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Taigawurzel

by Danaae
Taigawurzel, Teufelsbusch, Stachelpanax, Sibirischer Ginseng, Eleutherokokk

Borstige Taigawurzel
Salicyna, Eleutherococcus senticosus 2017-04-17 7432, croped, CC BY-SA 4.0

Die Borstige Taigawurzel kann als Stärkungsmittel bei Müdigkeit und Schwäche sowie bei abnehmender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit eingesetzt werden. Sie wird auch als Sibirischer Ginseng bezeichnet und ist u.a. als Tee, Tropfen und Kapseln erhältlich.

Nebenwirkungen gelten als selten, in bestimmten Fällen sollte die Einnahme jedoch im Vorfeld ärztlich abgeklärt werden, etwa bei Bluthochdruck oder bei der Einnahme von Medikamenten wie Antidiabetika.

Borstige Taigawurzel

Steckbrief: Systematik der Borstigen Taigawurzel

  • Gruppe: Asteriden; Euasteriden II
  • Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
  • Familie: Araliengewächse (Araliaceae)
  • Gattung: Eleutherococcus
  • Art: Borstige Taigawurzel
  • Wissenschaftlicher Name: Eleutherococcus senticosus (Rupr. & Maxim.) Maxim.
  • Synonyme: Taigawurzel; Teufelsbusch; Stachelpanax; Sibirischer Ginseng; Eleutherokokk

Taigawurzel (Sibirischer Ginseng)

Borstige Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) – auch Sibirischer Ginseng

Die Borstige Taigawurzel, unter anderem auch Sibirischer Ginseng genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Araliengewächse, welche bereits seit über 2000 Jahren als Heilpflanze in der Traditionellen Asiatischen Medizin Anwendung findet.

Taigawurzel, Teufelsbusch, Stachelpanax, Sibirischer Ginseng, Eleutherokokk

Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, Eleutherococcus senticosus kz06, CC BY-SA 4.0

Der sommergrüne Strauch erreicht Wuchshöhen von etwa 2 bis 3, manchmal auch 7 Metern und ist vor allem in Russland, Sibirien, China und Japan beheimatet. Die Taigawurzel wird botanisch als Eleutherococcus senticosus bezeichnet und gilt als sogenanntes Adaptogen.

Hierbei handelt es sich um einen Begriff, welcher im Jahr 1958 von russischen Wissenschaftlern eingeführt wurde, nachdem sie beobachteten, dass die Taigawurzel die Anpassung des Körpers an Stressoren erhöht und somit einer Erschöpfung entgegenwirken kann.

Als adapotogene Pflanze kann der Sibirische Ginseng als Tonikum bzw. Stärkungsmittel bei Müdigkeit und Schwäche eingesetzt werden. Derzeit ist die Studienlage zur Wirksamkeit der Pflanze zwar noch unzureichend, Labor- und Tierforschungen zeigten jedoch u.a. eine Erhöhung der Stressresistenz und eine Leistungssteigerung.

Zu den Anwendungsgebieten der Pflanze gehören vor allem Müdigkeit, Schwäche und Erschöpfung sowie eine nachlassende Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus liegen auch positive Erfahrungen bei einem Burn-Out, zur Vorbeugung gegen virale Infektionen und zur Steigerung der Ausdauerleistung bei Sportlern vor.

Das Auftreten von Nebenwirkungen gilt als selten, die Einnahme kann aber bspw. zu Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Schlafproblemen führen. In bestimmten Fällen wird außerdem von der Anwendung abgeraten, etwa während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Wechselwirkungen gelten als unwahrscheinlich, allerdings wird bei bestimmten Erkrankungen empfohlen, häufiger die Werte häufiger zu überprüfen – etwa den Blutdruck oder Blutzuckerspiegel.

Wissenswert: Da die Taigawurzel einerseits botanisch mit dem Ginseng (Panax ginseng) verwandt ist und andererseits auch auf ähnliche Weise als Mittel gegen Stress verwendet wird, wird sie auch als Sibirischer Ginseng bezeichnet. Allerdings unterscheiden sich beide Pflanzenarten hinsichtlich ihrer Wirkstoffe.

