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Rosenwurz

by Danaae
Rosenwurz (Rhodiola rosea)

Amazonia Exotics U.K, Rhodiola rosea perennial, CC BY-SA 4.0

Rosenwurz ist eine Pflanze bereits seit der Wikingerzeit Verwendung findet und heute bei stressbedingten Symptomen wie Schwächegefühl und Müdigkeit verwendet wird. Diskutiert werden jedoch auch weitere Anwendungen wie z.B. Depressionen.

Die Einnahme erfolgt meist in Form von Tabletten und Kapseln, welche Extrakte der Rosenwurzwurzel enthalten. Präparate mit dem Wurzelstock gelten als gut verträglich und nebenwirkungsarm, sollten jedoch nur von erwachsenen Personen eingenommen werden.

Steckbrief: Rosenwurz

  • Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
  • Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
  • Unterfamilie: Sempervivoideae
  • Tribus: Umbiliceae
  • Gattung: Rhodiola
  • Art: Rosenwurz
  • Wissenschaftlicher Name: Rhodiola rosea L.
  • Synonyme: Goldene Wurzel; Sedum rosea; Sedum rhodiola

Rosenwurz als Heilkraut

Rhodiola rosea – Rosenwurz-Wurzel als Heilmittel

Rosenwurz ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Dickblattgewächse, welche seit vielen Jahren in der traditionellen Medizin verwendet wird. In der nördlichen Hemisphäre, wo die Pflanze beheimatet ist, wird sie bereits seit langem als stimmungsaufhellendes und stresslinderndes Mittel genutzt.

Heutige wissenschaftliche Erkenntnisse stützen die Wirksamkeit gegen Stress-bedingte Symptome wie Müdigkeit und Schlaflosigkeit teilweise, wenn auch es noch weiterer Studien bedarf.

 saftig , blumen , farben , pflanze , natur , garten , muster , botanisch , gelb , rhodiola rosea , adaptogen , medizin , natürlich ,Das Heilkraut enthält mehrere Inhaltsstoffe, welche potentiell die Hormone und Neurotransmitter beeinflussen und somit ggf. die Stimmung verbessern können. Daher wird auch eine antidepressive Wirkung in der Wissenschaft diskutiert.

Verwendung findet dabei der Wurzelstock der Pflanze bzw. hieraus hergestellte Extrakte, welche zum Beispiel als Kapseln oder Tabletten eingenommen werden. Erhältlich sind jedoch auch weitere Produkte wie z.B. Tee, Tinkturen oder Pulver.

Das kleine, sukkulente Gewächs erreicht Wuchshöhen von etwa 5 bis 20, in seltenen Fällen bis zu 35 Zentimetern. Der knollige und angenehm nach Rose duftende Wurzelstock wird etwa 1 bis 5 Zentimeter dick.

Rosenwurz ist äußerst widerstandsfähig und gedeiht selbst in rauem Klima und bei sehr kargen Bedingungen. Die Pflanze kann in Hochgebirgen und der Arktis überleben und sowohl lange Dürreperioden als auch frostklirrende Winter überdauern.

Die Herkunft des Namens (Etymologie) beruht einerseits auf dem traditionell verwendetem Teil der Pflanze also der Wurzel und andererseits auf dem Rosen-ähnlichen Duft, welchen diese verströmt, wenn sie gerieben oder geschnitten wird.

Zu den möglichen Nebenwirkungen von Rosenwurz liegen derzeit keine ausreichenden Daten aus Studien vor, die Einnahme gilt jedoch bei gesunden Erwachsenen aufgrund der lange Erfahrung mit der Heilpflanze meist als unbedenklich.


Verwendung & Nutzen

Wofür wird Rosenwurz verwendet?

Rosenwurz findet heute hauptsächlich als traditionelles pflanzliches Arzneimittel Verwendung und wird hierbei meist in Form von Tabletten und Kapseln eingenommen, welche Extrakte des Wurzelstocks enthalten.

