist Aloe Vera schädlich?

Nein, Aloe Vera ist nicht schädlich. Ganz im Gegenteil, wird die Heilpflanze richtig angewandt, kann sie sich vielfältig positiv auf die Gesundheit auswirken. Es sollte aber darauf geachtet werden, keine zu hohe Dosis oral einzunehmen.

Ist Aloe Vera giftig?

 

Die Aloe Vera enthält einige Stoffe, die bei einer geringen Menge positive Eigenschaften vorweisen, bei einer Überdosierung jedoch giftig sein können. Dazu zählen vor allem die Anthra-Glykoside wie das Aloin der Pflanze.

Aloin kann in zu hohen Dosen abführend wirken und zu krampfartigen Magen-Darm-Problemen führen. Für Vögel und Katzen ist der Stoff schon in sehr geringen Mengen giftig!

Ist Aloe Vera gesund?

 

Ja, die Aloe Vera ist bei richtiger Anwendung und bei Beachtung der Kontraindikationen sehr gesund. In bestimmten Fällen, wie während der Schwangerschaft, sollte sie jedoch nicht genutzt werden. Außerdem sollte die Dosis beachtet werden, da es anderenfalls zu Nebenwirkungen wie Diarrhö (Durchfall) kommen kann.

Welche bekannten Hersteller von Aloe Vera Produkten gibt es?

 

  • Forever Living
  • LR Health & Beauty Systems
  • Alverde

Es gibt zahlreiche Hersteller von Aloe-Vera-Produkten. Oben genannte gehören dabei zu den am meisten bekannten und bewährten Marken.

Forever Living stellt ausschließlich Aloe-Vera-Artikel mit einer hohen Konzentration her. Ihre Produktpalette reicht von Kosmetikprodukten, über Lebensmittel, bis hin zu Tierpflegeprodukten.

LR Health & Beauty Systems stellt mehrere unterschiedliche Produkte her und legt dabei Wert auf den deutschen Qualitätsstandard. Der Hersteller vermarktet über 40 Aloe Vera Pflegeprodukte und achtet dabei ebenfalls auf eine hohe Konzentration.

Alverde ist wohl der bekannteste Hersteller von Naturprodukten in Deutschland. Das Bio-Unternehmen verkauft mittlerweile auch zahlreiche Aloe-Vera-Produkte wie Cremes, Zahnpasta oder Sonnenmilch. Bei der Herstellung werden die internationalen Anforderungen des Naturkosmetikverbands „Natrue“ eingehalten.

 

Was sagt Stiftung Warentest zur Aloe Vera?

 

Stiftung Warentest hat zuletzt im April 2017 einen Test zu diversen Aloe-Vera-Produkten durchgeführt. Sie kamen hierbei zu dem Ergebnis, dass Aloe Vera zwar in vielen Fällen effektiv eingesetzt werden kann, zahlreiche Hersteller jedoch mit Wirkungen werben, die wissenschaftlich nicht nachgewiesen sind.

Die Verbraucherorganisation rät dazu, Produkte zu bevorzugen, die aus dem reinen Gel oder Mark der Pflanze bestehen. Der Hauptgrund hierfür sein, dass anderenfalls Anthracenderivate enthalten sein können, die in hohen Mengen schädlich sein können. Daher ist auch beim Eigenanbau Vorsicht angebracht.

 

Wo finde ich Informationen zu den Erfahrungen mit Aloe Vera?

 

Im Internet sind zahlreiche Erfahrungsberichte zu den diversen Aloe-Vera-Produkten zu finden. Wer sich für einen speziellen Artikel interessiert, kann online viele Berichte von Personen lesen, die das jeweilige Produkt bereits getestet haben. Doch Vorsicht! Viele Hersteller schreiben auch selbst positive Erfahrungsberichte, um potentielle Käufer zu beeinflussen. Sind viele Berichte von verifizierten Käufern zu finden, ist das ein Indiz für die Echtheit der Kommentare.

 

 

Weitere Informationen

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Aloe

 

 

 

 

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