Verwendung der Taigawurzel

Für was wird Sibirischer Ginseng verwendet?

Während die Taigawurzel in unseren Breitengraden eher unbekannt ist, hat sie vor allem in Russland und China eine lange Tradition als Heilpflanze. Für medizinische Zwecke finden dabei vor allem die Wurzeln sowie traditionell auch die Rinde Verwendung.

Aus den Blättern der Pflanze wird darüber hinaus auch ein Tee-Aufguss hergestellt, der als Ci-wu-jia Tee oder Sibirischer Grüntee bezeichnet wird. Dieser hat einen bittersüßen Geschmack und wird als „wärmend“ beschrieben.

Als Stärkungsmittel wird jedoch in erster Linie die Wurzel der Pflanze verwendet, welche ebenfalls als Tee zubereitet, jedoch auch zu Extrakten, Tinkturen und Pulvern weiterverarbeitet werden kann. Pro Jahr werden dabei weltweit über 20 Millionen Patienten mit dem Sibirischen Ginseng behandelt.

Wissenswert: Nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl wurde die Taigawurzel an tausende Russen und Ukrainer verabreicht, in der Hoffnung, den Körper zu stärken und die Schäden der Strahlung zu minimieren.

Arzneidroge & Medikamente

Die Taigawurzel als Arzneidroge – Verwendete Pflanzenteile

Als Arzneidroge finden traditionell sowohl die Wurzel als auch die Rinde des Sibirischen Ginsengs Verwendung. Medizinisch anerkannt ist aber in erster Linie die Taiga-Wurzel, welche folgt definiert ist:

  • Taigawurzel (Eleutherococci radix)
    • Beschreibung: Die getrockneten, ganzen oder zerkleinerten unterirdischen Teile (Rhizom und Wurzeln der Borstigen Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus).
    • Anmerkung: Das Europäische Arzneibuch (Ph. Eur.) fordert einen Mindestgehalt an 0,08 % Eleutherosiden (Eleutherosid B und E).
    • Synonyme: Eleutherococcuswurzel, Stachelpanaxwurzel, Sibirische Ginsengwurzel
    • Botanische Synonyme: Acanthopanacis senticosi radix, Radix Eleutherococci, Rhizoma Eleutherococci et Radix Eleutherococci

Am häufigsten wird die getrocknete Taigawurzel als Tee getrunken. Erhältlich sind jedoch auch Medikamente wie Tabletten, Kapseln und Tropfen, welche Zubereitung der Pflanze wie Pulver, Extrakte und Tinkturen enthalten.


Zubereitungen der Sibirischen Ginseng-Wurzel sind z.B.:

  • zerkleinerte Wurzel
  • Pulver
  • Extrakte
  • Tinkturen

Darreichungsformen der Taiga-Wurzel sind bspw.:

  • Tee
  • Tropfen
  • Kapseln
  • Tabletten
  • Kräuteressenz
  • Spray

Handelsnamen von Präparaten mit der Taigawurzel sind z.B.:

  • Tee (Geschnittene Wurzel)
    • Taigawurzel Geschnitten
    • Taigawurzel Tee K&L
    • Radix Eleutherococci Conc.Taigawurzel
  • Tropfen und Tinkturen
    • Eleu Curarina Tropfen Taigawurzel-Fluidextrakt
    • Eleu Curarina® Tropfen
    • Taigawurzel Tinktur – Bioherba Reichenbach Gmbh
    • Taigawurzeltropfen – Hecht Pharma Gmbh
    • Alchemistische Kräuter Tinktur Taigawurzel
  • Tabletten und Kapseln
    • Taigawurzel 10:1 400 Mg Kapseln
    • Taigawurzel Bios Kapseln
    • Eleutherococcus Kapseln N
    • Taigawurzel Gph Kapseln
    • Taigawurzel Kapseln – Diamant Natuur Gmbh
  • Weitere Produkte
    • Taigawurzelspray – Hecht Pharma Gmbh
    • Eleutherococcus Wurzelpulver
    • Taigawurzel Kräuteressenz – Apozen Vertriebs Gmbh
  • Kombinationspräparate
    • Adapto Loges® Kapseln

Anwendung vom Sibirischen Ginseng

Anwendungsgebiete – Für was ist Taigawurzel gut?