Regional wird die Pflanze jedoch auch als Gewürz und Gemüse genutzt. Während in der Medizin das Rhizom, also der Wurzelstock zum Einsatz kommt, sind sowohl die Blätter als auch die Triebe der Pflanze essbar. Als Lebensmittel wird dem Rosenwurz eine antioxidative Wirkung zugeschrieben.

Darüber hinaus lässt sich aus dem Gewächs auch ein Öl gewinnen, welches als Ersatz von Rosenöl genutzt wird.

Verwendung von Rosenwurz

  • in der Medizin als Heilpflanze
  • in der Küche als Gewürz und Gemüse
  • als Ersatz für Rosen-Öl

Herkunft & Geschichte

Historische Verwendung von Rosenwurz

Rosenwurz fand in Skandinavien bereits in der Wikingerzeit als Heilmittel und Gemüse Verwendung. Die Pflanze wurde auch in Frankreich und Schweden in Arzneibüchern geführt und hier u.a. als Mittel gegen Skorbut empfohlen.

Heute ist eine arzneiliche Nutzung in skandinavischen Ländern kaum mehr üblich, in Dänemark ist Rosenwurz jedoch als Naturmittel registriert. Zudem findet die Rhodiola rosea in Norwegen als antioxidative Gewürzpflanze Anwendung, ebenso wie als Ersatz für Rosen-Öl.

Auch der deutsche Mediziner und Botaniker Leonhard Fuchs führte die Heilpflanze im Jahr 1542 in seinem ersten Kräuterbuch, dem lateinischen „Historia Stirpium commentarii insignes“, welches im darauf folgenden Jahr auch auf Deutsch erschien und als höchst einflussreich gilt.

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts etablierte sich Rosenwurz in allen größeren deutschen Gärten. Die angenehm nach Rose duftende Wurzel wurde beispielsweise gegen Kopfschmerzen verwendet, wie auch in Leonhard Fuchses Kräuterbuch angemerkt ist.

Rosenwurz wurde früher hauptsächlich durch Sammeln aus Wildbeständen gewonnen, wodurch sich jedoch die Anzahl der wild wachsenden Pflanzen drastisch verringerte. Daher wird Rhodiola heutzutage gezielt angebaut; sowohl in den ursprünglichen Herkunftsländern wie der Ural- und Atai-Region (Russland) und Karpatel (Hochgebirge in Mittel- Ost- und Süd-Europa), als mittlerweile z.B. auch in Deutschland und in der Schweiz.

Historischen Quellen zufolge nutzten die Ureinwohner des Altaigebirges Rosenwurz, um die Arbeitslust zu heben und Müdigkeit vorzubeugen. Später wurde die Pflanze in Russland unter dem Namen „Goldene Wurzel“ u.a. zur „Verlängerung des Lebens“, als Potenzmittel oder gegen Erkältungen verwendet.

In China beauftragten Kaiser lange Expeditionen, um die „goldene Wurzel“ zu beschaffen. Rosenwurz wurde auch oft verwendet, um lange Wanderungen selbst bei schlechtem Wetter und Nahrungsknappheit, besser durchstehen zu können.

In jüngster Vergangenheit wurden Extrakte der Wurzel in Russland außerdem auch an Astronauten verabreicht, um den stressigen Bedingungen im Weltall besser trotzen zu können.


Rosenwurz-Wurzelstock

Der Rosenwurzwurzelstock als pflanzliches Arzneimittel

Rosenwurz findet hauptsächlich in der Medizin als traditionelles pflanzliches Arzneimittel Verwendung. Heutzutage kommen dabei fast ausschließlich bestimmte Extrakte des Wurzelstocks zum Einsatz.