Medizinisch anerkannte Anwendungen der Taigawurzel sind:

  • Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeit und Schwäche (Asthenie) z.B.:
    • bei abnehmender Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
    • während der Genesung bzw. Heilung (Rekonvaleszenz)
Erschöpfung Abgeschlagenheit Müdigkeit Neurexan®

Taigawurzel kann als Tonikum bei Erschöpfungszuständen helfen

Die Taigawurzel findet als sogenanntes Adaptogen bei einer Asthenie (Körperschwäche) Anwendung. Adaptogene sind pflanzliche Stoffe, die dem Körper helfen sollen, sich an erhöhte Stresssituationen anzupassen, indem sie die Funktionen des Körpers unter dem Einfluss von Stress normalisieren und die Resistenz gegen Stress erhöhen.

Während es verschiedene Arten von Adaptogenen gibt, hat sich der Sibirische Ginseng vor allem zur Unterstützung der Rekonvaleszenz, also während der Genesung von Erkrankungen, bewährt.

In Studien konnte er aber u.a. auch die Leistungs- und Konzentrations-Fähigkeit verbessern, gegen Kraftlosigkeit bzw. Körperschwäche helfen und die Regenerationszeit nach sportlicher Belastung verkürzen.


Volksmedizinische Anwendungen

Die Taigawurzel hat vor allem in Russland und China eine lange Tradition. In der Chinesischen Medizin wird die Pflanze z.B. bei Rheuma, Herzbeschwerden und Bronchitis genutzt, während sie in Russland vor allem als Tonikum verwendet wird.

Der Sibirische Ginseng findet in der Volksheilkunde Verwendung als:

  • Aphrodisiakum (Libido-steigerndes Mittel)
  • Fiebersenkendes Mittel
  • Diuretikum (harntreibendes Mittel)
  • Sedativum (Beruhigungsmittel)
  • Haarwuchsmittel

Zu den volksmedizinischen Anwendungen gehören z.B.:

  • Bronchitis
  • Herzbeschwerden
  • Rheuma
  • Asthma
  • Fieber

Wirkung von Eleutherococcus

Was bewirkt Sibirischer Ginseng?

Während zwar kontrollierte, klinische Studien am Menschen fehlen, zeigten zahlreiche Labor- und Tieruntersuchungen eine Wirksamkeit der Taigawurzel als Mittel gegen Stress, Müdigkeit sowie gegen eine abnehmende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Taigawurzel, Teufelsbusch, Stachelpanax, Sibirischer Ginseng, Eleutherokokk

Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, Eleutherococcus senticosus kz04, CC BY-SA 4.0

Genannte Wirkungen konnten auch in nicht kontrollierten Studien an Menschen in verschiedenen Testverfahren beobachtet werden.

So war der Sibirische Ginseng bei Erkrankungen und Belastungen hilfreich und konnte auch das Durchhaltevermögen erhöhen. Auch die Regenerationszeit nach sportlicher Belastung ließ sich mithilfe der Taigawurzel verkürzen.

Weiterhin konnten in Studien antiproliferative (gegen das Wachstum und die Vermehrung von Zellen und Mikroorganismen), zellschützende und antientzündliche Wirkungen beobachtet werden. Diese Wirkungen beruhen in erster Linie auf den antioxidativen Effekten der Eleutherococcus-Wurzel.

Die Taigawurzel stimuliert Forschungen zufolge außerdem die Insulinsekretion, senkt den Blutzucker und hemmt die Aufnahme von Glucose im Darm.

Wirkungen vom Sibirischen Ginseng

Experimentelle Studien deuten auf folgende Wirkungen hin:

  • adaptogen
  • antimikrobiell
  • antivirale
  • blutfettsenkend
  • leberfettsenkenden
  • antidepressiv
  • gefäßrelaxierend
  • blutdrucksenkend
  • antiödematös
  • osteoporose-hemmend
  • gerinnungshemmenden

Wirkungsweise & Studien

Wie wirkt Taigawurzel?