Arzneidroge (Verwendete Pflanzenteile)

Rosenwurz Wurzelstock (Rhodiola rosea)

Getrockneter Wurzelstock
Badagnani, Rhodiolaroseadried, CC BY 3.0

Zu medizinischen Zwecken findet das Rhizom, also der Wurzelstock, von Rosenwurz Verwendung:

  • Rosenwurz-Wurzelstock
    • Bezeichnung: Rhodiola rosea L., rhizoma et radix
    • Beschreibung: Der getrocknete Wurzelstock (Rhizom) von Rhodiola rosea
    • Synonym: Rosenwurz-Rhizom

Genutzt werden heute fast ausschließlich Trocken-Extrakte, welche mithilfe von Ethanol (Alkohol) aus dem Rhizom von Rosenwurz gewonnen werden und einen Gehalt von etwa 3 Prozent Rosavinen (ein Wirkstoff der Pflanze) enthalten. Die Einnahme der Extrakte erfolgt dabei meist in Form von Tabletten und Extrakten.

Entsprechende Extrakte gelten als besser untersucht und belegt als andere Zubereitungen des Rhizoms. Die Wurzel ist jedoch auch in weiteren Darreichungsformen erhältlich, etwa als Tinktur, Pulver oder Tee. Zur Wirksamkeit dieser Präparate liegen jedoch nur sehr wenige Daten aus Studien vor.


Präparate und Produkte

Im Jahr 2016 wurde Rhodiolan® bzw. Rhodiolan® Plus, ein Rosenwurz-haltiges Präparat, in Deutschland als Arzneimittel zur Linderung von Stress- Symptomen zugelassen. Das Produkt war zuvor seit 2010 als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, wurde jedoch u.a. aufgrund positiver Ergebnisse aus Studien hochgestuft. Die Kapseln sind in Packungsgrößen von 20, 60 und 120 Stück erhältlich.

In der Schweiz ist derzeit ausschließlich das Produkt Vitango® erhältlich, welches zur Linderung bei Überarbeitung und Stress zugelassen ist. Zur Behandlung von Depressionen wurden die Filmtabletten jedoch aufgrund fehlender Nachweise zur Wirksamkeit bisher nicht von den Behörden freigegeben.


Rosenwurz & Johanniskraut

Was ist besser, Rosenwurz oder Johanniskraut?

Ob Rosenwurz oder Johanniskraut besser ist, hängt von dem Anwendungsgebiet an, bei welchem die Pflanze eingesetzt werden soll.

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Johanniskraut

Während die Anwendung von Johanniskraut bei leichten bis moderaten Depressionen zur allgemeinen medizinischen Verwendung („well-established use“) anerkannt wurde, liegen zum Rosenwurz bei diesem Anwendungsgebiet lediglich Hinweise aus Studien vor.

Derzeitigen Kenntnissen zufolge kann die Heilpflanze jedoch bei Stress-bedingten Symptomen wie einem Schwächegefühl oder Müdigkeit helfen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in folgenden Ratgebern:


Anwendung & Wirkung

Anwendungsgebiete – Wann nehme ich Rosenwurz?

Medizinisch anerkannte Anwendungen von Rosenwurz sind:

  • Stresssymptome; zur vorübergehenden Linderung von z.B.:
    • Müdigkeit
    • Schwächegefühl
Symptome eines Burnout Kalium aluminium sulfuricum Burn Out Burn Out (auch Burnout , Burn-Out oder Burnout-Syndrom) Stress

Rosenwurz kann bei Stress-Symptomen helfen

Stress führt zu Müdigkeit und Schwächegefühl, insbesondere wenn dieser lange anhält und chronisch wird. Infolgedessen kommt es unter anderem zu Konzentrationsschwierigkeiten und einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit.

Rosenwurz kann hierbei möglicherweise helfen, indem Wirkstoffe der Pflanze die Ausschüttung von Stresshormonen senken und den durch den Stress erhöhten Cortisol-Spiegel wieder normalisieren. Dies wird bisher jedoch nur durch Laborstudien und nicht durch anerkannte klinische Studien am Menschen gestützt.