Derzeit ist der potentielle Wirkmechanismus der Taigawurzel noch nicht vollständig geklärt. Für die Wirkung der Pflanze werden jedoch in erster Linie die sogenannten Eleutheroside verantwortlich gemacht, insbesondere das Eleutherosid B (Syringin) und das Eleutherosid E.

Die Wirkstoffe erhöhen Forschungen zufolge die Anzahl der Stresshormon-Rezeptoren, indem sie unter anderem das Enzym bzw. den Neurotransmittel Catechol-O-Methyl-Transferase hemmen. Dadurch wird dem Körper signalisiert, dass mehr Energie-Reserven verfügbar sind.

Forschungen zufolge haben die Eleutheroside unter anderem adaptogene, immunmodulatorische, tonisierende und stressmindernde Effekte. Das Eleutherosid A zeigte in Studien darüber hinaus auch eine Wirkung gegen Diabetes und Blutcholesterin.

Die Wirkung des Sibirischen Ginsengs wurde mittlerweile von verschiedenen Expertengruppen untersucht und positiv bewertet. So hat etwa der HMPC, also Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur, die Taigawurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei Erschöpfungszuständen wie Müdigkeit und Schwäche eingestuft.

Die Verwendung der Taigawurzel als Tonikum beruht dabei in erster Linie auf der langen Erfahrung mit der Heilpflanze, erscheint jedoch auch auch aufgrund der Inhaltsstoffe plausibel und wird wie bereits beschrieben auch durch Labor- und Tierforschungen unterstützt.


Einnahme & Dosierung

Taigawurzel richtig einnehmen und dosieren

Die Einnahme und Dosierung des Sibirischen Ginsengs variiert je nach verwendetem Produkt.

Die Taigawurzel wird traditionell als Tee zubereitet. Erhältlich sind jedoch auch Zubereitungen der Wurzel wie etwa Flüssig- und Trockenextrakte sowie Tinkturen und Pulver. Diese können in unterschiedlichen Darreichungen wie Tropfen und Kapseln in Apotheken und Drogerien erworben werden.

Einnahme Hinweise

  • Anwendungsdauerrr:
    • Die Taigawurzel sollte ohne ärztlichen Rat nicht länger als 2 Monate lang eingenommen werden.
    • Halten Ihre Beschwerden auch während der Behandlung über 2 Wochen lang an, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen.
  • Empfohlenes Alter:
    • Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen (siehe Gegenanzeigen ↓).

Taigawurzel Tee – Zubereitung

Sibirischen Ginseng Tee selber machen

Geben Sie 0,5 bis 4 Gramm der getrockneten Taigawurzel in eine Tasse und übergießen Sie diese mit etwa 150 Millilitern siedendem Wasser. Lassen Sie den Taigawurzel-Tee circa 10 bis 15 Minuten lang ziehen und seihen Sie die Kräuter anschließend ab.

Sie können den Sibirischen Ginseng Tee in bis zu drei Dosen aufteilen und über den Tag verteilt trinken.

  • Dosis: 0,5 bis 4 g (1-2 TL) der getrockneten Taigawurzel
  • Zubereitung: mit 150 ml kochendem Wasser übergießen
  • Ziehzeit: für etwa 10 bis 15 Minuten lang ziehen lassen
  • Häufigkeit: den Aufguss in eine bis drei Portionen aufteilen
  • Tipp: 1 Teelöffel entspricht in etwa 2 Gramm

Tropfen (Tinkturen & Extrakte)

Sibirische Ginseng Tropfen (Flüssig-Extrakte und Tinkturen)

Ginseng Tropfen bestehen in der Regel aus Tinkturen oder Flüssig-Extrakten der Pflanze. Die empfohlene Dosierung fällt dabei je nach Herstellung der Auszüge unterschiedlich aus.

Taigawurzel, Teufelsbusch, Stachelpanax, Sibirischer Ginseng, Eleutherokokk

Хабаровчанин, Eleutherococcus senticosus fluid extract, CC BY-SA 3.0

So beträgt die empfohlene Tagesdosis bei Flüssigextrakten mit einem sogenannten Droge-Extrakt-Verhältnis (DEV) von 1 zu 1, welche mit 30 bis 40 prozentigem Ethanol hergestellt wurden, 2 bis 3 Milliliter pro Tag.

Andere Extrakte werden hingegen mit Süßwein als Auszugsmittel hergestellt und können bspw. ein DEV von 1 zu 11,3 haben. Hierbei beträgt die empfohlene Dosis 30 Milliliter am Tag.

Sibirischer Ginseng – Tropfen (Tinkturen und Flüssigextrakte)

Sie können die beschriebenen Eigenschaften (z.B. das DEV) dem Beipackzettel des Präparats entnehmen.

  • Flüssig-Extrakte
    • 2 bis 3 ml (DEV 1:1| Lösungsmittel Ethanol 30-40 %)
    • 30 ml (DEV 1:11,3 | Lösungsmittel Süßwein)
    • 25 bis 33 g (DEV 1 zu 20 | Lösungsmittel Süßwein)
  • Tinktur
    • 10 bis 15 ml (DEV 1:5 | Lösungsmittel Ethanol 40 %)

Kapseln (Pulver & Extrakt)

Kapseln mit Taigawurzel (Pulver und Trocken-Extrakte)

Taigawurzel Kapseln enthalten meistens Trocken-Extrakte oder Pulver des Sibirischen Ginsengs. Das Taigawurzel-Pulver kann aber auch pur erworben und eingenommen werden.

Gemahlene Taigawurzel (Taigawurzelpulver)

Die empfohlene Dosierung vom Taigawurzel-Pulver liegt bei 0,75 bis 3 Gramm pro Tag. Die gemahlene Wurzel wird in der Regel in Form von Kapseln eingenommen, welche pro Stück unterschiedliche Mengen des Pulvers enthalten. Daher kann die empfohlene Dosis je nach Präparat variieren.

  • Tagesdosis: 0,75 bis 3 g des Sibirischen Ginseng Pulvers

Trocken-Extrakte des Sibirischen Ginsengs

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Arten von Extrakten, weshalb auch die Einnahme entsprechend variiert. Sie können nachfolgend aufgelistete Eigenschaften der Packungsbeilage Ihres Präparats entnehmen.

  • Trocken-Extrakt (DEV 15-17:1 Auszugsmittel Wasser)
    • 90 bis 180 mg pro Tag
  • Weitere Trockenextrakte entsprechend 0,5 bis 4 g der getrockneten Taigawurzel
    • DEV 13-25:1, Auszugsmittel Ethanol 28 – 40%
    • DEV 17-30:1, Auszugsmittel Ethanol 70%

Inhaltsstoffe & Wirkstoffe

Welche Inhaltsstoffe hat die Taigawurzel?

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Taigawurzel gehören Lignane wie Liriodendrin und Syringin, Phenylpropane, Cumarine, Triterpensaponine und Vielfachzucker (Polysaccharide). Den Hauptinhaltsstoff macht mit bis zu 1,7 Prozent die Chlorogensäure aus, welche zu den Kaffeesäure-Derivaten zählt.

Taigawurzel, Teufelsbusch, Stachelpanax, Sibirischer Ginseng, Eleutherokokk

Salicyna, Eleutherococcus senticosus 2017-04-17 7430, CC BY-SA 4.0

Für die Wirkung der Taigawurzel werden hauptsächlich die Eleutheroside verantwortlich gemacht. Hierbei handelt es sich um verschiedene Substanzen aus unterschiedlichen Wirkstoff-Gruppen, welche also keine chemische Zusammengehörigkeit haben.

Die Stress-mildernde Wirkung wird dabei in erster Linie dem Eleutherosid E zugeschrieben. Wahrscheinlich trägt jedoch auch das Eleutherosid B (Syringin) zur Erschöpfungs- und Ermüdungs-lindernden Wirkung bei.

Aaptogene, tonisierende und stressmindernde Wirkungen werden insgesamt den den Eleutherosiden A, B, B1 und E zugeschrieben.

Eleutherosid A zeigte in Laborversuchen weiterhin eine antidiabetische Wirkung und konnte den Blut-Cholesterin-Spiegel senken. Für den Wirkstoff Isofraxidin (Eleutherosid B1) konnten außerdem antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungen beobachtet werden.