Gleiches gilt auch für die möglicherweise positive Wirkung von Rosenwurz auf den Energiestoffwechsel. Das Rhizom kann möglicherweise die Bildung von ATP, dem wichtigsten Energielieferanten unseres Körpers, fördern und dadurch Müdigkeit, Erschöpfung und Schwächegefühl entgegenwirken.


Für was wird Rosenwurz noch verwendet?

In Studien konnten darüber hinaus auch kardioprotektive (Herz-schützende), antioxidative, antidepressive und angstlösende Wirkungen nachgewiesen. Daher wurde und wird das Heilkraut auch gegen verschiedene andere Erkrankungen getestet, zu welchen jedoch noch keine ausreichenden Daten vorliegen, um Schlussfolgerungen zu der potentiellen Wirksamkeit ziehen zu können.

Zu den möglichen, weiteren Anwendungsgebieten von Rosenwurz gehören:

  • (leichte bis mittelschwere) Depressionen
  • Konzentrationsprobleme
  • Potenzstörungen
  • zur Stärkung der Leistungsfähigkeit

Ob die Heilpflanze jedoch gegen bspw. Depressionen helfen kann, wird derzeit noch kontrovers diskutiert.


Wirksamkeit & Studien

Studien zur Wirksamkeit der Rosenwurzwurzel

Gemäß HMPC kann Rosenwurz aufgrund seiner langjährigen Verwendung zur vorübergehenden Linderung von Stresssymptomen wie Müdigkeit oder Schwächegefühl verwendet werden. Die Anwendung sollte nur bei Erwachsenen Personen über 18 Jahren erfolgen und hierbei ohne ärztlichen Rat nicht länger als 2 Wochen lang angewandt werden.

Blütenstand von Rosenwurz (Rhodiola rosea)

Hedwig Storch, Rosenwurz (Rhodiola rosea) 5727, CC BY-SA 3.0

Die Schlussfolgerungen des HMPC zur Verwendung vom Rosenstock bei genannten Anwendungen beruhen auf ihrer „traditionellen Verwendung“. Das bedeutet, dass die Wirksamkeit und Sicherheit des Heilkrauts trotz unzureichender Belege aus Studien plausibel erscheint und Rosenwurz seit mindestens 30 Jahren (davon mindestens 15 Jahre in der EU) sicher auf diese Weise verwendet wurde.

Die Behandlung mit Pflanzen, welche als traditionelles Heilmittel eingestuft werden, bedarf außerdem keiner ärztlichen Überwachung.

Bei seiner Bewertung berücksichtigte der HMPC unter anderem klinische Studien, in welchen die Wirkung von Rosenwurz-Zubereitungen bei Stresssymptomen mit einem Scheinmedikament (Placebo) verglichen wurde. Zwar konnten hierbei durchaus positive Wirkungen beobachtet werden, allerdings wiesen die Studien diverse Mängel auf.


Wirkung auf die Psyche

Wirkung von Rosenwurz auf die Psyche

Der Wurzelstock von Rosenwurz gilt als sogenanntes Adaptogen, also als Arzneimittel, welches den Organismus widerstandsfähiger gegen Stressoren (Stressfaktoren) machen soll. Ihm werden adaptogene und stimulierende Eigenschaften zugeschrieben; die Wurzel soll also einerseits die Toleranz gegenüber Stress erhöhen und andererseits gegen einen „Energie-Mangel“ helfen.

Rosenwurz ist neben Ginseng, dem chinesischen Spaltkörbchen und der Taigawurzel eines der lediglich vier Pflanzen, welche von der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) als adaptogenes Mittel eingestuft wurde.

Der Wirkmechanismus ist bisher jedoch nicht bekannt. Angenommen wird, dass die Wirkstoffe der Pflanze möglicherweise zu Änderungen vom Dopamin- und Serotonin-Gehalt im Gehirn führen.

Dies könnte beispielsweise durch eine Hemmung der Monoamin-Oxidase, einen Einfluss auf Apioidpeptide wie z.B. Endorphine und/oder eine Verbesserung der Durchlässigkeit von der Blut-Hirn-Schranke für Neurotransmitter-Vorstufen erfolgen.