Inhaltsstoffe der Borstigen Taigawurzel

  • Lignanverbindungen
    • Sesamin bzw. Eleutherosid B4 (ca. 0,02 %)
    • Eleutherosid D (ca. 0,1 %)
    • Liriodendrin bzw. Eleutherosid E (bis zu 0,8 %)
  • Phenylpropanderivate
    • Eleutherosid B bzw. Syringin (bis zu 0,5 %)
    • Sinapylalkohol
    • Coniferylalkohol
    • Coniferylalkohol-4-O-gluosid
    • Kaffeesäure
    • Chlorogensäure
    • 1,5-Dicaffeoylchinasäure
  • Cumarine
    • Eleutherosid B1 (bis zu 0,14 %)
    • freies Isofraxetin (= 6,8-Dimethoxy-7-hydroxycumarin)
  • Monosaccharide
    • Galactose
    • Galactose-1-Methylether (Eleutherosid C)
    • Glucose
  • Disaccharide
    • Saccharose
    • Maltose
  • Polysaccharide (bis zu 5,7 %)
  • Triterpensaponine (etwa 0,1 %)
    • Protoprimulagenin A-glykoside
    • Oleanolsäureglykoside (Eleutheroside I, K, L und M – nur in den Blättern)
  • Weitere Inhaltsstoffe
    • Eleutherosid A (= β-Sitosterolglucosid)
    • freies β-Sitosterol
    • β-Carotin
    • Vanillin
    • Vitamin E

Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen vom Sibirischen Ginseng

Mögliche Nebenwirkungen der Taigawurzel sind:

  • Insomnie (Schlaflosigkeit bzw. Schlafstörungen)
  • Reizbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
  • Tachykardie (schneller Puls)

Die Häufigkeit genannter unerwünschter Wirkungen ist nicht bekannt. Wenden Sie sich an Ihr ärztliches Fachpersonal, wenn Sie andere Nebenwirkungen bei sich bemerken.



Gegenanzeigen (Kontraindikation)

Sibirischer Ginseng ist bei einer Allergie gegen die Inhaltsstoffe kontraindiziert. Darüber hinaus wird auch in bestimmten Fällen von der Anwendung abgeraten bzw. sollte die Einnahme hierbei unbedingt im Vorfeld ärztlich abgeklärt werden.

Bluthochdruck

  • Allergie gegen die Inhaltsstoffe
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Kinder unter 12 Jahren
  • Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit

Personen, welche an Bluthochdruck leiden, sollten die Taigawurzel nur nach ärztlichem Rat einnehmen, da hierbei ggf. ein Risiko für Herzbeschwerden wie Herzrhythmusstörungen besteht.

Auch bei schwangeren und stillenden Frauen sowie bei Kindern unter 12 Jahren sollte die Einnahme des Sibirischen Ginsengs ausschließlich nach Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin erfolgen. Bei genannten Personengruppen liegen zum jetzigen Zeitpunkt nämlich keine ausreichenden Daten aus Studien zur Sicherheit und Unbedenklichkeit vor.


Wechselwirkungen mit der Taigawurzel

Wechselwirkungen zwischen dem Sibirischen Ginseng und anderen Medikamenten sind z.Z. keine bekannt. Es liegen jedoch einzelne Berichte zu Interaktionen zwischen der Taigawurzel und folgenden Arzneimitteln vor:

  • Antidiabetika
  • Insuline
  • Barbiturate
  • Antikoagulantien (Gerinnungshemmer)

Das Auftreten von Wechselwirkungen gilt zwar als unwahrscheinlich, in bestimmten Fällen wird jedoch vorsichtshalber ein häufigeres Messen von Werten empfohlen.

So sollten PatientInnen mit arterieller Hypertonie häufiger Ihren Blutdruck messen und Diabetiker öfter den Blutzuckerspiegel. Bei der Einnahme von Cumarinen wird eine häufigere Messung des INR/Quick-Werts empfohlen.

In folgenden Fällen sollten die Werte häufiger gemessen werden:

  • Bluthochdruck
  • Einnahme von Antidiabetika
  • Einnahme von Kumarinen

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihr ärztliches Fachpersonal, wenn Sie die Taigawurzel anwenden möchten jedoch bereits andere Medikamente einnehmen.


Quellen & Verweise


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