Diskutiert wird auch, ob Rosenwurz zu einer verminderten Ausschüttung von Stresshormonen führt und/oder die Bildung vom Energielieferanten ATP (Adenosintriphosphat) fördert.


Einnahme & Dosierung

Rosenwurz richtig einnehmen und dosieren

Eingenommen wird der Wurzelstock von Rosenwurz heute fast ausschließlich in Form von bestimmten Trocken-Extrakten, welche mithilfe von Ethanol (Alkohol) gewonnen werden und einen Gehalt von etwa 3 Prozent Rosavinen enthalten, dem Stoff, welchem die Wirkung gegen stessbedingte Beschwerden hauptsächlich zugeschrieben wird.

Wie viel Rosenwurz am Tag?

Die Dosierung von Rosenwurz variiert je nach verwendetem Extrakt bzw. Präparat. Als medizinisch anerkannt gilt vor allem folgender Extrakt bzw. Produkte mit diesem:

Rosenwurzwurzelstock Trocken-Extrakt

Rosenwurz (Rhodiola rosea)

Wild wachsender Rosenstock
Opioła Jerzy, Rhodiola rosea a6, CC BY-SA 3.0

Drogen-Extrakt-Verhältnis (DEV): 1.5 bis 5:1; Extraktionslösungsmittel: Ethanol 67-70 % V/V³

  • Einzeldosis: 144 bis 200 mg
  • Häufigkeit: 1 bis 3 Mal am Tag
  • Tagesdosis: 144 bis 400 mg

Je nach verwendetem Präparat kann der Wirkstoffgehalt pro Stück (z.B. Tablette oder Kapsel) variieren. Halten Sie sich daher an die Packungsbeilage bzw. den Rat Ihrer Ärzte.


Art der Anwendung

Wie wird Rosenwurz eingenommen?

Die Anwendung von Rosenwurz erfolgt oral, also bspw. in Form von Tabletten oder Kapseln über den Mund. Die Präparate (z.B. Tabletten) werden hierfür unzerkaut mit etwas Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) etwa 30 Minuten nach einer Mahlzeit eingenommen.


Anwendungsdauer

Wie lange soll man Rosenwurz einnehmen?

Die Einnahme von Rosenwurz sollte bei Selbstmedikation nicht länger als 2 Wochen lang andauern. Halten Ihre Symptome auch nach 14 Tagen weiterhin an, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen.

Wie schnell wirkt Rosenwurz?

Da derzeit keine ausreichenden Studien zur Wirkung der Heilpflanze vorliegen, ist auch nicht vollständig geklärt, wie schnell Rosenwurz wirkt. Nach derzeitigem Kenntnisstand scheint die Wirkung der Präparate jedoch nach etwa 3 Tagen einzutreten.


Präparate mit Rosenwurz

Einnahme von Rosenwurz-Präparaten (Vitango® und Rhodiolan®)

Derzeit sind nur wenige Präparate mit Rosenwurz als Arzneimittel zugelassen. Hierzu zählen vor allem Rhodiolan® und Vitango®.


Einnahme und Dosierung von Rhodiolan® (plus)

In Deutschland ist Rosenwurz als Arzneimittel vor allem unter dem Handelsnamen Rhodiolan® bzw. Rhodiolan® plus erhältlich. Dieses wird wie folgt eingenommen und dosiert:

Rhodiolan® (Arzneimittel)

Beschreibung:

  • Wirkstoff: 200 mg Rosenwurzextrakt pro Tablette
  • Art des Extrakts: Rosenwurz-Wurzelstock Trocken-Extrakt
    • DEV: 1,5-5:1
    • Extraktionsmittel: Ethanol 70% (V/V)

Empfohlene Einnahme und Dosierung:

  • Einzeldosis: 1 Tablette (entspricht 200 mg Rosenwurz-Extrakt)
  • Häufigkeit: 2 Mal täglich je 1 Tablette
  • Tagesdosis: 2 Tabletten (entspricht 400 mg Rosenwurzextrakt)

Rhodiolan® plus (Nahrungsergänzungsmittel)

Wirkstoffe pro Kapsel:

  • 250 mg Rosenwurz-Extrakt pro Kapsel
  • 3 mg Pantothensäure (Vitamin B5)
  • 3,3 mg Calciumpantothenat (Pantothensäure Calcium-Salz)

Empfohlene Einnahmeweise und Dosis:

  • Einzeldosis: 2 Kapseln (250 mg Rosenwurzextrakt pro Tablette)
  • Häufigkeit: 1 Mal am Tag mit etwas Flüssigkeit einnehmen
  • Einnahme-Zeitpunkt: Vorzugsweise morgens nach dem Frühstück
  • Tagesdosis: 2 Kapseln (entspricht 500 mg Rosenwurz-Extrakt)

Vitango®

Ein weiteres, geläufiges und in der Schweiz zugelassenes Präparat mit Rosenwurz (bzw. zuvor genanntem Extrakt) ist Vitango®.

Beschreibung:

  • Wirkstoff: 200 mg Rosenwurzextrakt pro Tablette
  • Art des Extrakts: Rosenwurz-Wurzelstock Trocken-Extrakt
    • DEV: 1,5-5:1
    • Extraktionsmittel: Ethanol 60% (m/m)

Empfohlene Dosierungen hierbei sind:

  • Einzeldosis: 1 Filmtablette (entspricht 200 mg Rosenwurz-Extrakt)
  • Häufigkeit: 2 Mal am Tag je eine Tablette
  • Tagesdosis: 2 Tabletten am Tag (entspricht 400 mg Rosenwurz-Extrakt)

Inhaltsstoffe & Wirkstoffe

Inhaltsstoffe vom Rosenwurz-Wurzelstock

Welche Inhaltsstoffe genau für die Wirkung der Pflanze verantwortlich sind, ist derzeit noch unklar. Es wird jedoch vermutet, dass die Wirksamkeit vor allem auf den im Wurzelstock enthaltenen phenolischen Glycosiden wie Rosavin und Rhodiolosid (Salidrosid) sowie dem Aglycon p-Trysol beruht.

Darüber hinaus sind in Rosenwurz u. a. auch Flavonoide, Terpenoide, organische Säuren und Proanthocyanidine enthalten.

Rosenwurz-Blütenstand

Rosenwurz-Blütenstand
Jerzy Opioła, Rhodiola rosea a10, CC BY-SA 3.0

  • Polysaccharide
  • Phenylethanoide
    • p-Tyrosol
    • Salidrosid Rhodiolosid)
  • Phenylpropanoide
    • Rosin
    • Rosarin
    • Rosavin
  • Flavonoide (als Glycoside)
  • Flavolignane
    • Rhodiolin
  • Acetophenone
    • Picein
  • Polyphenolcarbonsäure
  • Cyanglycoside
    • Lotaustralin
  • etherische Ölkomponenten
  • Monoterpene
    • Rhodiolosid A bis F
    • Rosiridin
  • Sterole

Die Phenylpropanoide Rosarin, Rosavin und Rosin kommen ausschließlich in Rosenwurz (Rhodiola Rosea) vor und dienen daher auch als Marker zur Identitätsprüfung. Der Gesamtgehalt genannter Stoffe beträgt etwa 1 bis 2,5 Prozent.

Darüber hinaus ist das Phenylethanoid p-Tyrosol mit ca. 0,3 bis 2,2 mg/g enthalten sowie sein Glucosid Salidrosid mit circa 0,5 bis 1,9 Prozent. Flavonoide wie Kaempferol sind mit etwa 0,12 bis 0,51 Prozent enthalten.

Des Weiteren konnten insgesamt ca. 16 Prozent Polyphenola wie Gallussäure und Gerbstoffe der Pyrogallol-Gruppe gefunden werden.


Ätherisches Öl von Rosenwurz

Behandlung Aromatherapie Symptome Lungenschmerzen, Schnupfen Hausmittel gegen VerstopfungDer getrocknete Wurzelstock enthält sehr geringe Mengen an ätherischem Öl (ca. 0,05 %). Das ätherische Rosenwurz-Öl setzt sich hauptsächlich wie folgt zusammen:

  • ca. 25 % Monoterpene wie Rosiridin und Rosiridol
  • etwa 24 % Monoterpenalkohole (mit u.a. 12 % Geraniol)
  • 38 % geradkettige Alkohole (mit u.a. 30 % n-Decanol 30%)

Für den Rosen-ähnlichen Duft der Wurzel ist hauptsächlich das Geraniol verantwortlich. Darüber hinaus verleihen Wirkstoffe wie Linalool, Nonanal, Nerol und Decanal der Wurzel eine florale Duftnote.


Risiken & Nebenwirkungen

Ist Rosenwurz gefährlich? Nebenwirkungen und Risiken

Derzeit liegen keine Daten aus Studien zu den potentiellen Nebenwirkungen von Rosenwurz vor. Die Heilpflanze gilt jedoch allgemein als gut verträglich. Berichtet wurde in seltenen Fällen über eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) und Überempfindlichkeitsreaktionen. Es ist jedoch nicht erwiesen, dass diese beobachten Beschwerden tatsächlich auf die Einnahme von Rosenwurz zurückzuführen waren.

Potentielle Rosenwurz Nebenwirkungen

  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Kann man auf Rosenwurz allergisch reagieren?

Eine Allergie gegen Rosenwurz ist potentiell möglich, wurde bisher jedoch noch nicht durch klinische Studien am Menschen nachgewiesen.


Gegenanzeigen (Kontraindikation) – Wer sollte Rosenwurz nicht einnehmen?

Eine konkrete Gegenanzeige für Rosenwurz liegt nach derzeitigem Kenntnisstand lediglich bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff vor.

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In bestimmten Fällen wird von der Anwendung abgeraten

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff (Allergie gegen Rosenwurz bzw. andere in den Medikamenten enthaltenen Stoffe)
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit

Da jedoch keine ausreichenden Daten aus Studien zur Sicherheit und Unbedenklichkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie bei schwangeren und stillenden Frauen vorliegen, wird auch hierbei ausdrücklich vor der Einnahme abgeraten.

Darüber hinaus sollte die Einnahme in folgenden Fällen, aufgrund fehlender Daten zur Unbedenklichkeit, nur unter Vorsicht eingenommen werden:

  • eingeschränkte Leberfunktion
  • eingeschränkte Nierenfunktion

Wechselwirkungen mit Rosenwurz

Derzeit liegen keine Informationen über mögliche Wechselwirkungen zwischen Rosenwurz und anderen Medikamenten vor.


Quellen & Verweise

  • Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC): Community herbal monograph on Rhodiola rosea L., rhizoma et radix
  • W. Blaschek: Wichtel – Teedrogen und Phyto­pharmaka; Ein Handbuch für die Praxis; 6. Auflage Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2015.
  • Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
  • Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
  • Hancke J, Burgos R. Sub-chronic toxicological study in pigs. Sedum rosea. Swedish Herbal Institute
  • Bystritsky A, Kerwin L, Feusner JD. A pilot study of Rhodiola rosea (Rhodax) for generalized anxiety disorder (GAD). J Altern Complement Med 2008, 14(2):175-80
  • Chen QG, Zeng YS, Qu ZQ, Tang JY, Qin YJ, Chung P, Wong R, Hägg U. The effects of Rhodiola rosea extract on 5-HT level, cell proliferation and quantity of neurons at cerebral hippocampus of depressive rats. Phytomed 2009, 16(9):830-8
  • Vitango® 200 mg / Filmtabletten – Packungsbeilage


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